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Beiträge von Katrina
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Rezensionen verfasst von
Katrina
(TOP 1000 REZENSENT)   

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The Time Tunnel Vol. One (Folge 1-8)
The Time Tunnel Vol. One (Folge 1-8)

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen spannend und surreal, 14. September 2015
Rezension bezieht sich auf: The Time Tunnel Vol. One (Folge 1-8) (DVD)
Als Kind habe ich diese Serie gern gesehen, und habe mich jetzt gefreut, dass es die wieder auf DVD gibt. Was mir aber vor 35 Jahren sehr spannend erschien, wirkt heute doch etwas einfach. Denn natürlich geht jede Folge immer gut aus. Und natürlich landen die beiden Zeitreisenden immer genau dann in einer neuen Zeit, wenn eine echte Katastrophe bevorsteht: der Angriff auf Pearl Habour, der Halleysche Komet, der Untergang der Titanic, ein Vulkanausbruch...Einerseits ist das natürlich auch besonders spannend, andererseits nach ein paar Folgen auch sehr überschaubar.
Die Idee mit der Zeitreise ist natürlich faszinierend. Aber selbst mein Neunjähriger sagt nach 5 Folgen jetzt auch schon "könnte nicht mal was Normales passieren?". Für Kinder ist das immer noch gut. Die lernen dabei auch viele historische Ereignisse kennen, von denen man in der Schule heute eher nichts mehr erfährt. Aber ich fände es schon auch ganz schön, mal was vom Innenleben der beiden Forscher zu erfahren - ob ihnen das nicht unheimlich ist, dass sie nie wieder zurück zu kommen scheinen. Irgendwie sprechen die ja nie miteinander über das, was sie da erlebt haben. Am besten gefallen hat mir auf dieser DVD, wie der Wissenschaftler sich selbst als Kind in Pearl Harbour begegnet und seinen dort verstorbenen Vater noch einmal sieht.

Aus nostalgischer Sicht ist das aber schön zu sehen. Mir hätte vermutlich diese 13-Folgen-best-of-DVD gereicht (die heißt, glaub ich, "die komplette 1. Staffel") oder so. VIele der Folgen hier finde ich relativ schwach sowohl schauspielerisch als auch von der Dramaturgie.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 17, 2015 7:36 PM MEST


DuMont direkt Reiseführer Kopenhagen
DuMont direkt Reiseführer Kopenhagen
von Hans Klüche
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekt für einen Städtetrip - auch für Kinder, 1. September 2015
Eher schmalere Reiseführer für Städte zu schreiben ist keine leichte Sache. Denn natürlich kann man aus Platzgründen nicht alles aufnehmen, muss es aber trotzdem schaffen, möglichst viel abzudecken und möglichst viele Interessen zu bedienen.
Ich finde, Hans Klüche ist beides hervorragend gelungen.

Mit nummerierten Stadtrundgängen, die sich dann auch auf dem super Faltplan wiederfinden, orientiert man sich superschnell. Viele gute Tipps, u.a. z.B. auch über Preise. Und nicht mit dem Fehler, überall gleich auf die Website zu verweisen (dazu kaufe ich nämlich keinen gedruckten Reiseführer).
Während andere Reiseführer häufig auf einer halben Seite abhandeln, dass man auch Kinder dabei haben könnte, die man dann einmal auf einen Spielplatz bzw. in eine Kinderecke in einem Restaurant führen kann, gibt es hier immer mal wieder Hinweise, was auch für Kinder toll ist.
Und in Kopenhagen ist Vieles für Kinder toll.
Mein Sohn fand z.B. die Fahrt mit der U-Bahn (mit Panorama-Scheibe) total toll (danke für den Tipp!). Sehr schön war der Vergnügungspark Bakken, wenn man in der Hauptsaison das Tivoli meiden will. Wir waren vorher auch noch am Strand (danke für den Tipp!) und haben im Bakken auch das Mittagessen eingeplant (gute und günstige Büffets - sehr empfehlenswert).
Auch im Zoo kann man sowohl als Kind als auch als Erwachsener Spaß haben, er ist schön gestaltet und man erreicht ihn hervorragend mit dem ÖPNV. Direkt angrenzend gibt es mehrere große Gartenrestaurants, die zum einen gutes dänische Essen anbieten, zum anderen mit ihrer Größe, ihrem Aufbau und dem Essensangebot sowohl Kinder als auch Erwachsene glücklich machen könne (guter Tipp).
Das Nationalmuseum fand ich spannend, hätte es aber sicher nicht unbedingt eingeplant, wenn nicht im Reiseführer gestanden hätte, dass es gratis ist, auch für Kinder interessant (und zwar nicht nur der Kinderteil) und dass man dort auch gut essen kann. Die Sandwiches waren recht teuer, dafür haben sie aber auch komplett eine Mittagsmahlzeit abgedeckt - und man sitzt dort gerade an heißen Tagen sehr kühl und entspannt.
Ich finde, der Reiseführer ist sehr übersichtlich aufgebaut, hat zahlreiche Querverweise (also, es ist immer gleich die Seitenzahl angegeben, wenn im Text auf etwas anderes verwiesen wird), es hat super Karten, schöne Bilder, bietet einiges an aktuellem Hintergrundwissen und ist angenehm zu lesen.
Klare Empfehlung für Städtereisende, die etwa eine Woche in Kopenhagen verbringen wollen.
Wenn man jedoch zu Kirchen, Museen etc. Detailbeschreibungen sucht, sollte man einen Baedeker anschaffen. Aber das weiß man ja eigentlich auch selber...


Millie in der Villa Kunterbunt
Millie in der Villa Kunterbunt
Preis: EUR 4,99

3.0 von 5 Sternen Millie wird leider älter, 25. August 2015
In diesem Buch ist Millie 9 Jahre alt, als sie mit ihren Eltern, Schwester Trudel und Tante Gertrud nach Schweden reist. Ich finde das schade.
Na, natürlich weiß ich, dass das der Lauf der Dinge ist, Kinder werden älter. Aber bei Millie klappt das nicht so gut. Denn was bei kleineren Kindern witzig ist, das ist es bei größeren nur noch sehr begrenzt.
Und auch mein Sohn, der mit Millie-Büchern älter wird, war nicht mehr so begeistert. Denn natürlich ist Millie schon um einiges vernünftiger als früher - und damit auch einfach nicht mehr so witzig. Und damit leider auch ein bisschen langweilig. Viel passiert nicht in diesem Schweden -Urlaub. Man hat ein Ferienhaus, ist zwei kurze Tage in Stockholm, fährt dann stundenlang nach Smaland ("Schmorland" - "Wieso sagt die das, die ist doch schon neun!") und ist da auch in einem Ferienhaus. Man erfährt ein bisschen über Astrid Lindgrens Bücher, ein wenig über schwedisches Essen, über wenige Museen in Stockholm und ist dann noch kurz in der Astrid Lindgren Värld.
Ich bin sehr erstaunt darüber gewesen, dass die Kinder und Tante Gertrud stundenlang auf dem Rücksitz des Autos sitzen und sich langweilen. Die Kinder spielen nervig mit zwei Korken, das zieht sich so durchs Buch. Könnte man nicht mal ein Astrid-Lindgren-Hörspiel hören? Oder schwedisches Radio?
Die Familie geht nicht einmal essen (dabei sind die ja nicht arm), stattdessen haben sie ein schlechtes Imbiss-Erlebnis.
Sie gehen in Stockholm ins Vasa-Museum (und lassen Junibacken-Birkenlund-Museum links liegen). Sie gehen aber auch nicht in den Vergnügungspark, schauen nicht, wo Karlsson vom Dach gewohnt hat, in der Konditorei dürfen nur die Erwachsenen Kuchen essen (fand mein Sohn total ungerecht).
Ich fand das Buch zwar stellenweise immer noch ganz witzig, aber lange nicht so wie seine Vorgänger (Millie geht in die Schule. Millie auf Kreta, Millie in London). Und ich fand es auch lange nicht so lehrreich, wie z.B. Millie an der Nordsee oder Millie in Istanbul.

Also: kann, aber muss nicht. Und: Kinder mit neun sind irgendwie nicht mehr so die Zielgruppe, will mir scheinen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 2, 2016 9:32 AM MEST


Als Hitler das rosa Kaninchen stahl (Kerr-Hitler-Trilogie, Band 1)
Als Hitler das rosa Kaninchen stahl (Kerr-Hitler-Trilogie, Band 1)
von Judith Kerr
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,99

5.0 von 5 Sternen Auszeichnung sehr verdient, 18. August 2015
Dieses Kinderbuch wurde 1974 mit dem deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet. Viele Bücher, die diesen Preis bekommen haben, fand ich als Kind langweilig und habe mich immer gefragt, warum die ausgezeichnet worden waren. Dieses nicht. Das fand ich als Kind schon gut.
Jetzt habe ich es gerade meinem Neunjährigen vorgelesen. Und beim Vorlesen erst gemerkt, warum es mir so gut gefallen hat.
Es liest sich ganz wunderbar. Das liegt zum einen an der sehr kindgerechten Sprache, die sich - kann man eigentlich gar nicht so sagen - auf Kinderaugenhöhe begibt. Es ist also kein Buch, aus dem man die erwachsene Autorin immer heraushört. Wenn komplizierte Begriffe auftauchen, werden sie immer gleich gut erklärt ("Anna fragte sich, was das sei - und Max erklärte es ihr"). Da fühlt man sich als Kind nicht blöde, sondern gleich verstanden.
Das Buch beschreibt aus Kindersicht, wie eine bekannte und wohlhabende jüdische Familie aus Berlin vor den Nazis flüchtet. Es beginnt 1933 und endet zwei Jahre später. Es geht also nicht um den 2. Weltkrieg, nicht um Konzentrationslager (die werden nur einmal in einem Absatz erwähnt) und es soll Kindern auch nicht die komplette Zeit zwischen 1933 und 1945 verständlich machen. Es geht einfach darum, wie ein neunjähriges Mädchen diese Situation erlebt, wie sie sich bei den ständigen Ortswechseln fühlt, wie es für sie ist, plötzlich kaum noch Geld zu haben, in fremden Sprachen dem Schulunterricht folgen zu müssen und nicht mehr in ihr Heimatland zurück zu können.
Es beschreibt die Lage von Flüchtlingen.
Darum habe ich es auch gerade jetzt vorgelesen, wo das Thema dauerhaft in den Medien präsent ist und mein Sohn ständig Fragen hat.

Das Buch ist nicht nur aus Kindersicht geschrieben (aber nicht in Ich-Form, wodurch verhindert wird, dass es ZU kindlich wirkt), sondern an vielen Stellen kommen auch tragikomischen Episoden vor, an denen man merkt, dass es in all dem Traurigen und Ungewissen auch heitere Momente geben kann. Z.B., wie es ist, als die Mutter die ersten Male selber kocht oder strickt, was sie vorher nie zu tun brauchte. Und was ziemlich schief geht.
Wir haben oft sehr gelacht beim Vorlesen. Und sind oft auch traurig gewesen, wenn gerade wieder etwas so schwierig wurde. Als die Familie nicht mehr wusste, wie sie die Miete bezahlen soll. Als der jüdische Freund der Familie in Berlin Selbstmord beging aufgrund der Drangsalierungen durch die Nazis.
Das Buch wird für Kinder ab 12 empfohlen. Ich finde, man kann es Kindern geben, wenn sie im Alter von Anna sind (also neun) und schon ein bisschen Erfahrung mit Literatur haben (also, wenn sie deutlich aus dem Olchi-Alter raus sind).


Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert
Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert
von Marie Kondo
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekt - aber nicht für alle, 28. Juli 2015
In diesem Buch der Japanerin Marie Kondo geht es darum, wie man Ordnung in seine Wohnung/sein Zimmer und damit ins eigene Leben bringt.
Ich finde - im Gegensatz zu vielen in negativen Rezensionen geäußerten Meinungen hier - dieses Buch ist hochgradig systematisch, es hat nichts mit Selbstbeweihräucherung der Autorin zu tun, wenn sie über ihre eigene Person schreibt und es kann für jemanden, der gewillt ist, sich auf ein System einzulassen, das bislang dem eigenen überhaupt nicht entsprochen hat, sehr hilfreich sein.

Aber - und das ist das große ABER: das gilt natürlich nicht für alle Leser. Wenn man sich verspricht, dass man hier haufenweise gute Tipps bekommt, wo man all sein Zeug am besten verstaut, wie man volle Schreibtischschubladen ordnet, übervolle Bücherregale systematisiert und und und, dann wird man maßlos enttäuscht sein. Weil es darum nicht geht.

Es geht um etwas anderes: darum, dass die meisten Menschen zu viele Dinge besitzen, und diese Dinge nicht nur das Ordnunghalten unmöglich machen, sondern auch viel Energie blockieren. Das kann man lächerlich finden. Zumal oft auch noch fernöstliche Dinge erwähnt werden, wie z.B. das Begrüßen der Wohnung am Anfang einer Aufräum-Session.

Wer in seinem Leben schon mehr als einmal übervolle Wohnungen aufgeräumt bzw. aufgelöst hat, bzw. Menschen geholfen hat, aus großen Häusern in kleine Wohnungen umzuziehen, wird hingegen sehr genau verstehen, was die Autorin meint. Auch, wenn eine mitteleuropäische Autorin manches anders schreiben oder handhaben würde. Das tut aber nichts zur Sache. Man kann über diese Dinge hinweglesen, wenn sie einem nichts sind. Am Prinzip bzw. der Systematik, die Kondo hier beschreibt, ändert das gar nichts.

Worum geht es? Man muss sich von Dingen trennen, die einen "nicht glücklich" machen. Kondo gibt eine sehr genau durchdachte Reihenfolge vor, in der man seinen Besitz entrümpelt.
Wichtig: nicht nach Zimmern aufräumen, sondern nach Dingen.
Und dann:
1. alle Kleidungsstücke, nicht nur die im Schrank
2. alle Bücher aus allen Zimmern
und und und.
Das erfordert Mut und starke Nerven. Gerade, wenn man sehr an seinem Besitz hängt und große Verlustängste hat.

Marie Kondo ist keine überspannte junge Frau, die an nichts anderes denkt, als ihre kleine Single-Wohnung aufzuräumen. Aufräumen ist ihr Beruf. Sie macht das professionell und verdient mit dem Coaching, mit Seminaren und Aufräumen fremder Wohnungen ihr Geld (auch, wenn viele Rezensenten hier etwas anderes schreiben).
Das Buch eignet sich absolut nicht nur für Singles, auch wenn es Familien nicht in den Mittelpunkt stellt. "Ich kann das nicht anwenden, ich habe drei Kinder" ist insofern Quatsch, als man natürlich auch mit drei Kindern jede Menge Dinge selber besitzt, die nichts, aber auch gar nichts mit den Kindern zu tun haben. Und die man folglich problemlos aufräumen kann.

Aus eigener langjähriger Aufräum-Erfahrung in verschiedenen Haushalten kann ich hier sagen: das Buch funktioniert in Deutschland, es funktioniert in großen Häusern wie in kleinen Wohnungen, es funktioniert sowohl für Singles als auch für Familien. Mein Vater ist über 80, er hat sein ganzes Leben in Deutchland verbracht und ist fern von spirituellen Handlungen und Gedanken. Aber er ist Marie Kondo verblüffend ähnlich. Und in jedem Kapitel habe ich ihn wieder erkannt. Wenn er dieses Buch aus seiner Sicht schreiben würde, käme vielleicht eine unseren Gewohnheiten und unserer Kultur etwas nähere Betrachtung dabei heraus, und er würde Vieles sehr viel kürzer formulieren - im Kern würde sich aber nichts ändern. Ohne gründlich auszumisten, Dinge wegzuschmeißen, sich von ihnen zu trennen, gibt es keine dauerhafte Ordnung.

Und an alle, die schreien, man dürfe nichts wegschmeißen: klar, kann man einzelne Bücher verschenken, verkaufen, per bookcrossing anbieten, in Bibliotheken geben. Ich mache sowas dauernd. Aber wenn Sie mehrere Umziehkartons Bücher aussortiert haben, dann können Sie Ihren Job aufgeben und sich ausschließlich mit der Entsorgung derselben beschäftigen. Die meisten Bücher, die wir aussortieren, will auch niemand anderes mehr haben. Immer gut: der gesunde Menschenverstand. Wenn Sie merken, sie haben gerade 100 aktuelle Bestseller aussortiert, alle ungelesen, dann machen Sie einen Termin mit der örtlichen Bibliothek. Die nimmt sie mit Kusshand.
Wenn sie aber ihre in der Badewanne gelesenen und mit Rotweinflecken übersäten Krimis reduzieren: machen Sie eine große Kiste mit dem Schild "zu verschenkenk" und stellen Sie sie bei gutem Wetter auf die Straße.
Ich weiß, wovon ich spreche.

PS: das ganze geht natürlich sehr viel weniger asiatisch. Das hier sind die Grundsätze meines Vaters:
1. Man kann nicht alles aufbewahren.
2. Man muss sich von Dingen trennen können.
3. Alles kommt nach Gebraucht auf seinen Platz zurück.


Die Söhne der Großen Bärin. Band 1: Harka
Die Söhne der Großen Bärin. Band 1: Harka
von Liselotte Welskopf-Henrich
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Spannend, authentisch, traurig, 30. Juni 2015
Gleich vorweg: ich finde, dies ist ein wirklich spannendes, literarisch anspruchsvolles, sehr authentisch wirkendes Buch über die Dakota-Indianer. Ich habe gerade den ersten Band vorgelesen und meinem Neunjährigen hat das Buch auch sehr gut gefallen. Aber.... und dieses Aber möchte ich hier nicht außen vor lassen: mich hat das Buch auch sehr bedrückt. Und meinem Sohn ging es auch so, weswegen wir uns lange um die letzten 40-50 Seiten herumgedrückt haben.
Hier wird ja keine - wie ein anderer Rezensent schreibt - unbeschwerte Kindheit eines Indianerjungen geschildert. Im Gegenteil, das ist ja alles schon ziemlich hart, was da so passiert. Die Mutter wird erschossen, eine fremde Witwe mit ihrem Sohn (den die Kinder nicht mögen) zieht ein.
Die Büffelherden sind nicht zu finden, der Hunger wird bedrohlich. Kämpfer sterben. Und der Bau der Eisenbahn bedroht das ganze bisherige Leben.
Am Heftigsten finde ich die Schilderungen, wie die Indianer erstmals mit einer Feuerwaffe konfrontiert werden und welche Bedeutung diese Art Waffe im Laufe des Buches gewinnt. Man spürt die ganze Zeit, dass das nichts Gutes wird. Erst recht nicht, als Weiße kommen und erstmals Alkohol ins Spiel kommt. Das alte Leben der Dakota wird nicht weiter bestehen. Der Umbruch in die neue Zeit verheißt nichts Gutes. Klar, das ist alles sehr authentisch und so ist es gewesen. Aber das liegt gleichzeitig auch als bedrohlicher schwarzer Schatten über der Geschichte. Und es ist klar: hier gibt's kein Happy End. Muss es auch nicht. Aber ich finde, man sollte das wissen.


Die Kinder aus Nr. 67: Band 1: Erwin und Paul - Die Geschichte einer Freundschaft /Das Mädchen aus dem Vorderhaus
Die Kinder aus Nr. 67: Band 1: Erwin und Paul - Die Geschichte einer Freundschaft /Das Mädchen aus dem Vorderhaus
von Lisa Tetzner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

5.0 von 5 Sternen Historisch-politisches Kinderbuch, 9. Juni 2015
Die Kinder aus Nr. 67 - das sind Arbeiterkinder in einem Berliner Bezirk wie Moabit, Kreuzberg oder Wedding (das erfährt man nicht, spielt aber auch keine Rolle), die in den 1930er Jahren in einer großen Mietskaserne leben. Ihr Leben ist geprägt von Armut, Hunger, Schmutz - und viel zu wenig Platz zum Spielen. Es ist ein Buch,das eine Lebenswelt zeigt,die einem so unendlich weit entfernt vom eigenen Leben scheint, dass es nur schwer vorstellbar ist, dass diese Nr. 67 so gar nicht allzuweit vom eigenen heutigen Wohnort entfernt steht und dass sich hier vor 80 Jahren auch in Wirklichkeit ganz ähnliche Dinge abgespielt haben wie in diesen Romanen.
So ging es mir beim Wiederlesen dieses Kinderbuches, in dem Lisa Tetzner ein schonungsloses Bild einer Gesellschaft an der Schwelle zum Faschismus zeichnet.
Die Hoffnungslosigkeit zieht sich durch das Buch - als Pauls Vater arbeitslos wird, die Familie sich nicht einmal mehr leisten kann, dem Kind einen S-Bahnfahrschein für den Sonntagsausflug mit seinem Freund zu bezahlen, er zum Dieb wird, weil er solchen Hunger hat und die Familie am Ende doch ins Obdachlosenasyl muss, weil sie die Wohnung nicht mehr bezahlen können.
Pauls Freund Erwin hingegen hat einen Vater, der als guter linker Arbeiter auch noch anderen Kindern hilft - aber auch hier wird es schwierig, als das 5. Kind geboren wird.
Natürlich geht es auch um Spiele und Fußball, um echte Freundschaft und große und kleine Träume. Alles in allem fand ich das Buch aber bedrückend zu lesen - vielleicht auch, weil ich die Folgebände kenne und weiß, was aus allen wird, nachdem die Nazis 1933 an die Macht kommen.
Die Kinder aus Nr. 67 hat Lisa Tetzner in den 1940er Jahren im Schweizer Exil geschrieben und damit versucht zu erklären, wie sich eine Gesellschaft dem Nationalsozialismus öffnen konnte. Das ist ihr gut gelungen, auch wenn es manchmal etwas pathetisch und/oder plakativ geschildert wird.

Ob Kinder (ab 10 - nicht früher!) das heute noch interessant finden und verstehen können, kann ich nur schwer einschätzen. Dass es hier bei amazon so gut wie keine Rezensionen zu den Büchern gibt, lässt darauf schließen, dass diese Bücher nicht mehr sehr populär sind.
Ich würde gerne wissen, wie Kinder heute diese Bücher lesen (und OB sie es tun).

Ein anderes Buch, das auch im Berliner Wedding in einem ganz ähnlichen Milieu spielt, allerdings zeitlich etwas früher (1918/19), das sicher etwas moderner anmutet, will sagen sprachlich etwas mehr in unserer Zeit verortet ist, und vielleicht nicht ganz so bedrückend ist, ist Klaus Kordons "Die roten Matrosen" - das hat auch nicht so stark die politisch-moralische Botschaft wie Lisa Tetzners Bände - die ich trotzdem, gerade auch, weil sie in der Zeit des Krieges geschrieben wurden, für sehr wichtige und authentische Bücher halte.

Politische Literatur für interessierte Kinder.

Für Berliner Kinder sind diese Bücher vielleicht noch etwas leichter verständlich, denn hier kann man sich solche Mietskasernen auch mal in echt anschauen - als Kind in einem Einfamilienhaus konnte ich mir damals nur schwer vorstellen, wie diese Nr. 67 mit den vielen Aufgängen und engen Höfen eigentlich aussieht.

Nachtrag 2014: Lese meinem Neunjährigen gerade den 2. Band vor. Er findet es superspannend, keineswegs altmodisch oder unverständlich. Er ist sehr gespannt zu erfahren, wie es weiter geht, wer Nazi wird, wer Deutschland verlässt (ich musste einen kurzen Überblick über die Folgebände geben, wollte aber natürlich nicht alles vorwegnehmen) und fiebert mit. Heute hol ich dann mal Band 3+4 aus der Bücherei.


Bandai 30381 - Harumika Braut Kollektion, Fashion-Spielzeug für Nachwuchsdesignerinnen
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Wird angeboten von Magic Inspiration
Preis: EUR 39,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mädchenspielzeug..., 8. Juni 2015
Schade, dass die kein einziges Set für Jungs im Sortiment haben... Mein Sohn hätte große Freude dran, aber nicht an Braut- und Modellmode in Glitzer.


Depression. Helfen und sich nicht verlieren: Ein Ratgeber für Freunde und Familie
Depression. Helfen und sich nicht verlieren: Ein Ratgeber für Freunde und Familie
von Huub Buijssen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hilfreich. Hilfreich. Sehr hilfreich!, 2. Juni 2015
Ein anderer Rezensent schrieb hier, dies sei ein Buch für Leser, die beginnen sich mit Depressionen zu beschäftigen. Auch, wenn ich mich schon länger mit dem Thema befasse, finde ich, dass dies ein sehr hilfreiches Buch ist. Klar gegliedert, flüssig geschrieben, nicht zu lang (atmig) oder schwafelig, sondern klar auf den Punkt gebracht, macht es Mut, sich mit diesem schwierigen Thema auseinanderzusetzen, wirbt für Verständnis bzw. erklärt Verhaltensweisen, die einem als Angehörigen völlig grotesk erscheinen (können).
Ich finde, dies ist ein tröstliches Buch, das einem hilft, diese komplexe Krankheit mit ihren vielen verschiedenen Aspekten grob zu erfassen.
Ein bisschen traurig haben mich die Schilderungen der Behandlung gemacht. Entweder läuft das in den Niederlanden anders (das ist ein niederländisches Buch),oder der Autor beschreibt einfach einen Idealzustand. An der Klinik, an der mein Verwandter ist, werden Angehörige - außer in einer einmal wöchentlich stattfindenden Angehörigengruppe - in keinster Weise einbezogen. Das heißt, nach ein paar Wochen Klinik bekommt man einen depressiven Angehörigen zurück, von dem und dessen Krankheit man, wenn er nicht selber redet, genau so viel weiß wie vorher. Und dann kann man doppelt froh sein, dass es solche Bücher gibt.
Auch die Therapeutensuche ("wenn Sie mit dem nicht klar kommen, suchen Sie sich einen anderen") kommt sehr ideal daher. Man sucht sich einfach schnelle einen. Über das monatelange Warten auf einen Platz, über die vielen, vielen Anrufe, die für einen Depressiven so gar nicht zu bewältigen sind, steht da nichts. Aber vielleicht ist das auch in den Niederlanden anders, und es gibt ausreichend Psychotherapeuten für gesetzlich Versicherte.

Trotz allem: Klare Empfehlung.


In den Wäldern am Kalten Fluss (Ravensburger Taschenbücher)
In den Wäldern am Kalten Fluss (Ravensburger Taschenbücher)
von William Judson
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartig und sehr sehr spannend, 11. Mai 2015
Hier wieder mal eine Rezension zu einem Oldie. "In den Wäldern am Kalten Fluss" habe ich vor 35 Jahren zum ersten Mal gelesen. Und dann noch viele Male. Es war ursächlicher Auslöser dafür, dass ich kurz darauf den Pfadfindern beitrat und dort sechs Jahre lang aktiv war.

Lizzy und Tim, 14 und 13 Jahre alt, unternehmen im Herbst 1920 eine Kanutour mit ihrem Vater in den Wäldern im Staate New York. Eigentlich sind sie bestens vorbereitet und ausgerüstet. Aber dann kommen sie von der Route ab, erleiden einen Unfall - und plötzlich sind die Kinder ganz allein auf sich gestellt. Ohne Fähigkeiten wie Tiere fangen, Grundlagen der Ernährung, Kochen, Lagerbau, Wetter und Orientierung hätten sie keine Chance gehabt zu überleben. Denn ein weiterer Unfall, ein plötzlicher Wintereinbruch und die absolute Einsamkeit im Wald zwingen sie zu einem autarken, gefährlichen Leben über viele Monate.

Das Buch ist aus der Sicht der 14jährigen Lizzy erzählt, die rückblickend von diesen Erlebnissen berichtet und dabei neben den körperlichen auch die psychischen Schwierigkeiten wie Angst und Streit nicht außen vor lässt.
Das Buch ist sehr spannend und fesselnd geschrieben, aber nie so, dass es Kinder überfordert. (o.k., wenn man ein wirklich sensibler Typ ist, dann sind Beschreibungen, wie Tiere ausgenommen werden, wie ein Mensch stirbt und wie man mit der Bedrohung durch einen Erwachsenen klar kommt, sicher eine Herausforderung. Aber nichts davon ist so, dass es einem nicht auch im eigenen Leben mal begegnen könnte). Der Verlag meiner Ausgabe (Ravensburger TB) empfiehlt es für Kinder ab 11. In dem Alter habe ich es wohl auch gelesen. Mein neunjähriger Sohn hört aber auch schon völlig gebannt zu, wenn ich ihm abends daraus vorlese. Es ist für Kinder bei uns heute sehr schwer vorstellbar, dass so etwas überhaupt möglich ist - dass zwei Kinder sich im Wald befinden und niemand sie sucht, sie niemanden kontaktieren können und wirklich alles, was sie tun, direkt zu ihrem Überleben beiträgt. Oder den Tod verursachen könnte. Eine Extremsituation also.
Ich glaube, es kann Kinder auch heute noch mit der Frage konfrontieren, wie sie eigentlich gewappnet für solche Situationen sind. Ob sie kochen können. Alleine schwierige Entscheidungen treffen. Wie sie mit Streit umgehen. Und wie mit der Angst, wenn sie alleine mit etwas fertig werden müssen.
(bei mir hat das, wie eingangs beschrieben, dazu geführt, dass ich mit zwölf Jahren beschlossen habe, all diese Dinge wirklich lernen zu wollen - und auch gelernt habe. Es gibt mir deutlich mehr Sicherheit, wenn ich mich außerhalb von dicht besiedeltem Gebiet bewege, beim Paddeln oder Wandern, dass ich Himmelsrichtungen bestimmen, Wetter prognostizieren und Feuer machen und darauf kochen kann und keine Angst habe, draußen zu schlafen. Was mein Sohn damit anfängt ist noch nicht absehbar.... ich bin gespannt)


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