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Rezensionen verfasst von
Katrina
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Mit dem Rücken zur Wand: Roman (Gulliver)
Mit dem Rücken zur Wand: Roman (Gulliver)
von Klaus Kordon
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

5.0 von 5 Sternen Sechs Sterne für ein tolles Buch, 30. Januar 2014
Als Kind habe ich vor vielen Jahren den ersten Band dieser Trilogie gelesen: Die roten Matrosen. Das ist lange her. Und obgleich ich wusste, dass es später Folgebände gab, habe ich erst 30 Jahre später diesen 2. Band gelesen. Unfassbar, wie jemand so spannend, so informativ und so unglaublich berührend schreiben kann! Die Geschichte des Arbeiterjungen Hans, der im Berlin um 1932/33 als Hilfsarbeiter bei AEG anfängt, dort seine Freundin Mieze kennenlernt und im Laufe der Zeit mehr und mehr merkt, dass er sich politisch positionieren muss, ist unglaublich fesselnd zu lesen. Hans'Eltern sind Kommunisten, ebenso sein großer Bruder. Seine Schwester aber hat sich mit einem Nazi verlobt, ausgerechnet mit Günter Brem, dem früheren Freund von Hans'großem Bruder. Die Eltern brechen den Kontakt zu Martha ab. Und Hans muss sich das erste Mal entscheiden. Er zieht bei Martha aus und schläft lieber bei seinen Eltern auf dem Küchentisch. Im Laufe des Winter erfährt er, dass Mieze Halbjüdin ist. Er wird zu ihr stehen. Mehrere Male wird er von Nazis zusammen geschlagen. Immer mehr Freunde und Bekannte werden von Kommunisten zu Nationalsozialisten. Hans fühlt sich in die Enge gedrängt, und gibt nicht auf, trotz der menschlichen Enttäuschungen, trotz der eskalierenden Gewalt. Als sein Vater und sein Bruder nach dem Reichstagsbrand verhaftet werden steht für ihn fest: er wird nicht nach Moskau emigrieren, wie seine Eltern es gerne hätten, er wird in Berlin bleiben und zusammen mit Mieze Widerstand gegen die Nazis leisten.
Neben dieser sehr persönlichen Geschichte erfährt der Leser sehr viel über die LEbensverhältnisse in Berlin-Wedding, über die Kämpfe innerhalb der politischen Linken und über den Beginn einer Zeit, die mit dem 2. Weltkrieg enden wird.
Ich habe mehrere Male meinen U-Bahnhof verpasst, weil ich einfach immer weiter lesen musste und morgen beginne ich mit Teil drei und kann es kaum noch abwarten.

Ein Buch, das eine kommunistische Arbeiterfamilie in den Mittelpunkt stellt, wirkt ein bisschen aus der Zeit gefallen. Aber ich würde es rückhaltlos für Kinder ab 12 Jahren empfehlen. Es ist besser als jeder Geschichtsunterricht und anschaulicher als jedes Museum.
Mein Sohn hat heute gefragt, ob Kinderbuchautoren eigentlich auch einen Literaturnobelpreis bekommen können. Ich würde Klaus Kordon auf die Anwärterliste setzen.


Liebe Sophie!: Brief an meine Tochter
Liebe Sophie!: Brief an meine Tochter
von Henning Sußebach
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut - aber zu lang, 28. Januar 2014
"Liebe Sophie" ist ein sehr schmales Bändchen. Ein kleines Buch, in dem der Autor Henning Sußebach, Journalist bei der ZEIT, sich an seine 12jährige Tochter wendet und versucht, ihr und vor allem sich selber zu erklären, warum die Schule im Leben seiner Tochter so einen wichtigen Stellenwert hat, dass für viele andere Dinge keine Zeit mehr bleibt. Er ist erschüttert, und je mehr er mit Experten darüber spricht, desto verzweifelter wird er. Und doch merkt er immer wieder, dass er genau in diesem Hamsterrad ist, dass ihn gerade beim Nachdenken darüber so unglücklich macht.

Das könnte interessant sein. Es liest sich auch ganz schön. Es gibt sicher viel Stoff zum Nachdenken, wenn man sich bislang diese Fragen noch nie gestellt hat und durch diese Lektüre zum ersten Mal wirklich darüber nachdenkt, was dieser ganze globale Wettbewerb, die PISA-Tests, das Turbo-Abi und und und für Auswirkungen auf Kinder und auf die ganze Gesellschaft haben.
Ich hatte aber auch schon vor der Lektüre darüber nachgedacht. Und darum war mir das ganze zu lang. Die Gedanken des Autors, so war mein Gefühl ab der zweiten Buchhälfte, drehen sich irgendwie im Kreis. Er kommt nicht weiter. Und er kommt aus diesem Gedankenkarussell nicht raus. Denn alles, was ihn stört, das lebt er ja auch. Und er kann irgendwie auch nicht anders.
Er rät zum Ausbruch - und erklärt gleich wieder, warum alles ist, wie es ist.

Henning Sußebach hat einen wunderbaren Artikel in der Zeit geschrieben. Unter der Überschrift "Liebe Marie" kann man ihn sich ergooglen. Dort wird in kurzer, sprachlich klarer Form all dies auf den Punkt gebracht, dass er dann dank des Erfolgs seines Artikels, zu einem Buch erweitert hat. Meiner Meinung nach hätte er das nicht zu tun brauchen. Der Artikel sagt alles. Das Buch zieht sich am Ende wie Kaugummi und man ist hinterher nicht klüger als vorher.
Denn Sußebach ist kein Revolutionär, der seiner Tochter sagt: "Lass den ganzen Mist, schmeiß die Schule, geh nach der 10. ab, mach mal ein Praktikum in einem Bereich, auf den Du noch nie gekommen bist, geh mal ein bisschen jobben und verdien Dir das Geld für eine große Reise. Und wenn Du dann zurück kommst, überleg Dir in Ruhe, womit Du eigentlich in Zukunft Dein Geld verdienen willst." Nein, er rechtfertigt das Verhalten von Eltern und Lehrern, erklärt, entschuldigt. Er kann nicht anders.

Mir hat das leid getan beim Lesen. Ich finde, der Artikel bringt besser rüber, worum es dem Autor geht. Den würde ich rückhaltlos empfehlen. Das Büchlein kann, muss man aber nicht lesen.


Meine Mutter ist in Amerika und hat Buffalo Bill getroffen
Meine Mutter ist in Amerika und hat Buffalo Bill getroffen
von Emile Bravo
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

5.0 von 5 Sternen Süß und traurig, 11. Januar 2014
"Meine Mutter ist in Amerika und hat Buffalo Bill getroffen" ist eine graphic novel, ein Roman in Bildern. Jean ist sechs. Er lebt mit seinem kleinen Bruder Paul, seinem Vater und dem Kindermädchen Yvette zusammen. Eine Mutter, die bei ihnen lebt, hat er nicht und er weiß auch nichts von ihr.
Als er in die Schule kommt, bereitet ihm dieser Umstand erstmals Probleme. Denn alle sollen erzählen, was ihre Eltern machen - und er weiß nicht, was er sagen soll.

Hier werden sehr anschaulich die Probleme aus Kindersicht geschildert: ein kleiner Junge, ein vielbeschäftigter Vater - aber niemand zum Reden, niemand, dem er sich anvertrauen kann. Und da ist das Nachbarmädchen Michele, etwas älter als Jean, die mit ihm spielt, wenn sie niemanden anderen hat und die Freude daran findet, jüngere Kinder zu kommandieren und ihnen Geschichten zu erzählen. Sie ist es, die Jean eines Tages mit einer Postkarte von seiner Mutter überrascht, die angeblich zu Michele kam, weil die Mutter nicht möchte, dass jemand anderes aus der Familie davon erfährt.
Jean freut sich: endlich nimmt seine Mutter Gestalt an. Aber: sind die Karten echt?

Bei Besuchen bei den Großeltern mütterlicherseits erfährt Jean von allen Seiten Mitleid , er weiß nicht warum. Er sieht ein Foto von seiner Mutter, wagt aber nicht, nach ihrem Verbleib zu fragen und die Großeltern entscheiden, dass es nicht ihre Aufgabe ist, mit den Kindern zu sprechen.
Die Großmutter väterlicherseits zieht zu ihnen, aber auch sie sagt nichts. Ebensowenig der Psychologe, der Jean in der Schule untersucht.
Jeans Mutter ist gestorben. Das muss schon einige Jahre her sein, denn die beiden Jungen erinnern sich nicht an sie. Und für die "Großen" ist es so klar, dass sie gar nicht mehr darüber reden. SIE wissen es ja, SIE erinnern sich. Aber das ist vielleicht auch die traurige Wahrheit: sie haben darüber vergessen, dass die Kinder sich nicht an etwas nur wenige Jahre Zurückliegendes erinnern können, sie wollen sich der traurigen Erinnerung nicht stellen. Und darum bleibt der Tod der Mutter ein Tabu. Im Haus der Familie gibt es keine Fotos von ihr, der Vater spricht nicht von seiner Frau, es gibt keinen Tag im Jahr, an dem man sich an sie erinnert, z.B. ihr Geburtstag. Offenkundig gibt es auch keine für die Kinder zugänglichen Fotoalben oder so etwas. Dann hätten sie wenigstens einen Gesprächsanlass.

Was man in diesem Buch sehr gut lernt - wenn man es vielleicht schon vergessen haben sollte - ist, mit welchen Ängsten Kinder leben (müssen). Und wie wichtig es ist, dass man mit seinen Kindern spricht, auch über Dinge, die einem selber schwer fallen. Ich habe mich während des Lesens oft gefragt, was wohl mein Sohn sich nicht zu fragen traut - und ob ich ihm wirklich alles beantworten könnte und wollte.
Mein Sohn ist acht. "Meine Mutter ist in Amerika" ist das allererste Buch, das er selber - zumindestens teilweise, weil die französischen Namen ihm Probleme bereiten - mit Spannung selber gelesen hat. Mir vorgelesen, weil ich ihn das inhaltlich sehr komplexe Buch nicht alleine lesen lassen wollte. Er hat tausend Fragen und die Geschichte beschäftigt ihn sehr.

Das Ende bleibt offen. Aber Jean beginnt zu akzeptieren, dass seine Mutter nicht wieder kommt.
Es ist ein süßes Buch, das sich sehr in die kindlichen Protagonisten einfühlt. Und es ist ein trauriges Buch, weil es die Sprachlosigkeit in der Familie so deutlich macht. Ich finde, das ist ein Buch, das Kinder nicht alleine lesen sollten und das Erwachsene gerne mit - und alleine lesen, wenn sie mehr über die Welt ihrer Kinder erfahren wollen.


Die wilden Piroggenpiraten: Ein tollkühnes Abenteuer um eine entführte Mohnschnecke und ihre furchtlosen Retter
Die wilden Piroggenpiraten: Ein tollkühnes Abenteuer um eine entführte Mohnschnecke und ihre furchtlosen Retter
von Maris Putnins
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Literarisch hochanspruchsvolles Buch für belesene Kinder, 8. Januar 2014
Die wilden Piroggenpiraten ist ohne Zweifel ein spannendes Buch, basierend auf der witzigen Idee, Gebäck und allerhand andere Lebensmittel zum Leben zu erwecken und spannende Abenteuer bestehen zu lassen. Aber: es ist sowohl sprachlich, als auch von den drei parallelen Erzählsträngen für Kinder nur dann witzig und vor allem verständlich, wenn sie auch sonst sehr viel anspruchsvolle Literatur gewöhnt sind, sei es durch Selberlesen oder Vorlesen.

Denn selbst für mich als belesenen Erwachsenen ist es oft schwierig, die verschachtelten Sätze, teil mit skurrilen Phantasieworten gespickt, korrekt vorzulesen. Und ich bin sehr geübt im Vorlesen. Stellen, an denen es um verschiedene Segel oder anderes Fachvokabular geht, bringen mich an meine Grenzen. Und dann gibt es noch die spunische Armada, die grickischen Oliventörtchen und die Hippopotamusspeckpiroggen (lesen Sie das mal laut vor!)... Für Kinder ist es auch nicht immer ganz klar, welches Gebäck da gerade agiert: Speckpiroggen, Pelmeni und Tschebureki, Empanadas und Reispiroggen, Eclairs und Mohnschnecken - das sind alles nicht ganz die Dinge, die man so im täglichen deutschen Kinderleben zu sich nimmt. Zum Glück gibt es die Rezepte zum Nachbacken, waren wir schon häufiger in Osteuropa und haben das meiste zumindestens schon mal irgendwann gegessen, so dass ich immer mal wieder sagen kann "Die Teile, die Du in Riga auf dem Markt gegessen hast, die mit der Hackfleischfüllung..."

Viele witzige Ideen sind Anspielungen auf echte historische Begebenheiten (Napoleon auf Elba) oder auf Länder, die es wirklich gibt (Spunien, die Hafenstadt Murseille), was Kinder aber so nicht erkennen (können). Die langen, komplizierten Beschreibungen sind für kleinere Zuhörer oft sehr sehr schwer verständlich. Nach den ersten drei, vier Kapiteln war ich sehr gespannt, ob mein Siebenjähriger das durchhält. Er tut es, aber ich muss schon immer wieder mal was erklären oder rekapitulieren, zumal im Laufe der Geschichte immer mehr Figuren hinzukommen.

Ich mag das Buch. Mein Sohn mag es auch. Aber bevor man es kauft, sollte man da mal ein bisschen querlesen, um sicher zu gehen, dass man beim Vorlesen bzw. Selberlesen (immerhin 650 Seiten!) nicht schlapp macht.


Höhepunkte sowjetischer Kochkunst: Die Geschichte meiner Familie in Russland und Amerika
Höhepunkte sowjetischer Kochkunst: Die Geschichte meiner Familie in Russland und Amerika
von Anya von Bremzen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Irre Mischung, 3. Januar 2014
Anya von Bremzen scheint eine bekannte Journalistin zu sein, so der Klappentext des Buches. Ich hatte noch nie von ihr gehört, aber ihr Buch hat mir sehr gefallen. Als 11jährige mit ihrer Mutter aus Moskau in die USA emigriert schreibt sie heute ein Buch über ihre Familie, die Geschichte der Sowjetunion und die russische und sowjetische Küche, eine ziemlich wilde Mischung, wie man meinen sollte. Das Buch orientiert sich an der Geschichte der Familie ihrer Mutter Larissa, beginnt zu Beginn des 20. Jh. in der Hafenstadt Odessa, mit jüdischen Rezepten. Man erlebt Leningrad, Moskau, die kriegsbedingte Zeit der Familie in Lenins Geburtsort Uljanowsk, kommt nach Aserbaidschan und schlussendlich wieder nach Moskau, wo das Mädchen Anya Anfang der 1960er Jahre geboren wird.
Die Zeit, die selbst ihre Mutter nicht erlebt hat, kommt noch etwas hölzern in der Darstellung daher, orientiert sich sehr an Geschichtsbüchern und wirkt recht langatmig und konstruiert. Die ersten 50, 60 Seiten fand ich daher eher anstrengend zum Lesen. Aber dann, wenn die persönlichen Erinnerungen der Mutter beginnen, nimmt die Geschichte Fahrt auf, wird bunt, lebendig, grausig im Krieg, spannend zur Zeit der Entstalinisierung und vollends rund, als die Erzählerin zu ihren eigenen Lebenserinnerungen an ihre Kinheit im Moskau der 1960er Jahre kommt.
Am Ende des Buches stehen die Rezepte, eins für jedes Jahrzehnt. Außerdem gibt es einige Fotos aus dem Familienalbum, die man gerne sieht, wenn man die ganze Zeit von eben dieser Familie liest. Da Anya von Bremzen seit den späten 1980erJahren auch wieder die Familie in Moskau besucht, endet die sowjetische Küche auch nicht mit der Emigration, sondern reicht bis ins Jahr 2011.

Fazit: ein gut zu lesendes, informatives, oft kurzweiliges, sehr kulinarisches, aber auch lehrreiches Buch für alle, die sich für ein Land jenseits der Geschichtsbücher interessieren und persönliche Einblicke in die Sowjetunion, Jahre nach ihrem Verschwinden, spannend finden.


Millie feiert Weihnachten
Millie feiert Weihnachten
von Dagmar Chidolue
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Untypisches Millie-Buch, 25. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Millie feiert Weihnachten (Taschenbuch)
Millie feiert Weihnachten habe ich beim Lesen als sehr untypisches Millie-Buch empfunden. Irgendwie entspannter und nicht so gewollt, wie die anderen Bücher. Lag vielleicht daran, dass es nicht so viele Verballhornungen von Wörtern gibt. Und dass Millie hier auch die ganze Zeit einfach zu Hause ist, also nicht irgendwo Urlaub macht wie in den meisten anderen Büchern.
Millie im Dezember, zu Hause mit Mama, Papa und kleiner Schwester Trudel. Sie weint um den "toten" Weihnachtsbaum, nascht heimlich die Schokolade, die Mama eigentlich verschenken wollte und sucht die Weihnachtsgeschenke, die ihre Eltern versteckt haben. Ich fand das sehr schade, dass es so ein Kapitel gibt, in dem so ganz genau beschrieben wird, wo Eltern die Geschenke verstecken. Denn das ist ja ein Buch für Kinder zwischen 5 und 8, die eigentlich noch nicht so drauf sind, dass sie die Wohnung absuchen. Mein Sohn ist echt erst durch dieses Buch auf die Idee gekommen, dass diese Geschenke ja irgendwo versteckt sein müssen, und hat sich systematisch auf die Suche gemacht. Man kann das auch nicht einfach weglassen, weil Millie ja am Heiligabend weiß, was sie alles bekommt und dann sehr traurig ist.
Ansonsten ist das ein witziges Buch und sehr vom Kind aus geschrieben, Millie verhält sich wirklich so, wie Kinder sind, nicht irgendwie besonders brav oder harmonisch.

Ein bisschen enttäuscht hat uns beim Vorlesen auch, dass das Buch zwar 24 Kapitel hat, aber die sich nicht an die Tage im Dezember halten, sondern irgendwann vor Weihnachten beginnen und am 25.12. oder sogar noch später enden. Also das 24. Kapitel nicht Heiliabend ist. Als Adventskalender zum Vorlesen ist das also eher nicht ganz so geeignet. Aber vielleicht hatten wir uns das auch einfach falsch vorgestellt, weil wir Jahr für Jahr "Schnüpperle" vorlesen Schnüpperle - Vierundzwanzig Geschichten zur Weihnachtszeit und man da den Dezember einfach Tag für Tag erlebt.

Egal, Millie feiert Weihnachten ist ein witziges Kinderbuch, aber ich finde, es ist eher was für ältere Kinder. Und vielleicht sollte man es eher Ende November lesen und nicht Tag für Tag im Dezember, das erspart Kindern Enttäuschung und Eltern Stress (ich habe in der letzten Woche vor Weihnachten alle 2 Tage die Geschenke komplett verräumt, weil mein Sohn dank Millie immer neue Ideen hatte, wo man denn die Geschenke suchen könnte...)


Unsere kleine Farm / Laura im grossen Wald
Unsere kleine Farm / Laura im grossen Wald
von Laura Ingalls Wilder
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessant, 17. Dezember 2013
Das wollte ich schon lange mal gelesen haben und war sehr gespannt. Und was soll ich sagen: ich hatte ganz was anderes erwartet und war ganz positiv überrascht. Denn das Buch war interessant. Vor allem deshalb, weil man so viele Dinge über das Leben in den Wäldern lernt und wie die Menschen vor 150 Jahren in Amerika gelebt haben. Man erfährt, wie Ahornsirup gewonnen wird, wie die Leute Strohhüte machen, Käse herstellen, wie gegen Bären gekämpft wird und wie wenig Kontakt zur Außenwelt die Menschen teilweise auch hatten. Das größte Ereignis für die kleine Laura und ihre Schwester war z.B. ein Besuch in der Stadt - noch nie vorher hatten sie so viele Häuser gesehen (und sicher war das eher ein Dorf - aus heutiger Sicht), noch nie waren sie in einem Laden gewesen. Auch die wenigen sozialen Abwechslungen sind erstaunlich. Höhepunkt für die Eltern Ingalls ist ein Tanzabend bei Charles' Eltern zu Hause. Weihnachten bekommen die Kinder alle neue Handschuhe und Laura noch dazu eine Stoffpuppe. Das alles ist aus einer so anderen Zeit, einem so anderen Land, und solch einem anderen Leben, dass ich es sehr spannend fand.
Dabei ist das Buch weder besonders kurzweilig geschrieben, noch aufregend bebildert. Es hat auch keinen Spannungsbogen, keine wörtliche Rede und keine dramtatischen Wendungen.
Hier wird einfach ein Jahr in der Familie Ingalls aus Kindersicht geschildert.
Wenn man nicht das "Buch zum Film" erwartet,sondern sich auf das Buch als solches einlässt, erlebt man sicher positive Überraschungen. Mir hat es gefallen, auch wenn ich es nicht unbedingt weiter empfehlen würde. Ich denke, man muss schon ein sehr spezielles Interesse an dieser Zeit in der amerikanischen Geschichte habe oder am Leben in der Wildnis, um mit diesen Schilderungen froh zu werden.


Das Ausschneide-Bastelbuch: Alle meine Lieblingstiere
Das Ausschneide-Bastelbuch: Alle meine Lieblingstiere
von Maria-Regina Altmeyer
  Broschiert
Preis: EUR 4,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ganz gut, 14. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mein Sohn hat große Mühe mit dem ordentlich Ausschneiden - das ist in der Schule ein Problem und wird immer wieder negativ erwähnt. Ich selbe denke zwar, man kann trotzdem ein guter Schüler sein, aber o.k., wir müssen es üben.
Dafür ist das hier ein gutes Buch. Relativ schnell hat man hier etwas geschnitten, geklebt, gebastelt, das auch noch schön aussieht. Es ist zwar nicht sonderlich kreativ, aber durchaus zweckdienlich und dem Kind macht es Spaß.

Ein Punkt Abzug, weil die einzelnen Seiten herausgetrennt werden müssen, aber total schlecht perforiert sind - und diese Perforierung ist auch noch so weit in der Buchmitte, dass man die Seiten nicht ordentlich rauskriegt. Als Kind überhaupt nicht.

Auch finde ich etwas komisch, dass zwar angeblich Klebestellen markiert sind, aber die Kleinteile wie Flügel solche Klebestellen nicht haben. Aber dafür gibt es dann ja die Vorlage. Für bastelfreudige kleine Menschen ist sicherlich das Ausschneiden auch kein Problem, aber oft sind die Kurven und Ecken so eng, dass ein nicht superakkurates Kind das nicht ordentlich rausgeschnitten kriegt (ich übrigens auch nur mit Nagelschere und Mühe).

Trotz dieser Minuspunkte ein hübsches Buch für den Bastel-Express-Spaß mit kleineren Kindern. Zum Schneiden-Üben gut geeignet. Für Bastelmuffel ab 5 gut geeignet. Kleine Bastelfreunde schaffen das sicher auch schon mit jüngeren Jahren.


Die Waltons - Die komplette 1. Staffel [6 DVDs]
Die Waltons - Die komplette 1. Staffel [6 DVDs]
DVD ~ Ralph Waite

4.0 von 5 Sternen Schöne Serie - manchmal etwas plakativ, 5. Dezember 2013
Warum kauft man so eine DVD-Box? Vermutlich, weil man die Filme selber mal als Kind oder in jüngeren Zeiten gerne gesehen hat. Ich habe gute Erinnerungen an die Waltons, die ich immer mit meiner Mutter zusammen angeschaut habe - ein familiäres Ereignis sozusagen. Und darum geht es ja auch in der Serie: um familiären Zusammenhalt, um ein liebevolles Miteinander. Das finde ich auch sehr schön dargestellt.
Manches ist mir dann heute aber doch ein bisschen zu plakativ: die Fremden, die nach Waltons Mountain kommen, sind meistens die "Bösen", die Waltons sind immer die "Guten". Meistens werden die Bösen durch die Waltons gut. Manchmal kommt Hilfe zu spät. Beim Zuschauen wünsche ich mir manchmal, die Serie würde mehr bei der Familie bleiben und weniger auf diese ständigen "Gäste" setzen.
Was mir richtig gut gefällt ist, dass man beim DVD-Schauen viel mehr in so eine Serie reinkommt, als man das früher beim Fernsehglotzen getan hat, wo die Serie sicher nicht immer chronologisch gezeigt wurde und man eben nur eine Folge pro Woche sehen konnte. Jetzt erst werden mir die unterschiedlichen Charaktere deutlich und anders als früher mag ich vor allem Mary-Ellen, die sich immer wieder nach einem anderen Leben sehnt und sich fragt, wie die Welt wohl hinter Charlottesville aussieht...
Auch für Kinder ist das eine schöne Serie, finde ich. Gerade, weil eine Großfamilie heute so selten ist, aber auch, weil es immer wieder darum geht, dass man wenig hat und wie man sich damit arrangiert. Das ist natürlich Erwachsenensicht. Mein Sohn liebt die Waltons, er ist sieben und ihn stören diese oft sehr plakativen Darstellungen nicht.
Das einzige, was ihn ziemlich nervt, ist, dass immer wieder einzelne Szenen auf Englisch sind, weil er die Untertitel noch nicht so schnell lesen kann. Ich weiß, dass das daran liegt, dass diese Szenen für das deutsche Fernsehen rausgeschnitten wurden und jetzt für die DVD-Produktion nicht nachsynchronisiert werden konnten. Aber ich hätte es gut gefunden, in einem Booklet zur DVD darüber zu lesen, warum das so war. Ob es inhaltliche Entscheidungen waren - oder ob die Originale zeitlich nicht in den deutschen Sendeplan gepasst haben. Auf jeden Fall sollte so etwas auf einer DVD-Box erwähnt werden. Dann spart man vielen Kunden die Enttäuschung darüber, dass die Filme immer wieder von englischen Sequenzen unterbrochen werden.

Aber egal: wir sind bereit für Staffel 2!


Texte.Medien: Anke de Vries: Eine Brücke für Judith oder: Verhängnisvolles Schweigen: Textausgabe mit Materialien
Texte.Medien: Anke de Vries: Eine Brücke für Judith oder: Verhängnisvolles Schweigen: Textausgabe mit Materialien
von Ingrid Hintz
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,50

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ernstes Thema, gutes Buch, 28. November 2013
Judith ist elf, sie lebt mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder zusammen. Ihren Vater kennt sie nicht. Der Vater ist ihres Bruders lebt auch nicht bei ihnen. Judith wird von ihrer Mutter misshandelt. Regelmäßig bekommt sie schlimme Schläge, wird angeschrien und erniedrigt. Sie weiß nicht warum. Ihrem Bruder geschieht nichts.
Und obwohl sich Judith so bemüht - sie kümmert sich um den Bruder, macht den Haushalt, kauft ein, verhält sich unauffällig - irgendwas missfällt ihrer Mutter immer, und wieder gibt es Schläge. Judith kann dann nicht zur Schule. Und wenn jemand Striemen oder blaue Flecken entdeckt, erfindet sie eine Geschichte von großen Jungen, die sie verprügelt haben. Sie ist schon an vielen Schulen gewesen und Freunde hat sie nicht.
Eines Tages lernt sie in der Schule Michiel kennen. Er repariert ihr Rad und nimmt sie mit nach Hause, wo er bei Tante und Onkel wohnt. Nach und nach freunden sich die beiden an. Judith fühlt sich wohl bei ihm und bei seiner Familie. Über ihr Zuhause spricht sie nicht.
Und als Michiel aus den Osterferien zurück kommt, ist Judith nicht mehr da. Weggezogen, ohne eine Adresse zu hinterlassen.
Michiel spürt sie auf und mit Hilfe eines netten Lehrers, Judiths ehemaligen Nachbarn und Michiels Tante gelingt es ihnen, Judith Mut zu machen, sich aus ihrer Situation zu befreien.

Es ist ein schwieriges Buch zu einem ernsten Thema. Es war mir beim Lesen ein bisschen zu pädagogisch, zu sehr aus Erwachsenensicht geschildert. Trotzdem finde ich, dass mit dem Thema "Gewalt gegen Kinder" hier gut umgegangen wird und es für junge Leser verständlich wird, wie sich in solch einem Leben die Lüge und das Schweigen ausbreiten und wie schwer es ist, diese Entwicklung zu stoppen und sich und anderen zu helfen.

Ähnliche Thematik -alkoholkranke Mutter, hilfloses Kind, Gewalt, Lügen und Schweigen - aber besser im Stil und näher am jungen Leser finde ich persönlich Meine Freundin Mia.
Aber "Eine Brücke für Judith" ist auf jeden Fall ein gutes Buch zu einem ernsten Thema, das sicherlich zu Nachdenken und zum Gespräch anregt. Und vielleicht auch Jugendlichen helfen kann zu erkennen, ob sie selbst oder andere in ähnlichen Situationen sind und Hilfe brauchen.


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