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Rezensionen verfasst von
Michael Bauer
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Drohnenland: Kriminalroman
Drohnenland: Kriminalroman
von Tom Hillenbrand
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen die Zukunft hat schon begonnen, 31. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Drohnenland: Kriminalroman (Taschenbuch)
Nicht ganz so wagemutig wie Daniel Suarez, aber nicht viel weniger spektakulär, nimmt sich Tom Hillenbrand des Themas der überwachten Gesellschaft an. In einer nicht näher definierten Zeit ist die permanente Überwachung zum Alltag geworden. Ein Mord öffnet Lücken in der Wirklichkeitskonstruktion mit unabsehbaren Folgen für das Individuum und die Gesellschaft. Eingebettet in eine politische Konstellation, die die üblichen utopischen Verwerfungen beinhaltet (verstrahltes Gebiet, Klimakatastrophe, etc.), wird ein spannungsreicher Plot in Gang gesetzt. Überraschungen nicht ausgeschlossen. Auch ein etwas schwacher Schluss beeinflusst den überaus positiven Gesamteindruck nicht. Noch ist es ja Sciencefiction.


Tribunal
Tribunal
Preis: EUR 12,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unglaublich, 21. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Tribunal (Kindle Edition)
Die Spannung hält Bis zum Ende der Lektüre. Und das ist schon mehr, als man von vielen Thrillern sagen kann. Und dennoch bleibt ein Gefühl des Zweifelns zurück, angesichts der konstruierten Geschichte. Ob ein Ankläger des Gerichtshofes in Den Haag bei einer Militär Aktion dabei sein würde, sei dahin gestellt. Ob eine Ermittlerin tief persönlich verstrickt, einen solchen Fall aufklären darf, ist aber mehr als unwahrscheinlich. Authentisch scheint das nicht. Aber der Plot ist spannend, mit der heute notwendigen Gewalt ausgestattet und mit einem "Happyend". Was will der Leser oder die Leserin mehr?


Landgericht
Landgericht
von Ursula Krechel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,90

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Vergangenheit ist nicht beendet, 31. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Landgericht (Gebundene Ausgabe)
Den diesjährigen Deutschen Buchpreis hat das Buch “Landgericht” von Ursula Krechel erhalten. Dieser Roman erzählt die Geschichte einer gescheiterten Rehabilitierung eines Ausgebürgerten durch den rechtlich verantwortlichen Nachfolgestaat. Gescheitert deshalb, weil eine gefährliche Mischung aus Ignoranz, Dummheit und Verdrängung, die Verantwortung für geschehenes Unrecht nicht annehmen will. Ja, es ist eine historische Geschichte und die Tatsache, dass der Protagonist jüdischen Glaubens ist und die Geschichte in der Zeit des Nationalsozialismus beginnt, könnte leicht eine Einordnung in die Rubrik Vergangeheitsbewältigungsliteratur nahe legen. Zumal viele Details historisch verbürgt und der Einsatz von Zitaten aus einem umfangreichen Aktenmaterial, bestärken das zeitgeschichtliche Element. Wäre der Roman nur als Auseinandersetzung mit historischen Tatsachen zu lesen, hätte er schon jede Beachtung verdient. Die vielen Geschichten von Menschen, denen während der Nazizeit Unrecht geschah und die lange Zeit auf eine Wiedergutmachung warten mussten, die dann zum Teil nur halbherzig und unzureichend geschah, sind heute fast vergessen. Ein Jurist, der den Kampf mit den Windmühlen der Nachkriegsjustiz in Deutschland aufnimmt, die in vielen Fällen aus alten Nazis bestand, wäre er nicht historisch belegt, könnte als ein gelungener Kunstgriff verstanden werden.
Aber dem Kampf bleibt der Erfolg versagt, auf jeden Fall endet er mit einem für Juristen sehr bekannten Ende, dem Vergleich. Physisch und psychisch am Ende,kann der Richter seinen Erfolg nicht genießen. Die Narben, die die Ausbürgerung, der Verlust von Frau und Kindern, die Rückkehr und erfolglose Rehabilitation hinterlassen haben, bleiben sichtbare Zeichen des Erlittenen. Der Kampf um eine vollständige Rehabilitation könnte kleinkariert erscheinen, da doch kein Verlust an Leib und Leben zu verzeichnen war. Aber genau hier wird der Roman aktuell. Die kollektive Verantwortung eines Staates für seine Geschichte betrifft eben jeden einzelnen Bürger und erlaubt kein Ausweichen. Es ist der Verdienst dieses Romans, auch die psychischen Verwüstungen sichtbar zu machen, die auch eine Folge des Unrechtssystems der Nazi-Diktatur war.


Dirac: Roman
Dirac: Roman
von Dietmar Dath
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

11 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen kann man so leben, 5. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Dirac: Roman (Gebundene Ausgabe)
Sicher kein Zufall, daß mir bei der Lektüre Adornos „Minima moralia“ in den Sinn kommt, in der er an einer Stelle von dem Blick spricht, der auf das Grauen geht,um im ungemilderten Bewußtsein dieser Negativität, die Möglichkeit des Besseren festzuhalten. Paul, Johanna, Christof, Nicole und nicht zuletzt David wollen nicht erwachsen werden, was sie mir sehr sympathisch macht. Christof, Johanna, Paul und David besuchten dasselbe Gymnasium in der südwestdeutschen Provinz. Wir kennen sie zum Teil schon aus den „salzweißen Augen“. Sie gehören zu den nomadisierenden Intelligenzarbeitern mit teilweise prekären Arbeitsbedingungen, denen Gramscis Hegemoniebegriff sicher präsent, aber schnurzpiepsegal ist. Paul Dirac hält die Geschichte zusammen, die sich auf mehreren Ebenen abspielt, was diesen Roman wohl nicht in die Hitlisten der Bücherbestenlisten bringen. Dazu ist er nicht mainstream und er will es ja auch nicht sein. Eine Biographie über Paul Dirac, "den bedeutendsten englischsprachigen Physiker seit Newton“, so Daths Arbeitgeber in einer Kurzrezension über dieses Buch, ist die Klammer (Wäsche-, nicht mathematisch, ich habe keine Ahnung von Mathematik oder Physik), die die Geschichte zusammenhält. Bestände das Buch nur aus diesen biographischen Skizzen, hätte es seine Leser /innen verdient. Doch die Art und Weise, in der Dath Schülererfahrungen der 80ziger Jahre, die in der lakonischen Brutalität ihrer Darstellung Angst machen, mit dem Weltschmerz einer perspektivlosen Mittdreißiger Generation zusammenbringt, hat so in der Gegenwartsliteratur keine Entsprechung. Die Tatsache, daß man nebenbei auch noch einiges lernt, wie eigentlich oftmals in den Veröffentlichungen von Dath, mag diesen befremden, eröffnet aber eine weitere Ebene der Lektüre.


Das schlafende Grab: Kommissar Türks erster Fall
Das schlafende Grab: Kommissar Türks erster Fall
von Robert Hültner
  Taschenbuch

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wo bleibt die Spannung?, 21. März 2004
Die Figur des Außenseiters ist in Kriminalromanen eine Standardfigur. Wird sie normalerweise in Form diverser Privatdetektivexistenzen eingesetzt, kommt der im polizeilichen Leben gescheiterten, aber dennoch im Dienste des Gesetzes stehenden, Figur eine Sonderrolle zu. Joseph Türk ist so einer. Als degradierter Kriminalpolizist fährt er nun in München Streife, muss sich den neugierigen Fragen seiner Kollegen stellen und kann doch die Ermittlungsarbeit nicht ganz aufgeben.
Selbstredend führt dies zu Konflikten mit früheren Vorgesetzten, deren Ignoranz sprichwörtlich ist und die Sympathien eindeutig bei der Lektüre verteilt.
Die Handlung selber ist nicht sonderlich aufregend: In einem kleinen Zirkus in München wird ein Zirkusartist ermordet, dessen geflohener Artistenpartner für den ermittelnden Beamten sofort der Schuldige ist, auf den sich die Fahndung konzentriert. Türk will die Sache nicht auf sich beruhen lassen; und obwohl er die Kompetenzen eines Streifenpolizisten des Öfteren überschreitet und sich dafür der Kritik von Vorgesetzten und ermittelnder Kripo aussetzt, findet er immer wieder eine Gelegenheit den eigenen Ermittlungen nachzugehen. Natürlich ist er immer im Recht und die ermittelnden Beamten allesamt Dumpfbacken und Ignoranten.
So sympathisch die Figur des Joseph Türk konzipiert ist, so langweilig wird die Geschichte mit der Zeit. Dies hat vor allem seine Ursache in der etwas monotonen und monochrom gehaltenen Story, die nur wenig Überraschungen bietet.
Da hilft es auch nichts, dass der Autor mit einer Vielzahl von Nebenfiguren die Spannungslunte am brennen zu halten versucht oder mit eingefügten Nebenschauplätzen (ein 16jähriger Neffe quartiert sich überraschend bei Türk ein) den Plot auflockert. Es bedarf keiner großen Phantasie mehr, um sich vorzustellen, dass Türk natürlich alles zu einem guten Ende bringen wird. Das er dabei Besserung seinen Vorgesetzten gegenüber gelobt und gleichzeitig dem nächsten Fall entgegen fiebert, versteht sich ebenfalls von selbst.
Die Bezüge zu geschichtlichen Ereignissen in Nazideutschland geben der ganzen Geschichte in meinen Augen einen schalen Beigeschmack. Auch wenn es historische Belege für die etwas konstruierte Geschichte gibt, erscheinen die historischen Konnotationen ein wenig aufgesetzt.


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