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5.0 von 5 Sternen
»Wo der Buchstabe das Wort führt«, 16. Juni 2004
Kurt Weidemann - Schriftsetzer, Typograph, Gestalter, Lehrbeauftragter, Autor, um nur einiges aus seinem Schaffensbereich zu nennen - und wohlgemerkt, Schriftentwerfer der bekannten Mercedes-Type Corporate A, S, E.
Um die Gegenwart besser beherrschen zu können, muß man die Vergangenheit bereits verstanden haben, sagte er einmal. Und wie recht hat er damit, wenn man sich nur bewußt genug umschaut.
Weidemanns »Ansichten über Schrift und Typographie« ist die überragende Quintessenz eines über Jahrzehnte erlebten und selbst reflektierten Berufslebens als Schriftsetzer, Typograf, Autor, Grafik-Designer, Lehrer und Berater.
Die Wandlung in den Aufbruch des digitalen Zeitalters wird in kritisch-süffisanten Beiträgen und mit authentischem Bildmaterial immer hinterfragend dargestellt.
Die bedeutenden Entwicklungen über ein halbes Jahrtausend sind aus der unglaublich reichhaltigen Sammlung des Autors belegt. Vom Bleisatz bis zu den Notationen eines digitalen Zeitalters wird das Wort der Schrift zur Typografie dargestellt.
»Wo der Buchstabe das Wort führt« soll kein Standardwerk sein, und auch kein Werk wissenschaftlicher Gründlichkeit und Rechenschaft oder zu erwartender Vollständigkeit.
Und doch bringt es eine so klare Botschaft mit sich, die weitaus mehr bewirken kann, als ein lückenloses Lehrbuch:
Allem voran, beschreibt Weidemann die Typographie als die Kunst des feinen typografischen Maßes. Es ist ihr alleiniges Ziel, die Sprache in angemessener Form sichtbar, lesbar und verstehbar zu machen.Dem sei hinzugefügt, daß Weidemann nicht zum krampfhaften Erhalt des Gestrigen verhelfen will, sondern dem Zukünftigen etwas davon wissen zu lassen.
Dieses Buch ist schon heute ein wertvoller Klassiker, wenn nicht Das Über-Typografiebuch schlechthin - unter den unzähligen Nachschlagewerken und sollte nun wirklich in keiner ambitionierten Büchersammlung fehlen.
Dieser großvolumige, prachtvoll ausgestattete Band ist ein üppiges Bilder- und Lesebuch, ein Blätterbuch und ein Denkbuch. Und es ist vor allem ein Glücksfall und gleichzeitig seltener Stern am typografischen Firmament.