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Rezensionen verfasst von
Klein
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fromm! Die Einladung, das Katholische wieder mit allen Sinnen zu erleben
fromm! Die Einladung, das Katholische wieder mit allen Sinnen zu erleben
von Elisabeth von Thurn und Taxis
  Taschenbuch

27 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nicht das hellste Perlchen im Rosenkranz, 11. Januar 2010
Eine der erstaunlichsten Neuerscheinungen des Jahres 2009 hielt der fe-medienverlag in Kißlegg im Allgäu für seine Leser bereit. Unter dem Titel "fromm!" erteilt die jugendliche Autorin Elizabeth von Thurn und Taxis die "Einladung, das Katholische wieder mit allen Sinnen zu erleben" - so der Untertitel der knapp 200-seitigen Kleinform. Die Einladung wird darauf ausgedehnt, die Beichte gleiche einem Frühstücksei (sic!) als einen "Genuss, den man ruhig öfters mal konsumieren" (S. 16) dürfe, oder den Rosenkranz als "Vitaminbombe für die Seele" (S. 43) zu betrachten. Angesichts solcher Blüten erscheint die provokante Frage angemessen, wie viele Schritte man in den Kreisen des Hochadels benötigt, um sich, wenn schon nicht gekonnt, so doch charmant von "fromm!" zu "dumm!" zu bewegen.
Man mag sich die Frage nach dem Leserkreis stellen: Die sog. junge Generation dürfte die Publikation wohl kaum vom (nicht einmal vom gut-katholischen) Hocker reißen, führen doch die zahlreichen Wegweiser zur tridentinischen Messe zu einem Konservatismus, der - außerhalb einiger einschlägiger Priesterseminare - den jungen Menschen unverständlich erscheinen muss. Dem konservativen Katholiken hingegen, sofern er auch nur ein Mindestmaß an theologischer Bildung genossen oder sich angeeignet hat, dürfte Frau Thurn und Taxis' Frühstückseifrömmigkeit zum verzweifelten Griff an den eigenen Kopf verleiten. Kaum eine christliche Glaubenswahrheit, kaum ein Element des katholischen Kultus, das hier nicht vollkommen fehlgedeutet wird. Erfreulich ist lediglich, dass die Autorin mit ihrem Büchlein wahrscheinlich nicht viel Schaden angerichten kann (vom Schmerz der gefällten Bäume, die dafür als Papier herhalten müssen, einmal abgesehen), dafür ist es viel zu unbeholfen geschrieben, so dass die Lektüre (soll es denn eine lohnende sein) maximal zur Lachnummer verkommen mag. Denn, sind wir doch mal ehrlich, ob der Rosenkranz-Vitaminbomben, der Frühstückseibeichte oder dem ausgesprochen amüsanten Kapitel zur Mundkommunion (in dem wir erfahren, dass Frau Thurn und Taxis offensichtlich unter "schwitzenden Händen" leidet, ansonsten aber recht hygienebewusst sei) kann man sich ein selig-verklärtes Lächeln auf den Lippen dann doch nicht verkneifen. Somit hat das Büchlein sich zumindest dafür auch seinen Stern verdient.


Deutsche Literaturgeschichte: Von den Anfängen bis zur Gegenwart
Deutsche Literaturgeschichte: Von den Anfängen bis zur Gegenwart
von Wolfgang Beutin
  Gebundene Ausgabe

45 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leider viele Fehler, 25. September 2005
Metzlers Literaturgeschichte wartet mit einem schönen übersichtlichen Design und vielen Abbildungen auf, auch wenn diese manchmal ausführlicherer Bildunterschriften bedürfen würden. Die Texte sind knapp verfasst, aber durchgehend sehr gut lesbar - sie bieten eine Fülle an Informationen.
In der Tat krankt der Überblick an zu ausführlichen historischen Einschüben. Solche wären wohl zu beginn eines jeden Kapitels separat besser gewesen. Auch stören vielleicht die vielen vielen Wiederholungen einzelner Fakten/Werke. Es scheint, dass die Autoren der versch. Kapitel vor dem Schreiben nur wenig Rücksprache gehalten haben.
Leider wirklich ärgerlich sind in den - eh schon zu kritisierenden - historischen Einschüben unverzeihbare "hammerharte" Fehler (z.B. Kaiserkrönung Karls des Großen in Aachen statt Rom). Dies mindert den Wert dieses ingesamt doch sehr seichten Überblicks erheblich.
Letzter Kritikpunkt: Im Kapitel zur mittelalterlichen Literatur (fast vermessen, diese in einem Kapitel abzuhandeln...) sind zahlreiche mittelhochdeutsche Textbeispiele eingeschoben. Völlig willkürlich werden manchmal Inhaltsangaben nachgeschoben, aber gerade die Zeilen, "auf dies es ankommt", die komplizierte Wendungen enthalten, bleiben nicht erläutert (i.e. unübersetzt) und lassen einen im Mittelhochdeutschen nicht geschulten Leser vermutlich sehr sehr ratlos zurück.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 10, 2010 2:07 AM MEST


Grundwortschatz Deutsch - Türkisch. Wortlisten, Kurztexte, Übungen
Grundwortschatz Deutsch - Türkisch. Wortlisten, Kurztexte, Übungen
von Werner Roose
  Broschiert

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Überarbeitungsbedürftig, 27. November 2004
Man kann Vermutungen anstellen, ob dieses Buch für die Autoren wohl viel Arbeit bedeutet hat. Es sieht eher nicht so aus. Ein deutscher Grundwortschatz (übernommen von Plickat) wurde relativ stupide ins Türkische übersetzt, die Einleitungstexte sind in einem Deutsch geschrieben, das so niemand sprechen würde - und die Übungen gehen und gingen wohl leider auch am Nerv der Zeit vorbei. Eine ganz und gar sinnlose Anschaffung.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 28, 2013 10:20 AM CET


Augustus
Augustus
von Marion Giebel
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,50

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine ausgezeichnete Biographie, 17. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Augustus (Taschenbuch)
Kaiser Augustus ist im Laufe der Geschichte nicht gut weggekommen: durchforscht man sein "Pax-augusta-Saubermann-Image", so erscheint er uns in der heutigen Zeit als Diktator in einem totalitären System und nicht mehr als der ideale Herrscher, als den man ihn noch im Mittelalter gesehen hat.
Marion Giebels Biographie will nicht beschönigen. Sie zeigt aber eindrücklich, dass dieser Mann - mit den denkbar ungünstigsten Vorraussetzungen - seinen Weg gemacht hat - sicherlich ist er im wahrsten Sinne des Wortes dabei auch über Leichen gegangen. Doch nach der Lektüre sieht man Augustus in einem - jedenfalls für mich - neuen Licht, als unglaublich geschickten Staatsmann, der nahezu immer zur richtigen Zeit das richtige getan hat.
Marion Giebel schreibt diese Biographie - wie auch ihre anderen Bücher, z.B. die Sappho-Monographie - mit einem unglaublich guten, treffsicheren Stil. Ihre Formulierungen sind brilliant, sie holt das bestmögliche aus der Thematik heraus - nach der Lektüre hat man wirklich das Gefühl, "etwas neues erfahren zu haben".
Absolut empfehlenswert!


Die Pest
Die Pest
von Albert Camus
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einen tiefen Einblick..., 17. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Die Pest (Taschenbuch)
...in die menschliche Psyche gibt Albert Camus mit "Die Pest". Wie kann sich der Mensch, das Individuum, gegenüber der Gemeinschaft verhalten. "Wie kann" - nicht "wie muss", das Buch ist niemals dogmatisch-kompromisslos, kein einzelner in dieser Krisensituation, die sich in der algerischen Hafenstadt Oran abspielt, wird über die Masse seiner Mitmenschen erhoben, so wie auch keiner "verdammt" wird. Die Pest - der Ausnahmezustand - macht alle gleich. Arzt, Richter, Jounralist, Selbstmörder, keiner kann und will über die Handlungen des anderen richten.
Die ganze Geschichte ist in einer sanften, flüssigen, stellenweise - der Härte der Ereignisse zum Trotz - fast apathischen Sprache geschildert. Ein Buch zum immer-wieder-lesen.


Äolische Erde: Roman einer griechischen Kindheit (insel taschenbuch)
Äolische Erde: Roman einer griechischen Kindheit (insel taschenbuch)
von Ilias Venesis
  Taschenbuch

25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Traumhaft traurig, 16. November 2002
Venesis ist kein junger Schriftsteller Griechenlands. "Eoliki gi", Äolische Erde erschien bereits in den 40er Jahren. Erst jetzt fast 60 Jahre später, wurde der Roman außerhalb der Grenzen Griechenlands berühmt. Trotzdem schreibt Venesis verblüffend modern, metaphorisch, stellenweise wie ein surreales Traumbild in einer unwirklichen Welt über eine nur allzu wirkliche, grausame Realität.
1922 werden nach nicht minder grausamen Kampfhandlungen, von denen das Buch, die Geschichte, fast unberührt bleibt, die kleinasiatischen Griechen, die Bewohner der Westküste der Türkei, des Landstriches Äolien, das Land, in dem schon Herodot, Sappho und (womöglich) Homer gelebt hatten, im Austausch mit den auf den Inseln lebenden Türken, umgesiedelt. Die dort gut eingebürgerten Menschen, reisen einem ungewissen Schicksal entgegen, da sind der kleine Petros, der eine unbeschwerte Kindheit genossen hat, seine Schwestern, die Großmutter und der Großvater, die ein großes Gut verloren haben. Auf der Ägäis, auf einem Auswandererschiff endet Venesis' Roman. Der Großvater hat einen kleinen Haufen Erde mitgenommen, äolische Erde, um in der Fremde, im unbekannten Griechenland, an die verlorene Heimat erinnert zu werden...


Lotte in Weimar: Roman
Lotte in Weimar: Roman
von Thomas Mann
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Thomas Mann [verhältnismäßig] light, 16. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Lotte in Weimar: Roman (Taschenbuch)
"Lotte in Weimar" verbindet zwei Typen Mannscher Schreibkunst: In eine einfache Geschichte, die, wenn sie mal dahinplätschert, dieses leicht und unglaublich flüssig tut, liegen Unterhaltungen eingebettet, Mono- und Dialoge, ähnlich wie in "Tonio Krüger", die man grob gesagt "philosophisch" nennen kann. Durch die ansprechende "Rahmenhandlung" wird aber dieser, für Thomas Mann so typische, philosophisch-artifiziell gestaltete Monologteil nie langweilig. "Lotte in Weimar" ist - im Gegensatz zu vielen anderen Romanen Manns - wieder ein Buch, eine Geschichte zum Mit-"Fühlen". Wenn man mit Lotte, der Charlotte Buff aus Goethes Werther, der Begegnung mit dem alt gewordenen Geheimrat entgegenfiebert, kann die Distanziertheit der Monologie niemals ferner sein.
Ein erfrischender und trotzdem nicht "leichter" Mann-Roman.


Witwe für ein Jahr
Witwe für ein Jahr
von John Irving
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,90

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach herrlich..., 16. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Witwe für ein Jahr (Taschenbuch)
... wieder mal Irving. Wieder mal hunderte von Seiten auf zwei Nächte durchgelesen. Wieder mal mitgelacht und mitgezittert. Wieder mal beim Zuklappen nach der letzten Seite ein leicht melancholisches Gefühl: "Leider war's das schon wieder". Wieder mal ein gutes Buch zum immer-wieder-Lesen.
Es wäre zu verwirrend, die Handlung von "Witwe für ein Jahr" wiederzugeben. Das Leben von vier mehr oder minder erfolgreichen Schriftstellern (Ted und Marion Cole, ihre Tochter Ruth [die Hauptperson] und Eddie, Teds Assistent, Marions Geliebter und Ruths bester Freund) wird beschrieben.
Einziger Kritikpunkt: ich finde das Ende etwas zu kurz geraten. Irving nimmt sich viel Zeit, um Kleinigkeiten zu erklären, er hätte die letzten zehn Seiten ruhig etwas ausführlicher gestalten können.
Trotzdem: Meiner Meinung nach das beste Irving-Buch überhaupt!


The Fourth Hand
The Fourth Hand
von John Irving
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,76

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Lahme Story mit kleinen Glanzlichtern, 16. November 2002
Rezension bezieht sich auf: The Fourth Hand (Taschenbuch)
"Great Expectations", um es mit Dickens zu sagen, weckt Irving mit den ersten Kapiteln seines neuen Romans "The Fourth Hand". Patrick Wallingford, Reporter bei einem "seichten" Nachrichtenkanal, wird auf der Suche nach Sensationen in einem indischen Zirkus die Hand abgebissen. Ein Arzt kämpft mit Exfrau, Hund und dessen Hinterlassenschaften. Unbeabsichtigter Selbstmord eines Bierkutschers. Handamputation mit Besuchsrecht.
Irvings erste Kapitel sind wirklich erfolgsversprechend, sie scheinen ein Garant für einen "wieder-mal-umwerfenden" Roman zu sein. Doch leider ebbt die Ironie, die Flüssigkeit, die Irvings Romane ausmacht, mit Fortschreiten des Buches immer mehr ab. Doch trotzdem fehlen gewisse "kleine" Glanzlichter auch im hinteren Teil des Buches nicht, die es zu einer "netten" Lektüre machen. Sicherlich kein Buch, von dem man nicht genug bekommen kann, wie "Witwe für ein Jahr" oder "Das Hotel New Hampshire". Auch nicht nachdenklich wie "Owen Meany". Alles in allem eben doch etwas "schwächer". Leider.


Mein irisches Tagebuch
Mein irisches Tagebuch
von Ralph Giordano
  Taschenbuch

15 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Was will er nur...?, 10. September 2002
Rezension bezieht sich auf: Mein irisches Tagebuch (Taschenbuch)
Selten habe ich mich durch ein Buch so quälen müssen - Ralph Giordano weiß da nicht so recht, was er eigentlich will - Reiseführer, Geschichtsbuch, "heitere Anekdotensammlung" oder Reisetagebuch. Von allem spielt etwas hinein, doch kommt letztendlich nichts davon zur Vollendung, wer einen Reiseführer will, ist wohl bei DuMont oder Baedeker besser beraten, ebenso sollten historisch Interessierte in der Buchhandlung lieber noch ein Regal weitergehen. Die Reminiszenz an Böll - das muss man Giordano lassen - teilweise ganz nett ausgeführt, doch letztlich wieder unvollständig, zumal er ja sich von der Intention, ein neues Böll-Tagebuch zu schreiben, distanziert. Alles in allem wohl nur ein Buch für Irland-Süchtlinge.


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