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Rezensionen verfasst von
Wisp

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Ende
Ende
von David Monteagudo
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Packend, evokativ, stimmungsvoll, aber nicht frei von Schwächen, 1. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Ende (Taschenbuch)
Ein jeder Mensch erlebt im Laufe seines Daseins kleinere oder tief greifende Umbrüche. Lebensabschnitte, die zu Ende gehen; Wege die sich trennen. Ob Schulabschluss, Hochzeit oder der Verlust eines wichtigen Menschen – eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind Markierungen auf der individuellen Zeitleiste, die einem bei intensiverer Auseinandersetzung die Endlichkeit des Selbst und der Dinge ins Bewusstsein rufen. David Monteagudo nimmt dies als Ausgangspunkt für seinen Debütroman, indem er die einstmals getrennten Pfade seiner Protagonisten nach mehr als zwanzig Jahren wieder zusammenführt.

Dabei gelingt Monteagudo der Einstieg zunächst weniger überzeugend – oder in anderen Worten: Der Anfang vom 'Ende' ist plump geraten! Dialoge in den frühen Kapiteln klingen so, als werden sie nur zur Information des Lesers geführt. Und auch sympathisch wollen einem die handelnden Personen vor allem zu Beginn der Erzählung nicht werden.
Hat man diese Unannehmlichkeiten überwunden, entwickelt die Geschichte eines für alle unerwartet verlaufenden Zusammentreffens jedoch immer mehr Sogkraft. Die Rätselhaftigkeit des Plots übertrumpft fortan eindeutig die Schwächen auf Seiten der beteiligten Figuren.

Monteagudos Schreibstil ist simpel und direkt, wartet aber immer wieder auch mit wirkungsvollen Vergleichen, detaillierten Beschreibungen und starken Bildern auf. Die Vorstellungskraft wird in Hochleistung versetzt und vor dem geistigen Auge bauen sich teils beeindruckende Szenen auf – sie sind geradezu prädestiniert für eine Verfilmung.
Getrübt wird dieser Umstand hin und wieder dadurch, dass der Autor stellenweise – ähnlich wie in den Anfangskapiteln – nicht gerade subtil vorgeht, was beispielsweise Ausdruck und Informationsvergabe angeht. Abgesehen vom Holzhammer halten im letzten Drittel durchaus kleinere Längen Einzug. Insgesamt entsteht auch der Eindruck, dass Themen wie Freundschaft, Liebe und Schuld möglicherweise zu sehr an der Oberfläche bleiben.

Die Verknüpfung zwischen Zeit und Endlichkeit, die ebenso logisch wie notwendig ist (nur vor einem linearem Zeitverständnis wird ein "Schluss", "Abbruch" oder "Einschnitt" erst möglich) findet man in verschiedenen Aspekten wieder. Nicht nur in der Reflexion der alten Schulfreunde über "damals" und "heute" aufgrund der dazwischen liegenden Zeitspanne. Natürlich ebenfalls in den unzähligen durchquerten Straßen, die hier wohl sinnbildlich für den Lebensweg stehen. Wohl nicht umsonst bleiben als stiller Zeuge des verhängnisvollen Ereignisses alle Uhren stehen. Und sind es nicht Dinge wie die imposante Schlucht, die die Gruppe durchwandert; die am Tage allgegenwärtig auf die Beteiligten niederbrennende Sonne oder die Sterne im Nachthimmel, die überhaupt erst Anlass zum gesamten Treffen gegeben haben, die im Vergleich zum Menschen etwas "Ewiges" haben und wiederum dessen Vergänglichkeit unterstreichen?

Ob dies und jenes wirklich so vom Autor bedacht und konzipiert wurde, ist natürlich wie immer rein spekulativ, letztendlich aber komplett irrelevant. Alles in allem bietet der spanische Genremix dem Leser einiges, leistet sich jedoch dabei Schönheitsfehler. Festzuhalten bleibt, dass 'Ende' immer dann am meisten überzeugt, wenn es inhaltlich unkonkret und diffus bleibt, statt dem Leser alles unter die Nase zu reiben. Monteagudos Roman ist somit ein Beispiel dafür, dass Ursprung einer Erzählung stets der Autor ist, Sinn und Bedeutung aber erst durch den Leser hergestellt werden. Punkt. Aus. Ende.


Drukqs
Drukqs
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Klanguniversum zwischen Beklemmung, Lärm und gläserner Zerbrechlichkeit., 6. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Drukqs (Audio CD)
Auf den ersten Blick wirkt Aphex Twins (bislang leider immer noch) letztes Album chaotisch, zuweilen fast konzeptlos. Man könnte es auch anstrengend nennen. Doch man wird diesem Werk mit so einer vorschnellen Zuschreibung keineswegs gerecht. "Drukqs" ist nicht nur Richard D. James möglicherweise experimentellstes Album, es ist ebenfalls das stilistisch vielfältigste seines bisherigen Schaffens. (Semi-)klassische Klavierstücke ("Avril 14th", "Hy a Scullyas lyf a dhagrow") wechseln sich ab mit wahnwitzig verschachtelten Breakbeat-Orgien ("Cock/Ver10", "Ziggomatic 17") und obskuren Ambient-Tracks bzw. Geräusch-Experimenten ("Gwely Mernans", "Gwarek 2"), aber selbst diese Dreiteilung ist nur eine bemühte Unterscheidungshilfe von mir, die die Breite des Spektrums nur unzureichend repräsentiert. Dem Repetitiven als Mittel populärer Musik hat Aphex Twin hier zwar nicht vollständig abgeschworen, doch minutenlange Monotonie ist seine Sache nicht, lässt er insbesondere auf "Drukqs" vielmehr seinen unzähligen Ideen freien Lauf. Musik, die sich in ständiger Bewegung, Veränderung, Entwicklung befindet, unberechenbar bleibt.

Trotz allem wirkt "Drukqs" für mich wie eine kohärente Einheit. Eine eigenartige Klangwelt, in der alles durcheinander geht und dennoch perfekt zusammenpasst. Wie ein Ökosystem, das nur im Zusammenspiel des scheinbar Widersinnigen und Gegensätzlichen funktioniert. Noch nie zuvor lagen bei Aphex Twin das Fragile, Schwelgerische und das Destruktive, Aggressive so dicht beieinander. Wunderschöne Melodien treffen auf kompromisslos hämmernde Drumprogrammierungen und abgefahrene Samples. "Omgyjya-Switch 7" peitscht rund eine Minute lang bis an die Schmerzgrenze, ehe sich nach und nach eine fast schon bizarre Erhabenheit entfaltet, die immer wieder mit den abgehackten Rhythmen kontrastiert.

Obwohl ruhige Harmonien und Humor nicht fehlen, assoziere ich persönlich "Drukqs" immer mit Melancholie, Zweifel, innerer Konfusion und Einsamkeit. Musik, die man alleine hört, für sich selbst. Die Leichtigkeit des "Richard D. James Album" ist gewichen.
Der Sound ist enorm komplex und steckt voller Details. Müsste ich aus der paradox-homogenen Gesamtheit der beiden CDs einzelne Kompositionen besonders herausheben, würde ich mich für das experimentelle Piano-Solo "Jynweythek Ylow" entscheiden, sowie für das gleichermaßen überwältigende wie unheimliche IDM-Stück "Vordhosbn" und den verbreakten Acid mit dem Titel "Meltphace 6".
Zeitlose Musik ist Aphex Twin gelungen. Man kann nur hoffen, dass bald endlich mal ein Nachfolger erscheint.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 4, 2014 1:12 AM CET


Access All Arenas
Access All Arenas
Preis: EUR 20,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rohe Energie und Tanzwut pur!, 17. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Access All Arenas (Audio CD)
Das letzte Studioalbum der Franzosen hatte sich ja für Viele als etwas schwer verdaulich herausgestellt. Kein Wunder, folgte auf "†", das ebenso epochal dröhnte wie es nach leichtfüßiger Retro-Disco klang, mit "Audio. Video. Disco." ein ausgewiesen poppiger Nachfolger im Modus altmodischen Arena-Rocks. Es kostete einiges an Gewöhnung, um festzustellen, dass Justice im Grunde aber ein solides Werk hingelegt hatten. Dieses kam als Nebeneffekt zwar deutlich massenkompatibler daher, erwies sich bei genauerer Betrachtung jedoch als durchdachte Umsetzung eines neuen künstlerischen Konzepts. Trotzdem wurde man das Gefühl nie los, dass Justice sich merkwürdig selbst zügeln würden und ihre wahren Stärken nicht ausspielen.

Und genau das ändert sich zum Glück bei diesem Live-Album. Wo die Hits von "Audio. Video. Disco." manchmal zu glatt und konventionell geblieben sind, werden sie bei "Access All Arenas" mit gewohnter Energie und Zestörungsfreude wieder auseinandergeflückt oder mit neuen Ecken und Kanten angereichert. Die grandiose Live-Version von "Civilization" ist der beste Beweis.
Justice sind hier voll in ihrem Element und lassen das raus, was vorher noch unterdrückt wurde: Glitch, Distortion, aggressive Spannungsbögen etc., aber ohne dabei zu unmusikalisch zu werden.

Natürlich sind auch die Klassiker von "†" und das obligatorische "We Are Your Friends" dabei, aber nicht einfach so, wie man es von alten CDs oder Auftritten kennt. Es handelt sich um neuarrangierte und ineinander-gemixte Fassungen wie z.B. der verzerrten Uptempo-Interpretation von "D.A.N.C.E" inklusive Piano-Intro.
Auch das unterscheidet Justice von vielen Bands, die nur routiniert bis gelangweilt ihre berühmten Hits runterspielen. Es ergibt sich ein Spannungsverhältnis zwischen dem bereits Bekannten und neuen Impulsen, zumal die Übergänge auch häufig völlig unerwartet kommen. Tipp: Tracklist einfach mal weglegen und nur zuhören.

"Access All Arenas" ist eine mitreißende Live-CD, bei der Justice eindrucksvoll ihr Können demonstieren: die Mischung aus Ohrwürmern und energiegeladenem Electro-Geknarze.


Tomorrow's Harvest (Limited Edition inkl. Kunstdrucke)
Tomorrow's Harvest (Limited Edition inkl. Kunstdrucke)
Preis: EUR 19,14

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn die Ernte von Morgen nur kalte Erde hervorbringt..., 16. Juni 2013
Boards of Canada sind einzigartig. Ihr nostalgisch anmutender Downtempo- und Ambient-Sound war schon immer weit weniger sperrig, verstörend und ein Stück weit auch berechenbarer als der vieler anderer Experimentalelektroniker wie z.B. den Labelkollegen Aphex Twin oder Autechre. Sogar als unbefangener Mainstream-Hörer wird man nicht unbedingt sofort abgeschreckt auf diese eher ruhigen Klangwelten reagieren. Aber seichte Chill-Out-Beschallung ist "Boards of Canada" niemals gewesen. Neben der enormen Detailverliebtheit ist es diese besondere Stimmung, die vielerorts mit Begriffen wie psychedelisch, erhaben oder transzendental umschrieben wird, sich aber mit Worten eigentlich kaum wiedergeben lässt. Immer wieder herausragend ist die Ambivalenz und Vielschichtigkeit der ausgelösten Emotionen - man ist hin- und hergerissen zwischen Umbeschwertheit, Meditation und Melancholie. Manchmal klingt die Musik wie nicht von dieser Welt, gleichzeitig irgendwie doch zutiefst menschlich.

Auf "Tomorrow's Harvest" klingen BoC weniger verspielt und im Gegenzug pessimistischer als je zuvor, behalten aber trotzdem ihren unverkennbaren Stil bei. Das Album lässt an die Vergänglichkeit des Menschen denken, evoziert ein Gefühl der Verlassenheit und transportiert diffuse Weltuntergangsstimmung. Eine Endzeit, die jedoch tief im Inneren stattfindet und das übliche Doomsday-Spektakel ganz außen vor lässt.

Während einige der älteren Stücke trotz superber Atmosphäre hin und wieder leicht in Gefahr gerieten, nach einer Weile bloß daher zu plätschern, zieht sich eine eine dichte Dramaturgie durch "Tomorrow's Harvest".
Das beste Beispiel dafür ist die großartige Vorab-Single "Reach for the Dead". Progressiv im Aufbau, kristalliert sich erst ab ungefähr der Hälfte langsam die Synth-Melodie aus dem Hintergrund heraus, bevor der Beat einsetzt und das Ganze nach mehr als zwei Dritteln zu seinem Klimax gelangt. Ein Track, der viel zu schnell vorbei ist, ein absolutes Meisterwerk!
Highlights sind auf alle Fälle auch das ungewöhnliche "Jaquard Causeway" mit seinem träge scheppernden Beat und epischen Flächen sowie "Cold Earth", dessen Breakbeats das Prädikat göttlich verdienen. Sowieso gibt es hier wenig, das nicht begeistert. Auch die Interludes machen im Kontext unbestreitbar Sinn.
"Nothing Is Real" als einer der seltenen optimistischen Ausreißer wirkt so, als wäre ein Ausweg vor dem Niedergang der Zivilisation nur noch in der Negation der Realität zu erreichen.
Schließlich sind es dann "Come To Dust" und "Semena Mertvykh", die den eben verdrängten Weltschmerz wieder heraufbeschwören und keinen Zweifel an einem bitteren Ende lassen.

Gewiss bleibt ebenfalls, nachdem man aus dieser betörenden Trostlosigkeit entlassen wurde, dass dieses Album wie aus einem Guss wirkt. Die Konzeption gefällt mir hervorragend und es ist nicht zuletzt diese Geschlossenheit, wegen der ich "Tomorrow's Harvest" verglichen mit seinen Vorgängern für mindestens ebenbürtig halte. So ruhig und schön ist die Welt wohl nie untergangen.


Kick-Ass
Kick-Ass
DVD ~ Aaron Taylor-Johnson
Preis: EUR 5,54

14 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Fehltritt, nicht Arschtritt, 26. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Kick-Ass (DVD)
Wenn das beste an einem Film der mittelprächtige Prodigy-Track als Titelmusik ist, kann es um das restliche Werk nicht besonders gut stehen...

"Kick Ass" ist mal wieder so ein überhypetes Produkt, dass jedoch nicht mal Mittelmaß erreicht. Diese innovationsversessenen Journalisten und Kritiker sind natürlich wieder sofort verzückt, wenn jemand mit einem Drechbuch um die Ecke kommt, das ansatzweise originell klingt, doch was bringt schon eine halbwegs nonkonforme Idee, wenn sie wie in diesem Fall letztendlich total konventionell und einfallslos umgesetzt wird, und daraus nicht mal ein funktionierender 08/15-Film entsteht?

Als überdrehte Parodie auf "Spiderman" und Co. ist der Film viel zu witzlos, träge und eindimensional, wirkt gezwungen und künstlich auf absurd getrimmt. Von einer Persiflage ist der Film einfach meilenweit entfernt, festgefahrene Strickmuster aus dem Comicfilm-Genre werden in keinster Weise reflektiert, sondern eher noch bestätigt.
So aber muss man sich abwechselnd auch noch durch abgedroschene, "American Pie"-ähnliche Teeniefilm-Handlungsmuster und eine langatmige und ziemlich vorhersehbare, halbernst gemeinte Möchtegern-Story kämpfen, die vor Klischees nur so überläuft.
Fließband-Actionszenen, Billigeffekte und pubertäre Sprüche sind da einfach zu wenig...
Darüber hinaus dürfte die Halbwertszeit des Streifens bei all der schnelllebigen Verwurstung von "YouTube", "Facebook" und was weiß ich nicht alles, schnell überschritten sein.

Wer aber schon Lachkrämpfe bekommt, wenn kleine kostümierte Mädchen von Erwachsenen angeschossen oder Erwachsene von kleinen kostümierten Mädchen zu Brei geballert werden, weil das ja so megakrass politisch-unkorrekt und "Anti-Mainstream" ist, der dürfte bei dieser stumpfen Superhelden-Klamotte prächtig unterhalten werden.
Kommentar Kommentare (13) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 6, 2010 6:56 PM CET


Kein Titel verfügbar

4.0 von 5 Sternen Derb!, 23. August 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Titel und Cover sprechen für eine mittelalterliche Klangkulisse, doch weit gefehlt! Hier trifft man allerhöchstens auf Jedi-Ritter...
"Knight Time" ist eine Produkion der Richtung Dark Drum & Bass mit Zitaten aus Science Fiction-Filmen und härteren Midtempo-Beats.

Beim minimalistischen Titelstück wird "Predator II" zitiert und der Hörer von wilden Tieren angefaucht. Für "Dark Wars" hat man direkt das halbe Krieg der Sterne-Universum ausgeschlachtet, Laser-Schwerter und Darth Vader Samples fliegen einem um die Ohren. Mit großem Erfolg: Das Ding haut mächtig rein! "The Curse" setzt ganz auf seine genial bösartige Distortion-Basslinie, die alles zermalmt was ihr in die Quere kommt. Als Letztes wurde dann noch mal der dritte Track zur gelungenen Dubstep-Version geremixed.

Insgesamt eine sehr gelungene EP von Unknown Error. Wer auf dunklen Drum & Bass mit einem Schuss Wahnsinn steht, ist hier richtig aufgehoben.


Divided By Night
Divided By Night
Wird angeboten von hang-loose-records
Preis: EUR 18,68

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das Cover täuscht..., 15. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Divided By Night (Audio CD)
Divided By Night ist quasi der zahme Nachfahre von New Orders "Blue Monday" und anderen verwandten Kulthits dieser Ära. Ein bisschen wirkt es so als wäre man mit diesem Album in der falschen Zeit gelandet, nämlich dreißig Jahre zurück in der Vergangenheit.

Wer jedenfalls Breakbeats im typischen TCM-Style sucht, der ist hiermit leider nicht wirklich gut beraten. Auf der neuen CD legen The Crystal Method sehr viel Wert auf sanfte Melodien, Gesang und ruhige Arrangements, weswegen das Teil wie ein kompletter Gegenentwurf zum schnörkellos-bombastischen Vorgänger "Legion of Boom" von 2004 daherkommt und die Fanbase definitiv spaltet!

Ja, stimmt - die Stücke sind sauber produziert, haben nette Melodien und man findet hin und wieder auch einige gute Momente, doch insgesamt kann ich den kritischen Stimmen durchaus zustimmen, dass Divided By Night mehr Rück- als Fortschritt ist. Dem Vorwurf der Einfallslosigkeit enzieht sich das Album nur deswegen, weil es wieder so retro ist, dass man es als Konzept bezeichnen kann. Mit "Drown in the Now" haben die Beiden zwar sogar einen echten Hit geschaffen - allerdings nur für diejenigen, die auf die Mischung aus Synth-Pop und Hip-Hop stehen...

Kennste alles schon aus den 80ern!


Terminator: The Sarah Connor Chronicles - Die komplette zweite Staffel [6 DVDs]
Terminator: The Sarah Connor Chronicles - Die komplette zweite Staffel [6 DVDs]
DVD ~ Lena Headey
Wird angeboten von Prestivo2
Preis: EUR 30,38

88 von 91 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Präapokalyptische Sinnsuche, 19. Februar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mit der zweiten Staffel der "Sarah Connor Chronicles" hat Serienerfinder und Drehbuch-Autor Josh Friedman sein persönliches Meisterstück geschaffen. Eine Serie, die wirklich unter die Haut geht.

Genau wie schon in der überzeugenden ersten Staffel, versucht die Serie nicht einfach das Prinzip der alten Terminator-Kino-Klassiker im TV-Format zu kopieren, sondern passt die Vorlage bestmöglich an das Medium Fernsehen an. Man fokussiert sich auf Stärken und terminiert potentielle Schwächen souverän bevor sie entstehen. Sorgsam und mit einer Menge Tiefgang werden Konflikte über viele Folgen hinweg aufgebaut, viel Zeit für Zwischenmenschliches eingeräumt und immer wieder anekdotenreiche, philosophisch angehauchte Episoden erzählt, während auf effekthascherische Standart-Dramaturgien und plakative, auf kurzzeitige Abend-Unterhaltung ausgelegte Stories kein Wert gelegt wurde. Gelobt werden muss auch das Ausbleiben von jeglicher übertriebener Melodramatik oder Pathos, obwohl es sich hier leicht angeboten hätte.

T:TSCC ist eine beklemmende Untergangsstudie, die zwar relativ wenig mit der Kinoreihe zu tun hat, jedoch über weite Strecken die gleiche Intensität und hoffunglose Stimmung wie Terminator, Teil I und II, mitbringt. Außerdem ist genug Klasse und Eigenständigkeit vorhanden, um locker für sich allein stehen zu können und sich nicht ständig Vergleiche mit James Camerons Filmen gefallen lassen zu müssen, da nicht einfach nur simple Geldmacherei dahinter steckt, sondern die Serie als ganzes durchdacht konzipiert ist.

Doch leider ist die Serie trotz ihrer hohen Qualität schon längst abgesetzt und obwohl immer noch vereinzelte Gerüchte über eine Verlängerung im Raum stehen, während ich hier schreibe, so schätze ich die Wahrscheinlichkeit auf eine dritte Staffel nur vernichtend gering ein... Sei's drum - was die zweite Season zu bieten hat, ist teilweise einfach exzellent.
Die Folgen regen zum Denken an, platzieren eine Reihe interessanter mythologischer Bezüge und befassen sich mit bedeutsamen Themen wie z.B. der Unausweichlichkeit des Todes, Bewusstseinsentwicklung von künstlicher Intelligenz oder dem Umgang mit der Bürde des Auserwählten.
Eine ernste, deprimierende und packende Serie mit unglaublich hoher Sogwirkung, die den Zuschauer aufgrund der Intensität des Dargebotenen in eine Schockstarre versetzt. TSCC zieht einen in seinen Bann, ist unfassbar zermürbend und atmosphärisch bedrückend.
Insbesondere in den letzten Folgen steigert sich die hintergründige Spannung so extrem, dass man es kaum aushält - wohlgemerkt ohne, dass dafür auch nur eine einzige Action-Sequenz notwendig wäre!

Action wird hier aber sowieso nicht großgeschrieben und glücklicherweise eher sparsam eingesetzt, da es einer TV-Serie eh nicht möglich gewesen wäre, dicke Zerstörungsorgien von der Leine zu lassen. Spezialeffekte sind ok, aber nicht der großen Rede wert. Von daher gar nicht schlecht, dass man sich das Potential für andere Gesichtspunkte aufspart. Wenn es denn kracht, dann in unterschiedlicher Qualität. Das Geschubse in den Nahkämpfen wirkt immer noch etwas unbeholfen, die Schieß-Szenen sind solide bis ganz gut, im Finale gibt es aber einen richtig großartigen Shoot-Out, der an Terimantor 1 angelehnt ist.

Season 2 ist sehr charaktergetrieben sowie dialoglastig und kostet das dementsprechend voll aus, trifft dabei allerdings immer genau den richtigen Ton, ohne in ein lächerliches Daily Soap-Muster zu verfallen. Selbst die Annäherungen zwischen Mensch und Cyborg sind würdevoll und intelligent gemacht.
Die Schauspieler spielen allesamt noch besser auf als zuvor und verleihen ihren Charakteren Überzeugungskraft.

Im Vergleich zur ersten Staffel ist die zweite Season noch nachdenklicher geworden und sehr auf stille Momente bzw. einen ruhigen Erzählstil bedacht, auch Action und Humor scheinen zurückgegangen zu sein. Gab es bei den ersten neun Folgen der Serie hin und wieder noch den ein oder anderen trockenen Humormoment, so gehen diesmal fast alle zarten Anflüge von Lockerheit oder Witz in der pessimistischen Atmosphäre unter.
Die Folgen an sich wirken vielleicht ein Stück zielloser und ausschweifender als in Season 1, da sie sich nicht mehr so stark an eine dichte Storyline halten, profitieren dafür jedoch von der zusätzlichen erzählerischen Freiheit und dem Mut der Vorlage etwas Neues abzugewinnen. Ja, wirklich: TSCC ist eine mutige Serie, die (im Gegensatz zu manch einfallsloser Kino-Fortsetzung) zahlreiche streitbare Augenblicke enthält, mit denen man sich als Terminator-Fan auseinandersetzen muss. Die Stellen, die ich meine, sind diskussionswürdig, aber auch - und möglicherweise ja deswegen - absolut verblüffend und sehenswert!

The Sarah Connor Chronicles, Staffel 2 ist ein echter Stimmungskiller... im positiven Sinne! Die Geschichten um eine vom Schicksal gebeutelte und auserkorene Cyber-Patchwork-Familie, die von der Besessenheit des Familienoberhauptes und der kolossalen Verantwortung gegenüber der Menschheit angetrieben wird, ein Computersystem auszulöschen, noch bevor es entsteht, machen sprachlos und lassen einen nicht mehr los.
Das ist kein nettes Feierabend-Entertainment, sondern schwer zugängliche, geistig anregende Science Fiction-Kost mit Gänsehautfaktor!
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 8, 2014 10:45 AM MEST


Terminator - The Sarah Connor Chronicles: Die komplette erste Staffel [3 DVDs]
Terminator - The Sarah Connor Chronicles: Die komplette erste Staffel [3 DVDs]
DVD ~ Lena Headey
Wird angeboten von buchrakete
Preis: EUR 14,64

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Positive Überraschung - Sehr unterschätzt!, 5. Juli 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es stellt sich natürlich immer die Frage, ob es wirklich notwendig ist, aus einer legendären Kino-Reihe eine TV-Serie zu machen und auch ich war natürlich skeptisch und hatte die Befürchtung, dass hier nur eine bekannte Idee zur kommerziellen Ausschlachtung verwendet wird. Im Nachhinein war das unbegründet. Mit der Genialität der ersten beiden Filme kann S.C.C. selbstverständlich nicht verglichen werden, doch das was mit den Möglichkeiten einer Serie machbar ist, machen die "Sarah Connor Chronicles" ziemlich gut!

Zunächst muss einmal unterschieden werden, zwischen dem Pilotfilm und den restlichen, normalen Episoden. Denn wie so häufig kann nach dem Pilot noch einiges verändert werden und genau das ist hier (glücklicherweise) geschehen. Während der Pilotfilm quasi eine einzige Hetzjagd darstellt, die zwar spannend und actionreich ist, so fehlt es aber etwas an Tiefe und auch die Cyborg-Beschützerin verhält sich noch zu sehr wie eine Teenage-Terminatrix. Die anderen Folgen sind jedoch um einiges dialoglastiger und reifer, und beinhalten viel weniger Action.

Genau hier liegt die Stärke. Man konzentriert sich auf das was man am besten kann: Story und Charaktere.
Mit der Inszenierung der großen Filme kann man nicht mithalten, da die Kampfsequenzen und manch ein Spezialeffekt verhältnismäßig bescheiden ausgefallen sind, stattdessen rückt die Action in den Hintergrund. T:SCC ist vielmehr ein Drama mit Sci-Fi-Hintergrund. Die Sendung beschäftigt sich intensiv mit Themen wie Tod, Schicksal, Menschlichkeit und vielem mehr... Die Serie macht sehr nachdenklich. Außerdem legt sie auch besonderes Augenmerk auf die Mythologie, die hinter der ganzen Geschichte steckt.
Die Atmosphäre ist für Fernseh-Verhältnisse unglaublich intensiv wie einst die Kinofilme und von subtiler Bedrohlichkeit durchzogen. Dennoch passt der hin und wieder verwendete Humor sehr gut hinein.

Gelobt werden muss auch die Besetzung. Lena Headey ist eine gute Sarah Connor, wenn man bereit ist, sich von Linda Hamiltons Darstellung loszulösen. Ähnliches gilt für Thomas Dekker als John Connor, aber auch Garret Dillahunt in einer Nebenrolle als Terminator macht seine Sache ganz gut. Der wahre Coup ist den Machern allerdings mit der Figur Cameron gelungen. Der "weibliche" Terminator und interessantester "Charakter" der Sendung. Summer Glau erweist sich als perfekte Besezung, da sie trotz ihres zierlichen Körpers doch die passenden Gesichtszüge und Kopfform für die Rolle mitbringt.

Wer nur auf Popcorn-Unterhaltung aus ist, dem empfehle ich was anderes. S.C.C. ist mehr was für den Kopf und auch deprimierend. Es dauert etwas, bis man sich da reingefunden hat.
Vieles hängt außerdem davon ab, ob man als Terminator-Fan bereit ist, sich von festgefahrenen Vorstellungen loszulösen und das Neue zu akzeptieren, denn die Serie weiß einen ständig zu überraschen.
Besser und intelligenter als "Terminator - Die Erlösung" ist T:SCC allemal.


Nicht mein Tag
Nicht mein Tag
von Ralf Husmann
  Taschenbuch

3.0 von 5 Sternen Hätte besser sein können..., 3. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Nicht mein Tag (Taschenbuch)
"Nicht mein Tag" von Ralf Husmann hält nicht so viel wie der wirklich witzige Klappentext und das coole Cover versprechen.
Schlecht ist dieses Buch nicht geworden, aber eben auch viel weniger unterhaltsam, als ich dachte.
Die Geschichte vom Durchschnittstypen Till Reiners, der mitten in einen Kriminalfall gerät, ist weitgehend überraschungsarm und nur mäßig kreativ. Dabei gibt es vor allem in der ersten Hälfte der Erzählung noch einiges zu lachen, doch nach und nach verliert sich der Humor etwas in der Story. Husmann bringt wieder mal witzige Sprüche, aber leider hält er sich im Laufe der Geschichte damit immer mehr zurück. Die Dialoge sind gewohnt authentisch ausgefallen, kommen in geschriebner Form jedoch nicht mehr ganz so gut wie z.B. in einer TV-Serie wie Stromberg.
Die Handlung weiß durchaus unterhaltsam mit Klischees zu spielen und gerade im Moment, wenn man glaubt zu ahnen, wie die Personen reagieren werden, kommt es anders, doch alles in allem sind diese Momente nicht so mutig ausgefallen. Unter der häufig aufkommenden Melancholie leidet etwas die Motivation zum Weiterlesen.
"Nicht mein Tag" ist zwar an sich ganz nett, fixiert sich für meinen Geschmack allerdings zu sehr auf auf den Durchschnittsmenschen und seine Alltagsverdrossenheit.


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