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Rezensionen verfasst von
Wolfgang Fischer (Celle)
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Love
Love
Wird angeboten von lee of johnson
Preis: EUR 13,46

21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ambivalent, 22. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Love (Audio CD)
Erste Vorbemerkung: Die Beatles stehen jenseits von Gut und Böse. Ihr musikalisches Lebenswerk ist von epochaler Bedeutung. Zweite Vorbemerkung: Wenn überhaupt jemand die Bänder aus der Abbey Road antasten darf, dann ist das sicherlich George Martin. Er hat beträchtlich zu dem beigetragen, was auf ihnen verewigt ist. Dritte Vorbemerkung: Das Material der Beatles verdient es allemal, erneut "durch den Schrank" im Studio geschickt zu werden. Es schreit geradezu danach. Der Sound auf der Anthology-DVD-Box hat mächtig Appetit gemacht.

"LOVE" ist der Soundtrack für ein Beatles-Musical. Und diese Aussage klingt irgendwie schon wie eine Rechtfertigung. Als müsste man sich ein weiteres Mal exkulpieren, wird eiligst hinzugefügt, dass so gut wie alles auf "LOVE" von den ursprünglichen Studiobändern stammt. Völlig unabhängig nämlich von der jeweiligen Schaffensphase der Band wurden hier Teile von Songs, Soundschnipsel, einzelne Mischpult-Kanäle oder Grooves collagenartig zusammen geführt. Ein neues "Stars-On-45" mit Dauer-Dancefloor-Beat ist daraus zum Glück nicht geworden, obwohl bei den Tempi hier und da leicht nachgeholfen wurde, damit`s passt. Das Durchhören der CD ist dennoch bisweilen unerquicklich.

Gerade hat sich der Hörer an den phantastischen Klang eines überarbeiteten Titels gewöhnt, wird ein anderer `drunter oder drüber` gelegt. Zunächst ist das noch ein halbwegs originelles Suchspiel. Später eigentlich eher störend.

Wer brauchte "Within You Without You" auf dem Groove von "Tomorrow Never Knows"? Wer wollte je wissen, wie "Drive My Car" mit dem Solo von "Taxman" klingt? Wer musste dringend "Sun King" rückwärts hören? Die Auswahl aus dem musikalischen Fundus erscheint obendrein recht beliebig. Ebenso gut hätte man zum Beispiel "I Feel Fine" und "Paperback Writer" vermendeln können. Nur so zum Spaß. Tonart und Tempo hätten gestimmt. Hat man aber nicht. Es wurde halt geschaut, was so zusammen funktionieren könnte. Beliebig eben.

Schlüssig und sinnhaft ist das oft nicht. Kaum etwas kommt vollständig daher. War ja auch nicht die Absicht. Zitate und Partikel aus ehemals grandiosen Kompositionen werden mehr oder weniger sensibel aneinander gereiht oder übereinander gelegt. Die Songs können nicht atmen und sind aus jedwedem Kontext gerissen.

Ist das nun genial, witzig, experimentell, musikalische Geschichtsklitterung oder gar akustische Ikonenschändung? Ich weiß es nicht. Wer das Ausgangsmaterial von A bis Z kennt, kommt da zumindest ein wenig ins Grübeln. Eine ambivalente Sache.

Vielleicht sollte man das Ganze nicht zu hoch hängen. Genau das dürfte aber vielen Beatles-Zeitgenossen schwer fallen. George Martin, Paul, Ringo und (die unvermeidliche) Yoko Ono stehen erklärtermaßen zu diesem Werk. Es wird dennoch polarisieren.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 26, 2011 12:33 AM CET


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