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Rezensionen verfasst von
Daniel C. Haas (Frankfurt, Germany, Europe)
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Karajan - The Opera Recordings (Limited Edition)
Karajan - The Opera Recordings (Limited Edition)
Preis: EUR 169,99

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die perfekte Balance zwischen Orchester und Sängern, 12. Juni 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Herbert von Karajan war Zeit seines Lebens nicht nur ein Klangmagier, wenn es um Orchesterwerke ging, sondern auch ein begnadeter Operndirigent und -regisseur. Wer bereits die Vorgängerboxen dieser Reihe, Karajan 1960s Recordings, Karajan: The 1970s Recordings (Limited Edition) und Karajan: 1980s Orchestral Recordings (Limited) kennt, kann an dieser Stelle bezüglich der Orchesterwerke nachvollziehen, wovon ich spreche.

Deutsche Grammophon komplettiert die Werkschau des wohl bedeutendsten Dirigenten des vergangenen Jahrhunderts nun mit dieser vierten und letzten Box, Karajan - The Opera Recordings (Limited Edition). Das Wort "Complete" versteckt sich ein wenig im Innenteil des Booklets: Die Box enthält alle zwischen 1958 und 1989 entstandenen Opernaufnahmen für die Deutsche Grammophon und Decca, sowie fünf Liveaufnahmen aus Salzburg.

Somit bleiben keine Wünsche offen und man kann sich eindrucksvoll davon überzeugen, was für ein Meister seines Faches Karajan auch im Opernmetier war: Wie kein zweiter schafft er es, die Sänger auf einem Teppich von Orchesterklang zu betten, der sie perfekt zur Geltung kommen lässt. Dies wohlgemerkt jedoch, ohne das Orchester zur Background-Begleitung zu machen und gleichsam ins Hintertreffen geraten zu lassen. Nein, im Gegenteil, an genau den richtigen Stellen schwelgt und wogt der Orchesterklang genauso, wie es die Partitur vorsieht oder die Stimmung der Szene benötigt. So entsteht die perfekte Balance zwischen Orchester und Sängern, und genau das, denke ich, war auch Karajans volle Absicht. Wie gut ihm das jeweils bei den einzelnen Aufnahmen gelungen ist, liegt dabei ganz im Auge des Betrachters, so dass ich diese Entscheidung jedem Hörer selbst ans Herz lege. Eine Bemerkung sei mir jedoch gestattet: Der oft kontrovers diskutierte "kammermusikalische Ansatz" bei Wagners "Ring"-Zyklus hat mir persönlich sehr den Zugang zu Wagners bombastischstem Bühnenwerk erleichtert. Insofern war dieser Ansatz für mich genau richtig, und im Übrigen fehlt auch dieser Aufnahme nicht der dem Werk eigene Bombast, er wird eben von Karajan nur besonders sorgsam, fast möchte ich sagen behutsam (und zwar immer genau richtig!), eingesetzt.

Dieser Effekt wird durch das Remastering noch zusätzlich verstärkt. Aus den Vorgängerboxen ist die Qualität des Remastering hinreichend bekannt, vgl. meine Rezensionen ebenda; leider erreicht die Box beim Thema Remastering aber nicht das Niveau der Vorgängerboxen, da man offenbar nicht durchgängig neue Remasterings erstellt hat. So wurde beispielsweise für den "Ring"-Zyklus auf das Remastering der "Originals"-Serie zurückgegriffen. Dennoch ist das Remastering auch in dieser Box das Highlight schlechthin: Die Aufnahmen erscheinen kristallklar im Klang und sind luftig durchhörbar, jedes Detail ist deutlich wahrnehmbar. Diese Qualitätsverbesserung wirkt umso besser, je jünger die Aufnahme ist, dann entsteht sogar ein geradezu räumlich dreidimensionaler Höreindruck, bei dem man das Orchester und die Sänger direkt vor sich wähnt.

Die Box wird abgerundet durch ein Booklet mit einem Text zu Karajans Tätigkeit als Operndirigent, ein ausführliches Werkverzeichnis, sowie mehrere faksimilierte Aufnahmeprotokolle.

Fazit: Klare Kaufempfehlung! Was der Box zur Perfektion als einziges fehlt, ist eine Daten-CD mit den Opernlibretti. Dieses Manko kann man beispielsweise durch Reclam-Texte oder Online-Opernlibretti beheben. Den Stern, den ich hierfür abziehe, fülle ich mit einer Wertung zugunsten des unsterblichen Maestro und des unvergleichlichen, einzigartigen Eindrucks, den die Veröffentlichungen der vier Karajan-Boxen nachhaltig hinterlassen, wieder auf. Daher volle fünf Sterne!
Kommentar Kommentare (14) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 17, 2015 9:21 PM MEST


Live in Ancient Kourion
Live in Ancient Kourion
Preis: EUR 20,53

3.0 von 5 Sternen Chance vertan, 24. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Live in Ancient Kourion (Audio CD)
Vorweg: Da Amazon die Rezensionen der CD/DVD-Version zusammen veröffentlicht, sei angemerkt, dass ich im folgenden ausschließlich die 2-CD-Veröffentlichung der Live in Ancient Kourion bewerte.

Nach dem Weggang von Sänger Matt Barlow war ich einerseits traurig, denn ich wußte, es würde bestimmt schwer werden, ihn zu ersetzen, aber dennoch gespannt auf den neuen Sänger, Stu Block, und das Album Dystopia. Nach einigem Zögern kaufte ich das Album. Während ich bei Dystopia noch ein 50/50-Gefühl hatte, was Stu Block anbelangt, war ich seit Plagues of Babylon von ihm überzeugt. Bei Dystopia gefiel mir sein Stil bereits, aber er schien noch nicht wirklich zur Band passend, noch nicht wirklich angekommen. Das änderte sich bei Plagues of Babylon: Hier war der Gesang perfekt und zur Erwartungshaltung passend. Stu Block schien sich "zu Hause" zu fühlen. Ein würdiger Nachfolger zu Matt Barlow war gefunden.

Und nun endlich live! Ich rechnete also mit einem fetten Heavy Metal Live-Release von Iced Earth, das besser sein würde, als die bereits in die Jahre gekommene Alive in Athens. Soweit die Geschichte zu meiner Erwartungshaltung.

Dem Ganzen kann ich dennoch mit Mühe nur drei Sterne geben, die ich zum großen Teil wegen Stu Block vergebe. Seine Live-Qualitäten übertreffen seine Leistungen im Studio, seine Modulation, Dynamik und seine Screams sitzen allesamt an der richtigen Stelle, passend zu den Songs, und bestätigen seine Qualitäten. Man kann Iced Earth zu seiner Wahl als Sänger nur gratulieren.

Für den Rest (und die zwei Sterne Abzug) zeichnet er nicht verantwortlich: Da ist zum einen die ärgerlich schlampige Spielweise der Band: Da werden Riffs verschluckt und Melodien verstümmelt, dass es mir die Freude beim Zuhören nimmt und ich wieder instinktiv zur Alive in Athens greifen möchte. Wer mag, vergleiche Dante's Inferno, Burning Times, I Died For You und andere auf beiden CD's vertretene Versionen miteinander. Hierfür gibt es einen Stern Abzug.

Viel ärgerlicher ist aber noch, dass ich ziemlich schockiert war über die Leistungen derjenigen Personen, die für die Abmischung verantwortlich zeichnen. Bei Amazon erhält man dieses Album auch als MP3-Version, dies war also die erste Fassung, die ich hörte. Bei MP3 bin ich nicht wirklich verwundert, in den hohen Tönen vor allem der Hi-Hat und der Becken des Schlagzeugs Kompressionsartefakte zu hören. Das akzeptiere ich noch als Einschränkung des Mediums MP3. Entsetzt war ich allerdings, als ich die gleiche Qualität auf der CD wieder zu hören bekam. Tut mir leid, das geht gar nicht! Wer immer das verbrochen hat, sollte sich in die Ecke stellen und schämen! Ich habe ehrliche Mühe, hierfür nur einen weiteren Stern abzuziehen.

Fazit: Mit diesem Release wurde die großartige Chance vertan, ein Iced Earth Live-Album vorzulegen, dass besser ist und klingt, als Alive in Athens. Die teilweise schlampige Spielweise der Band, die weit weniger lebendig und kraftvoll wirkt, wie bei Alive in Athens, könnte man noch verschmerzen. Die Tonqualität der CD-Abmischung dagegen ist die eigentliche Zumutung. Meine letzte Hoffnung ist, dass der Ton auf der DVD besser gelungen ist. Ob ich mir die DVD noch kaufe, ist nach dieser Erfahrung allerdings fraglich. Diese CD bleibt hinter Alive in Athens weit zurück, und das liegt nicht an Stu Block! Im Gegenteil: Wegen Stu vergebe ich (noch) drei Sterne.


Karajan the Legendary Decca Recordings
Karajan the Legendary Decca Recordings
Preis: EUR 57,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Karajan-Kleinod, 21. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die hier vorliegenden Aufnahmen entstanden zu einer Zeit, als Karajan bezüglich der Vielzahl seiner Engagements auf dem Höhepunkt seiner Karriere angelangt war. In der Box versammelt sind alle orchestralen Aufnahmen aus dem ersten Zeitraum seiner Zusammenarbeit mit den Wiener Philharmonikern zwischen 1959 und 1965.

Viel wurde über den "berühmten DECCA-Klang" geschrieben, und hier kommt er deutlich zum Vorschein: Aufnahmen, die räumlich und plastisch klingen, mit klaren Höhen und warmen, satten Bässen, kurz gesagt: mit einem Klang, wie sie andere Aufnahmen aus dieser Zeit erst nach einem aufwendigen Remastering erreichen. Die Akustik des Sofiensaals in Wien mag ihr Übriges dazu beitragen. Wohlgemerkt: Für diese Box wurden die Original-Abmischungen verwendet, nicht die heute teilweise erhältlichen Remasterings dieser Aufnahmen in der "Originals"-Serie!

Karajans Stil möchte ich aus meiner Sicht kurz so zusammenfassen: In der Zeit bis Mitte der 60er-Jahre spielte er emotionaler, intuitiver aus der Seele heraus interpretierend, oft lebhafter, manches gar mit jugendlichem Eifer, wo die später erreichte Reife gut getan hätte, während spätere Aufnahmen eher dem perfektionistischem Klangideal nahekommen, nach dem er immer schon strebte und es mit "seinen" Berlinern auch meisterhaft erreichte. Beides für sich ist einfach wundervoll, manches Mal atemberaubend schön, und so schadet es nicht, wenn sich einiges aus dem Repertoire mehrfach findet: Je nach Stimmungslage wähle man die passende Aufnahme aus dem einen oder anderen Zeitraum.

Man erhält mit dieser Box also sozusagen ein Karajan-Kleinod: Aufnahmen der ersten Periode Karajans mit den Wiener Philharmonikern, im frühen Stil des Maestros, in einer für die damalige Zeit perfekten Klangqualität mit Referenzstatus, die bis heute stark beeindruckt und meiner Meinung nach keines Remasterings mehr bedarf, sondern in dieser Form weiterhin als perfekt gelten kann.

Fazit: Darf in keiner repräsentativen Karajan-Sammlung fehlen!


Karajan und Seine Solisten Vol.2 1969-1984
Karajan und Seine Solisten Vol.2 1969-1984
Preis: EUR 32,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Karajans EMI-Aufnahmen neu entdeckt, 11. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die hier vorliegenden sechs Boxen vereinen die Aufnahmen sinfonischer Werke, die mit verschiedenen Orchestern unter der Leitung von Herbert von Karajan während seiner zweiten Zusammenarbeit mit EMI (heute Warner Classics) im Zeitraum von 1969 bis 1984 entstanden sind. (Weitere sieben Boxen der gleichen Serie vereinen die Aufnahmen aus der frühen Phase Karajans, die während seiner ersten Zusammenarbeit mit EMI zwischen 1946 und 1960 hauptsächlich mit dem Philharmonia Orchestra entstanden. Obwohl die unten gemachten Aussagen zur Präsentation auch auf die weiteren sieben Boxen übertragbar sind, sind einzig die Boxen mit Aufnahmen von 1969 bis 1984 Gegenstand dieser Rezension.)

Vorweg gesagt: Was die Wiederveröffentlichung von Aufnahmen aus dem Vermächtnis Herbert von Karajans angeht, hat die Deutsche Grammophon (DG) mit der Veröffentlichung der gesamten Aufnahmen von Orchesterwerken aus der Stereo- und frühen Digitalära von 1959 bis 1989 in drei Boxen ein ausgesprochen hohes Niveau vorgelegt. Dies gilt sowohl hinsichtlich der Präsentation mit dem Artwork der Original-LP-Hüllen als CD-Pappschuber als auch hinsichtlich der technisch anspruchsvollen Überarbeitung, die die Aufnahmen allesamt in grandioser Schönheit erstrahlen lassen und aus der Sammlung etwas Einzigartiges machen (vgl. meine Rezensionen dort).

Die Präsentation: Legt man die Erwartungshaltung zugrunde, die man von den DG-Boxen kennt, ist der erste Eindruck der Warner Classics-Boxen durchaus enttäuschend. Die Werke sind nicht chronologisch geordnet, geschweige denn mit dem Original-Artwork der Erstveröffentlichung auf LP versehen. Die Boxen stellen "herkömmliche" Kompilationen dar, deren Werkzusammenstellungen sich zunächst an thematischen Gemeinsamkeiten ("Deutsche Romantik", "Russische Musik") orientieren. Die CD's wirken effizient zusammengestellt, das heißt, es wurde offensichtlich versucht, die dem Themengebiet zugehörigen Aufnahmen auf möglichst wenigen CD's unterzubringen. Die Veröffentlichung als Einzelboxen anstelle einer Komplettbox ist insofern problematisch, als dass es kein Gesamtbooklet gibt, in dem sich ein komplettes Werkverzeichnis oder tiefergehende Hintergrundinformationen zu den Aufnahmen finden. Um ein bestimmtes Werk zu finden, ist also ein wenig Suche erforderlich. Immerhin beinhaltet jede Box ein kleines Booklet mit einem kurzen einleitenden Text zu den in der Box enthaltenen Aufnahmen. Auf jedem Pappschuber sind auf der Vorderseite Fotografien z.B. von Siegfried Lauterwasser sowie auf der Rückseite neben den Tracklistings Informationen über Aufnahmezeitpunkt und -ort aufgedruckt. Hinsichtlich der Präsentation fällt Warner Classics damit leider deutlich hinter die DG zurück. Hier hätten sich die Verantwortlichen besser die Konkurrenz als Vorbild genommen. Zwischenwertung: Drei Sterne.

Die Aufnahmen: Während Herbert von Karajan seinem aus anderen Quellen hinreichend bekanntem Stil treu blieb, egal für welches Label er aufnahm, unterschied sich die Herangehensweise an die Aufnahmen zwischen den beteiligten Tonmeistern und damit die Klangcharakteristik in einem entscheidenden Punkt: Günter Hermanns zeichnete für die DG jede Instrumentengruppe mit Einzelmikrofonen auf; Wolfgang Gülich verwendete für die EMI wenige Kugelmikrofone, mit denen er nach eigener Aussage das Ziel verfolgte, die Räumlichkeit des Orchesterklangs bestmöglich einzufangen (Vgl.: DVD "Eric Schulz: Karajan-The Second Life"-Interview mit Wolfgang Gülich). Meinem subjektiven Höreindruck lagen die von Günter Hermanns erstellten Aufnahmen für die DG bislang durchweg mehr, als die von Gülich erstellten. Für diese Veröffentlichung wurden alle Aufnahmen einem aufwendigen, neuen Remastering ausgehend von den Originalbändern unterzogen. Räumlichkeit und Klangbrillanz können nun erstmals wirklich davon überzeugen, dass Gülich sein Ziel tatsächlich erreicht hat. Jedoch bleibt mein Kritikpunkt, dass Gülichs Fokussierung auf Räumlichkeit zu Lasten der Detailtiefe geht. Diese bleibt auch nach dem Remastering hinter den Aufnahmen der DG zurück. Entweder hat also Günter Hermanns die Quadratur des Kreises gefunden, denn seine Aufnahmen vereinen perfekte Detailtiefe mit Klangbrillanz, ohne Räumlichkeit vermissen zu lassen. Oder aber, das Remastering der DG ist besser gelungen. Oder beides. Wie dem auch sei: Es lohnt sich, die Aufnahmen von Warner Classics mit den Aufnahmen der DG zu vergleichen, denn subjektive Höreindrücke können sich von Hörer zu Hörer naturgemäß unterscheiden. Ausgewogen ist das Klangbild allemal, und die Veröffentlichungen von Warner Classics und DG laden ein, Karajans wohl produktivste Schaffensperiode vom Ende der 60er-Jahre bis Anfang der 80er-Jahre nunmehr im Gesamtbild mit allen EMI und DG-Aufnahmen wieder neu auf klanglich höchstem Niveau zu entdecken.

Fazit: Einzigartig ist diese Veröffentlichung nicht geworden, aber etwas Besonderes: Während die Präsentation allenfalls durchschnittlich ausgefallen und die Aufteilung auf Einzel- anstelle einer Gesamtbox ärgerlich ist, stimmt die Qualität der Überarbeitung der Aufnahmen am Ende doch wieder versöhnlich. Sie ist zwar nicht so anspruchsvoll wie bei der DG ausgefallen, aber dennoch eine Entdeckung. Daher vergebe ich insgesamt wohlwollende vier Sterne.


Chorwerke 1972-1976
Chorwerke 1972-1976
Preis: EUR 20,39

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Karajans EMI-Aufnahmen neu entdeckt, 11. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Chorwerke 1972-1976 (Audio CD)
Die hier vorliegenden sechs Boxen vereinen die Aufnahmen sinfonischer Werke, die mit verschiedenen Orchestern unter der Leitung von Herbert von Karajan während seiner zweiten Zusammenarbeit mit EMI (heute Warner Classics) im Zeitraum von 1969 bis 1984 entstanden sind. (Weitere sieben Boxen der gleichen Serie vereinen die Aufnahmen aus der frühen Phase Karajans, die während seiner ersten Zusammenarbeit mit EMI zwischen 1946 und 1960 hauptsächlich mit dem Philharmonia Orchestra entstanden. Obwohl die unten gemachten Aussagen zur Präsentation auch auf die weiteren sieben Boxen übertragbar sind, sind einzig die Boxen mit Aufnahmen von 1969 bis 1984 Gegenstand dieser Rezension.)

Vorweg gesagt: Was die Wiederveröffentlichung von Aufnahmen aus dem Vermächtnis Herbert von Karajans angeht, hat die Deutsche Grammophon (DG) mit der Veröffentlichung der gesamten Aufnahmen von Orchesterwerken aus der Stereo- und frühen Digitalära von 1959 bis 1989 in drei Boxen ein ausgesprochen hohes Niveau vorgelegt. Dies gilt sowohl hinsichtlich der Präsentation mit dem Artwork der Original-LP-Hüllen als CD-Pappschuber als auch hinsichtlich der technisch anspruchsvollen Überarbeitung, die die Aufnahmen allesamt in grandioser Schönheit erstrahlen lassen und aus der Sammlung etwas Einzigartiges machen (vgl. meine Rezensionen dort).

Die Präsentation: Legt man die Erwartungshaltung zugrunde, die man von den DG-Boxen kennt, ist der erste Eindruck der Warner Classics-Boxen durchaus enttäuschend. Die Werke sind nicht chronologisch geordnet, geschweige denn mit dem Original-Artwork der Erstveröffentlichung auf LP versehen. Die Boxen stellen "herkömmliche" Kompilationen dar, deren Werkzusammenstellungen sich zunächst an thematischen Gemeinsamkeiten ("Deutsche Romantik", "Russische Musik") orientieren. Die CD's wirken effizient zusammengestellt, das heißt, es wurde offensichtlich versucht, die dem Themengebiet zugehörigen Aufnahmen auf möglichst wenigen CD's unterzubringen. Die Veröffentlichung als Einzelboxen anstelle einer Komplettbox ist insofern problematisch, als dass es kein Gesamtbooklet gibt, in dem sich ein komplettes Werkverzeichnis oder tiefergehende Hintergrundinformationen zu den Aufnahmen finden. Um ein bestimmtes Werk zu finden, ist also ein wenig Suche erforderlich. Immerhin beinhaltet jede Box ein kleines Booklet mit einem kurzen einleitenden Text zu den in der Box enthaltenen Aufnahmen. Auf jedem Pappschuber sind auf der Vorderseite Fotografien z.B. von Siegfried Lauterwasser sowie auf der Rückseite neben den Tracklistings Informationen über Aufnahmezeitpunkt und -ort aufgedruckt. Hinsichtlich der Präsentation fällt Warner Classics damit leider deutlich hinter die DG zurück. Hier hätten sich die Verantwortlichen besser die Konkurrenz als Vorbild genommen. Zwischenwertung: Drei Sterne.

Die Aufnahmen: Während Herbert von Karajan seinem aus anderen Quellen hinreichend bekanntem Stil treu blieb, egal für welches Label er aufnahm, unterschied sich die Herangehensweise an die Aufnahmen zwischen den beteiligten Tonmeistern und damit die Klangcharakteristik in einem entscheidenden Punkt: Günter Hermanns zeichnete für die DG jede Instrumentengruppe mit Einzelmikrofonen auf; Wolfgang Gülich verwendete für die EMI wenige Kugelmikrofone, mit denen er nach eigener Aussage das Ziel verfolgte, die Räumlichkeit des Orchesterklangs bestmöglich einzufangen (Vgl.: DVD "Eric Schulz: Karajan-The Second Life"-Interview mit Wolfgang Gülich). Meinem subjektiven Höreindruck lagen die von Günter Hermanns erstellten Aufnahmen für die DG bislang durchweg mehr, als die von Gülich erstellten. Für diese Veröffentlichung wurden alle Aufnahmen einem aufwendigen, neuen Remastering ausgehend von den Originalbändern unterzogen. Räumlichkeit und Klangbrillanz können nun erstmals wirklich davon überzeugen, dass Gülich sein Ziel tatsächlich erreicht hat. Jedoch bleibt mein Kritikpunkt, dass Gülichs Fokussierung auf Räumlichkeit zu Lasten der Detailtiefe geht. Diese bleibt auch nach dem Remastering hinter den Aufnahmen der DG zurück. Entweder hat also Günter Hermanns die Quadratur des Kreises gefunden, denn seine Aufnahmen vereinen perfekte Detailtiefe mit Klangbrillanz, ohne Räumlichkeit vermissen zu lassen. Oder aber, das Remastering der DG ist besser gelungen. Oder beides. Wie dem auch sei: Es lohnt sich, die Aufnahmen von Warner Classics mit den Aufnahmen der DG zu vergleichen, denn subjektive Höreindrücke können sich von Hörer zu Hörer naturgemäß unterscheiden. Ausgewogen ist das Klangbild allemal, und die Veröffentlichungen von Warner Classics und DG laden ein, Karajans wohl produktivste Schaffensperiode vom Ende der 60er-Jahre bis Anfang der 80er-Jahre nunmehr im Gesamtbild mit allen EMI und DG-Aufnahmen wieder neu auf klanglich höchstem Niveau zu entdecken.

Fazit: Einzigartig ist diese Veröffentlichung nicht geworden, aber etwas Besonderes: Während die Präsentation allenfalls durchschnittlich ausgefallen und die Aufteilung auf Einzel- anstelle einer Gesamtbox ärgerlich ist, stimmt die Qualität der Überarbeitung der Aufnahmen am Ende doch wieder versöhnlich. Sie ist zwar nicht so anspruchsvoll wie bei der DG ausgefallen, aber dennoch eine Entdeckung. Daher vergebe ich insgesamt wohlwollende vier Sterne.


Sinfonien 1970-1981
Sinfonien 1970-1981
Preis: EUR 23,26

4.0 von 5 Sternen Karajans EMI-Aufnahmen neu entdeckt, 11. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sinfonien 1970-1981 (Audio CD)
Die hier vorliegenden sechs Boxen vereinen die Aufnahmen sinfonischer Werke, die mit verschiedenen Orchestern unter der Leitung von Herbert von Karajan während seiner zweiten Zusammenarbeit mit EMI (heute Warner Classics) im Zeitraum von 1969 bis 1984 entstanden sind. (Weitere sieben Boxen der gleichen Serie vereinen die Aufnahmen aus der frühen Phase Karajans, die während seiner ersten Zusammenarbeit mit EMI zwischen 1946 und 1960 hauptsächlich mit dem Philharmonia Orchestra entstanden. Obwohl die unten gemachten Aussagen zur Präsentation auch auf die weiteren sieben Boxen übertragbar sind, sind einzig die Boxen mit Aufnahmen von 1969 bis 1984 Gegenstand dieser Rezension.)

Vorweg gesagt: Was die Wiederveröffentlichung von Aufnahmen aus dem Vermächtnis Herbert von Karajans angeht, hat die Deutsche Grammophon (DG) mit der Veröffentlichung der gesamten Aufnahmen von Orchesterwerken aus der Stereo- und frühen Digitalära von 1959 bis 1989 in drei Boxen ein ausgesprochen hohes Niveau vorgelegt. Dies gilt sowohl hinsichtlich der Präsentation mit dem Artwork der Original-LP-Hüllen als CD-Pappschuber als auch hinsichtlich der technisch anspruchsvollen Überarbeitung, die die Aufnahmen allesamt in grandioser Schönheit erstrahlen lassen und aus der Sammlung etwas Einzigartiges machen (vgl. meine Rezensionen dort).

Die Präsentation: Legt man die Erwartungshaltung zugrunde, die man von den DG-Boxen kennt, ist der erste Eindruck der Warner Classics-Boxen durchaus enttäuschend. Die Werke sind nicht chronologisch geordnet, geschweige denn mit dem Original-Artwork der Erstveröffentlichung auf LP versehen. Die Boxen stellen "herkömmliche" Kompilationen dar, deren Werkzusammenstellungen sich zunächst an thematischen Gemeinsamkeiten ("Deutsche Romantik", "Russische Musik") orientieren. Die CD's wirken effizient zusammengestellt, das heißt, es wurde offensichtlich versucht, die dem Themengebiet zugehörigen Aufnahmen auf möglichst wenigen CD's unterzubringen. Die Veröffentlichung als Einzelboxen anstelle einer Komplettbox ist insofern problematisch, als dass es kein Gesamtbooklet gibt, in dem sich ein komplettes Werkverzeichnis oder tiefergehende Hintergrundinformationen zu den Aufnahmen finden. Um ein bestimmtes Werk zu finden, ist also ein wenig Suche erforderlich. Immerhin beinhaltet jede Box ein kleines Booklet mit einem kurzen einleitenden Text zu den in der Box enthaltenen Aufnahmen. Auf jedem Pappschuber sind auf der Vorderseite Fotografien z.B. von Siegfried Lauterwasser sowie auf der Rückseite neben den Tracklistings Informationen über Aufnahmezeitpunkt und -ort aufgedruckt. Hinsichtlich der Präsentation fällt Warner Classics damit leider deutlich hinter die DG zurück. Hier hätten sich die Verantwortlichen besser die Konkurrenz als Vorbild genommen. Zwischenwertung: Drei Sterne.

Die Aufnahmen: Während Herbert von Karajan seinem aus anderen Quellen hinreichend bekanntem Stil treu blieb, egal für welches Label er aufnahm, unterschied sich die Herangehensweise an die Aufnahmen zwischen den beteiligten Tonmeistern und damit die Klangcharakteristik in einem entscheidenden Punkt: Günter Hermanns zeichnete für die DG jede Instrumentengruppe mit Einzelmikrofonen auf; Wolfgang Gülich verwendete für die EMI wenige Kugelmikrofone, mit denen er nach eigener Aussage das Ziel verfolgte, die Räumlichkeit des Orchesterklangs bestmöglich einzufangen (Vgl.: DVD "Eric Schulz: Karajan-The Second Life"-Interview mit Wolfgang Gülich). Meinem subjektiven Höreindruck lagen die von Günter Hermanns erstellten Aufnahmen für die DG bislang durchweg mehr, als die von Gülich erstellten. Für diese Veröffentlichung wurden alle Aufnahmen einem aufwendigen, neuen Remastering ausgehend von den Originalbändern unterzogen. Räumlichkeit und Klangbrillanz können nun erstmals wirklich davon überzeugen, dass Gülich sein Ziel tatsächlich erreicht hat. Jedoch bleibt mein Kritikpunkt, dass Gülichs Fokussierung auf Räumlichkeit zu Lasten der Detailtiefe geht. Diese bleibt auch nach dem Remastering hinter den Aufnahmen der DG zurück. Entweder hat also Günter Hermanns die Quadratur des Kreises gefunden, denn seine Aufnahmen vereinen perfekte Detailtiefe mit Klangbrillanz, ohne Räumlichkeit vermissen zu lassen. Oder aber, das Remastering der DG ist besser gelungen. Oder beides. Wie dem auch sei: Es lohnt sich, die Aufnahmen von Warner Classics mit den Aufnahmen der DG zu vergleichen, denn subjektive Höreindrücke können sich von Hörer zu Hörer naturgemäß unterscheiden. Ausgewogen ist das Klangbild allemal, und die Veröffentlichungen von Warner Classics und DG laden ein, Karajans wohl produktivste Schaffensperiode vom Ende der 60er-Jahre bis Anfang der 80er-Jahre nunmehr im Gesamtbild mit allen EMI und DG-Aufnahmen wieder neu auf klanglich höchstem Niveau zu entdecken.

Fazit: Einzigartig ist diese Veröffentlichung nicht geworden, aber etwas Besonderes: Während die Präsentation allenfalls durchschnittlich ausgefallen und die Aufteilung auf Einzel- anstelle einer Gesamtbox ärgerlich ist, stimmt die Qualität der Überarbeitung der Aufnahmen am Ende doch wieder versöhnlich. Sie ist zwar nicht so anspruchsvoll wie bei der DG ausgefallen, aber dennoch eine Entdeckung. Daher vergebe ich insgesamt wohlwollende vier Sterne.


Deutsche Romantik 1970-1981
Deutsche Romantik 1970-1981
Preis: EUR 21,00

4.0 von 5 Sternen Karajans EMI-Aufnahmen neu entdeckt, 11. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Deutsche Romantik 1970-1981 (Audio CD)
Die hier vorliegenden sechs Boxen vereinen die Aufnahmen sinfonischer Werke, die mit verschiedenen Orchestern unter der Leitung von Herbert von Karajan während seiner zweiten Zusammenarbeit mit EMI (heute Warner Classics) im Zeitraum von 1969 bis 1984 entstanden sind. (Weitere sieben Boxen der gleichen Serie vereinen die Aufnahmen aus der frühen Phase Karajans, die während seiner ersten Zusammenarbeit mit EMI zwischen 1946 und 1960 hauptsächlich mit dem Philharmonia Orchestra entstanden. Obwohl die unten gemachten Aussagen zur Präsentation auch auf die weiteren sieben Boxen übertragbar sind, sind einzig die Boxen mit Aufnahmen von 1969 bis 1984 Gegenstand dieser Rezension.)

Vorweg gesagt: Was die Wiederveröffentlichung von Aufnahmen aus dem Vermächtnis Herbert von Karajans angeht, hat die Deutsche Grammophon (DG) mit der Veröffentlichung der gesamten Aufnahmen von Orchesterwerken aus der Stereo- und frühen Digitalära von 1959 bis 1989 in drei Boxen ein ausgesprochen hohes Niveau vorgelegt. Dies gilt sowohl hinsichtlich der Präsentation mit dem Artwork der Original-LP-Hüllen als CD-Pappschuber als auch hinsichtlich der technisch anspruchsvollen Überarbeitung, die die Aufnahmen allesamt in grandioser Schönheit erstrahlen lassen und aus der Sammlung etwas Einzigartiges machen (vgl. meine Rezensionen dort).

Die Präsentation: Legt man die Erwartungshaltung zugrunde, die man von den DG-Boxen kennt, ist der erste Eindruck der Warner Classics-Boxen durchaus enttäuschend. Die Werke sind nicht chronologisch geordnet, geschweige denn mit dem Original-Artwork der Erstveröffentlichung auf LP versehen. Die Boxen stellen "herkömmliche" Kompilationen dar, deren Werkzusammenstellungen sich zunächst an thematischen Gemeinsamkeiten ("Deutsche Romantik", "Russische Musik") orientieren. Die CD's wirken effizient zusammengestellt, das heißt, es wurde offensichtlich versucht, die dem Themengebiet zugehörigen Aufnahmen auf möglichst wenigen CD's unterzubringen. Die Veröffentlichung als Einzelboxen anstelle einer Komplettbox ist insofern problematisch, als dass es kein Gesamtbooklet gibt, in dem sich ein komplettes Werkverzeichnis oder tiefergehende Hintergrundinformationen zu den Aufnahmen finden. Um ein bestimmtes Werk zu finden, ist also ein wenig Suche erforderlich. Immerhin beinhaltet jede Box ein kleines Booklet mit einem kurzen einleitenden Text zu den in der Box enthaltenen Aufnahmen. Auf jedem Pappschuber sind auf der Vorderseite Fotografien z.B. von Siegfried Lauterwasser sowie auf der Rückseite neben den Tracklistings Informationen über Aufnahmezeitpunkt und -ort aufgedruckt. Hinsichtlich der Präsentation fällt Warner Classics damit leider deutlich hinter die DG zurück. Hier hätten sich die Verantwortlichen besser die Konkurrenz als Vorbild genommen. Zwischenwertung: Drei Sterne.

Die Aufnahmen: Während Herbert von Karajan seinem aus anderen Quellen hinreichend bekanntem Stil treu blieb, egal für welches Label er aufnahm, unterschied sich die Herangehensweise an die Aufnahmen zwischen den beteiligten Tonmeistern und damit die Klangcharakteristik in einem entscheidenden Punkt: Günter Hermanns zeichnete für die DG jede Instrumentengruppe mit Einzelmikrofonen auf; Wolfgang Gülich verwendete für die EMI wenige Kugelmikrofone, mit denen er nach eigener Aussage das Ziel verfolgte, die Räumlichkeit des Orchesterklangs bestmöglich einzufangen (Vgl.: DVD "Eric Schulz: Karajan-The Second Life"-Interview mit Wolfgang Gülich). Meinem subjektiven Höreindruck lagen die von Günter Hermanns erstellten Aufnahmen für die DG bislang durchweg mehr, als die von Gülich erstellten. Für diese Veröffentlichung wurden alle Aufnahmen einem aufwendigen, neuen Remastering ausgehend von den Originalbändern unterzogen. Räumlichkeit und Klangbrillanz können nun erstmals wirklich davon überzeugen, dass Gülich sein Ziel tatsächlich erreicht hat. Jedoch bleibt mein Kritikpunkt, dass Gülichs Fokussierung auf Räumlichkeit zu Lasten der Detailtiefe geht. Diese bleibt auch nach dem Remastering hinter den Aufnahmen der DG zurück. Entweder hat also Günter Hermanns die Quadratur des Kreises gefunden, denn seine Aufnahmen vereinen perfekte Detailtiefe mit Klangbrillanz, ohne Räumlichkeit vermissen zu lassen. Oder aber, das Remastering der DG ist besser gelungen. Oder beides. Wie dem auch sei: Es lohnt sich, die Aufnahmen von Warner Classics mit den Aufnahmen der DG zu vergleichen, denn subjektive Höreindrücke können sich von Hörer zu Hörer naturgemäß unterscheiden. Ausgewogen ist das Klangbild allemal, und die Veröffentlichungen von Warner Classics und DG laden ein, Karajans wohl produktivste Schaffensperiode vom Ende der 60er-Jahre bis Anfang der 80er-Jahre nunmehr im Gesamtbild mit allen EMI und DG-Aufnahmen wieder neu auf klanglich höchstem Niveau zu entdecken.

Fazit: Einzigartig ist diese Veröffentlichung nicht geworden, aber etwas Besonderes: Während die Präsentation allenfalls durchschnittlich ausgefallen und die Aufteilung auf Einzel- anstelle einer Gesamtbox ärgerlich ist, stimmt die Qualität der Überarbeitung der Aufnahmen am Ende doch wieder versöhnlich. Sie ist zwar nicht so anspruchsvoll wie bei der DG ausgefallen, aber dennoch eine Entdeckung. Daher vergebe ich insgesamt wohlwollende vier Sterne.


Französische & Russische Musik 1970-1981
Französische & Russische Musik 1970-1981
Preis: EUR 21,69

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Karajans EMI-Aufnahmen neu entdeckt, 11. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die hier vorliegenden sechs Boxen vereinen die Aufnahmen sinfonischer Werke, die mit verschiedenen Orchestern unter der Leitung von Herbert von Karajan während seiner zweiten Zusammenarbeit mit EMI (heute Warner Classics) im Zeitraum von 1969 bis 1984 entstanden sind. (Weitere sieben Boxen der gleichen Serie vereinen die Aufnahmen aus der frühen Phase Karajans, die während seiner ersten Zusammenarbeit mit EMI zwischen 1946 und 1960 hauptsächlich mit dem Philharmonia Orchestra entstanden. Obwohl die unten gemachten Aussagen zur Präsentation auch auf die weiteren sieben Boxen übertragbar sind, sind einzig die Boxen mit Aufnahmen von 1969 bis 1984 Gegenstand dieser Rezension.)

Vorweg gesagt: Was die Wiederveröffentlichung von Aufnahmen aus dem Vermächtnis Herbert von Karajans angeht, hat die Deutsche Grammophon (DG) mit der Veröffentlichung der gesamten Aufnahmen von Orchesterwerken aus der Stereo- und frühen Digitalära von 1959 bis 1989 in drei Boxen ein ausgesprochen hohes Niveau vorgelegt. Dies gilt sowohl hinsichtlich der Präsentation mit dem Artwork der Original-LP-Hüllen als CD-Pappschuber als auch hinsichtlich der technisch anspruchsvollen Überarbeitung, die die Aufnahmen allesamt in grandioser Schönheit erstrahlen lassen und aus der Sammlung etwas Einzigartiges machen (vgl. meine Rezensionen dort).

Die Präsentation: Legt man die Erwartungshaltung zugrunde, die man von den DG-Boxen kennt, ist der erste Eindruck der Warner Classics-Boxen durchaus enttäuschend. Die Werke sind nicht chronologisch geordnet, geschweige denn mit dem Original-Artwork der Erstveröffentlichung auf LP versehen. Die Boxen stellen "herkömmliche" Kompilationen dar, deren Werkzusammenstellungen sich zunächst an thematischen Gemeinsamkeiten ("Deutsche Romantik", "Russische Musik") orientieren. Die CD's wirken effizient zusammengestellt, das heißt, es wurde offensichtlich versucht, die dem Themengebiet zugehörigen Aufnahmen auf möglichst wenigen CD's unterzubringen. Die Veröffentlichung als Einzelboxen anstelle einer Komplettbox ist insofern problematisch, als dass es kein Gesamtbooklet gibt, in dem sich ein komplettes Werkverzeichnis oder tiefergehende Hintergrundinformationen zu den Aufnahmen finden. Um ein bestimmtes Werk zu finden, ist also ein wenig Suche erforderlich. Immerhin beinhaltet jede Box ein kleines Booklet mit einem kurzen einleitenden Text zu den in der Box enthaltenen Aufnahmen. Auf jedem Pappschuber sind auf der Vorderseite Fotografien z.B. von Siegfried Lauterwasser sowie auf der Rückseite neben den Tracklistings Informationen über Aufnahmezeitpunkt und -ort aufgedruckt. Hinsichtlich der Präsentation fällt Warner Classics damit leider deutlich hinter die DG zurück. Hier hätten sich die Verantwortlichen besser die Konkurrenz als Vorbild genommen. Zwischenwertung: Drei Sterne.

Die Aufnahmen: Während Herbert von Karajan seinem aus anderen Quellen hinreichend bekanntem Stil treu blieb, egal für welches Label er aufnahm, unterschied sich die Herangehensweise an die Aufnahmen zwischen den beteiligten Tonmeistern und damit die Klangcharakteristik in einem entscheidenden Punkt: Günter Hermanns zeichnete für die DG jede Instrumentengruppe mit Einzelmikrofonen auf; Wolfgang Gülich verwendete für die EMI wenige Kugelmikrofone, mit denen er nach eigener Aussage das Ziel verfolgte, die Räumlichkeit des Orchesterklangs bestmöglich einzufangen (Vgl.: DVD "Eric Schulz: Karajan-The Second Life"-Interview mit Wolfgang Gülich). Meinem subjektiven Höreindruck lagen die von Günter Hermanns erstellten Aufnahmen für die DG bislang durchweg mehr, als die von Gülich erstellten. Für diese Veröffentlichung wurden alle Aufnahmen einem aufwendigen, neuen Remastering ausgehend von den Originalbändern unterzogen. Räumlichkeit und Klangbrillanz können nun erstmals wirklich davon überzeugen, dass Gülich sein Ziel tatsächlich erreicht hat. Jedoch bleibt mein Kritikpunkt, dass Gülichs Fokussierung auf Räumlichkeit zu Lasten der Detailtiefe geht. Diese bleibt auch nach dem Remastering hinter den Aufnahmen der DG zurück. Entweder hat also Günter Hermanns die Quadratur des Kreises gefunden, denn seine Aufnahmen vereinen perfekte Detailtiefe mit Klangbrillanz, ohne Räumlichkeit vermissen zu lassen. Oder aber, das Remastering der DG ist besser gelungen. Oder beides. Wie dem auch sei: Es lohnt sich, die Aufnahmen von Warner Classics mit den Aufnahmen der DG zu vergleichen, denn subjektive Höreindrücke können sich von Hörer zu Hörer naturgemäß unterscheiden. Ausgewogen ist das Klangbild allemal, und die Veröffentlichungen von Warner Classics und DG laden ein, Karajans wohl produktivste Schaffensperiode vom Ende der 60er-Jahre bis Anfang der 80er-Jahre nunmehr im Gesamtbild mit allen EMI und DG-Aufnahmen wieder neu auf klanglich höchstem Niveau zu entdecken.

Fazit: Einzigartig ist diese Veröffentlichung nicht geworden, aber etwas Besonderes: Während die Präsentation allenfalls durchschnittlich ausgefallen und die Aufteilung auf Einzel- anstelle einer Gesamtbox ärgerlich ist, stimmt die Qualität der Überarbeitung der Aufnahmen am Ende doch wieder versöhnlich. Sie ist zwar nicht so anspruchsvoll wie bei der DG ausgefallen, aber dennoch eine Entdeckung. Daher vergebe ich insgesamt wohlwollende vier Sterne.


Sibelius 1976-1981
Sibelius 1976-1981
Preis: EUR 16,98

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Karajans EMI-Aufnahmen neu entdeckt, 11. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sibelius 1976-1981 (Audio CD)
Die hier vorliegenden sechs Boxen vereinen die Aufnahmen sinfonischer Werke, die mit verschiedenen Orchestern unter der Leitung von Herbert von Karajan während seiner zweiten Zusammenarbeit mit EMI (heute Warner Classics) im Zeitraum von 1969 bis 1984 entstanden sind. (Weitere sieben Boxen der gleichen Serie vereinen die Aufnahmen aus der frühen Phase Karajans, die während seiner ersten Zusammenarbeit mit EMI zwischen 1946 und 1960 hauptsächlich mit dem Philharmonia Orchestra entstanden. Obwohl die unten gemachten Aussagen zur Präsentation auch auf die weiteren sieben Boxen übertragbar sind, sind einzig die Boxen mit Aufnahmen von 1969 bis 1984 Gegenstand dieser Rezension.)

Vorweg gesagt: Was die Wiederveröffentlichung von Aufnahmen aus dem Vermächtnis Herbert von Karajans angeht, hat die Deutsche Grammophon (DG) mit der Veröffentlichung der gesamten Aufnahmen von Orchesterwerken aus der Stereo- und frühen Digitalära von 1959 bis 1989 in drei Boxen ein ausgesprochen hohes Niveau vorgelegt. Dies gilt sowohl hinsichtlich der Präsentation mit dem Artwork der Original-LP-Hüllen als CD-Pappschuber als auch hinsichtlich der technisch anspruchsvollen Überarbeitung, die die Aufnahmen allesamt in grandioser Schönheit erstrahlen lassen und aus der Sammlung etwas Einzigartiges machen (vgl. meine Rezensionen dort).

Die Präsentation: Legt man die Erwartungshaltung zugrunde, die man von den DG-Boxen kennt, ist der erste Eindruck der Warner Classics-Boxen durchaus enttäuschend. Die Werke sind nicht chronologisch geordnet, geschweige denn mit dem Original-Artwork der Erstveröffentlichung auf LP versehen. Die Boxen stellen "herkömmliche" Kompilationen dar, deren Werkzusammenstellungen sich zunächst an thematischen Gemeinsamkeiten ("Deutsche Romantik", "Russische Musik") orientieren. Die CD's wirken effizient zusammengestellt, das heißt, es wurde offensichtlich versucht, die dem Themengebiet zugehörigen Aufnahmen auf möglichst wenigen CD's unterzubringen. Die Veröffentlichung als Einzelboxen anstelle einer Komplettbox ist insofern problematisch, als dass es kein Gesamtbooklet gibt, in dem sich ein komplettes Werkverzeichnis oder tiefergehende Hintergrundinformationen zu den Aufnahmen finden. Um ein bestimmtes Werk zu finden, ist also ein wenig Suche erforderlich. Immerhin beinhaltet jede Box ein kleines Booklet mit einem kurzen einleitenden Text zu den in der Box enthaltenen Aufnahmen. Auf jedem Pappschuber sind auf der Vorderseite Fotografien z.B. von Siegfried Lauterwasser sowie auf der Rückseite neben den Tracklistings Informationen über Aufnahmezeitpunkt und -ort aufgedruckt. Hinsichtlich der Präsentation fällt Warner Classics damit leider deutlich hinter die DG zurück. Hier hätten sich die Verantwortlichen besser die Konkurrenz als Vorbild genommen. Zwischenwertung: Drei Sterne.

Die Aufnahmen: Während Herbert von Karajan seinem aus anderen Quellen hinreichend bekanntem Stil treu blieb, egal für welches Label er aufnahm, unterschied sich die Herangehensweise an die Aufnahmen zwischen den beteiligten Tonmeistern und damit die Klangcharakteristik in einem entscheidenden Punkt: Günter Hermanns zeichnete für die DG jede Instrumentengruppe mit Einzelmikrofonen auf; Wolfgang Gülich verwendete für die EMI wenige Kugelmikrofone, mit denen er nach eigener Aussage das Ziel verfolgte, die Räumlichkeit des Orchesterklangs bestmöglich einzufangen (Vgl.: DVD "Eric Schulz: Karajan-The Second Life"-Interview mit Wolfgang Gülich). Meinem subjektiven Höreindruck lagen die von Günter Hermanns erstellten Aufnahmen für die DG bislang durchweg mehr, als die von Gülich erstellten. Für diese Veröffentlichung wurden alle Aufnahmen einem aufwendigen, neuen Remastering ausgehend von den Originalbändern unterzogen. Räumlichkeit und Klangbrillanz können nun erstmals wirklich davon überzeugen, dass Gülich sein Ziel tatsächlich erreicht hat. Jedoch bleibt mein Kritikpunkt, dass Gülichs Fokussierung auf Räumlichkeit zu Lasten der Detailtiefe geht. Diese bleibt auch nach dem Remastering hinter den Aufnahmen der DG zurück. Entweder hat also Günter Hermanns die Quadratur des Kreises gefunden, denn seine Aufnahmen vereinen perfekte Detailtiefe mit Klangbrillanz, ohne Räumlichkeit vermissen zu lassen. Oder aber, das Remastering der DG ist besser gelungen. Oder beides. Wie dem auch sei: Es lohnt sich, die Aufnahmen von Warner Classics mit den Aufnahmen der DG zu vergleichen, denn subjektive Höreindrücke können sich von Hörer zu Hörer naturgemäß unterscheiden. Ausgewogen ist das Klangbild allemal, und die Veröffentlichungen von Warner Classics und DG laden ein, Karajans wohl produktivste Schaffensperiode vom Ende der 60er-Jahre bis Anfang der 80er-Jahre nunmehr im Gesamtbild mit allen EMI und DG-Aufnahmen wieder neu auf klanglich höchstem Niveau zu entdecken.

Fazit: Einzigartig ist diese Veröffentlichung nicht geworden, aber etwas Besonderes: Während die Präsentation allenfalls durchschnittlich ausgefallen und die Aufteilung auf Einzel- anstelle einer Gesamtbox ärgerlich ist, stimmt die Qualität der Überarbeitung der Aufnahmen am Ende doch wieder versöhnlich. Sie ist zwar nicht so anspruchsvoll wie bei der DG ausgefallen, aber dennoch eine Entdeckung. Daher vergebe ich insgesamt wohlwollende vier Sterne.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 23, 2015 9:43 PM CET


Karajan: 1980s Orchestral Recordings (Limited)
Karajan: 1980s Orchestral Recordings (Limited)
Preis: EUR 198,99

20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Karajan Werkschau ist (fast) komplett!, 23. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ehrgeiz und das Streben danach, in allem was er tat, der Beste zu sein, das sind zweifellos zwei der mannigfaltigen Charaktereigenschaften des Herbert von Karajan. Das galt selbstverständlich für seine Aufnahmetätigkeit, wie für seine Freizeitaktivitäten. Ein Vorreiter auf technischem Gebiet war er Zeit seines Lebens ebenso. Da verwundert es nicht, dass er, als er 1979 hörte, dass EMI eine erste Produktion als Digitalaufnahme auf den Markt gebracht hatte, ebenfalls digital aufnehmen wollte. Als erste Digitalaufnahme entstand so die (in dieser Box nicht enthaltene) Opernaufnahme von Mozarts "Die Zauberflöte".

Mit der kurz danach erfolgten Einführung der Compact Disc war klar, welche Aufnahme- und Wiedergabetechnik der Maestro fortan verwenden wollte: digital ("Alles andere ist Gaslicht."-Herbert von Karajan).

Sein bisher eingespieltes Repertoire lag zwar inzwischen in Stereo vor, jedoch entstanden mit analoger Aufnahmetechnik. Mit der Verfügbarkeit digitaler Aufnahme- und Reproduziermöglichkeiten stand der stets nach Perfektion strebende Dirigent also quasi wieder am Anfang.
Manche sagen, er habe zu diesem Zeitpunkt Anfang der 80er-Jahre seinen Zenit bereits überschritten gehabt. Tatsächlich verlangte sein andauerndes Rückenleiden, dass ihm ständig Schmerzen bereitete, höchste Disziplin und viel Kraft von ihm ab. Zusätzlich sorgten Querelen mit den Berliner Philharmonikern, die mit seinem Beharren auf die Aufnahme der Klarinettistin Sabine Meyer begannen, für Dissonanzen. Vielleicht spürte er selbst, dass seine Zeit endlich und er im Prinzip zu früh geboren war, um sein Werk der Nachwelt in bestmöglicher Qualität hinterlassen zu können. "Ich find das Wort von Goethe so schön, der sagt: 'Wenn mir mein Inneres soviel zu geben hat, und mein Körper verweigert mir den Dienst, dann hat die Natur die Pflicht, mir einen neuen Körper herzustellen!' Da bin ich wirklich vollends seiner Meinung.", sagte er einmal. Jedenfalls machte er sich in schneller Folge, als ob im Wettlauf mit der Zeit, daran, sein Repertoire erneut einzuspielen. Ob dies alles die Wirkung der ein- oder anderen Aufnahme beeinträchtigt haben mag, darüber gibt es durchaus geteilte Meinungen.

Was für mich zunächst feststeht, ist: Alle Aufnahmen in dieser Box sind zweifellos technisch perfekt, da digital. Jedoch steckt jede neue Technik erst einmal in den Kinderschuhen, so auch die digitale Aufnahmetechnik. Die frühen Digitalaufnahmen in der bisher unbearbeiteten Form leiden unter fehlender Klangwärme und Dynamik, insbesondere die Bässe erscheinen sehr schwach. Die Deutsche Grammophon hat bereits Mitte der 90er-Jahre mit der Edition "Karajan Gold" eindrucksvoll gezeigt, dass ihr Original Image Bit Processing (OIBP) in der Lage ist, diese Schwächen geradezu zu tilgen und die Aufnahmen zu Perfektion und Vollendung zu führen. Während die damalige Edition zunächst 20 CD's umfasste, liegt mit der hier vorliegenden Box Karajan: 1980s Orchestral Recordings (Limited) nunmehr das komplette digital aufgenommene Repertoire Karajans mit OIBP überarbeitet vor. Wer "Karajan Gold" bereits kennt, weiß, dass die Bearbeitung eine Klangqualität hervorbringt, wie man es von einer Digitalaufnahme selbst heutigen Datums erwarten kann.

Die Präsentation folgt den Vorgängerboxen und dürfte inzwischen bekannt sein: Die CD's befinden sich in Papphüllen, auf denen die Motive (Vorder- und Rückseite) der Original-LP-Hüllen aufgedruckt sind. Die CD's selbst haben eine Reliefbedruckung, die an LP's erinnert. Im 200-seitigen illustrierten Booklet findet sich neben interessanten Begleittexten auch der in Karajan: The 1970s Recordings (Limited Edition) so schmerzlich vermisste Werkindex wieder, was das schnelle Auffinden einer bestimmten Aufnahme / CD stark erleichtert. Ein einmaliges Präsentationskonzept wird damit perfekt zu Ende geführt.

Interpretatorisch bieten die Aufnahmen dagegen ein gemischtes Bild: Einiges erinnert nicht nur an die Genialität der Aufnahmen aus den 60er und 70er-Jahren, sondern erreicht sie mindestens auch. Dazu gehört für mich beispielsweise der Brahms-Zyklus genauso, wie die Bruckner-Sinfonien und die Liszt-Aufnahmen sowie Holsts "Planeten" und die "Alpensinfonie".
Andere Aufnahmen erreichen die interpretatorische Qualität der Vorgängerversionen nicht, darunter der Tschaikowsky- und Beethoven-Zyklus.

Was aber klar überwiegt, ist die Tatsache, dass die Deutsche Grammophon mit den nunmehr komplettierten Boxen Karajan 1960s Recordings, Karajan: The 1970s Recordings (Limited Edition) und Karajan: 1980s Orchestral Recordings (Limited) eine komplette Karajan-Werkschau aus drei Jahrzehnten Stereo- und Digital-Ära vorgelegt hat, die nicht nur hinsichtlich der Art der Präsentation, sondern auch wegen der Güte der Restauration der Aufnahmen Maßstäbe setzt und seinesgleichen sucht. Insgesamt sind dies die Editionen, die dem Vermächtnis von Herbert von Karajan die nötige Ehre erweisen. Klare Kaufempfehlung und fünf Sterne! Was zur kompletten Karajan-Werkschau noch fehlt? Ganz klar die Karajan'schen Opernaufnahmen, die für die Deutsche Grammophon entstanden sind. Vielleicht nächstes Jahr?


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