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Das Engelstor: Roman (insel taschenbuch)
Das Engelstor: Roman (insel taschenbuch)
von Penelope Fitzgerald
  Taschenbuch
Preis: EUR 3,95

4.0 von 5 Sternen Der Fuhrmann im Fen oder wie man La Traviata umschifft, 21. Juni 2013
Penelope Fitzgeralds Buch 'Das Engelstor' steht ganz in der Tradition des englischen Gesellschaftsromans. Erzählt wird die Geschichte von Fred Fairly und Daisy Saunders. Zwei Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten und daher nach den Maßstäben des beginnenden 20. Jahrhunderts nicht füreinander geeignet.

Fred stammt aus einer Pfarrersfamilie und ist Junior Fellow für Physik am kleinsten und konservativsten College der Universität Cambridge, was ihn nach den Statuten der Einrichtung zum Junggesellendasein verpflichtet.
Daisy ist Tochter einer alleinerziehenden Mutter und schon früh mit der harten Lebenswirklichkeit in Londons Süden vertraut. Zwei Menschen, deren Wege sich durch einen Zufall, einen Fahrradunfall, kreuzen.

In einer sehr ruhigen Sprache erfährt der Leser Episoden und Details nicht nur aus dem Leben der beiden Protagonisten, sondern auch über die Zustände und gesellschaftlichen Veränderungen in England um 1912.

Freds Mutter und Schwestern engagieren sich in der Suffragettenbewegung und setzen sich glühend für das Frauenwahlrecht ein – bei einer Tasse Tee und mit Näharbeiten für die Slogans auf den Demonstrationstüchern. Freds College ist ein Hort skurriler Vorschriften und Typen. Sei es der blinde Master oder Freds Professor, der der modernen Atomphysik äußerst skeptisch gegenübersteht, oder auch der Provost, dessen Hobby es ist, gruselige Geschichten zu erfinden und öffentlich zu erzählen. Das kann auch schon mal dazu führen, dass diese von der Bevölkerung für bare Münze genommen werden und Polizei und Justiz gezwungen sind, Maßnahmen zu ergreifen.

Daisys Werdegang war um einiges schwieriger. Bereits im Alter von 15 Jahren musste sie zum Lebensunterhalt für sich und ihre Mutter beitragen. Sie ist ein bodenständiges, pragmatisches und auch hübsches Mädchen. Letzteres macht es für sie bei diversen Arbeitgebern nicht unbedingt einfacher. Nach dem Tod ihrer Mutter schafft sie es, eine Lehrstelle als Schwesternschülerin in einem Krankenhaus zu erlangen. Obwohl eine gute Schwester, muss sie die Erfahrung machen, dass altruistisches Handeln nicht in jedem Fall die richtige Entscheidung ist.
Diese beiden so unterschiedlichen Menschen treffen aufeinander und vor allem Freds geordnete Welt gerät gehörig ins Wanken.

Die Autorin erzählt die Geschichte mit genauem Blick und viel Zuneigung für ihre beiden Hauptpersonen und deren Lebenswelt. Der Erzählfluss ist eher langsam, manchmal bedächtig bis langatmig, aber niemals langweilig. Der unspektakuläre Sprachstil, dazu die ruhig fließende Handlung, man könnte das gesamte Unterfangen des Romans als altmodisch bezeichnen. Eine Geschichte, die den Leser entschleunigt und auf die man sich mit Muße einlassen sollte – sonst würde man sie wohl schnell aus der Hand legen.


Rund um Innsbruck: Wanderkarten-Set mit Naturführer. GPS-genau. 1:50000
Rund um Innsbruck: Wanderkarten-Set mit Naturführer. GPS-genau. 1:50000
Preis: EUR 10,00

4.0 von 5 Sternen Gut für längere Touren, 28. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wie vom KOMPASS-Verlag nicht anders zu erwarten, sind die beiden Karten sehr sorgfältig, übersichtlich und ausführlich angefertigt.

Karte Nr. 1 umfasst das Gebiet zwischen Karwendelgebirge im Norden, Brennerpass im Süden, Zell am Ziller im Osten und Gries i. Sellrain im Westen.
Karte Nr. 2 steht für das Gebiet zwischen Kochelsee im Norden, Sellrainer Berge im Süden, Jenbach im Osten und Ehrwald im Westen.

Mit diesen beiden Karten wird also ein sehr weitläufiges Gebiet rund um Innsbruck abgedeckt, dem Maßstab vom 1:50.000 entsprechend. Deshalb eignen sich die Karten besonders gut für die Planung längerer Radtouren oder mehrtägiger Hüttenwanderungen mit längerem Anreiseweg. Möchte man vorzugsweise Tagestouren in der näheren Umgebung Innsbrucks unternehmen, sollte man sich eine Karte mit kleinerem Maßstab zulegen.

Neben den beiden Tourenkarten gehört zum Set noch ein Naturfürer über Wiesenblumen. Das ist sicher eine gut gemeinte Idee und auch ganz nett, wenn man zur entsprechenden Jahreszeit dort seine Touren unternimmt, ansonsten eher etwas für botanisch interessierte Menschen. Auch wenn man sich in der Gegend schon ganz gut auskennt – ich spreche aus eigener Erfahrung – wäre ein handlicher Führer mit Vorschlägen für Rad/Wandertouren sinnvoller gewesen. Schließlich werden gute Vorschläge immer gern angenommen.


Was verborgen bleibt
Was verborgen bleibt
von Britta Boerdner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erinnerung ist das, was bleibt, 24. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Was verborgen bleibt (Gebundene Ausgabe)
Vielleicht ist es die bildhafte, langsam und dunkel fließende Sprache, die der Grund dafür ist, dass man das Buch, einmal angelesen, nicht wieder aus der Hand legt. Es ist die Geschichte eines Versprechens und sollte die Geschichte eines Neuanfangs werden. “Wer von uns zuerst da ist, holt den anderen nach, versprachen wir uns.” Doch die Ich-Erzählerin muss bald feststellen, wie schwer es ist, jemandem nachzufolgen.

New York war einst die letzte Station auf einer gemeinsamen Reise durch den amerikanischen Südwesten gewesen, der letzte Stopp und gleichzeitig der Beginn einer Idee, hier in der Neuen Welt gemeinsam sein Glück zu versuchen. Gregor hat vor fünf Monaten als Erster den Neuanfang begonnen.

Er hat sich dem pulsierenden Rhythmus der Großstadt und dem Eiltempo seines Jobs angepasst. Nun ist sie nachgefolgt, vorerst für drei Wochen, zu Besuch. Sie spürt, sie kann mit dem Tempo nicht Schritt halten, kommt sich vor wie ein Fremdkörper. Sie beginnt mit ihren Streifzügen durch die Stadt, sucht Plätze und Orte auf, an denen sie gemeinsam Pläne geschmiedet hatten, nur um festzustellen, dass sich das Gestern nicht wiederholen lässt.
So fremd ihr die Stadt bleibt, so fremd wird ihr der Freund. Mit jedem Schritt, jeden Blick auf diese Stadt verflüchtigen sich Gefühl und Intimität. Sie leidet an der Distanz und Lieblosigkeit des Freundes, der sich längst von ihr gelöst hat. Sie streift durch die Straßen im Hier und Jetzt, sehnt sich nach der Nähe und Intimität, nach der vertrauten Zweisamkeit aus der Vergangenheit.
All das, was ihre Beziehung einmal ausmachte, begann vor fünf Jahren in der alten Heimat.
Nun sind sie zwei Menschen, die sich verloren haben. Er hat sie aus seiner Mitte entfernt, sie ist ein Relikt, auf Distanz gehalten, aus seiner Gegenwart geworfen.

Im Raum steht die Frage, wo ein Mensch beheimatet ist oder sein kann. Ist es das vertraute Umfeld mit der persönlichen Geschichte, sind es die neuen Ufer, zu denen er aufgebrochen ist, oder vielleicht in einem anderen Menschen? An einer Stelle schreibt die Autorin: „Was braucht es, um gemeinsam alt zu werden?“
Müsste man vom Anderen verlangen zu verharren? Doch auch Menschen in Paarbeziehungen sind ständig in Bewegung.

Gregor hat sich in seinem neuen Leben eingerichtet, so bleiben sie sich fremd, und verstummen. Es ist, als habe sich eine unsichtbare Tür zwischen beiden aufgebaut, gläsern und verschlossen zugleich.
Diese Tür lässt ihr keinen Zutritt mehr zu seinem neuen Leben.

Britta Boerdners Roman erzählt auf eindrucksvolle Weise, in einer tiefsinnigen Sprache den langsamen, doch unaufhaltsamen Prozess der Auflösung einer Beziehung und ist gleichzeitig ein wunderschöner Streifzug durch das winterliche New York.


Berliner Zimmer. Roman
Berliner Zimmer. Roman
von Sepp Mall
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

4.0 von 5 Sternen "Warten heißt, dass alles verblasst.", 18. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Berliner Zimmer. Roman (Gebundene Ausgabe)
Johannes Stockner, Lehrer in Südtirol und alleinerziehender Vater einer Tochter begibt sich auf Spurensuche.

Nach dem Tode seines Vaters stellt er mit Erschrecken fest, dass er diesen Menschen, der sein Vater war, nur bruchstückhaft gekannt hatte. Er weiß nichts aus dessen Kindheit, nichts von glücklichen oder unglücklichen Liebschaften, nicht wen er geliebt oder gehasst hatte. Alles, was vor seiner Geburt geschehen war, ist ihm verborgen geblieben. Es ist zwar bekannt, dass der Vater in den letzten Kriegsmonaten als Jugendlicher noch zur Wehrmacht eingezogen worden war, doch darüber wurde in der Familie nicht gesprochen. Einmal nur, auf einem Familientreffen, hatte der Vater über Orte und Geschehnisse versucht zu reden, doch die Familie bestand auf der Fortsetzung des Fernsehprogramms – und der Vater verstummte.

Anhand einiger Unterlagen, die die demente Mutter noch nicht entsorgt hat, lässt sich rekonstruieren, dass der Vater 1944 in Berlin stationiert gewesen und dort eine Beziehung zu einem Mädchen gehabt haben musste. Johannes, der Sohn, macht sich auf die Reise nach Berlin, in der Hoffnung noch Spuren seines Vaters zu finden. Tatsächlich findet er Klara, die Liebe seines Vaters, die er aufgrund der Kriegswirren schon nach einem Tag wieder verloren hatte. Hier in Berlin wird der tote Vater noch einmal jung und lebendig, um ein zweites Mal, diesmal in Berlin, zu sterben. Johannes durchlebt die Spurensuche auf mehreren Ebenen, die sich ineinander verweben zwischen Wahn, Wunschdenken und Wirklichkeit.

Das Buch ist sehr einfühlsam geschrieben, in einer leisen, fast sanften Sprache, dem behandelten Stoff wohltuend angemessen. Eine ganz besondere Art, Abschied zu nehmen.


Texte zur Theorie der Komik
Texte zur Theorie der Komik
von Helmut Bachmaier
  Taschenbuch
Preis: EUR 4,80

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Komik, Lachen und Humor, 17. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Texte zur Theorie der Komik (Taschenbuch)
Das Büchlein vermittelt auf etwa 140 Seiten Gedanken verschiedener Autoren (Philosophen, Literaten, Sprachwissenschaftler), die sich mit dem Thema Komik befasst haben. Wann empfinden Menschen eine Situation als komisch? Warum lachen wir über andere Menschen oder bestimmte Ereignisse? Was ist Komik überhaupt?

In der Philosophie war das Thema Komik in der Vergangenheit nicht sehr häufig Gegenstand von Betrachtungen. Galt doch die Komödie stets als kleine und minderwertige Schwester der Tragödie, gerade mal gut genug, dass gemeine Volk zu belustigen. Der Komik wurde keine allzu große intellektuelle Leistung zugeteilt. Wird Komik nicht von Affekten bestimmt und zeigt die wenig vorteilhaften Seiten des Menschen? Und dennoch: Komik erweitert den Blick auf die Realität.

In diesem Buch kommen - angefangen bei Aristoteles - namhafte Autoren zu Wort: Horaz, Hobbes, Kant und Hegel, Schopenhauer, Kierkegaard, Baudelaire, Ritter und Iser – um nur einige zu nennen. Es handelt sich also um eine Wanderung durch die Geschichte dieses Zweiges der Ästhetik.

Anhand von Textstellen wird gezeigt, wie der jeweilige Autor seinen Zugang zur Komik beschreibt. Vor dem Text, als eine Art Einführung, wird vom Herausgeber des Heftes die These des Originaltextes zusammengefasst und beschrieben. Bei der Kürze der Textstellen kann es sich immer nur ein Hineinschnuppern handeln. Will man tiefer in die Thesen gehen, ist die Lektüre des Originaltextes unabdingbar. Dennoch vermittelt dieses Büchlein einen Eindruck, wie Komik von den verschiedenen Autoren in ihren Zeiträumen wahrgenommen und beurteilt wurde.


Die Schleife an Stalins Bart: Ein Mädchenstreich, acht Jahre Haft und die Zeit danach
Die Schleife an Stalins Bart: Ein Mädchenstreich, acht Jahre Haft und die Zeit danach
von Erika Riemann
  Taschenbuch

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Danke, Erika, 1. Mai 2013
Es fällt nicht leicht eine Rezension über dieses Buch zu schreiben. Ein Buch, das ich nach dem Anlesen nicht mehr aus der Hand legen konnte und an einem Tag ausgelesen habe. Die Autorin, Erika Riemann, wurde als 14-jährige zu 10 Jahren Haft verurteilt, weil sie auf einem Foto den Bart Stalins mit einer Schleife aus Lippenstift 'verschönert' hatte. Sie schreibt über ein lange totgeschwiegenes Kapitel der deutschen Geschichte. Während die Opfer des grausamen Jahrdutzends der Nazizeit immer Gehör fanden und die Geschichte der Gewaltherrschaft der Nazis (wenn auch zögerlich aufgearbeitet wurde und immer noch wird), fanden die Opfer der Gewaltherrschaft des Kalten Krieges nie offene Ohren. Entweder durfte darüber nicht gesprochen werden - im Osten, oder es interessierte niemanden - im Westen.
Erst nachdem mit der Auflösung der DDR auch diese Geschichte aufgearbeitet wird, erfahren auch die Opfer der dortigen Willkür Aufmerksamkeit. Umso mehr ist den Zeitzeugen zu danken, die nach all den Jahren des Schweigens und Verdrängens noch die Kraft aufbringen, über ihre Erlebnisse zu berichten.

Die Sprache des Buches ist überzeugend, weil ohne Umstände. Die Geschehnisse werden beschrieben, wie sie ein Teenager von damals empfunden haben muss. Sie kommt ohne Umschweife zur Sache und - das macht betroffen. Wie soll man derart unmenschliche Grausamkeiten auch beschreiben? Niemand kann sich vorstellen, wie es ist, tagelang zwischen einer Doppeltür eingepfercht zu sein. Eine Blinddarm-Operation ohne Narkose, Wanzen, Krätze, Hungerödeme, TB. Dazu noch die Schikanen, Demütigungen und Grausamkeiten der Soldaten, Polizisten und Wärterinnen. Die Verzweiflung über das völlige Ausgeliefertsein, den Tod stets vor Augen, die Gedanken nur noch auf das Überleben gerichtet. Die Erzählung lässt nur erahnen, was die Autorin und ihre Leidensgefährtinnen in Sachsenhausen, Torgau oder Hoheneck durchlitten haben müssen. Vorstellen kann man es sich nicht. Frauen, willkürlich verurteilt wegen Nichtigkeiten oder völlig schuldlos.

Dann, nach 8 Jahren die Entlassung und die Versuche, in der Freiheit, in einer völlig neuen Wirtschaftswunderwelt, die von der Vergangenheit nichts mehr hören will, wieder Fuß zu fassen.

Die Autorin fand erst nach Jahrzehnten die Kraft ihre Geschichte aufzuschreiben und damit den immer wiederkehrenden Traum der unüberwindbaren Mauer zu durchbrechen. Wahrscheinlich brauchte es ebenso lange bis eine neue Generation, unbelastet von Nazizeit und Kaltem Krieg, den Kopf so frei hat, diesen Geschichten zuzuhören.

Dieses Buch sollte allen Menschen gewidmet sein, die überall auf der Welt, der Willkür, den Grausamkeiten und den Bösartigkeiten ihrer Mitmenschen hilflos ausgeliefert sind.

Über die 5 Sterne hinaus, möchte ich zu einer Bewertung greifen, die sonst nur bei Filmen üblich ist: Prädikat: Besonders wertvoll.


Gut gegen Nordwind: 4 CDs
Gut gegen Nordwind: 4 CDs
von Daniel Glattauer
  Audio CD
Preis: EUR 10,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Moderne Zeiten, 1. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Gut gegen Nordwind: 4 CDs (Audio CD)
Es ist die Geschichte einer Zufälligkeit. Zufällig landet Emmis E-Mail, mit der sie eine Zeitschrift abbestellen möchte, in Leos Mail-Box. Daraus entwickelt sich eine Beziehung, wie sie nur im Hier und Jetzt, im Zeitalter der virtuellen Kommunikation möglich ist. Aus dem Zufall entwickelt sich eine Romanze.

"Zu meinem Glück gehören E-Mails von Leo", schreibt Emmi.
Und Leo meint: "Schreiben Sie mir, Emmi!
Schreiben ist wie Küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist Küssen mit dem Kopf."

Glattauer gelingt eine hinreißende Liebesgeschichte, die mit jeder E-Mail weitere Nahrung findet und doch nur in den Köpfen und den Phantasien der Protagonisten existiert. Mit leichter Hand und fluffiger Sprache entwickelt er aus zarten Anfängen eine Beziehung, die immer mehr zur Abhängigkeit der beiden voneinander führt. Der Roman als solcher wäre mir vier Sterne wert gewesen.

Als Hörbuch aber gewinnt der Roman durch die Umsetzung mit Andrea Sawatzki und Christian Berkel noch enorm dazu. Die beiden spielen sich die Dialoge wie Bälle zu. Jede E-Mail gibt die Gemütslage des Schreibenden oder Lesenden wieder; Erwartung, Enttäuschung, Freude, Verstimmung, Verwirrung, Hoffnung. Sawatzki, die quirlige und lebenshungrige Emmi, Berkel, der ruhigere und behutsame Leo.
Sawatzki und Berkel sprechen nicht Emmi und Leo. Sie sind Emmi und Leo. Ein Ohrenschmaus!


Simons Katze - Kätzchenchaos
Simons Katze - Kätzchenchaos
von Simon Tofield
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ganz schön pfiffig, 11. April 2013
Wer eigene Katzen hat, wird seine Stubentiger in den Tofield-Büchern wiedererkennen. 'Kätzchenchaos' ist ein weiterer Ableger in der genialen Reihe 'Simons Katze'. Langeweile kommt beim Durchblättern garantiert nicht auf – oft muss man einfach laut auflachen, weil die Situationen so typisch und einem so vertraut sind. Ein tolles Buch für Katzenliebhaber zum Verschenken und - Behalten.


Küstenwache - Das Kochbuch: Zwischen Kamera und Küche
Küstenwache - Das Kochbuch: Zwischen Kamera und Küche
von Uwe Hils
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf Schlemmerstreife mit der Albatros, 6. April 2013
Für alle, die nicht genug von der TV-Serie bekommen können, gibt es jetzt auch das Küstenwache-Kochbuch. Ein Buch, auf das sicherlich nicht die Welt, aber so mancher Küstenwache-Fan gewartet haben mag.

Das Küstenwache-Kochbuch ist eine Wundertüte, nicht nur an vielfältigen Rezepten, sondern auch an Hintergrundgeschichten und Anekdoten über Dreharbeiten und Drehorte; unter dem Motto 'Geschichten für die Freiwache am Herd' erfährt man allerlei rund um die Serie, z. B. über Besichtigungsmöglichkeiten des Drehstudios, über 'Kalles Kneipe' in Pelzerhaken oder über das Catering bei den Dreharbeiten. Zudem bietet es Interessantes und Wissenswertes über die Arbeit der echten Küstenwache. Das Buch ist reich bebildert mit Fotos aus den Episoden und zeigt schöne Aufnahmen der Ostholsteiner Landschaft rund um Neustadt.

Rüdiger Joswig (Kapitän Ehlers), Sabine Petzl (Saskia Berg), Annekatrin Bach (Leonie Stern) und Andreas Arnstedt (Kai Norge) haben sich in die Töpfe gucken lassen und verraten ihre Lieblingsrezepte. Darüberhinaus erfährt man auch, was im realen Leben an Bord eines Küstenwache-Schiffes für die Mannschaft auf die Teller kommt.

Das Buch ist übersichtlich gegliedert in:

Vorspeisen - Salate – Suppen und Eintöpfe – rund um die Kartoffel – Gemüsegerichte – Nudeln und Reis – Fleischgerichte – Fischgerichte – Kleine Besonderheiten – Außergewöhnliche Spezialitäten – Süßspeisen und Desserts

Die Rezepte decken also eine weite Geschmackspalette ab. Für Kocherfahrene sind alle Rezepte simpel nachzukochen. Aber auch Anfänger werden am Herd nicht in Panik geraten, da die einzelnen Arbeitsschritte gut erklärt sind und man nie das Gefühl hat, dass es zu viel Mühe machen könnte oder nicht funktioniert. Man findet keine extravaganten Gerichte mit komplizierten Abläufen oder schwer erhältlichen Zutaten. Zugunsten der Serienfotos wurde weitgehend auf die Abbildung der Gerichte verzichtet. Um dem Auge dennoch etwas zu gönnen, ist die eigene Fantasie gefordert, die Gerichte ansprechend zu garnieren und zu präsentieren. Da ich persönlich eine leichte Küche bevorzuge, gefallen mir die Fisch- und Gemüserezepte ganz besonders.

Alles in allem ist das Küstenwache-Kochbuch eine runde Sache für Fans der Serie und ein nettes Schmankerl für Hobbyköche.


Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
von Jonas Jonasson
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unterhaltung mit Längen, 5. April 2013
Es hätte ein kurzweiliges Vergnügen werden können. Die Idee, der Plot, alles deutete in die richtige Richtung. Dass es am Ende nicht ganz geklappt hat, liegt an der Tatsache, dass der Roman mindestens 100 Seiten zu lang geworden ist. Spätestens ab Seite 250 kämpft man sich bis zum Ende durch.

Allan Karlsson, der Hundertjährige, erlebt die skurrilsten Abenteuer, nicht nur in der Gegenwart nach seiner Flucht aus dem Altenheim. Nein, sein gesamtes Leben scheint eine Ansammlung von absurden Ereignissen und Begegnungen zu sein. Genau da liegt die Stärke und auch gleichzeitig die Schwäche des Buches.

Der Autor erzählt Allans Lebensgeschichte in einem sehr schlichten Sprachstil, durchsetzt mit Wortwitz und schrägen Wendungen. Sozusagen das Rüstzeug für ansprechende Unterhaltungsliteratur. Das funktioniert auch sehr gut bis etwa zur Hälfte des Buches. Es ist sehr amüsant zu lesen, welche Unglaublichkeiten Allan und seinen Weggefährten zustoßen. Im Laufe des Romans wiederholen und summieren sich die Absurditäten jedoch derart, dass die Geschichte immer vorhersehbarer und langatmiger, um nicht zu sagen, langweiliger wird.

Wer möchte, kann in die Geschichte natürlich die Ebene: ‚Satire über die Befindlichkeiten der Global Player der Weltpolitik‘ hineininterpretieren. Muss man aber nicht.

Gegen Ende des Buches gelingt es dem Autor wieder Fahrt aufzunehmen und die Handlungsstränge auf originelle Weise zusammenzuziehen. Dennoch, was bleibt, ist ein Buch, von dem nicht viel bleibt.


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