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Rezensionen verfasst von
Torsten Koplin

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Interstellare Odyssee
Interstellare Odyssee
von Detlef Köhler
  Taschenbuch

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anspruchsvoll - zugleich unterhaltsam, 13. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Interstellare Odyssee (Taschenbuch)
"Interstellare Odyssee" - Ein anspruchsvoller und zugleich unterhaltsamer Science Fiction Roman

Wer mag in unserer Zeit schon noch Prognosen abgeben, gar solche darüber, wie es aussähe, würden unsere Kalender ganze 50 Jahre weitergeblättert? Sind doch gegenwärtige Umbrüche von allzu ungewissem Ausgang. Werden die derzeit im Norden Afrikas und dem Vorderen Asien implodierenden Machtstrukturen eine neue Ordnung finden, oder sind sie Vorboten weltweit anarischer Zustände? Wird die aktuell an Japans Küste nicht zu bändigende Atomkraft zu einem systematischen Umbau der Energiegewinnung und Energienutzung führen oder symbolisieren Tschernobyl und Fukushima bereits den "point of no return"?

Detlef Köhler ist mit seinem Science Fiction Roman "Interstellare Odyssee" das Wagnis einer Prognose eingegangen. Sie findet nicht ihren unmittelbaren Ursprung in den soeben in Fragen gekleideten Ereignissen dieser Tage. Das kann sie nicht, denn das Buch wurde bereits vor mehr als zwei Jahren geschrieben. Das braucht sie nicht, denn der Autor hat erfreulicherweise die Gabe, Geschehnisse, ob der Vergangenheit, ob der Gegenwart, weit, also grundsätzlich und zusammenhängend zu fassen und zu vermitteln.

Was Detlef Köhler uns schreibt, könnte dereinst so geschehen, ist gut denkbar. Als Autor beschehrt er uns ein besonderes Buch.
Es handelt vom Erstkontakt zu einer hochentwickelten Spezies, was im Übrigen wohl Gegenstand hunderter anderer Science Fiction Romane ist. Jedoch ist dem Roman tief liegend die Frage eingewoben, ob uns wohl außerirdische Intelligenz helfen kann, die schier unlösbaren irdischen Probleme zu meistern. Und auch das noch könnte Gegenstand einiger, nunmehr jedoch zählbarer Bücher utopischen Inhalts sein. Der Clou, der Detlef Köhler mit seinem Werk gelingt, ist, in die Handlung gleichsam eine philosophische Metaebene einzuflechten. So geschehen mit der Frage der objektiven Messbarkeit von Fortschritt. Wer da an "schneller, weiter , höher" denkt, wird sich des Profanens seiner Überlegungen rasch bewusst. Köhlers These, objektiver Fortschritt sei an der durchschnittlichen Lebenserwartung der Menschen messbar, bleibt trotz langfristiger Bemühungen des Rezensenten durch diesen nicht widerlegbar. Allein das Nachdenken über objektiv bestimmbaren Fortschritt lohnt das Lesen.

Zum Lesen zu empfehlen ist Detlef Köhlers "Interstellare Odyssee" auch wegen der vielen, nicht aufgesetzt daher kommenden Erklärungen physikalischer, technischer und technologischer Phänomene.

Detlef Köhlers Roman beinhaltet all das, was man von einem Science Fiction Roman erwartet: futuristisches gepaart mit Bodenhaftung und Nüchternheit, spannungsgeladenes gepaart mit Romantik und Erotik, faktenreiches gepaart mit Phantasie und Schwärmerischem.
All das lässt Vorfreude auskommen, denn der Fortsetzungsroman "Interstellares Mysterium" ist bereits angekündigt.

Torsten Koplin
Alt Rehse am 13. Juni 2011


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