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Monika
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Brotbackbuch Nr. 2: Alltagsrezepte und Tipps für naturbelassenes Brot
Brotbackbuch Nr. 2: Alltagsrezepte und Tipps für naturbelassenes Brot
von Lutz Geißler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,90

27 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Buch ist gelungen, 12. April 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
An beide Autoren und alle, die an dem Buch beteiligt waren!

Das Buch ist wirklich große Klasse. Ich habe (zugegebenermaßen mit einigen herben Rückschlägen) mit Buch 1 gelernt, was Brotbacken bedeutet, um wieviel besser selbstgebackenes Brot schmeckt und dass die vielen Chefkoch.de-Rezepte eigentlich geschmacklich den gleichen Mist wie industriell hergestellte Teiglinge produzieren.

Ich habe es nun geschafft, neben meinem sehr zeitintensiven aufreibenden Beruf mit vielen Abendterminen und Konferenzen, alle Brote und alle Brötchen (1-2 Brote pro Woche und samstags und sonntags früh Brötchen, Laugengebäckt etc.) selbst zu backen. Dazu gehört einfach Routine, z.B. mal mittwochsabends an den Vorteig für die Brötchen für Samstag zu denken und ihn halt auch ggf. um 24:00 Uhr zu produzieren und auch den Herd auf automatische Anschaltung in der Früh zu programmieren. Routine kann man nicht aus Büchern bekommmen, sondern man muss üben üben üben, bis alles in Fleisch und But übergeht und jeder Handgriff sitzt (insbesonder bei TA >180 .-)). Die Lust an dieser Arbeit und an den Ergebnissen habe ich dem Buch 1 zu verdanken. Buch 2 verwirrte mich am Anfang beim Durchblättern sehr. Parallelrezepte?

Nun habe ich das erste Mal Rezepte aus diesem Buch nachgebacken und merkte, dass ich einfach nur ein unflexibles Gewohnheitstier bin und die Vorstellung hatte, Buch 2 müsse die gleiche Aufmachung wie Buch 1 haben. Nach ganz kurzer Zeit stellte sich die Auflistung von jeweils 4 unterschiedlichen Herstellungsarten bei einer Brotart als äußerst praktisch und hilfreich dar! Ich bin nun an dem Punkt, an dem ich handwerklich alles gut hinbekommme. Was mir bisher fehlte, ist die gezielte Steuerung der Gare und etwas mehr Mut zum Experimentieren, was mir nun aufgrund des Aufbaus des Buches ganz sicher auch gelingt. Man hat bei jedem Rezept eine Vorstellung davon, wie Sauerteig, Hefe, Übernachtgare sich auf die Herstellungszeit und das Ergebnis auswirken. Ich habe beim zweiten Durchlesen und Blättern richtig Lust bekommen, auf Basis von Buch 2 auch eigene Rezepte bzw. Varianten zu probieren. Liebe Autoren, das habt Ihr prima hinbekommen. Auch die Fotos sind gut gelungen und extrem appetitanregend. Ich habe den Eindruck, dass Nr. 2 genau dann erschien, als ich genug Routine beim Brotbacken erworben habe. Habt ihr gut hinbekommen :-)). Für Menschen, die Buch 1 nicht haben und sich gleich Buch 2 kaufen wollen, mein Rat: Ich würde erst Buch 1 kaufen oder beide zusammen. Die Rezepte in Buch 2 sind für Hobbybäcker, die auf Bücher stehen, in denen Rezepte folgendermaßen beginnen: "Man nehme ......", nicht so ganz gut geeignet, was sich hier dann in 1-Sterne-Rezensionen wie "ich wollte nicht in Hefe promovieren, sondern..." äußert. Wer alle Jahr mal ein Brot backen will, der sollte das Brotbacken eigentlich lieber ganz lassen. In der Regel hat das Ergebnis meist wenig mit Brot zu tun, sondern ähnelt eher einem Hefekloß mit Kruste :-)). Alle würden schreien, wenn jemand seine Küchenhängeschränke mit Tesafilm festkleben würde, statt eine Schlagbohrmachine, Dübel und Schrauben zu nutzen. Was bei dem einen Handwerk an Fachkenntnissen vorausgesetzt wird, gilt dann beim Brotbacken auf einmal nicht mehr?

Mein Fazit: Wer von Bücher über Brot-/Brötchenbacken nicht nur Anleitungen für das Zusammenwerfen von Zutaten in der Rührschüssel einer KitchenAid-/Kenwood-Küchenmaschine erwartet, ist mit beiden Büchern sehr gut bedient. Ich war erstaunt, wie komplex Brotbacken ist und ahne nun auch, warum eine Bäckerlehre 3 Jahre dauert. Brot backen ist nicht nur "Man nehme", sondern vergleichbar mit anderen handwerklichen Bereichen. Man braucht fundiertes Wissen, Erfahrungen, qualitativ gutes Ausrüstung und auch Mut, zu experimentieren. Beide Bücher und insbesondere das neue Zweite liefern dieses Wissen und sind letztendlich auch eine Anleitung zum Ausprobieren. Noch eins: Ich hatte, nachdem ich meine ersten 10 Brote nach Buch 1 gebacken hatte, alle anderen Brotbackbücher aus meinen Regalen (7 Stücke) in den Altpapiercontainer geworfen: Brote mit Backpulver und andere absonderlichen Gebilde, Hauptsache schnell und aufgeblasen - Würg. Noch heute frage ich mich, was das war, was da aus dem Backofen kam und entfernte Ähnlichkeit mit Brot hatte.

Wer Spaß am Backen hat und auch nicht scheut, sich Wissen anzueignen, gerne liest und Bücher mit guten Bildern und natürlich gutes Brot/gute Brötchen mag, der/dem sei dieses neue Buch unbedingt zu empfehlen. Ich bin begeistert, heute früh (Sonntag) gab es Laugenstangen auf Basis des Rezeptes Laugenbrezeln aus Buch 1 und heute Abend gibt es ein Kastenroggenbrot auf reiner Sauterteigbasis aus Buch 2. Die Mikroben im Sauertei, den ich gestern Abend angesetzt hatte, toben schon vor lauter Vorfreude :-)). Ich brauche für meine Laugenstangen sonntags morgens 7 Minuten Aufwand, die Teiglinge aus dem Kühlschrank zu holen, sie in Natronlaugen zu tauchen, mit Salz zu bestreuen, einzuschneiden und in den Ofen zu schieben (und natürlich 20 Minuten Backzeit). Wir sitzen dann wie kleine Kinder mit großen Augen beim Frühstück vor dem Brotkorb, essen mit Bedacht und Muße und fragen uns immer wieder, warum wir diesen Backshop-Mist (mittlerweile ja auch bei jeder Bäckerei als Standard) jahrelang gegessen hatten. Mit Hilfe des Buches gelingen mit einiger Übung dann Backwerke, die dermaßen professionell aussehen und schmecken, dass bei Feten Leute sich Berge von meinem Brot einverleibten und rätselten, von welcher Bäckerei das gute Brot wohl stamme. Hurra, endlich Brot, bei dem Selbstgebacken für perfekten Geschmack, Kruste, Krume und Aussehen steht.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 14, 2015 4:34 PM MEST


Somatische Intelligenz: Hören, was der Körper braucht
Somatische Intelligenz: Hören, was der Körper braucht
Preis: EUR 11,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich mal ein Ernährungswissenschaftler, der, 7. April 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
das in Worte fasst, was ich selbst schon seit einigen Jahren ahnte. Ich lebte lange lange Zeit mit einem sehr schlechten Gewissen, dass ich das Halleluja und Hosianna der Gesundesser um mich herum nicht teilen konnte. Deren Vorstellungen von gutem Essen waren nie die meinen gewesen. 20 Jahre lang musste ich mir zum Beispiel anhören, dass Milch ja sooooooooo gesund sei (Sie erinnern sich an diese Zeit?). Ich hatte schon als Kleinkind einen extremen Ekel vor purer Milch. Da uns früher ja jeden Tag eingehämmert wurde, dass es unabdingbar sei (von wegen Calcium), Milch zu trinken, glaubte ich, dass ich mich völlig ungesund ernährte. Ich bin dann den Regeln der "Ernährungswissenschaftlern" brav gefolgt und versuchte, dieses weiße Zeugs zu trinken und überall drunter zu mischen, mit den entsprechenden Verdauungsfolgen. Dann stellte vor 20 Jahren mein Internist fest, dass ich eine Laktose-Intoleranz hätte (lange bevor das zur "Trenderkrankung" wurde). Mir fehlt (wie übrigens 80% der Weltbevölkerung) das Enzym zur Aufspaltung von Laktose. Hier scheiterten dann schon die "allgemeingültigen Ernährungsregeln" an der individuellen genetischen Verschiedenheit. Zeitgleich meinte ich, unbedingt Vollkornprodukte, Gemüse und Obst zu mir nehmen zu müssen, auf Zucker zu verzichten und Weißmehl zu meiden - es ist jaaaaaa soooo gesund. Jahrelang hatte ich in Folge andauernd Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Durchfall und eigentlich keinen Spaß mehr am Essen. Nun lebe ich schon lange Jahre, ohne mich um irgendeine Ernährungsregel zu kümmern. Ich esse seither z.B. statistisch gesehen nur ca. alle 2 Monate mal ein Äpfelchen oder eine Orange, wenn ich wirklich das Verlangen spürte. Wieso bin ich nun nicht krank? Wieso habe ich nur 1 x im Jahr eine leichte Erkältung und ansonsten bin ich kerngesund? Mit sehr schlechtem Gewissen stellte ich mir immer wieder diese Frage und ich war wirklich sehr beunruhigt, wie "schlecht" ich mich ernährte. Wieso habe ich keinerlei Mangelerscheinungen und bin zudem in der Lage, jedes Jahr im Urlaub 2.000 - 3.000 km mit dem Rad zu fahren, obwohl sich langsam das Rentenalter nähert? Wie kann das gehen, wenn mir doch die täglichen Vitamine, Vitalstoffe und Mineralien fehlen?

Da ich viel Sport treibe, brauche ich Kohlenhydrate en masse, esse sehr viel Pasta, mein selbstgebackenes Brot (mit und ohne Weißmehl) in allen möglichen Varianten, ab und zu, wenn's mich danach gelüstet (selten) Fleisch, dazu oft gekochtes oder gebratenes Gemüse. Ich trinke so viel, wie mir mein Körper signalisiert und keinen Schluck mehr. Seit ich mich nicht mehr darum kümmere, was die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) so meint, wie ich mich zu ernähren hätte, jegliche "Studienergebnisse" von "Forschern" in den Wind schlage, geht es mir gut. Ich bin schlank und sportlich und entsprechend auch körperlich sehr leistungsfähig. Ich habe gerade durch den Sport eine Sensibilität für das entwickelt, was mir mein Körper signalisiert. Ich koche mit viel Leidenschaft, esse sehr gerne und genieße mein Essen und spüre selbst, ob mir etwas bekommt oder nicht bzw. was mein Körper gerade verlangt. Dazu gehört eine gewisse Sensibilität, die Fähigkeit, mit Bedacht zu essen und auch zu spüren, wie man sich nach einem Essen fühlt und warum man Verlangen nach bestimmten Lebensmitteln hat.

Nichts anderes, was ich gerade eingangs wohl sehr ausführlich schilderte, beschreibt auch Thomas Frankenbach in seinem Buch. Man kann über seinen Schreibstil streiten, aber für mich beschreibt er genau das, was ich persönlich für mich aus meinen "Ernährungsversuchen" und den daraus resultierenden Körpersignalen und dem eigenen Wohl- und Unwohlsein gezogen habe. Das Buch fasziniert mich, da ich zum ersten Mal einen qualifizierten Text gegen diesen Regelterror im Bereich Ernährung fand. Er geht davon aus, dass das, was für den einen bekömmlich und gesund ist, für den anderen nicht ideal bzw. krankmachend ist. Er stellt in Frage, dass es für alle Menschen die gleichen gültigen einheitlichen Ernährungsregeln gibt. Frankenbach empfiehlt in seinem Buch, achtsam zu essen, zu versuchen, das körperliche Empfinden, das Verlangen nach bestimmten Nahrungsmitteln zu spüren und auch zu hinterfragen. Wenn ich in die Sauna und nach dem 5. Durchgang anschließend essen gehe, greife ich nach dem ersten Bissen sofort zum Salzstreuer, da alles immer sehr sehr lasch schmeckt. Warum wohl? Soll ich nun das Signal meines Körpers ignorieren, weil "Forscher" der Meinung sind, dass man möglichst auf Salz verzichten solle? Muss ich 5 mal am Tag Obst und Gemüse (möglichst roh) essen, obwohl ich das absolut nicht mag und vertrage? Man kennt es gut, wenn man die Tageszeitung aufschlägt und liest "Forscher der Universität in ... haben festgestellt, dass" und sofort prüft man, ob man sich auch wirklich gesund ernährt, richtig joggt, richtig schläft, die korrekten Klamotten kauft, die Selbstoptimierung ist auch nicht mehr trendgerecht, warum mache ich kein Power-Yoga, warum trinke ich abends nicht ein Glas Rotwein für meine Gesundheit, esse ich morgens zu viel zum Frühstck oder zu wenig, muss ich auf mein Abendbrot verzichten, weil man abends keine Kohlenhydrate essen soll, wäre eine Paleo-Ernährung nicht besser oder vieleicht doch völlig auf tierische Produkte verzichten, trinke ich wirklich genug?

Ich hatte einer Ruhepause nach der Sauna ein Interview mit Frankenbach in der Brigitte gelesen und wunderte mich, dass eine Zeitschrift, in der versucht wird, so ziemlich für alle Lebensbereiche allgemeingültige Regeln zu deklarieren (Kleidung, schlafen, bewegen, wohnen, essen ....), ein Interview abgedruckt wird, in der Frankenbach kurz postuliert, dass Ernährung letztendlich eine sehr individuelle Sache sei und es feste Regeln für gesunde Menschen nicht geben kann. Evolutionsbedingt hat der Mensch einen Mechanismus (basierend auf Nervenzellen u.ä. im Darm nebst Nervenleitungen zum Hirn), der dafür sorgt, dass er individuell genau die Nährstoffe bekommt bzw. sein Körper entsprechende Signale sendet, die für seine Gesundheit und sein Überleben notwendig sind (er nennt es die Somatische Intelligenz). Bedingt durch unterschiedliche (auch genetische) Voraussetzungen, können dann auch keine allgemeingültigen Ernährungsregeln gegeben werden. Das heißt aber nicht, dass es absolut OK ist, jeden Abend 3 Packungen Gummibärchen zu essen und 4 Liter Cola zu trinken. Für Frankenbach ist klar, dass auch psychische Probleme zu dieser Art Ernährung führen können und empfiehlt in solchen Fällen statt einer "gesunden Ernährung mit ihren vielen Regeln" es evtl. mal mit einer Psychotherapie zu probieren, da bei solchen Essgewohnheiten die eigene Körpersensibilität nicht vorhanden bzw. verlorengegangen ist. Die Körpersendisbilität wieder in den Blickpunkt zu rücken und vermehrt auf den eigenen Körper zu vertrauen, ist das Anliegen des Autors. Was fühlt man beim Verlangen nach einer Süßbombe? Wie fühlt man sich in der Zeit nach dem Reinstopfen?

Neugierig geworden, beschaffte ich mir das Buch und kann nach der Lektüre sagen, dass ich das, was er beschreibt, aus eigener leidvoller Erfahrung nur bestätigen kann. Sein Schreibstil ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber das sind die vielen Ernährungsregeln, die wir tagtäglich in den Medien lesen, auch nicht. Manche Aspekte der Ernährungs-Regelwut und deren gesellschaftlichen Ursachen (Nationalsozialismus: gesunder Volkskörper und Vollwerternährung, Romantisierung der Natur) reißt er zu meinem Bedauern leider nur kurz an, aber das Buch hat auch nicht den Anspruch, alles im Detail zu erklären. Er deutet auch an, dass bestimmte Ernährungstrends in manchen Fällen ihre Ursachen in einem Abgrenzungsverhalten Jüngerer gegenüber den älteren Generationen haben könnten (mit der Betonung auf "könnten"). Frankenbach bringt am Ende seines Buches einige Übungen, um sich mit dem eigenen Essverhalten auseinander zu setzen, über frühere Ess- und Tischgewohnheiten als Kind in der Familie nachzudenken und die Mahlzeiten achtsamer zu sich zu nehmen.

Fazit: Wer sich Gedanken über seine Ernährung macht, sollte unbedingt das Buch von Frankenbach lesen, da es eine neue Perspektive auf die eigene Ernährung (und auch auf sportliche Betätigung) eröffnen. Dogmatiker_innen, die glauben, man müsse sich nur strikt an irgendwelche von irgendwem veröffentlichten Ernährungsregeln halten, um gesund und glücklich zu sein, wird das nicht "schmecken", was Herr Frankenbach so an Thesen vertritt und sollten die Finger von dem Buch lassen. Seine Thesen wirken für diese Menschen sehr ketzerisch. Seit ich das, was in dem Buch beschrieben wird, schon vor dem Lesen dieses Buches praktiziere, meine Essgewohnheiten zu beobachten und entsprechende Schlüsse zu ziehen, geht es mir sehr gut. Nach den bekannten "wissenschaftlichen Ernährungsreglern" müsste ich allerdings schon lange Zeit tot sein oder zumindest mit Gicht, verstopften Adern, kaputten Innereien so vor mich hinsiechen. Wenn Ernährungsregeln mit ihren Ge- und Verboten die "Hölle" für diejenigen prophezeien, die sich nicht daran halten, und "Erlösung von allem Übel", wenn man strikt danach lebt, erwecken sie bei mir den Verdacht, dass hier Ersatzreligionen geschaffen werden und die Gesundheit eigentlich nebensächlich ist. Einen Dank an Herrn Frankenberg, der sich als Ernährungswissenschaftler mit seiner Position sicherlich viele Feinde macht.


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Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Nutzung im Büro mit dem iPad mini, 26. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich nutze für meinen Job das iPad mini, um meine Aufgaben, Termine, Notizen und Dokumente zu erfassen und zu sichten, ziemlich extensiv. Bisher lag das iPd im Laufe des Tages auf oder :-)) unter einem Stapel Papier und musste freigeräumt werden. Nun steht es mit einer Logitech-Hülle (Folio Protective Case - umgeklappt) vor mir auf dem Schreibtisch und wird mit einem kapazitifen Stift bedient. Für diesen Preis kann ich absolut nicht meckern. Der Ständer tut, was er soll und ich muss mich nicht über ein auf dem Schreibtisch liegenden iPad beugen (das ist ein großer Vorteil), sondern es steht kurz vor meinem Monitor sicher auf dem Schreibtisch. Ich finde (mein persönlicher Eindruck), dass damit auch die Bedienung erleichtert wird (beim Lesen eines Buchs, lesen ja die wenigsten Menschen ein Buch, dass flach vor ihnen auf dem Tisch liegt). Mag sein, dass es Menschen gibt :-)), die dann mit dem Ständer nicht klar kommen - mir gefällt das Teil und ich habe mir gerade für zu Hause den Ständer noch einmal bestellt.


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Preis: EUR 47,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht ganz so schlecht, aber auch absolut nicht lobenswert, 1. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eine Warnung vorab: Das Produkt, dass man kauft, ist keine Aktentasche, auch wenn das in einigen 5-Sterne-Rezensionen so beschrieben wird. Wahrscheinlich hat der Verkäufer oder der Hersteller das Produkt komplett geändert. Was man hier erhält, ist ein Hardcover, das fest am Gepäckträger befestigt wird und dazu dient, die eigentliche seperat erhältliche Urban-Aktentasche hineinzustecken, um sie zu transportieren. Es gibt weder eine Innenaufteilung, Trageriemen, abnehmbare Haken, noch kann man die Tasche abnehmen!

Ich kann/will manchmal nicht im Job mit einem verdreckten Ortlieb Office Bag bei Terminen erscheinen. Nun war guter Rat teuer (im wahrsten Sinne). Ortlieb schied aus, die Vaude-Tasche Newport II die ich mir kaufte, ist, wie sich im täglichen Gebrauch herausstellte, ein als Aktentasche getarnter Packsack mit Haken und diversen Macken. Was nun? Die Idee, nur eine Aktentasche zu haben, keine Inhalte umräumen zu müssen, wenn man mal mit der S-Bahn oder dem Auto fährt und trotzdem eine schöne und sehr praktische Aktentasche zu haben, hat für mich schon was. Nicht mehr vor lauter Wasser triefend, keine Dreckflecken mehr, wenn man sie mal auf einen Stuhl stellt, nachdem man geradelt war, kein Aussehen wie ein Handwerkerkoffer, .... Für mich hat der Ortlieb Office Bag immer was von einem Werkzeugkasten. Ich entschloss mich nach längerer Überlegung, mir doch die ABUS Urban Exklusive zu kaufen, sowohl diese Außentasche, als auch noch die Innentasche. Damit kommt man zwar auf ca. 130 Euro, aber bei Ortlieb ist man preislich auch nicht so viel besser dran. Zur Innentasche ist zu sagen, dass sie eine hervorragende Aktentasche ist und gut mit teureren Taschen von z.B. Samsonite gut konkurrieren kann.

Ich stimme nun allen schlechten Rezensionen über diese Außentasche zu. Es sind alles bloß keine Klick-Fix-Haken, mit dem man die Tasche befestigt und man braucht wirklich 4 Hände mit Spinnenfinger, um die 2 popeligen Haken anzuschrauben, ein Regenüberzug ist nicht vorhanden und einen Magnetverschluss hat sie auch nicht. Da ich an diesem Tag gute Laune hatte und mich mein kleiner Neffe beim Anschrauben sachkundig unterstützte, klappte die Befestigung nach 20 Minuten.

Trotzdem bin ich nun zufrieden. Ich habe mir nun nämlich eine Ortlieb-Schiene und Q2-Haken, Unterlegscheiben, Hülsenmuttern und Flachkopfschrauben besorgt, die Tasche abgeschraubt, die "Klick-Fix" weggeworfen und mir meine Akku-Bosch genommen und los ging's. Jetzt habe ich eine Transporthülle, die locker auch mal am Gepäckträger verschiebbar ist und bei Fahrten in meiner Freizeit ganz einfach abgehängt werden kann (Hurra!) und wesentlich besser sitzt. Um die Urban-Aktentasche in diese Urban-Außentasche zu bekommen, darf sie nicht prall gefüllt sein, sonst wird's ein Mordsgefriemel. Ansonsten bin ich jetzt zufrieden und bei der Vergabe von Sternen sehr milde gestimmt. Eine saubere richtige Aktentasche ist mir schon einige Umwege wert :-)).

(Hinweis: Wer sich nicht mit Muttern, Schrauben, Bohrmaschinen und ähnlichen DIngen auskennt, sollte das, was ich gemacht habe, nicht nachvollziehen oder sich jemand zu Hilfe holen, der sich wirklich auskennt!)


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Preis: EUR 36,99

21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr gute Hupe, aber keine 140 Dezibel, 2. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe die Lieferung gestern bekommen. Die Hornit macht einen guten Eindruck, sieht wertig aus, fühlt sich auch so an (slso kein Joghurtbechergehäuse) und ist kindisch einfach zu montieren. Wie ein Kleinkind fuhr ich gestern Abend hupend mit Sachverständigenmine auf meinen Rad auf unserer Straße auf und ab und testete die Position des "Drückers" zum Auslösen des Huptones. Eine Entscheidung bzgl. der Position ist nicht ganz so einfach, denn wenn man in Situationen kommt, zu hupen, sind in der Regel die Finger schon auf dem Bremsgriff bzw. ziehen schon am Bremsgriff. Irgendwann hatte ich die ideale Position gefunden und freute mich, am nächsten Tag die Hupe bei meiner 35-km langen Heimfahrt von der Arbeit zu testen. Dazu musste ich wie jeden Tag quer durch eine deutsche Großstadt. Die Rücksichtslosigkeit aller Verkehrsteilnehmer (Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer) ist der Grund für diese Anschaffung. Ich erlebe jeden Abend ca. 3 - 5 gefährliche Situationen, obwohl ich mich zu 100% an die Verkehrsregeln, Ampeln etc. halte. Ich fahre sehr schnell und äußerst offensiv und die Hupe hat mir gleich gute Dienste geleistet.

Die erste Situation: Ein Italiener parkt sein Auto auf dem Radweg und will Dinge aus dem Auto in sein Restaurant tragen und ich musste dadurch bei Tempo 35 auf die viel- und schnellbefahrene Straße ausweichen. Ein Druck auf den Hupauslöser und das hohe Gezwitscher tönte aus dem Lautsprecher. Der Italiener schaut mich an und geht seines Weges - Enttäuschung, der hat überhaupt nicht auch nur mal ansatzweise gezuckt. Dem ging das sowas am A... vorbei. Der hohe Ton hat keine 140 Dezibel und wie eine Autohupe hört er sich auch nicht an, eher wie ein exotischer Metallvogel oder ein Laserschwert. Die Hupe hat 2 Tonmodi: hoher Dauerton und Gezwitscher.

5 Minuten später: Einer dieser schwarzen Hausfrauenpanzer mit abgedunkelten Scheiben versucht noch vor mir über den auf der Straße eingezeichneten Radweg nach rechts abzubiegen und hätte mich beim Geradeausfahren plattgemacht, wenn ich ohne Hupe weitergefahren wäre. Also eine ganz typische Situation. 1 Sekunde Tonsignal und der SUV stand mit quietschenden Reifen. Toll. Die Wirkung der Hupe scheint dann gut zu sein, wenn man nicht sieht, woher der laute helle Ton kommt. Wenn man die Verursacherin als einfache Radfaherin ortet, verliert er den Warncharakter. Er wirkt wohl auf Verkehrsteilnehmer*innen, wenn sie sich im 5 Meter-Umfeld befinden und nicht genau sehen, woher der Ton kommt.

10 Minuten später: Auf einer breiten asphaltierten Straße im Wald, die nur bei Fußballspielen für die Parkplatzzufahrt und -abfahrt genutzt wird, liefen 2 junge Frauen auf der linken Seite der Straße von mir weg mit einem großen Hund an der Leine. Als ich mit ca. 30 km/h an ihnen rechts vorbei fahren wollte, ließen sie, ohne sich auch nur ansatzweise umzuschauen, den Hund von der Leine, der natürlich sofort quer über die Straße und mir vor das Vorderrad lief. Ein Hupstoß und die beiden Frauen schwebten mit einem hysterischen Aufschrei 30 cm über dem Boden und der Hund nahm Reißaus. Die Hupe hätte mich wahrscheinlich nicht vor dem Sturz gerettet. Ich musste stark abbremsen, aber manchmal ist Rache halt süß. Auf den 35 km Heimweg treffe ich im Schnitt unterwegs auf ca. 40 - 50 Hunde bzw. deren BesitzerInnen. Ein Teil von ihnen lässt die Tiere rumspringen und hat sie nicht im Griff. Wenn man fast jeden Tag erlebt, dass einem Hunde vor's Vorderrad springen (vorigen Woche bin ich deswegen gestürzt), hätte man gerne eine noch lautere Hupe und vielleicht auch eine Laserkanone :-)) mit giftgrünem Strahl. Aber die Hornit ist im Alltag brauchbar, auch wenn man nicht das Gefühl hat, dass bei Betätigung des Auslösers ein Düsenjet (= 140 db in 30 m Entfernung) im Anflug ist. Es ist ein gutes Warninstrument bzgl. Autofahrer, denn im Großstadtverkehr hat die reguläre Klingel keinerlei Funktion. Zudem warnt es auch Fußgänger, Radfahrer und Jogger, die sich seit einiger Zeit mit riesigen Kopfhörern durch die Gegend bewegen und überhaupt nichts mehr hören. Nun hat man was am Rad, das es ermöglicht, sich bemerkbar zu machen. Ich selbst bin begeistert von dem Teil. Also noch mal zum Mitschreiben :-)) Es ist Gerät, das auf Knopfdruck einen hohen Ton produziert, mit dem man Leute warnen kann, einem nicht vor's Rad zu laufen oder zu fahren. Für einen Overkill reicht das Teil aber nicht.

Ich kann diese kleine Hupe nur sehr empfehlen. Huch, man darf ja nach der StVZO nichts anderes als eine übliche Klingel am Rad anbringen. Selbstverständlich habe ich das natürlich auch nicht getan, sondern hier nur einen Traum beschrieben :-)). Eine lautere Alternative wäre eine Pressluftfanfare oder eine montierte Autohupe. Es gibt bei Letzterer nur ein kleines Problem mit der Stromversorgung.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 24, 2015 8:53 PM CET


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Preis: EUR 81,00

30 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nicht sehr praxistauglich bzw. nicht durchdachte Konstruktion, 26. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich nutze die Tasche für das Büro. Das Rad nehme ich in der S-Bahn mit zum Arbeitsplatz und radele jeden Abend die 35 km nach Hause. Vom Platz her kann ich ein A5-Ringbuch, eine Brille, einen kleinen "Verbandskasten", mein Werkzeugtool, einen Reserveschlauch, einen Geldbeutel, mein Telefon, mein Essen und weiteren Kleinkram, den man so braucht, gut unterbringen. Der Platz reicht bei gutem Wetter aus und die Tasche ist auch auf jeden Fall schöner als eine Ortlieb-Tasche. (Das schrieb ich, nachdem ich das erste Mal damit nach Hause gefahren bin.)

Ich wunderte mich allerdings nach kurzer Zeit, warum die Tasche hier so viele positive Bewertungen hat. Sie waren der eigentliche Grund, warum ich gerade diese Tasche kaufte. Im Nachhinein stelle ich fest, dass es vielen Käufern/Käuferinnen das Geld wert ist, eine gut gestylte Tasche am Rad zu haben. Andere Aspekte spielen wohl eher eine untergeordnete Rolle. Ich allerdings suchte eine Aktentasche und kein Accessoire für mein Rad. Wenn sie denn auch noch ein schön gestaltetes Äußeres hat, um so besser. Leider habe ich übersehen, dass die meisten Rezensionen wenig Information über die Gebrauchsfähigkeit enthalten. Dumm gelaufen.

Mein Fazit vorab: Die Newport ist eigentlich eine schmale längliche für den täglichen Gebrauch miserabel konstruierte Fahrrad-Packtasche im Kleinformat mit Aktentaschenlook, ohne echte Inneneinteilung und nützliche Fächer, also nicht Fisch, nicht Fleisch.

Täglicher Gebrauch: Leider muss man dann doch ab und zu mal unterwegs an den Geldbeutel, braucht ein Taschentuch oder einen Schokoriegel. Dann merkt man, dass die Tasche von "Outdoor-Schreibtischtätern" entwickelt wurde. Die Abdeckklappe wird nicht nur von 2 Gurten gehalten, sondern muss auch noch mit einem doch sehr popeligen am Klappenrand rundum gehenden Reißverschluss geöffnet bzw. geschlossen werden. Die Tasche ist im Bereich der Abdeckklappe tief ausgeschnitten (warum eigentlich?) und das Material ist weich, so dass ich mir nicht 100% sicher bin, ob nicht kleinere Dinge beim Überqueren z.B. einer Rinne rausfallen, wenn ich den Reißverschluss nicht schließe. Dieser Ausschnitt bringt den Benutzern NULL, da jedes Mal der Reißverschluss eh komplett geöffnet werden muss, um Dinge zu entnehmen. Ist die Tasche gut gefüllt, muss man, wie ich erlebte, selbst beim eiligen Wechsel eines Sitzungsraumes die Taschen entweder umständlich mit dem Reißverschluss schließen, oder die Taschen in beide Arme nehmen bzw. mit beiden Armen umschlingen und fest an den Körper pressen, damit nicht wie bei mir, dann doch was rausrutscht. Warum hat Vaude keine ganz normale Aktentasche als Konstruktionsbeispiel genommen? Immer wieder machen Firmen den katastrophalen Fehler, Produkte als Kreuzungen für mehrere Anwendungszwecke zu konstruieren und fallen damit (bzw. die meisten Käufer) nach meiner Erfahrung auf den Bauch. Man kann keine sinnvolle Kombination aus Einkaufstasche und Aktentasche produzieren, denn die Praxisanforderungen an sind sehr unterschiedlich.

Auf der Tasche selbst sitzt unter der Klappe noch eine Netztasche, in der ich zum Beispiel einen kleinen Helmüberzug und 2 Energieriegel aufbewahre, die ich bei meiner etwas zügigeren Fahrweise ab und zu benötige. Wenn man nun bei einer Unterzuckerung oder bei beginnendem Regen an die Utensilien will, verhakt sich der Reißverschluss in dem feinen Netzgewebe und beim Verschließen wird's dann manchmal noch schwieriger. Im Büro mit der Tasche auf dem Schreibtisch klappt das prima, aber wenn die Tasche am Fahrrad montiert und gut gefüllt ist und ich z.B. auf einem Waldweg im beginnenden Regen stehe, mit einer Hand das Rad haltend und mit der anderen versucht, den Reißverschluss-Zipper zu bewegen, bekomme ich Mordphantasien. Sobald die Tasche gefüllt ist und sich dann auch verformt bzw. ausbeult, braucht man 3 Hände. 1 Hand hebt den Taschenboden der am Rad hängenden Tasche leicht an und drückt die weiche Vorderfront zurecht, die 2. Hand hält die Klappe so, dass sich der Reißverschluss leichtgängig bewegen lässt und die 3. Hand zieht am Gummiring, der zur Verlängerung des Reißverschlusszipper angebracht wurde. Allein den Schlüsselbund für's Bürogebäude, der für die Jackentasche zu schwer ist, aus der Vaude-Tasche zu holen und dabei nur 2 Hände zu haben, ist mühsam. Eine kleine Außentasche, die noch nicht mal wasserfest sein müsste, hätte der Tasche gut getan. S-Bahn, morgens, das Rad steht gut und fest, die Tasche hängt am Gepäckträger - nun fehlt noch der eBook-Reader. Beide Gurte per Klickverschluss gelöst, der widerspenstige Reißverschluss geht diesmal auch auf, aber sofort beult sich die weiche Tasche nach vorne aus und bietet allen Mitreisenden beste Sicht auf meinen Tascheninhalt, einzeln rieseln nun Brille, E-Book-Reader, Brotbox und Fruchtschnitte auf den Abteilboden - alles wieder eilig in die Tasche einräumen - der Reißverschluss geht nicht zu, da die Ausbeulung nun zu groß ist - Tasche nur mit beiden Gurten geschlossen. Nun geht's an's Aussteigen - was rutscht da aus der Tasche? Das Telefon! Hätte ich nur 15 Minuten versucht, in der schaukelnden Bahn den Reißverschluss zu schließen. Wenn Vaude wenigstens ein Zugkordel in die Oberkante der tiefer ausgeschnittenen Seite eingebaut hätte, könnte man den Tascheninhalt etwas komprimiere. Man muss die Tasche so einrichten, dass in der Taschenmitte wenig steckt, was verrutschen kann und sich dadurch dann die Vorderseite ausbeult. Man will die Tasche ja auch schließen können. Haus und Hoftorschlüssel einpacken und zur S-Bahn radeln, Jacke in der Tasche packen, eBook-Reader entnehmen. ggf. Ticketkontrolle in der S-Bahn und Geldbeutelentnahme, eBook-Reader einpacken, aussteigen, beim Bäcker anhalten, Geldbeutel entnehmen, verstauen, Schlüssel für Firmenbriefkasten rausholen, Post entnehmen, in die Tasche packen, die 300 m zum Büro radeln, Schlüssel für die Eingangstür entnehme und jedes Mal ..... Klickverschlüsse öffnen/schließen und Reißverschluss öffnen/schließen.

Update nach 3 Wochen täglicher Nutzung (35 km/Tag): Gestern Abend stand ich um 22:00 Uhr mit dem Rad vor meinem Hoftor im Dunkeln und versuchte 10 Minuten!!!, den Hof- und Wohnungsschlüssel der Tasche zu entnehmen. Wieder mal hatte sich das feine Netz der äußeren Tasche in den Reißverschluss der Abdeckklappe gewurschtelt. Es war ein Gezerre und ein Gefummel und erst nach einer Gewaltanwendung ging der Reißverschluss auf. Wer weiß, wie man sich nach 1,5 Stunden sehr schneller Fahrt fühlt, kann sich meine Genervtheit ausmalen. Ich werde nun das Netz an der Taschenoberfläche festkleben, festtackern oder festnähen, da man die Netztasche eh nicht richtig nutzen kann. Man geht abends nach der Arbeit noch mit Freunden weg, will die Regenjacke in die Tasche packen und dann hakt der Reißverschluss schon wieder, man ruft "Geht schon mal vor!" und kniet vor dem Rad bzw. der Tasche. Ich bekomme dabei immer sooooo einen Hals, wie man so sagt. Sobald dieses Netzkonstrukt irgendetwas enthält, ohne dadurch prall gefüllt zu sein, neigt es dazu, sich im Reißverschluss zu verheddern. Ich bin von der Vaude-Tasche nur noch genervt. Wenn Radler sie einmal zu Hause öffnen und schließen und dann evtl. im Büro das Gleiche tun und wenig mitnehmen, mag die Tasche ja einigermaßen benutzbar zu sein. Erst durch die Probleme mit der Tasche fällt mir auf, wie oft ich am Tag eine Tasche öffne und schließe.

Ich kapiere nicht, warum Vaude diese Tasche nicht vor einer Serienherstellung mal 2 Wochen unter Realbedingungen selbst testet bzw. testen lässt und z.B. mal was in das Netzfach packt, dann wäre eines der Probleme sofort aufgefallen. Ich wäre gerne bereit, ein paar Euro mehr zu zahlen, wenn ich dann eine wirklich funktionale Tasche erhalten würde. Bisher hatte die Tasche von mir 3 Sterne erhalten, nun bekommt sie nur noch 1. Da die Tasche für den täglichen Gebrauch konzipiert ist und ich 90 Euro dafür zahlte, habe ich andere Ansprüche an die Praxistauglichkeit. Wenn ich in der S-Bahn kontrolliert werde, möchte ich nicht 2 Stunden auf dem Abteilboden knien, die nervösen Kontrolleure im Rücken haben und an der Tasche rumnesteln, bevor ich meine Monatskarte vorweise kann. Sobald man die Tasche voller hat und sie sich an der Frontseite ausbeult, wird das Öffnen/Schließen der Tasche ein Geduldsspiel. Bei Outdoorausrüstungen hat die Funktionalität für mich Priorität vor dem Design. Ich verlange nicht, dass ich mit der Tasche SMS versenden kann, sondern dass sie das kann, was man von einer Tasche in der Preisklasse erwartet: u.a. sich auch gut und schnell öffnen und schließen lässt, ansonsten könnte ich mir auch einen Aldi-Tragetüte mit Gummispannern auf dem Gepäckträger befestigen. Jedes Mal, wenn man an den Tascheninhalt will, müssen die beiden Gurte geöffnet werden und dann einmal rundum der Reißverschluss und danach muss alles wieder verschlossen werden. Ich hatte die Tasche jetzt bei einer Sitzung mit und ich muss gestehen, das Raaaaatsch und Klick-Klick nervt mich schon jetzt, wenn ich schnell an den Tascheninhalt muss. Ja, ich weiß, es ist zur Zeit furchtbar cool, mit offenen Ortlieb-Taschen und runterhängenden Tragegurten rumzufahren, aber ich habe dann doch lieber verschlossene Taschen. Es ist eine dämliche Lösung, einen Deckelklappe an einer Tasche mit einem Reißverschluss und mit 2 Klick-Verschlüssen zu versehen. Es hätte gereicht, die Klappe mit 2 Klickverschlüssen zu befestigen und den Reißverschluss oben auf die Tasche unter die Abdeckklappe zu setzen.
Warum Vaude eine Tasche konstruiert, die innen einfach nur zweigeteilt ist und dann noch das komische Netzfach und auf dessen Rückseite eine riesige Tasche hat, bleibt deren Rätsel. Ich habe nicht mal die Chance, irgendwo z.B. einen Kugelschreiber anzustecken. Selbst simple Aktentaschen haben eine per Klettverschluss verstellbare Innenaufteilung, warum nicht die Vaude? Wenn ich etwas aus der Tasche benötige, wird es jedes Mal eine endlose Suche und man räumt dann den gesamten Tascheninhalt aus, um das Telefon zu finden, für das es auch keine Einschubtasche gibt!!! Man hat eine Sitzung und dann sitzt man am Tisch und stapelt zur Erheiterung der Tagungsteilnehmer die Brotbox, die Tempos, den Reserveschlauch, das iPad, die Tüte Nüsse .... auf dem Sitzungstisch, um nach dem Stift zu kramen. Das wirklich große Volumen der Tasche kann nicht genutzt werden, weil in den 2 Fächern alles kreuz und quer fliegt und sich die Tasche durch das sehr weiche Material ohne jede Versteifung (außer Rückseite) sofort ausbeult. In meine Aktentasche packe ich z.B. mein Brillenetui auf mein senkrecht stehendes Ringbuch oben auf und das hält. Bei der Vaude habe ich schon Probleme, das Ringbuch dazu zu bewegen, stehen zu bleiben, geschweige denn, dann noch was drauf zu packen.

Mit der Tasche verhält es sich wie mit den meisten Vaude-Produkten: Sie wirken alle wie husch husch auf einem Skizzenblock entworfen und sofort umgesetzt. Ich bin manchmal mehrere Wochen mit dem Rad oberhalb des Polarkreises unterwegs und die Tasche bestätig meine bisherigen Erfahrungen mit Vaude-Produkten (Zelte, Jacken, Packtaschen) auf diesen Touren: Finger weg, das Zeugs von Vaude ist in der Regel was für Leute, die gerne Hollandrad mit Körbchen am Lenker fahren, Vaude-Jacken für wasserdicht halten, den zu kleinen MTB-Helm möglichst aus der Stirn schieben, den Lenker in Augenhöhe haben und mit Hohlkreuz leicht nach hinten gekippt auf einem riesigen Sattel sitzend die Radwege lang wackeln.

Die Tasche sieht zwar fast wie eine Aktentasche aus, funktionell hat sie aber mit einer Aktentasche/Notebooktasche so viel Ähnlichkeit, wie ein Ortlieb-Transportsack. Der Tragegurt der Tasche wurde genauso hirnrissig konzipiert, wie die Tasche selbst. Wenn ich den Gurt an die meiner Köpergröße entsprechenden Länge anpasse (so wie der Gurt auch ausgeliefert wird), sitzt die Schnalle zur Gurtverstellung genau oben auf der Schulter und passt damit nicht in das Tragepolster, das per Klettverschluss um den Gurt gelegt wird. Wäre der Reißverschluss an der Öffnung der Tasche selbst und nicht am Deckel, könnte man den Gurt dranlassen und unter der Klappe verstauen. So muss der Gurt immer wieder ab- und angeklemmt werden (und damit die Tasche öffnen und schließen) und fliegt mit dem voluminösen Polster zusätzlich in der Tasche rum. Von den Schwierigkeiten mit dem "Verhaken" der Haken an den Halteschlaufen beim Abmachen der Gurte berichten auch anderer Rezensenten.

Dadurch, dass sie im unteren Bereich keinen Haken hat, klappt die Tasche beim Fahren bei jeder Unebenheit (Bordstein) seitlich wie ein Flügel hoch und poltert dann wieder gegen den Gepäckträger zurück. Wenn man sich nach 2 Wochen die Rückwand der Tasche anschaut, fallen schon die ersten Reibungspunkte der Gepäckträgerstreben auf. Nun reicht es mir. Ich entsorge diese Vaude-Fehlkonstruktion in der gelben Tonne und suche mir dann doch was Besseres.

Stylish alleine reicht mir nicht für den Alltag. Die Fa. Abus hat mich bei Internet-Recherchen mit dem Konzept ihres älteren Modells der Urban-Taschen-Kombination auf eine Idee gebracht: Eine richtige Aktentaschen in einer Radtasche: Ich habe jetzt schon mal Maße verglichen und werde mir evtl. irgendein Ortlieb-Office-Bag kaufen und fest am Gepäckträger befestigen und meine normale wirklich schöne Aktentasche dann in die Ortlieb hineinstellen - die Ortlieb als Transport- und Regencover - ein toller Ansatz. Endlich wieder meine geliebte Aktentasche und nicht mehr diese labbrige Vaude-Fehlkonstruktion.

(Update: Nun habe ich mir die beiden Abus Urban Taschen gekauft - davon ist eine fest am Rad montiert und die Aktentasche (ohne jegliche Haken) wird dann in der Festmontierten transportiert. Dazu musste ich aber an der festmontierten Tasche die mitgelieferten Haken (Schrott) durch Ortlieb-Haken mit Schiene ersetzen. Es war zwar ne kleine Bastelei, aber nun ist's gut. Die Aktentasche von Abus selbst ist großartig - übermäßig gute Einteilung mit allen mögliche Steck- und Reißverschlusstaschen, Notebookteilung, sie wirkt sehr wertig und gut verarbeitet und man sieht, dass sich jemand Gedanken gemacht hat, anklickbarer Trageriemen etc. .... Ich bin begeistert.)


SCHWALBE Fahrrad Flickzeug Reifenheber Set
SCHWALBE Fahrrad Flickzeug Reifenheber Set
Wird angeboten von Fahrradhoch3
Preis: EUR 5,94

5.0 von 5 Sternen Kleine brauchbare Helfer, 30. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: SCHWALBE Fahrrad Flickzeug Reifenheber Set
Nachdem ich einer Bikerin unterwegs bei einer Panne mit meinem TopeakTool bzw. den beiden darin integrierten Reifenhebern geholfen hatte, einen stramm sitzenden Reifen zu entfernen, beschloss ich, mir dann doch welche zusätzlich zu besorgen. Die Schwalbe-Teile sind brauchbar, haben abgerundete Kanten und wie es so kam, musste ich sie kurze Zeit später an meinem eigenen Rad anwenden. Sie sind problemlos handhabbar und mir reichen 2 Stück davon im Bikerucksack. Ich kann sie uneingeschränkt empfehlen (im Gegensatz zu billigen Kaufhausversionen, die ich früher einmal hatte).


DeLonghi EC 860.M Espresso-Siebträgermaschine
DeLonghi EC 860.M Espresso-Siebträgermaschine
Preis: EUR 269,88

78 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ich bin eigentlich ganz zufrieden, 19. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vorweg: Ich frage immer dann, wenn ich im Restaurant oder Cafe die Espressomaschine nicht sehen kann, ob der Espresso mit einer WMF-Anlage, Viva oder einer ähnlichen Maschine produziert wird. Wenn ja, bestelle ich mir einen Tee. Am liebsten trinke ich meinen Espresso beim Italiener um die Ecke: schwarz, kräftig, wenig Wasser und dickflüssig mit viel Zucker.

Ich war Besitzerin einer Jura Impressa, durch Kulanz von Melitta Besitzerin von 4 Caffeo-Maschinen (Ersatz defekter Maschinen) und Erdulderin von ellenlangen Reparaturzeiten (in der Summe bei Jura 9 Monate), Küchenüberschwemmungen, erheblicher Reparaturkosten, gigantischer nicht entfernbarer Schimmelpilzkulturen in der Jura und defekter Pumpen. Ich wollte doch nur Espresso trinken und hatte unterm Strich Kosten in Höhe von ca. 2.000 Euro am Bein (ohne die Bohnen und das Reinigungszubehör) und so richtig hatte der Auslauf mit einem Espresso auch nichts zu tun, egal, welche Bohnen ich testete. Ich habe meine Tamagotchis liebevoll gepflegt (geht ja auch kaum anders), doch leider dankten sie es mir nicht.

Irgendwann verlor ich dann doch die Nerven und kaufte mir eine Nespresso-Maschine von DeLonghi. Ich war von der Qualität z.B. des Ristretto begeistert, nur leider andere, die zu Besuch kamen, auch und so schaute ich irgendwann auf mein Konto bei der Fa. Nespresso und stellte fest, dass mich der Spaß das Jahr über doch eine erhebliche Summe kostete. Einmal alle 2 Monate mit einem eingebauten Entkalkungsprogramm entkalken und zur Espresso- und Cappuccinoherstellung: Kapsel rein, Milch ranhängen, Knopf drücken und fertig. Wenn ich den Ristretto von Nespresso mit dem Espresso meiner Bekannten mit Vollautomaten vergleiche, schneidet für mich die Nespresso-Kapsel eindeutig besser ab, aber Espresso ist halt auch Geschmackssache und der viele entstehende Alumüll ist auch nicht das Wahre. Aufgrund der Kosten entschloss ich mich zum Umstieg.

Ich habe einen Verbrauch von ca. 2.000 Espressi pro Jahr und war von der Zuverlässigkeit der großen Lattissima eigentlich überzeugt. Der Espresso war besser als in vielen Kneipen, DeLonghi hat einen funktionierenden Milchschaum-Bereiter und sie sah nett aus und im Vergleich zu Vollautomaten in der Anschaffung relativ günstig.

Nun suchte und suchte und las und las ich und landete irgendwann bei der DeLonghi EC 860. Ja, schön und gut, man kann sich mit exklusiven Designmodellen für über 1.000 Euro verchromte Industrie-Extraktionsanlage in die Küche stellen, mit vielen Hebeln, Druck- und Temperaturanzeigen und dann monatelang forschen, unter welchen Bedingungen man welchen Espresso bekommt. Es ist bei mir aber so wie beim Wein. Ich kann einen guten Wein von einem schlechten Wein unterscheiden, ich erkenne die verwendeten Rebsorten, aber ab einem bestimmten Preis empfinde ich die Unterschiede nur noch marginal (wenn überhaupt). So auch beim Espresso. Es ist letztendlich die Frage, was man haben will und was man bereit ist, für eine 2 Mikrometer höhere Crema zu zahlen.

Die DeLonghi kam und dann ging's los. Ich hatte mir auch noch die neue Graef-Mühle CM800 mitbestellt, denn es laut diverser Foren im Internet eine Schande ist, den völlig unbrauchbaren vom Hersteller vorgemahlenen Espresso zu verwenden. Nun hatte ich auch noch verschiedene Sorten Bohnen bestellt und dann ging ich dran, die Küche einzusauen. Kaffeemehl überall, Küchenwaage für die Kaffeemehlmange pro Espresso, Tresterreste in Spüle und neben dem Abfalleimer, eine total versaute DeLonghi und bis über die Haarspitzen voll mit Coffein. Mahlgrad verändert, Temperatur des Wassers verändert, Auslaufmenge veriiert, Kaffeemenge verändert und Anpressdruck auf das Mehl gemessen und variiert. Wer sich im Internet umschaut, erfährt ne Menge über Espresso: Anpressdruck beim Tampern von 15 kg, den man mit der Personenwaage üben soll, aber nein, andere empfehlen generell 20 kg. Crema-Siebe wie bei der DeLonghi EC 860? Entsetzen. Also machte ich mich kundig und suchte stundenlang nach Sieben, die keinen doppelten Boden und kein Cremaventil haben und nun in meine Maschine passen. Fündig: Die Espressomaschine Graef ES 80 hat exakt passende Siebe (60 mm). Ich habe es bestellt und es passt 100%. Nur leider schmeckt der Espresso auch nicht anders als aus den Cremasieben, egal, wie ich an den Parametern rumspielte.

Fazit für mich nach wenigen Tagen, aber nach gefühlten 500 Espressi und Milchschaum-Getränken (völlig ungeordnet):

- Die DeLonghi EC 860 M ist eine solide wirkende Maschine, bei der es aber, wie bei vielen Geräten, Probleme gibt, größer Gefäße drunterzustellen. Der Abstand zwischen Auslauf und Bodenplatte beträg etwas mehr als 9 cm. Senkt man eine kleine Einlegeplatte ab, dann kommt noch 1 cm hinzu. Warum ein Rezensent die Maschine beim Anbringen des Siebträgers bewegt und das Leichtgewicht der Maschine kritisiert, ist für mich nicht nachvollziehbar.

- Ich habe für mich nun nach einigem Gebastel die Möglichkeit gefunden, mit Lavazza Espresso Perfetto einen Espresso zu machen, der besser als der aus Vollautomaten und Nespressomaschinen ist. Ja, es bedarf schon einiger Tests. Am ersten Abend war ich vom Ergebnis völlig gefrustet und erst der nächste Tag brachte dann Espresso, der langsam an das rankam, was ich eigentlich erwartete. Espressopulver zu fein, Druck zu groß und schon kam kein Espresso mehr aus dem Gerät. Zu wenig Druck und grober gemahlen ergab dann in Sekundenschnelle kräftigen bitteren Kaffee. Wassertemperatur gesenkt und dann war es saure Plörre. Wer allerdings glaubt, dass 15 kg-Tamperdruck und sehr fein gemahlenes Espressopulver von der Maschine verarbeitet werden kann, liegt eindeutig falsch. Mein Italiener drückt mal leicht den Siebträger an und damit hat es sich und trotzdem gibt es einen tollen Espresso (und das mit Lavazza Rosso). Die direkt bei einem kleinen Kaffeeröster bestellten frisch gerösteten Bohnen schmeckten mir als Espresso nicht. Es waren 100% Arabica-Bohnen und ich mag das Säuerliche dieser Bohnen nicht. Ich werde mir eine gute Mischung mit einem hohen Anteil an guiten Robusta-Bohnen kaufen.

- Die Milchschaumproduktion funktioniert einwandfrei und ist absolut easy zu handhaben.

- Die Crema ist nicht gerade sehr umfangreich, liegt aber auch an den verwendeten Espressobohnen.

- Die verchromten Abstellflächen unter dem Auslauf wirken billig und werden bald zerkratzt sein.

- Es gibt 4 programmierbare Tasten: 1 Espresso, 2 Espressi (ich nutze sie für meinen Kaffee), kleine Tasse mit Milchschaum und große Tasse mit Milchschaum. Es gibt zudem 1 Sieb für 1 Espresso oder 1 kleines Milchschaumgetränk und ein Sieb für die doppelte Menge Espressomehl. Wie man was wie kombiniert und wieviel Wasser man durchlaufen lässt, bleibt einem durch die Tasten-Programmiermöglichkeit selbst überlassen.

- Man kann die Durchlaufmengen für die einzelnen Tasten individiuell festlegen (sowohl für Espresso als auch für Milchschaum).

- Man kann eine von 3 Temperaturstufen für das Wasser, mit dem das Espressopulver durchspült wird, festlegen.

- Das Handbuch ist nicht besser oder schlechter als bei anderen Geräten auch. Wer ein Smartphone bedienen kann, dürfte eigentlich mit der Maschine keine Probleme haben. Wenn jemand in der Rezension ein fehlendes Display moniert, dann denke, ich, dass die Person massive Probleme auch mit anderen Geräten haben muss und keine Vorstellungen von einer Preis-/Leistungsrelation hat.

- Die separat zuschaltbare!!! Warmhalteplatte für die Tassen wird sehr schnell sehr warm und erfüllt ihren Zweck. Allerdings ist der Espresso (zumindest der jeweils 1.) aus der Maschine recht kühl, obwohl ich auch wegen des Geschmacks die höchste Wassertemperatur eingestellt habe. Ich wärme meine 1. Tasse oft in der Microwelle vor oder nutze abends beim Kochen dann die Restwärme des Backofens. Evt. kann man aber auch vor dem ersten Bezug an der Maschine eine Leerspülung (also Espressobezug) ohne Espressomehl vornehmen.

- Pads mit coffeinfreiem Espresso für Gäste ergeben einen einigermaßen trinkbaren Espresso und die Handhabung der Pads bzw. die Erstellung von Espresso aus Pads ist kindisch einfach.

- Wenn ich einfach (meine ganz persönliche Einschätzung) den nächstbesten Espresso, die Standardeinstellung der Maschine und vorgemahlenen Espresso verwendet hätte, wäre die Maschine wohl innerhalb von 2 Tagen an Amazon zurückgegangen. Rückblickend schmeckte das, was ich zu Beginn produzierte, nur nach starkem Kaffee. Es ist also ein etwas Neugier und ein Pfund Bohnen erforderlich, um die ideale Einstellung für den verwendeten Espresso herauszubekommen.

Fazit: Wer jetzt nicht sein Examen in der Zubereitung von Espresso machen will, ist mit der DeLonghi ganz gut bedient. Das Preis/Leistungsverhältnis stimmt und man erhält ein akzeptables Ergebnis. Jetzt nach 1 Monat Einsatz kann ich absolut nicht meckern und bin zufrieden. Sie wirkt robust und stabil und tut ohne Probleme ihren Dienst. Der Milchschaum, der sich mit dem mitgelieferten Aufschäumer produzieren lässt, ist völlig OK. Ich kann die Maschine all denjenigen empfehlen, die nicht unbedingt sehr viel Geld für eine Espressomaschine ausgeben wollen. Mein Eindruck von der Maschine deckt sich mit dem, den ich jahrelang von der Nespressomaschine von DeLonghi hatte: Sie ist solide und tut, was sie soll.

(Irgendwie hatte ich zwar die ganze Zeit das Gefühl, einigermaßen guten Espresso zu trinken, zwar besser, als der, den man in den meisten Restuarants bekommt, aber ....... Bei einem Besuch in einem italienischen Restaurant bekam ich einen Espresso (Ristretto) serviert, der mit ner guten Menge Zucker extrem kräftig wie heiße starke Zartbitterschokolade mit Kakaopulver schmeckte und den Nachtisch ersetzte. Der Besitzer meinte, es sei Espresso der Fa. Ionia. Zu Hause bestellte ich mir dann mal 1 kg Bohnen dieser Firma. Es ist fast 100% reiner Robusta und nun bin ich begeistert. Die schwach säuerliche Plörre aus 100% Arabica-Bohnen ist absolut nicht mein Fall. Ich mag es sizilianisch stark, dickflüssig und sehr sehr kräftig. Hurra, ich habe endlich meine Espressobohnen gefunden.)
Kommentar Kommentare (12) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 31, 2014 1:20 PM CET


Kenwood AWSM900001 Getreidemühle, Steinmahlwerk SM 900
Kenwood AWSM900001 Getreidemühle, Steinmahlwerk SM 900
Preis: EUR 119,92

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Einigermaßen ordentlich (also ein Befriedigend), aber nur, wenn man selten Getreide mahlt, 8. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wenn nur der Durchsatz nicht so gering wäre ..... Wer gerne Brot backt und oft selbst gemahlenes Mehl bzw. Schrot verwendet, braucht viel Zeit bzw. Geduld, denn der Durchsatz ist sehr gering. Wahrscheinlich werde ich bald auf eine richtige Mühle umsteigen, da ich fast jeden 2. Tag für meine Brote mahlen muss. Mal brauche ich da 150 g Schrot, mal dort 500 g Vollkornmehl und das hindert schon beim Brotbacken, wenn man dann fast 20 Minuten benötigt, um 500 g Mehl zu mahlen. Nach 30 Minuten braucht die Mühle eine Abkühlpause, so dass man auch nicht so viel vormahlen kann. Was mich ziemlich stört, ist eine fehlende Einstellmöglichkeit des Mahlgrades, der jederzeit wieder reproduzierbar ist. Man dreht mal an dem Einstellrad so lange herum, bis unten Mehl in der gewünschten Körnung rauskommtt. Da man das Einstellrad für den Mahlgrad mehrfach um sich selbst drehen kann, ist es nicht einfach, spontan mal Schrot in einer fest definierten Stärke zu erhalten und im Anschluss dann feines Mehl ohne erneutes Probieren. Die Strichmarkierungen auf dem Rad sind ohne Sinn. Das Ergebnis des Mahlvorganges ist prima, und die Kenwood schafft das auch ohne eine übermäßige Geräucheentwicklung. Mich hat die Feinheit des Mahlergebnisses überrascht, wobei klar iat, dass man bei selbstgemahlenem Getreide immer auch grobe Anteile dabei hat. Wenn man feines Vollkornmehl benötigt, muss man auf jeden Fall aussieben. Leider stören mich die langen Wartezeiten. Aber eine eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht und eine Küchenmaschine ist mit ihrem Zubehör ein Küchengerät, das alles kann, aber in der Regel nicht so toll.


Kenwood KMC 010 Küchenmaschine Chef (1400 Watt, Füllmenge 4,6 l, Glas-Mixaufsatz) silber
Kenwood KMC 010 Küchenmaschine Chef (1400 Watt, Füllmenge 4,6 l, Glas-Mixaufsatz) silber
Preis: EUR 504,93

62 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Brotbäcker/innen sollten besser die Kenwood KM040 Major kaufen, 21. März 2014
Länge:: 0:18 Minuten

Ich hatte mich zugegebenermaßen durch das Aussehen blenden lassen (ja, sie sieht gut aus) und nun fällt mir die Bewertung der Maschine sehr schwer. Statt bei Amazon hatte ich sie bei einem Händler in Form eines Aktionspaketes (Promotionpaket) bestellt und so den Foodprozessor und andere Zubehörteile zusätzlich zu einem wesentlich günstigeren Preis erhalten.

Ich decke unseren kompletten Brot-/Brötchenbedarf (ca. 2 - 3 Brote + Brötchen/Baguette) selbst. Um diese Brot-/Teigproduktion ohne große Umstände nebenher bewältigen zu können, suchte ich nun eine Küchenmaschine, die mit meinen oft auch kräftigen Brotteigen fertig wird und stieß auf die Kenwood Chef 010. Ich ließ mich dann durch das Aussehen, die 1.400 Watt und ihr massiges Gewicht blenden. Oooh und toll, man kann dazu auch noch so viele Zubehörteile bestellen. Nüchtern betrachtet heißt das in meinem Haushalt: Meine Braun Multiquick hatte ich eigentlich nur zum Reiben des Käses für's Käsefondue und zur Herstellung von größeren Mengen Suppengemüse für die Kühltruhe verwendet. Alle anderen Arbeiten in der Küche erledige ich schneller, besser und weniger aufwändig mit normalen Küchengeräten und meinen rasiermesserscharfen Messern. Endlich brauchte ich mal 100 g gehackte geröstete Sonnenblumenkerne für einen meiner Roggenbrotteige. Also, dachte ich, nutze deine Küchenmaschine: den Food-Prozessor draufgesetzt, impulskontrollierter Betrieb genutzt, 50 g Staub und 50 g fast noch ganze Kerne waren das Ergebnis und ein Riesenteil für die Spülmaschine – toll (meine Braun konnte das wesentlich besser). übrigens: die Kräuter und Gewürzmühle funktioniert auch nicht richtig, wie man in div. Foren und Rezentionen nachlesen kann und mir meine eigenen Versuche mit frischen Kräutern zeigten. Bei einem Versuch, 35 g trockenes Schwarzbrot zu Pulver zu verarbeiten, scheiterte ich kläglich an der Kräuter- und Gewürzmühle bzw. sie an einem kleinen Stückchen trockenem Brot. Ich hatte das Brot mühsam mit einem großen Messer in kleine Stückchen zerteilt und wollte dieses übriggebliebene Brot dann einem neuen Teig beimischen, wie das Bäcker auch tun. Am Ende hatte ich ein fürchterlich heißes Pulver und Schlagwerk, an dem man sich fast die Finger verbrannte. Es blieben 3 Brotkugeln in Murmelgröße, die (das hörte man auch deutlich) kreuz und quer durch das Glas geschossen wurden. Ich konnte tun und machen was ich wollte: Die Kugeln wurden nur hin- und hergeschossen, zerkleinert wurden sie nicht. Das Aroma war durch die enorme Hitzeentwicklung zerstört. Nun holte ich meine alte Braun Küchenmaschine. Egal in welchem Zubehörteil: Es sind Messer eingebaut, die extrem scharf sind. Die Kendwood arbeitet mit Metallflügel, die man nicht mal mit viel Phantasie als Messer bezeichnen kann. Das erklärt auch, warum es ein Drama war, mit dem Glasmixaufsatz Crushed-Ice zu produzieren, das man auch so nennen kann. In der Mitte war es Eismatsch und an der Glaswandung klebten große Eisstücke. Sowas dann als Smoothie zu servieren, war erst möglich, als ich die alte Braun wieder hervorholte. Man muss sich das mal vorstellen: Eine Kräuter- und Gewürzmühle, die versucht, den Inhalt des Gefäßes zu zertrümmern, statt zu schneiden. Wenn ich also Basilikum einfülle, werden die Blätter durch die völlig stumpfen Metallarme zerfetzt, statt zerhackt, werden dann natürlich auch warm und verlieren ihr Aroma (wenn es denn überhaupt geht, denn meist hängen die Blätter an der Glaswandung).

Alle meine Einzelgeräte, die ich noch habe, sind eigentlich besser als das, was die Kenwood als Zubehör bietet. Außer dem Pastaaufsatz für Röhrennudeln machen die anderen Zusätze für mich persönlich wenig Sinn. Zudem ist mir mein Essen zu wichtig, als dass ich beispielsweise Kartoffelbrei (wie Kenwood empfiehlt – ja, Sie lesen richtig!) mit der Küchenmaschine zu Kleister verarbeite (oder die Albtraumsanleitungen zur Kartoffelbreiherstellung im Kenwoodforum von chefkoch.de). Eine Küchenmaschine zu nutzen, um 2 Zwiebelchen und 2 Möhrchen zu schreddern? Kuchen und süße Sachen mag ich weniger und damit fällt ein weiterer Grund für die Nutzung der Kenwood weg.

Ich muss betonen, dass ich all das der Kenwood nicht negativ anrechne, da mir beim Kauf bewusst war, dass ich andere Vorstellungen vom Kochen als Küchenmaschinenhersteller habe. Ich wollte einfach nur eine Maschine zum Teigkneten und ein paar Zubehörteile, damit ich beim Zerkleinern sehr großer Mengen Gemüse etwas Unterstützung habe und dachte insgeheim, dass es evtl. noch ein paar mehr Möglichkeiten gibt, sie im Haushalt zu nutzen.

Dann aber kam für mich die herbe Enttäuschung: Die Chef kann keine richtigen Brotteige kneten. Einfache Roggenteige schmiert sie an die Schüsselwand und dreht dann den "Knethaken" leer im entstanden Krater (siehe Video - das Beispiel zeigt einen Teig mit 75% Roggenmehl - exakt nach Kenwood-Anleitung, siehe weiter unten). Man steht 5 Minuten an der Maschine, stoppt sie nach einigen Rührbewegungen, fährt den Kopf hoch, kratzt permanent mit einem Spatel den Teig vom Schüsselrand (spätestens 15 Sekunden später klebt alles wieder an der Wandung), fährt den Kopf wieder runter und wünscht Kenwood die Pest an den Hals. Zudem bleiben unter dem Teig noch trockene Mehlreste, die dann im Brot unschöne Einschlüsse geben.

Nur wenn man Glück hat und ein Rezept nutzt, das eine bestimmte relativ flüssige Teigkonsistenz (Mehl-/Wasserverhältnis) ergibt, wird es ansatzweise ein Teig. Mit "geknetet" meine ich nicht Zutaten zusammenrühren, was die Kenwood eigentlich macht. Pizzateig rührt die Kenwood in 1-2 Minuten zu einem Ballen, der sich dann von der Schüssel löst und den Knethaken nach oben klettert. Kenwood ist der Meinung, dann wäre der Teig auch fertig bzw. müsse halt flüssiger gemacht werden. Na ja, die Engländer haben schon andere Vorstellungen vom Essen. Der Hefeteig hat noch keinerlei Struktur gebildet. Jeder, der wirklich Ahnung hat, kann das Ergebnis nicht als gekneteten Teig bezeichnen. Ich knete ihn dann doch immer noch 5 Minuten auf dem Backbrett mit den Händen, bis er die richtige feste straffe und ganz leicht glänzende Struktur bekommt.

Direkt aus der Kenwood verwendet, ist es ein in der Feinstruktur zerzupfelter Klumpen Teig, der gebackene Teigfladen ergibt, aber keine Pizza.

Für Kuchenfans ist eine Küchenmaschine, wie die Kenwood, sicherlich eine große tolle Sache. Mit dem K-Rührer und weichen Teigen klappt alles sicherlich wunderbar. Es ist aber sehr subjektiv, wie man den Nutzen und das Können einer Küchenmaschine einschätzt. Eigentlich würde ich mir ja auch kein universelles Fahrrad kaufen, das als Rennrad, Lastenfahrrad, Treckingrad und Mountainbike angeboten werden würde.

Meine schlechtere Bewertung beruht aber ausschließlich auf der Enttäuschung, dass die Kenwood verspricht, Teig zu kneten, es in den allerwenigsten Fällen aber schafft. Ich bin auch nicht bereit, mein Essen an die begrenzten Fähigkeiten einer Küchenmaschine anzupassen.

Wer sich die Mühe macht, im Internet mal kurz zu recherchieren und als Suchbegriffe "Kenwood Chef 010 Kneten" eingibt, wird meine Einschätzung von sehr vielen Nutzern bestätigt bekommen. Die 2 Sterne erhält die Kenwood, weil es für die Cooking Chef von Kenwood (ähnlich Thermomix - sieht fast aus wie die Chef 010) einen neuen effektiven Spiralknethaken (auch Profi-Spiralknethaken genannt) gibt, der auch an die Kenwood Major passt. Kenwood hat gemerkt, dass sein Knethaken nicht funktioniert und hat für teurere Maschinen eine gute Form entwickelt. Leider passt der nicht auf meine Maschine, da er wohl etwas länger ist und/oder einen anderen Anschluss hat. In Foren findet man viele Meldungen, dass Nutzer dran denken, ihre Chef zu verkaufen, um sich eine Major zuzulegen. Zudem wird Neulingen dringend geraten, auf jeden Fall die Kenwood Major zu kaufen und sich dann den Spiralknethaken zu besorgen. Damit funktioniert das Teigkneten dann tatsächlich (richtiges Kneten statt Rühren).

Leider ging ich aufgrund der Beschreibungen bei meiner Bestellung davon aus, dass die Kenwood richtig kneten könne und hatte keine Anstrengungen unternommen, mich sehr detailliert zu informieren. Ich dachte, dass die Wattzahl und das Maschinengewicht schon aussage, dass die Maschine für schwere Teige geeignet sei (es ist in Wirklichkeit eher das Übersetzungsverhältnis des Getriebes, dass für die Kraft der Maschine zuständig ist). Die Brotrezepte, die ich von begeisterten Kenwoodnutzern im Internet fand, haben für mich (meine subjektiv Einschätzung) oft mit Brot nichts zu tun, sondern ähneln vielen der schlechten Rezepten im Internet. Wenn Kenwood in der Lage ist, einen Knethaken für gutes Kneten herzustellen, ihn aber für die Chef 010 nicht anbietet und mir in einer Mail bzgl. meiner Nachfrage, ob es evtl. auch den Haken mal für diese Chef geben würde, lapidar Folgendes antwortet:

"- Die Höheneinstellung des Knethakens muss richtig sein (ganz knapp über dem Schüsselboden)
- zuerst die trockenen Zutaten einfüllen und dann bei laufender Maschine die flüssigen Zutaten hinzugeben
- Beim Arbeiten mit dem Knethaken nie die Geschwindigkeitsstufe von "1" überschreiten.
Wenn Sie bemerken, dass sich das Gerät schwer tut, anhalten und die Teigmenge reduzieren.
So sollte auch ein Brotteig hervorragend gelingen, so wie es bei den Kenwood Maschinen schon seit mehr als 60 Jahren auch funktioniert."

muss ich sagen, dann wurde 60 Jahre lang alles Mögliche hergestellt, aber kein Brot. Warum man es dann nach 60 Jahren für nötig hält, eine andere Hakenform auf den Markt zu bringen, erschließt sich mir nicht. Deshalb bekommt die Maschine von mir nur 2 Sterne. Andere Nutzer können damit sicherlich schöne Desserts zaubern, nette Möhren raspeln, schöne Zitronen auspressen .... Eine Mehrzahl ganz normaler Brotteige bekommt die Maschine nicht hin, ohne dass man die Rezepte anpassen muss - das ist einfach Fakt.

Gleich bekomme ich Kommentare, dass meine Kritik nicht nachzuvollziehen sei. Bitte probieren Sie dann mit Ihrer Maschine folgendes Rezept:

500 g italienisches Mehl Tipo 00 für Pizzateig (nicht irgendein Mehl verwenden!!!)
250 g Wasser
10 g Salz
5 g frische Hefe
1 Esslöffel Olivenöl

Der Teig kommt nach 15 Minuten Gare dann als Einzelstücke für mindestens 48 Stunden mit Folie abgedeckt bei 6 Grad in den Kühlschrank. Die Pizza wird damit auf einem Backstein bei 270 Grad im vorgeheizten Backofen phantastisch.

Lassen Sie die Kenwood diesen Teig rühren. Wenn dieser Teig dann nicht nach 3 Minuten komplett als Kloß am Knethaken Karussel fährt, haben wir unterschiedliche Maschinen. Mein Teig in der Kenwood hat mit einem straffen Hefeteig, dessen Weizenkleber/Stärke schöne Strukturen aufgebaut hat, so wenig zu tun, wie Matsche mit Kuchen. Kenwood hat einen Knethaken im Sortiment, der mit anderen Modellen tatsächlich einigermaßen funktioniert und es wäre eine Kleinigkeit, diesen auch für die Chef bereitzustellen. Meine Brötchenteige mit einem Pâte fermentée bilden ebenfalls innerhalb kürzester Zeit einen Klumpen am Haken. Muss ich nun wg. des Unvermögens der Kenwood, Teig richtig zu kneten, mehr Wasser zugeben, als im Rezept vorgesehen?

Im kostenlosen Kochbuch von Kenwood, das man sich per der Maschine beiliegenden Bestellkarte zuschicken lassen kann, ist ein Rezept für Focaccia und verdeutlicht, das Kenwood sicherlich vom Passieren, Mahlen, Reiben, Schnitzeln was verstehen mag, aber bei diesem Rezept bekommen Italiener krampfartige Lachanfälle (so ähnlich wie bei Pizzarezepten in deutschen Kochbüchern "... und backen Sie nun die Pizza 20 Minuten oder länger bei 180 Grad im Backofen schön knusprig."). Übrigens verweist Kenwoood auf seiner Webseite selbst in einem Pizzarezept auf die Verwendung des neuen Spiralknethakens "Attach the Spiral Dough Hook and Splashguard. Dissolve the yeast in the water. Add all the ingredients to the bowl. Set the speed to 1 and knead for 5-7 minutes." (den es für die Chef 010 nicht gibt).

Klares Fazit für mich: Der Küchemmaschineneinsatz ist eine Frage der eigenen Kochphilosophie und ich habe nun die Erfahrung gemacht, dass für mich die Verwendung dieser Geräte für das normale Kochen absolut nichts bringt. Ich würde mir heute für das Teigkneten entweder die Kenwood Major kaufen und dazu den Profi-Spiralknethaken oder mir gleich ne richtige Maschine wie die Ankasrum Assistent kaufen.

(Update 08.04.2014: Ich wollte nach meinem Frust doch mal weitere Möglichkeiten meiner Kenwood nutzen und den Ballon-Schneebesen zum Schlagen von Zutaten eines Schaum-Desserts verwenden, da das eine erhebliche Zeit in Anspruch nimmt. Ja klar, ich habe ja eine Kenwood. Euphorisch packte ich das noch originalverpackte Zubehörteil aus, steckte es in den Bajonettverschluss der Kenwood und bemerkte sofort, dass der Abstand zwischen Schüssel und Schneebesen viel zu groß war. Kein Problem, ich erinnerte mich, dass Kenwood in 2 Sätzen beschreibt, wie man mit dem beigelegten Schraubenschlüssel die Länge der Rühr- und Knetelemente verändern kann. Wenn ich dann aber zum Lösen der Kontermutter am Schneebesen an den Schraubstock gehen muss, ist eine Grenzlinie überschritten. Der Schneebesen bietet keinerlei Möglichkeiten zum Gegenhalten, da jeder Druck auf das Drahtgeflecht dieses verformt. Kenwood hätte zumindest eine festgeschweißte Sechkantmutter anbringen können, damit es eine Möglichkeit gibt, beim Auf- und Zudrehen der Mutter mit einem 2. Schlüssel gegenhalten zu können. Selbst IKEA liefert durchdachtere Produkte.

Nun ist mir der Grund für diverse Postings in Foren auch klar, in denen Nutzerinnen Ersatzstifte für den Anschlussbajonettverschluss suchen. Ich wunderte mich, wie man beim normalen Gebrauch den Bajonettverschluss lynchen kann. Da hat man versucht, das Problem mit Hilfe von Zangen zu erledigen. Es scheint ein generelles Problem zu sein. Der Satz in der Kenwood-Mail "Die Höheneinstellung des Knethakens muss richtig sein (ganz knapp über dem Schüsselboden)" ist nur noch Hohn, denn durch die gegen den kletternden Teig unter der Kontermutter montierten gewölbte Schutzschale kann ein Schlüssel gar nicht korrekt angesetzt werden und beschert u.U. technisch weniger begabten Menschen sogar Verletzungen. Spaßeshalber habe ich, obwohl mein Knethaken werksmäßig korrekt eingestellt ist, dann versucht, die Kontermutter am Knethaken zu lösen. Ohne den Einsatz einer Rohrzange oder eines gekröpften Gabenschlüssels ist das nicht möglich, ohne ggf. durch Abrutschen des Schlüssels die Mutter zu beschädigen! Liebe Firma Kenwood, schon alleine dieses Konstrukt und die dazu gehörige Beschreibung im Handbuch stammt aus Zeiten, in denen wohl in jedem Haushalt ein handwerkliche begabter Ehemann im Küchenschrank stand. Dieses Ärgernis wäre mit etwas Pfiffigkeit bei der Entwicklung zu vermeiden gewesen. Wie meinte Kenwood in der Mail an mich? "... so wie es bei den Kenwood Maschinen schon seit mehr als 60 Jahren auch funktioniert." Den Eindruck habe ich allerdings auch.

Ach ja, noch ein sehr schwerwiegender Kritikpunkt, der sich erst nach einigen meiner Einsätze offenbarte: Wenn der Kopf der Kenwood mit dem sich drehenden Knethaken, Schneebesen oder K-Haken im laufenden Betrieb hochgeklappt wird, drehen sich die Elemente in unverminderter Geschwindigkeit weiter. Man klappt sich die rotierenden Geräte direkt vor's Gesicht. Was passiert, wenn jemand an den kleinen Hebel zum Auslösen des federgetriebenen Hochklappens kommt und sich mit den Kleidern, der Hand oder dem Uhrarmband im schnell drehenden Knethaken verfängt, möchte ich gar nicht gerne wissen. Die Maschine rührt mit erheblicher Kraft, die mit der meiner alten Braun kaum vergleichbar ist. Ich selbst hatte nur einen verspritzten klebrigen Bereich in der Küche, als ich mal im Tran beim Ausschalten statt des großen Knopfes den Auslösehebel des Kopfhebemechanismuses betätigte, die auch noch beide auf der gleichen Seite der Machine beieinander angebracht wurden. Ich verstehe ehrlich gesagt bei einer Maschine dieser Preisklasse nicht, dass der Motor beim Hochklappen nicht gestoppt wird. Ich finde das unverantwortlich. Bei seinen billigen Maschinen hat Kenwood den Stopp eingebaut. Bei meiner Braun war keine Funktion startbar, wenn ich nicht den Deckel des Gefäßes fest verschlossen hatte. Zum Beispiel drehen sich die direkt unter dem Deckel liegenden Schnitzelscheiben bei der Kenwood mit hoher Geschwindigkeit unvermindert weiter bzw. löst sich von der Achse, wenn man den Deckel abnimmt. In einem Betrieb wäre ein solches Gerät wohl schon längst aus Gründen der Arbeitsplatzsicherheit entfernt worden.

Je mehr Erfahrungen ich mit dieser Küchenmaschine mache, desto mehr komme ich zum Schluss, dass viele Küchenmaschinenfans wohl das Kochen und letztendlich auch ihr Essen und damit auch ihre Ansprüche an die begrenzten Möglichkeiten einer Küchenmaschine anpassen. Ich kenne das im Bekanntenkreis und sehe es auch im Internet. Man kauft sich eine "tolle" Maschine und sucht dann nach Rezepten, die man mit der Maschine umsetzen kann. Mir erscheinen die meisten Möglichkeiten, sie im Rahmen des Kochens von Speisen einzusetzen, einfach zu "überdimensioniert" und extrem umständlich, siehe das nachfolgende einfache Rezept von Kenwood, das ich als erstes auf der Kenwood-Website fand:

1. Erhitzen Sie das Öl in der Pfanne, Kartoffeln, Tomaten und Zwiebel dazugeben und 10 Minuten anbraten lassen.
2. Knoblauch, Brühe, Milch und Shrimps oder Garnelen hinzugeben, kurz aufkochen und dann abgedeckt für 20 Minuten köcheln lassen.
3. Die Suppe abkühlen lassen, dann im Mixaufsatz pürieren, wenn nötig in mehrere Portionen, bis die Suppe geschmeidig ist.
4. Mit Salz und dem frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer abschmecken und im Topf nochmals kurz erwärmen.

Ich habe das mal durchgespielt: Suppe abkühlen lassen. Glasmixer aufmontieren. Dann die Suppe in den Glasamixaufsatz (1,5 l) schütten, dessen Oberkante sich mit der relativ kleinen Öffnung in meiner größenangepassten Küche in ca. 1,60 m Höhe befindet (also muss ich den Kochtopf fast auf Gesichtshöhe heben). Ich darf dann auch mengenmäßig nicht mehr kochen, als in den Mixer passen oder ich muss das Prozedere mehrfach ausführen. Suppe koche ich z.B. in einem 4-Liter-Kochtopf in Profiausfertigung (Überschuss geht in die Truhe), der leer schon alleine 3 kg, mit Suppe dann bis zu 6 Kilogramm wiegt und dann klettere ich auf eine Leiter, um nach 45 Min (bei dieser Topfart) die abgekühlte Suppe portionsweise in den Glasmixaufsatz zu füllen oder hantiere mit einer Schöpfkelle, dann aus dem Glasmixaufsatz heraus in einem Zwischengefäß lagern, bis alles in Einzeldurchgängen püriert wurde und dann wieder in den Kochtopf zurück....????? Glasmixer wieder abmontieren, auseinanderbauen und dann die relevanten Teile in die Spülmaschine packen. Wer sonst nichts zu tun hat..... Cremesuppen püriere ich mit meinem leistungsstarken Pürierstab in 3 - 4 Minuten direkt im Kochtopf, spüle ihn ab und das war's. Als Überreste hätte ich mit der Kenwood einen hohen Glaszylinder des Mixers, ein versautes Schlagwerk, einen großen Topf, eine zu spülende Schöpfkelle, ein Zwischengefäß für die bereits pürierten Suppenanteile ......
Sahne in einem 4,6-Litertopf schlagen? 1 - 2 Eiweiße schlagen? Gemüse für ein Wok-Essen in eine Einheitsform häckseln oder mit 3 Scheiben hantieren? Pesto als grüne Paste herstellen oder sogar die Barbarei begehen, die Milch und die Butter an den Kartoffelbrei mit einer Küchenmaschine zu rühren? Es soll sogar Menschen geben, die auch noch ihre Kaffeebohnen in der Kräuter- und Gewürzmühle zertrümmern und das für eine wunderbare Idee halten und ganz beigeistert sind.

Mir ist nun klar, warum Kenwood keine richtigen Messer im Foodprozessor, in der Kräuter- und Gewürzmühle und im Mixglas verwendet. Scharfe Messer werden in der Spülmaschine durch die Reinigungsmittel regelrecht stumpf gefressen. Da man bei der Verwendung der Kenwood permanent Massen von dreckigem und meist sehr unhandlichem Geschirr hat, versuchte Kenwoood eine Maschine zu konzipieren, bei der man so ziemlich alles in die Spülmaschine packen kann. Darum werden halt Zutaten nicht zerschnitten, sondern regelrecht zertrümmert, auch wenn dadurch Teile des Aromas verloren gehen. Bei meiner alten Braun waren die Messer so scharf, dass man sich damit beim unvorsichtigen Zusammenbau fast die Finger abschneiden konnte. Mit der Braun war es deshalb möglich, z.B. bei der Pestoherstellung selbst zu steuern, wie fein oder grob man die Zutaten wollte. Mit der Kenwood gibt es einen einzigen Matsch. Wenn man das nicht mag und früher stoppt, hat man meist noch ganze Pinienkerne im Pesto. Kochen hat für mich auch was mit Sinnlichkeit zu tun und dazu gehört auch die Form geschnittenen Gemüses, der Zustand von Saucen u.ä. Dinge. 2 Freunde, die als Köche im Restaurant arbeiten, nutzen nie eine Küchenmaschine und hänselten mich, als ich ihnen von meinen Kaufplänen erzählte. Aber ich wollte ja nicht auf deren Profirat hören und musste unbedingt eine Masse Geld ausgeben.

Gestern stand ein westfälisches Schwarzbrot an. Der Sauerteig aus Roggenschrot war die Nacht über schön aktiv geworden, der Vorteig aus selbstgemahlenem Weizenvollkornmehl war auch schon sehr schön gegangen. Jetzt alles mit weiterem Roggenschrot, Salz, Rübensirup etc. in die Rührschüssel gegeben und nun sollte der Teig 2 x 30 Minuten mit 30 Minuten Ruhepause geknetet werden bzw. ein Paddel verwendet werde. Also flugs den K-Rührer eingespannt und siehe da, der Teig würde nach oben gedrückt und drohte die billige Plastikabdeckung wegzusprengen. Dann klebte der Teig permanent wie Mörtel oben an der Abdeckung. Mit dem Knethaken gab's wieder nur einen Vulkankrater, in dem sich der Haken leer drehte. Ich stand dann 2 x 30 Minuten! an der Maschine und drücke mit einem Spatel den Teig nach unten. Vorher versuchte ich noch 40g!!!!! getrocknetes Schwarzbrot mit dem Foodprozessor, mit der Kräuter- und Gewürzmühle und mit dem Mixaufsatz in kleine Krümelchen als Geschmackträger für den Teigteig zu pulverisieren. Das Brot hatte ich vorher mühsam in mandelgroße Stücke geschnitten. Vergeblich, keine der Varianten schaffte es. Nachdem ich meinen großen Stabmixer von Philipps rausholte, war das Problem in 10 Sekunden erledigt. Ich kapier's nicht, wie jemand mit dieser Maschine effektiv Brot herstellen kann (Ich bin Ing. für chem. Verfahrenstechnik und das Rühren, Erhitzen, Sieben etc. ist Hauptbestandteil meines Berufs gewesen.). Wer glaubt, man könne mit einem der grauenhaften Rezepte in Zeitschriften und Internet ein Brot innerhalb von 2 - 3 Stunden herstellen, indem man einfach Zutaten zusammenrührt und sie 1 Stunde gehen lässt, hat keinerlei Ahnung davon, was den Geschmack und die Konsistenz eines Brotes ausmacht, kann sich das Geld für die Maschine sparen und sich gleich ne Tüte Aufbackbrötchen kaufen oder sein Brot im nächsten Backshop kaufen.

Kein handwerklich geschickter Mann würde sich für 500 Euro einen Bohrhammer kaufen, bei dem versprochen wird, das man damit auch Wände streichen und tapezieren kann, Fliesen verfugen und Zylinderkopfschrauben festziehen kann.

Nach diesen paar Wochen und den negativen Erfahrungen komme ich immer mehr zum Ergebnis, dass ich mir besser eine Ankasrum zum Teigkneten gekauft hätte. Ich werde die Kenwood wieder verkaufen. Da ich keinen Kuchen und kein Süßgebäck mag, kann ich nicht sagen, ob die Kenwood wenigstens zum Kuchenbacken taugt. Deshalb behält sie ihre 2 Sterne. Ansonsten würde ich ihr vom Preis-/Leistungsverhälnis her gesehen, keinen einzigen Stern geben.)
Kommentar Kommentare (16) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 6, 2014 10:34 PM MEST


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