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Rezensionen verfasst von
B. Albert (Dortmund, Westfalen)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vernünftiger Bürostuhl in guter Qualität, 22. August 2012
Guten Tag,

mein Steifensand Drehstuhl sollte nach ca. 15 Jahren treuer Dienste in den verdienten Ruhestand gehen.

Wie ich auf Hara gekommen bin, weiss ich nicht mehr. Die Website des deutschen Vertriebes ist recht "spartanisch" und beschränkt sich auf das Wesentliche. Gleichwohl hat mich die Idee der getrennten Sitzfläche relativ schnell interessiert, so dass ich einen Kauf gewagt habe. Das Modell "Miracle" schien mir am interessantesten, weil es weniger futuristisch aussieht und auch auf eine Kopfstütze verzichtet. Ich habe allerdings bisher noch nicht herausgefunden, was der angepriesene patentierte Haratech "Originalmechanismus" sein soll.

Bestellung und Versand erfolgten problemlos. Meine Bedenken, ob der Stuhl qualitativ meinen Ansprüchen genügen würde, wurden recht schnell zerstreut. Zwar sind die Lehnen, Sitzflächen und das Rückenteil aus Kunststoff. Es scheint aber eine recht solide Qualität zu sein. Die Armlehnen sind - was vielleicht nicht ganz deutlich wird - mit demselben Material überzogen, wie die Sitzfläche und diese Überzüge lassen sich leicht abmachen, wenn man das will. Sehr clever. Das Untergestellt ist aus Metall und bringt einiges an Gewicht auf die Waage. Insgesamt scheint mir die Ausführung qualitativ doch sehr wertig zu sein. Die Montage ist ebenfalls recht einfach und bedarf - ausser eines beiliegenden Imbusschlüssels zum festziehen der Schrauben für die rückwärtige Lehne - keines Werkzeugs. Die Einstellungsmöglichkeiten - Sitztiefe, -und höhe sowie Neigung der Rücklehne und Widerstand - erscheinen mir vollkommen ausreichend und sinnvoll zu sein.

Das erste Sitzen war ein wenig ungewohnt. Sehr positiv macht sich die Stütze der Lendenwirbel bemerkbar. Die Sitzfläche passt sich sehr gut und angenehm an und das auch bei übereinandergeschlagenen Beinen, wie ich gerne manchmal sitze. Ich denke, auf diesem Stuhl kann man viele Stunden verweilen, ohne dass er sich bemerkbar macht. Ich habe ihn aber auch noch nicht so lange in Gebrauch.

Insgesamt scheint es ein wirklich gutes Produkt zu sein. Der Preis geht meines Erachtens völlig in Ordnung.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 15, 2013 2:23 AM CET


Garmin GPS Laufuhr Forerunner 610 HR - GPS Trainingscomputer inkl. Brustgurt
Garmin GPS Laufuhr Forerunner 610 HR - GPS Trainingscomputer inkl. Brustgurt
Preis: EUR 219,90

63 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Praxistest, 14. August 2012
Ich habe die Uhr - als Nachfolger zu der Garmin Forerunner 305 - seit Mitte April 2012 ständig in Gebrauch und - das gleich vorweg - kann die negativen Kritiken nicht bestätigen.

Vorab vielleicht zur Information: ich hatte die F305 vor gut fünf Jahren gekauft, weil ich eine Einsteiger-Lauf-Trainingsgruppe leite und es leid war, ständig nachrechnen und zählen zu müssen, wann welches Laufintervall gelaufen werden muss und wann die Pausen beginnen. Bereits die F305 bot die Möglichkeit, Trainings mit unterschiedlichen Laufintervallen und Pausen unkompliziert zu erstellen, auf die Uhr zu übertragen und dann ablaufen zu lassen. Diese Möglichkeit hat sich über garmin.connect nochmals deutlich verbessert. Die Intervalle werden über den Vibrationsalarm zuverlässig angezeigt. So soll es sein !

Was die angesprochenen Qualitätsmängel betrifft: ich konnte bisher keine entdecken. Die Uhr sieht auch nach häufigem Gebrauch - vier bis fünfmal wöchentlich zum Training - noch immer aus wie neu. Dass das Display nicht sofort bei der allerersten Berührung - auch das war ja bemängelt worden - reagiert, ist meines Erachtens vollkommen normal. Andernfalls wäre die Berührungsfläche auch kaum zu kontrollieren. Die Satellitenortung scheint etwas flotter zu sein, gegenüber der F305; das ist zumindest mein subjektiver Eindruck, ich habe es aber nicht nachgemessen. Die Herzfrequenzmessung funktioniert einwandfrei; der Gurt sitzt straff genug und ist von ausreichend solider Machart. Läßt man die Uhr nach Beendigung des Trainings noch einige Minuten an, misst sie auch den Erholungspuls, einen wichtigen Indikator für das erreichte Fitnesslevel. Die Auswertung der Daten über garmin.connect geht ebenfalls sehr schnell und komfortabel. Der Stick steckt bei meinem Mac immer an, so dass die Daten, wenn ich die Uhr neben den Rechner lege, hochgeladen sind, wenn ich vom Duschen zurückkomme, ohne dass ich irgendetwas sonst machen muss. Das ist schlicht genial. Die Auswertungsmöglichkeiten auf der Seite reichen meines Erachtens für Hobby-Sportler vollkommen aus; Profis werden da vermutlich noch andere, höhere Ansprüche haben. In den vergangenen zwei Wochen hatte ich die Uhr in einer Art "Langzeittest" in meinem zweiwöchigen Urlaub dabei. Ich musste sie - trotz drei- bis viermaligem Training die Woche - nur einmal aufladen, und das, obwohl ich sie als Ersatz für meine sonstige Alltagsuhr immer dabei und dauernd an hatte. Die Einstellungsmöglichkeiten entsprechen in etwa denen der F305. Wer die kennt, kommt mit der F610 schnell zurecht.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass sie relativ früh in den Ruhezustand verfällt. Leider habe ich noch keine Möglichkeit gefunden, ob und wie man die Dauer, nachdem sie in den Standby geht, individuell einstellen kann. Das ist aber dann auch alles an Kritik, was mir einfällt.

Ich würde sie jederzeit wieder kaufen !

Update Dezember 2013: ein mittlerweile in den einschlägigen Foren diskutiertes Problem hat sich bei mir jetzt auch eingestellt. Der Akku der Uhr liess sich nicht mehr aufladen. Die Anschlüsse auf der Uhrrückseite waren deutlich sichtbar korrodiert. Versuche, sie zu reinigen blieben erfolglos. Zm Glück war die Garantierzeit noch nicht abgelaufen. Ich habe die Uhr an den Verkäufer wieder eingesandt und nach einer Woche eine Ersatzuhr bekommen. Das scheint jetzt auch das neuere Modell zu sein. Die Rückseite sieht deutlich anders aus und der Ant-Stick ist gegenüber dem alten deutlich "geschrumpft". Ich schätze, es handelte sich dabei um "Kinderkrankheiten" einer frühen Serie. Meine Kaufempfehlung halte ich aufrecht !


WD My Book Live Duo NAS-System mit Festplatte 6TB (8,9 cm (3,5 Zoll), Doppellaufwerk Cloudspeicher)
WD My Book Live Duo NAS-System mit Festplatte 6TB (8,9 cm (3,5 Zoll), Doppellaufwerk Cloudspeicher)
Wird angeboten von ATELCO Computer
Preis: EUR 399,13

8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Hardware topp, Software flopp, 11. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Hardware scheint in Ordnung zu sein. Hier gibt es wohl keine Unterschiede - bis auf die größere Festplattenkapazität - wie bei der Version mit 2 mal 2TB. Ich denke, insoweit kann ich auf die dortigen Rezensionen verweisen: Western Digital My Book Live Duo 4TB NAS-System (8,9 cm (3,5 Zoll), 800MHz, SATA II, 1x USB 2.0). Recht ordentliche, halbwegs wertige Verarbeitung, gut bedienbare Weboberfläche und eine einfache, fast intuitive Bedienung sind positiv herauszuheben. Negativ hier wie dort ist die lange Zeit, die das System braucht, bis es von dem Werkszustand un RAID 1 umgestellt ist. Aber nun gut, das macht man eh nur eimal, wäre also noch zu verschmerzen.

Es gibt allerdings derzeit (Stand: Juni 2012) einen Fehler in dem Medien DLNA, der das Gerät für mich momentan weitgehend unbrauchbar macht. Die Musiktitel werden auf den Clients nicht in der Reihenfolge der Nummerierung wiedergegeben, sondern durchweg alphabetisch. Beispiel: Tracks mit den Namen '01_I'', '02_G'', '03_A'' werden in der Reihenfolge 'A'', 'G'', 'I'' abgespielt. Die vorangehenden Tracknummern werden anscheinend ignoriert. Da ich überwiegend klassische Musik höre ist die Reihenfolge für mich entscheidend - wer möchte schon den dritten Satz einer Sonate vor dem ersten hören - und dieser Fehler ein absolutes No go. Bei meinem vorherigen NAS, einem in die Tage gekommenen Siemens AMS150, auf dem Twonkey Media lief, trat dieser Fehler nicht auf. Ich denke, es liegt nicht an der Software der Clients, zumal der Fehler bei allen Clients auftritt. Zur Information: ich habe ca. 1,4 TB mit Musikdateien und Photos belegt; die Musikdateien liegen im FLAC-Format vor.

Deshalb vergebe ich nur zwei Sterne und auch die nur, weil ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben habe, dass in einer späteren Version der Firmeware bzw. der Streaming-Software dieser Mangel behoben wird.

EDIT: Ein weiteres Manko: das Einlesen und Aufbauen der Datenbank dauert meines Erachtens viel zu lange. Nun, ich habe mehrer tausend Tracks gespeichert. Trotzdem war das Einlesen auch nach mehr als zwei Tagen noch nicht abgeschlossen. Bei meinem alten Siemens AMS 150 dauert das ganze ca. 3 bis 4 Stunden, was immer noch lange ist, aber akzeptabel. In Kombination mit dem o.g. Mangel habe ich den Server wieder zurückgeschickt. Leider läßt sich die Bewertung nicht mehr ändern, sonst hätte ich nur einen Stern vergeben.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 26, 2013 6:14 PM CET


Kein Titel verfügbar

60 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Klassiker, 28. August 2010
Ich (Jahrgang 1960) laufe seit etwa 1983 regelmäßig, seit 1994 auch Marathons und andere Wettkämpfe. Erst in den letzten Jahre mußte ich etwas kürzer treten, aber vier bis sechsmal die Woche bin ich immer noch unterwegs. Ich hatte schon Schuhe von allen möglichen Marken; viele gibt es in Deutschland leider nicht mehr - wie etwa Karuh - oder nur noch sehr schwer (Avia). Von dem Marathon TR habe ich derzeit zwei Paar in gebrauch, eines in schwarz und eines in blau. Ein drittes Paar trage ich ausserhalb des Laufens, in der Freizeit.

Der Adidas Marathon Trainer hat mich in allen Jahren begleitet. Es gibt ihn bereits seit Anfang der siebziger Jahre und seit dem wird er immer noch unverändert angeboten. Erst in diesem Jahr kam eine überarbeitete Version mit deutlich veränderter Sohlenkonstruktion auf den Markt. Mein erstes Exemplar habe ich, wenn ich mich nicht sehr irre, Anfang der 90ger Jahre gekauft und mich sofort darin wohl gefühlt. Der Schuh ist für eher schmale Füße geschnitten. Bei den Grüßen sollte man tatsächlich mindestens eine Nummer über die hinaus gehen, die man sonst in Laufschuhen hat; sonst wird er vorne sehr eng.

Über eines sollte man sich im Klaren sein: der Schuh hat keine Dämpfung, keine Stützen, weder im Vor- noch im Rückfussbereich. Das macht ihn sehr leicht. Die Sprengung, also die Differenz zwischen der Höhe im Vor- und der im Rückfussbereich ist sehr gering. Er gehört daher zu den harten Schuhen, bei denen man zwar nicht jeden Stein spürt, der aber einen sehr engen, direkten Kontakt zum Boden vermittelt. Das ist heute nicht mehr üblich. Die meisten Schuhe - auch von Adidas selbst - sind sehr stark gedämpft und mit Pronationsstützen versehen. Mittlerweile geht der Trend aber auch schon wieder in die andere Richtung, wie die erfolgreiche Serie der Nike Free zeigt. Das bedeutet aber auch: wer zu einer starken Überpronation neigt, wird vermutlich wenig Freude an diesem Schuh haben. Er ist eher für Läufer geeignet, die nur wenig bis mäßig pronieren und die bevorzugt auf dem Vor- oder Mittelfuss aufsetzen. Auch ausgesprochene Fersenläufer sollten besser die Finger von dem Marathon TR lassen. Der "Bürzel" an der Ferse behindert das Abrollen über die Ferse.

Wenn man diese Einschränkungen beachtet, ist der Schuh hervorragend. Ich hoffe, wer wird mich noch viele Jahre begleiten.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 14, 2011 8:11 PM MEST


Beethoven: Klavierkonzerte 1-5
Beethoven: Klavierkonzerte 1-5
Preis: EUR 23,99

19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine herausragende Aufnahme in guter Ausstattungsqualität, 27. Juni 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Beethoven: Klavierkonzerte 1-5 (Audio CD)
Über die Aufnahme selbst braucht man keine großen Worte zu verlieren: sie ist sowohl interpretatorisch wie klanglich herausragend. Mit Sicherheit eine der besten Einspielungen des Zyklus. Perahia und Haitink harmonieren großartig. Perahia gelingt es, auch die feinsten Nuancen herauszuarbeiten. Sein Spiel ist perfekt, völlig makellos dabei klangsinnlich und von hoher Emotionalität, so wie man es eigentlich immer von ihm gewohnt ist. Das Concertgebouw präsentiert sich als ein geschlossener Klangkörper und demonstriert einmal mehr seine herausragende Stellung als eines der besten Orchester der Welt, vor allem unter diesem Leiter.

Die Kritik an der Ausstattung ist unbegründet. Sämtliche Informationen befinden sich, wenn auch nicht in einem separaten Booklet oder auf der Rückseite des Digipack, auf der Innenseite desselben, einschließlich - und das ist leider heute nicht selbstverständlich - der genauen Aufnahmedaten.


Auf den Spuren der Cello-Suiten: Johann Sebastian Bach, Pablo Casals und ich
Auf den Spuren der Cello-Suiten: Johann Sebastian Bach, Pablo Casals und ich
von Eric Siblin
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

34 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Licht und Schatten, 4. Mai 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vorweg: ich bin - leider - weder ausgebildeter Musiker, noch habe ich Musikwissenschaften oder verwandte Gebiet systematisch studiert. Mir fehlen deshalb viele grundsätzliche theoretische Kenntnisse. Andererseite bin ich ein großer Bewunderer und Liebhaber der Violoncello - Suiten von J.S. Bach und sammle sie seit etlicher Zeit in allen möglichen Varianten. Einen Tag, ohne zumindest ein Suite anzuhören, geht gar nicht; oft sind es mehrere und wenn ich Zeit habe auch gerne den ganzen Zyklus hintereinander weg. Und obwohl ich sie schon so oft gehört habe, haben sie für mich nichts von ihrer Faszination eingebüßt.

Natürlich hatte ich mich - als im vergangenen Jahr die erste Vorankündigung erschien - auf das Buch von Eric Siblin sehr gefreut und viele neue Gedanken zu der Entstehungsgeschichte, der Stellung in Bachs Gesamtwerk und vor allem zur heutigen Aufführungspraxis erwartet.

Nach der ersten Lektüre hinterläßt das Buch bei mir leider einen sehr zwispältigen Eindruck. Positiv zu vermerken ist Siblins Bemühen, diese sperrigen Werke einem großen Publikum nahezubringen. Dafür gebührt ihm Anerkennung und Respekt. Auch wenn ein wenig unklar bleibt, worin nun für ihn die besondere Bedeutung gerade dieser Stücke beruht - Bach hat ja auch weitere Solostücke für verschiedenen Instrumente geschrieben, die einen durchaus vergleichbaren Stellenwert haben.

Dass es "sorgfältig recherchiert" sein soll, bezweifle ich. Nur ein Fakt: Siblin erwähnt, der Katalog zähle ca. 50 Einspielungen der Suiten ein. Ich darf mich glücklich schätzen, ca. 160 Aufnahmen von 130 verschiedenen Interpreten zu besitzen und ich weiss, dass sind längst noch nicht alle. Derzeit sind es - bis auf eine frühe Aufnahme von Anner Bylsma - nur CDs. Die Schallplattenbörsen werden da mit Sicherheit noch die eine oder andere Überraschung bereit halten.

Es wurde bereits auf die drei Stränge des Buches hingewiesen: 1. Bach, Leben, Werk und Entstehung und Schicksal der Suiten, 2. Pau Casals, Leben und künstlerisches Werk und 3. Siblin und seine Erfahrungen mit den Suiten. Das ist schon ein beeindruckendes Programm. Problematisch finde ich Siblins einschränkungslose Verehrung für Pablo Casals. Dass dieser ein eher schwieriger Charakter gewesen sein muss, der sich nicht scheute, auf vage Verdächtigungen hin auch schon mal die Karriere einen anderen Cellisten - Gaspard Cassadó - zu ruinieren (nachzulesen in dem Buch von Harald Eggebrecht "Grosse Cellisten" Große Cellisten) wird leider verschwiegen.

Im Übrigen zeichnet sich das Buch durch etlich Mängel aus:

1. Siblin ist - ebenso wie ich - weder professioneller Cellist, noch Musikhistoriker, noch -wissenschaftler. Seine Kenntnisse der Barock-Musik sind eher rudimentär. Deshalb bleiben seine Ausführungen zur Aufführungspraxis an der Oberfläche. Da bieten selbst die DVDs mit den Aufnahmen und Kommentaren von Wen-Sinn Yang Bach, Johann Sebastian - 6 Suiten für Solo Cello (Nr. 1- 6) (2 DVDs + 2 CDs / NTSC) mehr an Informationen. Bedauerlich, dass er die nicht zu Rate gezogen hat.

2. Themen, wie Interpretatinsansätze der einzelnen Aufführenden werden nur am Rande angesprochen; im Grunde geht er nicht über das gesammelte Wissen der Booklets hinaus. Gerade das wäre aber äußerst spannend. Wieso etwa gibt es einige Interpreten, die für ihre Auffassung und Spielweise auf eine religiöse Dimension zurückgreifen (Gavril Lipkind und mit Einschränkungen Steven Isserlis), während andere den tänzerischen Charakter betonen, während wieder andere einen fast meditativen Charakter herausheben, wie etwa Enrico Meinardi oder Boris Pergamenschikow.

3. Bedeutende Interpreten der Suiten, wie Enrico Mainardi, Antonio Janigro, Maurice Gendron, Lynn Harrell, Boris Pergamenschikow Bach, J.S.: Cello Suites, Bwv 1007-1012, Daniel Shafran oder André Navarra sucht man vergebens. Von den jüngeren Cellisten, wie Wen-Sinn Yang, Anne Gastinel, Daniel Müller-Schott, Jean-Guihen Queyras J.S. Bach: Complete Cello Suites, Marc Coppey, Heinrich Schiff Cellosuiten 1-6 (Ex Df), Gavril Lipkind ganz zu schweigen. Andere große Cellisten, die sich ihr Leben lang mit den Suiten beschäftigt haben, wie Paul Tortelier - man höre nur seine berührende Aufnahme, die er im Jahre 1990 bereits schwer krank Testament to Bach - The Complete Cello Suite - Paul Tortelier (DVD NTSC) aufgenommen hat, oder selbst ein Cellist vom Format eines Janos Starker, der die Suiten - wie Siblin richtig bemerkt - in seiner Laufbahn fünfmal aufgenommen hat, werden nur am Rande erwähnt. Auch hier finden keine Interperationsvergleiche statt. Die Hörvorschläge sind dann auch äußerst knapp und mangels eines Kommentars nicht nachvollziehbar.

4. Siblin übernimmt etliche Geschichten um J.S. Bach ungeprüft, wie etwa den Vorwurf, er habe sich mit einem seiner Schüler in einen Raufhändel eingelassen oder die Ursprungsgeschichte der Goldbergavariationen. Diese Mythen sind zu Recht in jüngster Zeit in Zweifel gezogen worden.

5. Fast komisch mutet der Fehler an, die Schumann - Bearbeitung der dritten Suiten sei von Peter Bruns in Begleitung eines Pianisten namens Roglit Ishay eingespielt worden. Nun, Roglit Ishay spielt zwar auf der CD das Klavier, ist aber nichts destoweniger eine Frau, was bereits dem Cover unschwer zu entnehmen ist Werke für Cello und Klavier. Nun, halten wir ihm zu Gute, dass es sich möglicherweise um einen Übersetzungsfehler handelt, für den er nichts kann. Dann war aber das Lektorat eher schlampig. Auch seine Auffassung über die Qualität der Schumann-Bearbeitungen kann ich nicht teilen. Als ich dem Booklet entnahm, dass die Bearbeitungen der übrigen Suiten verschollen seien, entrang sich mir ein Stoßseufzer: "Gottseidank !". Ich halte die Bearbeitungen für völlig misslungen. So macht man aus Bach keinen Romantiker. Es fehlt auch der Hinweis, dass Bruns selber die Suiten 1997 für das Label "naive" kongenial eingespielt hat; leieder scheint die Aufnahme selbst vergriffen zu sein.

6. Das Interview mit Mischa Maisky erfolgt tatsächlich im Stil eines Berichtes für eine Pop-Musik-Zeitschrift. Da verbreitet er sich über die Möblierung des Hauses und die Bekleidung des Muiskers, naheliegende Fragen, etwa welche Ausgabe der Suiten Maisky für die Einspielung herangezogen hat werden erst gar nicht gestellt.

Mein Fazit: Schade, ein interessantes Thema wurde hier oberflächlich und unzulänglich behandelt. Enthusiasmus, so ehrenwert er auch sein mag, und das Zusammenstellen von Booklet-Texte alleine reichen nun einmal nicht aus, um einem solchen komplexen Werk wie den Cello-Suiten von J.S. Bach gerecht zu werden.

Trotz alledem: das Buch ist flott und verständlich geschrieben. Man merkt, dass Siblin ein Profi ist, der sehr gut formulieren und die Spannungsbögen aufrecht erhalten kann. Sieht man über die aufgezeigten Mängel hinweg, die vielleicht auch nicht jeder Leser gleich gewichtet, kann man es durchaus mit Gewinn lesen. Und als Einstieg in dieses doch recht spröde Werk Bachs oder sogar in Bachs Werke insgesamt ist es sehr gut gelungen. Vielleicht ist insoweit eine etwas weniger in die Tiefe gehende Darstellung besser geeignet.


Not Just Dowland-Lieder für Sopran und Laute
Not Just Dowland-Lieder für Sopran und Laute
Preis: EUR 6,39

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die falsche Stimme, 20. April 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich höre sehr gerne Musik der Renaissance, insbesondere von John Dowland. Vielleicht bin ich deshalb auch ein wenig voreingenommen, denn meine Lieblingssängerin - wenn es denn schon eine weibliche Stimme sein muss; ich ziehe persönlich männliche Stimme der Lagen Altus oder Countertenor als der Zeit angemessener vor - ist und bleibt Emma Kirkby. Mit Anthoney Rooley hat sie sehr schöne Aufnahmen eingespielt, die für mich immer noch das Mass der Dinge sind.

Miss Sampson ist keine Liedsängerin. Ihre Biographie weist sie als wohl erfolgreiche Opernsängerin und Solistin bei verschiedenen Chorwerken aus. Gleichwohl singt sie auf dieser Aufnahme mit einem sehr extremen Vibrato, das meines Erachtens der Musik völlig unangemessen ist. Zweiter Kritikpunkt ist die Tatsache, dass das Publikum meint, nach jedem zweiten oder dritten Lied bzw. Instrumentalstück, Beifall spenden zu müssen. Das stört die Intimität der Stücke. Ich kann mich gut an ein Konzert mit Hille Perl erinnern, in der sie sich von Beginn an solche Unterbrechungen verbat.

Zuletzt: die Aufnahmequalität ist recht bescheiden, selbst für einen Live-Mitschnitt. Die Aufnahme wirkt flach, ohne Tiefe und räumliche Information.


Kurt Gödel: Jahrhundertmathematiker und großer Entdecker
Kurt Gödel: Jahrhundertmathematiker und großer Entdecker
von Rebecca Goldstein
  Taschenbuch

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine gelungene Einführung in Gödels Leben und Werk, 31. März 2009
Vorweg muss ich bekennen, ich bin in Sachen Mathematik und Philosophie allerhöchstens ein dilettierender Laie. Weder habe ich in diesem Bereichen eine akademische Ausbildung noch bin ich tatsächlich darin tätig. Ich bin nicht einmal ein Fachmann in Geschichte, Schwerpunkt Wien des beginnenden Zwanzigsten Jahrhunderts.

Gleichwohl erlaube ich mir den bisher hier veröffentlichten fast durchweg negativen Rezensionen zu widersprechen. Nach meiner Meinung hat Rebecca Goldstein hat ein sehr kluges und informatives, oft hoch amüsantes Buch geschrieben. Kein wissenschaftliches Werk; dafür ist es stellenweise zu anekdotisch und mit persönlichen, jedoch stets unterhaltsamen und keinesfalls aufdringlichen Kommentaren der Autorin versehen (bei denen man dann als Leser auch schon einmal direkt angesprochen wird). Wer aber eine Einführung in das Leben und Werk Kurt Gödels sucht, wird allerbestens bedient. Wobei man natürlich die Einschränkung machen muss, dass über Gödels Leben weniger bekannt ist, als etwa über das Wittgensteins oder erst recht Albert Einsteins. Goldstein weist ausdrücklich auf das Problem hin, dass, anders als etwa bei Einstein, an Hand der vorliegenden Aufzeichnungen nicht genau nachzuvollziehen ist, warum und wie Gödel zu seinen banhbrechenden Erkenntnissen gekommen ist. Gleichwohl versucht sie, auf Grund einer Darstellung des geistigen Umfelds des Wiens der Zwanziger Jahre des 20. Jahrh. dem Weg seines Denkens zu folgen. Die von anderen Rezensenten gerügten Mängel in der Darstellung dieses Umfelds sind meines Erachtens schlecht bzw. gar nicht begründet und auch nicht nachvollziehbar. Gewiss geht ihre eher kursorische Darstellung nicht über das hinaus, was aus anderen Werken - wie etwa Janik/Toulmins Buch "Wittgensteins Wien" - bereits bekannt ist und manchmal scheint es ein wenig klischeehaft zu sein; gänzlich falsch jedoch ist es nicht. Und eine ausführlichere Erörterung hätte den Rahmen des Buches warscheinlich auch gesprengt.

Mich beschleicht ein wenig der Verdacht, dass die harsche Ablehnung des Buches auch darauf beruht, dass Goldstein überzeugend mit wenigstens zwei gängigen Mythen aufräumt. Zum einen einer oftmals hemmungslosen Verklärung des charismatischen Philosophen Ludiwg Wittgenstein. Goldstein zeichnet von ihm ein wenig schmeichelhaftes Bild, ohne es jedoch an dem gebotenen Respekt vor seiner philosophischen Leistung fehlen zu lassen (wie man zu der Auffassung kommen kann, Wittgenstein werde - wie ein Rezensent schreibt - als "Trottel" dargestellt ist mir unverständlich). Zum anderen mit der nicht selten anzutreffenden Meinung, Gödels Unvollständigkeitssatz hätte unmittelbare Aussagekraft auch für andere wissenschaftliche Teilgebiete, wie der Soziologie, der Psychologie, Psychonanalyse etc. Insweit ist Goldsteins Buch ein erfrischend aufklärerischer Beitrag, der bei nicht wenigen postmodernen Denkern auf Ablehnung stoßen muss, stellt sie doch häufig auf Unwissenheit beruhende liebgewordene Vorurteile in Frage. Dabei gelingt es ihr in klaren, einfachen Worten - auch das ein Affront gegen den häufig so (absichtlich ?) unverständlichen postmodernen Stil - auch schwierigste Sachverhalte und Theorien so darzustellen, dass sie auch für einen Nichtfachmann verständlich werden. Dass sie dabei zur Verdeutlichung auch auf Beispiele aus ihrer eigenen unmittelbaren Lebenswelt zurückgreift, ist vielleicht in einem philosophischen Buch eher ungewöhnlich, trägt meines Erachtens aber sehr zum erhöhten Lesegenuss bei (vielleicht ist es auch wieder nicht so ungewöhnlich, wenn man an den späten Wittgenstein denkt; bei ihm ist der "Lesegenuss" allerdings auch wesentlich geringer).

Es ist vielleicht kein besonders guter Stil, wenn man sich in einer Rezension auf einen anderen Rezensenten beruft. Trotzdem möchte ich mich dem Fazit der Rezension Michael Springers im "Spektrum der Wissenschaften" (Heft Oktober 2006) anschließen: " Wer sich durch Goldsteins breit ausgreifende Lebensschilderung angeregt, für alle Details von Gödels Leben und Werk interessiert, wird bei Dawson fündig. Wem die fesselnde Darstellung des Genies und seiner Zeit genügt, dem schenkt Rebecca Goldstein ein Lesererlebnis."


Das kooperative Gen: Abschied vom Darwinismus (Psychologie)
Das kooperative Gen: Abschied vom Darwinismus (Psychologie)
von Joachim Bauer
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,95

64 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wenig neues, viel Polemik !, 23. Februar 2009
Das Buch funktioniert nach einem mittlerweile bekannten Rezept für einen Sachbuchbestseller. Man nehme:

1. einen eingängigen, Aufmerksamkeit erheischenden Titel - Bauer hat sogar gleich zwei, "Das kooperative Gen" in Anspielung an das überaus bekannte und erfolgreiche Buch von Dawkins "Das egoistische Gen" und den Untertitel, mit dem nicht weniger als eine Revolution der Evolutionstheorie versprochen wird,

2. populäre Gegner - hier Richard Dawkins "Das egoistische Gen", " Der Blinde Uhrmacher" und zuletzt "Der Gotteswahn" - und den gesamten Mainstream der Evolutionsbiologie insbesondere der Synthetischen Evolutionstheorie (Ernst Mayr et.al.),

3. ein in der Öffentlichkeit nur wenig bekanntes spezielles Forschungsergebnis - hier die Entdeckung der sogen. "springenden Gene" durch Barbara McClintock - und

4. stelle schließlich die Behauptung auf, dass dieses Ergebnis der Beweis für eine sehr allgemein gehaltene und äußerst umstrittenen These sei - evolutionärer Fortschritt beruht auf Selbstorganisation und nicht auf zufälliger Variation und natürlicher Zuchtwahl (Selektion) - welche natürlich dem Gegner den Garaus mache.

Wenn man das Buch dann noch zum richtigen Zeitpunkt herausbringt, wie gerade jetzt zum 200 Geburtstag Darwins und 150 "Geburtstag" seines Hauptwerkes, darf man sich einer großen Aufmerksamkeit gewiss sein !

Im Übrigen bringt das Buch interessierten Lesern wenig neues. Es wird mal wieder der alte Streit zwischen Punktualismus (S.J. Gould) und Gradualismus aufgewärmt, eine Auseinandersetzung, die seit den siebziger Jahren geführt wird, dazu kommen - wie erwähnt - die Ergebnisse über die Verdopplung und Verschiebung von Genen innerhalb des Genoms einer Zelle verbunden mit ein wenig Systemtheorie (Selbstorganisation von lebenden Organismen) der Rest ist Spekulation. Die wirkliche entscheidenden Punkte - welche Mechanismen sind für die Regulation der Verdopplungen/Verschiebungen verantwortlich und wie können sich Variationen auf Grund von Verdopplungen oder Verschiebungen einzelner oder mehrerer Gene in dem Genom einer somatischen Zelle in einem Organismus dauerhaft vererben - bleiben ungeklärt. Zwar erwähnt er sogen. mikro RNA als Regulatoren. Wie diese aber ausserhalb einer Zelle überleben und von einer Körperzelle in die Keimbahn gelangen soll, bleibt im Dunkeln. Der Grundgedanke, nämlich die Vererbung von erworbenen Eigenschaften ist übrigens ebenfalls nicht neu, sondern eine Rückkehr des Lamarckismus. Abgerundet wird das ganze durch eine kräftige Prise "Vitalismus" (Henri Bergson).

Ob das Buch tatsächlich auch für völlige Laien geeignet ist, wage ich zu bezweifeln. Dafür setzt es einfach zuviel an Kenntnissen voraus, wie etwa den molekularen Aufbau von Genen,und die grundlegenden molekularbiologischen Mechanismen der Genetik. Wer z.B. nicht den Unterschied zwischen Prokaryonten und Eukaryonten kennt, wäre vielleicht mit einem anderen Buch besser beraten. Gewisse Grundkenntnisse in Paläontologie sind ebenfalls angeraten.

Was die Sprache betrifft: sie ist alles andere als klar, an vielen Stellen bemüht Bauer eine "vermenschelnde" Ausdrucksweise für "Verhaltensweisen" der Zelle, welche die Vermutung nahelegt, "die Zelle" wäre (bewußt ?) für die Steuerung der Gene verantwortlich, was natürlich Humbug ist. Ansonsten fallen die vielen Wiederholungen auf, die häufige Verwendung von Begriffen wie "zweifellos" und "unabweisbar" für unbewiesene Behauptungen und ein Fülle von Unterstellungen gegenüber den von ihm bekämpften Vorstellungen der syntetischen Evolutionstheorie. Bauer polemisiert gerne und viel, was in einem "Sachbuch" zwar viel zum Lesevergnügen beiträgt, auf Dauer aber, vor allem, wenn sich die Vorwürfe wiederholen, eher ermüdet. Amüsant ist dagegen schon fast wieder eine Stelle in der er behauptet, es könne kein Zufall sein, dass eine Frau die Bedeutung der Selbstorganisation für die Genexpression gewonnen hat, seien Männer doch eher für mechanistisches Denken vorgeprägt (als Beleg führt er ein eigenes Buch an). Da wird Alice Schwarzer sich aber freuen ! Typisch männlich wirkt auf mich dagegen sein Bemühen, unterschwellig immer wieder mal durchblicken zu lassen, was für eine Koryphäe er selbst ist und wie intensiv er auf diesem Gebiet geforscht hat; das Verzeichnis der "wissenschaftlichen Publikationen des Autors" am Schluss erstreckt sich über 9 Seiten soll wohl beeindrucken. Natürlich findet er auch immer wieder Gelegenheit, in den zahlreichen Fußnoten auf seine anderen populärwissenschaftlichen Werke hinzuweisen. Ich hätte mir stattdessen und an Stelle der Fülle der Einzelnachweise, die überwiegend eher schwer zugängliche Fachaufsätze betreffen, eine - kurze - Liste weiterführender Literatur zum Thema Evolutionsbiologie gewünscht. Ob er wohl darauf verzichtet hat, weil diese Werke nach seinen "umstürzlerischen" Erkenntnissen sowieso veraltet und mithin nicht mehr aktuell sind ? Das wäre vielleicht ein wenig kurzschlüssig.

Denn die Grundthese selbst, nämlich dass Artenbildung und Höherentwicklung auf selbstorganisatorischen Mechanismen der Zelle als kleinster lebender Einheit beruht, bleibt weiterhin umstritten und unbewiesen. Die von ihm angeführten Belege stützen seine Behauptung meiner Meinung nach nicht.

Einem Laien würde ich eher die Bücher von Ernst Mayr Das ist Biologie: Die Wissenschaft des Lebens und Das ist Evolution empfehlen; auch wenn sie vielleicht nicht in allen Punkten den neuesten Stand der Evolutionsbiologie widerspiegeln, bieten sie eine ausgezeichnete und kompetente Einführung in dieses spannende Gebiet.

Nachtrag Juli 2009: In meinem Urlaub habe ich das Buch Geschichten vom Ursprung des Lebens: Eine Zeitreise auf Darwins Spuren von Richard Dawkins gelesen. Dieses großartige Werk, dass bereits 2004 im Original erschienen ist, nährt den Verdacht, dass nicht einmal der Titel des 2008 erschienen Buches "Das kooperative Gen..." von Bauer stammt. Dawkins schreibt:

"Mein erstes Buch >Das egoistische Gen< hätte genauso gut >Das kooperative Gen< heißen können, ohne dass ich daran auch nur ein einziges Wort hätte ändern müssen. Tatsächlich hätte dies einige Mißverständnisse erspart (manche besonders lautstarken Kritiker geben sich damit zufrieden, nur den Buchtitel zu lesen). ..." (Seite 274)
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 24, 2009 6:55 PM CET


Zeitspuren: Mit einem Vorwort von Wolfgang Jeschke - Meisterwerke der Science Fiction
Zeitspuren: Mit einem Vorwort von Wolfgang Jeschke - Meisterwerke der Science Fiction
von Jack Finney
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,95

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ist das noch SF ?, 18. Januar 2009
Ich zweifle, ob man den Roman "Von Zeit zu Zeit" - nur diesen habe ich gelesen - tatsächlich noch unter dem Genre SF einordnen kann. Eigentlich ist es eher eine Art Lokalhistorie. Eine wahrliche zukunftsorientierte "Technik" fehlt meines Erachtens fast völlig und die Fiktion geht unter in einem Wust von detailverliebten Beschreibungen von New York am Ausgang des 19. Jahrhunderts. Für jemanden, der New York kennt mag das ganz interessant sein, aber wahrscheinlich auch nur für solche Leser, die tatsächlich in New York leben. Alle anderen dürften schon Schwierigkeiten mit den übergenauen Ortsangaben haben. Da bleibt kein Blumenkübel und keine Straßenlaterne unerwähnt. Finney schreibt selbst in einem Nachwort, er habe versucht die historischen Fakten so genau wie möglich wiederzugeben, habe aber die Geschichte nicht der Genauigkeit opfern wollen. Nun, meines Erachtens ist ihm gerade letzteres aus heutiger Sicht leider nicht gelungen. Allzu häufig wird die Handlung durch oft seitenlange genauste Beschreibungen der Umgebung und der Menschen in diesem vergangenen Zeitalter unterbrochen. Das ist auf den ersten 200 Seiten noch ganz interessant, zumal die Geschichte dort noch keine Fahrt aufnimmt, so dass der Leser in einer gewissen Spannung gehalten wird, was wohl noch geschieht. Und es geschieht in der Tat im hinteren Drittel einiges, wenn man denn bis hierher durchgehalten hat. Aber ab etwa Seite 300 wird es nur noch zäh wie geschmacksneutrale Kaugummi. Die Personen entwickeln noch immer keine rechte Persönlichkeit, bleiben flach und ihre Handlungsweisen sind leicht vorhersehbar. Eine echte Entwicklung in der Persönlichkeit findet nicht statt. Sie sind einmal definiert und bewegen sich in diesem Rahmen. Ich muss gestehen, dass ich die letzten 200 Seiten nur mehr durchgeblättert habe. Die Schlusspointe ist auch nicht wirklich überraschend. Finney spielt hier ein wenig mit den bekannten Zeitreise-Paradoxien. Aber dazu hätte es nicht eines über 500 Seiten starken Romans bedurfte; diese Pointe hätte sich in einer Kurzgeschichte deutlicher vermitteln lassen. Ein J.G. Ballard oder Philipp K. Dick hätten für eine spannungsgeladene Geschichte mit gleicher Thematik wahrscheinlich einen Bruchteil des Umfangs benötigt.

Ich weiss nicht, wie das Buch zu seiner Zeit gewirkt hat, ob es tatsächlich innovativ und neu war. Wenn ich ihn nicht missverstehe, so deutet Wolfgang Jeschke in seinem Vorwort an, dass der Kern des Romans in einer 1956 erschienenen Kurzgeschichte mit dem Titel "The third Level" bestand. Vielleicht wäre es besser gewesen, Finney hätte es bei dieser Kurzgeschichte belassen. Für einen heutigen Leser dürfte es vielleicht noch aus historischem Interessen lesbar sein, mehr wohl kaum. Ich fürchte, den zweiten Roman "Im Strom der Zeit" werde ich mir wohl sparen.

Zwei Sterne gibt es für die recht gute Übersetzung und den ordentlichen, leicht lesbaren, wenn auch nicht gerade originellen Schreibstil.


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