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Beiträge von Klaus Grunenberg
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Rezensionen verfasst von
Klaus Grunenberg (97447 Gerolzhofen, Bayern)
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   

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Gott ohne Volk?: Die Kirche und die Krise des Glaubens
Gott ohne Volk?: Die Kirche und die Krise des Glaubens
von Bischof Stefan Oster
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erzählung aus den Höhen der Philosophie, 1. Juni 2016
Es geht in diesem Gesprächsbuch von Peter Seewald und Bischof Stefan Oster um Gott und es geht vor allem um Philosophie und wie in jedem Buch entwickeln sich auch hier oftmals Strukturen eines wunderlichen Denkens oder Handelns, dem angepasst, worüber gesprochen werden soll. Somit ist klar, man möchte sich spiegeln (ist legitim) und außerdem möchte man womöglich missionieren.
Bleiben wir beim Spiegel: Es ist nicht ganz klar (und das bis zum Ende des Buches), wer hier der Intelligentere ist, der Fragesteller oder der Antwortgeber, wenn Fragesteller oder Antwortgeber sich als Kenner der Materie outen. Beide vertreten, so man will, oftmals den gleichen Standpunkt, haben das gleiche Niveau, wollen das Selbe, die Religion, die katholische nämlich, retten vor einem Vergessenwerden. Sie sind überzeugt vom Wert, also von der Kultur (der Philosophie) der christlichen Religion (wie ich auch), betreiben also Werbung im eigentlichen oder auch guten Sinn.
Was stört, was dem gänzlichen Erfolg eines solchen Versuches abgeht, ist die grundsätzlich fehlende Genauigkeit (Ehrlichkeit fast) der ganzen angenommenen Angelegenheit, nämlich die sich langsam über Jahrhundert sich entwickelt habende Geschichte des Christentum seit Konstantin geziemend zu erwähnen, die wohl im Moment nicht mehr verstanden wird, weil Verdummung Konjunktur hat oder anderes mehr, wie nur noch Ökonomie usw. Gut, das wäre eine andere und lange Geschichte, also geschenkt!
Hier haben wir aber Gott sein Dank mit dem neuen kleinen Buch von Professor Berhard Judssen (DIE FRANKEN) ein Beispiel dafür, wie man sich die Geschichte unseres christlichen Abendlandes vorzustellen hat. Nachdem das Kaiserhaus sich seit etwa 350 n. Chr. in Richtung Konstantinopel aufgemacht hatte, war hier im Westen ein randständiges Gebiet entstanden. Es wurde aber im Sinne des römischen Rechts natürlich weiter geführt, jetzt allerdings von Männern, die ehelos waren, dem Zölibat verpflichtet.
Der Hinweis also fehlt mir z.B., wie überhaupt nur der Versuch, außerhalb einer schönen Philosophie (eventuell verbunden mit Mystik!) etwas ausführlicher zu erklären. Warum heute die Abwendung vom überholten Glaubensleben? Warum GOTT OHNE VOLK? Obwohl, allein der Titel schon. Gott, wenn es ihn gibt (und es gibt ihn wohl) hat schon sein Volk, seit langem, schon immer, ganz klar, oder etwa nicht?
Und dann kein Versuch, auch nur annähernd den Begriff der Eucharistie zu erklären, den Inhalt, das Mögklich, das drin steckt, das Transzendentale meinetwegen. Nur der Glaube, der Glaube macht es, womöglich wieder mit Mystik? Vielleicht. Aber warum, wie denn? Beispiele bitte!
Und dann der Hammer des Buches, als Peter Seewld nach dem Ende der Verbindung Osters mit seiner Freundin fragt. Mit einem einfachen Telefonandruf soll diese Beziehung aufgegeben worden sein? Auf Anraten oder eines gewissen Blickes von einem verehrten Herrn Professor?
Du lieber Gott, hier wird doch, gelinde gesagt, der Wert der Frau nicht erfasst, einer Geliebten, von der er ja gar nicht mal weiß, wie sie sich (und er sich) verändern können im Sakrament der Ehe und wie sich auch die erotische, die himmlische Kraft einer Frau (gerade nach einem Kindersegen) sich nocheinmal steigern kann. Nein, das glaubt ihm so leicht keiner aus dem Volk, auch nicht aus dem Volk Gottes, denke ich.

Alles in diesem Buch ist wie aus großer philosophischer Höhe geschrieben und wird dem VOLK gewiss zu denken geben und es ermuntern, ruhig weiterhin seine eigenen Erfahrungen zu machen im Leben und im Glauben, im wunderlichen und wunderbaren Glauben, der einstmals von einem mutigen Menschen in die Welt gestellt wurde als geistiges und geistliches Beispiel (und dafür von Menschen als Gottesohn bezeichnet wurde) für uns auch heute noch, mit einem revolutionären Inhalt ohnegleichen aber wiederum von den Menschen (wie dem später ehelosen Augustinus, haha!) bis heute weitergeführt als herrliches Kunstwerk, dem natürlich laufend nachgegangen werden wird, um es überhaupt zu erfassen.
Es wird auch von Umkehr geredet, eigentlich werden viele Themen angerissen (Missbrauch, Homosexualität, Widerstand in der Nazizeit etc), aber immer fehlt etwas. Eigentlich haben wir die wunderbare revolutionäre Lehre des Mannes aus Israel schon verraten, sein Volk, aus dem er kam, gedemütigt und ausrotten wollen, dafür aber demjenigen, der das wiederum wollte, das "Heil" zugerufen und unseren Soldaten Militärpfarrer zugesellt (auf dem Koppel stand, wie im 1. Weltkrieg: "Mit Gott"). Das ist wohl die wahre Sünde, die zur Umkehr aufrufen müsste. Somit verblassen alle anderen Gründe etwas sehr, auch diejenigen, die heutzutage immer wieder aufgerufen werden, um vielleicht abzulenken. Wenn ich noch weiter schreibe, überdenke ich die 4 gegebenen Sterne noch einmal genauer. Deswegen ist hier jetzt Schluss. Das alles aber, was hier angeboten wurde, kann nur ein Anfang gewesen sein, da muss etwas nachkommen, eine echte Umkehr.


Notizen aus dem Vernichtungskrieg: Die Ostfront 1941/42 in den Aufzeichnungen des Generals Heinrici
Notizen aus dem Vernichtungskrieg: Die Ostfront 1941/42 in den Aufzeichnungen des Generals Heinrici
von Johannes Hürter
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,95

13 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Umsonst hat euer Paps nicht gekämpft", 24. Mai 2016
Was Johannes Hürter, Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte in München (IfZ) und apl. Professor für Neueste Geschichte an der Johannes-Gutenberg Universität Mainz, hier an Notizen aus Briefen und anderen Zeugnissen vorbereitet hat, ist, gelinde gesagt, ein phnänomenales Ereignis in einzelnenSchüben für die Leser.
Ein Mann wie aus dem Ei gepellt, das heißt, geeignet nicht nur, sondern "erwartet", "willkommen erwartet" für das (und vom) Militär der alten preußischen Art, die man auch die deutsche nannte und nennen darf, ein Mann also erscheint vor unserer Augen. Und auf den nicht vielen Bildern erkennen wir schon am Gang, am Schritt einmal sogar, und an der Haltung, wie auch am Blick (die Gesichtspassagen am Beginn des Buches bitte genau betrachten!), wie jemand aussieht und sich gibt im Leben, der seinen Clausewitz gelesen hat und sich vor allem auf Abwehrkampf einrichten möchte.
Das entspricht nicht mehr dem ganz aktuellen Bild des damaligen preußischen (und deutschen Offiziers), der alles andere als Attacke mit "schlapp" benennen möchte und es auch tat. Nein, hier erscheint ein Mann, der pietistisch gesinnt, sich den Satz von Clausewitz zu eigen gemacht haben scheint, der da lautet: "Das Wissen muß sich also durch diese vollkommene Assimilation mit dem eigenen Geist und Leben in ein wahres Können verwandeln" (Carl von Clausewitz, Zweites Buch: Das Wissen muß ein Können werden).
Und so sind seine Briefe auch nicht verwunderlich eigenartig schön, immer schimmert ein guter Stil hervor, geradezu entzückend manchmal die liebevollen Wendungen zu seiner wohl lebhaften Frau ( etwa wie:nicht die Briefe in deinem Täschchen herumliegen lassen bitte!). Sie wären das Einzige, was ihm später längere Aufzeichnungen ermöglichen würden.
Durchgehend vom Anfang seiner Karriere bis zum Ende, das ja genau seinem Charakter entspricht, als er Keitel zum Beispiel eine Abfuhr erteilt und den "Führer" eben nicht raushauen will, weil das einfach nicht geht, durchgehend ist also der starke Charakter dieses Generals aus Ostpreußen, der Heimat meines Vaters (meines geliebten Vaters, der leider tapfer, aber umsonst gekämpft hat) zu erkennen.
Man fragt sich heute nur, was diese Menschen, unsere Vorfahren, umgetrieben hat, dem Wortgeklingel eines abenteuerlichen Menschen zu trauen und auf ihn sogar zu schwören? Die Antwort ist wohl die, daß eine eigenartige Hochschätzung des Militärischen aus der Zeit der Napoleon-Kriege in Deutschland die Chance, Krieg nur als Verteidigung zu gebrauchen, nicht genutzt wurde. Angriff hieß wohl die Devise (vor allem nach dem unglücklich verloren ersten Weltkrieg) und auch: "Das kann uns keiner nachmachen" kam bestimmt noch dazu. Das Ende für ein solche aktives Deutschland war abzusehen, sehr früh schon. Und sogar die eigenen Leute zu ächten, zu vetreiben oder umzubringen im Krieg und dahinter und davor, das war dann nur noch die Konsequenz, die fürchterliche, die uns bis heute beschämt.


Glauben im Zweifel: Der moderne Mensch und Gott
Glauben im Zweifel: Der moderne Mensch und Gott
von Norbert Scholl
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Engagierte Dialektik um die Innerlichkeit, 26. April 2016
Was uns der Autor mit diesem relativ schmalen, aber fundierten Band anbietet, ist Vieles, ist wie eine Wundertüte an Informationen naturwissenschaftlicher und theologischer Fakten, die es in sich haben und die erarbeitet werden müssen. Immer wieder beim Lesen überrascht man sich beim Wissen (schon Wissen!) und des vielleicht wieder Vergessen-Habens und so geht es dahin in diesem schönen, anstrengenden und aufschlussreichen Werk.
Aufschlussreich, weil ein katholischer Theologe, emer. Profesor der Theologie hier in Zusammenfassung seines gewaltigen Wissens (auch über fehlerhafte Fakten!) sich die Mühe macht, nocheinmal zuzulangen, noch einmal zu zeigen, was möglich wäre.
Was möglich wäre mit uns Menschen, die wir vielleicht Kinder haben, die noch glauben, andere wiederum, die nicht mehr glauben und andere, die wiederum glauben, gerade, weil sie als Naturwissenschaftler genau das erleben, was Norbert Scholl uns hier bietet, nämlich ein immenses Wissen, das einen berührt und erstaunen lässet, weil man dem Geheimnis des Lebens eben nicht ganz, nicht ganz genau auf die Spur kommen kann. Vielleicht soll man das auch garnicht, lieber, wie Jörk Zink in sich verweilen. Ein wunderbares Beispiel des Eingehens auf die Möglichkeit, andächtig zu werden (bitte nicht lachen!) bietet uns der Autor auf Seite 188 und folgender, wo Jörk Zink in seiner ungewöhnlich, fast lyrischen Art (oder wie ein Kind), eben sich vereint fühlt mit dem Leben. Ganz wunderbar, eigentlich hier schon die Auflösung der ganzen Diatektik dieses wertvollen und guten Buches. Wobei man am Ende fast glauben möchte, der Herr Professor hätte ganz einfach mit der Auflösung der bestehenden Dialektik von Natur und Theologie in ein staunendes Annehmen von Leben alles klarmachen können.
Warten wir es ab, ob Religion, die im Moment sich auch von anderer Seite zeigt, nicht nur von verstehender Liebe, ob diese Religion, bzw, die Religionen es noch mal schaffen, die Menschen auf unserer Erde zusammen zu bringen zu Brüdern und Schwestern.
Auch darüber erfahren wir einiges in diesem Buch, wie überhaupt jede vorstellbare Frage, die Theologie stellen kann (oder beantworten) hier kurz, aber prägnant beantwortet wird, mit ehrlichen Fragen und einigermaßen ehrlichen Sätzen und Beispielen. Dieses Buch kann helfen, über das Leben zu diskutieren.


Der falsche Prophet
Der falsche Prophet
von Roman Rausch
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Gelungene Einblicke in eine spezielle fränkische Historie, 12. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Prophet (Taschenbuch)
Roman Rausch nimmt sich immer wieder die fränkische Historie vor. Er erzählt in Roman-Form über Heil und Unheil dessen, was wir fränkische oder auch deutsche Geschichte benennen und das ausgehene Mittelalter kommt darin des öfteren vor. Würzburg steht auch in diesem historischen Roman wieder im Vordergrund und sein damaliger Bischof Rudolf von Scherenberg, der ja in den Köpfen der Franken bzw derer, die sich auszukennen scheinen, garnicht einmal so schrecklich erscheint, tritt hier irgendwie energischer auf, als man es annehmen würde.

Gerade in der Steigerwald-Gegend ist Bischof von Scherenberg als derjenige bekannt und berühmt, der damals das Bistum Würzburg ökonomisch wieder auf Vordermann brachte, um es einmal so auszudrücken. Vor allem der Weinbau hätte ihm viel zu verdanken, sagt man noch heute. Und dann dieses Urteil in diesem Roman von Roman Rausch, als er Hans Behm, den Pauker oder Pfeifer von Nicklashausen verurteilen muss. Natürlich wird der verbrannt.
Gut, Roman Rausch hat in diesem Werk wieder einmal souverain erzählt, fast gemalt, wie er sich die Zeit damals vorgestellt hat. Das ist jetzt wohl schon Routine, das ist gut, doch in "Die letzte Jüdin von Würzburg" oder in "Die Kinderhexe" bringt er mehr Schwung hinein. Hier wirkt das Vorgehen etwas verlangsamt, etwas zu routiniert vielleicht, so jedenfalls bei mir. Aber der Widersacher des Bischofs, der ständig Händel suchende Albrecht Achilles, Markgraf von Ansbach, der wird ausnehmend gut getroffen und in einer Jagdszene wunderbar herausgearbeitet, meine ich. Die Kriminalromane von Roman Rausch gefallen mir, das nur nebenbei, besonders gelungen. Schade, dass das Fernsehen nicht mehr davon profitieren konnte bisher, sehr schade!
Aber auch dieser Roman ist wieder ein Beweis seiner Schreibeskunst. Hut ab!


Das Buch der Königin: Historischer Roman
Das Buch der Königin: Historischer Roman
von Sabine Weigand
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Die Freude an alten Büchern überträgt sich hier, 22. März 2016
Sabine Weigand schreibt über das Mittelalter wie jemand, der gerne über das Mittelalter schreibt. Wie Umberto Eco etwa, das wäre natürlich etwas. Aber auch hier geht es zur Sache. Und was dabei neben dem Spannenden, dem "Kriminaltango" ankommt, ist zum einen örtlich bezogen, auf Sizilien, auf Bamberg, auf Streitberg sogar, also auf die fränkische Heimat, und das ist allemal lesenswürdig, denke ich.
Und spannend ist es auch, wenn für einen Bamberg-Liebhaber der Hauptsmoorwald erscheint oder etwa der Kaulberg. Und von einer Fehde erfahren wir gleich zu Anfang. Eine Fehde, die sich im Mittelalter und weit hinein in die Zeit entfalten konnte, wo also Adlige sich einfach bekriegen konnten, wenn sie meinten, dass es ginge und die Fehde wurde ja erst recht spät geächtet, nachdem sie lange Zeit den Rittern oder Fürsten, gerade auch in Franken zupass kam.
Gottfried von Streitberg also, der spätere Schreiber ist es, an dem sich der rote Faden entlang zieht. Ganz passabel gemacht. Und dann und wann zieht es die Autorin doch wieder direkt hinein in die Liebe zu den Büchern, den alten Büchern, den prunkvollen (wie sie gewiss auch in der Staatlichen Bibliothek in Bamberg zu finden sind) und recht ergötzlich sind sie zuweilen dieses alten Bücher, wenn sie zum Beispiel die hocherotischen Situationen von Sodom in deutlichen Bildern ausspinnen. Das macht sie natürlich jetzt gekonnt, wenn sie in der Malschule zu Reichenau Gottfried, den Malschüler mit Heinrich, dem späteren Kaiser zusammenbringt, woraus sich ein weiterer Faden spinnen lässt.
Szennen am Hofe, nächtliche Szenen im Damenkloster, überhaupt das Leben damals mit Ritterschaft, Schwertleite undsoweiter, mit Intrigen von Hof zu Hof, von Bamberg nach Rom, bis zum Kaiserhof sogar, alles in allem ein schöner Krimi.
Und dann das Schicksal Siziliens, heute noch immer ein Hochgenuss fürs Auge und fürs Herz, wenn man in Sizilien weilt, was sich da, nicht nur in Palermo entlädt für das Auge und für die Phantasie, die sofort eintauchen kann ins Geschehen von damals, wenn man wieder mal vor Ort ist. Und das Leben von Konstanze selbst, ihre unglückliche Liebe zu Heinrich VI, das die Autorin in diesem Buch so treffend malt und wovon es ja auch ein altes Originalbuch gibt, das man gerne in Augenschein nehmen würde. Das alles hält einen in Spannung wie auch die Geschichte vom Bischof Otto, dessen Grab in der Michaelskirche in Bamberg liegt und wo man durch einen Durchgang sich in gebückter Haltung von Kreuzschmerzen befreien könnte.
Ja, ein schöner Roman, noch nicht ganz zu Ende gelesen, aber schon jetzt: prima!


Kaiser Konstantin: Historischer Roman (wtb Wieser Taschenbuch 1)
Kaiser Konstantin: Historischer Roman (wtb Wieser Taschenbuch 1)
Preis: EUR 11,99

4.0 von 5 Sternen Wesentliches im Roman treffend beschrieben, 15. Januar 2016
Ivan Ivanji kann schreiben und sogar in dieser deutschen Übersetzung kommt sein eigenartiger Stil zum Ausdruck, der, manchmal kurz und prägnant, urplötzlich ins romantische Flair übergehen kann.
Gut, Kaiser Konstantin kann wohl, wenn überhaupt, nur in einer historischen Erzählung umfangen werden, denn zu ungewöhnlich ist sein Verhalten, auch von heute aus betrachtet.
War das römische Reich wirklich derart in Gefahr, überrannt zu werden, sich zu verlieren in Hektik, Gier und politischem Durcheinander? Und war es deshalb wirklich notwendig, sich eine ganz neue Religion, auch noch gerade die christliche, anzueignen?
Hätte es mit den alten Göttern, mit dem übernommenen Glauben von alters her nicht gut weitergehen können?
Wir wissen es (und haben es irgendwo gelesen) dass die Römmer, argwöhnisch und fromm, wie sie wohl waren, dass sie eine Menge an Göttern in Rom um sich herum hatten. Altäre, Opferungen, das war alltäglich gelitten und jetzt, auf einmal nur eine einzige Gottheit, ein einziger Gott, dazu noch dreifach gespalten, gefaltet vielmehr in Gottvater, Gottsohn und den Heiligen Geist?
Schwer verständlich, wenn man bedenkt. Und Ivan Ivanji hat bedacht, als er sich aufmachte vorzeiten und dieses Buch konzipiert hat.
Nun ist es wieder aufgelegt worden und die Umstände sind meiner Meinung nach gelungen dargelegt worden, wie es damals zu dem Umbruch im römischen Staatswesen (wozu die Religion absolut gehörte) gekommen ist.
Es ging aber alles relativ überlegt zu, wie man erfährt. Schon Diokletian bedachte die Zukunft Roms, weil er merkte, dass sich etwas tat im Staat. Vier Kaiser sollten es richten und das Dankmal, das darüber erzählen kann, steht heute in Venedig und ist jeweils eines meiner begehrtesten Anschauungsobjekte, wenn ich mal in der Lagunenstadt verweile. Schon beim ersten unvergesslichen Besuch vor vielen Jahren stand ich vor dem Porphyrbildnis der Tetrarchen, der vier Gestalten, die sich brüderlich umarmen.
Brüderlich? In diesem Roman wird beschrieben, wie es weiterging. Wie es sich zeigte, was Regieren heißt, was Macht anstellen kann, wie man Verwandte ausräumt, nebenbei eine neue Religion einführt, indem man jetzt die neuen Priester herbei ruft und ihnen Versprechungen macht. Wie alles sich aber unter Julian nocheinmal wenden kann und wie endlich das entsteht, was wir heute als westliche Kultur (aber auch als orthodoxe!) vor Augen haben und wohin es die Flüchtenden heutzutage zieht, weil daraus (auch aus dieser Religion, die Heilslehre und Politik zugleich war) der Westen entstand mit al seinen sichtbaren Früchten heutztage.
Das alles steckt in diesem Buch drinnen und nicht nur der Roman tut hier seine Pflicht, auch die in Frakturschrift enthaltenen Hinweise historischer und realer Art machen dieses Werk zu einer Fundgrube. Natürlich sollte man sich danach mit einer historischen Arbeit dieses Kaisers nocheinmal gesondert auseinandersetzen. Denn es gibt wohl noch Einiges, was zu erfahren wichtig wäre, damit einem klar wird, was wir heute aus Sicht der Kirchen glauben sollen. Auch das wichtige, heute noch gemurmelte (und für glaubhaft befohlene!) Credo wurde unter Leitung Konstantins als Pontifex Maximus in die Welt, die neue Welt sozusagen gesetzt und ist hier und heute leider immer noch im Kontext besonders der drei monotheistischen Religionen eher ein Streitpunkt als vermittelnder Faktor.


Geschichte des Rechts: Von den Frühformen bis zur Gegenwart
Geschichte des Rechts: Von den Frühformen bis zur Gegenwart
von Uwe Wesel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 43,00

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausführliche Geschichte über das Recht in Deutschland, 26. Dezember 2015
Es geht anfänglich natürlich nicht um Deutschland, sondern Professor Uwe Wesel, der PEN-Mitglied ist, holt weit aus und kann natürlich auch dazu noch sehr ansprechend schreiben, sodass man es gerne liest. Und so geht es in medias res, wie man so schön sagt und wir Leser werden mitgenommen in einen brisanten Reigen der Entwicklung von Recht und seiner Geschichte seit den Anfängen der bewußt wahrnehmbaren Menschheit.
Es geht also los mit den Jägern und Sammlern und es wird - für Jurastudenten interessanter noch - von agnatischer Verwandtschaft, von Lineage, Matrilinealität, Matrilokalität und von der anderen Seite, der entsprechenden Patri-Schiene berichtet. Segmentäre Gesellschaften heißt es weiter, Protostaaten. Was ist Recht? Interessante Frage übrigens, auf die der Autor auch im Schlusswort noch einmal eingehen wird, und zwar den Kopf wiegend.
Im zweiten Teil dann die Rechtsgeschichte der Antike. Und da sind wir natürlich am Lesen, was uns die alten Griechen und Römer zu sagen haben und staunen nicht schlecht ob ihrer Ordnung. Ägypten, klar, Hebräisches Recht mit der von Gott gegebenen Ordnung, die befolgt werden soll, Talmud, Offenbarung, also ein von Gott gegebenes Recht! Römisches Recht mit seinen Auswirkungen bis weit in die germanische Zeit, bis in unsere Zeit sogar, nachdem im späten Mittelelter und danach so etwas wie Fehde herrschte, deren unsäglicher Zustand erst durch einen ewigen Landfrieden beendet werden konnte und wobei es danach auf höherer Ebene mit dem Krieg natürlich weiter ging auf einem unsäglichen Weg bis heute.
Die Germanen im dritten Teil, natürlich noch einmal besonders interessant, wobei man unlängst von Professor Bernhard Jussen in seinem kleinen und feinen Buch DIE FRANKEN noch einmal aufgekärt wurde, was da abging im 4. Jahrhundert n. Chr., als wir in Westeuropa randständig zwar, weil das Kaiserhaus in Byzanz weilte, aber weiterhin von Rom aus (jetzt von den alten Adelsfamilien, die nun den Pontifex Maximus stellten!) in eine Rechtslage gezwungen wurden, die gleichzeitig Politik und auch Heilslehre war.
Ja, das kommt nun wirklich auch im Kapitel: Das Frankenreich zur Geltung. Dann geht es weiter mit dem Mittelalterlichen Deutschen Reich.
Kurz und Gut: Vierter Teil: Rechtsgeschichte der Neuzeit mit der Gestaltung des Alten Reiches mit seinen Territorialstaaten bis hin zum Absolutismus, zum Preußischen Allgemeinen Landrecht und zur Auflösung des Alten Reiches. Es folgt das 19. Jahrhundert, die Weimarer Republik, Das "Dritte Reich" (in Anführungs- und Abführungszeichen), was ich jedenfalls interessant und gut finde!. Deutsche Demokratische Rpublik, ja, auch die erscheint und mit dem 19. Kaiptel dann die Bundesrepublik Deutschland. Es geht sodann in den Schlussspurt. Der Fünfte Teil ist kurz und hat es in sich. Mit der Überschrift: "Der langen Rede kurzer Sinn" holt Uwe Wesel noch einmal mächtig aus, um mit Respekt vor der Geschichte des Rechts, die auf ihrem langen Weg ja auch etwas erreicht hat, doch die nötige Vorsicht für die Zukunft aufklingen zu lassen. Schwer zu sagen, meint der Autor, ob das Recht heute weniger gerecht ist als zu Zeiten von Urnammu, Aristoteles oder von Celsus und Ulpian. Ja und auch Sokrates, ja, ja, er hielt sich an seine innere Stimme, an das, was er als richtig empfand, genau wie Kant, der "Alte Chinese" aus Königsberg. So ist es und es ist auch so, dass Recht von Menschen entwickelt wurde und in Zukunft weiter entwickelt werden wird. Da ist es mit der Gerechtigkeit so eine eigene Sache. Und wenn dann vielleicht eines schönen Tages irgend ein Müllersohn kommt und sich (mit Hilfe des Volkes) zum Cäsaren aufschwingt, nur weil er in einem - sagen wir, vermeidbaren Krieg - tapfer gekämpft hat, wie es ja vor hundert Jahren geschehen ist, dann kann sich dieser neue Cäser das Gesetz natürlich eventuell wieder einmal dingbar machen, wenn er denn überhaupt gewählt wird. Wollen es nicht hoffen! Dieses Buch ist auf jeden Fall eine Fundgrube an menschlichen Besonderheiten in Bezug auf das Recht und die Gerechtigkeit. Mit einem Ausblick in eine fast optimistisch zu nennende Zukunft für uns Menschen endet es.


Sean Brummel: Einen Scheiß muss ich
Sean Brummel: Einen Scheiß muss ich
von Tommy Jaud
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Zufriedenheit ist der Tod der Fitness-Industrie", 28. Oktober 2015
Derartige Sprüche gibt es etliche und sie sind fast immer gut dosiert und an manchen Stellen wirklich auch so, dass man denkt: es passt. "Vergessen Sie Diäten, Ihr Körper weiß selber, was er wiegen will." Das ist es doch oder? Und Paso Robles gibt es wirklich, in Süd-Kalifornien, und ein Bier nach deutscher Brauart kann man dort auch brauen (wobei sich die Art des Brauens auch in den USA - Gott sei Dank - wieder der guten alten Art und Weise genähert hat, wie es auch in Bamberg und Umgebung immer schon und - Gott sei Dank - immer noch ist). Schöner Satz?
Nein, das Buch, wenn man das Werk eben als Buch in Händen hat, bitte nicht weglegen, weil es kein Roman ist, es ist mehr, viel mehr. Hier juckt der Schelm, was? Hier guckt der Schelm nicht nur um die Ecke, hier findet man immer wieder mal beim Blättern etwas, das bringt einen in gute Laune. Wie allein schon zum Beispiel der Hinweis ganz hinten auf KELLERKOMMANDO.
Gut, manches ist etwas weit hergeholt, vieles davon ist witzig. Und Tommy Jaud beschleunigt wieder einmal, wobei er doch entschleunigen möchte, wenn ich ihn recht verstehe, befreien von inneren Vorwürfen (die immerzu fordern und antreiben!).Und so frage ich mich, warum er das hier schreiben musste. Einen Sch... hätte er müssen, aber er hat es getan. Dafür allein Respekt und die volle Sternezahl, wobei ich mich ehrlich frage. Einen Sch.. hätte ich gemusst, garnichts oder weniger noch, hahaha.
Dieses Buch ist also vielleicht ein Gebrauchsbuch mit Ratschlägen für die immer nörgelnde, auf Disziplin und Sauberkeit bauende Hausfrau? Oder ein Buch für gewisse Stunden oder überhaupt für dich und mich? Alles ist es und alles ist drin, vieles ist dabei, was interessant ist, probiert es aus, ich hab es schließlich auch getan und nicht immer geweint.


Frühstück mit der Drohne: Tagebuch aus Gaza
Frühstück mit der Drohne: Tagebuch aus Gaza
von Atef Abu Saif
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warum nan den Krieg überhaupt meiden sollte, 27. Oktober 2015
Und warum man immer wieder einen Krieg heraufbeschwört durch alle möglichen Veranlassungen und warum man diese törichten Veranlassungen tunlichst unterlassen sollte, vor allem, wenn der Gegner am längeren Hebel sitzt, das sind die Fragen, die man sich stellt beim Lesen dieses mutigen Buches, das nichts auslässt, was einen erschüttern kann, nicht das ständige Sirren der Drohne über dem Ort der Verzweiflung, nicht die verzweifelten Bemühungen um ein Überleben in fast aussichtslosen Situationen manchmal. Und immer noch wird das dramatische, das furchtbare Geschehen eine Steigerung erfahren (was einen sogar beim Lesen fast Unerträgliches miterleben lässt).

Wie schön die Freude nach all dem Erlittenen, wie fröhlich die Menschen und das sollte uns ein Zeichen sein. Gaza muss in 5 Jahren wieder erstehen. Ihr Jugendlichen von Gaza, ihr jungen Palästinenser, baut Gaza im kommenden Jahrzehnt wieder auf, neuer und schöner! Und in dieser Zeit kein Sticheln mehr gegen Israel. Denn selbst Israel wird euch dabei helfen, wenn es den guten Willen nur merkt, nur einen Hauch. Genug ist erlitten, die Zeit des Leidens ist vorbei, wenn ihr Jungen es nur wollt. Und zwingt eure Politiker auf euch zu hören. Die ganze Welt steht euch doch bei, wenn ihr es nur wollt. Seid mutig und freut euch auf eine Arbeit, die Zukunft verspricht. Und die kleine Jaffa soll sich nicht umsonst gefreut haben, als dieser unselige Krieg endlich vorbei war.


Die bezifferte Welt: Wie die Logik der Finanzmärkte das Wissen bedroht
Die bezifferte Welt: Wie die Logik der Finanzmärkte das Wissen bedroht
von Colin Crouch
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,95

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wirklich schwere Kost, 21. Oktober 2015
Ja, es ist eine nicht leichte Kost zur Erlangung bitterer Erkenntnisse, dass wir nämlich in unserer Welt derart übers Ohr gehauen werden (und natürlich auch gelegentrlich zurück hauen, was man ehrlicherweise gestehen sollte). Doch nicht nur in den Medien, die uns angeblich falsch oder so berichten bzw. informieren, wie sie es für conform halten, wird geflunkert, sodern auch im alltäglichen Leben. Wer in der Industrie arbeitet, weiß das und die gerade aufgekommene wirklich erschütternde Sache mit der Dieselproblematik wird nicht die einzige Verfehlung sein. Ach, nicht nur der Neoliberalismus will uns an der Nase herumziehen, schon immer ging das gut und gerne mit uns Menschen. Mit Menschen geht das aber immer(und wir rufen noch manchem Idioten das "Heil" zu).
Um Gottes Willen, bloß nicht daran denken, wie wir manipuliert werden, sonst machen wir uns wirklich nicht einmal unsere eigene kleine Welt mehr, das stimmt.
Was ist aber positiv an diesem Buch? Gelegentlich immer mal wieder rein schauen, denke ich. Wie im großen Stil, im ganz großen nämlich die Zukunft gestaltet werden soll, wenn es nach den wahren Machern, den Mächtigen (wer mag das sein?) geht. Wenn es nur noch in Zukunft nach Bankengutdünken, nach Zugriffen aller Art geht (wer möchte z. B. sich nicht alles vom jährlich aufgemotzten Gesundheitskuchen ein ganz großes Stück abschneiden?). Und so oder ähnlich wird es wohl in mancher Art und Weise immer weiter gehen. Um Gottes Willen, nur nicht dran denken, wenn der Markt (diese unmäßige Gier!) uns weiterhin so beschäftigen wird, dass selbst Kriegskalkül wieder in Reichweite des Möglichen gerät, weil? Weil es eben möglich wäre und es uns eben so dargelegt werden könnte. Spätesten dann zieht man sich doch wirklich in sich selbst zurück, oder? Oder man wird aktiv in den Sozialmedien. Aber wer hört einen denn dort an? Der oder die sich bemühenden Ehrlichen haben oft gerne die Lacher an ihrer Seite. Schade eigentlich!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 28, 2015 1:14 PM CET


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