Profil für Alexander I. > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Alexander I.
Top-Rezensenten Rang: 239
Hilfreiche Bewertungen: 4323

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Alexander I.
(TOP 500 REZENSENT)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10
pixel
Coffee Roasters of Jamaica - 100% Jamaika Blue Mountain Kaffee-Spezialitäten, ganze Arabica Kaffeebohnen, 1er Pack (1 x 227 g)
Coffee Roasters of Jamaica - 100% Jamaika Blue Mountain Kaffee-Spezialitäten, ganze Arabica Kaffeebohnen, 1er Pack (1 x 227 g)
Preis: EUR 27,99

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toller Kaffee in toller Verpackung, 13. Juli 2012
Wer echten Blue Mountain Kaffee sucht, kann hier bedenkenlos zugreifen. Ich war nach den Bildern etwas skeptisch, aber die Kaffeepackung kommt tatsächlich eingenäht in einen echten kleinen Jutesack. Ein schöner Blickfang und gut zu verschenken.

Der Kaffee selbst ist noch einmal extra vakuumiert und scheint sehr frisch. Die Bohnen sind ausnahmslos gleichmäßig mittelstark geröstet und duften herrlich. Es findet sich kein "Abfall" oder unreife oder nur halb geröstete Bohnen in der Packung. Der Kaffee schmeckt sowohl im Mokkakocher als auch als Brühkaffee ausgesprochen ausgewogen - sehr voll im Mund, praktisch überhaupt nicht bitter, sehr aromatisch und auch ohne Zucker hat er, vor allem in der Nase, schon einen fein süßlich-karamelligen Ton. Zwar findet man hier und da ähnlich aromatische Kaffees, aber diese sind nicht annähernd so ausgewogen, sonder eher stark und bitter. Für sein volles Aroma ist dieser Kaffee wirklich außerordentlich fein und bekömmlich, auch für meinen eher empfindlichen Magen.

Zu guter Letzt lässt sich, wenn die Verwendung hierfür auch eher unüblich ist, auch ein Espresso aus den Bohnen zubereiten. Heraus kommt vielleicht kein typischer Espresso, aber ein sehr milder, dick-aromatischer, ausgewogener und auch ohne Zucker fast süßlich-feiner Kaffee.


Quanten: Einstein, Bohr und die große Debatte über das Wesen der Wirklichkeit
Quanten: Einstein, Bohr und die große Debatte über das Wesen der Wirklichkeit
von Manjit Kumar
  Broschiert

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragende Darstellung und spannendes historisches Zeitbild, 23. Mai 2012
"Quanten" ist schlicht ein hervorragendes Buch: Ich habe viele Bücher zum Thema Quantenmechanik gelesen, aber keines schafft es so gut wie dieses nicht nur die Theorien und Modelle an sich anschaulich zu erklären, sondern sie gleichzeitig in einen historischen Kontext einzuordnen und mit den Biografien der wichtigsten beteiligten Personen zu verbinden. So lernt man nach und nach den prinzipiellen Unterbau der Quantentheorie kennen und fühlt sich gleichzeitig in die Zeit ihrer Entdeckung versetzt. Auch wer die zugrunde liegenden Theorien schon kennt, erfährt ihre Entstehung hier noch einmal aus einem sicher bisher unbekannten Blickwinkel. Man erfährt von Briefwechseln der großen Physiker, hitzigen Debatten und persönlichen, Tagebüchern anvertrauten Gedankengängen. Alles ist erzählt, in typisch angelsächsischer Manier, in Form einer spannenden Story zwischen Einstein und Bohr, in einfacher Sprache und lebendigem Stil.

Die Physik an sich kommt dabei im Buch nicht zu kurz. Zwar ist die Art der Darstellung der Quantenphysik an sich gerade noch im populärwissenschaftlichen Bereich festzumachen, allerdings ist ein solides physikalischen Grundwissen doch absolute Bedingung, um den Inhalt zu verstehen. Idealerweise hat man eben doch schon vorher von Quantenmechanik gehört und sie ansatzweise verstanden. Fortgeschrittene Konzepte wie Lokalität vs. Nichtlokalität, Verschränkung und die Wellenfunktion verlangen dem unbedarften Leser einiges ab, auch wenn praktisch keine Mathematik vorkommt. Trotzdem werden diese Konzepte meiner Meinung nach anderswo kaum in einem besseren, verständlicheren und vor allem spannenderen Zusammenhang erklärt.

Der sicherlich beste Teil des Buches ist die Schilderung der möglichen philosophischen Interpretationen der Quantenmechanik. Wer diese als vollständige Theorie betrachtet und ansatzweise verstanden hat, kann aus ihr ableiten, dass unser Universum objektiv schlicht nicht existiert solange es niemand beobachtet. In dieser Sichtweise, die Nils Bohr und die überwiegende Mehrheit der Physiker verteten hat, löst sich ein simpler Baum den niemand beobachtet in eine nebulöse Welle aus Wahrscheinlichkeiten auf - die logisch extreme Auslegung dieser Sichtweise ist, dass der Baum schlicht nicht von sich aus existiert, solange ihn niemand ansieht. Diese Interpretation hat Einstein gut 30 Jahre lang nicht mehr ruhig schlafen lassen und beschäftigt Mangels Gegenbeweis (so sehr ihn Einstein den Rest seines Lebens auch gesucht hat) Philosophen und Physiker bis heute. Die verständliche Darlegung dieser und anderer Interpretationen, zusammen mit den zugehörigen Beweisen und Experimenten, ist eine der großen Stärken des Buches. Leider hört die Darstellung der möglichen Interpretation etwas früh auf, modernere Auslegungen ab den 1960er Jahren finden keinen Platz mehr, abgesehen von der Viele-Welten-Theorie.

Alles in allem könnte ich dafür aber keine Abwertung des an sich hervorragenden Buches vertreten. Der physikalisch interessierte Laie, Schüler oder Student wird hier einen der besten und lebhaftesten Darstellungen der Quantenmechanik und ihrer Ursprünge und Grundlagen finden.


Quantum: Einstein, Bohr and the Great Debate About the Nature of Reality
Quantum: Einstein, Bohr and the Great Debate About the Nature of Reality
Preis: EUR 5,76

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragende Darstellung und Erklärung mit kleinen Schwächen in der Kindle-Version, 15. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Quantum" ist schlicht ein hervorragendes Buch: Ich habe viele Bücher zum Thema Quantenmechanik gelesen, aber keines schafft es so gut wie dieses nicht nur die Theorien und Modelle an sich anschaulich zu erklären, sondern sie gleichzeitig in einen historischen Kontext einzuordnen und mit den Biografien der wichtigsten beteiligten Personen zu verbinden. So lernt man nach und nach den prinzipiellen Unterbau der Quantentheorie kennen und fühlt sich gleichzeitig in die Zeit ihrer Entdeckung versetzt. Auch wer die zugrunde liegenden Theorien schon kennt, erfährt ihre Entstehung hier noch einmal aus einem sicher bisher unbekannten Blickwinkel. Man erfährt von Briefwechseln der großen Physiker, hitzigen Debatten und persönlichen, Tagebüchern anvertrauten Gedankengängen. Alles ist erzählt, in typisch angelsächsischer Manier, in Form einer spannenden Story zwischen Einstein und Bohr, in einfacher Sprache und lebendigem Stil.

Die Physik an sich kommt dabei im Buch nicht zu kurz. Zwar ist die Art der Darstellung der Quantenphysik an sich gerade noch im populärwissenschaftlichen Bereich festzumachen, allerdings ist ein solides physikalischen Grundwissen doch absolute Bedingung, um den Inhalt zu verstehen. Idealerweise hat man eben doch schon vorher von Quantenmechanik gehört und sie ansatzweise verstanden. Fortgeschrittene Konzepte wie Lokalität vs. Nichtlokalität, Verschränkung und die Wellenfunktion verlangen dem unbedarften Leser einiges ab. Trotzdem werden diese Konzepte meiner Meinung nach anderswo kaum in einem besseren, verständlicheren und vor allem spannenderen Zusammenhang erklärt.

Der sicherlich beste Teil des Buches ist die Schilderung der möglichen philosophischen Interpretationen der Quantenmechanik. Wer diese als vollständige Theorie betrachtet und ansatzweise verstanden hat, kann aus ihr ableiten, dass unser Universum objektiv schlicht nicht existiert solange es niemand beobachtet. In dieser Sichtweise, die Nils Bohr und die überwiegende Mehrheit der Physiker verteten hat, löst sich ein simpler Baum den niemand beobachtet in eine nebulöse Welle aus Wahrscheinlichkeiten auf - die logisch extreme Auslegung dieser Sichtweise ist, dass der Baum schlicht nicht von sich aus existiert, solange ihn niemand ansieht. Diese Interpretation hat Einstein gut 30 Jahre lang nicht mehr ruhig schlafen lassen und beschäftigt Mangels Gegenbeweis (so sehr ihn Einstein den Rest seines Lebens auch gesucht hat) Philosophen und Physiker bis heute. Die verständliche Darlegung dieser und anderer Interpretationen, zusammen mit den zugehörigen Beweisen und Experimenten, ist eine der großen Stärken des Buches.

Leider ist die Kindle-Version (wieder einmal) nicht gleichwertig mit der Buch-Version. Zwar sind die wichtigen Illustrationen enthalten (auch an ihrer korrekten Stelle im Text), aber es fehlen sämtliche Fotografien. Auch wenn diese nur rein biografischer Natur sind und dem wissenschaftlichen Inhalt nichts nehmen, wäre es doch einfach interessant gewesen, die im Text beschriebenen Treffen und Personen auch zu sehen. Zudem besitzt das Buch ein wirklich hervorragendes Glossar der meisten wichtigen Begriffe am Ende, hier wäre eine Verlinkung mit den Begriffen im Text nicht nur eine zeit- und mediengemäße sondern vor allem auch eine sehr nützliche Zugabe mit großem Mehrwert gewesen.

Alles in allem könnte ich dafür aber keine Abwertung des an sich hervorragenden Buches vertreten. Der physikalisch interessierte und des englischen mächtige Leser wird hier einen der besten und lebhaftesten Darstellungen der Quantenmechanik finden.


4x DIPOS Iphone 4 / 4S Displayschutzfolie Antireflex (entspiegelnd, matt) für Apple iPhone 4S - blasenfreie Anbringung, Premium Qualität jeweils 2x für die Vorderseite und die Rückseite
4x DIPOS Iphone 4 / 4S Displayschutzfolie Antireflex (entspiegelnd, matt) für Apple iPhone 4S - blasenfreie Anbringung, Premium Qualität jeweils 2x für die Vorderseite und die Rückseite
Wird angeboten von hsw 3000
Preis: EUR 5,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie verändert sich die Anzeigequalität und Bedienung mit dieser Folie?, 5. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe mehrere Folien ausprobiert. Ich finde, dass iPhone4 hat ein hervorragendes Design, aber selbst wenn man nicht will, ertappt man sich doch ständig dabei, die Fingerabdrücke wieder und wieder von den Glasseiten zu wischen. Was mich außerdem störte: wenn ich auf dem iPhone lange spiele, fielen irgendwann die Bewegungen schwer, da das Display irgendwie "träger" zu werden schien, je länger man mit dem Finger darüber wischt. Das mag entweder daran liegen, dass sich mit der Zeit immer mehr Fettschmiere bildet, oder dass man einfach unbewusst immer stärker mit dem Finger aufdrückt. Von einer matten Folie erhoffte ich mir dabei zum einen weniger Fingerspuren und zum anderen weniger "Schmiereffekt" bei langer Bedienung des Touchdisplays.

Beides schafft diese Folie sehr gut. Doch der Reihe nach:

ANBRINGUNG:
Ja, das Anbringen der Folie erfordert neben Geduld auch etwas Glück. Das Display sollte mit einem Microfasertuch (wird nicht mitgeliefert) peinlichst sauber gemacht werden. Dabei sollte man an einer nicht staubigen Stelle sitzen und am besten vorher auch warten, bis sich die Umgebungsluft beruhigt hat, um nicht Staub aufzuwirbeln. Danach gehe man mit langsamen Bewegungen, sauberen Händen und hochgekrempelten Ärmel zu Werke. Mit etwas Übungen klappt es dann eigentlich überraschend gut. Man sollte allerdings einplanen, dass man sowieso mindestens die erste Folie unbrauchbar machen wird. Bei diesem Preis tut es allerdings auch nicht besonders weh, am besten noch eine zweite Packung in Reserve zu haben. Bei mir hat es nach dem 2. Versuch sehr gut und nach dem 3. Versuch absolut perfekt geklappt. Die Rückseite hat danach sogar gleich beim ersten Versuch wirklich perfekt gesessen.

FOLIENQUALITÄT:
Die Folie ist sehr stabil, sauber und perfekt zugeschnitten. So perfekt, dass man bei der Anbringung peinlichst die Ränder ausrichten sollte, damit die Folie dann am anderen Ende ebenso perfekt passt und nicht übersteht. Die matte Oberfläche fühlt sich sehr wertig an, die Trägerfolie löst sich angenehm leicht und ohne dabei Staub anzuziehen. Die Folie hält auf dem iPhone bei guter Anbringung perfekt und lässt sich bei mir nicht verschieben oder ohne Werkzeug wieder ablösen. Bei den Fehlversuchen beim Anbringen zeigte sich auch, dass keine Kleberückstände zurückbleiben. Von weitem erkennt man die Folie nicht, allerdings ist sie natürlich nicht unsichtbar. Aber sie ist auch nicht so dick, dass man die Ränder "anfassen" und anheben könnte.

HAPTIK:
Die neue matte Oberfläche fühlt sich äußerst wertig und edel an. Der Finger streicht sehr einfach und ohne Widerstand darüber. Zum Vergleich kann man seinen Finger über die Oberfläche eines matten LCD-Displays streichen - noch einen Tick feiner fühlt sich die Folie an. Auch auf Dauer bleibt die Bedienung angenehm leichtgängig, der befürchteten Schmiereffekt vom reinen Glas hat sich nichtmehr eingestellt. Sehr gut! Vor allem die Rückseite gewinnt durch die matte Oberfläche meiner Meinung nach auch noch etwas Edles. Das Logo und die Schrift scheinen wie leicht geeist. Das ist natürlich Geschmackssache, mir gefällt's.

ANZEIGEQUALITÄT
Das Wichtigste: Ja, die Anzeige verliert unter dieser Folie. Allerdings nicht an Brillianz (also Leuchtkraft und Farbe), sondern an Schärfe. Die feine Körnung der Folie ist durch ein hell leuchtendes Display einfach "im Weg" und die Darstellung wirkt dadurch ebenso fein körnig. Die exakten Zeichnungen des Retinadisplay gehen damit leider verloren. Allerdings fällt das nur aus der Nähe wirklich auf, im Alltag ist das schnell vergessen, denn Leuchtkraft und Kontraststärke bleiben bei mir voll erhalten. Ich kann auch keinerlei Farbbeinträchtigung erkennen - weiß bleibt weiß, es scheint nichts vergilbt doer verfärbt. Sehr schön. Rein Schärfetechnisch nähert sich das Display allerdings einem normalen LCD-Monitor mit matter Oberfläche an, die Körnung beeinträchtig einfach die scharfen Kanten. Zugunsten der besseren Bedienbarkeit und des, meiner Meinung nach, edleren Aussehens kann ich aber damit leben.

FAZIT:
Für den doch relativ kleinen Preis bekommt man hervorragende Folien. Rechnet man schon im Vorhinein damit, dass man ohne Erfahrung mindestens eine Folie zum Üben der Anbringung opfern muss, wird man mit etwas Geduld auch schnell ein gutes Resultat erzielen. Haptik und Optik sind bei der Folie schlicht sehr gut. Auch die Farbbrillanz und Helligkeit des Retina-Displays bleibt praktisch unbeeinträchtigt. Das die Schärfe leidet, kreide ich nicht als negativ an, da dies schlicht die Körnung eines matten Displays mit sich bringt. Will man glasklare Schärfe, muss man glasklare Folie kaufen. Dafür verbessert sich für mich die Bedienung enorm, die "geeiste" Rückseite finde ich optisch dazu sehr gelungen.

Alles in allem gebe ich gerne 5 Punkte.


FBI: Die wahre Geschichte einer legendären Organisation
FBI: Die wahre Geschichte einer legendären Organisation
von Tim Weiner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende Dekonstruktion einer legendären Behörde und ein demokratische Lehrstück, 15. März 2012
Der Autor, Tim Weiner, ist bereits bekannt durch seine hervorragende und empfehlenswerte Aufarbeitung der CIA-Geschichte (in deutsch als "CIA: Die ganze Geschichte" erschienen). Und wie bei letzterer gelingt ihm auch hier spannend und gut lesbar die Demystifzierung einer großen Legende.

Das FBI wird oft als bloße Bundespolizei der Vereinigten Staaten gedacht - als Polizisten für die besonders schwerwiegenden Fälle. Eine ganz andere und unbekanntere Seite zeigt Weiner: das FBI als Inlands- und sogar Auslandsgeheimdienst, der oft, ähnlich wie die CIA, ohne oder sogar gegen konkrete Aufträge der eigenen Regierung arbeitet. Besonders deutlich wird dieses Eigenleben der großen Behörde während der Zeit J. Edgar Hoovers.

Aus anderen Quellen dürfte Hoover dem interessierten Leser bekannt sein - der Gründungsvater des FBI blieb nahezu 60 Jahre als dessen Direktor im Amt. Seine Lebensweise und die Angewohnheit, "sein" FBI für seine eigene Zwecke einzusetzen, sind Stoff vieler Filme und Bücher. Es wäre für Weiner ein Leichtes gewesen, in die gleiche Kerbe zu schlagen und ein düsteres Bild einer Behörde unter einem düsteren Menschen zu zeichen.

Stattdessen aber lässt Weiner zum allergrößten Teil Akten, Aufzeichnungen oder Beteiligte selbst sprechen. Sein Buch liest sich fast wie ein Thriller, der, dank Weiners Einsicht in große Menge frisch freigegebenen Aktenmaterials, voller unbekannter und lückenlos recherchierter Fakten fesselt und durch die vielen, vielen Einschübe direkter Rede nie langweilt. Dabei hält der Autor sich angenehm mit Wertungen zurück und stellt damit auch Hoover nicht als bloßes Monster, sondern einen durchaus fähigen Mann mit Talent aber machiavellistischen Prinzipien dar, der zu lange zu viel Macht besaß.

Überraschend, weil bisher eher unbekannt, sind im Verlauf des Buches wohl die vielen Operationen des FBI, die man eigentlich eher dem CIA zugetraut hätte. Wer Weiners CIA-Buch kennt, kommt schnell zu dem Gedanken, dass das FBI offenbar ein effektiverer Auslandsgeheimdienst war als die CIA selbst. Auch die vielen illegalen und unerlaubten Aktionen des FBI im eigenen Land kommen nicht zu kurz und werden in Ausführung und Konsequenz in einzigartiger Detailfülle abgehandelt. Das ist umso interessanter, da das FBI mit den Terrorschlägen vom 11. September noch einmal einen großen Strauß neuer "Informationsbeschaffungs"-Befugnisse überreicht bekam. Weiner stellt ebenso überraschend fest, dass die ganze Behörde im eigenen Land auf rechtlich immerhin wackeligen Füßen steht und, rein legal, in ihrer jetzigen Form eigentlich nicht existieren dürfte.

Weiners Buch lässt sich am Ende auch lesen als ein Lehrstück zur demokratischen Staatsform an sich: Es erzählt vom unvermeidlichen Ringen zwischen der Freiheit und Mündigkeit des Staatsbürgers auf der einen Seite und von Kontrolle, Überwachung und Einschränkung ebendieser Freiheit im Namen von Sicherheit und Berechnenbarkeit auf der anderen Seite. Wer nach Sicherheit schreit, muss mit Einschränkung seiner Freiheit leben. So ist dieses Buch auf mehrere Arten empfehlenswert: als spannende, unvoreingenommene, gut lesbare und lückenlose Dokumentation einer legendären Behörde und als Beitrag für eine Debatte um mehr oder weniger Demokratie. Volle 5 Sterne.


Das große Little Boxes-Buch - Webseiten gestalten mit HTML & CSS.  Grundlagen, Navigation, Inhalte, YAML und mehr.
Das große Little Boxes-Buch - Webseiten gestalten mit HTML & CSS. Grundlagen, Navigation, Inhalte, YAML und mehr.
von Peter M. Müller
  Gebundene Ausgabe

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das mit Abstand beste Buch..., 29. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
...für einen praktischen, umfassenden und vor allem strukturierten Einstieg in (statische) Website-Gestaltung mit HTML und CSS. Dies ist die absolute (und stabile) Basis, die man beherrschen sollte, will man selbst moderne Websites gestalten.

Auch wenn ich selbst kein Einsteiger mehr bin, trifft für mich (Grafikdesigner) doch zu, was der Autor selbst in seinem Vorwort als ein Teil der Zielgruppe beschreibt: Praktiker, die zwar Erfahrung, aber CSS vor allem über Versuch&Irrtum gelernt haben. Am Ende hat man oft etwas, dass zwar funktioniert, aber WARUM ist plötzlich gar nicht mehr so klar...

Hier startet das Buch tatsächlich bei 0 (und ist damit absolut einsteigerfreundlich), kommt aber schon in den ersten Seiten angenehm auf Fahrt und langweilt nicht mit Theorie oder unbrauchbarem Expertenwissen. Von Anfang an setzt der Autor vor allem auf praktische Übungen, leicht verständlichen und lockeren Schreibstil und zeigt wirklich alles an Beispielen. So nutzt man dieses Buch auch am besten von Anfang an direkt am Computer. Benötigte Programme sind allesamt als Freeware erhältlich. Gleichzeitig weist der Autor während den Übungen im Vorbeigehen in die Web-Developer- und Firebug-Plugins ein - zwei sehr mächtige Ergänzungen für Firefox, mit denen wirklich jeder Webdesigner immens Zeit und Arbeit sparen kann.

Im Verlauf des Buches erstellt man in den unzähligen Übungen eine komplette Website in vielen Variationen inkl. dynamischer CSS Navigation. Auch werden nach vielen Lektionen Tools vorgestellt, die das gerade erlernte auch automatisch ausgeben können - was einem in der praktischen Arbeit später erneut viel Zeit sparen kann.

Am Ende des Buches ist man tatsächlich in der Lage eine beliebige Website mit HTML, CSS und einem Texteditor zu erstellen. Allerdings auch nur eine statische Website - Anbindung an Datenbanken, Javascript, PHP und ähnliches werden im Buch ebensowenig behandelt, wie die Erstellung von passenden Grafiken und Bildern. Das war allerdings auch nicht das Ziel. Dafür vermittelt das Buch ziemlich lückenlos die Grundlagen um danach entweder selbst zum PHP, AJAX, MySQL...-Studium überzugehen, oder das Layout von fertigen dynamischen Systemen wie Joomla, TYPO3, Wordpress... zu verstehen, zu meistern und problemlos den eigenen Anforderungen anzupassen.

Speziell für Fortgeschrittene gibt es zusätzlich eine Website auf der bereits vorbereitete Dateien für die Übungen und Beispiele heruntergeladen werden können. So kann man jederzeit direkt bei dem Thema/Übung einsteigen, wo man lernbedarf hat, ohne sich vorher durch eventuell bekanntes arbeiten zu müssen.

Insgesamt kann ich das Buch nur jedem ausdrücklich empfehlen, der HTML und CSS von grundauf verstehen und kompetent benutzen will. Selbst mit fortgeschrittenen Kenntnissen kann man noch einiges lernen und ein stabiles Grundgerüst für weiterführende Studien aufbauen. Volle 5 Sterne und seinen Preis mehr als wert.


Beyza zero slim Hülle für Apple iPhone 4 braun
Beyza zero slim Hülle für Apple iPhone 4 braun

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolle, wertige Tasche, 25. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Tasche ist wirklich hervorragend verarbeitet, stinkt nicht, ist sehr weich und passt eng und exakt um ein iPhone 4. Das Telefon sitzt fest, aber nicht zu fest, und kann eigentlich nicht von allein herausrutschen. Dazu sind innen Mikrofasertücher eingenäht, die das iPhone, dank der engen Passform, hervorragend von Fingerabdrücken reinigen jedes Mal - und das wirklich sehr gut! Bei mir kommt praktisch jedes Mal ein nagelneu glänzendes iPhone heraus.

Mit viel Glück schützt die Tasche auch bei Herunterfallen, darauf verlassen würde ich mich aber nicht. Das Leder ist sehr weich, dünn und ohne jedes Polster oder Zwischenschicht zum iPhone. Noch dazu ist die Oberseite komplett offen. Die Tasche schützt damit lediglich vor Verkratzen in Hemd- und Hosentaschen. Das macht sie allerdings ausgesprochen edel und repräsentativ.

Eine Warnung zum Schluss: Die braune Version dieser Tasche ist bei mir sehr viel dunkler als auf den Produktfotos bei Amazon - bei mir ist die Tasche richtig tiefdunkles Nussbraun, fast schon schwarzbraun.


Medisana MediTouch 79000 Blutzuckermessgerät  mg/dl
Medisana MediTouch 79000 Blutzuckermessgerät mg/dl
Wird angeboten von Versandhandel2014
Preis: EUR 14,98

16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gutes Gerät für seinen Preis im praktischen Starter-Kit, 26. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Prinzipiell bin ich mit dem MediTouch zufrieden. Die ersten Tests mit der (mitgelieferten) Kontroll-Flüssigkeit zeigten konstante Ergebnisse. Das Gerät funktioniert also einwandfrei.

Bei der praktischen Messung muss man dann jedoch aufpassen: Das Gerät misst selbst offenbar nicht die exakte Blutmenge die für ein einwandfreies Ergebnis notwendig ist. Zwar ist eine Skala auf dem Teststreifen sichtbar, die voll werden muss. Jedoch, wenn die Blutmenge beim ersten Kontakt eigentlich zu niedrig ist, piepst das Gerät bei mir trotzdem ab und an und beginnt seine Messung, obwohl die Skala sichtbar nur unvollständig (einseitig) ausgefüllt ist. Dies führt dann bei mir zu unrealistisch niedrigen Messwerten (26 mg/dl, inkl. Unterzucker-Warnung). Ein neuer Teststreifen mit einer größeren Menge Blut direkt im Anschluss bringt dann das korrekte Ergebnis. Hier sollte man also ein scharfes Auge haben und sicherstellen, dass der Streifen zumindest zwischen den Kontakten auch wirklich vollständig gefüllt ist. Eventuell ist dies bei anderen Messgeräten ebenfalls ein Problem, mangels Erfahrung kann ich hierzu aber nichts weiter sagen.

Ansonsten bin ich sehr zufrieden, das MediTouch speichert bis zu 360 Werte und ordnet diese durch die interne Uhr automatisch in Kategorie Früh, Mittag, Abend und Nachts. Vor und nach dem Essen kann man selbst dazu eingeben. Durchschnittswerte werden für 7, 14, 30 und 60 Tage ausgegeben, auch auf Wunsch wieder sortiert nach Tagesezeiten und ob vor oder nach dem Essen.

Dazu ist das Gerät durchaus schlicht, sehr elegant, schön flach und sehr stabil. Das Kit beinhaltet eine schöne (und geruchsfreie) Tasche mit allem was man benötigt. Weitere Teststreifen und Lanzetten sind angenehm günstig.

Alles in allem für das Geld ein sehr gutes Gerät, bei dem man ab und an aber ein wachsames Auge haben sollte.


Empire of the Summer Moon: Quanah Parker and the Rise and Fall of the Comanches, the Most Powerful Indian Tribe in American History
Empire of the Summer Moon: Quanah Parker and the Rise and Fall of the Comanches, the Most Powerful Indian Tribe in American History
von S. C. Gwynne
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,60

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bewegende Beschreibung des Untergangs der alten neuen Welt, 30. November 2011
Der Einstieg in dieses Buch fällt zunächst etwas schwer, wenn der Autor mehrmals mit "Teasern" beginnt, um danach einen zweiten und dritten anzuschließen, bevor es endlich tatsächlich los geht. Das Weiterlesen lohnt jedoch: Dieses Buch ist meiner Meinung nach eines der besten zum Thema Indianergeschichte.

Die Geschichte vom Untergang der Comanchen (und damit praktisch der freien Indianer in Amerika allgemein) wird verwoben mit der Geschichte von Cynthia Ann Parker erzählt. Cynthia wurde mit 9 Jahren während eines Indianerangriffs entführt und lebte fortan als Adoptivtochter einer Indianerin, bevor sie 25 Jahre später von weißen Soldaten gegen ihren Willen zurück in die "zivilisierte" Welt entführt wird. Als Ironie der Geschichte sollte sie vorher zur Mutter des letzten großen Häuptlings der Comanchen werden.

Der Autor springt in seiner Beschreibung oft anektodenhaft über mehrere Jahre, um in einem anderen Kapitel wieder in einem früheren Jahr zu beginnen. Jedoch macht diese Anekdotenhaftigkeit auch den großen Reiz des Buches aus: Geschichte wird als tatsächliche Geschichte erzählt. Damit gibt der Autor Kontext, Ursache und Folgen den Vorang vor reiner historischer Aneinanderreihung von Fakten. Besonders interessant ist hier, neben der Politik, die Beschreibung der militärischen Auseinandersetzung - ein Thema, das in anderen Werken oft ausgeklammert oder nur sehr oberflächlich angerissen wird. Sowohl die extrem außergewöhnlichen Reitkünste und zu Beginn überlegene Kriegsführung der Comanchen als auch die darauf folgende Gründung der Texas Rangers, einer auf Indianerkrieg spezialisierten Einheit, wird anschaulich und gut recherchiert wiedergegeben. Ebenso findet der Alltag der weißen Siedler wie auch der Indianer ausführlich Beachtung und wird mit Tradition, Weltbild und den äußeren Umständen stimmig in Kontext gesetzt.

Ab und an droht der Autor bei der sehr anschaulichen und spannenden Beschreibung der Texas Rangers in die Romantik abzudriften, kommt aber kurz vorher immer rechtzeitig wieder auf die Zielgerade zurück. Ebenso beschreibt der Autor die Brutalität und rauen Kriegssitten (Foltern, Skalpieren, Vergewaltigen) der Comanchen sehr deutlich, ein Thema welches oft aus vermeintlicher politischer Korrektheit ausgespart oder nur angerissen wird. Dem Autor muss man hier außerordentlich zugute halten, dass er sich an mehreren Stellen im Buch sehr bemüht, diese Brutalität in ihren historischen Kontext zu setzen und anhand der Geschichte und Sitten der Indianerstämme im Allgemeinen zu erklären - was ihm, meiner Meinung nach, auch sehr gut und fair gelingt. Die Comanchen stehen hier nicht als unmoralische und "dumme" Barbaren da, sondern als traditionsbewusstes und von den Umständen (der Kolonisation) getriebenes Kriegervolk (was sie unbestreitbar waren), welches durchaus zu Reflektion und politischem Handeln imstande war und bewußt und geplant gehandelt hat. Auch unterstreicht der Autor mehrmals die Naivität und Überheblichkeit der weißen Siedler - und deren primitives Bild der Indianer.

Schlussendlich gelingt dem Autor die Balance eine teilweise romantische Gemütsbeschreibung und Wertschätzung sowohl der Kraft und des Optimismus der weißen Siedler, als auch der Kraft und dem verzweifelten Kampf der Comanchen um ihre alte Welt abzuliefern. Daran liegt für mich der große Reiz dieses empfehlenswerten Buches.

Eine kleine Anmerkung zum Schluss - wer es noch nicht kennen sollte: Empire of the Summer Moon ist die perfekte Ergänzung zu diesem Buch American Colonies: The Settling of North America (The Penguin History of the United States, Volume1): The Settlement of North America to 1800 (Hist of the USA) - welches außergewöhnlich packend und vollständig den Beginn der Besiedlung Nordamerikas und des Konflikts mit seinen Ureinwohnern von Kolumbus bis zum Jahr 1800 schildert. Beide Bücher zusammen bilden einen wunderbaren Bogen vom Anfang bis zum Ende der Indianerkonflikte.


Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers
Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers
von Walter Isaacson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

404 von 437 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tiefer, würdiger und inspirierender Einblick in das System und seinen Schöpfer, 27. Oktober 2011
Eine Erklärung gleich vorneweg: Ich halte nichts vom scheinbar ewigen Streit zwischen sogenannten Apple-Fans und Apple-Hassern. Ich selbst bin weder das eine noch das andere. Ich besitze einen iPod touch, ein iPad, einen normalen, selbstgebauten Desktop-PC und ein Sony Notebook. Ich arbeite beruflich sowohl an PCs als auch an Macs. Jedes Gerät hat seine Fähigkeiten und Vor- und Nachteile. Die kann man nützlich finden oder nicht. Trotz allem aber ging von Apple Produkten immer schon eine besondere Aura aus - über ihren eigentlichen Nutzen hinaus. Darüber mehr zu erfahren, hatte ich mir vom Lesen dieses Buches erhofft - und wurde nicht enttäuscht.

Englischsprachige Autoren haben die Tendenz, ihre Inhalte in Form einer Geschichte zu erzählen. Das ist hier nur im ersten Teil des Buches der Fall, was aber keinesweg negativ ist. Steve Jobs Kindheit und Jugend wird erzählt im Licht seiner, für die Zeit der 1960er und 70er typischen Suche nach spiritueller Führung und Erleuchtung, dem Folgen der Ahnung, dass es da mehr im Leben geben muss, als Materialismus und westliche Moral. Zusätzlich wird Jobs Schmerz, als Kind aufgegeben worden zu sein (er wurde von seiner Mutter zur Adoption freigegeben) als eine weitere emotionale Triebfeder, welche zu seinem Kontrollbedürfnis führt, vorgestellt. All dies geschieht sehr offen und neutral, oft kommen Jobs (wie überhaupt im ganzen Buch) oder beteiligte andere Personen selbst zu Wort und auch dunkle Kapitel wie etwa seine von ihm nicht akzeptierte Tochter werden nüchtern erzählt.

Im späteren Verlauf des Buches folgt die Gliederung anhand wichtiger Ereignisse - wie die Entstehung des Apple II, des Macintosh oder des iPhones. Hier wandelt sich die Biographie von einer zusammenhängend erzählten Geschichte hin zu einer chronologischen Dokumentation wichtiger Episoden. Und hier spielt das Buch auch eine seiner großen Stärken aus: es ist äußerst gründlich recherchiert und ganz offensichtlich nicht "verbogen" zu einer bestimmten, gewünschten Meinung. In jedem Kapitel kommen viele Personen selbst zu Wort, bei wichtigen Streits stellt der Autor oft die gegensätzlichen Blickpunkte der involvierten Personen nebeneinander - auf das man sich selbst eine Meinung bilden kann.

Dabei kommen sowohl Jobs strahlende, als auch seine dunkle Seite klar zum Vorschein. Zugute halten kann man dem Autor auch hier, dass er nicht psychologisiert. Denn im Verlauf des Buches wird schnell deutlich, dass Jobs Verhalten heute wohl als (Borderline-?)Persönlichkeitstörung diagnostiziert werden würde. Er war fähig zu extremen emotionalen Schwankungen, sowohl zu extremer Aufmerksamkeit, Schaffenskraft und Romantik wie auch zu absoluter Ignoranz, Desinteresse und größter Rücksichtslosigkeit. Im Verbund aber mit seiner Geschichte, seiner spirituellen Weltsicht, seiner Liebe für und Suche nach Kunst und schließlich auch der Personen um ihn herum, war er zu wahrhaft großer Genialität imstande.

Es ist die große Leistung des Autors, nicht nur nachvollziehbar zu zeigen, wie Steve Jobs arbeitete und dass er tatsächlich (ob man Apple nun liebt oder nicht) unsere Welt veränderte, sondern auch, unter welchen Opfern dies geschehen ist. Neben zahllosen gefeuerten, moralisch und geistig zerschmetterten und mißachteten Menschen, fiel am Ende auch Steve Jobs selbst seiner egozentrischen Weltsicht zum Opfer (in dem er sein Krebsleiden zunächst selbst durch bloße Diät, Kräuter, u.ä. zu heilen glaubte).

Mich hat das Buch zutiefst beeindruckt und gleichzeitig die Aura von Apple und seinem Gründer zufriedenstellend und inspirierend erklärt. Jobs großer Erfolg lässt sich auf seinen manischen Hang zur Kontrolle zurückführen: Deshalb ist das System Apple so geschlossen wie es ist. In seinem innersten, auch dies kommt deutlich heraus, war Steve Jobs ein Künstler, dessen größte Inspiration die natürliche menschliche Intuition und schlichte Einfachheit war. Seine Produkte sind Kunstwerke, die mittels moderner Technik ebendiese beiden Punkte in sich vereinigen. Deshalb hat das iPad nur einen wirklichen Knopf und deshalb kann es selbst ein 6- oder ein 80-jähriger sofort bedienen. Durch die Geschlossenheit seiner Apple-Produkte, durch das beinahe unveränderliche Gesamtpaket, konnte der Künstler sicherstellen, dass sein Kunstwerk genau so bei seinem Benutzer ankommt und funktioniert, wie er es geplant hatte.

Steve Jobs war einer der wenigen Menschen, der erkannt (und effektiv umgesetzt) hat, dass nicht wir Menschen uns immer wieder und immer mehr in komplizierte, moderne Technik einarbeiten und ihre Beherrschung studieren müssen, sondern dass moderne Technik schlicht unserer Intuition dienen und dabei einfach und schön sein kann. Wenn das Buch durch seine Anekdotenhaftigkeit und Detailfülle mitunter auch etwas schwer zu lesen sein kann, so hat mich diese Erkenntnis daraus doch außerordentlich berührt.

Ein würdiges, ungeschöntes, objektives und inspirierendes Gesamtbild eines großen, aber nicht unfehlbaren Künstlers.
Kommentar Kommentare (26) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 19, 2012 12:54 AM MEST


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10