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Rezensionen verfasst von
Martin Haeckel
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Morricone:50 Movie Themes Hits
Morricone:50 Movie Themes Hits
Preis: EUR 20,99

39 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine vielfältige Zusammenstellung, aber ..., 12. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Morricone:50 Movie Themes Hits (Audio CD)
Über die Qualität und die Vielfältigkeit des extrem reichhaltigen Schaffens des Herrn Morricone müssten eigentlich keine Worte mehr verloren werden. Über 300! Filme hat er in den beinahe 50 Jahren seines bisherigen Schaffens veredelt. Es gab kein Genre, daß er nicht bedient hätte - von Drama bis Krimi, von Komödie bis Western. Und unabhängig von der Qualität des jeweiligen Filmes - Morricones Arbeit war immer auf konstant hohem Niveau.

Während andere Komponisten in der Regel auf konventionelle Orchestersounds setzen, ist das besondere an Morricone wohl die ganz eigene Art der Instrumentierung. Nicht zuletzt deshalb sind wohl auch seine Westernsoundtracks so bekannt und beliebt. Banjo, Maultrommel, Trompete, Kirchenorgel, Elektrische Gitarre, Jazz-Drums, Kojotengeheul und - klar, Mundharmonika. Jedes Instrument ist gut, wenn es hilft, die Stimmung des Films zu unterstützen.

Und auch wenn seine Musik dann im Laufe der Jahre eine leichte Entwicklung in Richtung Klavier und Orchester gemacht hat, eines ist immer geblieben. Der Einsatz der menschlichen Stimme. Kein anderer Komponist setzt so geschickt Frauen- und Männerstimmen und Chöre ein wie Morricone. Dadurch schafft er es immer, die Stimmung der Stücke weiter zu verstärken und seine Soundtracks aufzulockern und abwechslungsreicher zu gestalten.

Spätestens seit seinem Ehren-Oscar-Gewinn ist das Interesse am Werk dieses Mannes wieder stark angestiegen, und so steht der interessierte Laie vor der schweren Frage, was man sich aus dem nahezu unüberschaubaren Fundus zuerst zulegt. Vielleicht ja eine "Best of" wie die hier vorliegende "50 Movie Themes Hits" - Gold Edition.

50 Tracks, 3 Stunden Musik auf 3 CD's. Der frühste Track ist von 1965, der neueste von 1995, dazwischen ist beinahe jedes Jahr vertreten. Der Sampler setzt auf Vielseitigkeit. Was an und für sich ja keine schlechte Sache wäre, aber das bedeutet auch, das von jedem Film maximal ein Track (in der Regel der Titeltrack) enthalten sind. Auf vielen Morricone-Scores gibt es aber mindestens 2-3 wirklich große Melodien, und da bleibt dann einiges unterm Tisch liegen.

Auch wer sich auf all die bekannten Melodien aus den Leone-Western freut (und ich nehme mal an, das sind nicht wenige), den kann ich schon mal enttäuschen. Der Titeltrack zu "Für ein paar Dollar mehr", zu "Il Buono, Il Brutto, Il Cattivo (Zwei glorreiche Halunken)" und der Titelsong "C'era una volta il west" aus "Spiel mir das Lied vom Tod" sind hier enthalten. Nichts von "Für eine Handvoll Dollar", und wer sich auf die Mundharmonikaklänge von "Man with the Harmonica" gefreut hat, kann sich weiter freuen (auch wenns nichts bringt, der Track ist nicht drauf).

Die erste CD ist sehr sorgfältig zusammengestellt. Die einzelnen Lieder harmonieren gut miteinder und obwohl das älteste und das jüngste Stück darauf vertreten sind, wirkt das Ganze sehr aus einem Guss (Die letzten Lieder werden ein wenig unruhiger, was nicht heißen soll das sie schlecht wären, aber sie harmonieren nicht so sehr mit dem Rest). Die ganze Cd ist sehr swingig und in bestem Sinne jazzig. Eine sehr entspannte und chillige Platte.

Bei der zweiten gings dann los. Mal abgesehen davon, das die Stücke stillistisch oft recht unterschiedlich sind, und man sich fragen muss ob nicht weniger (verschiedene Soundtracks) mehr gewesen wäre, hatte ich noch ein ganz anderes Problem. Freute ich mich noch über "Il Buono, Il Brutto, Il Cattivo" in der Orginalversion, zog es sich mir bei den ersten Tönen des "Spiel mir das Lied vom Tod"-Hauptthema alles zusammen. Denn es ist nicht in der Orginalversion. Bereits nach den ersten Takten weis man, dass es nachgespielt ist. Und es ist in meinen Augen nicht mal besonders gut gemacht. Da gab es wohl Lizenzprobleme oder ähnliches und anstatt auf dieses Stück zu verzichten, hat man es lieber billig kopiert (was ja allgemein ein Problem bei Filmmusik ist - aber ich fange jetzt nicht an mich drüber aufzuregen, sonst sprenge ich hier jeglichen Rahmen). Das ist bitter, weil die Frage ob noch andere Stücke nicht Orginal sind einem ein wenig den Spass an der Sache verdirbt. Dennoch bin ich der Ansicht, dass ansonsten nur Orginalaufnahmen verwendet wurden, zumal auch bei gdmmusic eine umfangreiche Auswahl an Originalsoundtracks verfügbar ist.

Fazit:

Wer Vorbehaltlos an die Sache rangeht, bekommt einen erstklassigen weitreichenden Überblick über die einzelnen Schaffensperioden von Morricone. Die erste Cd ist sehr rund, homogen und beinhaltet einige sehr gute Stücke. CD 2 und vorallem CD 3 haben teilweise noch stärkere Stücke, aber im Gegenzug auch teilweise Spannungsmusik, die losgelöst vom Film nur bedingt funktioniert. Außerdem sind die einzelnen Stücke oft zu unterschiedlich und nicht so sorgfälltig aufeinander abgestimmt, was die CD's oft etwas unruhig wirken lässt (was bei "Best of's" natürlich fast immer der Fall ist, aber bei Filmmusik noch mehr ins Gewicht fällt, da sich viele Stücke erst durch den zugehörigen Kontext richtig entfallten). Die 3 CD's sind voll mit schöner und angenehmer Musik. Was mir ein wenig fehlt sind die wirklich großen Highlights (die bei Morricone durchaus vorhanden sind). Vieles ist mir ist einfach ein wenig zu unspäktakulär. Hinzu kommt, dass es einige Orginalsoundtracks von Morricone gibt (vorallem "Il Buono..."), die ich dieser Zusammenstellung jederzeit vorziehen würde (und es auch tue). Deshalb nur 4 Sterne.

Alternativen:

Der Titel dieser CD lautet eigentlich nicht "50 Movie Themes", sondern "Gold Edition". Es gibt mittlerweile auch "Gold Edition - Volume 2" mit 50 weiteren Morricone-Stücken und eine "Super Gold Edition" mit 6 CD, auf der beide Teile zusammengefasst sind.

Wer schon ungefähr weis, was ihm von Morricone gefällt, ist unter Umständen mit einem Orginalsoundtrack besser bedient. Dabei ist es ratsam auch nach dem italienischen Orginaltitel zu suchen. Von dem Label Red Cherry gibt es sehr gute Sampler, die sich immer nur bei 4 oder 5 verschiedenen (eher unbekannteren) Soundtracks bedienen und immer nur auf eine Stilistik konzentrieren (siehe meine Rezension zu "Ennio Morricone - Kill"). Wer sich nur für die wirklich bekannten (Western-)Klassiker interessiert, kann sich auch einmal "Movie Masterpieces" anschauen. Darauf gibt es die bekannten Klassiker aus der "Dollar-Trilogie" und "Spiel mir das Lied vom Tod" in Originalversion + eine Handvoll weiterer großer Stücke. Auch nicht unbedingt rund in der Zusammenstellung und mit Sicherheit nicht vollständig, dafür aber fast nur Highlights.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 23, 2012 11:07 PM MEST


Kill-Spaghetti Western Magic from the Maestro
Kill-Spaghetti Western Magic from the Maestro
Preis: EUR 19,22

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ungewöhnliche Zusammenstellung, 21. Februar 2007
Immer noch ist Ennio Morricone hauptsächlich für seine Western-Soundtracks berühmt, obwohl das eigentlich nur einen kleinen Teil, vorallem in den späten 60ern, seines unglaublich umfangreichen Schaffens darstellt. Wie bereits das Cover erkennen lässt, hat sich auch das Label "Cherry Red Records" mit "KILL" dieser Schaffensperiode angenommen.

(Das Label bringt im Moment mehr und mehr Morricone-Sampler heraus. Wer sich für eher unbekannte Stücke von Morricone jenseits des Westerngenres interessiert sollte sich auch mal die weiteren Veröffentlichungen "High", "Psichedelico Jazzistico", "Morricone in the Brain" und "Happening" anschauen).

Wer nun erwartet die üblichen Verdächtigen vorzufinden, sprich Stücke von "Spiel mir das Lied vom Tod" oder "Für eine Handvoll Dollar" der liegt weit daneben. Ich habe einmal versucht ein paar Informationen zu den Filmen zusammenzutragen, denn obwohl die CD sehr schön gestaltetet ist, erweist sich das Booklet als nicht sehr umfangreich. Abgesehen von den italienischen und englischen Filmtiteln findet sich sehr keinerlei Information zu den Filmen.

Die Songs stammen von 7 verschiedenen Filmen. Der Opener von einem wohl unbekannteren Filme names "Viva la revolucion" auch bekannt als Blood & Guns, in Deutschland vorallem unter dem Titel "Tepepa". 3 Stücke sind von Sergio Leones "Todesmelodie", dem zweiten Teil der sogenannten "Amerika-Trilogie". Und während normale Sampler von Stücken der anderen 2 Teilen "Spiel mir das Lied vom Tod" und "Es war einmal in Amerika überquellen, war diesem Teil immer ein (musikalisches) Schattendasein beschert. Jeweils 3 Stücke von The Hellbenders (I Crudeli) - dt. Die Grausamen, von "Der Gehetzte der Sierra Madre", von "Laßt uns töten, Companeros" und von "Il Mercenario" mit Franco Nero. Die bekanntesten Stücke sind wohl die 2 von "Mein Name ist Nobody".

Der Fokus bei dieser Auswahl liegt weniger auf den großen epischen Melodien, sondern eher auf kleineren Songfragmenten, eher auf spanischen Sounds mit Trompete und Spanischer Gitarre als auf großen Orchesterarrangements.

Track 1: Sanfter Orchesterklangteppich auf der sich immer wieder sparsam Klavier und Flamencogitarre ausbreiten. Schöner Opener

Track 2: Klassischer Morriconesong aus Todesmelodie. Orchester, Oboe, viel Gesang, beschwingt, sehr abwechslungsreich. Einer der besten Songs und wieder ein Song, der die Frage aufwirft, warum Todesmelodie so stiefmütterlich behandelt wird.

Track 3: Zartes ruhiges Orchesterstück, ebenfalls aus Todesmelodie. Eher ein kurzes Übergangsstück

Track 4, 5: Zwei kurze Stücke aus "Die Grausamen". Viel Jazziger Drumrhytmus, unruhige Soundcollage

Track 6: Schönes Stück nur mit cleaner E-Gitarre.

Track 7: "Mein Name ist Nobody". Muss ich dazu noch was sagen? Mitreissend, abwechslungsreich, eingängig. Einer der 2 stärksten Songs auf der Platte.

Track 8 und 10: Zwei Songs von "Der Gehetze der Sierra Madre". Ruhige Kompositionen mit Orchester und spanischer Gitarre

Track 11 und 13: Zwei sehr entspannte und eingängige Tracks mit Banjo, Harmonika und Trompete, ähnlich dem "Cheyenne-Thema" aus "Spiel mir..."

Track 9, 12: Zwei typische sehr unruhige Morricone-Songs um im Film Spannung aufzubauen. Was im Film aber sicher seine Wirkung nicht verfehlt, wirkt losgelöst oftmals sehr anstrengend.

Track 14: Kurzes sehr interessantes Stück mit viel Gitarre, das schon einen ersten Vorgeschmack auf das große Finale Nr 18. mit sich bringt.

Track 15: Wieder ein schönes, ruhiges Stück aus Todesmelodie

Track 16: Das Thema der "wilden Horde" aus "Mein Name ist Nobody" (angeblich angelehnt an Wagners Ritt der Walküren), das schließlich wieder Nobody-Thema übergeht. Auch das ein schönes Stück, zumal es wohl nie auf Best of's enthalten ist.

Track 17: Wie Track 14 ebenfalls von Il mercenario. Und wohl der perfekte Übergang zu ->

Track 18: Zum Schluß nochmal ein echtes Schmankerl. L'Arena von Il mercenario. Beginnt erst ganz leise, mit einem ruhigen, Totenmarsch ähnlichen Trompetensolo, schließlich setzt eine sanfte Gitarre ein, dann der Chor und am Schluß steigert sich das Ganze zu einer unglaubliche starken eindrucksvollen Hymne. Das zweite wirklich umwerfende Highlight auf der CD.

Positiv bleibt zunächst mal zu sagen, daß es sich bei sämtlichen Stücken um Orginalversionen handelt und nicht um billig Nachgespieltes. Die sehr gute Klangqualität ist ebenfalls hervorzuheben.

Was das Vergnügen ein wenig trübt, sind weder das spärliche Cover, noch die paar sehr anstrengenden Stücke die auf der CD enthalten sind, sondern es ist das Gefühl, dass auch bei dieser Auswahl von Soundtracks noch mehr wirkliche Knaller vertreten sein könnten.

Die CD ist eine sehr interessante, vielschichtige und schöne Zusammenstellung. Die Stücke sind oftmals gut gesetzt, besonders die kurzen Übergangsstücke vor großen Songs. Jedoch, 3 oder 4 Tracks mehr vom Kaliber der Stücke 2, 9, (16), 18 und sie wäre ein wirkliches Highlight geworden.


JETZT! Die Kraft der Gegenwart: Ein Leitfaden zum spirituellen Erwachen
JETZT! Die Kraft der Gegenwart: Ein Leitfaden zum spirituellen Erwachen
von Eckhart Tolle
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,50

44 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein ungewöhnlich(einfach)es Buch, 5. Januar 2007
Lange Zeit stand dieses Werk in meinem Bücherregal. Trotz der guten Bewertungen dieses Buches (weshalb ich es mir ursprünglich auch zugelegt habe) schien es interessantere und anspruchsvollere Lektüre zu geben. Erst nach weiterer positiven Kritik aus meinem Bekanntenkreis habe ich mich schließlich doch überreden lassen und finde meine anfängliche Meinung gleichzeitig bestätigt als auch über den Haufen geworfen.

Auf 230 flüssig zu lesenden, im Frage-und-Antwort-Stil gehaltenen Seiten bespricht Tolle alles was es zum JETZT zu wissen gibt. Ein zentrales Thema ist dabei der Verstand und wie er immer wieder in Zukunft und Vergangenheit abdriftet um dem gegenwärtigen Moment zu entfliehen. Wie die bedingungslose Identifikation mit dem Verstand immer auch Gefühle wie Wut, Angst, Langeweile mit sich bringt. Nur durch ein bewusstes Erfahren und Annehmen jedes Momentes kann dieser "Schmerzkörper" abgelegt werden.

Tolle ist in vielerlei Hinsicht anders als andere. Er beschränkt sich aufs Wesentliche. Im Buch gibt es keine Selbsttests, kaum konkrete Übungen, aber vor allem auch keine Dogmen, religiöse Richtungen oder ähnliches. 99% Prozent kommen von ihm selbst, alles was er sagt hat er selbst er(durch)lebt, was auch der Anhang mit gerade mal 4 Zitatverweisen bestätigt.

Tolles Sprache und auch der Inhalt sind sehr einfach und man hat zunächst nicht das Gefühl Intellektuell gefordert zu werden. Aber genau darin liegt für mich die Brillanz des Buches. Es passiert ungefiltert den Verstand und spricht direkt die Seele an.


Weed
Weed
Preis: EUR 14,02

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut, aber nicht essentiell!, 18. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Weed (Audio CD)
Der im letzten Jahr (2005) im Alter von 45 Jahren verstorbene Chris Whitley geniest trotz 11 zu Lebzeiten veröffentlichter, durchweg empfehlenswerter Alben immer noch Geheimtippstatus. Ein Grund dafür ist sicherlich die Kompromisslosigkeit, mit der er zeitlebens seine Kunst verfolgt hat. Hatte er mit einem Album neue Hörer auf seiner Seite, schaffte er es diese mit dem nächsten Album schon wieder großräumig zu, na ja, sagen wir irritieren. Denn eines konnte man mit Sicherheit sagen. Jedes Album klang (teilweise radikal) anders als der Vorgänger. Aber jedes seiner Alben klang in sich geschlossen und auf jedem war die persönliche Handschrift dieses beseelten Künstlers wiederzuerkennen.

1991 kam das von Daniel Lanois (U2, Bob Dylan...) produzierte Debüt "Living with the law" auf den Markt. Ein großartiges modernes bluesig angehauchtes Pop/Rock-Album mit den Lanois- typischen Keyboardteppichen über denen sich die schöne Slidegitarre und der charakteristische, facettenreiche Gesang Whitley's (der zwischen der klaren Schönheit eines Jeff Buckley und dem Rauen eines Chris Cornell schwankt) Whitley ausbreitete. Der 95er Nachfolger "Din of Ecstacy" war dann im Gegenzug ein raues, grunchiges und sperriges Werk, das seine Schönheit erst nach mehrmaligem Hören entfalltet. Das letzte Album für das Major-Label Sony, "Terra incognita", vereint dann ein bisschen was von beidem, und vorallem einen Blick in Whitley musikalische Zukunft. Denn auf dem Album ist auch ein Quicktime-Movie vorhanden. Dieses enthält 4 Tracks des Albums als Videos, auf denen Whitley die Songs ganz allein nur mit seiner Resonatorgitarre und Gesang interpretiert.

Und genau dieses Konzept nimmt er in seinem nächsten selbstproduzierten und in seiner Scheune aufgenommenem Album " Dirt Floor" wieder auf. Sämtliche Songs sind Whitley pur nur mit Gitarre oder Banjo und einer kleinen Beatbox begleitet und mit jeder Menge Emotion ausgefüllt. Und in eben diesem puristischen "Konzept" schien sich Whitley selbst gefunden und definiert zu haben.

2004 brachte er dann gleich 2 Alben gleichzeitig heraus. "War Crime Blues" und "Weed". "War Crime Blues" ist wohl das, was man den Nachfolger von Dirt Floor bezeichnen kann. Lauter neue, mit Banjo, Gitarre und Beatbox, teilweise live eingespielte "Bluessongs".

Weed hingegen ist sogar noch reduzierter. Alle darauf enthaltenen Songs sind seinen oben schon erwähnten ersten 3 Alben entnommen. 8 Songs stammen von "Living with the law", jeweils 4 von "Din of ecstasy und terra incognita".

Whitley hat sie diesmal in seinem Badezimmer nur mit Gesang und Gitarre nochmal neu aufgenommen. Das Album klingt sehr rund, sehr homogen und ist klang- und stimmungstechnisch vergleichbar mit Springsteens "Nebraska".

Das Problem stellt für mich ein wenig die Abwechslungsarmut dar. Whitley beweißt bei "Dirt Floor" und vorallem bei "War Crime Blues", dass er in der Lage ist sowohl aus Gitarre, als auch aus seinem Gesang unglaublich vielfältige und abwechslungsreiche Töne und Stimmungen herauszuholen. Das fehlt mir bei Weed ein wenig. Das nächste Problem ist, dass dem Vergleich mit der Originalversion standhalten müssen (und dies eben nicht unbedingt können). Bei den Songs von Living with the law fehlt einem ein wenig das Emotionsgeladene, bei denen von Din of Ecstacy vor allem die Rauheit. 3 der 4 Songs von "Terra.." sind eben wie schon erwähnt in reduzierter Fassung auf Terra enthalten und zwar in meinen Augen in besserer Version.

Positiv ist anzumerken, dass man fast alle Lieder nach den ersten Gitarrenklängen erkennt, was durchaus ein Zeichen für das melodiöse und individuelle Gitarrenspiel von Chris Whitley ist.

Fazit: Das Album ist schön und gut anzuhören, allerdings wohl vor allem für Fans.

Neueinsteiger empfehle ich eher die Anthology, auf der von jedem Whitley-Stil ein wenig was zu hören ist (vorallem die ersten 3 Alben sind gut vertreten). Wer es reduzierter mag dem empfehle ich "Dirt Floor", "War Crime Blues" oder das raue Live-Album "At Martyr's".


Unearthed
Unearthed
Preis: EUR 93,99

50 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unearthed - Alles andere als Ausschußmaterial, 1. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Unearthed (Audio CD)
Der in stabilem, schwarzem Leinen gebundene Schuber beinhaltet zwei, im gleichen Design gehaltene Bücher. Im ersten befinden sich zahlreiche schwarz-weiß Fotos und Statements zu den Sessions. Jeder einzelne Song der 4 CD's wird angesprochen, meist von Rick Rubin und Johnny Cash (oft auch von der Cash-Tochter Rosanne). Im zweiten Buch befinden sich 5 Hüllen aus Karton (die im Design wie alte Schallplattenhüllen gehalten sind) in denen die Cd's stecken. Also, Aufmachung wirklich sehr schön, nun zum Inhalt.

Die erste CD "Who's gonna cry" ist das, was ich als den kleinen Bruder der "American Recordings I" bezeichnen würde. Also nur Johnny und Gitarre. Der Großteil der Lieder ist von ihm selbst geschrieben, einige davon, wie zum Beispiel "Long Black Veil" oder "Dark as the dungeon" hat er in anderen Versionen bereits auf früheren Alben veröffentlicht (z.B. dem absolut empfehlenswerten "At Folsom Prison"). Das Album klingt sehr homogen, alle Songs sind auf hohem Niveau (Ausreisser nach oben wie auf American I, wie z.B. "Drive on" gibt es allerdings nicht). Trotzdem, wer American I mochte wird auch dieses Album mögen.

Auf CD Nummer 2 "Trouble in Mind" sind alle Songs gelandet, die nirgends sonst draufgepasst haben. Deshalb ist es wohl auch das am wenigsten runde Album der Box, allerdings mit einigen wirklichen Perlen.

Mit "Down The line", "Moving On", "Everybody trying to be my baby" oder "Brown-Eyed Handsome Man" enthält es einige wirkliche erstklassige Rock N' Roll-Songs der alten Schule.

Doch die wirklichen Highlights der Platte sind eher die, die völlig aus der Reihe fallen und allein deshalb auf keinem der "offiziellen" Alben einen Platz gefunden haben. Zunächst einmal der schwebende und atmosphärische Opener "Pocahontas" von Neil Young. Die wundervolle Version von Dolly Partons "I'm a drifter", "As long as the grass shall grow" zusammen mit Ehefrau June. Der Bluessong "Devils Right Hand" nur begleitet von der rauen elektrischen Gitarre von Smokey Hormel.

Der absolute Höhepunkt allerdings ist "Heart of Gold" von Neil Young. Aufgenommen 1994 mit der Rhythmusfraktion der Red Hot Chilli Peppers (Chad Smith an den Drums und Flea am Bass). 10 Jahre später spazierte dann RHCP-Gitarrist John Frusciante ins Studio und legte ein paar einfache, melodiöse Gitarrensolos darüber. Großartig! Warum dieser Song nicht früher veröffentlicht wurde ist schnell klar. Fürs 94er "American I" wäre er viel zu rockig gewesen, und auch auf den anderen 3 Alben wäre er als Fremdkörper herausgestochen. Umso schöner, daß er doch noch seinen Weg an die Öffentlichkeit gefunden hat. Für mich so ziemlich der einprägsamste Song der gesamten Box (eigentlich einer der Besten der gesamten American Recordings-Reihe).

CD 3 "Redemption Songs". Für mich im Gesamten gesehen das beste Album der Box. Es kann auch dem Vergleich mit den offiziellen 4 Alben standhalten. Trotz der unterschiedlichen Stücke und der vielen Duette wirkt es sehr geschlossen und aus einem Guss. Mit dem Opener "Singer of Songs" bringt Johnny gleich seine Karriere auf einen Punkt, nämlich kein Heiliger zu sein und keiner der es besser weis, sonder einer der nur seine Lieder singt. Sehr schöner, ruhiger Einstieg. "Redemption Song" mit Joe Strummer von The Clash ist dann schon das nächste Highlight. Wesentlich besser instrumentiert als das Orginal. "Father und Son" (mit Fiona Apple) klingt beim ersten mal hören erst mal eher wie ein Einsingen, Man denkt er zersingt die Melodie ein wenig, aber nach mehrmaligem hören gewinnt es unglaublich an Reiz. "Witchita Lineman" kannte ich schon von der Hurt-Maxi, vielleicht gefällt er mir deshalb so gut. "Cindy", sein zweites Duett mit Nick Cave nach "I'm so lonesome I could cry" - gefällt mir aber viel besser. Ein unglaublich fröhlicher Gutelaunesong für zwei solche Melancholiker. "Big Iron", die Geschichte vom Ranger mit dem "big iron on his hip" auf der Jagd nach Texas Ray - ein Westernduell in 3 1/2 Minuten - Geheimtip. Und mit "You are my Sunshine" kann man eh nichts falsch machen.

Volume 4 "My Mothers Hymn Book": Nun muss ich zum ersten Mal kritische Töne anschlagen. Ein Album mit Gospelsongs wollte Cash schon in den 50ern aufnehmen. Sam Phillips hat ihm das noch ausreden können, aber Rick Rubin hatte dann doch wohl Mitleid. Wieder ein Album, nur Johnny mit Gitarre. Allerdings ist das ganze noch reduzierter als American 1. Die Gitarre minimal und die Melodien geben einfach nicht so viel her. Was natürlich auch daran liegen mag, daß man wenige der Songs kennt. Nicht dass man mich falsch versteht, das Ganze ist nicht schlecht, aber eben weit unter dem Standard, den er mit den anderen Alben vorgelegt hat. Vielleicht muss man es ja öfter hören, mag ja sein, trotzdem für mich das schwächste Album der Reihe.

Zu Album Nr. 5 "Best of" muss man eigentlich nicht viel sagen, über Sinn und Unsinn lässt sich streiten, stören tut sie aber ja eigentlich auch nicht wirklich. Die Auswahl ist im Großen und Ganzen vertretbar. Von jedem der 4 American-Alben wurden 3-4 Songs ausgewählt. Von American 1 wären noch "Beast in Me" und besonders "Drive on" Alternativen gewesen. "The One Rose" von American II häts nicht unbedingt gebraucht, stattdessen eher das wundervolle "Meet me in Heaven" oder das mitreisende "Kneeling Drunkards Plea". American III - "Won't back down" und "I see a darkness" wären auch noch gut gewesen.

Der Preis scheint ja für viele ein gewichtigeres Kriterium zu sein als die Musik. Ich beobachte die Box schon seit ihrer Veröffentlichung, und seitdem hat der Preis Sprünge von 70-120 Euro hingelegt. Ich selber habe sie dann für 75 gekauft, was ich als (gerade noch) im Rahmen betrachte. Allerdings muss ich sagen, umgerechnet auf Euro pro Song, bzw. auf Euro pro CD-Durchlauf hat sich bei mir das Ganze auf jeden Fall jetzt schon gerechnet. Also, am besten machen wie an der Börse - Kaufen wenn der Preis ganz unten ist.

Im Juli erscheint "American V - A Hundred Highways", die wohl endgültig letzte CD der American Reihe. Auf Unearthed sind die "Outtakes" von American I-IV. Auf Nummer V die Lieder, die er zwischen Junes und seinem Tod noch aufgenommen hat. Ich für meinen Teil werde sie auf jeden Fall kaufen - nicht aus wilder Sammelwut, sondern weil jedes der Alben wieder ein Meisterwerk ist. Ich sag nur "Danke Johnny, dafür das du in einem Alter in dem andere ihren Ruhestand in Florida verbringen, nochmal alles gegeben hast und die Messlatte noch ein Stück nach oben gelegt hast. Und natürlich "Kaufen, kaufen, kaufen" - Kauft die Box, sie ist jeden Cent wert.


Yoga. Der Weg zu Gesundheit und Harmonie
Yoga. Der Weg zu Gesundheit und Harmonie
von Bellur K. S. Iyengar
  Gebundene Ausgabe

126 von 135 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hätte man mehr draus machen können, 15. September 2003
Mit "Licht auf Yoga" hat Iyengar ein umfangreiches Standardwerk mit 200 Yogastellungen vorgelegt. Allerdings wirkt es auf Grund seiner vielen und zum Teil sehr schwierigen Stellungen wohl nicht selten sehr einschüchternd für Anfänger. Logisch und eigentlich auch lobenswert von Iyengar, ein Buch für diese Zielgruppe zu machen. Herausgekommen ist dabei ein 29x22 großes, über 400 Seiten dickes, auf Hochglanzpapier gedrucktes und mit über 1900 Abbildungen versehenes Mammutwerk.
Im den ersten beiden Kapitel spricht Iyengar über Bedeutung und Philosophie des Yoga - nett zu lesen, allerdings nicht übermäßig tiefgehend oder inspirierend. Im 3ten Kapitel es über des Meisters Spezialität - Die Asanas (Körperhaltungen). Alle Stellungen sind wie schon erwähnt in schönen und großen Farbfotos abgebildet (Das Iyengar dabei seine Schüler ranlässt und nicht selber Model steht sei ihm vergeben, schließlich ist er mit über 80 nicht mehr der Jüngste). Eine gute und vielgelobte Sache ist, daß viele Stellungen in einer 360°-Rundumsicht zu sehen sind. Alle Stellungen sind mit Wirkungsweise und Anleitung versehen, einige mit Korrekturtips. Das negative an der Sache ist meiner Ansicht nach die Auswahl der Stellungen. Zwar ist es richtig die Anzahl zu reduzieren, allerdings nicht in diesem Ausmaß. Die Stellungen im Stehen sind soweit noch in Ordnung, allerdings kein einziger Twist (Drehung), und auch einfache Balancestellungen wie zB. den Baum, eigentlich eine einfache, sehr wirkungsvolle und vorallem klassische Yogastellung lässt Iyengar vermissen. 3 Asanas im Sitzen. 3 Vorwärtzbeugen im Sitzen, gerade mal 2 einfache Drehungen. Bei den Umkehrstellungen Kopf- und Schulterstand, mehr gibts da wohl auch nicht, allerdings keine Variationen. 2 Rückwärtsbeugen und eigentlich nur 1 im liegen (Shavasana ist ja eine Sache für sich). Im 4 Kapitel Asanas gegen Stress kommen wir zu einer interessanteren Sache - Stellungen mit Hilfsmitteln. Für jeden, der an der Arbeit mit Klötzen, Bändern und Kissen interessiert ist (eine Iyengar Spezialität). In Kapitel 5 geht es um Yoga gegen Beschwerden. Hierbei gibt Iyengar Übungsfolgen für unterschiedliche Beschwerden. Kennt man schon aus Licht aus Yoga, einziger Vorteil hierbei - Alle Übungsfolgen sind mit kleinen Fotos und nicht nur mit Namen aufgezeichnet. Im letzten Kapitel gibt es noch einen 20 Wochen Kurs für Anfänger - Diesmal nur mit Namen.
Fazit: Eines der schönsten und auffälligsten Bücher im Yogaregal, aber wohl kaum eines der am meisten benutzten. Für Anfänger gibt es bessere Bücher, vor allem da Iyengar wenig Erläuterung für die Zusammenstellung der einzelnen Asanas gibt. So bleibt der Schüler mit einer Hand voll Stellungen zurück und weiß nicht wohin. Für Fortgeschrittene und Lehrer ist das Buch zu einfach und nicht Umfangreich genug (da ist und bleibt "Licht auf Yoga" der Standard). Für jeden der am Iyengarstil interessiert ist, ist "Yogagymnastik für Entspannung, Energie und Wohlbefinden" von Silva Mehta wohl die bessere Alternative. Nur halb so viel Seiten, nicht ganz so schöne Bilder aber die Essenz ist eine wesentlich größere.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 20, 2010 9:36 PM MEST


Beyond Dynamic Yoga - the Power of Ashtanga [UK Import]
Beyond Dynamic Yoga - the Power of Ashtanga [UK Import]
DVD ~ Beyond Dynamic Yoga

215 von 220 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der wenigen (guten) Ashtanga Yoga Videos, 25. November 2002
Man kann Yoga nicht aus Büchern lernen heißt es oft. Leider hat aber nicht jeder das Glück einen (qualifizierten) Yogalehrer sein eigen zu nennen. Und für jeden der gezwungen ist Ashtanga Yoga aus einem Buch zu lernen (z.B. "Ashtanga Yoga" von David Swenson oder "Power Yoga" von Beryl Bender Birch)ist ein Video eine lohnende Erweiterung um sich diverse Feinheiten abzuschauen. Leider hat man als Europäer nicht die Qual der Wahl was Ashtanga oder Power Yoga Videos angeht. Beyond Dynamic Yoga ist eines der Wenigen, aber Gott sei Dank ein Gutes. Nach einer kurzen Einführung durch William Robertson (incl. Atemübung), folgt überraschenderweise ein kurzes Warmup, das man in keinem Buch finden wird. Durch einige kleine Übungen, wie Kopfkreisen wird der Körper auf Betriebstemperatur gebracht. Bei diesem Warmup muß man noch nicht konzentriert sein und es gehört nicht zum eigentlichen Ashtanga. Natürlich ist es nicht notwendig es zu absolvieren, aber besonders für Menschen die morgens trainieren, wenn der Körper noch kalt ist, ist es sicherlich nicht verkehrt. Danach geht es in der typischen Reihenfolge weiter 1. Sonnengruß, 2. Stehende Positionen, 3. Sitzende Positionen, 4. Abschlußpositionen, 5. Meditation. Die einzelnen Positionen werden in der "richtigen" Ashtangareihenfolge ausgeführt, es werden keine Stellungen weggelassen wie bei vielen verkürzten Power Yoga varianten. William Robertson führt dabei immer die richtige (nicht immer einfache) Variante vor, Annabelle Purnell zeigt einfachere Abwandlungen für Anfänger. Die Ausführung von Robertson wirkt manchmal ein wenig seltsam, besonders beim Sonnengruß (was vielleicht an seiner Iyengarausbildung liegen mag). Ansonsten ist das Video aber vorbildlich und sehr vollständig (leider wird aber nur die 1. Serie gezeigt).


Dynamic Yoga 2 [VHS] [UK Import]
Dynamic Yoga 2 [VHS] [UK Import]

35 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der wenigen (guten) Ashtanga Yoga Videos, 25. November 2002
Man kann Yoga nicht aus Büchern lernen heißt es oft. Leider hat aber nicht jeder das Glück einen (qualifizierten) Yogalehrer sein eigen zu nennen. Und für jeden der gezwungen ist Ashtanga Yoga aus einem Buch zu lernen (z.B. "Ashtanga Yoga" von David Swenson oder "Power Yoga" von Beryl Bender Birch)ist ein Video eine lohnende Erweiterung um sich diverse Feinheiten abzuschauen. Leider hat man als Europäer nicht die Qual der Wahl was Ashtanga oder Power Yoga Videos angeht. Beyond Dynamic Yoga ist eines der Wenigen, aber Gott sei Dank ein Gutes. Nach einer kurzen Einführung durch William Robertson (incl. Atemübung), folgt überraschenderweise ein kurzes Warmup, das man in keinem Buch finden wird. Durch einige kleine Übungen, wie Kopfkreisen wird der Körper auf Betriebstemperatur gebracht. Bei diesem Warmup muß man noch nicht konzentriert sein und es gehört nicht zum eigentlichen Ashtanga. Natürlich ist es nicht notwendig es zu absolvieren, aber besonders für Menschen die morgens trainieren, wenn der Körper noch kalt ist, ist es sicherlich nicht verkehrt. Danach geht es in der typischen Reihenfolge weiter 1. Sonnengruß, 2. Stehende Positionen, 3. Sitzende Positionen, 4. Abschlußpositionen, 5. Meditation. Die einzelnen Positionen werden in der "richtigen" Ashtangareihenfolge ausgeführt, es werden keine Stellungen weggelassen wie bei vielen verkürzten Power Yoga varianten. William Robertson führt dabei immer die richtige (nicht immer einfache) Variante vor, Annabelle Purnell zeigt einfachere Abwandlungen für Anfänger. Die Ausführung von Robertson wirkt manchmal ein wenig seltsam, besonders beim Sonnengruß (was vielleicht an seiner Iyengarausbildung liegen mag). Ansonsten ist das Video aber vorbildlich und sehr vollständig (leider wird aber nur die 1. Serie gezeigt).


Dynamic Yoga - the Power of Practice [VHS] [UK Import]
Dynamic Yoga - the Power of Practice [VHS] [UK Import]

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Totale Geldverschwendung, 25. November 2002
"Dynamic Yoga - An introduction to the Ashtanga Vinyasa System." So steht es vielversprechend auf dem Cover, dazu noch 4 oder 5 typische Bilder von Ashtanga-Yoga-Stellungen. Viel mehr werden es dann im gesamten Video aber auch nicht mehr. Jeder der sich ein Ashtanga oder Power Yoga Buch gekauft hat und hofft mit diesem Video eine sinnvolle Erweiterung zu bekommen, der wird bitter enttäuscht werden. Viele bemängeln Godfrey Devereux's uninspirierten Moderationsstil, und ja, er starrt wie unter Beruhigungsmitteln in die Kamera und redet mit monotoner, langweiliger Stimme vor sich hin. Aber wenn das nur das einzige Manko wäre, hätte es trotzdem noch was werden können. Aber schon beim Warmup dem sogenannten Sonnengruß wird man schnell enttäuscht. Deveraux hebt die Arme, senkt sie wieder, beugt die Knie, streckt sie wieder. Jedenfalls alles andere als der gewohnte Sonnengruß. Danach folgen wie aus dem Ashtanga gewohnt stehende und sitzende Positionen. Auch diese fallen ganz anders aus. Er beschränkt sich hauptsächlich auf ein paar einfache Dehnübungen, die mit Ashtanga eigentlich garnichts zu tun haben. Bei den stehenden Übungen nimmt er (und seine 3 Schüler) jeweils eine Position ein, dann steht Deveraux auf, rennt zum ersten Schüler, korrigiert dessen Haltung um 2 Millimeter, rennt zum 2. schiebt ein wenig am Knie, rennt zu dritten korrigiert ein wenig, nimmt die nächste Position ein, steht wieder auf und korrigiert... Und das jede Haltung der Stehenden Positionen. Tja, irgendwie muß man halt die Zeit vollkriegen. Bei den Abschlußpositionen keimt wieder Hoffnung auf als Devereux zum Schulterstand ansetzt. Aber mehr kommt dann doch nicht mehr. So essentielle Stellungen wie Kopfstand oder der Lotos werden nicht erwähnt. Bei verkürzten Ashtangavarianten und westlichem Poweryoga werden zwei Dinge oft kritisiert. 1. Dass sie zu sehr den Workoutcharakter in den Vordergrund stellen, und zu wenig vom eigentlichen Sinn des Yoga vermitteln. 2. Das es zu körperlichen Disbalancen führt, wenn einfach Stellungen weggelassen werden, denn zu jeder Stellung im Ashtanga gibt es eine Gegenstellung, die notwendig ist um die Wirbelsäule wieder ins Lot zu bringen. In beidem bestätigt Devereux jedes Klischee. Die Übungen sind völlig aufs körperliche reduziert. Die beiden Schülerinnen würden auch in ein Aerobicvideo passen und bei vielen Stellungen wundert man sich wo die Gegenhaltung hingekommen ist. Das ganze scheint nicht ganz ausgegoren zu sein. Für jeden, der ernsthaft an Ashtanga interessiert ist, jedenfalls, ist dieses Video eine unglaubliche Geldv- und Zeitverschwendung. Gut nur das Devereux das Ganze Dynamic Yoga nennt, denn was er da von sich gibt ist nicht mal ansatzweise Power Yoga, geschweige denn Ashtanga.
Viel besser gemacht wurde es bei "Beyond Dynamic Yoga - The Power of Ashtanga" mit William Robertson und Annabelle Purnell.


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