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Orsino

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Stimm- und Sprechtraining für den Unterricht: Ein Übungsbuch
Stimm- und Sprechtraining für den Unterricht: Ein Übungsbuch
von Sieglinde Eberhart
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Stimme für die Stimme, 2. Juli 2014
Warum macht dieses Buch Sinn?
Beim SZ-Schülergipfel 2013 antwortete der Schüler Georg auf die Frage, ob es nötig sei, dass ein guter Lehrer auch eine durchdachte Darbietung abliefere und damit ein guter Entertainer sei: „Er muss zumindest Entertainer-Qualitäten besitzen. Am schlimmsten ist es, wenn ein Lehrer mit monotoner Stimme immer in Richtung Tafel spricht. Da kann man nicht zuhören, egal wie interessant das Gesagte vielleicht sein mag.“
Sicher ist dies nur die Aussage eines Schülers, aber wohl die Meinung Tausender, die täglich unsere Schulen besuchen. Die daraus entstehende Misere liegt auf der Hand: Wie kommen Studierende, Referendare oder bereits ausgebildete Lehrer an diese geforderten Qualitäten, wenn es im Studium fast nur um fachliche Inhalte sowie Didaktik und Methodik geht?
Aber auch wenn man nur die alltägliche Situation in den Klassenzimmern betrachtet, stellt man fest, dass zur Durchsetzung des Lehrers beim Unterrichten dessen Stimme eine ganz entscheidende Rolle spielt und am Ende eines Schultages, wenn der Lärmpegel mal wieder sehr hoch war, die Stimmbänder dringender Erholung bedürfen.
Damit ist der Lehrberuf einer der wenigen Berufe, bei dem die Kraft der Stimme, die häufig über die normale Sprechlautstärke hinaus gefordert ist, eine entscheidende Rolle spielt, ihre Ausbildung aber fast völlig vernachlässigt wird.
Diese Überlegungen haben Sieglinde Eberhart und Marcel Hinderer zum Anlass genommen und ein Trainingsprogramm in einem Übungsbuch veröffentlicht, das dem Schulpersonal hilft, sicheres Auftreten, vollen Stimmklang, klares aber nicht anstrengendes Sprechen, deutliche Aussprache sowie gekonntes Vorlesen zu entwickeln.
Was bietet dieses Buch?
Wer dieses Buch gewinnbringend nutzen möchte, sollte sich vollumfänglich darauf einzulassen, denn ohne die Durchführung der Übungen bleibt dieses Buch nur eine interessante Lektüre, aber im Schulalltag wird sich wenig bis nichts ändern.
Arbeitet man hingegen mit diesem Werk und befolgt die Ratschläge der Autoren, bekommt man eine völlig andere Sichtweise auf das breite Spektrum der Kommunikation, wie beispielsweise schon im ersten Kapitel, wo das Thema Feedback sehr ausführlich beleuchtet wird, weil es hierbei um mehr geht als um ein Synonym für Antwort, nämlich um eine effiziente Kommunikationstechnik.
Das Buch kann auszugsweise bearbeitet werden, aber es ist sinnvoller, von vorn zu beginnen, denn dort werden die Grundlagen erklärt wie Körperspannung, Körperhaltung, Funktion und Verbesserung der Atmung sowie Gesundheit, Funktion, Einsatz und Lautstärke der Stimme. Daran schließt sich eines der wichtigsten Kapitel mit Trainingsmöglichkeiten für eine starke Stimme für den Unterricht an. Sehr sinnvoll ist auch, dass die Autoren einen Abschnitt zu Stimmauffälligkeiten und Sprechfehlern aufgenommen haben, wo mancher, der sich über seine schlechte Stimme beklagt, die Ursache dafür finden wird.
Wer noch tiefer gehen möchte, kann im Teilbereich Artikulation viele nützliche Tipps zu einer perfekten (Aus-)Sprache finden. In die Tat umgesetzt werden können die gewonnenen Erkenntnisse dann im Abschnitt zum gekonnten Vorlesen, der auch die Interaktion mit dem Zuhörer einschließt, was in der Schule leider oft zu wenig Beachtung findet und die Unaufmerksamkeit der Schüler zur Folge hat. Gerade am Beginn der Unterrichtstätigkeit und bei Veranstaltungen kann es sein, dass der Lehrer Lampenfieber bekommt und auch hierfür findet sich ein passendes Kapitel mit guten Übungen, um Abhilfe zu schaffen. Den Abschluss bildet der Komplex zum Führungsverhalten im Unterricht, wo es um Körperkompetenz geht, die Führung hör- und sichtbar zu machen und konstruktiv mit Unruhe und Lärm umzugehen, eine im heutigen Schulalltag absolut relevante Thematik.
Fazit:
Wer das Buch gelesen hat, wird sich selbst anders wahrnehmen und wer dazu noch die Übungen macht, wird sich sogar anders erleben. Der Inhalt eignet sich übrigens ebenfalls, um ihn mit Schülern zu bearbeiten, denn auch sie haben eine Stimme deren Einsatz sich verbessern lässt und damit zur Stärkung ihrer Personal- und Sozialkompetenz beiträgt. Sogar für das Schauspieltraining im Rahmen der AG Schultheater oder das Üben im Rahmen der Vorlesewettbewerbe lassen sich die Inhalte gut einsetzen. Alles in allem ein sehr empfehlenswertes Buch für Lehrkräfte jeder Schulart, sowohl für den Eigengebrauch als zum Einsatz im Unterricht.


Unterricht sehen, analysieren, gestalten
Unterricht sehen, analysieren, gestalten
von Ewald Kiel (Hg.)
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Praktische Theorie, 17. April 2014
Die Unterrichtsvorbereitung ist die Partitur des Lehrers! Je besser diese gelingt, desto erfolgreicher ist sein Unterricht. Aber wie lernt der Referendar eine solche Komposition zu schreiben? Widmet er sich einem theoretischen Werk, in dem steht, wie es geht oder orientiert er sich an der Praxis, wofür Unterrichtsvorbereitungen ja auch gedacht sind, da Schüler in einem gut durchdachten und entsprechend gestalteten Unterricht etwas lernen sollen und nicht nur die theoretische Möglichkeit bestehen soll, dass sie etwas lernen können?
Betrachtet man den Buchmarkt, findet man einige Klassiker, die sämtliche Didaktikmodelle und Unterrichtsprinzipien hinsichtlich ihrer Einsatzmöglichkeit besprechen und fundiertes Theoriewissen vermitteln. Ewald Kiel und seine Autoren sind jedoch den zweiten Weg gegangen, denn ihr Lehrbuch bietet die Möglichkeit, die Theorie anhand der Praxis zu er- bzw. verarbeiten. Es empfiehlt sich daher, die beiliegende CD als Ausgangspunkt der Bearbeitung zu nehmen. Auf dieser finden sich kleine Filme zu sämtlichen im Buch behandelten Prinzipien, d.h. zur Strukturierung, Motivation, Differenzierung, Veranschaulichung, Kreativitätsförderung und Übung. Man kann also zunächst die Vorgehensweise von Lehrerinnen und Lehrern aus verschiedenen Schularten und Jahrgangsstufen im Rahmen des „echten“ Unterrichts erleben. Anschließend bietet die CD ausgewählte Kapitel aus dem Lehrbuch zur theoretischen Vertiefung des Gesehenen an und fordert den Betrachter auf, sich mittels der vorhandenen Aufgaben eigene Gedanken zu Theorie und Praxis zu machen und auf die Unterrichtsplanung zu übertragen. Diese Vorgehensweise ermöglicht die multimediale und ansprechende Bearbeitung eines oft als sehr „trocken“ empfunden Themengebietes.
Fazit:
+ Das Lehrbuch vermittelt Theorie für die Praxis anhand von Praxis.
+ Die Erarbeitung mittels CD und Buch ist zwar aufwendiger als die bloße Lektüre von Werken zur Unterrichtsplanung aber anschaulicher und nachhaltiger.
- Wer jedoch ein umfassendes Studienbuch zur Unterrichtsgestaltung bzw. -planung sucht, in dem „sämtliche“ Prinzipien aufgelistet und erklärt sind, sollte sich eine andere Lektüre suchen, denn bei der Auswahl der Inhalte stand hier eindeutig die Pragmatik und weniger die Theorie im Vordergrund.


Grundfragen der Sprachwissenschaft: Eine Einführung in die Welt der Sprache(n)
Grundfragen der Sprachwissenschaft: Eine Einführung in die Welt der Sprache(n)
von Peter Schlobinski
  Broschiert
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessanter Einstieg in die Sprachwissenschaft, 11. Februar 2014
„Kann denn die Kinder keiner lehren wie man spricht? Die Sprache macht den Menschen, die Herkunft macht es nicht.“, erklärt Professor Henry Higgins in der ersten Szene des Musicals „My fair Lady“, um seine Sicht zum Stellenwert der Sprache im Rahmen der menschlichen Existenz zu verdeutlichen. Im weiteren Verlauf seines Monologes gibt er dann noch allerlei empirische Weisheiten zum Phänomen des menschlichen Sprachverhaltens zum Besten. Genauso hält es der Autor des zu rezensierenden Buches, denn auch er bietet dem Leser viel Wissenswertes und vor allem Interessantes aus der Sprachwissenschaft. Bereits im Vorwort nimmt er zu seiner Absicht Stellung, den Leser an viele Reiseziele in der Welt der Sprache zu führen, die dieser so noch nie gesehen hat. Damit entsteht ein kurzweiliges Lehrbuch, dessen wissenschaftlicher Tiefgang dem eines (Einführungs-) Studienbuches genügt, das aber zugleich den typischen und oft schwerfällig wirkenden, vielgliedrigen Aufbau gegen 104 kurze, knackige Kapitel eintauscht. Der Leser bekommt dabei die Informationen die er braucht, ohne verschachtelte Kapitel mühsam nach den benötigten Fakten abscannen zu müssen. Sicherlich ist der Stil zunächst ungewohnt, aber große Sinnabschnitte helfen, das gesuchte Thema zu finden und gliedern die über hundert kleinen Kapitel in die Bereiche:
- Was ist Sprachwissenschaft?
- Sprache und Sprachen
- Sprache, Kommunikation, Handeln
- Sprache, Bedeuten, Verstehen
- Bausteine der Sprache
- Wörter und Wörterbücher
- Wandel von Sprache
- Biologische Grundlagen der Sprache
- Spracherwerb
- Sprache, Gesellschaft, Kultur
- Sprache und Medien
- Anwendungen
In diesen Sinnabschnitten finden jeweils zwischen fünf und zwölf von Studienanfängern formulierte Fragen und die dazu passenden Antworten bzw. Erklärungen des Autors Platz, wodurch die Auswahl der Inhalte an „wirklichen“ studentischen Interessengebieten ausgerichtet ist, was eine große Schnittmenge zu denen der Leserinnen und Leser erzeugt.
Hinsichtlich der Lesbarkeit sind die kurzen Kapitel absolut förderlich und bei über hundert Themen wird auch die für eine Einführung nötige Breite und Tiefe der Wissensvermittlung erreicht. Dies bedeutet aber im Umkehrschluss, dass hier kein Spezialwissen vermittelt wird, so dass dieses Buch wirklich nur Interessenten bzw. Anfängern der Sprachwissenschaft anzuraten ist, die sich einen fundierten Überblick verschaffen möchten.
Allerdings wird sich damit auch der interessierte Laie ohne besondere Vorkenntnisse schnell zurechtfinden und einen nachvollziehbaren Einblick in die Welt der Sprachen bekommen, denn er erfährt unter anderem, wie man mit Außerirdischen kommunizieren kann, wie es um die Überlebensfähigkeit der Dialekte bestellt ist, welche Sprache die Jugend spricht und was sich hinter dem Begriff Kiezdeutsch verbirgt.
Fazit:
+ interessante und aktuelle Themenauswahl
+ gut lesbar geschrieben
+ kein Abdriften in Spezialwissen
+ anschauliche Erläuterungen mit Grafiken und Beispielen


Studienbuch Schulpädagogik
Studienbuch Schulpädagogik
von Ludwig Haag
  Taschenbuch
Preis: EUR 26,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Praxisorientierte Vermittlung theoretischen Grundwissens, 16. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Studienbuch Schulpädagogik (Taschenbuch)
Liest man Kritiken bzw. Rezensionen zu Vorauflagen des Studienbuchs Schulpädagogik werden diesem Werk zu Recht eine hohe Theorielast und wenig Praxisnähe vorgeworfen. Dementsprechend distanziert haben sich Studierende dem Buch genähert und die Lektüre war geprägt von dem Ziel, es erledigen zu müssen, weil es eben zur Pflicht gehört. Auch ich habe meine leidvollen Erfahrungen beispielsweise mit dem Kapitel über die Schule und ihre Geschichte gemacht.
Seit ich nun die fünfte völlig überarbeitete Auflage in Händen halte, hat sich meine Meinung zu diesem Standardwerk grundlegend geändert.
Zwar beginnt auch die Neuauflage mit dem Klassiker „Theorie der Schule“, aber dazu muss festgestellt werden, dass ein Studienbuch eine andere Ausrichtung hat wie beispielsweise ein Lehrbuch zur Fachdidaktik, von dem man eine hohe Praxisorientierung fordern kann und auch muss. Grundlage fast aller Praxis ist aber nun mal die Theorie und das Fach Schulpädagogik stellt dabei die theoretische Grundlage aller weiteren fachspezifischen Inhalte für Lehramtstudierende dar.
An einer möglichst praxisorientierten Theorievermittlung versucht sich das vorliegende Werk aber erfolgreich, denn bereits im zweiten Kapitel werden Lehrpläne und ihre bundeslandübergreifenden Basen, die Bildungsstandards, behandelt, ohne deren Kenntnis heutzutage kein Referendariat mehr absolviert werden kann. Dafür sind die sehr abstrakten Kapitel zur Geschichte und zur Lehrplantheorie gewichen.
Einige „Klassiker“ sind jedoch aus bereits erläuterten Gründen geblieben, wurden aber hinsichtlich ihrer inhaltlichen Ausrichtung entstaubt und aktuell aufbereitet, d.h. entweder sinnvoll gekürzt oder notwendig erweitert. Als Beispiele seien die Abhandlung zur Medienerziehung und Mediendidaktik und die Trennung des Aufsatzes von Werner Wiater „Bildung und Erziehung als Aufgaben der Schule“ in zwei getrennte Kapitel genannt. In beiden Fällen erfolgt zwar eine theoretische Fundierung, ohne die beide Begriffe nicht zum Leben erweckt werden könnten, aber, das ist der Neuausrichtung des gesamten Werkes zu verdanken, beide Autoren greifen dabei auf neueste Quellen (fast alle sind erst nach der vierten Auflage erschienen) zurück und verstehen die Einordnung der Thematik in die gegenwärtige Schul- bzw. Bildungsdebatte. Das Kapitel zur Medienpädagogik wurde um ein Drittel erweitert und von Thomas Eberle geschrieben, dem es sehr gut gelingt, die wissenschaftlichen Hintergründe praktikabel zu vermitteln.
Als Folge des Streichens wurde Platz für viele neue und im Schulleben äußerst wichtige Thematiken. Hierzu gehören „Interkulturelle Bildung und Erziehung“, „Prävention in der Schule – Gesundheitsförderung und Gewaltprävention“ sowie „Inklusion“ und „Offener Unterricht“. Teilweise wurden die dort angeführten Aspekte bereits in dem weggefallenen Kapitel „Schüler mit besonderen Lernvoraussetzungen“ erörtert, aber leider ist die damalige Herangehensweise nicht mehr zeitgemäß, so dass die Neuformulierungen bzw. Neuentstehungen unbedingt notwendig waren. Es gibt leider in deutschen Schulen fast keine Klasse mehr, in der das Thema Gewalt, in welcher Form auch immer, nicht diskutiert wird. Junge Lehrer finden, durch Interkulturalität und Inklusion bedingt, teilweise sehr heterogene Klassenverbände vor, die, ohne entsprechendes Hintergrundwissen, teils schwer überwindbare Hürden bereithalten. Auch der gern als Synonym für fortschrittlichen Unterricht bemühte Begriff des „Offenen Unterrichts“ bedarf einiger Grundkenntnisse, die die drei Autoren hilfreich vermitteln.
Fazit: Die Schulpädagogik wird immer ein theoretisches Fach bleiben, aber in dieser Auflage ist es dem Autorenteam um den erweiterten Herausgeberkreis endlich gelungen, solche Themen anzusprechen, die im Jahr 2013 und auch noch danach topaktuell sind oder entsprechend aktualisiert wurden und die für jede Lehramtsstudentin und jeden Lehramtsstudenten relevant sind, wenn sie in einer Schule, die große Veränderung erlebt und noch erleben wird, qualifiziert mitarbeiten wollen.


Duden Allgemeinbidung Deutsche Geschichte: Menschen, Ereignisse, Epochen
Duden Allgemeinbidung Deutsche Geschichte: Menschen, Ereignisse, Epochen
von Alexander Emmerich
  Broschiert
Preis: EUR 9,99

2.0 von 5 Sternen Kompakt, aber unübersichtlich und unstrukturiert, 16. Dezember 2013
Wer dieses Buch als typisches Nachschlagewerk der Reihe DUDEN in die Hand nimmt und sich dabei einen hilfreichen Überblick über die deutsche Geschichte erwartet, bekommt zwar einen kompakten Abriss der Geschichte unseres Landes, braucht aber schon einiges Vorwissen um die wenig strukturierten Fakten entsprechend einordnen zu können. Wäre da nicht die Zeitleiste am Seitenrand, würde der sich einen Durchblick erhoffende Leser völlig scheitern.
Zunächst sollte erwähnt werden, dass auch Musik-, Wirtschafts-, Technik- und Literaturgeschichte in diesen nicht mal 300 Seiten enthalten sind. Teilweise ist dies auch sinnvoll, nämlich dann, wenn beispielsweise Literaten oder Komponisten in ihren Werken zeitgeschichtlich motivierte Inhalte verarbeiten und ihre Publikationen daher Zeugen der Vergangenheit sind, die dem geschichtlich Interessierten als weitere Quellen dienen können. In den meisten Fällen wird der Leser jedoch mit den wenigen Zusatzinfos völlig alleingelassen. Als Beispiel soll hierfür der Eintrag zum Jahr 1827 dienen, in dem erwähnt wird, dass Franz Schubert zwei Liederzyklen komponiert hat, die den Beginn der Romantik markieren. Diese Information macht nur dann Sinn, wenn dem Leser auch klar ist, was für die Romantik typisch ist bzw. was davor und danach war. Somit ist dieser Eintrag für sich allein ziemlich nutzlos. Im Gegenzug wird der Komponist Richard Wagner, der politisch sehr aktiv war, mit keinem Wort erwähnt, obwohl er, wegen seiner Beteiligung am Vormärz, sich fast 20 Jahre nicht in Deutschland aufhalten konnte, weil er steckbrieflich gesucht wurde.
Aber auch in der Zeitgeschichte sind unverzeihliche Lücken enthalten. So erfährt der Leser zwar, dass nach Friedrich II. sein Neffe Friedrich Wilhelm II. die Macht übernahm, wenn er aber weiterblättert, begegnet ihm erst im Jahr 1840 Friedrich Wilhelm IV. als neuer König. Hier stellt sich die Frage nach dem Verbleib von Friedrich Wilhelm III. und seiner Frau Luise. Scheinbar sind beide für die Autoren nicht erwähnenswert, obwohl für Königin Luise eigene Biografien existieren. Dafür weiß der Leser aber, dass die Erzieherin Henriette Davidis in ihrem Kochbuch jedes Rezept mit den Worten „Man nehme.....“ begann.
Ein Stichwort- und Personenverzeichnis, die das Nachschlagen erheblich erleichtern würden, sucht der Leser vergeblich, so dass auch hier entsprechende Vorkenntnisse notwendig sind, um beispielsweise den Namen „Friedrich I.“ in den zwei Jahrtausenden Deutscher Geschichte finden zu können.
Fazit: Für einen strukturierten zusammenhängenden Überblick über die Deutsche Geschichte ist dieses Buch nicht geeignet, sondern eher als kurzweilige Lektüre für Leser, die bereits über eine zeitliche Struktur der Geschichte verfügen, dann aber wohl zu fundierten Werken greifen werden. Wäre das Buch bei einem anderen Verlag erschienen, hätte es wohl den Sprung auf den Markt verpasst, denn nur der renommierte Namen DUDEN kann den Inhalt auch nicht retten.
Vielleicht erscheint irgendwann ein mehrbändiges Werk, in dem die einzelnen Teilbereiche der Geschichte getrennt und entsprechend angereichert werden. Mit sinnvollen Querverweisen würde dann wirklich ein kompakter und hilfreicher Überblick über die Deutsche Geschichte mit all ihren Facetten entstehen.


Die Entwicklung mathematischer Kompetenzen
Die Entwicklung mathematischer Kompetenzen
von Wolfgang Schneider
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch für Studierende, Lehrer, Psychologen und Eltern, 10. Oktober 2013
Schon mancher junge stattliche Mensch bekam auf die kindgerichtete Frage, wie alt er denn sei, zu hören, dass er so um die achtzig Jahre alt sein müsse. Sicher nimmt es jeder mit Humor, wenn er von einem Kind auf ein vielfaches seines tatsächlichen Alters geschätzt wird, aber für Kinder ist dies keine Schätzung, sondern das Ergebnis einer mathematischen Operation. Die kindliche Logik geht hierbei davon aus, dass ein Baby zunächst jung und klein ist und mit der Zeit immer größer und älter wird. Daraus leitet sie ab, dass ein sehr großer Mensch sehr alt sein muss und schon ist ein Lösungsschema entwickelt. Das Kind hat also eine erste mathematische Kompetenz entwickelt, nämlich den Vergleich einer Menge an Lebensjahren mit der Größe eines Menschen. Damit ist auch klar, dass es, so die Autoren des zu rezensierenden Werkes, zu Beginn der Schulzeit keine Nullmenge an Kompetenzen gibt, sondern, dass jedes Kind bereits eine Vielzahl unterschiedlicher mathematischer Vorstellungen aus der frühen Kindheit mitbringt.
Mit dieser Thematik befasst sich auch das erste Kapitel. Man erfährt zunächst, welche unterschiedlichen Modelle kindlicher Zahlenverarbeitung es gibt, wobei sowohl auf die klassischen Varianten, wie beispielsweise das „logical-foundations“-Modell nach Piaget, als auch auf neuere Entwicklungen des Erwerbs früher mathematischer Kompetenzen eingegangen wird. Anschließend erläutern die Autoren neuropsychologische Modelle der numerischen Kognition, die Erklärungen dafür liefern, wie die unterschiedlichen Teilbereiche, wie Transkodieren, exaktes Rechnen und Quantifizieren im Kopf des Kindes zusammenspielen. Dabei werden die wissenschaftlichen Komponenten mit zahlreichen Beispielen verknüpft, die einen hilfreichen Praxisbezug herstellen, das Durchdringen der Theorien erleichtern und klausurrelevante Diskussionen gut verständlich und damit lernbar werden lassen.
Im zweiten Teil des Buches befassen sich die Autoren mit Fertigkeiten, die als Vorläufer des mathematischen Verständnisses dienen. Die basalen Fähigkeiten werden zunächst anhand rechenschwacher Kinder hinsichtlich ihrer Ursächlichkeit für mathematische Kompetenzen untersucht, ausführlich erläutert und beispielhaft veranschaulicht. Dabei wird auch auf Diskussionen um deren Vorhersagequalität sowie die Erfassung mittels Testverfahren eingegangen. Abschließend widmen die Autoren ein großes Teilkapitel dem Thema „Förderung“ dieser Vorläuferfertigkeiten und bieten damit den Lehramtsstudenten einen Blick auf die spätere Arbeit im Lehramt.
Im Kapitel 3 werden die Entwicklungen mathematischer Kompetenzen sehr konkret auf die Schule bezogen und hinsichtlich Grundschul- und Sekundarstufenkompetenzen unterschieden, wobei jeweils mit aktuellsten Zahlen aus internationalen Studien gearbeitet wird.
Ab dem vierten bis zum sechsten Teil wird das Werk zum Praxisbuch und widmet sich zunächst der Diagnostik mathematischer Schulleistungen. Danach werden sehr ausführlich und anschaulich die Merkmale schwacher Rechner besprochen und schließlich mögliche Fördermaßnahmen mit ihren Vor- und Nachteilen erläutert.

FAZIT: Das vorliegende Lehrbuch für Lehramtsstudenten ist in der Lage, Theorie und Praxis rund ums Thema „mathematische Kompetenzen“ verständlich zu erläutern, Studierenden einen fundierten Einstig in dieses sehr aktuelle und viel diskutierte Thema zu bieten und bereits im Studium einen Überblick der späteren Arbeit mit den Schülern zu vermitteln. Darüber hinaus offeriert es aber auch die Möglichkeiten, sowohl mittels der vorhandenen Literaturhinweise noch tiefer wissenschaftlich diese Sachverhalte zu durchdringen, als auch als Nachschlagewerk bzw. Kompendium auf aktuellem Forschungsstand für erfahrene Lehrer zu dienen. Letztlich bin ich sogar der Ansicht, dass auch interessierte Eltern, deren Fachkenntnisse auf diesem Gebiet eher gering sind, mit diesem Werk einen Überblick erhalten und vor allem in den Kapiteln vier bis sechs, viele nützliche Tipps und Hinweise als Grundlage für Fachgespräche mit Lehrern und anderen Experten, wie beispielsweise Psychologen, finden. Zu guter letzt muss ich das Buch allen internen und externen Fachkräften der Schulen ans Herz legen, denn auf deren aktuelles wissenschaftliches Update haben die Schüler ein Recht, weil es ihrer grundrechtlich verankerten Bildung dient.


Lese- und Schreibunterricht
Lese- und Schreibunterricht
von Maik Philipp
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Praxishilfe gegen PISA-Schock, 10. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Lese- und Schreibunterricht (Taschenbuch)
Ein praxisorientiert formulierter Titel fördert stets eine hohe Erwartung hinsichtlich der Anwendbarkeit des Inhaltes und diese wird, das sei an dieser Stelle bereits verraten, definitiv auch erfüllt.
Im Kapitel 2 widmet sich der Autor zunächst der Theorie, ohne die ein gutes Lehrbuch nicht auskommt, nämlich der grundlegenden Begriffsklärungen von „Lesekompetenz“ und „Schreibkompetenz“. Ergänzend vermittelt er die historische Wandlung bei den Ansichten der richtigen Vermittlung dieser Kompetenzen und geht der Frage nach, was Lesen und Schreiben eigentlich so anspruchsvoll macht. Trotz des hohen Theoriegehaltes werden viele Beispiele eingestreut, die zwar den Umfang vergrößern, dafür aber auflockern und damit die Lesbarkeit fördern.
Kapitel 3 erklärt, wie sich die komplexen Vorgänge des Lesens und Schreibens entwickeln, wobei sehr praxisorientiert vorgegangen wird, denn mittels zahlreicher Beispiele werden die Unterschiede zwischen geübten und weniger versierten Personen nachvollziehbar herausgearbeitet. Die anschließende Vermittlung der Kompetenzerwerbsmodelle erfolgt notwendigerweise theoretisch, aber trotzdem unterstützt der Autor den Leser mit guten Illustrationen sowie nützlichen Vergleichen und am Ende des Kapitels findet sich noch eine sehr effektive Zusammenfassung, die Studierenden eine gute Lerngrundlage bietet. Einen sehr interessanten Abschluss stellt die Klärung der These dar, ob sich die Entwicklungen der Lese- und Schreibfähigkeit einander bedingen.
Das Herzstück des Buches stellt Kapitel 4 dar, das sich zentral mit möglichen Förderansätzen befasst. Die Begründung für die Auswahl derselben liefern Metaanalysen, die die Effizienz bestimmter Ansätze zur Förderung belegen und dem Leser damit eine gute Orientierung bieten. Es folgen fünf Schwerpunkte, jeweils einen bestimmten Förderansatz verfolgend:
1. Basale Fähigkeiten,
2. Kognitive Wissensbestände und umfassende Strategien, z.B. Lesestrategien, Textstrukturwissen und Grammatikvermittlung,
3. Exemplarisch ausgewählte und intensiv untersucht Förderansätze, z.B. Expressives Schreiben, Schreiben als Forschen oder der Prozessansatz,
4. Personale und andere hilfreiche Unterstützungsmaßnahmen in den Förderansätzen, z.B. kooperatives Lesen und Schreiben, Rückmeldungen von Lehrpersonen und Peers, Einsatz freiwilliger Erwachsener, Computereinsatz sowie Motivationsförderung und
5. Die Untersuchung einiger allgemeiner Merkmale und Effekte dieser Programme, z.B. Gruppierungsformen beim Lesen, Umfang und Dauer der Förderung und Rolle der Texte.
In allen Schwerpunktbereichen erhöhen viele Beispiele und Auszüge aus Metaanalysen die Anschaulichkeit. Für die Studierenden gibt es am Ende des vierten Kapitels wieder eine Zusammenfassung, die als Lerngrundlage sehr gut verwendbar ist.
Kapitel 5 sorgt abschließend nochmals für Praxisnähe, weil es sich der Nutzung der Erkenntnisse aus der Lese- und Schreibforschung für den konkreten Unterricht widmet.

FAZIT: Das Buch zum Lese- und Schreibunterricht zielt vom ersten bis zum letzten Kapitel auf die Anwendbarkeit und damit die Verbesserung des Unterrichts ab, weil es dem Studierenden aber auch dem Lehrkörper wissenschaftlich fundierte und sehr anschauliche Wege aufzeigt, die Effizienz des Unterrichts so weit zu verbessern, dass künftige Studien deutlich bessere Ergebnisse für unsere Schülerinnen und Schüler aufweisen.


Dorsch - Lexikon der Psychologie
Dorsch - Lexikon der Psychologie
von Markus Antonius Wirtz
  Gebundene Ausgabe

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Start in ein neues Zeitalter des DORSCH, 9. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vielleicht waren es die mittelmäßigen Rezensionen, vielleicht auch die Neugruppierung des Autorenteams, aber diese Neuauflage des "Dorsch" ist mit der letzten Auflage kaum mehr zu vergleichen. Nicht nur die Aktualität ist jetzt wieder auf dem neuesten Stand der Forschung bzw. Wissenschaft, sondern auch die inhaltliche Struktur ist völlig anders und sehr viel besser und damit auch für Studierende geeigneter, weil nun die Erwartungen an ein Lexikon, das auch Anfängerfragen beantworten soll, endlich voll erfüllt werden. Wer bisher etwas neidisch auf die Mediziner und ihren Pschyrembel geschaut hat, findet mit dem neuen Dorsch ein entsprechendes Pendant für die Psychologie.
Also unbedingt diese Auflage kaufen und zehn Euro mehr investieren (gegenüber der 15. Auflage) für den neuen Dorsch - es lohnt sich!!!


Dorsch Psychologisches Wörterbuch
Dorsch Psychologisches Wörterbuch
von Hartmut Häcker
  Gebundene Ausgabe

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eindeutiger Verlierer zur Neuauflage, 9. September 2013
Vielleicht waren es die mittelmäßigen Rezensionen, vielleicht auch die Neugruppierung des Autorenteams, aber diese 15. Auflage des "Dorsch" ist mit der Neuauflage Dorsch - Lexikon der Psychologie, die im August erschienen ist, kaum zu vergleichen. Nicht nur die Aktualität ist wieder auf dem neuesten Stand, sondern auch die inhaltliche Struktur ist völlig anders. Wer bisher etwas neidisch auf die Mediziner und ihren Pschyrembel geschaut hat, findet mit dem neuen Dorsch ein entsprechendes Pendant für die Psychologie.
Also nicht diese Auflage kaufen, sondern zehn Euro mehr investieren und den neuen Dorsch bestellen - es lohnt sich!!!


Episodische Depressionen erfolgreich & effektiv behandeln: die Praxis
Episodische Depressionen erfolgreich & effektiv behandeln: die Praxis
Preis: EUR 6,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurz - prägnant - anschaulich - hilfreich, 16. August 2013
Der an einer Depression Erkrankte steht oft vor dem Problem, nicht zu wissen, wie er damit umgehen soll und welche Therapiemöglichkeiten es gibt. Um ihm bei der Klärung dieser Fragen behilflich zu sein, hat der Autor, Dr. Dr. Ulrich Leutgeb, dieses Buch geschrieben.
Er beginnt mit der Frage nach dem WARUM, d.h. nach der Ursache einer Depression. Dabei geht der Mediziner, der auch Lehramt studiert hat und daher einem Laien komplexe Sachverhalte anschaulich zu vermitteln vermag, auch auf die biologischen Abläufe im Gehirn ein, die sich letztlich in den Symptomen äußern. Im zweiten und dritten Kapitel befasst sich der Psychiater mit den grundsätzlichen Behandlungsmöglichkeiten und lässt auch den Meinungsstreit, in welchem Verhältnis Psychotherapie und Arznei zueinander stehen, nicht aus. Gerade davon sind paradoxerweise meist auch Patienten betroffen, die, sobald sie von ihrem Leiden erzählen, ebenfalls zwischen diese „Fronten“ geraten, was für eine Genesung nicht förderlich ist. Das vierte Kapitel befasst sich im Detail mit der Behandlung und geht dabei auch auf die Prophylaxe, den Rückfall und mögliche Grenzfälle ein. In den Anhängen finden sich Übersichten zu gängigen Medikamenten sowie zur Klärung wichtiger Begrifflichkeiten und runden damit dieses Praxisbuch ab.
Zusammenfassend erhält der Leser, insbesondere der akut Betroffene, in kurzer aber anschaulicher Weise, die Informationen, die ihm die Entscheidung für ein effektives Vorgehen gegen seine Erkrankung ermöglichen, aber auch Antworten auf eventuell vorhandene Fragen.
Es handelt sich bei dem Werk nicht um ein Lehrbuch, sondern, wie der Titel bereits verrät, um ein Praxisbuch, das Aufklärung schaffen und Mut machen soll, sich einer Krankheit zu stellen, die nicht weniger heilbar ist als jede andere Krankheit.
Dieses Buch gibt es auch als Taschenbuch Episodische Depressionen: Die Praxis


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