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Beiträge von Hans-Georg Seidel
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Rezensionen verfasst von
Hans-Georg Seidel "opera" (Düsseldorf)
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   

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Einführung in das antike Theaterwesen
Einführung in das antike Theaterwesen
von Horst-Dieter Blume
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Über die altgriechische Wiege heutigen Musiktheaters der gesellschaftlichen Diskursankoppelung in Drama, Komödie, Satire -, 25. Juli 2016
"Tief ist der Brunnen der Vergangenheit", so Thomas Mann als Anfang von Joseph und seine Brüder.

So auch die Anfänge des Musiktheaters im alten Griechenland um 500 v. Chr. mit der Entwicklungstendenz vom kultisch Reflexiven zum Unterhaltenden.
Der Autor präsentiert den Stand der Forschung von 1984, erläutert die Entwicklung an maßgeblichen Künstlern und Denkern der Zeit.
Richard Wagner machte diesen antiken Ansatz der altgriechischen Polis Kunst im Musiktheater zur zentralen Größe in Oper und Drama, baute darauf seine Forderung nach dem neuen Musikdrama auf. Diese Diskussion beherrschte das 19. Jh.
Im Mittelpunkt sollte nicht die aus seiner Sicht verflachende Unterhaltung stehen, sondern der reflexive, gesellschaftliche Diskurs des Dichter-Komponisten, der das Drama in Musik umsetzte. Aus der Dichtung zur Musik und nicht die Musik als Vorgabe für den nur liefernden Dichter.
Deutlich wird an der antiken Entwicklung, dass auch hier die Veränderung stets bestimmendes Element des Musiktheaters war.

Enorm auf welchem intellektuellen Niveau sich die Entwicklung ab ca. 500 v.Chr. sich abspielte.
Wertung des Rezensierenden:
Generell kann man feststellen, dass die Entwicklung zum heutigen interpretatorischen "Regietheater" der mehrdimensionalen Umsetzung schon hier ihren Keim hatte. Schon das attische Musiktheater spiegelte inhaltlich die Realitäten des Lebens mit allen brutalen Gegensätzen, mit schicksalhaften Verstrickungen.
Eine Parallele zu Wagners Kritik des 19. Jh, der Verfall durch reine Unterhaltung konstatierte, lässt sich auch im alten Griechenland greifbar machen.
Letztlich lässt sich aber feststellen, dass die Grenzebene dessen, was Verfall ist, fließend eintritt und in aller Regel der subjektiven Betrachtung obliegt.
Zudem ist eindeutig, dass der reine Erbauungstheateranspruch, wie er oft aus der Traditionsebene zu lesen ist, diametral zum altgriechischen Anspruch steht und in gesteigertem Maße für Richard Wagners Vorstellungen gilt.
Der altgriechische Anspruch wäre ein intelligent reflexiv durchdringender Fokus in der Spiegelung gesellschaftlicher Gegebenheiten und Zusammenhänge. Diesen inszenatorisch interpretatorischen Fokus hat heutiges, modernes Inszenierungstheater, zur Zentralinstanz gemacht.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 27, 2016 11:24 AM MEST


Rossini: Semiramide (Vlaamse Oper, Gent/Belgien, 2011) [DVD]
Rossini: Semiramide (Vlaamse Oper, Gent/Belgien, 2011) [DVD]
DVD ~ Myrto Papatanasiu
Preis: EUR 24,99

4.0 von 5 Sternen Fast 4 Std. - jede Note, die Rossini für das Werk geschrieben hat, exzellent gesungen, etwas zwiespältige Inszenierung, 20. Juli 2016
"Jede Note, die Rossini für das Werk geschrieben hat", so der Anspruch dieser Inszenierung auf DVD bzw. Bluray.

Nicht einfach, das auf diese Länge in einem Spannungsbogen zu konzipieren. So hat die Inszenierung starke atmosphärische Seiten aber auch Durchhänger der Statik.
Alberto Zedda dirigiert glänzend.
Sängerisch herausragend die Duette zwischen Ann Hallenbergs Mezzo als Arsace und dem Sopran von Myrto Papatanasio als Semiramide. Ansonsten jeweils längere Arien im Angebot.
Sonstige Rollen gut besetzt mit u.a. Josef Wagner als Assur.
Für wen ist diese Aufführung interessant? Wer schon immer mal die komplette Komposition hören und hier auch sehen wollte. Wer sich mit dem Inszenierungskonzept einer Durchmischung von "alt und modern" anfreunden kann.

Deutlich wird, wie Werke im Rahmen ihrer langen Aufführungsgeschichte durch Veränderungen, Kürzungen, andere Schwerpunkte, immer wieder verändert wurden und werden, nicht erst heute. Eben lebendiges Musiktheater, immer zum Ruhm der Schaffenden. Schon die alten Griechen ca. ab 500 v.Chr. zeigen diese permanente Veränderung von Musiktheater durch die Jahrhunderte auf.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 26, 2016 5:34 PM MEST


Benjamin: Written On Skin (Royal Opera House, 2013) [DVD]
Benjamin: Written On Skin (Royal Opera House, 2013) [DVD]
DVD ~ Katie Mitchell
Wird angeboten von Polyphon
Preis: EUR 26,77

5.0 von 5 Sternen Packend vielschichtige Katie Mitchell Inszenierung-herausragende Interpreten-Der Komponist am Pult -, 8. Juni 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein Text des Dramatikers Martin Crimp, in dessen Zentrum das Ausleben exzessiven Kontrollzwangs, die Inbesitznahme der Ehefrau in einer gestörten Beziehung steht. Der Narzissmus des Ehemanns bis zum Mordexzess ausagiert.
Zeitlich verschneidet der Text das 13.Jh. und die Neuzeit, die Bühne gibt diesem Ansatz durch Teilung Ausdruck.
Lyrische Aspekte stehen für Reflexion, die epischen für den parallel laufenden Kommentar zum Geschehen, Distanz schaffend. Eine Vorgehensweise im Text, die man erst mal realisieren muß, um zu verstehen.
Die Musik tönt ankoppelnd an den Text - Richard Wagners Forderung in Oper und Drama insofern umsetzend. Aber nicht wie in der traditionellen Oper, klingt Konflikt schön melodisch, sondern dissonant.
Die Musik ist quasi subtil tastend, exzessiv, eruptiv, streichelnd, brutal, aber nicht atonal.
Die Solisten u.a.
Christopher Purves als Protector, erstklassig,
Barbara Hannigan als Agnes, großartig,
Bejun Metha als Boy und Angel 1, counter-tenorale Subtilität,

George Benjamin dirigiert als Komponist.
Sicher so etwas wie eine Grenzerfahrung in Sachen Inhalt und Darstellung und ein musikalisches Abenteurer für den, der den Horizont erweitern möchte.
Die Schlußszene setzt Katie Mitchell als Highlight in der Ebene der ausatmenden Szenerie in den Stillstand, grandios.


Händel - Alcina [2 DVDs]
Händel - Alcina [2 DVDs]
DVD ~ Philippe Jaroussky
Preis: EUR 20,12

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Philippe Jaroussky in der ehemaligen Kastratenrolle des Carestini in hoch komplexer Mitchell Inszenierung, 7. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Händel - Alcina [2 DVDs] (DVD)
Eine Co-Produktion mit dem Bolschoi Theater, Aix- en- Provence, Theater, 2015.
Das nicht sehr ergiebige, eher triviale Libretto eines unbekannten Verfassers wird von Katie Mitchell zu einer hoch komplexen Inszenierung verarbeitet, die der Musik ein Denkmal setzt.
Die Bühne in 5 Segmente geteilt, die parallel bespielt werden. Der Mythos wird als Folie genutzt. Hauptraum mittig, durch dessen Türen die Hexen Alcina und Morgana jeweils als alte oder junge Frauen erscheinen. Ein Zauberstab(Elixier) als Transformationsebene.
Damit die jugendlich hedonistische, sexistische, Matriarchat dominierte Szene aufzeigen, wie auch die Kehrseite der Medaille des Alters.
Alcina, die dominante sexistische Seite, Morgana die devote.
Sie nutzen die Herren als bespielbare Sexpartner und legen sie dann ab, wenn sie ihrer überdrüssig, hier Verwandlung in Tiere und Pflanzen.
Die obere Bühne zeigt den magischen Verwandlungsort.
Die Inszenierung, auch Parabel auf den Jugendwahn, aber auch die matriarchalisch - patriarchalische Ebene wird zentriert.

Sängerisch exzellent. U.a.
Philipp Jaroussky als Ruggiero, bekannt pastellig, emotional, filigran intonierend,
Patricia Petibon als lyrische Alcina,
Katarina Bradi, Mezzo, als Bradamante,
Anna Prohaska als Morgana, lyrische Stimme,
Anthony Gregory ist Oronte,
Die beiden Tölzer Chorknaben Elias Mädler und Lionel Wunsch teilen sich die Rolle des Oberto,

Insgesamt herausragendes Musiktheater.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 8, 2016 5:56 PM MEST


Freimaurer, Illuminaten und andere Verschwörer: Wie Verschwörungstheorien funktionieren
Freimaurer, Illuminaten und andere Verschwörer: Wie Verschwörungstheorien funktionieren
von Thomas Grüter
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verschwörungstheorien können tödlich sein - sind eine infantile Fehlsteuerung der Wahrnehmung -, 6. Juni 2016
Was belegt der Autor in breit aufgestellter Darstellung?

Aus meiner Perspektive, dass Verschwörungstheorien Ergebnis von eher infantil, selektiv strukturierten Wahrnehmungsmechanismen sind. Vertreten von Individuen, die eine Art von psychodynamischer Fehlentwicklung aufweisen. Dabei ist in einigen Fällen nicht unbedingt ein intellektuelles Manko vorhanden, sondern die selektive Fehlwahrnehmung der komplexen Zusammenhänge in gesellschaftspolitischen, naturwissenschaftlichen und im weitesten Sinne artverwandten Bereichen.
Die Simplifizierung von Welt in gut und böse, in Gerechte und Ungerechte usw. ist diesen Vorstellungen immanent.
Argumentativ ist diesen Vorstellungen kaum beizukommen, denn der Verschwörungstheoretiker glaubt, weil er glauben muss.
Diese Theorien haben etwas von fundamentalistischen Glaubensartikeln gemein, ihre Vertreter sind Abhängige.
Dass dem so ist, wird an den Abwehrmustern deutlich, die stets auf panische Abwehr begrenzt sind, die Prüfung von Fakten verweigert.
Die Verschwörungstheorie mit den brutalsten Folgen in der Weltgeschichte, die antijüdisch nazistische. Zentrale Figuren des Nazismus waren esoterisch verschwörungstheoretisch über formt.


Oper und Drama (Reclams Universal-Bibliothek)
Oper und Drama (Reclams Universal-Bibliothek)
von Klaus Kropfinger
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,80

5.0 von 5 Sternen Forderung nach der tönenden Dichtung - das Wort Ton Drama ist die Zukunft - 1851-, 1. Juni 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ca. 90% der Wagner Literatur ist Interpretation von der Interpretation, ist Rezeption von der Rezeption.

Was wollte Wagner, was nicht?
Wagners Kernthese komprimiert:
Nur das Opernwerk, bei dem der Dichter die Vorgabe für die Musik macht, ist das Musikdrama der Zukunft.
Nur der Mythos Charakter, nicht der historische, ist für das Musikdrama geeignet.
Verfall ist die Unterordnung des Dramatikers, Librettisten unter die Vorgaben des Komponisten (z.B. Rossini in Teilen).
Diese Entwicklung sieht Wagner im 19.Jh., bezeichnet das als Verfall, produziert folglich Dogma oder einen Absolutheitsanspruch.

Meine Antithese( auch schon im 19.Jh. thematisiert):
Auch das virtuos ausgerichtete Werk kann in orchestraler, kompositorischer und sängerisch virtuoser Klasse Kunst sein. Das Libretto darf auch nur unterfütternden Charakter haben.
Synthese:
Beide Formen sind Musiktheater, die die Breite künstlerischen Ausdrucks repräsentieren können.
Weiteren Ausführungen in nachfolgenden Kommentaren.
Kommentar Kommentare (14) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 7, 2016 11:51 PM MEST


Einojuhani Rautavaara: Aleksis Kivi
Einojuhani Rautavaara: Aleksis Kivi
DVD ~ Jorma Hynninen
Preis: EUR 23,99

4.0 von 5 Sternen Musiktheater als Künstlerdrama des finnischen Nationaldichters Aleksis Kivi, 20. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Einojuhani Rautavaara: Aleksis Kivi (DVD)
Finnische Nationaloper, live Aufzeichnung ohne Publikum.
Englische und finnische Untertitel
Libretto vom Komponisten Rautavaara

Die Dichtung dient als Inspirationszentrale der Musik, nicht umgekehrt, so die Hauptforderung Richard Wagners in Oper und Drama.
Finnische Oper erfüllt diese Forderung, hier sind Libretti nicht Anhängsel sondern zentraler Ausgangspunkt für ein Werk.
Die Oper entwickelt das Leben des finnischen Nationaldichters Aleksis Kivi in einer Art Rückblendeverfahren.
Der Dichter wurde von seinem erbittertsten Gegner Ahlqvist psychisch endgültig destabilisiert, der sein Buch - Die sieben Brüder- massiv verletzend verriss. Schwedisch war damals in Finnland die Literatursprache, Kivi dichtete in finnischer Sprache, ein massiver Bruch mit der Tradition. Damit war die Gegnerschaft geboren, diese aber in menschlich besonders perfider Weise. Kivi, ohnehin psychisch labil, gab das den Rest.
Kivis Tod mit 38 Jahren, der typische Künstler im permanenten Selbstzweifel verharrend, mit Drogen kompensierend.
Ein Künstlerdrama, dass den permanenten Gegensatz zwischen dogmatisierter Tradition und Veränderung deutlich macht.
U.a.
Der alte Kivi gesungen und glänzend gespielt von Jorma Hynninen, ein Charakterbariton dramatischer Klasse,
Der junge Kivi von Ville Rusanen,
Ahlqvist, Kivis Gegner, eine Sprechrolle von Janne Reinikainen dargeboten. Leider hier eine Sprechrolle, die der Komponist auch sachlich begründet, trotzdem hätte eine sängerische Gestaltung dem Werk noch wesentlich mehr Substanz gegeben, aus meiner Sicht.
Mit Charlotta als eine Art Muse und Hilda zwei Frauenrollen.
Runeberg als Beispiel für einen Dichter, der in der Gunst Ahlqvists stand. Verkörperte die Tradition.

Mikko Franck dirigiert eine tonale Musik mit eruptiver Teilgestaltung, die durchaus mehrheitlich noch kompatibel wäre.


Finnland - Land der Oper: 19 Essays zur zeitgenössischen Oper
Finnland - Land der Oper: 19 Essays zur zeitgenössischen Oper
von Elke Albrecht
  Broschiert
Preis: EUR 14,90

5.0 von 5 Sternen Aus Finnland weht der frische Wind - Brennen für die Oper, 20. Mai 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Keine neuen Opern, wenn, dann atonal, so die allseitige Klage über das Opernschaffen.

Falsch, aus Finnland weht der frische Opernwind. Allein im Jahr 2000 wurden 14 Uraufführungen neuer Werke finnischer Komponisten gezählt.
Leider gehen wenige Werke ins Repertoire ein nach der Uraufführung, obwohl von der Kompositionsstruktur durchaus mehrheitlich kompatibel.
Finnische Oper ist oft Mythos zentriert, die Zentraldichtung - Die Kalevala - spielt eine Inspirationsrolle, wie generell die Themen, die auch das griechische Drama zentrierten, der Mensch in der Zeit, als Personendrama oder Schicksalsdrama.
Finnische Oper erfüllt praktisch alle Anforderungen an ein Werk, die Richard Wagner in Oper und Drama darstellte, als Zukunft des Musiktheaters forderte, von der Dichtung zur Musik.
In 19 Essays geben finnische Komponisten Einblick in praktische Probleme, aber zentral in künstlerische Arbeitsprozesse des Schaffens.
Bekanntere finnische Opern sind u.a. Rasputin von Rautavaara oder Lear von Salinnen, siehe meine DVD Rezensionen.

Ein Buch für den Professionellen auf Themensuche oder Horizonterweiterung, wie für den sehr interessierten Liebhaber des Musiktheaters.


Gekaufte Journalisten
Gekaufte Journalisten
von Udo Ulfkotte
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

3 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen - Verschwörungstheoretiker "geben sich die Ehre" - Selbstporträt nicht Journalismus-Kritik -, 16. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Gekaufte Journalisten (Gebundene Ausgabe)
Jan Fleischhauer hat einen interessanten Artikel über den Autor veröffentlicht, der enthält viel Substanzielles zu dieser Art von Veröffentlichungen. Man hat den Eindruck, selbst eigentlich intelligente Leute erfahren irgendwann im Leben einen Bruch, der sie zu Rachemonstern werden lässt.

Folglich liefert der Autor mehr amüsante Real-Satire, als es leicht verdaulich wäre. Tragik und Komik verschneiden sich, wie fast immer bei verschwörungstheoretischen Schriften.
Freund--Feind-- Gegner-- Opfer, immer die gleichem Muster der Darstellung. Als gefühlte Opfer spielen sie auf der großen Klaviatur narzisstischer Selbstbespiegelung. Selbst immer in dem stehend, was sie als Wahrheit sehen. Ein Heer von Gegnern gegen sich.

Zu Gurus werden sie denen, die ähnliche Persönlichkeitsprobleme aufweisen. Diese "plagiieren" Ausführungen mit obsessiver Akribie.
Amüsant, dass Verschwörungstheoretiker in ihrem Netzwerkbau eigentlich genau das betreiben, was sie anderen vorwerfen.
Zwischen melodramatischer Selbstinszenierung und groteskem Mental-Klamauk, alles vertreten.
Insofern geht es in dem Buch nicht um Journalismus-Kritik sondern um ein Eigenporträt des Autors.
Kommentar Kommentare (16) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 22, 2016 12:12 PM MEST


Offenbach: Les Contes D'Hoffmann (Bregenzer Festspiele, 2015) [DVD]
Offenbach: Les Contes D'Hoffmann (Bregenzer Festspiele, 2015) [DVD]
DVD ~ Kerstin Avemo
Preis: EUR 31,95

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herheims epochale Meisterinszenierung mit großartigen singdarstellerischen Leistungen - großes Musiktheater -, 20. April 2016
Bregenz, Festspielhaus, nicht Seebühne.
Das Werk, das nie von Offenbach fertiggestellt wurde, in Folge in den unterschiedlichsten Konzeptionen inszeniert wurde, hier in einer Stefan Herheim Meisterinszenierung, die das gesamte Spektrum dieses Werks zwischen satirisch-romantischem Gestus und tiefenpsychologischer Ebene als Künstlerdrama abdeckt.
Vorab bitte die Erläuterungen zur Inszenierung lesen, um die vielgestaltigen Verschachtelungsebenen zu identifizieren.
Singdarstellerisch herausragend auf ganzer Linie. U.a.
Michael Volle als Lindorf und Dopplerrollen einfach grandios.
Bo Johansson als exzellenter Hoffmann,
Christoph Mortagne als Franz und Dopplerrollen als alter ego von Jacques Offenbach, grandios.
Kerstin Avemo als Olympia/Giulietta - grandios.
Mandy Fredrich als Antonia/Giulietta - herausragend
Rachel Frenkel als Muse und Dopplerrollen herausragend
Dirigentisch grandios zwischen Quirligkeit, Exzess und Tiefgründigkeit.

Insgesamt eine epochale Inszenierungsleistung in grandioser Umsetzung. Ganz großes Musiktheater. Tenor der Inszenierung, niemand kann es ganz gelingen, Künstlertum und reales Leben zu vereinen. Nicht die Liebe sondern das Leid schafft die großen Geschichten.


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