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Rezensionen verfasst von
Inspektor Columbo

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Früchte des Zorns
Früchte des Zorns
von John Steinbeck
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,90

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wichtiges Buch mit aktuellem Bezug, 6. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Früchte des Zorns (Taschenbuch)
Vor dem Hintergrund der Globalisierung erfährt das Thema des Buches einen aktuellen Bezug. Der Faktor Arbeit gerät unter dem weltweit uneingeschränkten Austausch von Produktionsfaktoren zunehmend unter Preisdruck. Leidtragene sind in erster Linie Besitzlose und gering geschulte Lohnkräfte. In "Früchte des Zorns" wird deutlich, daß unsere modernen gesellschaftlichen Probleme nicht neu sind, wohl aber der Umgang mit diesen Problemen. Es wird auch deutlich wie schnell sich eine Polarisierung der Gesellschaft ohne Sozialsysteme in arm und reich entwickeln kann und wie die Triebkräfte des Marktes von anonymen Kräften für ihre vermeintlich eigenen Interessen in unverantwortlicher Weise ausgenutzt werden. Die Nutznießer dieser Entwicklung kennen dabei häufig nicht einmal die wahren Verhältnisse und die Mechanismen, die dem System zugrunde liegen. John Steinbeck beschreibt dieses in einer monumentalen Sprache, die mich manchmal sehr an die Bibel erinnert. Der Leser leidet mit den Landarbeitern, die am eigenen Leib erfahren müssen, daß sie sich schutzlos als Spielball mächtiger wirtschaftlicher Kräfte in einer völlig chancenlosen Situation befinden. Das Buch ist eine Anklage an die US-amerikanische Gesellschaft der 30er-Jahre, die solche sozialen Verwerfungen wie ein Naturgesetz zuläßt. Wie kaum ein anderes Buch beschreibt "Früchte des Zorns" wie dramatisch sich eine Gesellschaft ohne weitreichende sozialstaatliche Elemente zurückentwickelt. Die marktwirtschaftliche Grundordnung allein reicht nicht aus, um eine Güterverteilung herzustellen die jeden ernähren kann, wenn die marktwirtschaftlichen Kräfte in einem massiven Ungleichgewicht zueinander stehen. Ein wichtiges Buch!


Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Roman
Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Roman
von Thomas Mann
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nobelpreis verdientermaßen erhalten, 24. März 2007
Thomas Mann ist ein Meister der Sprache und der Beobachtung. Ich kenne keinen anderen Autor der so gut Personen bis in die kleinsten Facetten schildern kann. Diese Begabung verwendet Mann in seinem Werk "Buddenbrooks", um das Umfeld der großbürgerlichen gleichnamigen Lübecker Kaufmannsfamilie zu beschreiben. Wer wissen will was hanseatisch ist, bekommt hier eine äußerst präzise Vorstellung davon. Die Buddenbrooks sind der Inbegriff hochmütigen, auf Prestige und Einfluß bedachten hanseatischen Dünkels. Da es aus dieser Zeit noch keine Filme gibt, sind die genialen, photographisch genauen Beschreibungen dieses gesellschaftsprägenden Standes so wertvoll. Ein möglicher Untertitel hätte "Hochmut kommt vor dem Fall" sein können, was jedoch ein bißchen zu einfach gewesen wäre. Letztlich scheitert die Dynastie der Buddenbrooks an ungünstigen (wenn auch scheinbar standesgemäßen) Ehen, zu hohen Mitgiften und vor allem an fehlendem Nachwuchs. Sehr interessant, teilweise sogar dramatisch, dieses durch die Feder eines ganz großen Schriftstellers miterleben zu dürfen. Wenngleich ich immer den Eindruck hatte, daß Thomas Mann sich sehr spitzfindig und mit äußerst trockenem Humor über das Bürgertum lustig macht. "Buddenbrooks" haben zurecht den Nobelpreis erhalten!


Tippeltouren - Die Ahr
Tippeltouren - Die Ahr
von Peter Squentz
  Taschenbuch

22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Sammlung schöner Tippeltourenwanderungen, 17. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Tippeltouren - Die Ahr (Taschenbuch)
Aus der Reihe "Tippeltouren" wurde eine Reihe schöner Wanderungen rund um die Ahr für dieses Buch ausgewählt. Meine Frau und ich sind alle 31 Touren gewandert (die meisten bereits zweimal)! Bis auf Tour Nr.3 und die etwas einfallslose Rheinuferwanderung (Tour Nr.1), können wir alle Wanderungen uneingeschränkt empfehlen. Die Angaben im Buch sind präzise. Jede Wanderung hat eine eigene Überschrift, wobei im Text auf die kulturellen und/oder historischen Besonderheiten der Umgebung eingegangen wird. Da wir Wanderungen in der Eifel bevorzugen, sind wir über diese Sonderauflage der Tippeltouren sehr dankbar, da in den Tippeltouren-Bänden eine Hälfte der Wanderungen meistens auf den rechtsrheinischen Teil entfällt.

Von allen Wanderführern, die wir bisher kennengelernt haben, finden wir die Tippeltouren am besten, weil sie nicht nur den Weg beschreiben, sondern auch sehr persönlich und liebevoll Besonderheiten am Wegesrand beschreiben ohne von der Wanderung abzuschweifen. Autor und Verlag haben sich hier wirklich viel Mühe gegeben und mit Leidenschaft ein sehr gutes Buch geschaffen.


ADAC Camping-Caravaning-Führer 2007: Nordeuropa, Deutschland
ADAC Camping-Caravaning-Führer 2007: Nordeuropa, Deutschland
von Collectif
  Gebundene Ausgabe

38 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Pendantisch bis akribisch, 16. März 2007
Der ADAC übertrifft mit seinen Caravaning-Führern jeden Erbsenzähler, was jedoch nicht gegen die Qualität spricht. Wen es interessiert wie weit der nächste Golfplatz entfernt ist, ob Kurmöglichkeiten oder Beautyabteilungen angeboten werden, wieviel Waschbecken (mit welcher Kalt- und Warmwasserregulierung) sich auf wieviel ha Platzfläche und angebotenen Stellflächen verteilen oder wie die Bodenbeschaffenheit ist, der muß diesen Caravaning-Führer unbedingt besitzen (und keinen anderen!). Bei der Vergabe der Sterne muß man wissen, daß der ADAC jeden Campingplatz gnadenlos abwertet, der keine Einzelwaschkabinen besitzt. Mit der Zeit bekommt man jedoch ein Gefühl für die manchmal rätselhafte Sternvergabe des ADAC und kann sich darauf einstellen. Meine Frau und ich haben inzwischen ein sehr gutes Gespür dafür, wie wir die ADAC-Beurteilungen einzuschätzen haben und sind in den letzten Urlauben nicht ein einziges Mal auf einem schlechten Campingplatz gelandet. Der ADAC ist zwar sehr pedantisch und akribisch (ich würde sogar sagen klischeehaft deutsch) bei der Datenerhebung, trotzdem kann ich den Caravaningführer wärmstens empfehlen. Wir finden ihn neben seiner Informationsfunktion sogar auf irgendeine Art amüsant.


Das erfundene Mittelalter
Das erfundene Mittelalter
von Heribert Illig
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,95

16 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Illig regt zum nachdenken an, 13. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Das erfundene Mittelalter (Taschenbuch)
Es überrascht mich nicht, daß Illig entweder einen oder fünf Sterne von seinen Lesern erhält. Kaum jemand provoziert mit seinen Thesen ähnlich. Ich sehe seine Aussagen gelassener. Die Fragen, die Illig stellt halte ich für durchaus berechtigt. Warum gibt es so wenig Fundstücke aus der Karolingerzeit? Warum entsteht ausgerechnet in Aachen (heute würde man sagen:"Auf der grünen Wiese"), daß es damals noch gar nicht gab, ein monumentaler Bau, in einem Baustil, der erst 200 Jahre später bei den romanischen Kirchen in Köln zur Blüte erwacht? Was sind die Gründe der sehr hohen Anzahl von Urkundenfälschungen? Warum geht die Rechnung bzgl. der Umstellung auf den gregorianschen Kalender scheinbar nicht auf?

Alle diese Fragen sind berechtigt! Und Heribert Illig hat ein gutes Buch darüber geschrieben. Seine Erklärungsversuche scheinen auch auf den ersten Blick zu passen, aber eben nur auf den ersten Blick. Um einen zweiten Blick zu bekommen, muß man sich bemühen andere schlüssige Antworten zu erhalten und das ist gar nicht so leicht. Für mich war das Buch der Anstoß, mich mehr mit dem frühen Mittelalter auseinanderzusetzen. Ich habe dabei sehr viel gelernt. Selbst der größte Kritiker Illigs kann m.E. nicht behaupten, daß das Buch langweilig sei und daß die aufgestellten Fragen nicht berechtigt seien und sich sofort und zweifelsfrei beantworten ließen. Ich glaube nicht, daß 200 Jahre der Geschichtsschreibung aus machtpolitischen Gründen erfunden wurden. Trotzdem stimmt mich die bauevolutionäre Betrachtung Illigs hinsichtlich des Aachener Doms nachdenklich.


Das Rätsel der Sandbank. Ein Bericht des Geheimdienstes
Das Rätsel der Sandbank. Ein Bericht des Geheimdienstes
von Erskine Childers
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,90

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Segelromantik zu Zeiten des maritimen Wettrüstens, 9. März 2007
Das Buch ist schon etwas ganz besonderes. Die Geschichte wird aus dem Blickwinkel von 2 Engländern zu Beginn des 20. Jh erzählt. Es geht um das maritime Wettrüsten, Spionage und eine kleine Liebesaffäre. Besonders interessant ist, daß das Buch genauso alt wie der Zeitpunkt der Erzählung ist und daß der Autor den Krieg (daß es ein WELTkrieg wird, war hingegen noch nicht abzusehen) bereits voraussagt. Die Ansichten, die über das damalige Deutschland von den jungen englischen Seglern kundgetan werden, und wie die deutsche Küstenbevölkerung beschrieben wird, geben Hinweise darauf, daß der Autor gut mit Deutschland vertraut gewesen sein muß. Meisterhaft werden die Navigation im Wattenmeer, das Spiel der Gezeiten und die Kunst des Segelns beschrieben. Seekarten sind im Buch beigefügt. Es ist sehr interessant dieses aus der heutigen Sicht zu betrachten und es ist erstaunlich wie weit die Techniken der Segelmannschaft und der Navigation damals schon ausgereift waren.

Ich habe beim lesen des Buches Lust aufs segeln bekommen! Die Handlung selber ist leider nicht besonders spannend und wird für meinen Geschmack auch viel zu detaillgetreu durchgekaut. Bevor irgendeine Aktion passiert, überlegen sich die Engländer immer sehr genau was wer denken könnte, wer was beabsichtigt und was der nächste Schritt der anderen Akteure sein könnte. Dann wird das Ganze nochmal genau für den umgekehrten Fall durchdacht, wobei es immer komplizierter wird und immer neue Konstellationen gedanklich durchgegangen werden, die mich schließlich schon gar nicht mehr interessiert haben. Häufig hatte ich den Eindruck, daß die beiden Segler sich irgendwas zurechtspinnen. Die großen Aktionen fehlen nämlich völlig in dem Buch und aus den wenigen Geschehnissen wird sehr viel von den beiden Hauptpersonen abgeleitet, was für den Leser sehr ermüdend ist. Trotzdem halte ich das Buch unbedingt für lesenswert, wenn man nicht allzu großen Wert auf eine perfekte Rahmenhandlung legt. Ebenso muß man berücksichtigen, daß der Autor einen Schreibstil verwendet, der nicht mit modernen Maßstäben gemessen werden kann.


Paul Temple und der Fall Jonathan: Kriminalhörspiel
Paul Temple und der Fall Jonathan: Kriminalhörspiel
von Francis Durbridge
  Audio CD
Preis: EUR 24,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Beeindruckende Qualität eines spannenden Hörspiels, 11. Februar 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Perfekte Inszenierung eines spannenden Hörspiels. Die Stimmen sind sehr gut ausgewählt, die Personen wirken plastisch und lebendig. Insbesondere beeindrucken hier Rene Deltgen, Annemarie Cordes und Edith Lechtape. Kaum vorstellbar, daß man Mitte der 50er-Jahre so eine Qualität produzieren konnte. Die Handlung ist diesmal schlüssig und ergibt ein runde Story ohne unplausible Lücken. Leider werden aber auch beim Fall Jonathan viele Fragen erst ganz am Ende in einer zügigen Erklärung von Paul Temple beantwortet, wobei nicht alle Fragen durch eigenes Kombinieren selbst zu lösen gewesen wären. Der Fall Jonathan gehört sicherlich zu den besseren Hörspielen aus der Temple-Reihe.


Double Cross - Falsches Spiel: Roman
Double Cross - Falsches Spiel: Roman
von Daniel Silva
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend bis zum Schluß, 8. Februar 2007
Ein Thriller mit geschichtlichem Bezug. Es ist alles so minutiös beschrieben und fügt sich so gut in wahre historische Begebenheiten ein, als wäre es genauso geschehen wie im Buch geschildert. Die Handlung ist ähnlich wie "Die Nadel", wobei mir "Double Cross" etwas besser gefällt. Der historische Hintergrund ist hier detaillierter und die Geschichte erscheint mir insgesamt "echter". Wenn man weiß wer den 2. Weltkrieg gewonnen hat, ist ein Teil der Spannung zugegebenermaßen raus. Trotzdem bleibt der Nervenkitzel bis zum Schluß, weil man nicht weiß, ob die deutsche Spionin überleben wird. "Double Cross" ist einer der wenigen Romane, die ich von der ersten bis letzten Seite mit wachsender Begeisterung gelesen habe. Es ist nicht eine Seite dazwischen in der die Spannung abflacht.


Waschen, schneiden, umlegen.
Waschen, schneiden, umlegen.
von Douglas Lindsay
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Roman erinnert sehr an Tom Sharpes Werke, 1. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Waschen, schneiden, umlegen. (Taschenbuch)
Der Roman liest sich sehr flüssig und ist phasenweise auch sehr witzig und very british. Er hat mich sehr an Romane von Tom Sharpe erinnert, obwohl die Handlung insgesamt gesehen nicht an Puppenmord oder Henry herankommt. Eigentlich schade, denn der Einstieg gelingt Douglas Lindsay sehr gut und die Spannung steigt bis zur Mitte des Buches rasch an, wobei auch der Humor nicht zu kurz kommt. Die Idee, daß sich der Täter in einem mittelalterlich anmutenden Kloster versteckt, ist an sich schon ein guter Handlungsrahmen. Das Klosterleben selber scheint eben schlimmer zu sein, als gleich in den Knast zu wandern. Gegen Ende lassen dann die guten und witzigen Ideen nach und das Handlungsmuster schlägt um in äußerst blutigen Mord und Totschlag, was nicht besonders originell ist und auch nicht mehr witzig.


Du musst wandern: Ohne Stock und Hut im deutschen Mittelgebirge
Du musst wandern: Ohne Stock und Hut im deutschen Mittelgebirge
von Manuel Andrack
  Taschenbuch

2 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lustmacher aufs wandern, 27. Januar 2007
So ein Buch hat wirklich noch gefehlt! Es hat mir viele Anregungen für mich und meine Wandertruppe gegeben und bei 2 Wanderungen (Lieserpfad und Rothaarsteig) hatten wir den "Andrack" auch mit dabei. Inzwischen wissen wir, daß wir uns auf Andracks Urteil verlassen können. Der Lieserpfad war hui, der Rothaarsteig war (eher) pfui, genauso drückt Andrack es ja auch sinngemäß aus. Zufällig hat Andrack genau den gleichen Humor wie ich und kann sich an den gleichen Kleinigkeiten ergötzen. Das Buch ist ja wohl auch weniger als Wanderführer gedacht (eine Karte und/oder einen "richtigen" Wanderführer benötigt man trotzdem noch), sondern mehr als ein Lustmacher auf bestimmte Wanderrouten, sozusagen eine Empfehlung von jemandem, der unter ganz bestimmten Gesichtspunkten (stimmen im übrigen mit meiner Einstellung zum wandern größtenteils überein) die Strecke für uns schon mal abgelaufen ist und davon erzählt. So fanden wir seine Beschreibungen häufig erst nach den Touren so richtig interessant und konnten ihn nur zu oft bestätigen. Auch seine Tipps zur Ausrüstung, Planung, etc. sind sehr interessant, wobei man natürlich nicht in jedem Punkt seiner Meinung zu sein braucht. Der unorthodoxe Aufbau des Buches und die Erzählweise verdienen einen Extrastern.


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