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Rezensionen verfasst von
good@wise "A.B." (Wien)

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Hesitation Marks (Limited Deluxe Edition inkl. Bonus-CD)
Hesitation Marks (Limited Deluxe Edition inkl. Bonus-CD)
Preis: EUR 30,98

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen THE SOUND OF DARKNESS AND A LITTLE LIGHT, 26. September 2013
Warum die Welt doch noch ein Album von NINE INCH NAILS braucht.
Was tut ein Mensch dessen Herz einmal zu oft gebrochen wurde. Dessen Seele sich leer und dunkel anfühlt und der einen Schritt vorm Abgrund steht. Er springt nicht und macht stattdessen Musik. Seit 25 Jahren versucht Trent Reznor seine Ängste, seine Verzweiflung und seine Verletzungen in Klänge und Melodien zu transformieren. Er ist damit nicht der Erste. Für viele Musiker und Künstler war ihr kreatives Schaffen ein Kampf gegen die eigenen Dämonen und hatte oftmalig therapeutische Auswirkungen. Leider nicht für Alle. Reznor`s großes Vorbild und Idol Ian Curtis hat mit seiner Band Joy Division Ende der 70er Jahre auch Musik geschaffen, welcher in ihrer nackten Kälte und bedrohlichen Abgründigkeit bis heute einzigartig ist. Curtis ging mit seiner Musik in die Dunkelheit - fand jedoch nicht mehr zurück1. Reznor ist noch da, was einem kleinen Wunder gleichkommt.
Offensichtlich getrieben von Dämonen, welche niemand ans Licht zerren möchte, ging Trent Reznor mit seiner Band Nine Inch Nails vom Beginn an den Weg des größtmöglichen Widerstands. Das Debütalbum „Pretty Hate Machine“ von 1989 glänzte mit verschwenderisch schönen Popmelodien, welche der Künstler mit harten Technoklängen und fräsenden Gitarren in alle Einzelteile zerschoss. Die Texte wiederum spiegelten die kalten 80er Jahre und gewährten einen ersten Blick in die illusionslosen 90er Jahre. Verwundete Seelen, suizide Gedanken, nackte Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit waren die prägenden Themen. Das Album entwickelte sich über die Jahre zur Untergrund-Sensation, die Single „Head Like A Hole“ zum Klassiker in den Gruftie-Kellern. Ein Streit mit seinem Label – natürlich – hinderte Reznor vorläufig weitere Musik zu veröffentlichen. Im Herbst 1992 folgte endlich das Minialbum „Broken“. Selbst eingefleischte Fans waren auf diese Konzentration von Lärm, Wut und Selbsthass nicht vorbereitet, welche Reznor in knapp 21 Minuten über seine Hörer ergoss. Es gibt wenig Musik welche derart polarisiert. „Broken“ bietet keinen Mittelweg. Die Musik darauf irgendwie „ganz gut“ zu finden geht nicht. Die EP2 spielte Reznor frei, sich auf den offiziellen Nachfolger seines Debüts zu konzentrieren. Über ein Jahr werkte er alleine in seinem Studio an „The Downward Spiral“. Er komponierte, nahm auf, produzierte und arrangierte.
Den Perfektionisten als Egomanen zu bezeichnen wäre eine Untertreibung. Wobei das letztlich für alle großen Künstler gilt. Der vorschnelle Kompromiss, die biedere Anpassung, das vermeintliche Zugeständnis an das Werk – diese Arbeitsweise kreiert selten Kunstwerke von nachhaltiger Bedeutung. „The Downward Spiral“ welche Nine Inch Nails im Frühjahr 1994 veröffentlichten ist ganz große Kunst - mit nachhaltiger Bedeutung. Ein Meilenstein und unbestrittener Impulsgeber für die Rockmusik der letzten 20 Jahre. Der Schmerz war bei Reznor nie Show oder Kalkül. Der Mann riss sich die Brust auf und legte sein geschundenes Herz auf den Tisch. Kein Wunder, dass gequälte Teenagerseelen in dieser Musik Verständnis und Empathie fanden.
Das ambitionierte Doppelalbum „The Fragile“ folgte 1999 und konnte das hohe Niveau nicht ganz halten, festigte jedoch den Ruf von NIN - als eine der maßgeblichen Bands der 90er Jahre. Die 00er Jahre können getrost als das „Lost Weekend“ für Trent Reznor bezeichnet werden. Drei durchwachsene NIN-Studioalben, ein Nebenprojekt und diverse Soundtrack-arbeiten konnten über dessen Orientierungslosigkeit nicht hinwegtäuschen. Das (Fast) Instrumentalalbum Ghosts I-IV aus dem Jahre 2007 ließ dann die treuesten Fans ratlos zurück.
Nebst dem musikalische Stillstang gab es jedoch andere erfreuliche Entwicklungen auf der Heimatfront. Reznor hat seine Drogensüchte erfolgreich bekämpft. Seit 2009 geben Ehe und Kinder neuen Halt und seine immer noch kurzen textlichen Ausflüge in die alten Abgründe sind seit einigen Jahren von vorsichtiger Hoffnung begleitet. Mittlerweile hat Reznor auch mit Regisseur Davin Fincher einen kongenialen Partner aus der Welt des Films gefunden. Auch Fincher`s Filme widmen sich zuweilen menschlichen Abgründen jenseits der Schmerzgrenze (Sieben, Fight Club, Panic Room). Reznor hat für Fincher zwei Soundtracks komponiert und eingespielt (The Social Network & The Girl With The Dragon Tattoo) und für ersteren auch den Oscar erhalten. Der Vorruhestand schien gesichert.
Somit war die Überraschung groß als diesen Sommer ein neues Album von Nine Inch Nails angekündigt wurde. Unbemerkt von Freund und Feind hat sich Reznor (wieder mal) ein ganzes Jahr in seinem Studio verschanzt und an „Hestitation Marks“ gearbeitet. Das Album kann als große Überraschung gehandelt werden. Reznor findet musikalisch und soundtechnisch an die spartanischen und oft kargen Klängen seines Debüts zurück, vermittelt wiederum mit den Texten seine persönliche Entwicklung. Abgesehen davon, wäre es vermessen von einem Oscarpreisträger und glücklichen Familienvater weitere Lieder zum Thema „Teenageangst“ zu erwarten. Das Album ist in seinen Themen sehr reflektiert und – jetzt kommt das böse Wort – erwachsen und dennoch Rock n `Roll. Die Wut und der Zorn sind noch da – nur fokussierter und kontrollierter. Hier sucht jemand seine Mitte und schafft es eine glorreiche Vergangenheit in die Gegenwart zu transformieren ohne sich dabei zu wiederholen. Nicht nur das Werk eines Meisters, sondern wahrlich ein Meisterwerk. Trent Reznor zementiert mit „Hestitation Marks“ seinen Status als Ausnahmekünstler.
Anspieltipps aus einem Konzeptalbum herauszupicken ist immer Frevelhaft. Dennoch sei „Copy Of A“ empfohlen. Ein minimalistischer Technobeat treibt bedrohlich die Nummer voran. Die Gitarren fräsen mit gepresster angespannter Energie – wie ein wildes Tier kurz vorm Sprung. Ein nervenaufreibender Einstieg in das Album welcher anschließend gleich die erste Single folgen lässt. „Came Back Haunted“ verirrt sich in den alten Ängsten und neuer Paranoia und erinnert nicht nur soundtechnisch an das Frühwerk. „Find My Way“ wiederum ist eine nackte gespenstische Ballade welche an „Something I Can Never Have“ aus dem Debütalbum mahnt. „Disappointed“ entpuppt sich als kleines feines Meisterwerk in dem Dubstep sich mit metallenen Gitarren duelliert. „While I'm still Here“ ist die Ballade am Ende, welche mit einem zersägten und verstörenden Saxofonsolo den Hörer in die kalte einsame Nacht schickt.
Das Album markiert eine willkommene Rückkehr zu Form und Stil des Frühwerkes ohne nach Retro zu klingen. Die feidgliedrig komponierten Songs sind meisterlich arrangiert, die Produktion ist stupend und makellos. Erfreulicherweise hat sich Reznor dieses Mal auch einen vernünftigen Bassisten erlaubt. Die Bässe klingen organisch und lebendig wie selten bei NIN gehört. Auch die Gitarren glänzen durch Vielfalt, was sicher auch an der illustrierten Gästeliste liegt. Der Progrocker Adrian Belew (King Crimson) greift bei einigen Titeln in die Seiten, wie auch Lindsey Buckingham – hauptberuflich Gitarrist bei den Softrockern Fleetwood Mac. Musikalische Grenzen finden wiedermal nur in den Köpfen der Fans statt – welch sich über die außergewöhnlichen Kooperationen im Internet echauffieren. Trent Reznor ist es egal, er arbeitet mittlerweile mit den unterschiedlichsten Künstlern. Dies ist auch bei der Bonus-CD, welche der Limited Edition beiliegt, nachzuhören. Der englische Popexzentriker Todd Nungren hat „All Time Low“ remixed und damit ein völlig neues Lied geschaffen. Was kommt alles Nächstes für Trent Reznor, eine Kooperation mit Paul McCartney? Alles scheint möglich.
„Hestitation Marks“ ist letztlich der erwartete Nachfolger nach „Pretty Hate“ und „Downward“ und deren logische Weiterführung. Es brauchte 24 Jahren um das „Triple Up“ zu vollenden. Das neue Album schließt den Kreis. Das in Reznor`s Leben die „Hassmaschine“ nur mehr leise stottert und sich auch die Spirale wieder nach oben dreht verdeutlicht nur die Bedeutung von „Hesitation Marks“ – nämlich eine lange Reise zu beenden. Reznor hat sowohl die inhaltliche wie auch die musikalische Kurve gekriegt. Natürlich bietet auch „Hestiation Marks“ schmerzhafte Blicke in die Dunkelheit - Manche Narben bleiben für immer. Aber Sie erscheinen im neuen Licht nicht mehr so hässlich.
Andi Bauer
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 27, 2013 2:23 AM MEST


Stirb Langsam 1-5 Legacy Collection (Limited Edition exklusiv bei Amazon.de) [Blu-ray]
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DVD ~ Bruce Willis

12 von 88 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Überflüssig, 4. März 2013
Ich bewerte die Filme und nicht das Produkt
Teil 1 klassiker des modernen Actionfilm 5 Sterne
Teil 2 Gelungene Fortsetzung 4 Sterne
Teil 3 Erfrischender dritter Teil 4,5 Sterne
Teil 4 Der Witz und die Ironie rettet die Ehre des 4.Teils 3,5 Sterne
Teil 5 Trauriger Tiefpunkt mit einem lustlosen Bruce 2 Sterne
Gesamtdurchschnitt 3,8 Sterne
Da es jedoch bereits eine hervorragende Box mit den ersten 4 Teilen gibt und der 5. Teil sehr bald ins vergessen geraten wird runde ich ab auf 3 Sterne. In Wahrheit ist diese Box überflüssig.
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 10, 2013 2:04 PM MEST


Psychedelic Pill
Psychedelic Pill
Preis: EUR 5,99

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen nach all den dürren Jahren, 31. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Psychedelic Pill (Audio CD)
Neil Young ist ein sturer Hund. Das ist nichts Neues, für seine Fans jedoch eine Tortur. So hat der Mann in seiner Veröffentlichungspolitik gezeigt das in Konventionen und Erwartungen nicht kümmern. Was Young an Musik veröffentlichen wollte, hat er rausgehaut ohne Rücksicht auf irgendwen oder was. Das mag für manchen alternativen – gegen die Großkonzerne - Hippie romantisch klingen, ändert jedoch nichts daran, dass viele von Youngs Alben einfach schwach waren. Schwaches Songmaterial, schlampige Produktionen und Konzeptlosigkeit wurden zur Norm. Das trifft auf nahezu alle Werke der letzten 18 Jahre zu – einzige löbliche Ausnahme war das herrlich zerschossene „Chrome Dreams 2“ von 2007. Es mag wohl auch daran gelegen sein, dass Youngs Freund und Langzeitproduzent David Briggs 1995 verstorben ist. Briggs war wahrscheinlich der einzige, der eine Qualitätskontrolle für den oft schrulligen Kauz darstellte. Ich gestehe, dass ich es mittlerweile aufgegeben habe, auf eine gute Platte des Alten zu warten. Ich habe die „Guten“ geliebt und die „Schlechten“ lange genug geduldet – und Youngs Zeit ist einfach vorbei - so glaubte ich in meiner Vermessenheit.
Und jetzt, nach all den - mühsamen - Jahren musikalischer Mittelmäßigkeit haut der Mann eine Platte raus, welche alle Zweifel und jeglichen Frust in Stücke schießt. Psychedelic Pill ist ein Monster von einem Album, ein Jahrhundertwerk für die Ewigkeit, mit Liedern für welche Jon Bon Jovi sich sofort eine Glatze scheren würde – könnte er Sie schreiben.
Young hat als Mitmusiker endlich wieder die alten Seebären von Crazy Horse (seine ewig beste Begleitband) zusammengetrieben. Warum hat das nur so lange gedauert? Die Band schunkelt, stampft und wälzt sich durch seine Lieder mit stoischer Energie, welche nur diese Band ihr eigen nennen darf. Ralph Molina hämmert immer noch sein Schlagzeug als gelte es – schön langsam - Mülltonnen zum Tanzen zu bringen und Billy Talbots seeeehr tief gelegter Bass brummt gemächlich wie eine altersschwache Lokomotive und legt dabei sehr breite stabile Schienen für Youngs wahnwitzige, musikalischen Exkursionen. Poncho Sampedros Gitarre hält irgendwie kratzend, fauchend und bellend den Rhythmus und dazu singen die Drei im Hintergrund wie ein Chor besoffener Matrosen – herrlich. Wie sehr hat das gefehlt in diesem oberflächigen und überproduzierten Rockzirkus der letzten Jahre.
Und endlich, endlich besinnt sich Young wieder seines einzigartigen, magischen Gitarrenspiels. Wobei Spiel nicht einmal ansatzweise dem Sound nahekommt, der sich auf der Platte ausbreitet, festsetzt und nie wieder weggeht. Young spielt die Gitarre, als wolle er mit seinem Instrument die Bibel neu schreiben – von der Schöpfungsgeschichte bis zur Apokalypse. Man hört die Gitarren uns sieht vor seinem geistigen Auge wie Ozeane entstehen, sich Kontinente verschieben und Engel über die Macht im Himmel streiten. Die Gitarren wälzen sich erbarmungslos durch die 12 Lieder der Platte, verschlingen die Noten, speien sie wieder aus und dringen in alle Ritzen und Fugen - gleich einem dicken Nebel übermannen sie Umgebung und Zuhörer. Und die Lieder erst. Niemand, wirklich niemand in der Rockmusik kommt damit durch ein Lied von 27 Minuten Länge auf einer Platte unterzubringen – Neil Young darf das, Neil Young muss das tun. Das halbstündige Monster „Drifting Back“ eröffnet den Reigen und dröhnt und hämmert alles in Grund und Boden. Das Lied ist schlicht berauschend, überwältigend und keine Sekunde zu lang. Damit nicht genug. Daneben thront das epische und verträumte „Ramada Inn“ und das majestätische „Walk like a Giant“ mit jeweils über 16 Minuten. Aber was bedeutet schon Zeit in diesen Dimensionen. „Giant“ offenbart sich nach mehrmaligem Hören als Youngs bestes Stück seit Jahrzehnten. Auch die kürzeren Stücke fügen sich wunderbar in das großartige Gesamtbild.
Es gibt keinen Zweifel. „Psychedelic Pill“ ist Neil Youngs beste Platte seit „Ragged glory“ (1990). Ein makelloses Meisterwerk zeitlosen Gitarrenrock und ein gnadenloser Tränenzieher. Wie konnten wir Unwürdigen nur an diesem Meister zweifeln. „Long May You Run, Old Pal“
Andi Bauer
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 1, 2012 11:52 PM CET


Life Is People
Life Is People
Preis: EUR 9,99

34 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geweint, 29. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Life Is People (Audio CD)
Sollte mich jemand fragen was ich In den letzten Tagen so gemacht habe, würde ich antworten: „Ich habe Bill Fay gehört“. Bill, Wer? Ja ich kenne diesen Musiker auch erst seit kurzem, habe seine CD vor einer Woche gekauft und seitdem nichts anderes mehr gehört. Im Büro, zuhause, im Auto und via I-Pod. Bill Fay`s „Life is People“ begleitet mich pausenlos. Seitdem glaube ich wieder vermehrt an das Gute im Menschen, sehe Schönheit in Kleinigkeiten und bin sogar davon überzeugt selber ein besserer Mensch werden zu können.
Vor vier Wochen habe ich im Rolling Stone Magazin einen Artikel über diesen außergewöhnlichen Menschen und Musiker gelesen. 1970 & 1971 hat Bill Fay zwei LPs veröffentlicht, die fast niemand kaufte und dennoch (oder deshalb?) von den Kritikern geliebt wurden. Fay zog sich aus dem Musikbusineß zurück und begann in einer Fabrik am Fließband zu arbeiten. Vor kurzen ging er in Rente und wurde von Musikern und Fans „überredet“ wieder Musik zu machen. Diese liegt jetzt vor und kann (sollte/muß) auch käuflich erworben. Denn „Life is People“ versammelt die schönsten Liedern welche ich seit Jahren hören durfte. Bill Fay`s Lieder haben eine unglaubliche warme Spritualität und einen lyrischen Tiefgang welcher nur ganz selten in der Popmusik anzutreffen ist. Musikalisch finden wir schwelgerischen Pop welcher in der Tradition der großen Songwriter von Bob Dylan, Bruce Springsteen, Billy Joel und Elton John steht. Bill Fay`s Lieder sind Glücksfälle welche mit einem Bein im Himmel und mit dem anderen auf der Erde stehen. Seine Lieder über Gott sind authentisch und von einer aufrichtigen Spiritualität durchzogen. Die Lieder über das Leben und die Menschen sind von einem zu Herzen gehenden Humanismus getragen, welcher jeden Zyniker die Schamesröte ins Gesicht treibt. Fay`s Lieder sind für Herz und Seele und nehmen keine Gefangenen. Sie erobern gnadenlos unser Innerstes. Kaufen Sie diese CD, verdunkeln Sie ihre Räume, drehen Sie die voll auf und weinen Sie Tränen der Trauer für die Menschen die gegangen sind und Tränen der Freude für all jene Menschen die Sie noch um sich haben – ich habe es gemacht. Mehr Trost & Heilung finden Sie derzeit nirgends.
Andi Bauer
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 21, 2012 7:07 PM CET


Tempest (Deluxe Edition)
Tempest (Deluxe Edition)
Preis: EUR 7,99

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The Searcher, 14. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Tempest (Deluxe Edition) (Audio CD)
Protestsänger – Songwriter – Revoluzzer - Kommunist – Erlöser – Misanthrop – Hoffnungsträger - Verräter - Genie – Poet – Judas – verhinderter Literaturnobelpreisträger – wiedergeborener Christ – Heuchler - Rocker – Folkie – Blueser – Gospelsänger – Nichtsänger – durch-die-Nase-Sänger – Legende……………….
All dies und noch viel mehr wird seit 50 Jahren über Bob Dylan geschrieben und gesagt. Dylan ist davon alles und letztlich wieder nichts. Aufgrund seiner unglaublichen Wandlungen und seiner konsequenten Sturheiten wurde Dylan zur Projektionsfläche für nahezu jeden, der mit seinen Liedern konfrontiert wurde. Dylan selbst drückte diesen Umstand in seinem Lied „I and I“ aus dem Jahre 1983 treffend aus.
“I’ve made shoes for everyone, even you, while I still go barefoot”

Jedermann scheint Dylan zu analysiere, zu verstehen und sich in seinen Liedern zu finden. Nur der Meister ist noch auf der Suche. Und das ist seine Stärke. Dylan läßt sich nicht festmachen und kategorisieren, da er ein rastloser Sucher ist. Ich habe schon lange aufgehört die Musik Dylans zu analysieren und zu ordnen. Ich mag die meisten Platten, ich finde einige Werke von ihm unhörbar bis schlecht, viele jedoch großartig und eine Handvoll sind für mich ewige Geniestreiche. Auch das neue Album bewegt sich an der Schwelle zwischen Großtat und Genie. „Tempest“ taucht tief in die amerikanische Vergangenheit ein, um letztlich eine Zukunft zu vermuten, welche uns helfen sollte uns in der Gegenwart zu finden. Die Musik rumpelt, zischt und jault wie eine alte Dampflock und klingt dennoch modern und frisch. Genres gelten für Andere. Country, Swing, Rock n'Roll, Folk, Blues - Dylan und seine Band bewegen sich darin wie ein Baby im warmen Wasser – als ob sie diese Musikgenres gerade erst erfunden hätten.

Der alte Kojote hat wieder mal ein verdammtes Meisterwerk abgeliefert. Wie macht er das bloß? …………….Roll on Bob

Andi Bauer


Prometheus - Dunkle Zeichen
Prometheus - Dunkle Zeichen
DVD ~ Noomi Rapace
Preis: EUR 4,99

8 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Alien - Lost in Confusion, 13. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Prometheus - Dunkle Zeichen (DVD)
Prometheus von Ridley Scott
Mit Alien (1979) hat Ridley Scott möglicherweise den besten Science-Fiction-Horror Streifen der bisherigen Filmgeschichte geschaffen. Das Spiel mit menschlichen Urängsten, ein innovatives und neuartiges Monster und eine erfrischende weibliche Heldin bildeten die Eckpfeiler für den Kultfilm. Auch hat die Geschichte Ecken und Kanten und der Film bietet eine großartige Bildsprache. Es ist nur verständlich das sein neuer Film Prometheus seitens der Marketingabteilung der Fox-Studios als Alien-Vorgeschichte plaziert wurde. Scott selbst agierte auf Anfrage ausweichend und mystisch. Keine Vorgeschichte, eventuell eine Parallelhandlung – alles ist möglich - der Zuseher soll selbst entscheiden. Eine Zurückhaltung welche möglicherweise in der Unsicherheit liegt, das der Film mit seinem großen Vorgänger verglichen wird - Zurecht.
Ridley Scott hat großartige Filme gedreht wie Gladiator, Black Hawk Down, Blade Runner und Alien. Er hat jedoch auch einige Stinker zu verantworten wie White Squall, Robin Hood, Königreich der Himmel und Die Akte Jane. Prometheus liegt ziemlich genau dazwischen. Ein gut gemachter Film der den Zuseher nicht wirklich zufriedenstellt.
Prometheus spielt im „Alien-Universum“, hat jedoch mit der Geschichte wenig zu tun. Die wenigen Querverweise zum Originalfilm sind wenig erhellend und letztlich unbefriedigend. Hier wäre ein interessanterer Ansatz für die Geschichte möglich gewesen. Wie, die Ursprünge der Alien-Rasse zu erforschen. Verschenkt.
Scott konzentriert sich auf philosophische Aspekte, geht mit seiner Geschichte auf Sinnsuche und verrennt sich dabei. Den Fragen nach dem Sinn des Lebens und dem Ursprung der Menschheit werden nachgegangen. Diese werden weder zufriedenstellend (wie auch) noch provokant (wäre zumindest ein Möglichkeit) beantwortet. Dazwischen irren Schauspieler wir Noomi Rapace, Idris Elba und Charlize Theron durch den Film, die scheinbar nicht ihren Platz finden und letztlich auch vom Drehbuch verraten werden. Einzig Michael Fassbender zeigt als Androide einige gute Momente. Die wenigen Horrorszenen sind technisch gut umgesetzt, aber nicht innovativ und wirken in dem langatmigen und auch streckenweise langweiligen Film deplaziert. Alleine die ewig lange Untersuchung der „Höhlen“, strapaziert die Geduld des Zusehers.
Was Prometheus jedoch zu bieten hat, sind hervorragende Schauwerte. Die Bilder sind überwältigend, wie auch die Effekte. Der ehemalige Werbefilmer zeigt hier was er kann. Es reicht jedoch nicht wenn beeindruckende Bilder durch eine nichtssagende Geschichte zusammengehalten werden.
Nach den schönen Bildern bleibt dem Zuseher am Ende des Films das große Nichts – auch eine philosophische Aussage.
Andi Bauer
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 13, 2012 9:30 PM MEST


Eden (Deluxe Edition)
Eden (Deluxe Edition)
Preis: EUR 15,34

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitgeistig und Zeitlos, 1. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Eden (Deluxe Edition) (Audio CD)
Vor 30 Jahren gab es mal eine kurze musikalische Welle die man Pop-Jazz nannte. Sade schmachtete 'Smoth Operator', Matt Bianco groovten 'Half am Minute' und Vaya Con Dios säuselsten 'Don`t cry for me' zu verführerischen Latino-Beats. Dazu wippten die Yuppis ihre dünnnen Lederkrawatten und nippten an karibischen Drinks. Jemand der damals auch da war aber nie wirklich dabei war, sind Everything But The Girl. 1984 veröffentlichte das Duo ihr Debütalbum 'EDEN', welches vom Käufer ignoriert wurde. Heute unverständlich, den typischer und dennoch zeitloser sind wenige Platten aus den 80er Jahren.
10 Jahre später erfanden schlaue Marketingexperten die Chillout-Lounge zum Downbeat. Die Musik wurde noch mehr gebremst und dazu wurde Red-Bull in Dosen und Cafe-Latte in riesigen Gläsern getrunken. Everything But The Girl hatten in dieser Zeit (1995) ihren ersten und einzigen Hit - 'Missing'. Der Song war großartig und dennoch ein Mißverständnis. Denn die Menschen sahen darin nur das nächste Trip-Hop-One-Hit-Wunder. Und während sich die Welt fragte woher E.B.T.H kamen ist das scheue Duo schon wieder abgetaucht.
Inzwischen muffelt Trip-Hop auch schon ein bißchen angejahrt und bei den heute uncoolen 80er Jahren will sowieso niemand dabei gewesen sein. Einzig Sade macht alle 10 Jahre eine Comebacktournee. 'EDEN' von Everything But The Girl hat inzwischen alle Trends und Zeiten überstanden und wirkt heute frisch wie am ersten Tag. Die Lieder von 'EDEN' sind melodiesicherer Folkpop, befeuert von Ben Watts mit seiner Flamenco-infizierten Gitarre, welche kokett mit dem brasilianischen Bossa Nova flirtet. Dazu singt Tracy Horn. Was heißt singen. Ihre Stimme variiert von der rauchigen Jazzsängerin einer schmuddeligen Bar, zum glasklaren Engel einer Musicalrevue. Wenn Tracy düster haucht 'I dont want Excuses - I want your Love ' and I want it Now', dann brechen selbst gestanden Machos widerstandslos ein.
Ich verfiel der unscheinbarsten aller Sängerinnen, als ich zum ersten Mal 'Protection' von Massiv Attack hörte, welches Tracy mit ihrer Stimme veredelte. Das war 1994. Seitdem versuche ich ihrer Werke habhaft zu werden. Das Duo Everything But The Girl hat sich längst aufgelöst. Die ersten vier Alben wurden jetzt neu aufgelegt, in schmucker Verpackung und ordentlichen Bonustracks. Darunter auch das meisterliche Debüt. Steigen sie ein und entdecken sie EDEN und Everything But The Girl ' lieber 30 Jahre zu spät als nie. Denn wenn Madonna wirklich 'The Queen of Pop' ist ' dann ist Tracy Horn Snow-White. Und wir alle wissen wie diese Geschichte endet.
Andi Bauer


The Dark Knight Rises
The Dark Knight Rises
DVD ~ Christian Bale
Preis: EUR 4,97

36 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Fledermaus lahmt, 27. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: The Dark Knight Rises (DVD)
The Dark Knight Rises von Christopher Nolan

Als die Beatles ihr letztes Album 'Let it Be' veröffentlichten war die Enttäuschung groß. Die Band war bereits zerbrochen und die Musiker in alle Winde verweht. Das Album - ein schwachen Schatten der Hochblüte - die mit 'Rubber Soul' begann und über 'Revolver' bis zum 'White Album' und 'Abby Road' führte. Enttäuschung ist immer die Folge falscher oder zu hoher Erwartungen. Letztlich hebt sie die eigene Täuschung auf.

So gesehen ist auch 'The Dark Knight Rises' eine Enttäuschung. Nach dem nahezu perfekten 'Bat Begins' von 2005 und dem fulminanten 'The Dark Knight' von 2008, lagen die Erwartungen für das dritte Batman-Abenteuer von Regisseur Christopher Nolan in unnatürlich hohen Sphären. Nolan hat sich auch als der Regisseur für das neue Jahrtausend empfohlen, dem es wie keinem Anderen gelang, Arthouse-Kinostoffe für die breite Masse aufzubereiten. 'Memento', 'Insomania', 'The Prestige' und 'Inception' überzeugten Kritiker wie Kinofans. 'The Dark Knight Rises' sollte der Höhepunkt seines bisherigen Schaffens werden. Eine Comicverfilmung für Erwachsene mit psychologischer Tiefe der Figuren und dennoch genug Actionzucker fürs breite Volk.
Die Marketingkampagne tat ihr übriges. Sei einem Jahr tönt es aus allen Äthern: 'Die Legend Ends'. Bevor die Dreharbeiten abgeschlossen waren, wurde bereits Bane als Batmans finaler und übermächtiger Gegner für Medien und Fans in Stellung gebracht. Grausam, mit übermenschlichen Kräften und überdurchschnittlicher Intelligenz, der Batman in jeder Hinsicht überlegen ist, hieß es seitens der Marktschreier. Auf den Postern sah man Bane davonstapfen, hinter ihm eine zerbrochene Batmanmaske liegend. Fans befürchteten das Schlimmste, manche sogar den Heldentod Batmans. Kein Film wurde in diesem Jahr stärker gepusht und sehnsüchtiger erwartet.

Bane hat auch in den ersten Filmszenen - welche an einen James Bond Vorspann erinnern - ein sehr starken Start. Jedoch einen um so schwächeren Abgang. Seine Figur überzeugt weder als intelligenter Gegner, noch als Führer seiner Armee aus Freizeitterroristen. Zu oberflächig sind seine Motive, wie auch zu plump seine Aktionen. Auch die zweite neue Hauptfigur - 'Catwoman' - bleibt dem Zuseher eher fremd und scheint nicht so recht in die Geschichte zu passen. Selenas Motive sind rätselhaft, ihre Winkelzüge dennoch vorhersehbar. Nolan hätte gut daran getan, sich mehr auf diese neuen Hauptfiguren zu konzentrieren. Anstatt dessen führte der Regisseur weitere ' oft überflüssige - Nebenfiguren ein. Damit verkompliziert und bremst er die Geschichte. Neue Helden, neue Polizisten, neue böse Aktionäre der Waynestifung, neue skrupellose Finanzhaie und (wiedermal) korrupte Senatoren. Der Film beginnt spätestens im Mittelteil zu zerfasern. Der Zuseher verliert den Überblick über die Handlungsstärnge und kennt sich nicht mehr aus. Denn es gibt auch noch die Stammmannschaft wie den treuen Butler Alfred, Commissioner Gordon und Wanye-Fundation-Vostand Lucious Fox. Die brauchen auch ihren Platz in der Geschichte. Reichlich viel Gedränge an den vorderen Schauspielerrängen. In dem Chaos versucht Nolan noch zusätzlich mit Seitenhieben auf die Wirtschaftskrise und Anspielungen auf den 'War of Terror' gesellschaftspolitisch seinen Senf abzugeben. Hier hätte der zu lange und auch phasenweise zu langatmige Film ruhig eine Straffung vertragen können, mit Konzentration auf die Figuren und dem Verzicht auf so manche Nebenrolle. So ist Matthew Modine als Foley völlig überflüssig und der plötzlich wieder aufgetauchte Scarecrow als Richter nur ärgerlich.

Auf der Strecke bleibt Batman. Dieser muß sich im Film mindestens zweimal 'wieder selbst finden', verliert dabei fast alles, gewinnt so manches und verkommt trotzdem mehr zu einem Nebendarsteller. Das Ende versöhnt zum Teil, läßt jedoch hoffen das Nolan seine Ankündigung wahr macht und keinen weiteren Batman-Film mehr dreht. Man mag es nicht glauben, aber offensichtlich hat der Regisseur bereits mit seinem zweiten Batman-Film, das meiste seines Pulvers verschossen. Vielleicht lag dieses mal zuviel Macht in den Händen des Wunderknaben. Hat er doch das Drehbuch gemeinsam mit seinem Bruder geschrieben und sonst auch alles selbst gemacht. 'The Dark Knight Rises' ist leider nur ein müder Schatten der ersten beiden ' zweifellos immer noch großartigen - Streifen der nun vollendeten Trilogie.

Ähnlich wie Bruce Wayne, der am Anfang auch humpelnd am Stock geht, lahmt diese Fledermaus. Unterm Strich ist 'The Dark Knight Rises' ein durchwegs passabler Film, der seine guten Momente hat und auch unterhält. Nolan hat sein Handwerk nicht verlernt. Die Luftaufnahme von Gotham City als, die von Bane in der statt verteilten Bomben hochgehen, ist von beeindruckender und auch grausamer Schönheit. Ja, auch die "The Dark Knight Rises" hat seine großen Momente.
Nur, das ist zuwenig ' nach dem was uns versprochen wurde.
So enden keine Legenden.

Andi Bauer
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 26, 2012 1:18 AM MEST


Drive
Drive
DVD ~ Ryan Gosling
Preis: EUR 7,99

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sound and Vision, 16. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Drive (DVD)
Kino kann viel sein. Unterhaltung, Freizeitvergnügen, Zeitvertreib und ein Erlebnis. Im besten Fall ist Kino: Bewegende Bilder die eine Geschichte erzählen welche der Besucher mit seiner Phantasie zu Ende erzählt. Eine Kunst welche viele Filmemacher leider verlernten. Mit einer geschwätzigen Endgültigkeit wird dem Filmfreund oftmals ein perfekter Film vorgelegt welcher keine Räume für die eigene Phantasie offenläßt. Der Däne Nicolas Winding Refn macht es richtig und serviert mit DRIVE eine Geschichte ohne Anfang und Ende und läßt dennoch keine Wünsche offen. Hollywoods talentiertester Jungstar Ryan Gosling spielt die namenlose Titelfigur, welche durch eine - vermeintlich unbedeutende - Entscheidung in eine verzwickte Situation schlittert. Refn erzählt die Geschichte in ruhigen beeindruckenden Einstellungen, verzichtet auf überflüssige Dialoge und läßt Bilder sprechen. Die Abstimmung der Bilder mit der Musik und die beeindruckenden Schnitte erzeugen eine einzigartige Komposition, welche man letztlich nur große Filmkunst nennen kann. DRIVE ist kein einfach zu konsumierender Film und auch nicht für schnelle Unterhaltung geeignet. Es sei auch erwähnt daß der Film in wenigen Szenen unangenehm gewalttätig ist, dies jedoch der Geschichte und der Charakterzeichnung der Hauptfigur geschuldet ist. DRIVE ist ein außergewöhnlicher Film, der die Kraft von Bildern und Musik verdeutlicht und einen bleibenden Eindruck hinterläßt. Für mich der beste US-Kinofilm des Jahres 2011. Man sollte ihn gesehen haben.
Andi Bauer
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 17, 2012 5:42 PM MEST


Marvel's The Avengers (Steelbook inkl. 2D Blu-ray & Bonus Disc) [3D Blu-ray]
Marvel's The Avengers (Steelbook inkl. 2D Blu-ray & Bonus Disc) [3D Blu-ray]
DVD ~ Robert Downey Jr.

10 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen WE HAVE A HULK - und die beste Comicverfilmung seit es Kino gibt, 1. Mai 2012
MARVELS THE AVENGERS
Die beste aller bisherigen Comic-Verfilmungen. Ein Satz den man wohlüberlegt und mit Bedacht niederschreiben sollte, wenn man einen aktuellen Kinofilm rezensiert. Bei den 'Avengers' fließt dieser Satz genüßlich und ohne einen Hauch von Zweifeln aus meinen Fingern. Ein Film der mich flehen läßt, daß die Produzenten keinen zweiten Teil machen ' da dieser nur scheitern kann. Freilich, ein naives und sinnloses Flehen. Scheibtruhen voller Geld werden die Disney-Studios davon karren und somit ist eine Fortsetzung die unvermeidlich. Die 'Avengers' werden auf der ganzen Welt Millionen Filmfans in die Kinos locken und diese werden den Film mehrmals schauen. Zweifellos haben wir es schon jetzt mit dem Hit des Jahres zu tun.
Seit 12 Jahren schon, gestalten renommierte Regisseure wie Bryan Singer, Sam Raimi und Christopher Nolan das einst belächelte Genre der Comicverfilmungen um. Charakterliche Tiefe der Figuren, qualitative Unterhaltung und Ernsthaftigkeit gepaart mit klugem Humor bereichert seitdem das Genre ungemein. Die Filme wurden erwachsener und dennoch nicht minder unterhaltsam. Die 'Avengers' kulminieren diese Entwicklung und bringen den Comic-Film zu einem ungeahnten Höhepunkt. Anspruchsvolle Unterhaltung, beeindruckende 3D - und Special-Effekte die nie zum Selbstzweck gereichen, greifbare kantige Figuren und ein furioser Spannungsbogen. Dazu Actionszenen in unglaublichen Dimensionen. So hoch die Erwartungen in den Film waren sie wurden nicht nur übertroffen sondern pulverisiert. Man fühlt sich klein und unwürdig, den Film im Vorfeld mit Zweifeln bedacht zu haben.
Der talentierte Josh Whedon schrieb das Drehbuch und führte Regie. Ein kleines Wunder daß Disney ihm dieses Mega-Projekt anvertraute. Whedon kreierte vor 10 Jahren fürs Fernsehen die hervorragende Science-Fiction Serie 'Firefly', welcher niemand sehen wollte. Auch sein Kinofilm 'Serenity' floppte 2005 kläglich. Sieben Jahre später vereint der Mann die Superhelden des 'Marvel-Universums' und läßt diese am Anfang so richtig blöd aussehen. Turmhohe Egos prallen aneinander, sinnlose Kämpfe unter den Helden zermürben den Zuseher und die Geschichte entwickelt sich scheinbar zäh und schwerfällig. Fliegende Flugzeugträger erinnern unangenehm an Zerstörungsorgien wie 'Transformers' und auch die Ausleuchtung der einzelnen Charaktere und deren Schwächen wirkt bremsend und sogar verwirrend.
Ein Trick.
Niemand ahnt, daß der Regisseur mit der ersten Hälfte des Filmes seinen Bogen ganz langsam spannt um ein überwältigendes Finale auf den Zuseher abzufeuern. Genau an der Stelle, als der Film scheinbar an Fahrt verliert und die Geschichte in zu viele Nebenschauplätze zu zerfasern droht, nimmt Whedon alle Fäden auf und führt seine Helden in ein furioses Actionfinale welches ' und soviel sei hier verraten ' in dieser Wucht, Dynamik und Präzision noch nie im Kino zu sehen war. Es ist pure Magie wie sprühender Wortwitz, trockener Humor, atemberaubende Action und Spannung mühelos ineinanderfließen und der Zuseher von einer Überraschung in die nächste geschleudert wird. Und zu sehen wie Hulk einen Gott vermöbelt ist auch kein alltägliches Spektakel, um nur eine von den vielen witzigen und erstaunlichen Szenen zu erwähnen, welche in die Popkultur einziehen werden.
Wobei nichts an den 'Avengers' alltäglich ist. Die Geschichte des Kinos wurde wieder mal neu geschrieben.

Andi Bauer
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 5, 2012 2:21 AM MEST


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