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Rezensionen verfasst von
w_a_mozart (München)

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Der Darwin-Code: Die Evolution erklärt unser Leben
Der Darwin-Code: Die Evolution erklärt unser Leben
von Thomas Junker
  Gebundene Ausgabe

12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein kühnes Experiment!, 18. Oktober 2009
Vor gut 30 Jahren haben einige Biologen begonnen, Charles Darwins Theorien konsequent auf die Menschen und ihr Verhalten anzuwenden. Daraus sind die Soziobiologie und die evolutionäre Psychologie entstanden. Diese Forschungsprogramme haben sich als enorm anregend erwiesen. Wie nicht anders zu erwarten, gab und gibt es heiße Debatten um einzelne Thesen, aber das Paradigma als solches wird heute nur noch von den sog. "Kreationisten" und einer Handvoll von Geisteswissenschaftlern bestritten, die in ihrer biologischen Naivität einen Vorzug sehen.

Wie weit die Erforschung menschlicher Verhaltensweisen durch die Darwinsche Evolutionsbiologie mittlerweile gediehen ist, zeigt das beachtenswerte Buch von Thomas Junker und Sabine Paul. Es ist eine sachkundige und zugleich unterhaltsame Einführung in neuere evolutionsbiologische Theorien und dürfte zu den spannendsten Büchern des Darwin-Jahres gehören.

Zum einen zeigt es exemplarisch, was die Biologie heute über die Entstehung der Kultur, der Moral oder sexueller Vorlieben zu sagen hat. Ihr Buch ist aber weit mehr als das: es ist zugleich ein Experiment, das demonstrieren soll, wie weit man mit der Darwinschen Erklärung auch bei Themen kommt, zu denen die Biologie nach weitverbreiteter Ansicht nichts beitragen kann. Beispiele sind hier die Übergewichtsproblematik, die Kunst, die Religion, der Freiheitswillen der Menschen und der Sinn des Lebens. So kommt das Autorenteam etwa zu dem Schluss, dass die Kunst geradezu überlebenswichtig für das Wohlergehen und das biologische Überleben des Menschen war und ist.

Gelingt es dem Buch, dem in der reichhaltigen Thematik liegenden Anspruch gerecht zu werden? Mir scheint es so, aber etwas anderes ist vielleicht noch wichtiger: es bringt frischen Wind in alte Debatten, zeigt, dass sich durchaus noch etwas Neues zur Natur der Menschen sagen lässt, und regt - so ist zu hoffen - lebhafte und sachkundige Diskussionen an. Denn es bezieht klar Stellung, formuliert begründete und widerlegbare Thesen und bereitet so die Grundlage für eine notwendige Debatte über die Natur der Menschen und ihr (Sozial-)Verhalten.

Wem hierzu nur ,Biologismus' oder ,Sozialdarwinismus' einfällt, dem ist zu sagen, dass er oder sie dreißig Jahre fruchtbarer evolutionsbiologischer Forschung verpasst hat und nur eine überkommene Interpretation der Evolutionstheorie kennt. Dass der "Darwin Code" den Kreationisten (und ihren sich aufgeklärt gebenden Jüngern) übel aufstoßen wird, ist anzunehmen, doch damit können die Autoren als konsequente Verfechter der Darwinschen Evolutionstheorie wohl leben. Für alle anderen, vor allem für die Kulturwissenschaftler, aber gilt: Es ist höchste Zeit, die Scheuklappen abzulegen und in der Evolutionstheorie nicht länger eine Bedrohung, sondern eine Bereicherung zu sehen.

Das Buch von Junker und Paul ist im Moment die vielleicht beste Möglichkeit, sich vorzüglich und zugleich amüsant über aktuelle Ideen von Darwins Erben zu informieren. Manche Aussagen des Buches provozieren, manche überraschen und kaum jemand wird jeder These zustimmen. Aber der Text fordert diese Fragen geradezu heraus und lädt ein, auf eine durchaus engagierte, aber sachliche Argumentation ebenso zu antworten. Den sich daraus ergebenden Diskussionen darf man mit Spannung entgegen sehen.


Mozart, Wolfgang Amadeus - Die Entführung aus dem Serail [2 DVDs]
Mozart, Wolfgang Amadeus - Die Entführung aus dem Serail [2 DVDs]
DVD ~ Laura Aikin
Preis: EUR 49,48

7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Provozierend genial ' Anmerkungen eines Augenzeugen!, 20. August 2008
Endlich! Die mit Spannung erwartete DVD einer beeindruckenden Vorstellung. Ich hatte das Privileg, die Wandlung der Inszenierung und des Gesangs in allen drei aufeinander folgenden Jahren in Salzburg als Augenzeuge live mitzuerleben. Obwohl Herheim einige seiner provokantesten Einfälle schließlich fallen ließ ' man erinnert sich noch immer an den Aufruhr des Publikums, als Osmin das entblößte Gesäß auf einem Fernsehschirm darbot ' gewann das Projekt an dramatischer Kohäsion. Herausragend in ihrer Bühnenpräsenz, technischen Brillanz und ihrem Vokalreichtum: Laura Aikin, welche die Besetzung mit ihrer intensiven, pulsierenden Rollengestaltung anführt. Sie singt sich nicht einfach durch die schwierigsten und reichhaltigsten Koloraturen des Repertoires hindurch, sie bringt überzeugend zum Ausdruck, dass sie den Herausforderungen, welche Mozart und Herheim gestellt haben, musikalisch und intellektuell gewachsen ist. Ihre 'Traurigkeit' ist ein großer Augenblick tief gefühlter Menschlichkeit, ihre 'Martern aller Arten' sind schlicht atemberaubend und ihre Dialoge offenbaren die emotionale Ambivalenz jener gespaltenen Persönlichkeit, welche Herheim im Blick gehabt haben muss, als er den Charakter der Konstanze entwarf.

Die anderen Sänger tragen mit ihren je eigenen Möglichkeiten zu dem Erfolg der Produktion bei. Valentina Farcas ist ein behändes Blondchen, etwas blass in den stimmlichen Qualitäten und der deutschen Aussprache. Der letztgenannte Vorbehalt kann leider auch Charles Castronovo nicht ganz erspart werden, dessen Stärken physische und vokale Schönheit sind sowie die Fähigkeit, von der beängstigenden 'Baumeisterarie' unbeeindruckt zu bleiben. Dietmar Kerschbaum, der einzige Sänger, welcher in allen drei Jahren besetzt war, hinterließ einen starken schauspielerischen Eindruck und eine makellose Diktion. Seine Stimme klang die ersten beiden Jahre frischer, doch er bleibt dramaturgisch ein sehr dynamischer Protagonist. Franz Hawlata liefert einen soliden Osmin ab; nicht die gewaltige Stimme einiger seiner Vorgänger, aber mit humorvollen, sarkastischen Texten optimal im Spannungsfeld zwischen der osmanischen (hier: türkischen) und westlichen Kultur platziert.

Ivor Bolton zeigt seine Qualitäten als erfahrener Dirigent, kann auf ein gut geprobtes Orchester zurückgreifen. Sein ganz eigener, bisweilen opaker Dirigierstil zeitigt doch ein beeindruckendes Ergebnis und trägt nachhaltig zu einer erstaunlichen, aufregenden Interpretation von Mozarts Meisterwerk bei, welche fraglos das Potential, wir würden sogar gerne sagen: das Genie von Stefan Herheim enthüllt. Uneingeschränkt empfehlenswert!


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