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Beiträge von Markus Stegmayr
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Rezensionen verfasst von
Markus Stegmayr "markusstegmayr" (Innsbruck)
(REAL NAME)   

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Person Pitch
Person Pitch
Preis: EUR 14,42

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Album 2007, 25. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Person Pitch (Audio CD)
Ein Album, das fast zur Gänze aus Field-Recordings, sonstigen Samples, Beats und Effekten besteht und dabei eine Wärme ausstrahlt, wie sonst kein Album in diesem Jahr...
Kunst ensteht hier nicht mehr aus Schmerz, sondern aus Verwunderung über das Wunder des Lebens, gefüllt mit Glück, gegossen in einladende Arrangements, welche legale Stimmungsaufheller sein könnten...
Keine Pillen mehr, nur mehr Musik, keine Drogen mehr, nur mehr diese Platte.
Schlicht und kurz gefaßt: das Album 2007


Verbotene Früchte
Verbotene Früchte
Preis: EUR 7,97

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bitte kein Wort mehr über Schlager..., 27. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Verbotene Früchte (Audio CD)
Ist die neue Blumfeld-CD nun Kunst, künstlerisches Liedgut abseits jeglicher Einordenbarkeit in eine musikalische Richtung? Man darf sich jedenfalls fragen, warum manche Rainhard Mey in ihr hören wollen, wenn man auch die späten Beatles hören könnte, wenn man auch die Incredible String Band vernehmen könnte, wenn man sich somit einfach nur eine Stunde hervorragender Musik verschaffen könnte, die glücklich macht? Warum die Klagen über fehlenden Diskurs, wenn die Texte einfach nur zum Träumen anregen, wenn die Musik besser als jemals zuvor arrangiert ist, wenn man die CD zum ersten Mal in der Geschichte von Blumfeld auch als musikalisch herausragend bezeichnen kann? Warum soll es nicht einfach eine CD sein, in die man sich in gewissen Stunden zurückziehen kann, in der man einfach nur glücklich ist, für wenige Minuten den Weltzustand außen vor läßt? Es spricht nichts dagegen danach ein Buch über den Weltzustand zur Hand zu nehmen, nichts spricht dagegen sich zu engagieren, nichts spricht dagegen an der Welt zu verzweifeln...doch warum sollte man sich nicht hin und wieder von der neuen Blumfeld trösten lassen? Ich habe auf alle die Frage keine wirkliche Antworte, vielleicht einfach eine Vermutung: manche Hörer wollen es sich schwer machen, wollen sich nicht auf die neuen Lieder von Blumfeld einlassen, die vor allem eben eines sind: Lieder! Man sollte sie bewundern, sie wie eine Kostbarkeit hüten, sie auch hin und wieder ein wenig peinlich finden, sich berühren lassen, auch mal darüber lachen, wenn der Apfelmann plötzlich im Zimmer zu stehen scheint. All das kann man mit dieser Platte erleben, alle Gefühle über Trauer, Albernheit, Fröhlichkeit und guter Laune kann man in ihr finden. Ja, es ist eine fröhliche Platte, ja sie tröstet darüber hinweg, daß die Welt schlecht ist und daß es vielleicht trotzdem wieder mal eine gute "Diskurs-Pop-Band" geben sollte - doch warum muss diese Rolle Blumfeld erfüllen, wenn sie solche Lieder schreiben könnten und letztlich mit einem kleinen Lied zerbrochene Tage wieder ganz machen können? Nein, das hier ist kein Schlager, das ist einfach nur Musik, die sinnlich funktioniert, die nicht mehr intellektuell sein will, sondern einfach nur berühren. Wenige wollen es, noch weniger scheinen es zu können. Die hören dann in den neuen Liedern einfach Rainhard Mey, anstatt sich über zeitlose Poplieder mit Folk-Einschlag zu erfreuen, die in eine anderen Welt entführen. Dies ist keine Welt des Spießbürgertums, vielmehr eine Welt, die um der Abgründe der menschlichen Seele weiß, sie aber im Moment ganz einfach zu heilen versucht mit der Schönheit der Natur. Sie weiß um eine feurige Seele, sie weiß um die Möglichkeit eines Freitodes, sie weiß, daß die Welt nicht im Garten endet. Doch warum sollte nicht die ganze Welt für Minuten ein Garten sein, warum sollte nicht alles für wenige Augenblicke still stehen, warum sollte man sich nicht einfach einlassen auf diese Musik? Keine Antworten, nur Erstaunen, Blumfeld machen Kunst, polarisieren und sind dennoch weniger Kunst als jemals zuvor. Diese Musik braucht keine Auseinandersetzung mehr, sondern Hörer, keine Denker mehr, sondern Genießer.


Überwachen und Strafen: Die Geburt des Gefängnisses (suhrkamp taschenbuch)
Überwachen und Strafen: Die Geburt des Gefängnisses (suhrkamp taschenbuch)
von Michel Foucault
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,00

13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Atem- und Sprachlos..., 12. Dezember 2004
...läßt einen Foucault nach der Lektüre dieser Betrachtungen zurück, die in ihrer sprachlichen Dichte und Intensität wohl ihresgleichen auf diesem Gebiet suchen. Man entdeckt unter all diesen theorie- und erkenntnislastigen Analysen immer wieder den Künstler und Literaten Foucault, der seine ästhetischen Ansprüche immer wieder zugunsten von luziden Offenbarungen und Schlüssen hintan stellt und sie dennoch immer wieder durchschimmern läßt. All diese Facetten machen dieses Buch zu einem sehr lesbaren, was angesichts des Umfanges ein Meisterstück für sich ist. Ohne auf den Inhalt eingehen zu wollen (denn jede dieser Seiten ist Wert gelesen und zum Teil auch erarbeitet zu werden) kann ich dieses Buch nur gefestigen Lesern empfehlen, die sich von der Bedrohlichkeit der Betrachtungen von Foucault nicht aus der Bahn werfen lassen. Denn im Gegensatz zu einem Roman gibt es kein Erwachen aus diesem Alptraum, der eigentlich nur ein historischer Rückblick sein soll und gerade damit so erschreckend wirkt. Man hat in keinem Augenblick das Gefühl, daß Daten und Fakten von ihm zu seinen Gunsten mißbraucht werden, vielmehr, daß endlich Dinge und Zusammenhängen in einer Klarheit dargelegt werden, über die bisher geschwiegen wurde. Dabei übertritt das Buch jedoch auch niemals den Rahmen eines heutigen denkenden Menschen, sondern füllt ihn vielmehr aus. Jeder Gedanke den Foucault in diesem Werk anspricht scheint vertraut, auf eine Weise schon mal gedacht, dann jedoch wieder verworfen, weil die Zusammenhänge und die geschichtliche Legitimation gefehlt haben. Dieses Buch hilft zu erkennen und erweitert Horizonte dahingehend, als daß sie Mut geben, dem oft Unaussprechlichen zu begegnen und es zu erkennen. Dieser Wahnsinn der uns umgibt, und aus dem es keinen Ausweg zu geben scheint. Auch Foucault bietet uns in diesem Buch keinen Ausweg an, er stellt keine Forderung an die Gesellschaft, bietet keine Utopien an, die man nochmal durchdenken und abhandeln könnte um den Weg in eine vielleicht bessere Zukunft zu bahnen. Nein....mitten in seinen Betrachtungen (so scheint es) bricht er das Buch ab und läßt uns zurück in unserer Ratlosigkeit, die unsere Gegenwart ist.


Der Mann ohne Eigenschaften I: Erstes und Zweites Buch
Der Mann ohne Eigenschaften I: Erstes und Zweites Buch
von Robert Musil
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,99

60 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwischen Ratlosigkeit und Begeisterung..., 18. Oktober 2004
So ging es mir mit diesem Buch...und wenn viele Leser ehrlich sind, glaube ich, daß es ihnen ähnlich mit diesem Werk ging, bei dem man ständig das Gefühl hat, Bedeutendes zu lesen, das man zwar in dem Augenblick des Lesens begreift und es darüber hinaus auch fantastisch findet..doch man glaubt auch häufig, dem Text nicht Genüge getan zu haben. Ich bin überzeugt, daß Musil einer der größten Geister Österreichs überhaupt ist, der einen Bernhard und sogar einen Handke bei weitem übertrifft wenn es um die Beobachtung von Verborgenem geht, der Erkenntis und Bewußtwerdung der großen Zusammenhänge und Mechanismen, die unser Land ebenso heimsuchen wie unsere Existenz im allgemeinen. Ein Buch, das einen oft abstößt, einem dann aber wieder Einlass in eine schillernde Welt voller luzider und atemberaubender Gedankengänge und Sätze erlaubt, die einem fast den Verstand rauben, man zugleich auch an seinem Verstand zweifelt, weil die Prosa dieses Dr. Musils so weit über den Erkenntnissen seiner eigenen Welt steht, die zusammenschrumpfen zur alltäglichen Nichtigkeit.
Ich glaube dieses Buch ist das beeindruckendste, wichtigste und zugleich gefährlichste, das jemals in dieser Form geschrieben worden ist. Es kann deine Seele berühren, dein Herz zum Rasen bringen, doch es kann dir auch den Boden entziehen und dich umherirren lassen wie den Protagonisten Ulrich, der sich oft wie ein Nebel, wie ein Geist vorkommt neben all dem vermeintlich Feststehenden. Der sich das Leben entlangtastet im Wissen, daß er zwar alle Eigenschaften besitzt, viele Stichwörter zu seiner Daseinsfindung in der Gesellschaft bereits zugeflüstert bekommen hat, doch letztlich weiß, daß ihn diese Einflüsterungen nichts angehen und auch nichts angehen dürfen, da er sein Leben als Hyphothese damit gefährden würde. Und dennoch wächste die Verzweiflung des Genies Unlrich von Seite zu Seite.
Es ist jedem zu empfehlen in dieses hochgradig sperrige Werk einzutauchen..und es nicht nur bei einem Versuch zu belassen, da der Zugang letztlich oft leichter fällt, als die vielen Worten vermuten lassen, mit die einem dieses Werk zuerst abzuschrecken versucht. Das Buch scheint greifbarer zu werden, wenn man darüber schreibt...doch dieser Eindruck ist eine unzulässige Täuschung und Vereinfachung, denn dieses Buch ist ein "Kraftfeld" (wie es Musil definiert), ein in viele verschiedene Richtungen ausströmendes Meisterwerk, das einen oft ratlos zurückläßt, teilweise beim ersten Lesen unverständlich bleibt, doch immer die immense Mühe Wert ist, gelesen zu werden. Die Bereicherung, die in das Leben des Lesers einfließen werden entschädigen für Stunden des oft anstregenden Lesens.


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