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Beiträge von Friedrich Heinkel
Top-Rezensenten Rang: 40.080
Hilfreiche Bewertungen: 72
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Rezensionen verfasst von Friedrich Heinkel (Thüringen)
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4.0 von 5 Sternen
Mal wieder ein Dystopieroman, doch einer der besseren, 3. Juli 2012
Die Idee der Hunger Games war zwar nicht neu ("Battle Royale" etc.), wurde jedoch von Suzanne Collins virtuos adaptiert hinsichtlich Action (m.E. geeignet ab ca. 16 Jahren) und Dramatik. Ihr Szenario ist eine schöne Mischung aus Science-Fiction und Pseudo-Fantasy, bleibt aber auf beiden Gebieten sehr konservativ. Viele Charaktere bleiben zwar blass, doch die Hauptakteure erweckt sie wahrlich zu Leben. Die ménage à trois erinnert stark an Stephenie Meyer (und ist wohl der einzige Grund, warum die "Hunger Games" als Jugendbuch beworben werden) - damit darf der Leser kein Problem haben, und meist hält sich der Kitschfaktor auch in Grenzen. Die Gesellschaftskritik ist erstaunlich unsubtil, was einerseits viel Potenzial verschenkt, den Roman andererseits angenehm von den bekannten Dystopien abhebt. Die Handlung dagegen ist sehr intelligent und auch mutig. Durchhänger beim ansonsten sehr hohen Spannungsverlauf gab es für mich v.a. im ersten Viertel des zweiten Buches und im dritten Viertel des meiner Meinung nach schwächsten dritten Buchs. Das Lesen im Original lohnt sich wirklich, da das vergleichsweise kurze, prägnante Englisch hier sehr effektvoll ist und Collins einen schönen Schreibstil hat; außerdem ist die Sprache relativ unkompliziert und relativ leicht (mit mindestens durchschnittlich guten Englischkenntnissen und einem Wörterbuch für alle Fälle) zu verstehen ist. Mangels Kenntnis der deutschen Übersetzung kann ich keine Anmerkung dazu geben. Grobe Bewertung: Buch 1: Hunger Games -> 79° Buch 2: Catching Fire -> 85° Buch 3: Mockingjay -> 75° Durchschnitt 79,6 und wenn man die Grenze bei 80 ansetzt: alles in allem ganz ganz knappe 4 Amazon-Sterne. Leseempfehlung für Dystopiefans und die Adoleszenz abseits des Vampir-Mainstreams
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Elfenlicht.
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von Bernhard Hennen Taschenbuch |
| Preis: EUR 14,00 |
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Für mich persönlich der bisherige Höhepunkt der Elfen-Saga!, 1. April 2012
Da bereits so viele Rezensionen geschrieben worden sind, fasse ich mich auch an dieser Stelle wie bei Die Elfen und Elfenwinter kurz. Denn eigentlich sehe ich bei "Elfenlicht" die Verhältnisse kristallklar: Wer die beiden Vorgänger bereits verschlungen hat, wird sich ebenfalls auf dieses Buch stürzen und es ebenso lieben; wer von jenen enttäuscht war, wird auch mit diesem keinen Spaß haben. Bernhard Hennen hält also mit anderen Worten sein Niveau ziemlich konstant, was bei Reihen ja nicht selbstverständlich ist. Und dieses Niveau ist sehr weit oben angesiedelt, sowohl hinsichtlich der Qualität (Sprache, Spannung, Handlung) als auch des Anspruchs (viele Rollen und Orte, epische Ausmaße der Handlung, tiefgründige Bedeutung). Dennoch stellt "Elfenlicht" für mich persönlich nochmal eine kleine Steigerung dar, nachdem mich "Elfenwinter" ein klein wenig ernüchtert hat. Ganz klar, "Die Elfen" ist ein moderner Klassiker und gehört zum Besten, was die Fantasy je hervorgebracht hat (ausnahmsweise bin ich hier Wolfgang Hohlbeins Meinung), daher ziert auch neuerdings die edle gebundene Ausgabe mein Bücherregal. Gerade die ausgewogene Mischung aus Handlung, Action und geistiger Tiefgründigkeit hebt es aus der Masse heraus. Der erste Nachfolger verlagerte inhaltlich das Gewicht wieder etwas zugunsten großer Schlachten und kriegerischer Auseinandersetzungen, was mir vergleichsweise weniger zusagte. Doch "Elfenlicht" fährt wieder das volle Programm auf, treibt also die Handlung gehörig, aber behutsam an und erreicht einen enorm hohen Grad an Spannung. Gleichzeitig erfährt es erneut eine Erweiterung der Erzählperspektiven (ich müsste zählen, aber es sind sicherlich mehr als zehn erzählende Personen), sodass der Leser einen immer differenzierteren, vielschichtigen Einblick in die verschiedenen Rassen bekommt (sogar in die sehr schwierigen Wesenheiten der Yingiz und des Devanthars). Dies führt u.a. dazu, dass die anspruchsvollen moralphilosophischen Gedanken im Buch ein für Belletristik eindrucksvolles Maß erreichen (Wer ist gut, wer ist böse? Steht der Devanthar wie Gott über allen Dingen? Was ist Gerechtigkeit?). Natürlich kann sich diese enorme Vielschichtigkeit auch nachteilig auswirken, wenn es etwa darum geht, den Überblick im Gewirr an Namen (danke für's ausführliche Glossar!), geschweige denn Perspektiven und Handlungssträngen zu behalten. Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob sich in diesem riesigen Erzählungsnetz der Elfensaga nicht der ein oder andere Logikfehler oder auch nur erklärungsbedürftiger Aspekt eingeschlichen hat (ich frage mich z.B., was nun genau die Motivation des Devanthars ist: einfach nur Boshaftigkeit, Rache? Das wäre etwas flach). Aber das Schöne ist ja, dass es sich um einen ganzen Zyklus handelt, jedes Buch also intertextuell verwoben ist. Vielleicht klären sich noch die ein oder anderen Ungereimtheiten für den jeweiligen Leser. Auf jeden Fall schafft es Hennen, viele Sachverhalte aus den Vorgängern aufzugreifen und sinnvoll sowie unterhaltsam aus einer anderen Perspektive zu beleuchten, sie also zu vervollständigen oder in einem anderen Licht erscheinen zu lassen (was Hennen ja bereits immer schon mithilfe der eingestreuten Quellentexte gemacht hat, von denen es leider von Buch zu Buch immer weniger gibt). Auch der Spannung tut es keinerlei Abbruch, dass man das Ende im Prinzip schon aus dem Anfangsband bzw. die Chronologie der Ereignisse aus Elfenlied kennen könnte. Die Gliederung sozusagen in drei Bücher im Buch funktioniert in "Elfenlicht" sehr gut und dient der Strukturierung; ich frage mich, wieso dies nicht in den anderen Bänden so gemacht wurde. Übrigens vertrete ich die These, dass sich die Vielfalt der Völker Albenmarks und der Menschenwelt, ihre Politik, Religion sowie gegenseitigen Vorurteile sich sehr gut als Allegorie auf die reale Welt lesen lassen (siehe v.a. den Tjuredglauben im Konflikt zwischen Mono-, Pan- und Polytheismus oder die Elfen als Projektion menschlicher Sehnsucht nach Perfektion) und somit mehr als bloßer fiktiver Lesestoff sind. Fazit: Mein bisher liebster Teil der Elfen-Saga, den ich in der wohl kürzesten Zeit verschlungen habe, die ich je für ein Buch mit diesem Seitenumfang gebraucht habe. Und nichts wird mich wohl davon abhalten, mir auch alle weiteren Bücher dieser inhaltlich anspruchsvollen, spannenden und ästhetisch-künstlerisch wertvollen Reihe zu Gemüte zu führen. Danke, Bernhard Hennen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Gleichermaßen kurz wie erhellend: sehr gute Überblicksliteratur, 1. Februar 2012
Im Wesentlichen schließe ich mich den anderen 5-Sterne-Bewertungen hier auf Amazon an: Wilhelm Schmid schafft es mit erstaunlicher Kürze und Prägnanz, fast alles, was Philosophen bisher zum Thema Glück zu sagen hatten und was man darüber wissen muss, in diesem Büchlein sympathisch und unterhaltsam darzustellen - ich sage "fast alles" und stimme somit dem Titel des Buches nicht zu (der aber wohl eher vom Verlag als vom Autor gewählt wurde?). Doch mehr kann man auch für diesen Rahmen einfach nicht verlangen. Dieser ausführliche Essay, etwas Anderes ist es eigentlich nicht, ist sehr gut als Überblicks- und Einstiegslektüre in die Thematik geeignet, lediglich ein wenig philosophiegeschichtliches Grundwissen (oder Wikipedia) sollte der Leser mitbringen. Besonders überzeugt hat mich der weltoffene, bescheidene Gestus, sodass wirklich jeder etwas mit dem allgemein gehaltenen, dafür manchmal ziemlich abstrakten Inhalt anfangen kann. Der Text erfüllt vollkommen seinen im Vorwort festgehaltenen Zweck: "Einen Moment des Nachdenkens, sonst nichts. Eine kleine Atempause inmitten der Glückshysterie, die um sich greift." Genau das braucht der Buchmarkt momentan; wer jedoch haargenau von einer fremden Person vorgeschrieben bekommen möchte, wie er oder sie zu ihrem "ganz persönlichen Glück" (oder wie auch immer die Klappentexte solcher Bücher tönen), ist bei diesem Buch falsch. Der "Moment des Nachdenkens" allerdings ist umso intensiver, je mehr man die Worte wirken lässt oder je öfter man sie liest. Mein Fazit: Ich selbst habe nun viel Ordnung in meinem Begriffsapparat schaffen können und mir sind viele Zusammenhänge in dieser doch anspruchsvolleren Thematik klarer geworden; außerdem habe ich einen Gegenwartsphilosophen für mich entdeckt und liebgewonnen. Fernerhin ist das Buch für jeden Philosophie(interessierten) ein Muss, denn es kostet kaum Geld oder Zeit, es zu lesen. Für jeden, der seinen materialistischen Glücksbegriff aufgegeben hat und die Alternative sucht, ebenfalls ein Muss. Alle anderen werden wohl nicht viel vom Lesen des Buches mitnehmen, aber vielleicht fällt ja der Groschen doch! Den Versuch ist es allemal wert. Man darf nur nicht den Fehler machen und zu viel von einem Minibüchlein erwarten - wem gefällt, was er da liest, sei auf die übrigen, dickeren Werke des Philosophen verwiesen.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Sehr wichtige Schrift mit einer anerkennungswerten Intention, 29. Januar 2012
Zu so aktuellen wie bedeutenden Themen wie der Wirtschaftskrise erscheinen naturgemäß Dutzende von dicken Hardcover-Büchern, deren Autoren alle die Weisheit mit Löffeln gefressen haben und dem Leser die einzig wahre Wahrheit erklären. Dass es auch anders geht, beweist der UNO-Volkswirt Heiner Flassbeck. Freilich, im Recht wähnt auch er sich und auch er polemisiert teilweise gehörig; doch erstens beleuchtet er eine wesentliche Dimension in den Wirtschaftswissenschaften, nämlich die starke Ideologisierung, die in Medienberichten oder anderen Texten häufig vergessen oder ausgeblendet werden. Ökonomie ist nunmal nicht so objektiv wie eine Naturwissenschaft (wobei selbst dies zu hinterfragen ist); hinter bestimmten Aussagen und finanzpolitischen Forderungen stecken immer bestimmte Intentionen und Überzeugungen. Übrigens bezieht Flassbeck hier nicht parteipolitisch Stellung, er mahnt sowohl die Rechte als auch die Linke ab. Zweitens unternimmt er hier den umgekehrten Weg, denn er hinterfragt und widerlegt populäre Meinungen über die Krise, und trägt damit dem Umstand Rechnung, dass man etwas zumeist leichter widerlegen als beweisen kann. Nicht bei allen der zehn Mythen gelingt ihm das gleichermaßen stimmig und umfassend. Aber, und dies wäre auch drittens, handelt es sich bei der Schrift um ein kleines, gerade einmal 60-seitiges Büchlein (reiht sich also ein in die mittlerweile zunehmende Zahl von Essaybänden mit einem fast schon verwerflichen Preis-Leistungsverhältnis - für denselben Preis bekommt man heute beispielsweise schon einen dicken Hardcover-Dan-Brown-Roman!). Es ist sehr angenehm, die wichtigsten Thesen konzentriert und ohne aufgeblähten Ballast drumherum präsentiert zu bekommen, auch wenn darunter natürlich die Ausführlichkeit und Argumentationskraft leidet. Wer sich weiter informieren möchte, wird zu Recht auf Flassbecks bisherige Publikationen verwiesen. Ich halte diesen Essay aber auch inhaltlich für sehr bedeutsam, um hartnäckigen und gefährlichen Meinungen entgegenzutreten: Sei es nun der unzulässige Schluss von Betriebs- auf Volkswirtschaft, die Mechanik und Theorie von Schulden, die Fehlbewertung der deutschen Finanzpolitik (Stichwort "Exportweltmeister"), das gefällige Feindbild vom "faulen Südeuropäer" etc. Mit diesem Hintergrund würden viele Stammtischgespräche anders verlaufen. Doch hier liegt auch das Problem des Textes: Sprachlich ist er zum Großteil nur mühsam bis schwer verständlich, gerade was die ökonomischen Feinheiten anbelangt. Auch die vier Grafiken sind für Laien kaum aussagefähig. Eingeworfene fremdsprachliche Wendungen erleichtern den Einstieg kaum. So ist diese Schrift gerade für die relevante Klientel leider wenig geeignet. Doch wer sich davon nicht abschrecken lässt, wird ihr einiges an Erkenntnisgewinn und Anregung verdanken können.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein klein wenig ernüchternd, aber jede Buchseite lesenswert!, 20. Januar 2012
Mit "Elfenwinter" führt Bernhard Hennen seine Leser erneut in das von ihm und James Sullivan geschaffene Elfen-Universum. Der Konstruktion des ersten Bandes wegen handelt es sich nicht direkt um einen Nachfolger; vielmehr werden durch die neu erscheinenden Bücher die erzählerischen Lücken gefüllt, was schon per se eine schöne Idee ist und typische Nachfolgerprobleme umgeht. Doch für wen ist "Elfenwinter" geeignet? Wenn man " Die Elfen" geliebt hat, wird man dann auch den Nachfolger lieben? Zunächst möchte ich einige grundlegene Unterschiede zwischen den beiden Werken aufzeigen. Stark aufgefallen ist mir der Grad an Brutalität und Gewaltdarstellung, der bei "Elfenwinter" deutlich über dem des Anfangsbandes liegt; zart besaiteten Gemütern sei also ernsthaft Vorsicht geraten. Doch Hennen wäre nicht Hennen, wenn die Gewalt nicht vollkommen authentisch und gerechtfertigt wäre, denn es geht diesmal um einen grausamen Krieg und epische Schlachten zwischen Trollen, Elfen und Menschen. Die Gewalt ist nicht Selbstzweck, sondern lässt sich sogar durchaus als moralische Aussage (ähnlich wie in einem Anti-Kriegsfilm) deuten. Der Inhalt hat Folgen auf den Handlungsverlauf, der wesentlich hektischer und ruheloser als zuvor ist. Besondere Anerkennung verdient Hennens Blick jenseits des reinen Schlachtfelds: Er stellt keinen glorreichen, 'sauberen' Krieg dar, sondern zeigt die katastrophalen Folgen für die (Zivil-)Bevölkerung auf; allerdings nur der menschlichen, interessant wären fernerhin auch die Auswirkungen auf die der Elfen und Trolle gewesen. Doch das Buch stellt ganz klar die Menschen in den Vordergrund, was es wiederum vom ersten Band unterscheidet und vielleicht einige Fans enttäuschen könnte. Das heißt jedoch nicht, dass das Elfenvolk zu kurz kommen würde. Generell herrscht bei "Elfenwinter" eine fast schon erschlagende Vielzahl an Perspektiven. Viele der Protagonisten lässt Hennen in manchmal nicht mehr als einem Kapitel "zu Wort kommen", was der gesamten Handlung, dem Lesefluss und der Spannung sehr zugute kommt. Außerdem bringt diese Methode eine moralische Ambivalenz zutage, von der sich viele andere Fantasyromane eine Scheibe abschneiden können: Hennen war ja noch nie ein Freund des simplen Gut-Böse-Schemas, und die Vielzahl an Perspektiven (auch der 'bösen' Figuren) gewährleistet, dass jede Partei in seiner Komplexität der Intentionen gerecht wird. Vor allem der fremde Blick auf die andere Rasse, der schon in Teil 1 angewandt wurde, hier jedoch nochmal stark ausgeweitet wird, erweist sich als sehr fruchtbar. Alfadas als Halbelf steht genau zwischen den Welten und erscheint mir daher als die ausgefeilteste Rolle, doch die anderen müssen sich nicht verstecken, auch wenn die Sympathie zwischen Leser und Protagnist nicht mehr so stark wie beim ersten Teil ist. Außerdem erhöht sich auch der Anspruch an den Leser, den Überblick über die Erzählung zu behalten. Das zwar knappe, aber zweckmäßige Glossar ist dabei Gold wert. Was die Spannung, die Atmosphäre der einzelnen Szenen anbelangt (abgesehen vom etwas trägen Anfang), hat sich meiner Meinung nach Hennen sogar gesteigert, es bleiben mehr in Erinnerung hängen als bei "Die Elfen". Außerdem zeigt sich diesmal besser, wie tiefgründig das Elfen-Universum doch ist. Seine Funktion als Nachfolgeroman erfüllt "Elfenwinter" demnach mit Bravour. Alles in Allem jedoch hat bei mir persönlich "Die Elfen" doch ein kleines Stückchen die Nase vorn, weil mir die insgesamt ruhigere, langfristigere Handlung und beständigere Erzählung mehr liegt. Aber generell sind beide Bücher absolute Spitzenwerke, die tiefgründige, bodenständige und authentische Fantasy auf sprachlich exellentem Niveau bieten. Wer "Die Elfen" geliebt hat, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch "Elfenwinter" lieben, wenn man Toleranz für die Unterschiede mitbringt und sich mit beiden Erzählarten anfreunden kann. Wer umgekehrt anfangs nicht so sehr angetan war, könnte mit dem Nachfolger vielleicht eine etwas andere und für ihn passendere Facette am Elfen-Universum kennen lernen. Ich empfehle also jedem, der sich einmal in diese Welt gewagt hat, es auch ein zweites Mal zu tun. Im schlimmsten Fall wird man so wie ich ein klein wenig ernüchtert, aber dennoch mit jeder Buchseite grandios unterhalten.
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Die Elfen.
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von Bernhard Hennen Taschenbuch |
| Preis: EUR 14,00 |
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Langer Rede kurzer Sinn: Kein perfektes, aber ein sehr gutes Buch., 11. Dezember 2011
Den zu diesem Zeitpunkt 312 Rezensionen auf Amazon, von denen 205 dieselben fünf Sterne vergeben wie ich, ist nicht viel hinzuzufügen. Daher in aller Kürze: Bernhard Hennens Bücher außerhalb der Elfenreihe haben mich bisher allesamt begeistert. Sein Aufstieg aus der Nische der unscheinbaren historischen und aventurischen Romane ist alles andere als selbstverständlich und daher umso erfreulicher und in diesem Fall vollkommen gerechtfertigt. Denn dieser Autor versteht es, spannende Werke von epischer Tiefe in wohlgeformte Sprache zu verpacken. Natürlich ist es nicht immer leicht, als Leser den Überblick zu behalten angesichts des zeitlichen und inhaltlich-bedeutsamen Umfangs der Geschichte von "Die Elfen" (und nicht immer motiviert die 'Hauptquest' die ablaufenden Ereignisse umfänglich). Doch gerade diese Prämisse, dass der Autor dem Leser nicht alles mundgerecht serviert, sondern aktives Mitdenken verlangt, macht für mich Literatur besonders lesenswert und hebt sie von simpler Massenware ab. Dazu gehören auch die eingestreuten Dokumente bzw. Quellentexte; sie vollbringen eine wunderbare Erweiterung der Erzählperspektiven und lassen eine tiefgründige Geschichtsphilosophie erkennen. Eine klasse Idee! Besonderen Wert legt das Buch auf die Ausgestaltung, die Entwicklung und die Interaktion der Charaktere untereinander. Also muss man sich mit den drei Protagonisten anfreunden können, um Gefallen am Lesen zu finden. Da sie jedoch außerordentlich unterschiedlich sind und neben positiven auch negative Charaktereigenschaften besitzen (was sie wiederum sehr authentisch macht), sollte für jeden etwas dabei sein. Dabei muss man immer bedenken, dass es nicht *das* eine Elfenbild gibt, sondern eine Vielzahl heterogener Elfenbilder. Daher ist es im Prinzip wenig sinnvoll, Hennens Elfenbild mit dem Tolkiens oder anderer zu vergleichen. Hennens Interpretation besticht zumindest in diesem Buch durch ihre Ausgefeiltheit, die Elfen erscheinen wirklich als sagenhafte, nahezu perfekte, aber gerade deswegen auch unnahbare und unbescheidene Wesen. Besonders konstruktiv ist daher auch der oft thematisierte fremde Blick des Menschen auf den Elfen und umgekehrt. Leider bleiben recht viele Aspekte und Fragen offen, die diesen Band der Reihe alleine etwas unvollständig erscheinen lassen. Doch diesen Umstand hat Hennen ja glücklicherweise mit der geistreichen Idee behoben, die Nachfolgebände die Lücken erzählerisch füllen zu lassen. Fazit: Ein sehr gutes Buch, das dem Leser eine umfangreiche, spannende Fantasywelt, ein einzigartiges Figurenensamble sowie eine sympathische, durchdachte Erzählweise anbietet und dafür aktive Teilnahme am Geschehen und ein gutes Gedächtnis abverlangt. Zu Recht ein Bestseller! P.S.: Man darf nicht vergessen, dass an diesem Buch ganz wesentlich auch James Sullivan gearbeitet hat, und zwar schrieb er (laut Bonusmaterial der Neuauflage von 2009) alle Nuramon-und Noroelle-Kapitel.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Nicht Gaarders bester, aber dennoch ein sehr lesenswerter Roman, 3. Dezember 2010
Jostein Gaarder hat mit "Sofies Welt" eine Einführung in die Geschichte der Philosophie geschaffen, die geistreicher und verständlicher ist als so manches Sachbuch mit demselben Anliegen. In der Verknüpfung von spannender Handlung und philosophischem Gedankengut scheinen also sowohl Interesse als auch Stärke des Norwegen zu liegen. Auch "Das Kartengeheimnis", allerdings schon ein Jahr früher geschrieben, folgt derselben Erzählstrategie: Zwei (eigentlich müsste man sagen: drei oder gar vier) Handlungsebenen werden intelligent, unterhaltsam und originell miteinander verwoben, wobei den Höhepunkt ganz klar das Geheimnis um die Insel und die Karten bildet. Hier ist der philosophische Gehalt auch am tiefgründigsten (was man leider von vielen Vorträgen des Vaters nicht unbedingt behaupten kann), hier regt das Buch Jugendliche ebenso wie Erwachsene am intensivsten zum Nachdenken und Philosophieren an. Die Eigenschaft, gleichzeitig kurzweilig und doch vielschichtig zu sein, macht dieses Buch so bemerkenswert. Denn der sehr gelungene Spannungsbogen (zu Anfang wird nicht zu viel verraten, am Ende bleibt kaum etwas unbefriedigenderweise offen) stellt eine wirkungsvolle Lesemotivation dar, jedenfalls liest sich das gar nicht so dünne Buch erstaunlich schnell durch; und auch der Philosoph im Leser wird kaum enttäuscht sein. Allerdings ist das Wörtchen "kaum" hier entscheidend, da die einzelnen philosophischen Ausflüge meist recht jäh abbrechen und sich leider nicht vollends entfalten können. Aber man sollte auch nicht zu viel von einem einzelnen Roman verlangen, und wem Sofies Welt gefallen hat, dem wird auch das Kartengeheimnis gefallen. Man muss nur ein wenig Hirnschmalz mitbringen, damit man sich nicht in den manchmal etwas undurchsichtigen und langwierigen Handlungsfäden verheddert, und man muss über wenige recht unmotivierte Stellen in der Geschichte, besonders am Ende, hinwegsehen. Es ist sicherlich nicht Gaarders bester Roman, aber trotzdem ein sehr lesenswerter.
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2.0 von 5 Sternen
Unscheinbares, unmotiviertes, uninteressantes Durchschnittsadventure, 27. Juli 2010
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen
Ein junger Archäologe, ein okkult-mysteriös-rätselhafter Mordfall, Nazi-Bunker, Maya-Gottheiten, außerirdische Wesen und der Mythos des ewigen Lebens: Ja, das alles klingt irgendwie nach einer Mischung aus Indiana Jones, Erich von Däniken sowie billigem Groschenheftkrimi. Und würde sich "Ni.Bi.Ru - Der Bote der Götter" nicht so schrecklich ernst nehmen, hätte es vermutlich eine respektable Parodie abgegeben. Doch was die deutsch-tschechischen Entwickler hier als sogenannte Handlung und Hintergrundgeschichte an den Spieler bringen wollen, ist fast unverschämt - unverschämt langweilig und berechenbar, weshalb ich auch kaum Rücksicht nehmen muss auf eventuelle Spoiler. Doch so sehr sich hier meiner Ansicht nach ein gnadenloser Verriss auch anbietet: Dem Spiel soll dennoch eine faire und möglichst objektive Bewertung zukommen. Bleiben wir noch bei der Story: Es scheint wirklich so, als wollten die Entwickler so viele Elemente wie möglich unterbringen, sodass sie sich für kein Klischee zu schade sind. Weder der rollstuhlfahrende Bösewicht noch der sybillenhafte Häuptling sind in irgendeiner Weise originell; mir fällt eigentlich keine Figur ein, die nicht konturlos und vorhersehbar, wenn schon nicht gleich völlig überflüssig ist (so der Bettler in Prag oder der Türsteher in Mexiko). Allen voran unser Protagonist Martin Holan, der zwar den Erzähler mimt, jedoch keinerlei Anzeichen eines Privatlebens, einer erwähnenswerten Charaktereigenschaft oder auch nur einer harmlosen Schrulle zeigt. Mit einer solchen Figur kann ich mich nicht identifizieren, also ist es mir letztlich egal, wenn es sie in einer der wenigen Sterbesequenzen dahinrafft. Dasselbe gilt für das unscharfe Ziel der fast völlig motivationslosen Suche nach irgendetwas Außerirdischem. Dabei ist gerade das Adventuregenre dasjenige, das sich aufgrund der eingeschränkten Spielmechanik am meisten auf die Narration verlassen muss. Aber gut, vielleicht punktet Nibiru ja in anderen Bereichen? Vielleicht ist das Spiel so ausgefeilt, dass dies die Schwächen in Narration und Story vergessen lässt? Fehlanzeige. Hier gehen Inhalt und Gameplay Hand in Hand: So farblos und steril wie der Protagonist ist auch die Spielwelt um ihn herum. Es gibt rein gar nichts Interessantes zu entdecken, und die wenigen interaktiven Objekte kommentiert unser Held auch noch so eloquent und unterhaltsam wie ein seniler Dorfpfarrer oder ein Ekki Göpelt auf Valium. Beispiel gefällig: Auf einem vom Militär abgesperrten Gebiet steht ein Jeep. Vielleicht befindet sich ein hilfreicher Gegenstand darin? Vielleicht kann ich damit eine Wache ablenken? Vielleicht... Aber beim Anklicken ertönt lediglich gelangweilt: "Ein gewöhnlicher Militärjeep." Wozu kann ich ihn dann anklicken, wenn ich dabei nicht mehr erfahre, als ich mit eigenen Augen sehen kann? Dies ist bei weitem kein Einzelfall, sodass es keinerlei Motivation für den Spieler gibt, die auch noch sehr kleine und beschränkte Spielwelt (kaum ein Ort besteht aus mehr als drei bis vier Bildschirmen - das ist zu wenig!) zu erkunden und zu entdecken. Hier verschenkt das Spiel ein riesiges Potential, denn die Hintergrundgrafiken sind eigentlich sehr beeindruckend und sehen auch heute noch, eine halbe Dekade später, ansehnlich aus. Die fast schmerzhafte Ironie besteht gerade darin, dass die Grafiken nicht nur hübsch, sondern auch recht viele Details aufweisen, die jedoch nicht interaktiv und somit für das Spiel irrelevant sind. Von den abgehackten und alles andere als flüssigen Animationen wage ich kaum sprechen zu wollen (man stelle sich die Augsburger Puppenkiste als 50er-Jahre-Roboter vor). Dafür können sich einige Zwischensequenzen rein optisch durchaus sehen lassen; leider erfüllen sie kaum einen wirklichen Zweck. Ähnlich verhalten sich Ton und Musik, die beide unauffällig sind, aber dadurch auch nicht negativ auffallen. Die Synchronisation bewegt sich ebenfalls auf einem guten Durchschnittsniveau, aber wie bei den allermeisten Spielen vermisst man Engagement, Herzblut oder irgendeine andere Art der Betroffenheit von einer Situation bei den Sprechern, die ihren Text undynamisch und emotionslos daherleiern (seltsamerweise auch ein so professioneller Sprecher wie Matthias Hinze, die ehemalige Synchronstimme von Matt Damon). Aber warum sollten sich die Sprecher auch Mühe geben, wenn es die Entwickler anscheinend ebenso wenig getan haben? Denn neben der bereits erwähnten sterilen Spielwelt kommt auch das Gameplay monoton und wenig originell daher. Das hängt damit zusammen, dass die Rätsel zwar allesamt logisch, durchdacht und in den meisten Fällen fair sind, dafür aber auch einfach langweilig und eindimensional sind und keine Überraschungen bergen (hier hätte man sich eine dicke Scheibe von den Geheimakte-Spielen abschneiden können). Negative Highlights sind die dämlichen und aus der Luft gegegriffenen Aufgaben, die man von den Personen gestellt bekommt ("Ich lasse dich nur rein, wenn du meine Freundin herholst" - "Ich lasse meine Tochter erst gehen, wenn du meinen Mann findest" usw.). Die zahlreichen Verschiebe- und Knobelaufgaben (die ich an dieser Stelle Minispiele nenne) sind daher eine willkommene Abwechslung, die man nicht missen möchte, nur leider sind ihre Schemata ebenfalls altbekannt und ziehen die ohnehin recht kurze Spielzeit unnötig in die Länge. Meiner Meinung nach krankt das Spiel am meisten am nicht vorhandenen Feedback, das der Protagonist dem Spieler gibt: Versucht man eine falsche Kombination aus Gegenständen, sagt er gar nichts, und findet man die richtige, sagt er meistens ebenfalls nichts. Erfordert ein Rätsel mehrere Schritte, erfährt man nicht, welcher noch fehlt (bestes Beispiel: eine Dose Bohnen in den Ofen legen erwirkt ein läppisches "Das wird nicht funktionieren." - fügt man die erforderlichen Pilze dazu, klappt es plötzlich). Dank dieses Mangels hängt man oft an Stellen fest, an denen man lediglich ein bereits untersuchtes Objekt erneut anklicken oder eine ähnlich banale Sache tun müsste, um weiterzukommen - unnötig und frustrierend sowie ebenso überflüssig wie einige Handlungen, die in irgendeiner Art und Weise wiederholt werden müssen (Beispiel: das ständige Hin- und Herlaufen im Bunker beim Dynamiträtsel). Hier wird das Spiel durch Laufwege ebenfalls künstlich verlängert. Hinzu kommt, dass die Bedienung zwar über die üblichen Komfortfunktionen verfügt, aber trotzdem dem Spieler eher im Weg steht als zweckmäßig ist (Beispiel: Nach jedem Klicken während eines Minispiels folgt ein kurzes Stocken von einer halben Sekunde - das läppert sich!). Ganz schlecht für ein Adventure ist es, wenn man beginnt, Rätsel nicht aufgrund logischen Nachdenkens lösen zu können, sondern weil man die Spielmechanik durchschaut hat. Das fängt bei Nibiru damit an, dass alle unwichtigen Objekte nach dem ersten Untersuchen nicht mehr anklickbar sind, also quasi aus dem Spiel verschwinden. Dadurch bleiben pro Bildschirm nur ein bis zwei Möglichkeiten der Interaktion übrig; versucht man hier nun jeden Gegenstand des Inventars (von denen es ruhig noch mehr hätte geben können) zu benutzen, hat man bereits die Hälfte der Rätsel geknackt. Genauso verfährt man mit den interaktiven Charakteren (den NPCs), indem man alle Gesprächsthemen durchgeht und abhakt. Auch hier offenbart sich eine große Schwäche, die jedoch für fast alle modernen Adventures gilt: Statt mehr oder weniger unterschiedlicher Dialogzeilen sucht man sich nur noch ein Symbol aus, das für ein Thema steht. Nicht, dass Adventures nicht schon immer linear gewesen sind, doch reduziert sich hier die Interaktion und der Einfluss des Spielers auf das Spiel auf ein minimales Maß (siehe die wegfallenden Interaktionsobjekte oder die alibimäßigen Ja-Nein-Entscheidungen, die nur wenige Male vorkommen und keinen echten Einfluss auf das Spiel haben). Eigentlich ist diese Art von Adventure nicht mehr als ein hübscher Spielfilm, den man selbst durch profane Handlungen am Laufen hält - und das ist tödlich für jedes Computerspiel. Schlussendlich kann man festhalten, dass Nibiru ein sehr unscheinbares, durchschnittliches und wenig individuelles Adventures ist. Viele der hier angesprochenen Kritikpunkte gelten demnach nicht nur für dieses, sondern für fast alle modernen Adventures. Hinzu kommt: Die Spielwelt ist nicht lebendig, nicht interessant und nicht umfangreich genug, um den Spieler mitzureißen. Charaktere und Story sind ideenlos. Was bleibt ist ein Sammelsurium an meist guten, unterhaltsamen Rätseln und besonders Minispielen in einer netten grafischen Verpackung (von den Animationen abgesehen). Auch dank des gemächlichen Tempos der Story ist Nibiru wohl am ehesten jüngeren oder älteren, also schlichteren und anspruchsloseren Semestern zu empfehlen, die gerne knobeln und wenig bis gar keinen Wert auf ein ausgefeiltes Gameplay legen. Auch Adventure-Liebhaber, die leichte Kost als Abwechslung suchen, dürfen einmal reinschnuppern - nur um sich dann wieder an die gute alte LucasArts-Zeit zurückzuerinnern.
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Oni
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| Wird angeboten von cinesky |
| Preis: EUR 30,95 |
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Oni ist anders..., 22. Juli 2010
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen
Oni ist ein ganz eigenes, anderes Spiel. Das macht es zu etwas Besonderem. Auch heute noch und nachdem ich es bereits ein halbes Dutzend Male durchgespielt habe, steige ich gelegentlich in die Spielwelt von Oni ein und prügele mich so dynamisch, abwechslungsreich und ästhetisch durch die Gegnerhorden wie in keinem anderen (mir bekannten) Spiel. Die Kombination aus Kampfkunst und Schusswaffen ist einmalig, geht fließend ineinander über und sollte in viel mehr aktuellen Spielen verwirklicht werden. Zur Story um TCTF-Agentin Konoko und ihre Herkunft muss nicht viel gesagt werden. Sie beinhaltet die üblichen Elemente wie Identitätsfindung, den Kampf und die Verwischung der Grenzen zwischen Gut und Böse sowie Freundschaft. Der Manga-Grafikstil ist nicht umsonst gewählt, denn vieles erinnert auch storytechnisch an die beliebten japanischen Animationsfilme. Auch diese rücken die Handlung eher selten in den Vordergrund. So ist es auch bei Oni: Keine Frage, die Handlung ist spannend, gut erzählt und mehr als nur zweckmäßig. Doch weder ist sie außerordentlich wichtig für das Spiel noch weltbewegend. Vom gegenwärtigen Standpunkt betrachtet ist das Spiel natürlich bereits sehr veraltet: Die Grafik ist klobig und die Umgebung oftmals ein Grau in Grau, in dem es kaum etwas zu entdecken gibt. Schade, dabei sind die Charaktere schön bunt und wirklich hübsch animiert. Auch die Effekte der Schusswaffen haben es selbst heute noch in sich. Also sollten lediglich Grafikverliebte die Finger von Oni lassen. Zu Sound und Musik ist Ähnliches zu sagen, denn bei der deutschen Synchronisation und den Waffensounds hat man sich wirklich Mühe gegeben, und einige Musikstücke haben fast Ohrwurmniveau. Trotzdem macht sich auch hier die Tristheit der Umwelt bemerkbar, und manchmal läuft man minutenlang durch das Level, ohne dass man irgendetwas bis auf die eigenen Schritte hört. Die Steuerung ist auf jeden Fall gewöhungsbedürftig und an einigen Stellen auch überaus knifflich. Doch es dauert in der Regel nicht lange, bis man sie gut genug beherrscht, um dem recht hohen Schwierigkeitsgrad gewachsen zu sein; lediglich das verhunzte Speichersystem führt zu zahlreicher Frustration. Dabei hätten die automatischen Speicherpunkte nur ein wenig geschickter platziert und die Abstände zwischen ihnen ein wenig geringer sein müssen, um ausreichend fair zu bleiben. Doch all diese Mängel machen sich nur selten bemerkbar. Die Spielmechanik und das Kampfsystem sind wirklich ausgeklügelt; die möglichen Techniken und Waffen überaus zahlreich. Wichtig ist hierbei, dass es trotz der großen Anzahl nicht eine einzige Technik oder Waffe gibt, die in irgendeiner Form überflüssig wäre. Die Waffen unterscheiden sich von Grund auf, je nach Situation oder individueller Spielart sind sie zweckhaft oder nicht. Greift man den Gegner lieber von weitem an und hält ihn somit auf Distanz oder geht man lieber in den Nahkampf und nimmt dabei die Betäubungspistole zur Hilfe? Die Möglichkeiten sind immens. Hier liegt ganz klar die Stärke des Spiels. Auch die Gegner, so wenig sie sich auch unterscheiden mögen, haben eigene Angriffsstile, stellen sich nur selten wirklich dumm an und bedürfen je nach Waffe in ihrer Hand verschiedene Herangehensweisen. Oftmals sind sie stark in der Überzahl, sodass blindes Draufhauen in die Hose geht. Wie gut, dass Konoko so akrobatisch ist und ausweichen, rollen, springen und Salti schlagen kann (trotzdem noch verbesserungswürdig: wieso kann sie z.B. nicht klettern und schwimmen, wie das schon viele Jahre vor ihr Lara Croft konnte?). Es macht einfach Spaß, ihr gesamtes Bewegungsrepertoire an den Gegnern auszutesten und ihr dabei zuzusehen. Von dieser positiven Ästhetik des Kampfes können sich die meisten nur auf Brutalität ausgelegten Actionspiele ein Scheibe abschneiden. Fast störend wirken da die simplen Schalterrätsel und Geschicklichkeitspassagen, die aber immerhin Abwechslung bieten. Denn Oni ist nicht unbedingt schnell durchgespielt, und manche Levels sind so gut konstruiert, dass man sie gerne mehrmals spielt. Einen Multiplayermodus zu integrieren wäre sicherlich schwierig für den Entwickler Bungie gewesen, doch interessant hätte es allemal werden können, sich in einem Action-Adventure wie in einem Beat 'em up gegenüberzustehen. Alles in Allem ist Oni also ein sehr unterhaltsames Spiel, wenn man über die mehr oder weniger feinen Mängel hinwegsehen kann und sich ein wenig für Kampfkunst oder zumindest eine ordentliche Prügelei interessiert. Da es heutzutage für wenige Euro gebraucht erhältlich ist, kann man ruhig zugreifen und es einmal ausprobieren. Denn wie gesagt ist Oni ein sehr eigenes Spiel: eigenwillig und manchmal eigenartig, aber auf jeden Fall anders, besonders und sich von der Masse der Computerspiele abhebend.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Sympathischer und erzählerisch exellenter Roman im eisigen Nordland, 25. April 2010
Mit ihrem Buch "Blaues Licht" aus der Romanreihe zum Schwarzen Auge hat die talentierte junge Autorin Daniela Knor einen spannenden und vor allem erzählerisch virtuosen Roman erschaffen, den man getrost zu den besten der Reihe zählen kann. Dies hängt nicht nur damit zusammen, dass sich Knor, wie zumeist in ihren Romanen, stets ein wenig abseits der stereotypen 08/15-Schiene bewegt; denn im Grunde genommen wagt sie auch keine wirklichen Experimente. Aber das braucht sie auch gar nicht zu tun, denn dank ihrer schönen, berührenden Sprache erweckt sie die Welt zum Leben, die sie in diesem Roman erschafft. Besonders die ausführlichen Beschreibungen der Natur und der Umgebung vermitteln dem Leser stets das Gefühl, mittendrin statt nur dabei zu sein, um an dieser Stelle eine ausgelutschte Phrase zu gebrauchen. Die liebevolle Ausarbeitung der Welt und auch der Charaktere - so verfügen die Personen über individuelle Sprachstile und sogar Dialekte - verhelfen dazu, eine dichte und lebendige Atmosphäre aufzubauen. Dabei muss man sich im Klaren darüber sein, dass es sich hierbei durchweg um eine eher ruhige, eher actionarme Atmosphäre handelt, auch wenn es an einigen wenigen Stellen überaus brutal und grausam zugeht, was insbesondere auf die minutiös geschilderten Jagdszenen zutrifft. Jagd ist ein gutes Stichwort, denn die zweite Prämisse, mit der man konform gehen muss, ist die Tatsache, dass die Handlung geradezu in der hintersten Ecke Aventuriens angesiedelt ist, woran man Knors Interesse und Vorliebe für die schon angedeutete aventurische Peripherie erkennt. Doch all dies macht gerade den Reiz ihrer Erzählungen aus. Da muss man dann auch schon ein wenig Ausdauer mitbringen, wenn sich die Jagdszenen über mehrere Seiten erstrecken; und auch das Ende ist leider ziemlich vorhersehbar. Man muss sogar zugeben, dass die gesamte Kriminalgeschichte, die den eigentlichen Kern der Handlung darstellt, sehr konservativ und wenig überraschend ist. Es fehlt einfach der Aha-Effekt, der guten Krimis oder auch Knors Roman Dunkle Tiefen ihre besondere Würze verleiht. Es erstaunt fast ein wenig, wie die Autorin diesen so einfachen Plot so spannend gestalten kann, denn von Anfang bis Ende möchte der Leser erfahren, was mit den ans Herz gewachsenen Protagonisten passiert, auch wenn meist ziemlich genau das passiert, was er auch erwartet hatte. Besonders Henk als typischer Antiheld bekommt sehr schnell Sympathien, obwohl er selbst nicht immer sympathisch ist. Und obwohl es vergleichsweise viele Dramatis Personae sind, wirkt keine von ihnen überflüssig oder unglaubhaft, sodass man sie und ihre Authentizität als den wichtigsten Grundpfeiler dieses Romans bezeichnen kann. Mit einer großen Anzahl von Charakteren geht fast naturgemäß auch eine große Anzahl von Handlungssträngen einher. Dabei verlaufen sie sich in "Blaues Licht" nie, sondern finden und erklären sich stets gegenseitig. Eine besonders schöne Rahmung findet durch Pro- sowie Epilog statt, die der Erzählung auch eine angenehme historische Nuance verleihen, denn die Handlung spielt relativ weit in der aventurischen Vergangenheit. Auffallend ist hierbei, dass sich ein großer Teil der zweiten Hälfte gar nicht mehr wirklich mit der Kriminalgeschichte der Haupthandlung befasst: Knor legt viel Wert darauf, die Handlung nicht zum bloßen Zweck zu degradieren, sondern macht sprichwörtlich den Weg selbst zum Ziel. Viele Szenen bestechen durch ihren Selbstzweck, was besonders den Charakteren eine echte Tiefe verleiht. Diese Strategie mag gewiss für den ein oder anderen Leser dazu führen, einige Seiten zu überspringen; doch letztendlich macht sie Welt und Charaktere erst so sehr lebendig. Dies können sich allerdings auch nur Schriftsteller mit einer so sympathischen und vielseitigen Erzählweise wie Knor erlauben, denn das Buch ist, verglichen mit den übrigen DSA-Romanen, sehr umfangreich ausgefallen. Durchaus noch mehr Potenzial hätten übrigens auch die sich abwechselnden Erzählstile (1. und 3. Person) gehabt, wenn es darum geht, Wissens- und Erfahrungshorizonte der Protagonisten stärker voneinander abzugrenzen, was Knor sicherlich auch intendiert hatte, doch an einigen stellen nicht konsequent genug umgesetzt erscheint. Auf die Spitze getrieben hieße es, dass ein Räuber wie Henk eine ganz andere Sicht auf die Welt haben muss als eine erfahrene Geweihte. So wie Knors Charaktere stets ihre Ecken und Kanten haben, die sie so authentisch machen, kann man auch an ihrem Roman durchaus Ecken und Kanten erkennen; im Großen und Ganzen allerdings ist ihr "Blaues Licht" sehr gelungen. Und wenn man das Preis-Leistungsverhältnis berücksichtigt, gibt es eigentlich für kaum einen DSA-Liebhaber noch einen Grund, hier nicht zuzugreifen, wenn man sich auch mal fernab vom Mittelreich aufhalten möchte und sich nicht davor scheut, in die Tiefen der gottlosen Kälte Nordaventuriens einzutauchen. Den dortigen Aufenthalt jedenfalls gestaltet die wunderschöne, erwärmende Erzählweise der Autorin gewiss angenehm wohlig und behaglich.
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