|
|
Beiträge von Stefanie Unger
Top-Rezensenten Rang: 788.460
Hilfreiche Bewertungen: 36
|
|
Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".
|
Rezensionen verfasst von Stefanie Unger
|
|
|
|
|
|
|
5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein pures Vergnügen, 21. Juni 2010
ist diese farbgewagte Inszenierung von Christian Stückl. Bühnenbild überwältigend, unkonventionell, frech, plakativ, dabei passend. Personenregie sehr sensibel, Kostüme und Maske wundervoll, Sänger absolut überzeugend, Musik viel interessanter als erwartet, Dirigat schwungvoll. Für so etwas wird man Opernfan! Fast vergessen: Text interessant, Oper eindringlich.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Nur das Titelbild, den blauen Krautwickel, 1. April 2009
möchte ich hier interpretieren, um zu zeigen, wie durchdacht, liebevoll und genial dieser Film gemacht ist. Das Titellbild zeigt den bayerischen Rudi neben der japanischen Yu auf Yus blauer Plane der Obdachlosigkeit in der Farbe von Trudis (Rudis versorbener Frau) Jacke, die die Eheleute verband, als Trudi den todkranken Rudi an der Ostsee gegen die Kälte schützen wollte, kurz bevor sie verstarb, die sie immer noch verbindet, da Rudi sie trägt, um Trudi Japan erfahrbar machen zu können. Es zeigt die beiden als Krautwickel (welche Rudi in Erinnerung an seine Frau zubereitete, was seinen Sohn so traurig machte, welche Yu zusammenschob als Bild der Ehe, welche hier so richtig miteinander verbunden sind, in einer Plane) - es zeigt sie als Steigerung der Krautwickel sogar, denn bei Trudi sind sie bleich, bei Rudi grün, hier bei Yu abstrahiert knallig blau. Das Sich-Einwickeln hat der vormals so starre Rudi nun spielerisch und frei spontan mitgemacht, denn er ist auf der Reise zu seiner Frau, möchte etwas über sie erfahren und noch etwas für sie tun. Da Yu ihm hilft, zu seiner Frau zu finden, liegt in bestimmter Weise auch Trudi neben Rudi, bekommt man außerdem durch Yus Schminke noch das Element des Butoh-Tanzes, den Trudi hatte lernen wollen. Man assoziiert vorschnell Geisha neben alterndem Mann, was im Film aber eigentlich nur oberflächlich, von außen durch Rudis Kinder so wahrgenommen wird. In echt werden hier Bayern und Japan miteinander vereint - in Bild (Krautwickel) und Ort (Kirschbllütenpark), Person (Rudi) und Person (Yu). Übrigens: das ist wahre Kultur.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Bietet den Blick auf das Eigentliche, 16. Januar 2009
Diese Inszenierung zeichnet aus, dass sie durchwegs Wert darauf legt, das Eigentliche zu zeigen: Das Drama eines Menschen, der immer ins Extrem geht und sich in seinem Überschwang nicht beherrschen kann, überzeugendst von Peter Seiffert als Tannhäuser verkörpert. Dieser Mensch wird einem vorgeführt in seiner Reaktion auf die sinnlich-übersinnliche Welt. Ganz klar wird der Venusbereich herausgearbeitet, umso besser, als die Dresdner Fassung gewählt wurde, in der Isabelle Kabatus bronzefarbene Venus stärker brüskierte Göttin, weniger enttäuschte Frau ist, und die auch musikalisch temperamentvoller daherkommt. Martina Janková feiert mit einem glockenhell und zart gesungenen jungen Hirten die Liebe zur Natur, nach der sich Tannhäuser so gesehnt hatte, und wird doch gleich von dem niederschmetternden Ernst des reinen Glaubens (Pilgerchor) unterbrochen... Ich hatte den Tannhäuser nicht wirklich gekannt, habe ihn erst durch diese Aufführung entdeckt und lieben gelernt, dieselbe mit der auf den ersten Blick viel spannender erscheinenden Inszenierung der Bayerischen Staatsoper (Kollo, Meier, "Hieronymus Bosch") verglichen und bin Franz Welser-Möst und der ganzen Züricher Oper nun sehr dankbar für die runde, stimmige und mitreißende Vorstellung, die sie bieten.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
spannende, schön gesungene Alternative, 2. Januar 2009
Wer die Zauberflöte nie so besonders mochte, weil sie ihm auf den ersten Blick zu frauenfeindlich und hierarchiehörig erschien, kann sich bei der Züricher Version 2007 von Nikolaus Harnoncourt und Martin Kusej entspannt vor den Fernseher lagern und ein zwar düsteres, doch spannendes Spektakel mit durchgehend guten Solisten genießen. Vor Rolf Glittenbergs grau-labyrinthisch festgefügter oder sich drehender Wand-Installation wirken die Arien der Protagonisten umso menschlicher, intensiver und farbiger. Ruben Drole, den Vogeldreck statt Federn ziert, ist ein wunderbar herzerwärmender Papageno, auch stimmlich! Julia Kleiter singt die Arien und Gefühle der Pamina absolut überzeugend und klar und erscheint dabei trotzdem nicht so verhuscht, wie viele andere Töchter der Königin der Nacht. Rudolf Schaschings Monostatos bietet einen riesengroßen pechschwarzen Spaß, Elena Mosucs Koloraturen berühren und treffen den Zuhörer, ganz ohne schrill zu werden, und so könnte man immer weiter loben... Dass Harnoncourt kaum zu übertreffen ist, ist allgemein bekannt. Zur Inszenierung: Papageno lebt im Käfig, die drei Damen erscheinen nicht nur durch ihre Sonnenbrillen mondän, aber blind und sehr sexinteressiert, die Königin der Nacht geht durch den Eisschrank ein und aus, der Konserven-Pfirsich, der Papageno den Mund stopft, wird zum goldenen Lichtblick in der Düsterkeit des Vorratsraums, auch wenn Pamina dadurch in Verzweiflung gerät, und die Isis-Anhänger erinnern an ebenso eindimensionale Burschenschaftler - lauter überzeugende Alternativen. Bei all der guten Musikalität und interessanten Regieeinfällen, kann darüber hinweggesehen werden, dass öfters fürchterlich viel Aufwand mit sehr kurzem Effekt betrieben wird: Die liebevoll hergerichteten Verwundeten oder Toten auf schnell durchgeschobenen Bahren nimmt man kaum wahr, die Ölfässer explodieren recht spät und jenseits der Wände, nur durch die kleinen Türen zu besichtigen. Resümee: Ich empfehle, erst Everdings lebendige und freundliche Münchner Märcheninszenierung anzuschauen, dann, als Kontrast, die Züricher Aufführung, die von den Solisten her weit vorzuziehen ist. Wenn man sich fragt, ob sie für Kinder geeignet ist - meine achtjährige Nichte wünscht sich Ruben Droles Papageno als Patenonkel...
|
|
|
|
|
|
|
|
|
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
geschickter Überblick über die Hitlerzeit, 4. November 2007
Diesen anspruchsvollen Jugendroman, der fast alle wichtigen Aspekte des Dritten Reichs geschickt behandelt ohne dabeí aufdringlich zu erscheinen, kann man sogar schon sehr erfolgreich mit einer siebten Klasse lesen, wenn man die Schüler zuvor in Hinblick auf Regierungsformen etwas informiert. Sie tauchen dann emotional in das Schicksal der Familie ein, interessieren sich dabei gleichzeitig stark für die politische Seite des Buches und suchen im Internet gerne weitere Information über die Hitlerjugend, z.B. Selbst Erwachsenen kann Noack hier einen hilfreichen Überblick über die Hitlerzeit bieten. Das Buch wurde schon 1962 veröffentlicht, wirkt aber ernsthafter und hat eine tiefergehende Wirkung, als viele vergleichbare Jugendbücher unserer Zeit. Übrigens sehr schade, dass "Der gewaltlose Aufstand" nicht mehr aufgelegt wird, Noacks Jugendroman über Dr. Martin Luther King, der den Leser wirklich nachhaltig beeinflusst.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein perfektes Kunstwerk, 18. Mai 2007
Türkisch für Anfänger ist durchgehend ausgezeichnet. Es beginnt ganz einfach, mit wenig Personal, und steigert sich dann so langsam. Jede neue Person wird erst einmal als Fremdkörper empfunden, dann lernt man sie kennen und sie gehört dazu. Genauso geht es, wenn neue Konstellationen entstehen. Wenn man damit zurecht kommt, dass sich die Akzente verschieben, dass Charaktere, die erst im Hintergrund standen, plötzlich in den Vordergrund treten, dass die Hauptliebeshandlung zwischen Lena und Cem nicht mehr so wichtig ist, dann hat man einen Heidenspaß, besonders auch deswegen, weil keine Religion und kein Wert vor liebevoller Veräppelung geschützt ist. Die Staffel 2.2 hat mir noch einmal wunderbar gefallen. Alles wird immer rasanter, immer wilder getrieben, aber die Unkonventionalität und der Ideenreichtum bleibt. Die ganze Serie ist - wie auch Details zeigen, scheinbar unbedeutende Dinge, die immer noch existieren, wie der lila Fleck in der Dachkammer, längst bekannte Eigenschaften von Personen, die ganz neue Handlungsstränge entstehen lassen - ein absolutes Kunstwerk.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
ausgezeichneter Film - DVD nur auf Deutsch, 27. Mai 2006
Eine sensiblere, passendere Verfilmung des Romans kann man sich kaum wünschen. Darcy ist so attraktiv und düster gehemmt, Elizabeth so lebendig und hübsch, wie der Leser sich die Figuren vorstellt. Aber wenn nur die deutsche Synchronisation zur Verfügung steht, kann man in das Eigentliche, Britische nicht richtig eintauchen. Daher nur zwei Sterne für diese DVD. Ist es wirklich so teuer, international zu sein? Bieten die technischen Möglichkeiten heutzutage nicht mehr?
|
|
Seite: 1
|