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Rainer Brüderle - Jetzt rede ich!: Ein Gespräch mit Hugo Müller-Vogg
Rainer Brüderle - Jetzt rede ich!: Ein Gespräch mit Hugo Müller-Vogg
von Hugo Müller-Vogg
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

15 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Jetzt hat Er geredet und…, 10. April 2014
….gesagt hat er nichts.
Rainer Brüderele, der einstige Mundschenk von Frau Merkel, hat sich mit ihrem Lakai – Hugo Müller-Vogg - zusammen getan um die Öffentlichkeit mit einem nichtssagenden Büchlein zu beglücken. Dabei sind 150 luftige Seiten entstanden. Ein schlechter PR-Gag, der voller Inbrunst darauf hofft, dass das, was bisher über den Männerwitz, an jenem Abend im Maritim Hotel, von seinem Urheber Rainer Brüderle bisher nie angesprochen wurde, jetzt das Volk dazu verleitet, aus reiner Neugierde dieses Buch zu kaufen. Vorsicht! Wer immer noch wissen will was den FDP-Ruheständler dazu bewegt hat, eine junge Journalistin dumm anzubaggern, der kann sein Geld auch vor Brüderles Haustüre bei Mainz in den Rhein schmeißen. Denn dieses langweilige Büchlein, dem man nicht unbedingt 3-4 Stunden widmen muss um es komplett zu lesen, enthält nichts Neues über jenen karnevalistischen Vorfall. Innseiter-Geschwätz aus der Zentrale politischer Anämie und flüchtiges über das, worüber er nie zuvor Stellung genommen hat, sind zum Einschlafen langweilig. Herr Brüderle hat sich mit seinem Buch keinen Gefallen getan. Wen wundert‘s? Bei dem Verleger! Das muss doch mal gesagt werden.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 29, 2014 3:11 PM MEST


Die Analphabetin, die rechnen konnte: Roman
Die Analphabetin, die rechnen konnte: Roman
Preis: EUR 15,99

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wie aus Sauerbier Champagner wird..., 26. November 2013
...weiß Jonas Jonasson so gut wie kein anderer. Das Rezept zum Erfolg seines Debutromans des "Hundertjährigen..." hat er mit der "Analphabetin..." jetzt der ganzen Welt verraten. Diesem Anwendungsprinzip bedienen sich viele Schriftsteller, die einen herausragenden Debuterfolg hatten. Hier unterscheiden sich, meiner Meinung nach, die wahren großen Schriftsteller, deren Werke zeitlos bleiben und in die Geschichte eingehen, von jenen (wie J.K. Rowlings, E.L. James u.v.m.) deren Geschichten (wenn auch ohne viel Substanz), zwar gerade in unsere Zeit passen, aber einzig und allein der Unterhaltung dienen. Den Trend hat der Autor ganz klar erkannt. Ob als Chef einer Medienberatungsfirma, oder als Hühnerfarmer, Jonasson gewinnt immer. Selbst als Schrftsteller. Hinzu kommt, dass er ein gelernter Journalist ist. Und so setzt er sich eines Tages hin und bringt ein modernes Märchen zu Papier. Nach dem Prinzip ''Wie schreibe ich einen verdammt guten Roman'', erfindet er eine 'verdammt gute Geschichte' und präsentiert sie sogar in einer Märchenhaften einfachen Sprache. Lektoren der meisten Verlage, denen er seinen Debutroman angeboten hat, haben ihn damals abgelehnt, weil sie glaubten hinter die Kulissen dieses Märchens geschaut zu haben und keinen Erfolg erkennen konnten. Plötzlich entstand genau das Gegenteil. Jetzt nimmt der Spiegel schon bei Erscheinen, den zweiten Roman gleich in seine Bestsellerliste auf und Jonasson lacht sich tot. Kein Wunder, dass er eines seiner Hühner Angela Merkel nennen will, aus Dankbarkeit gegenüber den deutschen Lesern.
Also: Der Erfolg wird ja bekanntlich immer am Umsatz gemessen. Ich weiss, das ist kein Maßstab für eine Buchkritik, aber dieses Buch kann man nur unter dem Maßstab der Volkstümlichen Unterhaltsamkeit beurteilen. Dahinter verbirgt sich schließlich die Verkaufsantreibende Masse der Leser. Dass dieses Buch viel Spannung und Neugierde erzeugt, kann keiner bezweifeln. In Jonassons Texten fallen die Dinge ständg aus dem Rahmen. Immer wieder entsteht etwas, das den Leser am Ball hält. Wer derartig leichten Lesestoff mag (davon gibt es sicherlich sehr sehr viele Menschen da draussen), der ist bei Jonasson genau richtig. Besser als die Bücher von B.Becker, D. Bohlen und R. Eden, ist dieses Buch allemal. Und die haben erst garkein Sauerbier anbieten müssen. Sie hatten schon beim schreiben den Champagner im Keller gelagert. Bevor einer das Buch kauft, sollte er erst mal in sich gehen und prüfen, welchen Lesestoff er am liebsten mag. Sonst, kann es passieren das er sich über einen Fehlkauf ärgert, der nicht in den Augen eines jeden ein unbedingter Fehlkauf sein muss. Für mich, ist dieses Buch weder ein Fehlkauf, noch eine Besonderheit. Es ist schlicht und ergreifend passable Unterhaltungsliteratur, die genau in - und zu - unsere Zeit passt. Nicht mehr und nicht weniger!


Prostitution - Ein deutscher Skandal: Wie konnten wir zum Paradies der Frauenhändler werden?
Prostitution - Ein deutscher Skandal: Wie konnten wir zum Paradies der Frauenhändler werden?
Preis: EUR 9,99

35 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen George Bush und Alice Schwarzer: Wer nicht für mich ist, ist gegen mich., 17. November 2013
Fundamentalisten auf der ganzen Welt haben eines gemeinsam: Sie trachten nach IHRER einzigen Wahrheit und, machen sich zum Heilsbringer der Nation. Egal wie absurd ihre Forderung auch sein mag. Vorsätzlich füttern sie das Volk mit falschen Informationen. Schrecken nicht zurück vor aberwitzigen Methoden, wollen auf biegen und brechen durchsetzen, was SIE allein für richtig halten.
Da ich Alice Schwarzer bisher für eine passable Journalistin gehalten habe, fiel es mir nicht schwer dieses Buch zu kaufen. In der Hoffnung Fakten zu erfahren, die überzeugend klingen, ging ich mit einer offenen Meinung daran die ersten Seiten zu lesen. Schnell war mir klar, das die Recherchen entweder aus schlampiger Herkunft stammen oder, was viel schlimmer ist, einfach erfunden sind.
Fazit: Dieses Buch, egal wie gut es geschrieben ist, bleibt einfach unseriös, weil es an der Wirklichkeit vorbei geht. Eine Umfrage bei den grössten Hurenverbänden in Frankfurt und Amsterdam ergab, dass es noch nie soviele freiwillige unabhängige Prostituierte dort gab, wie in den letzten 10 Jahren. Wenn Schwarzer behauptet das 95% der Frauen dazu gezwungen werden, besagen die, die es wissen sollten, genau das Gegenteil. Polemisch, bärbissig schreibt und propagiert Schwarzer, das die Prostitution abgeschafft werden soll. Wenn das die Maßstäbe sind, das älteste Gewerbe der Welt dingfest zu machen, dann müsste die Meyer Werft wegen Ausbeutung schon lange geschlossen werden. Auch ganze Schlachthöfe sollte der Staat ab sofort schliessen.
Meine Meinung zu diesem unsäglichen Argument: Schwarzer hat den Bogen überspannt. Sie soll sich aus der Öffentlichkeit zurück ziehen und ihren Mund halten!
Kommentar Kommentare (17) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 14, 2013 1:39 PM CET


Dr. Oetker und der Nationalsozialismus: Geschichte eines Familienunternehmens 1933-1945
Dr. Oetker und der Nationalsozialismus: Geschichte eines Familienunternehmens 1933-1945
von Jürgen Finger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufarbeitung ist gut, Verantwortung übernehmen und Konsequenzen ziehen ist besser., 20. Oktober 2013
Hut ab vor Dr. August Oetker – dem Urenkel des Firmengründers, der sich getraut hat eine Studie über seinen Familienclan während der Zeit des dritten Reiches, in Auftrag zu geben. Nur, was wäre das ganze Wert gewesen, wenn Herr Dr. Oetker nicht den Mut gehabt hätte in die Öffentlichkeit zu gehen und aus den Informationen der Studie ein Buch werden zu lassen?
Soweit so gut!

Worum es geht, wurde auf dieser Seite und in den meisten Medien ausgiebig besprochen und kommentiert: Entarisierung der Juden zum Vorteil der Wirtschaft!
Wer es hier nicht gelesen hat, dem ist sicher nicht entgangen, dass viele Radio und TV-Kanäle einen Beitrag zu diesem Thema geleistet haben. Da ist es wieder, das alte Leid der deutschen und ihrer Vergangenheit, das nicht ruhen will und auch nicht ruhen darf, damit sich selbiges niemals wiederholt.

Ab 1938 wurde ein Betriebs- und Grundstücksvermögen im Wert von 4 Milliarden Reichsmark an nicht-jüdische Unternehmer überführt.Die Familien Sachs, Neckermann, Dr. Oetker – und viele andere mehr - haben alle auf ihre Weise davon profitiert. Manche kauften die zurückgelassenen Immobilienwerte billig auf, andere profitieriten vom Diebesgut indem sie Zwangsarbeiter beschäftigten und Ausnahmeregeln für sich beanspruchten. Der größte Raubzug der Geschichte hatte viele Facetten. Einige davon kamen auch der Familie Dr. Oetker zugute.

Dieses Buch wurde im Einklang von 3 verschiedenen Autoren gemeinsam geschrieben. Es liest sich wie eine spannende Reportage. Den Autoren ist es gelungen ehrlich und unverblümt zu beschreiben, was ihr Auftraggeber von ihnen wissen wollte. Damit wurde dem Leser etwas gewährleistet, was heute nicht immer selbstverständlich ist.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 21, 2013 7:16 AM MEST


Ich küss dich, Kismet: Eine Deutsche am Bosporus
Ich küss dich, Kismet: Eine Deutsche am Bosporus
von Hatice Akyün
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Woher kommst Du, wo lebst Du, wo gehörst Du hin? Eine Türkin entdeckt die Türkei..., 20. Oktober 2013
… und kann sich nicht dagegen wehren, vom Schicksal hin und her getrieben zu werden. Unstet lebt sie im Zweifel zwischen 2 Kulturen und weiß sie nicht, welche von den beiden sie wirklich angehört.
Die Tochter eines türkischstämmigen Bergmannes wächst auf „im Pott“. Die erste Hälfte ihres Lebens verbringt sie genauso wie alle anderen Kinder auch. Sie geht zur Schule, findet sich mit ihrem Umfeld gut zurecht und hat bis zur Pubertät keine schwerwiegenden Probleme. Erst als sie ihr Studium beginnt, beginnen auch die großen Debatten. 9/11 macht aus der jungen Frau - die sich bis dahin vollkommen deutsch fühlt - in den Augen ihrer Mitbürger plötzlich eine Muslimin. Die Intergrations-Debatte etikettiert sie zur Türkin. Ob der ansteigenden Bedrohung des internationalen Terrorismus wird sie in den Köpfen des deutschen Michels weiter abgestempelt. Sie könnte ja eine potentiell gefährliche Ausländerin sein. Wer weiß das schon? Der jungen Frau fällt auf, das sie sich neuerdings rechtfertigen muss, warum sie so gut deutsch spricht? Viele Fragen muss sie sich gefallen lassen. Konkrete Antworten hat sie meist nicht. Schließlich begreift sie etwas, was ihr bis dahin gar nicht bewusst war: Sie wird anders wahrgenommen, als das was sie glaubt zu sein.
Die „unheilbare“ deutsche in ihr entdeckt die Türkin. Und das bringt sie ins Grübeln. Bis dahin hat sie immer geglaubt deutsche zu sein, was ihr Pass ja auch bestätigt. Plötzlich kommt die Wende. Ihre 3 Schwestern – allesamt in Deutschland aufgewachsen – sind verheiratet und bekommen vom Vater als Hochzeitsgeschenk den Schlüssel zu ihrer eigenen Wohnung. Das ist kein unüblicher Brauch unter Türken. Allerdings bleibt der alleinstehenden Mutter Hatice dieses Geschenk des Vaters verwehrt. Der Grund ist eindeutig, sie ist ja nicht verheiratet! Doch der Vater lässt sich dann doch dazu bewegen, auch ihr eine Eigentumswohnung zu schenken. In Istanbul.
Hatice verbindet das nützliche mit dem zweckvollen und reist nach Istanbul. Dort will sie sich ihre neue Wohnung ansehen. Dabei entdeckt sie eine Welt, von der sie sich erhofft darin wiederzufinden. Sie will Frieden schließen mit der stetig quälenden Frage: “Wer bist du, wo kommst du her, wo gehörst du hin?“
Neue Erkenntnisse öffnen sich. Auf den Straßen von Istanbul stöckeln mehr Frauen in ihren High Heels über den Asphalt, als in Berlin. Im Großstadtgemenge von Istanbul tummelt sich ein größeres Heer von Wimpergetuschten Fraulichkeiten als in Hamburg oder Köln. Und das nicht weil die Stadt mehr Einwohner hat, sondern weil die Frauen in Istanbul – vom Teenager bis zur Oma – sehr bedacht auf ihr äußeres schauen. Das ist mehr als nur Eitelkeit. Es ist das Bewusstsein von Frauen, die es verstehen die Männer zu entzücken. Wo in Berlin ein dahin stöckelndes Wesen im grellen Outfit schnell als „Wasn dass für ne kecke Tussi“ ausgesondert wird, nimmt man dergleichen in Istanbul gar nicht erst als Keckheit wahr.

In ihrem Buch erzählt Hatice Akyün von vielen Erfahrungen, die sie auf ihrer Suche nach Identität in Istanbul gemacht hat. In der Praxis findet sie wie deutsch sie eigentlich ist. Da werden Termine grundsätzlich nur verspätet eingehalten. Sie, die deutsche (Türkin) ist aber immer etwas zu früh bei ihrer Verabredung. Das ist auf die Dauer ärgerlich. Gründlichkeit wird zum Problem. Da entdeckt sie ein türkisches Sprichwort das auf sie zugeschnitten scheint: “Beginne eine Sache wie ein Türke und beende sie wie ein Deutscher“. Dieses Zitat ist hilfreich, denn, Türken sind ob neuer Ideen fast immer Feuer und Flamme und beenden sie dann nicht, während der deutsche meist skeptisch an die neuen Aufgaben herangeht, egal was kommt beendet er sie dann auch.

Wir erfahren in diesem Buch auf unterhaltende – manchmal sogar Komödiantenhafte – Weise wie eine Türkin sich Deutschland erträumt, um die Sehnsucht nach der Türkei zu überwinden. Wie viel Arten es gibt Sonnenblumenkerne zu essen. Nämlich zwei: Die Hasenvariante und die Spitzenkante Variante. (Für nähere Details müssen Sie schon das Buch kaufen).
Geschrieben in einem journalistischen klaren Stil, ist dieses Buch leicht verständlich und gehört somit auch in die Kategorie „unterhaltsam“. Ich kann es nur empfehlen.


Unwirkliche Bewohner
Unwirkliche Bewohner
von Paulo Scott
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Von einem der auszog die Welt zu verändern!, 12. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Unwirkliche Bewohner (Gebundene Ausgabe)
Paulo Scott und sein Roman „Unwirkliche Bewohner“ ist der Durchbruch für einen brasilianischen Schriftsteller, der in Deutschland bisher noch recht unbekannt ist. Der 47jährige ist ausgestattet mit einem Rechtsanwaltstitel, hat ein paar Literaturpreise in der Tasche und war dabei als sein Roman „Noch immer Orang-Utans“, verfilmt wurde und in Venedig einen Preis gewann. Zurzeit bereitet er sich auf die in Kürze verfilmte Version seines Romans „Die Unbeständigen vor“. Er schaut zurück auf einen erfolgreichen Gedichtband mit dem Titel „Kurze Geschichten, um die Leidenschaft der Engel zu zügeln und das Leiden der Ungeheuer zu mildern“ und hat gerade einen neuen Roman unter dem Titel „Ithaca Road“ veröffentlicht.
Unwirkliche Bewohner ist der Roman eines Dichters, der das labile mit dem stabilen vereint. Solch Paradox kann nur von einem Künstler ausgehen, denn in der Praxis des Alltags fährt sich diese Theorie von ganz alleine an die Wand; Trümmer mit inbegriffen. Es sei denn man nimmt das Beispiel der Geschichte als Vorbild und geht eine Liebesbeziehung ein, von der keiner weiß wie sie ausgeht?
Die zentrale Figur in diesem Buch ist ein junger Mann aus gutem Hause im Süden Brasiliens – sein Name ist Paolo. Der lernt eine Anhalterin (Autostopperin) kennen, von der er sich allein schon von der Herkunft unterscheidet. Die 14jährige Maina ist eine benachteiligte Indianerin. Er kommt aus gutem Haus, Sie aus armen Verhältnissen. Eine Romanze, die keine Chance auf Zukunft hat, beginnt und zerbricht allein an der kulturellen Herkunftsbarriere und den gravierenden Unterschieden zweier Menschen, die zwar im ein und demselben Land geboren und aufgewachsen sind, sich aber wegen der krassen kulturellen und sozialen Unterschiede nicht harmonisch vereinen können. Dazwischen brennt das Feuer der Leidenschaft. Es lässt sich nicht löschen. Kommt immer wieder zum flackern. Trieb und Gier nach nacktem Fleisch überbrückt das Gefälle und genau da, vermischt sich das labile mit dem stabilen. Wird zeitweise Eins. Hätten die beiden doch nur etwas mehr Lebenserfahrung und wüssten sie ihre Leidenschaft in Stärke und dauerhafte Liebe zu verwandeln, dann, ja dann hätten sie eine wahre Chance auf Lebenslanges Glück miteinander. Aber stattdessen wird gekifft und gekokst, über die Revolution geschwafelt, die Anfang der 90iger Jahre in Brasilien sowieso schon auf dem absteigenden Ast angekommen ist und am Ende bleibt eine Zeit der Vergeudung, die zur Erkenntnis kommt, dass die Demokratie jung und labil ist und die Mächte der Diktatur und des Militärs stabil. So unüberwindlich wie die Konflikte der Beziehung, so unüberwindlich ist die ganze Welt um die beiden herum. Frei flotierende Existenzen haben keinen Anspruch auf eine stabile Zukunft. Diese Saat wurde nie gesät. Das verwöhnte Bürschchen im Roman will Gesellschaftsveränderer sein und bemerkt nicht, wie unvereinbar seine Beziehung mit Maina (der Unmündigen) sich in seinem politischen Engagement wiederspiegelt, sprich ihn hindert Ziele zu erreichen. Eigentlich ist Paolo ein Rassist der von seinem Objekt der Lust nicht lassen kann. Die Kindfrau hingegen…. Nun hier wird es spannend und ich will dem Leser nicht vorwegnehmen, wie das Indianermädchen am Ende reagiert.
Viele spannende Erzählstränge sorgen für Unterhaltung. Ich finde dies ist ein empfehlenswertes Buch.


Das Leben ist kein Spiel
Das Leben ist kein Spiel
von Boris Becker
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

27 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Peinlich, Peinlich, Poris Pecker oder warum Menschen schlechte Bücher kaufen!, 12. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Leben ist kein Spiel (Gebundene Ausgabe)
Fröhlich und unbeschwert schlendere ich durch die Frankfurter Buchmesse und stelle fest, dass kaum einer meiner Landsleute, so wie ich, mit einem Lächeln durch die prall gefüllten Hallen streicht. Ehrengast Brasilien und die von weithergekommenen Besucher hingegen scheinen alle mit einem „Wohl-Fühl-Gen“ ausgestattet zu sein. Ihnen ist die Lust am Leben und am lesen - angesichts der unzähligen Bücher - schon von weitem anzusehen.

Neben mir steht ein älteres Ehepaar. Beide sind extrem schlank, besser gesagt: „Knöchern“. Sie füttert sich selbst mit einem Plastiklöffel Vogelportionen eines von zu Hause mitgebrachten Müsli behutsam in den zahnlosen Mund, während Er kleine Bisse von einem grünen Apfel nagt und langsam immer wieder daran kaut. (Ein paar Zähne mehr als Sie hat er ja noch.)

Ich frage mich, warum die Menschen aus dem Gastgeberland so ernst vor sich hinschauen, während die Menschen aus dem Land des Ehrengastes heiter beschwingt dahin wandeln und… Oh Schreck, ein aufgedunsener Landsmann stiert mich an. Sein Porträtfoto ist so peinlich wie der ganze Kerl. Während ich auf das Foto des Buchumschlages schaue, schallt auch schon die unerträgliche Stimme mit badischen Dialekt aus einem Mikrofon mir entgegen. Er isses, wahrlich er isses, es Bobbele. Was hat der Sport, der Erfolg, das Leben, bloß aus ihm gemacht?

Ich will es wissen, aber, zugleich weiß ich auch das ich (alter Büchernarr) nicht die Kraft haben werde, diese (wenn auch nur) 288 Seiten würdevoll zu überstehen.
Während Bobbele’s Stimme weiterhin auf die Menschen in der Halle eindringt, um die Lust am Kauf anzuregen, kommt mir eine Alternative in den Sinn: meine Tante! Sie kauft und liest (fast) alles was aus der Ghostwriter-Feder über Prominente - wie dem Vorwitz Dieter Bohlen und dem Edelrentner Rolf Eden - entsprungen ist. Da ich bereits weiß das ich dieses Buch NICHT Zu Ende lesen kann, habe ich immerhin ein Weihnachtsgeschenk für meine mir nicht unsympathische Tante in petto.

Und so lief ich offenen Auges in eine Lesekatastrophe, die mich fast € 20,- gekostet hat und gut nach gedacht, hätte ich das Geld auch in den nahegelegenen Main werfen können. Vielleicht wäre es dort einem Obdachlosen entgegen geschwommen und hätte so noch einem unmittelbaren guten Zweck gedient.

„Selber Schuld“ könnte man sagen, aber, da ich vor kurzem einen Artikel gelesen habe, der sich mit schlechten Büchern befasste und den Grund, warum manche von ihnen gezielt zu Bestsellern hochstilisiert werden, redete ich mir ein das Experiment zu wagen, heraus zu finden wie sich jemand fühlt, wenn er so einer Medientaktik auf den Leim gegangen ist?

Mein Fazit: Dieses Buch ist ERBÄRMLICH, GROSSKOTZIG, PEINLICH! Der Untergang eines Volkshelden wie aus einer Schmierenkomödie. Meine Tante, die sowieso nie ein Buch zu Ende liest, wird jetzt beim Klatsch mit ihren Freundinnen im Cafe Mozart glänzen, wenn sie die pikanten Einzelheiten aus dem Leben des großen (kleinen) Bobbele genauestens wiedergeben kann und alle um sie herum werden staunen, woher sie das alles weiß, meine Tante Hilde?
Tja, manchmal kaufen Menschen schlechte Bücher auch nur, um sie zu verschenken.


Meine kurze Geschichte
Meine kurze Geschichte
von Stephen Hawking
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich!, 10. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Meine kurze Geschichte (Gebundene Ausgabe)
Jetzt gibt es sie doch, Stephen Hawkins Biografie. Lang genug hat’s gedauert, bis sich der Meister dazu entschlossen hat die Fans mit einem Blick in sein intimstes Inneres zu beglücken.
Man muss nicht unbedingt ein Fan von Stephen Hawkins sein, um dieses Buch zu mögen. Alles was der Leser haben sollte, ist ein offenes Herz und die Bereitwilligkeit sich einer Vita hinzugeben, die keine einzige langweilige Zeile enthält.
Wir erfahren vom klügsten Mensch der Welt viel Privates und vor allem auch vieles aus seinem Leben als Physiker. Kindheit und Jugend in Oxford, der Ausbruch einer degenerativen Krankheit, als er gerade einundzwanzig war und die physischen und emotionellen Folgen mit denen er bis heute leben muss.
Zwischen großen wissenschaftlichen Entdeckungen, schwarze Löcher, Urknall und Formeln zur imaginären Zeit, erfahren wir auch von Trauer und Leid eines ganz gewöhnlichen Mitmenschen, der weder seine Gefühle noch seine Sehnsucht nach Liebe und Zärtlichkeit verbirgt. Berühmt und zu einem der bedeutendsten Denker unserer Zeit, ist er nur deshalb geworden, weil er selbst den kleinsten Erfolg dem Leben regelrecht abgetrotzt hat. Leider ist dabei die Liebe für ihn auf der Strecke geblieben.
Wer ein Stephen Hawkins Fan ist, der wird diese Buch nicht nur einmal, sondern mehrmals hintereinander lesen. Wer bisher noch nichts von ihm gelesen hat, der sollte sich sputen. Ich könnte mir vorstellen das dieses wunderschöne Buch sehr bald vergriffen ist.


Soutines letzte Fahrt: Roman
Soutines letzte Fahrt: Roman
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Farbenfrohe starke Prosa., 9. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Soutines letzte Fahrt: Roman (Kindle Edition)
Ralph Dutli hat mit seiner sinnlichen Sprache ein fulminantes Meisterwerk geschaffen. Es ist Anrührend, fesselnd, sanft und klug zu Papier gebracht. Die Biographie eines rohen, gewalttätigen Lebens wird hier mit ungewöhnlicher Zärtlichkeit beschrieben. Seite für Seite entsteht ein Wortgemälde aus faszinierender Prosa. Das verzückt den Liebhaber der Sprache. Auf nur 270 Seiten ist Dutli etwas großartiges gelungen. So großartig, es ist schwer sich vorzustellen, so ein komplexes Werk mit weniger als 1000 Seiten zu Ende zu bringen.
Bravo Ralph Dutli!


Im Stein: Roman
Im Stein: Roman
von Clemens Meyer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

19 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein Roman der keiner ist., 8. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Im Stein: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wer hat ihn angezettelt, den Hype um einen Roman der keiner ist?
Wer hat ein Interesse an den hohen Auflagen eines Buches von fast 600 Seiten, dessen Inhalt in weniger als 10 Seiten hervorragend beschrieben werden kann? Und wer hat den Mut sich durch einen Text zu quälen der sein Ziel vollkommen verfehlt?

Als mir ein Freund dieses Buch geliehen hat, habe ich durch die ersten Seiten hindurch geblättert und bereits vermutet, das der Grund, aus welchem ich es nicht gekauft habe, ein guter Grund war. Ich habe mich nicht getäuscht!

Clemens Meyer ist ein Exzentriker dem es gelungen ist die Frauenwelt davon zu überzeugen, dass er etwas Besonderes ist. Wie allseits bekannt, werden die Verkaufszahlen der Romane von Frauen bestimmt. Ein paar Tatoos, ein paar coole Sprüche und eine Taktik die sich diesem Publikum anpasst, ist anscheinend genug um in Deutschland als Autor erfolgreich zu sein. Wenn auch nur als „böser Bube". Ich empfehle jedem diesen Roman nicht zu kaufen und, wenn er ihnen von einem Freund ausgeliehen wird, dann geben Sie ihn sofort wieder zurück, denn es lohnt sich nicht ihn zu lesen. Alles was hier geschrieben wurde, ist nicht nur hinreichen bekannt, es wurde auch viel spannender und informativer publiziert.
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 11, 2013 3:09 PM MEST


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