Fashion Sale Hier klicken Sport & Outdoor b2s Cloud Drive Photos Microsoft Surface Learn More HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16
Profil für Ernst Günther > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Ernst Günther
Top-Rezensenten Rang: 41.833
Hilfreiche Bewertungen: 116

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Ernst Günther "ergü" (Dresden)
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4
pixel
Verborgener Tod: Hori & Nachtmin Band 1
Verborgener Tod: Hori & Nachtmin Band 1
von Kathrin Brückmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ärzte als Kriminalisten, 27. Januar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es müssen nicht immer Amerikanerinnen wie Betty Winkelman und Lynda B. Robinson sein, die mehrbändige Krimis "aus dem alten Ägypten" schreiben, dachte sich vielleicht Kathrin Brückmann. Die deutsche Autorin, die - wie ihrer Vita zu entnehmen - erst 2011 das Schreiben entdeckte und inzwischen eine produktive Schriftstellerin ist, tritt mit den Hori-und-Nachtmin-Bänden jedenfalls gegen das überseeische Monopol an. Und da sie Ägyptologie, klassische Archäologie und Judaistik studierte, darf der Leser auf optimale historische Genauigkeit hoffen.

Bekannt geworden ist Kathrin Brückmann mit dem großartigen Roman "Sinuhe, Sohn der Sykomore", den ich bereits 2014 rezensierte. Daran allerdings kann man Krimis nicht messen. Muss man auch nicht; denn sie haben eine andere Funktion. Es sind Märchen für Erwachsene, die dem Schreiber - oder wie in diesem Fall der Schreiberin - lebhafte Phantasie abfordern. In "Verborgener Tod" beweist die Autorin, dass sie damit reich gesegnet ist. Gelegentlich gehen die Pferde gar mit ihr durch. Beispielsweise ist mir derart orgiastischer Sex, wie ihn die Dame Sitamun zelebriert, schwer vorstellbar. Und vielleicht auch nicht nötig.

Der flüssig geschriebene Roman spielt im Mittleren Reich, 12., Dynastie, zu Zeiten des Pharaos Sesostris III., der von 1882 bis 1842 v. Chr. regierte. Er zeichnet sich aus durch Originalität und Spannung, Akribie und auch mal hintergründigen Humor. Gute Unterhaltung - und das ohne Polizisten mit Eheproblemen, ballernde Fander und martialisches SEK !! Hauptpersonen sind zwei Ärzte auf Abwegen, quasi die Kriminalisten, die eine ungewöhnliche Mordserie aufklären. Einer von ihnen erinnert mich an Sherlock Holmes. Dabei erhält der Leser Einblick in die geheimnisvolle Arbeit der Balsamierer und damit in die Mumifizierung. Ohne dass der Ton eines Sachbuches anklingt. Die Idee mit dem Bewässerungskanal finde ich genial. Mehr wird nicht verraten.

Brückmanns Wissensvorteil lässt sie auf den 220 Seiten ein farbiges Bild malen, in welches die Handlung logisch eingebettet ist. Beeindruckend, wie sie unaufdringlich und en passant historische Details einordnet. Die Zeichnung der Charaktere wirkt glaubwürdig. Zweifel an dem einen oder anderen Verhalten dürften erlaubt sein. Besonders freut mich, dass die Autorin mit offenen Karten spielt. Dem Personenregister ist zu entnehmen, welche Gestalten historisch und welche erfunden sind. Den Anhang sehe ich als Handreichung für Leser, die mit der Materie nicht vertraut sind, sicher die meisten. Das fundierte Nachwort spricht für sich und vertieft das soeben Gelesene. An einem Beispiel wird darin auch die gewissenhafte Arbeitsweise der Schriftstellerin deutlich. Es folgt ein Kommentar, der sie sympathisch macht: "Etwaige Fehler in medizinischer Hinsicht sind ganz allein mir anzulasten, auch im Bereich der Balsamierung."

Inzwischen ist mit "Schatten der Verdammten" bereits der zweite Band auf dem Markt. Wie sagt man heute denglisch? "Must have".


Seneb I - Im Zeichen der Isis: Historischer Roman
Seneb I - Im Zeichen der Isis: Historischer Roman
von Walter P. Kögler
  Broschiert
Preis: EUR 15,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Romet oder die große Enttäuschung, 23. Januar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Freude war groß. Neues Buch, neuer Autor. Auffälliges Cover. Der Umschlagtext verrät, dass der Roman in einer Zeit spielt, die kaum literarisch aufgearbeitet ist: Altes Reich, 5. Dynastie unter den Pharaonen Userkaf und Sahure. Auf den ersten Seiten ein umfangreiches Personenverzeichnis und ein Verzeichnis altägyptischer Namen und Begriffe. Alles vielversprechend.

Beim Lesen fällt auf, dass der Autor sich bemerkenswert gut auskennt im Alten Ägypten. Wenn er jedoch permanent altägyptische Worte verwendet, die der Leser erst nachlagen muss, begonnen beim allgegenwärtigen Romet (Ägypter), beschleicht einen das Gefühl, dass er mit seinem Wissen eher kokettieren will. Was an der Handlung auf Wahrheit beruht oder der Phantasie entspringt, kann ich allerdings nicht beurteilen. Da wäre ein Nachwort hilfreich gewesen.

Der Plot enthält eigentlich alles, was zu einem abenteuerlich-spannenden, auch mal schockierend grausamen Roman gehört. Doch je weiter man sich durch die epischen 460 Seiten kämpft (um nicht zu sagen: quält), desto deutlicher wird, dass der Verfasser den Bogen, den er gespannt hat, immer wieder zerbricht, indem er weit aus- und abschweift oder sich in Nebensächlichkeiten verliert, so dass die Spannung zunehmend nachläßt. Beim Leser entsteht der Eindruck, dass der Autor in dem Labyrinth, das er baut, sich selbst verläuft. (Ebenso nerven Wiederholungen.) Streichungen würden dem Buch jedenfalls gut tun. Zudem wünschte ich mir mehr Sorgfalt in Sprache und Stil. Und weniger (Druck- ?)Fehler. Ein konsequentes Lektorat könnte da sehr hilfreich sein.

Am Ende bleibt bei mir eine große Enttäuschung zurück. Da Walter P. Kögler zwei weitere Bände um den Schreiber Seneb avisiert, darf man noch hoffen. Für mich war das Buch wenigstens Anlass, mich intensiver mit der Userkaf-Sahure-Epoche zu befassen.


Der Kampf der Seevölker gegen Pharao Ramses III. (Architektur, Inschriften und Denkmäler Altägyptens)
Der Kampf der Seevölker gegen Pharao Ramses III. (Architektur, Inschriften und Denkmäler Altägyptens)
von Heike Sternberg-el Hotabi
  Broschiert
Preis: EUR 9,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Komprimiert, prägnant, fesselnd, 15. Januar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das gigantische steinerne Bilderbuch über die blutigen, dennoch siegreichen Kämpfe zu Lande und zu Wasser im Totentempel von Medinet Habu beeindruckt mich tief. Pharao Ramses III. ließ es voller Stolz - schließlich war er der einzige Machthaber seiner Zeit, der die brutal anstürmenden "Menschen vom Meer" zu schlagen vermochte - von begnadeten Künstlern für die Ewigkeit schaffen. Da ich leider Hieroglyphen nicht lesen kann, muss ich mich mit der Sprache der Bilder begnügen. Umso intensiver beschäftigte ich mich damit, wobei sich mir die ganze Dramatik dieser Überlebenskriege erschloss.

Seither wollte ich mehr wissen über die Seevölker. Doch je mehr Aufsätze ich las und lebende Bilder (Terra X, History, amerikanische Living History-Dokus) sah, desto ratloser wurde ich. Der anhaltende Streit der Wissenschaftler über Herkunft und Zusammensetzung der Stämme und Volksgruppen, Ursache und Ziele ihres Vordringens und die brutale Kriegführung, die ganze Staaten und Völker auslöschte, verwirrte mich mehr. Zumal man sich selbst über geradezu nebensächliche Details uneins zu sein scheint. Sicher, es gibt dickleibige Sachbücher für Fachleute, doch der Laie sucht eher eine allgemein verständliche Übersichtsinformation.

Endlich fand ich sie mit diesem bereits 2012 erschienenen, nur 64 Seiten samt zahlreichen Abbildungen umfassenden Buch der Edition AIDA (Archäologie, Inschriften, Denkmäler Altägyptens). Die Autorin ist eine Koyphäe auf ihrem Gebiet und vermag so zu schreiben, dass jeder ihr folgen kann: die Außerplanmäßige Professorin der Universität Göttingen Dr. Heike Sternberg-el Hotabi. Sie gibt Antworten auf alle meine Fragen und lässt mich tiefer in den Stoff eindringen. Ich bin rundum begeistert.

In neun Kapiteln behandelt sie komprimiert und prägnant die gesamte Epoche von den Umwälzungen in der späten Bronzezeit über die Entwicklung des Neuen Reichs Ägyptens und die Heimat der Seevölker sowie ihren Verbleib bis zum überzeugenden "Ausblick" unter dem programmatischen Titel "Gewonnene Schlacht - verlorener Krieg". Der Leser staunt, was die Verfasserin auf so wenig Raum alles unterbringt. Und so fesselnd geschrieben, dass man mit dem Lesen erst aufhört, wenn man auf der letzten Seite anlangt (wobei man Literaturhinweise, Quellen und die Epochen Ägyptens, schon auf die Innenseite des Rücktitels gedruckt, nicht auslassen sollte). Das ist mir fünf Sterne wert.


Der vergessene Prinz: Die Herausforderung
Der vergessene Prinz: Die Herausforderung
von Monika Mangal
  Taschenbuch

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wahrheit und Fiktion verschmelzen, 25. Juni 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein Roman ist ein Kunstprodukt und keine Dokumentation. Doch diese Binsenweisheit wird mitunter vergessen. Es gibt sogar Fälle,wo sich junge Historiker mangels entsprechender Sachbücher auf Belletristik stützen.Das Extrembeispiel stammt aus DDR-Zeiten und bezog sich auf die Sachsentrilogie von Józef I. Kraszewski (1812-1887). Das verzerrte Bild, das in den Romanen "Gräfin Cosel", "Brühl", "Aus dem Siebenjährigen Krieg" von August dem Starken, seinem Sohn, Graf Brühl und anderen gemalt wird, ging in die Publikationen dieser "Experten" ein und wirkt noch heute nach, da die historische Wahrheit erforscht und dokumentiert ist.

Weshalb ich das erzähle? Weil ich fürchte, dass der Roman von Monika Mangal in ähnlicher Weise mißverstanden werden, zumindest Verwirrung stiften könnte. Eine so perfekte Verschmelzung von Fiktion und Wahrheit bringt halt Probleme mit sich.

Die Autorin recherchierte Zeit und Umstände bis ins Detail, so dass sie tatsächlich "größtmögliche Authetizität" (Nachwort) erreicht. Genaue Beschreibung der Bauten, die noch heute besichtigt werden können, tut ein Übriges. Anderseits stützt sie sich, namentlich bei der Charakterisierung der Hauptpersonen, auf Hypothesen, die ihr glaubwürdig erscheinen, unter Ägyptologen jedoch umtritten sind, oder stellt neue auf. (So schildert sie z.B. den jungen Ramses II. als üblen Fiesling.) Zum Dritten beweist sie lebhafte Phantasie. Ihr Protagonist ist der fiktive Sohn von Tutanchamun. Ein solches Gedankenspiel muss einem Schriftsteller im Roman gewiss erlaubt sein. Dabei ist wiederum ein historischer Fakt Auslöser einer erdachten Revolte: die Königsliste in der Ahnengalerie des Sethos-Tempels von Abydos.

Diese Komponenten fließen zusammen zu einem spannenden Roman, in welchem Liebe und Tod nicht fehlen. Und nicht nur Frauen dürften die dramatische Handlung fasziniert verfolgen. Bedenken melden jene an, die sich mit dem Alten Ägypten näher beschäftigen. Ein ausführlicheres Nachwort und eine Personenliste mit Angaben, wer tatsächlich lebte und wen die Autorin erfand, könnte die Irritationen mildern.

"Die Herausforderung" ist das zweite Buch der in England lebenden deutschen Autorin. Voraus ging 2014 "Tutanchamun und die Tochter des Mondes". Beide Titel können, wie die Autorin betont, "ohne Weiteres separat gelesen werden". Das habe ich mit dem zweiten getan.

Die Handlung spielt zur Zeit Setis (Sethos) I.. Dieser Pharao der 19. Dynastie ging schon wie sein Vater aus dem Militär hervor. Sein Hauptanliegen war die "Erneuerung der Schöpfung", auch bezeichnet als "Wiedergeburt Ägyptens" nach dem Fiasko, das der Ketzerkönig Echnaton hinterlassen hatte. Das geschah auf zwei Ebenen. Außenpolitisch führte er mehrere erfolgreiche Feldzüge zur Rückeroberung der verlorenen Gebiete und zur Zurückdrängung der militanten Hethiter. Innenpolitisch ließ er in allen Tempeln und Monumenten die unter dem Frevler ausgehackten Götter- und Herrschernamen wieder einfügen und alles, was noch an ihn erinnerte, zerstören. Rege Bautätigkeit stärkte sein Ansehen im Volk. Herausragend dabei die gigantische Säulenhalle von Karnak und sein gewaltiger Tempel in Abydos. Hier übte er die gefürchtete Damnatio memoriae, indem er in der steinernen Königsliste die Namen aller geächteten Pharaonen, insbesondere jener, die zwischen Amenophis III. und Haremhab regierten, unterschlagen ließ.

Dies das weite Feld des Romans, auf dem viele Wege möglich sind. Geschickt sucht sich die Autorin die aus, die Dramatik bringen und nahtlosen Einbau ihrer Fiktionen gestatten. Sie schreibt flüssig, mitunter etwas holprig, die Sprache angepaßt an die heutigen Lesegewohnheiten. Ich wünschte mir, dass sie hie und da mehr "gefeilt" hätte, habe jedoch den Kauf des Buches nicht bereut. Nur die unpaginierten Seiten missfallen mir. An das Fehlen der Silbentrennung hingegen gewöhnt man sich.

Der Titel ist auch als Kindle Edition erhältlich.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 23, 2015 2:46 PM MEST


Altägyptische Märchen. Übertragen und bearbeitet von E. Brunner-Traut. 25 Abbildungen; 42 ausgewählte Märchen; Quellen u. Anmerkungen. 1. Aufl.. (Buchreihe: Die Märchen der Weltliteratur). EA dieser Ausgabe. Originalhalbleinenband (Hardcover) mit Rückenvergoldung. Sauberes frisches Exemplar. - 312 S. (pages)
Altägyptische Märchen. Übertragen und bearbeitet von E. Brunner-Traut. 25 Abbildungen; 42 ausgewählte Märchen; Quellen u. Anmerkungen. 1. Aufl.. (Buchreihe: Die Märchen der Weltliteratur). EA dieser Ausgabe. Originalhalbleinenband (Hardcover) mit Rückenvergoldung. Sauberes frisches Exemplar. - 312 S. (pages)

5.0 von 5 Sternen Amüsant und informativ, 15. August 2014
Dies ist kein Kinderbuch. Sondern ein literaturhistorisches Meisterwerk für alle, die das Alte Ägypten lieben und möglichst viel wissen wollen. Eine Sammlung von Märchen, Mythen und mythologischen Erzählungen, Fabeln, Schwänken, Zauber- und Wundergeschichten sowie Geschichten aus christlicher Zeit (so die Überschriften der Kapitel). Das unübertroffene Standardwerk dieses Sektors der Ägyptologie, ein Highlight der Märchenforschung.
Die weltweit angesehene Professorin Dr. Emma Brunner-Traut (1911-2008), Ägyptologin und Ausgräberin, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Ägyptischen Museen Berlin, München und Tübingen, Ordentliches Mitglied des Deutschen Archäologischen Institutes, schrieb zehlreiche Bücher in einem breiten altägyptischen Spektrum. Die "Märchen" sind nur eins davon, doch das mit der wohl höchten Auflage. Heute würde man sagen: ein Bestseller.
Für diesen Band suchte und studierte sie im In- und Ausland Papyri, Ostraka und Grabinschriften mit Text- oder Bildergeschichten, übersetzte, bearbeitete und erläuterte sie. Quellen und Anmerkungen nehmen im Buch ganze 52 Seiten ein. Ihr fundiertes Nachwort von 19 Seiten ist mehr als das: ein Essay, der mit der Einordnung des Einzelnen ins Ganze die Gedanken- und Glaubenswelt der Alten Ägypter auferstehen und uns verstehen läßt.
Auch erfährt der Leser Vieles in diesem Buch, was damals zu Papier gebracht wurde und in die Bibel Eingang fand und/oder seinen Weg durch Länder und Zeiten nahm. Oft schmunzelt man, wenn man erfährt, wo die Wurzeln eines heutigen Sprichwortes liegen.
Ich habe beim Lesen dieses "Schatzkästleins der Weltliteratur" viel Neues über das Alte Ägypten gelernt. Dank der präzisen Kommentare erweiterte sich - mitunter unerwartet - mein Horizont. Beispielsweise wurde mir erst jetzt die Rolle der Mythen so richtig klar. Jedoch habe ich mich auch köstlich amüsiert. Namentlich bei den göttlichen und menschlichen Geschichten schlitzohriger Autoren, bei Fabeln und Schwänken und sogenannten Satiren. Wie schön man doch Kritik an den Oberen in Schlachten von Mäusen und Katzen ausdrücken kann! Oder Belehrung aller durch Löwen erreicht! ...
So sehe ich das Buch als Fundgrube der Wissenschaft wie der Unterhaltung. Da stört es auch nicht, wenn mal ein altägyptisches Wort heute anders übersetzt wurde als jetzt gängig. Wer sich ein wenig auskennt, dem kommt es sowieso in den Sinn.
Dankbar bin ich meinem Berliner Freund, der mir kürzlich das Buch (aus der zweiten, erweiterten Auflage der Erstausgabe von 1963) schenkte. Da der Titel bei Amazon und amazon marketplace noch zu haben ist, denke ich, dass eine Rezension durchaus gerechtfertigt ist. Vielleicht freut sich die junge Generation der Hobby-Ägyptologen über diesen Tipp. Um Irritationen vorzubeugen, sei angemerkt, dass manch Anbieter anstatt der Verfasserin den Herausgeber Friedrich von der Leyen nennt. Von der Leyen jedoch ist Herausgeber des Gesamtzyklus' "Die Märchen der Weltliteratur".


Pamiu: Liebling der Götter
Pamiu: Liebling der Götter
von Birgit Fiolka
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unterhaltungsliteratur, 14. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Pamiu: Liebling der Götter (Taschenbuch)
Vorweg: Toller Urlaubsroman. Keineswegs nur für Frauen.
Obgleich ich auf alles Altägyptische scharf bin, Sachbuch wie Roman, fiel mir "Pamiu" erst jetzt auf. Vielleicht auch deshalb, weil Birgit Fiolka auf ihrer aktuellen Homepage den Titel nicht aufführt. Sollte man grübeln, aus welchen Gründen?
Es ist das sechste Ägypten-Buch der produktiven und vielseitigen Autorin, das ich las. Die Amazon-Rezensionen sind sehr widersprüchlich. Da muss sich jeder eine eigene Meinung bilden. Die meinige:
Grundsätzlich beeindrucken mich bei den Fiolka-Romanen die fundierten Kenntnisse der Schriftstellerin (die übrigens auch privat die Ägyptomanie pflegt) vom pharaonischen Ägypten. Und mir scheint, dass diese von Titel zu Titel immer besser zur Geltung kommen. Dies gilt für "Pamiu" und macht das Buch für Ägyptenfans interessant. Zwar stützt sie sich hier auf Herodots umstrittene Charakterisierung des Cheops = Khufu als Tyrann sowie auf die überholte These, dass Sklaven seine große Pyramide erbaut hätten. Aber ist das nicht das Recht eines Romanciers? Zumal Fiolka in ihrem Epilog freimütig erklärt, "welche Teile meines Buches nicht auf Fiktion beruhen" und auch zum "Kufu-Problem" Stellung bezieht.
Sie schreibt wie stets flüssig, ideenreich, spannend - wie man es von Unterhalungsliteratur erwartet. Dass diese am Meisten gelesen wird, weiß wohl jeder. Ist sie deshalb schlechter? Wer das meint, sollte im Lexikon Populäre Kultur nachschlagen.
"Pamiu" ist nach meiner Ansicht ein typischer Frauenroman. Herz, Schmerz, der ewige Kampf zwischen Gut und Böse, auch mal tränenfördernd, sex and crime, doch ohne grenzelose Freizügigkeit, so dass das Buch auch Kinder lesen können. Ich sehe nichts, was dagegen spricht, wenn es gut gemacht ist, die Charaktere leben und Sprache und Stil stimmen. Und wer zweifelt, dass es an Pharaonenhöfen so haarig zugehen konnte, informiere sich in Toby Wilkinsons Dokumentation "Aufstieg und Fall des Alten Ägypten". Übrigens: Läßt sich die Grundsituation von "Pamiu" nicht mühelos auf das Heute übertragen?
Ich gestehe: Ich habe die 12 Kapitel mit den altägyptischen Vorsprüchen tieferer Bedeutung gerne gelesen und bin zufrieden. Nur am großmütigen Schluss wage ich zu zweifeln. Aber so etwas sollen Frauen ja erwarten.


Sinuhe, Sohn der Sykomore
Sinuhe, Sohn der Sykomore
Preis: EUR 5,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sinuhe für alle, 13. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sinuhe, Sohn der Sykomore (Kindle Edition)
Das Original ist rund 3900 Jahre alt. Der Papyrus erzählt auf umgerechnet etwa zehn Seiten eines heutigen Romans die abenteuerliche Geschichte des Sinuhe, Beamter am Hofe des Pharaos, und gilt heute als bedeutendstes literarischen Zeugnis Altägyptens und als älteste Abenteuergeschichte der Weltliteratur. Die Wissenschaft erforschte und deutete alles, was damit nur zusammenhängen könnte (s. Wikipedia). Doch der Allgemeinheit blieb die Selbstbiographie eher unbekannt. Zwar landete Mika Waltari 1945 mit "Sinuhe, der Ägypter" einen Weltbestseller, der auch verfilmt wurde, doch mit dem Original hat sein in der Zeit Echnatons angesiedelter Stoff wenig zu tun.
Umso löblicher das Unternehmen der studierten Ägyptologin, Lektorin und Schriftstellerin Kathrin Brückmann. Mit "Sinuhe, Sohn der Sykomore" holt sie das Original in einem eigenständigen Roman, doch stets entlang der Markseteine des Originals, in die Gegenwart, so dass nun jedermann mit Sinuhe Bekanntschaft schließen kann.
Darin sehe ich das entscheidendste Verdienst der Autorin. Es bleibt nicht das einzige.
Mit bewundertswertem Quellenstudium in zwei Kulturen und ihrer reichen Phantasie macht sie aus der Vorlage eine plausible Story für den heutigen Leser. Und das voller Spannung, Abwechselung, Detailtreue, Emotionen und psychologischem Tiefgang. Durch die einfühlsame Ergänzung des alten Textes wird dieser logischer und nachvollziehbarer und gibt der Geschichte "das Fleisch", das ein Roman braucht. Dabei nutzt sie nicht zufällig auch die altägyptische Weisheitsliteratur und andere didaktischen Lehren, die noch immer Gültigkeit haben, wodurch der Leser en passant Denkanstöße für sein Leben erhält.
Ist schon die historische Genauigkeit der Schriftstellerin bei der Darstellung des Lebens im wechselvollen Mittleren Reich Ägyptens (bis ins kleinste Detail) bemerkenswert, so gelingt ihr mit der Illustration des langjährigen Aufenthalts des Helden bei den Halbnomaden und ihren Ziegenherden im Oberen Retjenu (heute wohl Syrien/ Palästina) ein großer Wurf. Über die Lebensweise der von den Alten Ägyptern verachteten "Asiaten" und ihre archaische Kultur finden sich so gut wie keine Aufzeichnungen aus dem Pharaonenreich. Und die umherziehenden Stämme und bescheidenen Stadtstaaten hinterließen, wie Brückmann im Nachwort unterstreicht, "archäologisch kaum Spuren". Mit etwas Glück konnte sie wohl von den jüngsten sensationellen Forschungsergebnissen der Ausgrabungen der Stadt Qatna profitieren, von den Traditionen, die sich unter den Nomaden bis heute vererbt haben, lernen und mehr. Zusammen mit der künstlerischen Freiheit des Literaten wurde daraus ein einzigartiges und überzeugendes Bild.
Ich jedenfalls bewundere es: So muss es gewesen sein. Allerdings will ich nicht verhehlen, dass es mir zu sehr in die Breite lief, die dramaturgisch nicht nötig ist.
Summa summarum: Sinuhe für alle. Und niemand wird es bereuen, die 605 Seiten, eingeschlossen ein fabelhafter Anhang samt Nachwort, gelesen zu haben. Diesem "für alle"
kommt entgegen, dass das Werk neben der Papierform auch als Kindle-Edition (e-book) erschien und die Autorin selbst cleveres Marketing betreibt.

(Ich habe jedoch das Taschenbuch rezensiert!)


Aufstieg und Fall des Alten Ägypten: Die Geschichte einer geheimnisvollen Zivilisation vom 5. Jahrtausend v. Chr. bis Kleopatra
Aufstieg und Fall des Alten Ägypten: Die Geschichte einer geheimnisvollen Zivilisation vom 5. Jahrtausend v. Chr. bis Kleopatra
von Toby Wilkinson
  Gebundene Ausgabe

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fundamental, doch eigenwillig, 11. März 2014
Als ich den Wälzer - mit anhaltender Spannung - las, fiel mir eine Episode aus der Schulzeit ein. Wir hatten einen Hausaufsatz zum Thema "Die Bedeutung des Films" zu schreiben. Ich füllte eine Normschreibheft komplett und vom zweiten mehr als die Hälfte. Die Bewertung der Lehrerin: "Gesamtnote 1, schon des Fleißes wegen."
Das könnte auch unter diesem Buch stehen. Ein fundamentales Werk des mediengeprägten britischen Ägyptologen der jüngeren Generation Toby Wilkinson, adäquat übersetzt von Enriko Heinemann und Karin Schuler. Die komplette Geschichte Altägyptens auf 825 Seiten (samt ausgiebigem Anhang) im historischen Auf und Ab mit allen erdenklichen Querverbindungen. So etwas gab es wohl noch nie, und ich habe viel dazugelernt.
Der Autor schöpft aus einem unglaublich tiefen Wissensbrunnen und führt den Leser immer wieder zu neuen Erkenntnissen, selbst bei Bekanntem. Er begnügt sich nicht mit der üblichen Kunst- und Kulturgeschichte, sondern zeichnet ein vielfarbiges Bild der Gesellschaft in Gänze mit verblüffendem Detailreichtum. Dabei erhellt er Zusammenhänge und Hintergründe, macht Mythen und Mentalitäten, Denk- und Lebensweise der Alten Ägypter verständlich, blickt auch "hinter Fassaden", widerlegt hartnäckige Legenden und enthüllt manches, das als Geheimnis galt.
Dies alles trägt er mit einer von Wissenschaftlern nicht erwarteten Schreibe vor, flüssig, locker, Jedem verständlich, unterhaltsam, dramaturgisch exzellent gebaut, so dass der Leser trotz überbordender Faktenfülle bis zum Schluss gefesselt wird. Der Begriff Fach-Literatur erhält durch Wilkinson neue Bedeutung.
Allerdings stößt man auch auf Verstörendes. Vor allem bei seinen eigenwilligen Bewertungen. Gern nutzt er die Terminologie des 21. Jahrhunderts und die ideologiegeladene Sprache der Politik oder folgt gängiger Political Correctness - für eine Zeit, die Jahrtausende zurück liegt. So stellt er beispielsweise die Pharaonen in eine Reihe mit den kommunistischen Diktaturen von Rumänien und Nordkorea, attestiert den Ägyptern pauschal Fremdenfeindlichkeit, besonders brutale Kriegführung u. a. m. Das auf tiefer Religiosität basierende Gottkönigtum sei nichts anderes als "Despotie in Reinform", die altägyptische Hochkultur "reine Machtdemonstration" ...
Derlei Interpretationen des Professors sind für mich nicht hachvollziehbar. Eher erwartete ich Vergleiche mit anderen zeitgenössischen Reichen und Herrschern (Hethiter, Babylonier, Seevölker etwa); denn erst daraus wäre erkennbar, ob das Alte Ägypten tatsächlich "Das Antlitz der Tyrannei" trug, wie es eine Kapitelüberschrift suggeriert.


Die ägyptische Kunst (Beck'sche Reihe)
Die ägyptische Kunst (Beck'sche Reihe)
von Dorothea Arnold
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ägyptische Kunst für die Jackentasche, 9. Januar 2014
Wer sich kurz, kompetent und verständlich über ein historisches oder künstlerisches Thema informieren möchte, kann seit 1995 zur Taschenbuchreihe C.H. Becks WISSEN greifen. Als ich den ersten Titel rezensierte, Schlögels "Nofretete: Die Wahrheit über die schöne Königin" fanden 16 von 16 Kunden dies hilfreich.
Die deutsche Ägyptologin von Weltruf Dr. Dorothea Arnold ist die Autorin dieses Bandes. Sie war unter anderem an Grabungen in Kairo beteiligt und 27 Jahre lang als Kuratorin, später Leiterin der Abteilung Altägyptische Kunst am Metropolitan Museum of Art New York tätig, bis sie 2012 mit 77 Jahren emeritiert wurde. Wie nicht anders zu erwarten, ist das Büchlein der profunden Sachkennerin maßgeschneidert für den Zweck.
Der Leser erhält bei aller Kürze (128 Seiten) einen fundierten und fundamentalen Überblick, der mehr ist als ein Einblick in die merk-würdige Kunst der Pharaonenzeit. Zum Verständnis sind keine speziellen Vorkenntnisse erforderlich. Die Autorin vermeidet jede Sprachakrobatik, mit welcher manch Wissenschaftler kokettiert. Sie schreibt flüssig und überzeugend, mit feinem Stil und legt den Stellenwert dessen dar, was wir heute Kunst nennen, in Religion, Politik sowie im Leben des einfachen Volkes.
Gegliedert in sechs Abschnitte mit meist drei, einmal sieben Kapiteln erläutert Frau Dr. Arnold Bauwerke, Statuen, Reliefs und Malerei, Götter-, Herrscher- und die noch heute bewunderten erzählenden Bilder, vermittelt auch Einblicke in Werkstätten und Arbeitsweisen. Trotz des limitierten Umfangs hastet sie keineswegs durch ihre Thematik. Kompliment! Eine Zeittafel ermöglicht die Einordnung, ein Orts- und Namensregister erleichtert das Auffinden. 49 Abbildungen, davon 20 in Farbe, sowie zwei Karten illustrieren den Text.
Das Bändchen ist ein idealer Reisebegleiter für Jacken- oder Handtasche. Kehrt man beispielsweise nach dem üblichen Schnelldurchlauf beim Besuch der Kunststätten ins Hotel zurück, kann man in Kürze vertiefen, was der Guide herunter rasselte.
Momentan jedoch wird es Lesern wie vielen Ägyptologen ergehen. In ihren Herzen macht sich Trauer breit, wenn ägyptische Zeitungen Monat für Monat von Museumseinbrüchen, Raubgrabungen oder Grabräuberei, Schändung von Mumien, Zerstörung oder Köpfung von Statuen, Plünderung von archäologischen Depots und einem hochkriminalisierten Markt mit Artefakten berichten. Muss man sich um die Zukunft der Vergangenheit mit ihrer einzigartigen Hochkultur sorgen?


Der Sklave Hanis von Bruno Taconi
Der Sklave Hanis von Bruno Taconi
von Bruno Tacconi
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Spät entdeckt: Memoiren eines Aufsteigers, 5. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Italieniche Medien stellten der Roman in eine Reihe mit der Erzählung des Sinuhe. Nach Erstveröffentlichung erstürmte er die Bestsellerlisten in der Heimat des Autors. Auf Deutsch erschienen mehrere Ausgaben in der (guten) Übersetzung von Rosso de Eulah. Mir war er leider entgangen. Erst jetzt entdeckte ich ihn eher zufällig. Und las ihn mit wachsender Begeisterung. Schon das Sujet setzte mich in Erstaunen.
Tacconi stellt nicht Glanz und Gloria der Gottkönige in den Focus, sondern die "bewegteste und dunkelste" Epoche in der Geschichte des Pharaonentums am Ende des Alten Reiches, die mit Hungersnot und blutiger Revolution zum Zerfall des Landes von Biene und Binse führte. Die Erste Zwischenzeit folgte und damit ein langer Fortbestand des Chaos.
Über diese Zeit sind historische Belege spärlich, die Meinungen der Ägyptologen widersprüchlich. Gegen Ende der "ewigen" Herrschaft des letztlich senilen Pharaos Pepi II. nahmen Korruption, Intrigen, Mißwirtschaft und Steuererhöhungen überhand. Nomarchen und Adel drängten auf Selbständigkeit und untergruben die staatliche Ordnung. Während sie in Saus und Braus lebten, hungerte das Volk zunhmend. Jahrelang kam es offenbar zu mageren Nilfluten. Unkontrollierte Einwanderung von "Sandläufern", "Asiaten" und "allerlei Gesindels" verschärften die Lage. Der Hass auf die Oberen hatte jedoch auch religiöse Gründe. Totenkult und Jenseits waren Pharao, Nomarchen und Edlen vorbehalten; dem Volk sprach man eine Seele und Unsterblichkeit ab.
Guy Rachet spricht in seinem "Lexikon des Alten Ägypten" eindeutig von sozialer Revolution. Aus den "Mahnworten eines ägyptischen Weisen" (Ipu-Wer?) zitiert er unter anderem: "... die Bettler besitzen jetzt Reichtum ... Tore, Säulen und Wände sind verbrannt ... die Kinder der Beamten schlägt man an die Mauer ... die Sklaven sind Sklavenhalter geworden ... Was die Pyramide verbarg, ist geleert worden...".
Diese Sachbuchinformationen sind mir wichtig. Sie belegen, dass Tacconi bei der Schilderung des anarchistischen und grausamen Volksaufstandes nicht "gesponnen" hat. Vielmehr ist er nach meiner Kenntnis der Erste, der dieser ersten Revolution in der Literatur ein Gesicht gibt. Er muss lange und gründlich recherchiert haben - bis hinein in scheinbare Nebensächlichkeiten. Im Vorwort schreibt er: "Es gibt nur wenige Quellen, die uns von diesem mörderischen Bruderkrieg berichten, und ich stütze mich, um das einem Roman angemessene Zeitbild entwerfen zu können, vor allem auf den Papyrus Leiden 344r (Die Weissagungen des Ipu-Wer), auf die Überlieferungen des ägyptischen Priesters und Geschichtsschreibers Manetho von Sebennytos, Herodots Historiae und natürlich auf die einschlägige archäologische Literatur."
Mit diesem Hintergrundwissen erkennt der Leser, dass Tacconis erster Altägypten-Roman zu Unrecht vergessen ist. Ich zähle ihn zu den interessantesten, spannendsten, wichtigsten Romanen über die Zeit der Pharaonenherrschaft. Der Vergleich mit Sinuhe ist nicht von der Hand zu weisen.
Weitgehende Authentizität verbindet der preisgekrönte Schritsteller mit Liebe, Sex & Crime, Erfolg, Niederlage und Tragödie, spart auch nicht Melodramatisches aus. Das alles erzählt er nüchtern und ohne Redundanz in einer Sprache, die den Leser von heute erreicht und doch genügend ägyptische Atmopshäre vermittelt. Philosphische Reflexionen, insbesondere zum Elend grenzenloser Revolution und dem menschlichen Charakterwandel in Krisenzeiten, bilden für mich den berühmten Punkt aufs i.
Der Autor wählt die Form eines Lebebensberichts seines Helden. Ich-Erzählung übt stets Fasziantion aus. So sind es Memoiren eines Aufsteigers, der als illegitimes Kind einer Prostituierten von der Mutter als Sklave verkauft wird, mit Gewissenhaftigkeit und Glück alle Abenteuer durchsteht, bis zum Wesir aufsteigt und schließlich zurücktritt, um sich der Familie zu widmen. Wahrlich eine fesselde und nachempfindbare Geschichte.
Wie gut, dass dieses Buch noch bestellbar ist.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4