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Rezensionen verfasst von
Rainer Ascherson (Berlin)

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Erinnerungen eines Insektenforschers VI
Erinnerungen eines Insektenforschers VI
von Jean-Henri Fabre
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 36,90

5.0 von 5 Sternen "Auch vor dem Leben des Geringsten muss man Achtung haben. Wir können es nehmen, aber nicht geben" (Seite 393), 31. Dezember 2015
Fabre sagt dies zu einem Freund, der ihn fragt, warum er bei seinen Experimenten nicht auf Versuchstiere, wie zum Beispiel Meerschweinchen zurück greift. Die Grundlage für Erkenntnis basiert, laut Fabre, auf Erfahrung gezogen aus Beobachtung und Experimente. Bei den angesprochenen Experimenten handelt es sich um die Beantwortung der Frage "Woher rührt die Giftigkeit von Raupen her"? Dazu expliziert er einen Sud von Raupenextrakt auf seinen Unterarm mit dem Ergebnis: Hautreizung, Fieber und Schlaflosigkeit. Immerhin hat er für die Hautreizung auch ein Gegenmittel parat: Portulak oder Petersilie, leicht zerrieben, auf die gereizte Stelle auftragen.

Auch im sechsten Band seiner "Erinnerungen" erzählt uns der Autor auf formidable Art und Weise über das Verhalten von Insekten, u.a.:
Mondhornkäfer, Mistkäfer, Schlammarbeiterbienen, Heuschrecken, Wespenspinne, Totengräber, Kröten, Pinienprozessionsspinnerraupen etc.

Auch in diesem Band wird eine neue Person aus Fabres näherer Umwelt vorgestellt und eingeführt: sein siebenjähriger Sohn Paul, mit dem "feinen Gehör", der ihn bei seinen Experimenten unterstützt.

Auch in diesem Band wird, sozusagen als running gag, heftig auf die Evolutionstherorie und die Taxonomen geschimpft. Diese Wiederholungen nerven mich ein bisschen, ABER: die Tierbeschreibungen bzw. Schilderungen Ihres Verhaltens bzw. Entwicklung machen alles wieder wett.
So, z.B. die auf Seite 267ff wiedergegebene Schilderung der letzten Häutung einer Heuschrecke: das Auftauchen des erwachsenen Tieres aus seiner Larvenhülle.
Das ist Kopfkino at his best! In meinen Augen sind das phänomenale Naturbeschreibungen auf höchstem literarischen Niveau.

Ein Rezept zur Zubereitung von Heuschrecken gibt es auch: in Butter und Salz frittieren. Schmecken laut Fabre (Seite 243) "weitaus besser als die von Aristoteles hochgelobten Zikaden"; allerdings verlangen sie einen "robusten Magen".

Dem Buch sind zwei Essays beigefügt, einer enthält auf 37 Seiten biographische Notizen über das Leben von Fabre.

Weiterhin gilt: es ist ein Vergnügen die Erinnerungen von Jean-Henri Fabre zu lesen.


Die ältesten Lebewesen der Erde
Die ältesten Lebewesen der Erde
von Rachel Sussman
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 49,00

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolle Idee, formidable Ausführung ' deutsche Ausgabe enttäuscht, 30. Dezember 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
In Rachel Sussmans "Die ältesten Lebewesen der Erde" werden 30 Pflanzen und Tiere, die älter als 2000 Jahre sind, verteilt über alle Kontinente, porträtiert.

Sussmans Projekt kombiniert Kunst (Photographie), Wissenschaft und Philosophie zu einem tollen Amalgam.
Ihre Idee alle Organismen, die über 2000 Jahre alt zu recherchieren (die Hälfte sind erst in den letzten 30 Jahren entdeckt worden), auf allen Kontinenten zu bereisen bzw. zu besuchen und letztendlich zu photographieren gefällt mir, nein mehr noch: ich finde es klasse.

Das Buch ist ein großartiger Bildband, handwerklich sehr ansprechend gemacht, deren Illustrationen zum Verweilen einladen. Die Photographien sind nicht nur bloße Abbildungen, sondern Porträts von Individuen.
Neben den üblichen Verdächtigen, Welwitschia und Mammutbäumen, werden Seegras, Moose, Flechten, Pilze, Bäume etc vorgestellt, aber auch ein paar Tiere: Hirnkoralle und ein Schwamm.
Eine Erkenntnis aus ihrem Buch ist, das die langlebigsten Organismen nicht diejenigen sind, die besonders schnell und üppig wachsen, sondern meist diejenigen sind, die mit den größten Widrigkeiten zu kämpfen haben.
Das älteste Lebewesen der Erde sind wohl die unterirdische im sibirischen Permafrost lebenden Actinobakterien, ca. 400.000 Jahre.

Zwischen den Photos hat Sussmann Texte eingestreut, die die Entdeckungsgeschichte, Legenden und interessanten Details über die Pflanzen, Tiere und Pilze, aber auch Persönliches zum Inhalt haben.
Gerne hätte ich über einige Objekte Spezielleres erfahren, aber die Autorin hat kein Literaturverzeichnis dem Buch beigegeben.

Sussman dokumentiert nicht nur den Ist-Zustand ihrer Motive, sondern benennt auch ihre Gefährdung durch den Menschen: Feuer, Straßenbau, Einschleppen von invasiven Algen, Pilze, sind einige Gefahrenquellen.

Sussmans Photos dokumentieren auch die Geschichte des Klimawandels. Auf dem Titel z.B. ist eine steinalte Rotfichte abgebildet. Über 9500 Jahre zeigte sie ein Wachstum mit struppigen Zweigen, die direkt am Boden wuchsen, angepasst an die Schneehöhe des Lebensraumes. In den letzten 50 Jahren hat die Fichte aufgrund der Erwärmung ihre Wachstumsstrategie geändert: nun investiert sie in einen großen, spindeldürren Stamm.

Für mich persönlich waren die highligths des Buches, der Unterirdische Wald (in Südafrika) und die abgespacte Llareta (aus Chile). Pflanzenformen, die einfach unglaublich spektakulär sind.

Ein Wort zur deutschen Ausgabe: Das Buch ist etwas kleiner geraten, als die englische Ausgabe. Richtig störend ist aber, meiner Meinung nach, dass alle Bilder mit einem schwarzen Rahmen versehen wurden (die Orginalausgabe zeigt einen weißen Rand). Dies verändert den Charakter des Buches und der Bilder eklatant: ich empfinde sie als düster, die Weite (gerade der Landschaftsaufnahmen) geht verloren.
Die beigefügte Abbildung zeigt oben, die amerikanische Ausgabe (weißer Rahmen) unten die deutsche Ausgabe (schwarzer Rahmen).

Ich empfehle das Buch gerne weiter, aufgrund des Layoutes würde ich zur amerikanischen Ausgabe raten.
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Erinnerungen eines Insektenforschers VII: Souvenirs entomologiques VII
Erinnerungen eines Insektenforschers VII: Souvenirs entomologiques VII
von Jean-Henri Fabre
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 36,90

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Schön ist nicht, was schön ist, sondern was man liebt“ (S. 275), 18. November 2015
Fabre bezieht dieses Motto auf eine Schmetterlingsart, den Echten Sackträger: das unscheinbare Weibchen wird vom farbenfrohen Männchen begehrt.
Aber dieser Spruch ist auch eine gute Metapher für die Liebe Fabres zu seinen Studienobjekten, den Insekten.
In diesem 7. Band seiner Erinnerungen zeigt der Autor wieder großes Kino: es geht um Mord, z.B. das Gemetzel der Laufkäfer, die erst eine Weinbergschnecke und dann einen dicken Maikäfer massakrieren.
Aber auch Begehren: 40 riesige Große Nachtfaltermännchen schwärmen in Fabres Haus, um das gefangen gehaltene Weibchen zu beglücken.
Um Sex: vier Wochen lang reitet der Eichenheldbock auf seinem Weibchen, um dann, nach ein paar Tagen, nach der letzten Eiablage entkräftet, tot zusammen zu sinken.

Und erzählt wieder tolle Geschichten als großer und genauer Beobachter der Tiere.
Mir hat die Geschichte vom Eichelbohrer besonders gut gefallen.
Diese besitzen einen Riesenspieß, eine „lächerliche Nase“. Fabres Vermutung ist, dass dieser riesige Bohrer zur Eiablage verwendet wird.
Aber der Autor benötigt Gewissheit. Wie schafft er das? Durch Beobachtung.
Da die Studienobjekte den Unbill des Wetters, sprich: starker Wind, ausgesetzt sind, nimmt er sie mit nach Hause.
Bei der Beobachtung wird, wieder einmal, die ganze Familie eingespannt: zu dritt überwachen sie nun abwechselnd das Tier: Nach acht Stunden ist es soweit: das Insekt scheint fertig und zieht seinen Bohrer aus der Eichel zurück. Aber: der Eichelbohrer verlässt die Eichel, ohne die Bohrung zu nutzen (= kein Ei sichtbar).
Während weiteren Untersuchungen findet Fabre heraus, dass jeweils ein Ei am Fruchtboden der Eichel ist. Wie kommt nun das Ei in den mit Spänen verstopften Kanälen auf den Grund der Eichel?
Dafür seziert er ein Exemplar und entdeckt eine hornartige Stange, das Legewerkzeug, fast ebenso lang wie der Bohrer.
Die Eiablage ist also geklärt: zuerst wird gebohrt, dann setzt der Käfer sein Hinterleibsende auf das (Bohr-) Loch. Das Legewerkzeug fährt aus, legt das Ei ab und gleitet blitzschnell wieder in den Bauch zurück. Dies geschieht für den Beobachter total unauffällig.
Klasse Jean-Henri Fabre!

Neben Tierbeobachtungen erfahren wir auch ein paar autobiographische Skizzen: Fabre wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, Schuhe trug er z.B. nur sonntags. Als Kind musste er 24 Enten hüten und fing schon in diesem Alter an sich für Insekten, insbesondere Käfer und Fossilien zu interessieren.

Das erfolgreiche Übersetzungsteam, bestehend aus Friedrich Koch, dem Übersetzer und Heide Lipecky, als Lektorin, die verantwortlich für die lebhafte, einfühlsame Übersetzung der letzten sechs Bände waren, hat mit diesem Band Verstärkung erhalten: Ulrich Kunzmann. Glück auf, dass die Übersetzungsarbeit weiterhin so formidabel wie bisher gelingt.

Das Buch enthält eine Zugabe von Anita Albus, die sich mit dem Thema „Fabre und Proust“ beschäftigt.


Ihr eigen Fleisch und Blut: Ein Kay-Scarpetta-Roman
Ihr eigen Fleisch und Blut: Ein Kay-Scarpetta-Roman
von Patricia Cornwell
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,00

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nichts Neues - "Timeout", 5. Oktober 2015
Es ist Donnerstag, der 12. Juni, der Geburtstag der Gerichtsmedizinerin Dr. Kay Scarpetta. Zusammen mit ihrem Mann Benton Wesley, einem FBI-Agenten, will sie für eine Woche nach Miami in die Ferien fahren.
Aber eine Mordserie verhindert ihre Abreise. Das Pikante: die Morde wurden in unmittelbarer Umgebung ihrer Wohnung begangen.
Außerdem wurde Scarpettas Kreditkarte in den letzten Wochen missbraucht und sie erhält merkwürdige Dinge, die dem Leser klar machen: der Mörder spielt mit ihr.

Der Spannungsbogen der Geschichte, wird durch die ständige Rückblenden in das Beziehungsgeflecht der Hauptprotagonistin zerstört.
Die Figur der Gerichtsmedizinerin entwickelt sich überhaupt nicht weiter. Wer die letzten Teile der Serie gelesen hat, bekommt beim Lesen der Gedanken von Scarpetta über ihre engsten Freunde ein Dauer déjà-vu. Kurz: es nervt.
Zumindest das „Marino-bushing“ wird manchmal unterbrochen vom eingestreuten Lob (S. 168: „Marino ist ein Spitzenermittler“).

Den Vogel schießt Cornwall aber mit dem Auftauchen einer Person ab, die in einem früheren Roman abgetreten ist. Nach der „Reaktivierung“ Benton Wesleys nun also noch einmal eine "Wiederauferstehung".

Nach meinem Dafürhalten wäre eine „Auszeit“ in der Serie wünschenswert, um einfach ein paar neue Ideen einfließen zu lassen.

Allerdings ist damit wohl nicht zu rechnen, da der Roman mit einem cliffhanger endet.
Eigentlich können Leser der Kay Scarpetta Saga „Ihr eigen Fleisch und Blut“ überspringen, da der nächste Teil der Serie – wahrscheinlich – mit der Zusammenfassung dieses Buches beginnt und sich so den hohen Preis von 24€ sparen

Warum doch noch zwei Sterne? Im mittleren Teil schreibt Cornwall (in kleinen Abschnitten während ihrer Arbeit bei der Tatortbesichtigung) wie früher: sie erzählt die spannende Ermittlungsarbeit von Kay Scarpetta.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 11, 2015 1:53 AM MEST


Der Susan-Effekt: Roman
Der Susan-Effekt: Roman
von Peter Hoeg
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kurzweilige Urlaubslektüre, 7. September 2015
Rezension bezieht sich auf: Der Susan-Effekt: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die "great Danish Family" (Time Magazine) hat echte Probleme:
Der Vater Laban (Komponist und Musiker), ist mit einer 17jährigen Maharadschatocher durchgebrannt, die Mutter Susan (Experimentalphysikerin) wegen versuchten Totschlags in Haft, der Sohn Harald, befindet sich im Gefägniss wegen versuchten Antiquitätenschmuggel und die Tochter Thit ist mit einem Priester des Kalitempels durchgebrannt.

Um sich und ihre Familie zu retten, soll Susan das Protokoll der letzten Sitzung einer Geheimgesellschaft besorgen. Diese mysteriöse Organisation, die sogenannte „Zukunftskommission“ beschäftigt sich mit den Voraussagen von politischen und wirtschaftlichen Ereignissen.
Dazu verwendet Susan ihre besondere Gabe: in ihrer Gegenwart sind die Menschen aufrichtig und erzählen die Wahrheit.
Und nun beginnt die Actionkomödie.

Es gibt Intrigen, Physik, Morde, Politik, Verfolgungsjagden, was zum Lachen, Musiker, die mit ihrem Gesang Hasen betören, Action, Sex, Erhellendes zum Thema Eltern und Kindern, Atomwaffen, ein Kuhfuß, das Rezept von perfekten Croissants und eine starke Heldin: Susan.

Kurz die ideale Strandlektüre.

(Bei einer Neuauflage, sollte der Verlag den Druckfehler S. 345, Zeile 9 von „wie“ in „wir“ korrigieren).


Das kleine Buch der botanischen Wunder (Beck'sche Reihe)
Das kleine Buch der botanischen Wunder (Beck'sche Reihe)
von Ewald Weber
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nette Plaudereien über Pflanzen, 7. September 2015
Natürlich sind die üblichen Verdächtigen dabei:

Die größte Pflanze (Küsten Mammutbaum)
Die größte Blüte (Rafflesia)
Die kleinste Blütenpflanze (Wolffia microscopia)
Die urtümlichste Baumart (Wollemi Kiefer)

Aber Weber berichtet auch über Vermehrung, Zusammenleben der Pflanzen und stellt u.a. die banale Frage „Wie viele Pflanzenarten gibt es eigentlich?“

Er macht neugierig, wenn er über das ungewöhnliche Zusammenleben der Pflanzen und Tiere berichtet – über Frösche, die in Kannenpflanzen hausen oder über die kubanische Marcgravia, deren "Hasenohren-Blätter" etwas mit der Sonartechnik der Fledermäuse zu tun haben.

Gibt es Anlass zur Kritik?
Ja, der (teilweise) oberlehrerhafte Ton (S. 27 "auf diesen Baum werde ich in Kapitel 5 zu sprechen kommen", S. 110: "sie erinnern sich an Kapitel 10", S. 140 "habe ich in Kapitel 2 vorgestellt") nervt. Auch fand ich die Umschreibung einer Motorsense (oder Freischneider) durch "mit einem dieser lärmenden Dinger" Seite 34, nur mäßig witzig.
Die Abbildungen sind m. M. nach nicht geschickt ausgewählt, während häufig abgebildete Pflanzen wie Küchenschelle, Schuppenwurz oder Kannenpflanze im Buch illustriert werden, fehlen beispielsweise Zeichnungen der (selten gezeigten) kleinsten Pflanze oder etwa das "Hasenohr-Blatt" der Marcgravia. By the way: die Zeichnungen von Sonia Schadwinkel fand ich gut, da sie naturalistisch die Pflanzen wiedergeben.
In dem auf sieben Seiten aufgeblähten Literaturverzeichnis wird das Buch von Düll & Kutzlnigg fünf mal aufgeführt, hier wäre eine Reduktion der Anzahl sinnvoll.

Sehr gelungen fand ich die Kapitel "Die Palme mit der Nabelschnur" und "Pflanzen, die den Schall beherrschen".
Hier erzählt Weber lebhaft und spannend wie man sich die Evolution der Seychellen Palme vorzustellen hat bzw. welche Echolot-Experimente die Botaniker durchführten, um herauszubekommen welche Funktion die "Hasenohr-Blätter" haben.


Der Anhalter: Ein Jack-Reacher-Roman (Die Jack-Reacher-Romane, Band 17)
Der Anhalter: Ein Jack-Reacher-Roman (Die Jack-Reacher-Romane, Band 17)
von Lee Child
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Pageturner mit Schwächen, 7. Juli 2015
In „Der Anhalter“ schildert Lee Child ein neues Abenteuer seines Helden Jack Reacher, auf seiner Odyssee durch Amerika.
Von Nebraska kommend versucht Reacher per Anhalter nach Virginia zu kommen.
Die Insassen des ihn mitnehmenden Wagens sind zwei Männer und eine Frau. Schnell wird Reacher klar, dass hier etwas nicht stimmt und die Geschichte nimmt Ihren Lauf...
Ich fand das Buch spannend geschrieben und habe es binnen drei Tagen ausgelesen.
Der Autor überrascht mich als Leser mit immer wieder neuen, überraschenden Wendungen und Figuren. Am Ende des Buches kommt es zum Showdown und auch hier wird noch einmal eine Schippe Spannung/Überraschung draufgelegt. Wobei er es diesmal meiner Meinung nach übertreibt, kurz: ziemlich haarsträubend.

Childs Stil ist schnörkellos und kühl, aber mit Pagetuner Qualitäten.
Was mir nicht gefallen hat ist das kaltblütig Töten des Protagonisten, wenn ich richtig mitgezählt habe, mit in dieser Geschichte über zwanzig Toten.
Amerikaner gefällt diese Selbstjustizmentalität wohl sehr gut: Jack Reacher Filme werden z.B. mit den Slogan "The law has limits - he does not" beworben.
Was ich auch nicht gut fand ist der Text des Klappentextes, liest man ihn genau, ist nämlich mehr oder weniger der Inhalt bis auf Seite 233 zusammengefasst. Gerade beim Lesen eines Krimis ist diese Stoffzusammenfassung nervig.

Zusammengefaßt: Mir hat „Der Anhalter“ gut gefallen und ich freue mich auf den nächsten Teil der Jack-Reacher-Saga.


Tod zwischen den Zeilen: Commissario Brunettis dreiundzwanzigster Fall
Tod zwischen den Zeilen: Commissario Brunettis dreiundzwanzigster Fall
von Donna Leon
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,00

1 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Frühling, Bücherraub, Mord - Fall 23, 29. Mai 2015
Es ist Frühling in Venedig. Das schöne Wetter treibt die Menschen nach Draußen, auch Commissario Guido Brunetti.
Alle sind gut gelaunt und glücklich. Alle, wirklich alle? Nein, eine Venezianerin ist es nicht: Dottoressa Fabbiani, Chefbibliothekarin der Biblioteca Merula.
Sie berichtet dem Commissario, das aus mehreren alten, wertvollen Büchern Seiten herausgetrennt und gestohlen wurden.
So, man möchte fast sagen harmlos, beginnt der neue Krimi von Donna Leon. An deren Ende Mord und Totschlag steht.

Auch der neue Fall enthält das gewohnte Amalgam: einen spannenden plot, witzige bzw. gute Dialoge, glaubwürdige Charaktere, Bezug auf aktuelle Verbrechen, Familienleben Brunetti und eine super location, nämlich Venedig.

Einmal mehr steht im Mittelpunkt der Geschehnisse Brunettis Liebe zu alten Sprachen und antike Autoren.
Warum er die alten Bücher überhaupt lese wird er an einer Stelle im Buch gefragt, seine Antwort (Seite 193): „Wahrscheinlich deshalb, weil ich die alten Zeiten mag. Darüber zu lesen macht uns klar, dass wir uns in all den Jahrhunderten eigentlich kaum verändert haben.“


Blendung: Ein Kay-Scarpetta-Roman
Blendung: Ein Kay-Scarpetta-Roman
von Patricia Cornwell
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Langatmig - misanthropisch - uninteressant, 29. Dezember 2014
Das Schlimmste was man über einen Krimi sagen kann ist: er ist langweilig. Kurz dahinter kommt langatmig. Und ja, der neue Krimi von Patricia Cornwall ist zum großen Teil langatmig geschrieben.
Der Spannungsbogen der Geschichte, in dem aktuellen Fall "Blendung" der Gerichtsmedizinerin Kay Scarpetta, wird durch ständige Rückblenden in das Beziehungsgeflecht der Hauptprotagonistin zerstört.
Überhaupt ist die Welt von Kay Scarpetta wieder stark dichotom geteilt. Auf der einen Seite der „gepflegte, makellose, elegante“ Benton (Kays Lebensgefährte) und die hyperintelligente Nichte Lucy, auf der anderen Seite die anderen: Kays Schwester („egoistisch und mit dem Leben unzufrieden“, „alt und schwabellig“) und Kays Mutter („klein und dick“). Das „Marino-bushing“ (inzwischen wieder bei der Polizie beschäftigt) geht munter weiter.

Ohne auf die eigentliche „Story“ des Romans näher einzugehen, ein kurzes Zitat, wie es um die Stimmungslage von Kay steht auf Seite 452: „Menschen versagen. Alles ist fehlerhaft. Und der Zauber, mit dem wir geboren werden...verrostet, verblasst, verrottet, verfällt, verwelkt, verendet und verwandelt sich letztlich in Staub.“

Und es ist – meiner Meinung – nach kein gutes Zeichen, wenn die Autorin zum Schluss des Romans ihre Hauptprotagonistin über einen Zeitungsartikel, den der aktuellen Fall zum Inhalt hat und somit über ihren Roman sagen lässt (Seite 490): „es ist wirklich eine spannende Story..die den Pulitzerpreis gewinnen wird.“ Wobei Cornwell noch einen drauf setzt: zum Ende der Geschichte lädt Kay und ihre Nichte noch einen Obdachlosen zum Weihnachtsessen ein und was sagt der? „Ich könnte einen Engel flechten, weil Sie beide welche sind.“ Wau!

Warum doch noch zwei Sterne? Im mittleren Teil schreibt Cornwall (in kleinen Abschnitten) wie früher: sie erzählt die spannende Ermittlungsarbeit von Kay Scarpetta.


Wespennest: Ein Jack-Reacher-Roman (Die Jack-Reacher-Romane, Band 15)
Wespennest: Ein Jack-Reacher-Roman (Die Jack-Reacher-Romane, Band 15)
von Lee Child
  Gebundene Ausgabe

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Pageturner – mit äußerst brutalen Szenen, 2. November 2014
In „Wespennest“ schildert Lee Child ein neues Abenteuer seines Helden Jack Reacher, auf seiner Odyssee durch Amerika.
Von South Dakota kommend landet Reacher in einem Motel in Nebraska.
In der Bar des Hotels trifft er einen betrunkenen Arzt, der sich weigert eine zusammengeschlagene Patientin zu behandeln.
Im Folgenden gerät Reacher, ein ehemaliger Militärermittler und Scharfschütze, in das Netzwerk der Duncans, die eine ganze Gegend von Farmern erpressen und ausbeuten.
Aufgrund seines ausgeprägten Gerechtigkeitssinns schaltet sich Reacher in den Streit ein.
Nun geht es richtig los. Ich fand das Buch super spannend geschrieben und habe es binnen zwei Tagen ausgelesen.
Childs Stil ist schnörkellos und kühl, aber mit pagetuner Qualitäten. Der Autor überrascht mich als Leser mit immer wieder neuen, überraschenden Wendungen und Figuren. Am Ende des Buches kommt es zum Showdown und auch hier wird noch einmal eine Schippe Spannung/Überraschung draufgelegt.
Besonders gut gelungen ist Child die Schilderung der „location“. Man fühlt sich geradezu in dieses weite Land, meilenweit ohne Erhebung oder besser in diese Ödnis, hineingebeamt.
Was mir nicht gefallen hat, waren die häufigen expliziten Gewaltdarstellungen (hier wäre meiner Meinung weniger deutlich mehr gewesen) und das kaltblütig Töten des Protagonisten.
Amerikaner gefällt diese Selbstjustizmentalität wohl sehr gut: Jack Reacher Filme werden z.B. mit den Slogan "The law has limits - he does not" beworben.
Am Anfang des Buches wird, um das Verhältnis der Bevölkerung zu den Duncans zu illustrieren, zweimal die Geschichte vom Frosch im Wassertopf erzählt. Dabei geht es um einen Frosch, der, wenn man ihn in einem Topf mit heißem Wasser steckt, sofort herausspringt, aber wenn man ihn in einem Topf mit kalten Wasser setzt und dieses langsam erhitzt, er das nicht bemerkt und elendiglich zu Grunde geht. Diese Geschichte ist, obwohl häufig erzählt, völliger Blödsinn. Der Frosch springt – natürlich – auch bei langsam erzeugtem Temperaturanstieg aus dem Topf.

Mir hat „Wespennest“ gut gefallen und ich freue mich auf den nächsten Teil der Jack-Reacher-Saga.


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