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Rezensionen verfasst von
Karl Zaminer "charly37" (Wien)
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Hummeldumm: Das Roman
Hummeldumm: Das Roman
von Tommy Jaud
  Broschiert
Preis: EUR 13,95

5.0 von 5 Sternen Witzig und spritzig, 12. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Hummeldumm: Das Roman (Broschiert)
Was mich zunehmend stört bei den Amazon-Rezensionen: Ich will bei einem Buch keine Rezensionen über das Hörbuch lesen. Die gehören woanders hin. Ich weiß aber nicht, ob das davon herrührt, daß die Leser/Hörer das Ding an der falschen Stelle platzieren oder - wie ich eher vermute - das Amazon alle Rezensionen zusammenschmeißt, egal ob Buch oder Hörbuch. Beides ist nicht okay.

Aber nun zum Taschenbuch:

Mich hat Hummeldumm ganz ausgezeichnet unterhalten. Ich habe auch die anderen Jaud-Bücher gemocht, aber dieses gefällt mir noch um einen Deut besser. Ich finde die Charaktere ganz ausgezeichnet getroffen. Auch jetzt noch, nach zwei Wochen, seit dem ich das Buch gelesen habe, muß ich an die Protagonisten denken. Sie gehen mir nicht mehr aus dem Kopf. Und das passiert nur bei Büchern, die mir wirklich sehr gut gefallen.

Und auch wenn die Geschichte um die Gruppenreise in Namibia - natürlich gewollt - gnadenlos überzeichnet ist, ist es nicht so, als hätte das alles nicht genauso passieren können. Jedenfalls habe ich mehrmals laut auflachen müssen. Manchmal ist mir aber auch das Lachen im Halse stecken geblieben. Auch wenn ich nicht zuviel hineininterpretieren möchte: es ist schon jede Menge Kritik an Gesellschaft und Reiseveranstalter enthalten. Es "menschelt" hier an jeder Ecke. Jedenfalls hat Jaud aus diesen Ingredienzien einen witzigen und spritzigen Roman gezaubert, an dem auch - so finde ich - das Ende stimmig ist. Fast schon ein wenig rührselig, aber das schadet dem Roman nicht, ne.

Tiger fressen keine Yogis: Stories von unterwegs
Tiger fressen keine Yogis: Stories von unterwegs
von Helge Timmerberg
  Taschenbuch

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Selbstbeweihräucherung, 7. November 2010
Ich konnte mit den Geschichten des Herrn Timmerberg überhaupt nichts anfangen.

Auszug vom Umschlag: "... um in seinen Stories den Geist verschiedener Kulturen, Länder und Menschen einzufangen". Das habe ich überhaupt nicht gefunden. Vielmehr habe ich in dem Büchlein einzig und alleine Selbstdarstellung und Selbstbeweihräucherung ausgemacht. Was für ein toller Kerl der Autor doch ist! Das Buch handelt davon, welche Art von Drogen und/oder mit wie vielen und welchen Frauen er wann und wo geschlafen hat. Ist nicht wirklich spannend ...

Von Interesse an fremden Kulturen oder irgendwelcher Tiefgang diesbezüglich keine Spur. Einiges ist einfach geschmacklos (die detailierte Schilderung, wie man seinen Allerwertesten nach verrichtetem Geschäft ohne WC-Papier reinigt interessiert ja wirklich niemanden ... - ) und vieles ganz einfach blöd (der Schluß von "Viagramania".)

Tja, möglicherweise ist das eine Art von Reiseberichterstattung, die viele Anhänger hat. Ich bin keiner davon.

Die Welt ohne uns: Reise über eine unbevölkerte Erde
Die Welt ohne uns: Reise über eine unbevölkerte Erde
von Alan Weisman
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Nachdenklich ..., 29. Oktober 2010
Thema verfehlt? Oder wie ich es sehe: ein etwas irreführender Titel. Freilich verführt uns Alan Weisman in eine Welt nach uns - aber der Großteil dieses Buches handelt davon, was wir mit der Erde und deren Natur durch unsere Zivilisation und gedankenlose Ausbeutung der Ressourcen, aber auch ungewollt einfach durch unser Dasein angestellt haben und erst - so empfinde ich es - in zweiter Linie davon, welche Spuren wir hinterlassen, sollten wir von heute auf morgen (oder auch innerhalb eines längeren Zeitraumes) von diesem Planeten verschwinden. Daher wäre vielleicht der Titel: "Die Welt mit uns" oder "Die Welt durch uns" treffender.

Ändert aber nichts an der Tatsache, daß dieses Buch meiner Meinung nach ganz, ganz großartig ist. Auch wenn ich den Anfang etwas holprig finde (der Prolog über die Zapara): toll geschrieben, beklemmend oftmals. Es klagt auch an. Nicht sosehr offen, aber alleine durch die Beschreibung verschiedener unserer Machenschaften (Kernkraftwerke!).

Eine Stelle im Buch hat mich besonders berührt, weil sie in aller Kürze den Grundtenor dieses Werkes widergibt:

"Werden sich die zukünftigen Besucher bei der Sichtung von Rothamsteds außergewöhnlichem Archiv fragen, ob wir etwa versucht haben, uns selbst umzubringen?"

Dieses Buch hinterläßt mich sehr traurig und nachdenklich, und im Gegensatz zu vielen anderen Büchern wird es mir so schnell nicht aus dem Kopf gehen.

Der Koch
Der Koch
von Martin Suter
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,90

4.0 von 5 Sternen Love Food, 28. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Koch (Gebundene Ausgabe)
Ich kann die Rezensionen nicht ganz nachvollziehen, die kritisieren, daß Suter hier zuviele Themen aufgreift (Asylpolitik, Wirtschaftskriminalität, Waffenschieberei, Molekularküche ...).

Es geht einzig und alleine um das Unternehmen "Love Food" und deren Protagonisten Maravan und Andrea. Alle anderen Personen und in was sie auch immer verstrickt sind, dienen lediglich, um deren (Maravan's und Andrea's) Probleme, deren Sichtweisen und deren Handeln verständlich zu machen. Es stört mich keineswegs, daß diese Geschichte so vielschichtig ist. Im Gegenteil. All diese verschiedenen "Handlungsstränge" sind notwendig. Suter schreibt nichts Überflüssiges. Es ist ja auch keineswegs so, daß die Geschichte undurchsichtig dadurch wird. Auch kaut Suter die verschiedenen Themen ja nicht zu Tode...

Summa Summarum: "Der Koch" ist wieder mal ein sehr, sehr gelungener Roman von Martin Suter, wie ich finde. Wie gewohnt ganz ausgezeichnet geschrieben, glaubwürdige Charaktere, fundiert recherchiert und messerscharf widergegeben. Die Geschichte ist spannend und ließt sich äußerst flüssig.

Einzig und alleine: Den Schluss finde ich etwas misslungen. Hier wäre meiner Meinung nach etwas mehr Detail angebracht gewesen. Mir kommt es so vor, als wollte Suter das Ding so schnell wie möglich zu Ende bringen. Das ist schade. Aber das war auch schon beim "letzten Weynfeldt" so der Fall. Finde ich...

Winter in Maine: Roman
Winter in Maine: Roman
von Gerard Donovan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

8 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nichts vorhanden, 27. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Winter in Maine: Roman (Gebundene Ausgabe)
Mit großer Erwartung habe ich mich an die Lektüre dieses Buches gemacht. Ich hatte so gut wie alle Rezensionen auf Amazon dazu gelesen, was die Spannung durchaus gesteigert hat.

Ich halte "Winter in Maine" für kein gutes Buch. Es ist schnell gelesen, sehr gefällig und kurzweilig geschrieben. Das ganze Buch über habe ich aber auf irgendwas gewartet, daß die Handlungsweise von Julius Winsome erklärt oder zumindest mir näherbringt. Fehlanzeige. Warum der "Held" des Buches das getan hat, was er getan hat, bleibt für mich völlig im Dunkeln. Das zu verstehen wäre mir aber wichtig gewesen. Es ist schon klar - die Liebe zu seinem Hund. Aber ich hätte mehr in die Gefühlswelt, in das "Innenleben" des Julius Winsome eintauchen wollen. Ein bißchen zumindest. Aber da ist gar nichts vorhanden. Sicher vom Autor bewußt so geschrieben. Ich hätte es aber für so ein Buch für wichtig empfunden. Hier den Leser gänzlich seiner Phantasie und Interpretation zu überlassen, halte ich fast für ein wenig fahrlässig.

Das es so geschrieben ist wie es geschrieben ist, wird bei mir nämlich bewirken, daß ich das Buch sehr schnell vergessen und eben gerade nicht lange darüber nachdenken werde. Das Nachwirken eines Buches ist für mich ein sehr wichtiges Qualitätsmerkmal. Hier gibt es nichts, daß ein solches Nachwirken und Aufarbeiten begünstigt oder bewirkt oder gar herausfordert.

Es ist weder beschrieben bzw. versucht worden zu beschreiben, was die Einsamkeit in Julius Winsome bewirkt, vor allem nach dem Tod seines Hundes. Oder als Claire ihn verlassen hat. Ansatzweise kann man das schon durch den inneren Monolog von Julius (welcher das Stilmittel des gesamten Romanes ist) erahnen. Aber mehr nicht.

Das Ende des Buches ist offen. Das ist okay. Ein offenes Ende, daß den Leser seiner eigenen Phantasie hinterlässt ist oft sehr zu begrüßen. Hier funktioniert es leider nur sehr bedingt, weil die ganze Geschichte davor mehr als offen ist. Schade.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 24, 2012 9:38 PM MEST


Muschelstrand
Muschelstrand
von Marie Hermanson
  Gebundene Ausgabe

14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie Goldstaub, 15. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Muschelstrand (Gebundene Ausgabe)
Das ist ein Buch, das ohne Nachzudenken in meine Rubrik "Lieblingsbücher" wandert.

Die Geschichte um Ulrika, Anne-Marie, Kristina und Maja hat etwas ganz Eigenartiges an sich. Sie hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen und ich musste achtgeben, daß ich das Buch nicht zu schnell lese. Es ist kein Buch, das man schnell lesen sollte. "Es gibt Ereignisse, die so wichtig sind, daß das Erlebnis in der Zeit, in der es geschieht, keinen Platz hat. Es benötigt die zusätzliche Zeit verlangsamter Wahrnehmung." Und so gibt es auch Bücher, die zusätzliche Zeit verlangsamter Wahrnehmung brauchen. Muschelstrand ist so ein Buch.

Dieser Geschichte wohnt eine gewisse Melancholie inne, sie ist mystisch, durchwoben von wunderschöner Sprache. "Ich stand nur da und ließ die Worte wie Goldstaub auf mich fallen." - und so sind auch die Sätze dieses Buches auf mich gefallen. Ich kann die Aura dieses Buches am ehesten als Magie bezeichnen.

Zugleich hat die Geschichte mit ihren Rückblenden etwas Schweres an sich. Es ist kein leichtes oder fröhliches Buch - und es hinterläßt einem durchaus nachdenklich und auch etwas verstört.

Auch die Spannung fehlt nicht. Man kann sich zwar vieles selbst zusammenreimen, aber trotz alledem brennt man darauf, die Wahrheit um das Verschwinden der kleinen Maja zu erfahren. Oder z. B. ob und wie die Geschichte mit Ulrika und Jens weiter oder zu Ende geht. Es ist fast erstaunlich, wieviele Begebenheiten Hermansson in diesem nicht allzu dicken Buch aufgreift. Diese Begebenheiten werden sehr einfühlsam beschrieben, aber kaum zu Ende geführt. Vieles bleibt offen. Auch das Ende der Geschichte befriedigt nicht wirklich. Was aber meiner Ansicht nach der Qualität dieses Buches überhaupt keinen Abbruch tut. Ganz im Gegenteil.

Beenden möchte ich meine Rezension mit einem abgeänderten Zitat aus dem Buch:

"Es gibt Bücher, die einen Schlüssel zu uns haben. Die Räume aufschließen können, die wir immer in uns haben, aber in denen wir noch nie waren. Zu diesen Büchern haben wir eine besondere Beziehung"

Russendisko: Mit CD der original Russendisko-Musik
Russendisko: Mit CD der original Russendisko-Musik
von Wladimir Kaminer
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,90

13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Fast Food, 15. Februar 2007
Wladimir Kaminer hat eine neues Genre in der Schriftstellerei kreeirt: die Fast-Food-Literatur!

Seine "Russendisko" diente mir als Öffi-Lektüre. Als solche ganz gut geeignet. Seine Ultra-Kurz-Geschichten lesen sich schnell und leicht. Sie sind schnörkellos geschrieben. Was an und für sich nichts schlechtes ist. Mitten drinnen aber dachte ich bei mir: Gibt's denn das? Kann jemand Geschichten über sich selbst, sein Leben, seine Familie mit so wenig Pathos schreiben? Ja, jemand kann. Kaminer! Da ist kein Fünkchen Leidenschaft drinnen. Kein bißchen Seele. Man kann das durchaus als Stilmittel durchgehen lassen, ja sogar als Kunstform gelten lassen. Ich versuchte, Attribute zu finden, um seine Geschichten zu beschreiben. Es sind mir keine eingefallen. Spannend, witzig, ironisch, traurig, fröhlich usw. - von alledem keine Spur. Die Kurzgeschichten sind so belanglos, das es fast schon weh tut.

Irgendwann viel mir ein passender Vergleich für seine Stories ein: Fast Food!. Schnell gelesen, "schmeckt" auf Dauer schal, satt macht es auch nicht richtig. Und wird bald fad.

So sehe ich die Geschichten des Wladimir Kaminer, welche möglicherweise sehr gut in die jetzige Zeit passen. Mir aber sind sie zu wenig. Ich mag Vollwertigeres. Ich kann mir aber vorstellen, daß diese Art der Literatur viele Anhänger hat. Ich bin keiner davon.

Eine kurze Geschichte von fast allem
Eine kurze Geschichte von fast allem
von Bill Bryson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was für ein Buch!, 30. Januar 2007
Das erste Mal ist mir das Buch beim Schlendern durch ein Buchgeschäft aufgefallen. Nanu? - dachte ich mir - was tut Bill Bryson im Naturgeschichte-Regal? Ich hatte vor noch nicht allzu lange Zeit sein "Reif für die Insel" gelesen (welches übrigens großartig ist) und daher dachte ich, daß der Autor dieses Buches vielleicht nur ein Namensvetter ist, da ich Bryson nur vom "Reisebericht-Milleau" her kannte.

Weit gefehlt. Der Mann kann auch noch was anderes. Und wie! Ich habe mir "Eine kurze Geschichte von fast allem" aufgrund der guten Rezensionen ausgeliehen und noch während des Lesens bestellt.

Ich bin begeistert. Restlos. Schon lange her, seitdem ich ein Buch so "gefressen" habe. Das Naturgeschichte so spannend sein kann, habe ich nicht gewußt. Naturgeschichte schon, aber nicht, daß man darüber so fesselnd schreiben kann. Und witzig! Die Anekdoten über die zum Teil schon sehr verschrobenen Wissenschaftler lockern das Ganze unheimlich auf. Bill Bryson ist ein begnadeter Schriftsteller, das steht für mich fest.

Gut, gestandene Wissenschaftler werden vielleicht sagen, daß dieses Buch zu oberflächlich ist, zu wenig detailiert, das wichtige Gebiete der Erdgeschichte fehlen oder nur am Rande erwähnt sind. Aber für Wissenschaftler ist dieses Buch auch nicht geschrieben. Dieses wunderbare Werk ist für Menschen geschrieben, die mit offenen Augen durch die Welt gehen und sich des Wunders des Lebens sehr wohl bewußt sind, sich auch für die Erdgeschichte interessieren, ohne diese aber als Hobby oder Leidenschaft zu betrachten.

Ich las dieses Buch teilweise mit offenem Munde. Bill Bryson vermag es, einem die verschiedenen Fachgebiete so eindringlich, so klar, so begeisternd, so beseelt, so spritzig, so überaus spannend näherzubringen, daß mir manchmal fast der Atem weggeblieben ist.

Seine Abhandlung über die Größe des Universums zum Beispiel gehört zum Besten, was ich diesbezüglich je gelesen habe. Bryson schafft es wirklich, daß man irgendwie eine Vorstellung darüber bekommt - und erzeugt damit nahezu ein "kosmisches Gefühl" beim Lesen ...

Oftmals habe ich das Buch weg gelegt habe, um meine Gedanken ziehen zu lassen ...

Man kann Bill Bryson gar nicht genug für dieses Buch danken!

Nachtzug nach Lissabon: Roman
Nachtzug nach Lissabon: Roman
von Pascal Mercier
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchwachsen ..., 7. Dezember 2006
Dieses Buch konnte die Erwartungen (aufgrund des Themas und der überbordenden Rezensionen) leider nicht ganz erfüllen.

Dabei: Zweifelsohne sehr gut und gefällig geschrieben. Die Story selbst hervorragend: Ein älterer Gymnasialprofessor namens Raimund Gregorius, genannt "Mundus" - ein Ausbund von Zuverlässigkeit und Seriösität - wirft aufgrund eines an und für sich banalen Ereignisses (er liest eine Portugiesin auf einer Brücke auf und in weiterer Folge fällt ihm ein Buch in die Hände) - sein Leben über den Haufen, lässt alles hinter sich und begibt sich nach Portugal, um das Leben des Autors besagten Buches - Amadeu Prado - aufzurollen bzw. dieses zu beleuchten. Seine Recherchen führen Mundus mit Zeitgenossen Prados (Schwester, Freund, Geliebte usw ...) zusammen und er verwickelt sich immer tiefer in das Leben und die Zeit Prados ...

Ein Stoff, aus dem meine Leseträume sind. Und phasenweise hat mich dieses Buch wirklich überzeugt. Gewisse Begebenheiten und Begegnungen zwischen Menschen und/oder Stimmungen sind schon einmalig beschrieben. Es gibt allerdings auch zuhauf Passagen, die lesen sich schon ziemlich zäh.

Aber die eigentlichen Gründe dafür, dass ich nur drei Sterne vergeben kann, sind andere. Zum einen die Person des Herrn Gregorius: Ich kann ihn nicht verstehen. Ich mag exzentrische oder vielmehr nicht alltägliche Figuren, aber Gregorius ist mir denn doch zu eigenartig. Was will der Mann eigentlich? Wonach sucht er? Und warum zum Teufel benimmt er sich oft so bescheuert? Mercier konnte mir die Gedankenwelt und die Handlungsweise seines Protagonisten nicht wirklich näher bringen.

Zum anderen bleibt die Figur des Amadeu Prado - soviel wir von und über ihn auch lesen - merkwürdig farblos.

Und: dem Buch fehlt ganz eindeutig ein Ende. Nicht jedes Buch braucht eines - dieses aber schon. Ich habs nur nicht gefunden ...

Der Schatten des Windes
Der Schatten des Windes
von Carlos Ruiz Zafón
  Taschenbuch

385 von 416 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen im himmel der grossartigen bücher, 21. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Schatten des Windes (Taschenbuch)
ich bin restlos begeistert! so muss literatur sein! ich habe selten phantasievolleres gelesen. ich kann nachdenken, soviel ich will, ich finde nichts, was hier nicht passt. die geschichte ist abenteuerlich und spannend, die handlungsstränge geschickt angeordnet, manchesmal nahezu atemberaubend. die „idee" des buches ist geradezu genial. emotionen kommen nicht zu kurz. die charaktere sind stimmig und wundervoll beschrieben.

die geschichte um daniel, der im friedhof der vergessenen bücher ein werk eines gewissen julian carax findet und sich auf die spur dieses schriftstellers begibt, ist ein abenteuerroman ohne gleichen. aber sie ist mehr als das: sie ist auch eine tragische liebesgeschichte. kann sein, dass sie manche für etwas kitschig halten. aber das ist sie nicht.

und das gute daran: ganz, ganz toll geschrieben in einer wunderschönen sprache. atmosphärisch unheimlich dicht. zum träumen. man versinkt in dieser geschichte wie in einer wolke. für mich ist das literatur in seiner schönsten form.

ich lese sehr viel und unter vielen, vielen wunderbaren büchern sind nicht sehr viele untergekommen, nach deren genuss ich wirklich traurig war, dass ich das buch fertig gelesen hatte. „der schatten des windes" ist definitiv eines davon.

dieses buch ist eine einzige hommage ans lesen. ein meisterwerk. es kommt für mich nicht in den friedhof der vergessenen bücher, sondern in den himmel der grossartigen bücher.

Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 24, 2012 5:12 PM MEST


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