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Rezensionen verfasst von
All is Illusion "Phantast"

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Zazen oder der Weg zum Glück
Zazen oder der Weg zum Glück
von Abt Muho
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Mehr Biographie als Zen-Philosophie, 13. März 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Zazen oder der Weg zum Glück (Taschenbuch)
Dieses Buch ist im Wesentlichen autobiographischer Natur und beschreibt damit vornehmlich den Weg eines westlichen Menschen in ein asiatisches Kloster sowie die dortige Lebensweise auf praktischer Ebene. Dies geschieht durchaus unterhaltsam und informativ, insbesondere da der ursprünglich deutsche Autor mit Vorurteilen und falschen Vorstellungen aufräumt, die bei uns sicherlich weit verbreitet sind, von östlichen Autoren aber meist nicht hinreichend behandelt werden. Da gerade romantische Vorstellungen (die bei einem Kurzurlaub oder Besuch im Kloster durchaus zutreffend sein mögen) mit der Entscheidung sein Leben vollkommen umzustellen aber weitgehend ausgeräumt werden, wird hier eine eher verklärte Sichtweise beschrieben, die wenig Enthusiasmus fördert. Das mag durchaus realistisch sein, als Leser hatte ich jedoch nicht das Gefühl, dass mir hier auf überzeugende Weise "der Weg zum Glück" beschrieben wird. Muho macht auf mich durchweg einen ziemlich trübsinnigen und unglücklichen Eindruck. Tatsächlich bekennt er auch über längere Zeit unter Depressionen gelitten zu haben, scheint mir aber auch am Ende des Buches bestenfalls zu einem 'akzeptablen Kompromiss' mit dem Leben gekommen zu sein anstatt wirkliches Glück gefunden zu haben. Da der Text zweifellos auf jeden Leser eine andere Wirkung hat, war für mich das größte Manko allerdings, dass der philosophische Aspekt deutlich zu kurz kommt. Es wird weder versucht, dem Leser den Kern des Zen zu vermitteln, noch lassen sich an Hand der praktischen Umsetzung entsprechende Erkenntnisse ableiten.

Wer daran interessiert ist wie das Leben eines Mönchs in der Praxis aussieht wird hier gut bedient, wer versucht, dem Zen selbst näher zu kommen, sollte eher zu Suzuki greifen.


Dämonenzeit
Dämonenzeit
von Stephan Russbült
  Broschiert

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Es scheint kein gutes Buch zu sein..., 20. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Dämonenzeit (Broschiert)
Normalerweise verfasse ich keine Rezension zu jedem Buch, das mir nicht gefallen hat, aber in diesem Fall muss ich einen Kontrast zu den bisherigen Kritiken anbieten, insbesondere nachdem ich es überhaupt nur aus Gehässigkeit zu Ende gelesen habe.

Zuerst einmal missfällt mir das Übermaß an Fehlern in dem Buch. Dies ist mehr die Schuld des Verlags als die des Autors, in jedem Fall empfinde ich es aber als ausgesprochen störend wenn man im Durchschnitt auf jeder zweiten Seite einen findet. Zudem handelt es sich nicht nur im einfache Rechtschreibfehler, sondern teilweise um grammatikalische und inhaltliche Patzer wie falsche Flexion oder gar falsche Namen beim Bezug auf Charaktere, die den Lesefluss sehr hemmen.

Von dem Schreibstil selbst bin ich allerdings auch überhaupt nicht begeistert, Anfängerfehler wie Wortwiederholungen und eine übermäßige Verwendung des überflüssigen Füllwortes "scheinen", findet man en masse. Den Charakter und die Sprache Baazlabeths empfand ich als über die Maßen ermüdend und gezwungen komisch. Von Anfang bis Ende wird nur wiederholt wie grausam und böse er sein will, wie viele Menschen er immer wieder umbringt und wie egal ihm alles ist. Egal war dem Autor wohl auch, dass der Charakter keinerlei Tiefe oder Selbstreflektion, dafür jedoch ein unerträgliches Maß an Dummheit und Inkompetenz zur Schau stellt. Dies mag für einen absichtlich so konzipierten Nebencharakter akzeptabel sein, jedoch nicht bei dem Protagonisten.

Inhaltlich hat die Geschichte ebenfalls nichts zu bieten, was wiederum zur Langeweile beiträgt. Ich hatte zwar nicht das Gefühl, dass der Autor keinen Plan hatte wie die Geschichte verlaufen und ausgehen soll, ich frage mich jedoch wie man mit einem so dünnen roten Faden zufrieden sein kann. Immer wieder stolpert Baazlabeth in Denkfallen, Fettnäpfchen und Irrtümer, die seine vermeintlichen bisherigen Leistungen zunichte machen. Dies bekommt er sogar immer wieder vorgehalten und auf den letzten Seiten wird schließlich erklärt wie er seinen Auftrag schon am ersten Tag seiner Mission hätte erfüllen können. Für mich stellt dies nur eine unfreiwillige Selbstbezüglichkeit zum Roman dar, der auch nicht länger als 50 Seiten hätte sein müssen um die Geschichte zu erzählen.

Die zuhauf geschilderten Kämpfe sind genauso unbeeindruckend und leiden unter ewig gleichen Formulierungen wie das unspektakuläre und unzufriedenstellende Ende, das abermals ein Wiederkauen desselben faden Breis darstellt.

Da der Protagonist ein Dämon ist, finden sich hier also auch die üblichen Themen bekannter Fantasy-Romane (Liebe, Freundschaft, Mut, Bewältigung von Ängsten und ausweglosen Situationen, etc.) nicht wieder, die fehlende Differenzierung allerdings mit der Begründung "ein Dämon ist eben kein Mensch" zu überspielen ist mir jedoch eindeutig zu dünn. Die einzig erkennbare Botschaft, Fortschritt und Wissenschaft müssen zugunsten von Unwissen und Aberglaube bekämpft werden halte ich zudem bestenfalls für fragwürdig. Der grundlegenden Prämisse ein Buch aus der Sicht eines Dämons zu schildern, die durchaus interessant ist und einen (den) Hauptkaufgrund darstellt, wird es somit bedauerlicherweise nicht gerecht. Ein 'böser' Charakter muss einfach mehr tun als abwechselnd Leute mit Beleidigungen/Drohungen zu bedecken oder sie zu töten um überzeugend zu sein.

Insgesamt leidet der Roman also an fehlendem Tiefgang, kreativen Ideen und schwachem Stil, scheitert jedoch zuletzt daran, dass der Hauptcharakter nicht wirklich überzeugend 'böse' sondern einfach nur lachhaft ist. Der eine Stern ist dafür, dass ich doch gelegentlich gelacht habe, wenn auch über die Dämlichkeit einiger Aussagen.

P.S. Ich habe das erste Buch nicht gelesen und mir war bis eben (da es sich um einen spontanen Kauf von anderer Stelle handelte) auch nicht bewusst, dass es sich um eine Fortsetzung handelt, ich hatte jedoch nicht das Gefühl, dass mir irgendwelches Vorwissen fehlt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 6, 2013 10:32 PM CET


Various Artists - Clubtunes On DVD 6
Various Artists - Clubtunes On DVD 6
DVD ~ Tom Novy
Preis: EUR 12,77

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Inhalt/Preis ausgezeichnet, Qualitätstechnisch schwach, 18. April 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Various Artists - Clubtunes On DVD 6 (DVD)
Zuerst ist zu sagen, dass ich diese DVD im Wesentlichen gekauft habe um die Unterschiede zwischen (dem kaum verbreiteten) 5.1 und (fast ausschließlich üblichen) 2.0 Ton bei Musik zu vergleichen. Entsprechend enttäuscht war ich daher schon als ich feststellen musste, dass hier auch nur Stereo-Ton zu finden ist. Da ich mich allerdings vor dem Kauf nicht ausreichend informiert hatte, sondern einfach davon ausgegangen bin, dass der Sinn einer Musik-DVD in hochwertigem Surround-Ton liegt, handelt es sich um eine Fehleinschätzung meinerseits, die ich nicht grundsätzlich als Kritik anführen kann, will jedoch auf den Umstand hinweisen.
Kritisieren will ich jedoch die schwache Qualität der DVD im Allgemeinen und muss damit FilmFans Aussage widersprechen. Es handelt sich um eine DVD5, was meines Erachtens von vornherein ungeeignet für mehr als 60 Minuten Material ist, da die starke Komprimierung zu einer sichtbar/hörbar schlechteren Qualität führt. Das Videomaterial weist an vielen Stellen störende Kompressionsartefakte in Form von Blöcken oder stark verwaschenen Texturen auf. Da es weniger um die Clips als die Musik geht, könnte man darüber noch hinwegsehen wenn diese in ausgezeichneter Qualität vorzufinden wäre, doch auch hier wurde auf kontraproduktive Art gespart. Die Tonspur ist mit 224 kbit/s in dem selbst bei Film-DVDs veralteten und schon lange unüblichen MP2-Format komprimiert, was ebenfalls an vielen Stellen zu deutlich hörbaren Artefakten führt. Für anspruchsvolle Ohren ist diese Bitrate selbst bei moderneren Codecs wie MP3 nicht ausreichend, geschweige denn bei seinem Vorgänger.
Da hier jedoch immerhin 34 Musikstücke inklusive Videoclip für einen ausgezeichneten Preis angeboten werden, gebe ich immer noch drei Sterne, kann jedoch für mich keinen Vorteil gegenüber einer CD finden.

P.S. Die DVD Deadmau5 - Meowingtons Hax: Live from Toronto macht im Vergleich hierzu alles richtig, der Ton ist in 5.1 und guter Qualität zu finden. Einen nennenswerten Gewinn von 5.1 gegenüber 2.0 kann ich jedoch auch hier leider nicht ausmachen.


Audio-Verlängerungskabel, Klinke-Klinke 3,5mm, 10 Meter [PC]
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Wird angeboten von Petaloutha24 - Versandkostenfrei Deutschlandweit
Preis: EUR 3,61

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Minderwertige Verarbeitung, 22. Dezember 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Vorweg ist zu sagen, dass die Übertragungsqualität gut ist und den Erwartungen an ein Produkt dieser Preisklasse entspricht.
Bedauerlicherweise ist es äußerst anfällig für Beschädigungen, wie sich nach nur vier Wochen kaum nennenswerter Belastung (Bewegung durch Anschluss an Kopfhörer) gezeigt hat; das Kabel ist direkt unter der Buchse gebrochen. Wenn man sich dessen im Voraus bewusst ist und das Kabel nicht für einen Zweck benutzt, bei dem es bewegt wird, mag es brauchbar sein, meines Erachtens sind derartige Umstände jedoch auch für ein günstiges Produkt inakzeptabel.


Racheklingen: Roman
Racheklingen: Roman
von Joe Abercrombie
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,00

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brillante Charaktere - Meisterhafte Parabel, 16. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Racheklingen: Roman (Taschenbuch)
Bezüglich des Inhalts des Buches muss wenig hinzugefügt werden, insgesamt kann ich dem Problem der im Gesamten etwas vorhersehbaren Handlung auch zustimmen. Tatsächlich ist es das (für ihre Handlungen praktisch einzig relevante) Ziel der Hauptcharaktere eine Liste der Bösewichte im Kill Bill-Stil systematisch abzuarbeiten. Das einzig Fragliche zu beliebiger Stelle im Buch ist lediglich ob sie sich bis zum Ende durcharbeiten können oder irgendwo auf der Strecke bleiben (was man sich bei Abercrombie durchaus vorstellen könnte). Dennoch liegt die Betonung auf dem 'Großen und Ganzen', denn langweilig wird es meines Erachtens an keiner Stelle. Vielmehr ist es faszinierend festzustellen, dass man immer wieder auf überraschende Wendungen, unerwartete (durchaus bedeutsame) Zwischenfälle und haarsträubende Aktionen der Charaktere trifft. Außerdem hält auch das Ende einige (zumindest von meiner Seite) ungeahnte Offenbarungen bereit.

Somit sind auch Inhalt und Stil nicht Hauptaspekt meiner Rezension, sondern die Charaktere sind es, denen ich unbedingt einige Worte widmen muss. Wie auch hier schon erwähnt wurde sind diese tatsächlich fast ausnahmslos mäßig bis ziemlich unsympathisch oder bieten keinen rechten Ansatzpunkt um sich mit ihnen identifizieren zu können. Neben dieser Sache macht auch das recht unliebsame Ende den Roman einigermaßen schwer verdaulich. Abercrombie hat sich in diesem Werk (wie möglicherweise in der First Law-Trilogie noch) in keiner Weise mehr zurückgehalten. Er geht keine Kompromisse mit seinen Charakteren ein, macht keine Zugeständnisse an den Leser der sich gerne mit jemandem identifiziert. Die Ausdrucksweise der Charaktere ist derb bis unflätig, sie sind allesamt rücksichtslos, skrupellos, direkt und offen feindselig auch (oder gerade) untereinander. Aber sie sind auch, und das macht dieses Werk für mich so bedeutend, ehrlich. (Aus Perspektive des omnipotenten Erzählers wohlgemerkt, natürlich weniger im Verlauf der Geschichte). Abercrombie hat meisterhaft gezeichnete, überaus realistische Charaktere geschaffen wie man sie selten sieht, die aber auch schwer handhabbar sind, was vornehmlich daran liegen mag dass sie Wahrheiten, meist auch noch auf zynische oder bitterböse aber immer äußerst pointierte Art, aussprechen oder wissen (und somit dem Leser offenlegen) die man nicht gerne hört. Sie lassen Blicke in Abgründe des Menschen werfen denen man sich üblicherweise nicht stellen mag. In diesem Punkt sehe ich in diesem Werk kein Fantasybuch sondern eine brillante Charakterstudie, die die tiefsten und plastischsten Charaktere bietet, die ich aus Romanen kenne. Trotz dieser Düsternis schafft es Abercrombie regelmäßig Szenen einzubauen, die im Gegensatz zu den brutalen Ereignissen auf wunderbare Weise leicht und ermutigend sind.

Fazit: Mit diesem Werk, das auf den ersten und vielleicht auch zweiten Blick nicht leicht anzunehmen ist, offenbart sich bei näherer Betrachtung eine Geschichte, die weniger Fantasy denn eine große, zum Reflektieren anregende Parabel ist.


Sacred 2: Fallen Angel
Sacred 2: Fallen Angel
Wird angeboten von software and more
Preis: EUR 6,99

10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Inhaltlich recht gut, technisch unterste Schublade, 12. Mai 2009
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Sacred 2: Fallen Angel (Computerspiel)
Wahrscheinlich wurde das meiste schon genannt, aber da sich nach ca. 2d Spielzeit ein großer Haufen Frust angesammelt hat möchte ich dennoch die Erfahrungen mit diesem Spiel aus meiner Perspektive schildern:

Über das DRM, das auch ich für eine Unverschämtheit halte, wurde genug gesagt und es ist nichts dazu beizutragen meines Erachtens, fangen wir daher mit den positiven Punkten an:

Wie oben erwähnt ist das Spiel an sich recht gut für das, was es sein will - ein Hack'n'Slay. Die üblichen Zutaten, die nicht fehlen dürfen sind im Wesentlichen vorhanden:

- Items: Das Itemsystem in Sacred finde ich sehr gut gelöst. Gegenstände fallen immer mit einem Itemlevel, das dem Level des Mobs entspricht, der es gedroppt hat. Das führt dazu, dass man einerseits auch wirklich bessere Sachen findet, wenn die Gegner höher sind als man selbst, außerdem findet man wirklich auch brauchbare Sachen. Da dadurch, und durch die große Anzahl an (brauchbaren) Mods für die Gegenstände Seltene praktisch immer besser sind als Einzigartige ist bedauerlich, aber dafür sind nicht alle Sachen die man findet nutzlos und man rennt mit Sachen durch die Gegend, die 30 Stufen niedriger sind als man selbst. Ein weiteres gutes Feature ist die Tatsache, dass Sets (die im Gegensatz zu Einzigartigen oft sehr gut sein können) nicht vollständig festgesetzt sind in ihrem Mods, sondern diese aufgestuft werden wenn man das Item auf höherer Stufe wieder findet. Auch ein 'bronze'- oder 'silber'-Set kann daher durchaus später noch brauchbar sein.

- Charakteroptionen: Nichts nennenswertes, die sechs Klassen unterscheiden sich in ihren Hauptaspekten, die Nahkampffähigkeiten der Klassen die solche besitzen ähneln sich allerdings stark. Dennoch sind die Klassen alle interessant und gleich spielenswert.

- Wiederspielwert: Wird natürlich vor allem durch die beiden obigen Punkte hervorgerufen, und ist daher durchaus vorhanden obgleich ich fünf Schwierigkeitsgrade für etwas am Ziel vorbeigeschossen halte.

- Spielspaß: Wie genannt macht Sacred wirklich Spaß und wäre (wären nicht die negativen Punkte) ein wirklich gutes Spiel seit langem. Dass sich das Spiel selbst nicht so richtig ernst nimmt (die dummen Kommentare von Sacred 1 gibt es immer noch oder in anderer Form) stört mich nicht allzu sehr, da einige doch witzig sind und die meisten Spiele die sich zu ernst nehmen ohnehin damit versagen.

- Graphik: Die Graphik ist sehr schön anzusehen, das Gras ist überraschend gut gelungen, und die Reflexionen sowie die Schatten bewirken ein imposantes Schauspiel.

Möglicherweise denken/dachten manche "so schlimm kanns ja also nicht sein" o.Ä., so auch ich. Bedauerlicherweise kann es deutlich schlimmer sein: (meiner Gewichtung nach ansteigend nach Schweregrad)

- Geschichte: Das Spiel hat keine Story. Das lächerliche Hauptquest ist reine Makulatur. Außerdem ist es so kurz, dass, um eine sinnvolle Spielzeit pro Durchlauf zu gewährleisten unzählige Nebenquests eingefügt wurde, die man aber am besten nicht macht wenn man nicht wirklich sinnlos Zeit verschwenden will, da sie in den seltensten Fällen Belohnungen außer einem mickrigen Haufen Gold und Erfahrung geben, was man beides schneller und effektiver bekommen kann. Der Weg des Hauptquests ist (wie die 'Geschichte' dahinter) zudem oft sinnlos verschlungen, nur damit man nicht so schnell durchrennt sondern mehr Zeit damit verbringt Strecken doppelt und dreifach zu laufen. Des Weiteren werden Akte zwar (im Questlog) unterschieden, aber man bekommt davon absolut nichts mit, wenn man es nicht öffnet. Das heißt es gibt keine hübschen Videos zwischen Akten, nicht einmal Cutscenes oder irgendetwas, auf das man sich auch ohne Story freuen kann. Schade zwar, aber da es uns wahrscheinlich sowieso nicht darum geht bei einem Hack'n'Slay, kann man darüber großzügig hinwegsehen.

- Karte/Laden: Dies mag ein sehr subjektiver Aspekt sein, aber ein solches Spiel muss (natürlich) sehr schnell ablaufen. Dabei sind einige Dinge sehr hinderlich, wie Weltkarte, deren Öffnen und Schließen von einer hübschen Animation begleitet wird, die allerdings derart lange dauert, dass die Karte eher ein Ärgernis wie eine Hilfe ist. (Es mag eine dumme Angewohnheit sein, aber wenn man die Karte 10 mal pro Minute aufmacht und es jedes mal 3 Sekunden dauert stört das erheblich). Daher versucht man sich auf die Minikarte zu beschränken soweit möglich, die man temporär vergrößern kann. An sich eine gute Idee leider ist der Zoommodus dort so groß, dass man mehr sieht wenn man die Kamera einfach zurückfährt. Diesen Dingen ähnlich sind die Ladezeiten, die beim Wechsel zwischen Außenwelt und Höhlen auftreten und meines Erachtens zu groß sind oder gar nicht sein müssten. Auch ins Hauptmenü zurückzugehen und neu zu laden um zum letzten Wegpunkt zurückzukommen lohnt sich vom zeitlichen Aspekt daher oft nicht.

- Anforderungen: Wie es zwischenzeitlich zur Gewohnheit geworden ist stellt man praktisch bei jedem neuen Spiel fest, dass der Rechner schon wieder veraltet zu sein scheint. Auf einer Konfiguration mit 4 GB RAM, 8800 GT und 3 GHz dual core (die zwar nicht mehr ganz aktuell sind, aber über den empfohlenen Anforderungen liegen) läuft das Spiel bei 1680x1050 und maximalen Einstellungen nicht wirklich spielbar. In Gebieten mit vielen Reflexionen und Lichteffekten ein pures Ärgernis. Da man praktischerweise aber nur Grasqualität und Oberflächendetails, nicht aber Wasser oder Spiegelungen herabsatzen kann kann man leicht dafür sorgen dass die Graphik unansehnlich wird, die Probleme aber nur mäßig angetastet wurden (die Auflösung zu reduzieren bringt natürlich den größten Qualitätsverlust und ist für mich daher letzte Option, zumal jede kleinere Auflösung auf dem widescreen verzerrt). Dies ist ein Ärgernis, das den Spielspaß ausbremst und mir absolut unverständlich ist, da es immer wieder vorkommt. Für die Einstellungen mehr Optionen hinzuzufügen sollte durchaus im Bereich des Möglichen liegen, und dass die angegebenen Anforderungen der Wahrheit entsprechen und nicht herunterskaliert sind um den Leuten nicht zu viel Angst zu machen sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

-KI: Die miserable KI scheint im Wesentlichen nicht vorhanden zu sein. Monster laufen regelmäßig grundlos vom Charakter weg und tun nichts (ohne dass sie Fernkämpfer wären) oder bleiben einfach stehen und reagieren nicht. Dies gilt auch für Bosse, die bei ungeschickter (oder geschickter, je nach Betrachtungsweise) Positionierung des Charakters diesen nicht angreifen und so gefahrlos beseitigt werden können. Dasselbe Problem tritt auch bei Begleitern auf. Bedauerlicherweise gibt es keinen klassischen Beschwörer unter den Klassen, dennoch haben einige eine Möglichkeit einen Diener herbeizurufen. Dieser unterliegt allerdings der gleichen eingeschränkten KI und ist somit allgemein (und vor allem als Nahkämpfer für Zauberer/Fernkämpfer) völlig unbrauchbar.

- Stabilität: Der letzte und schwerwiegendste Punkt ist die technische Qualität der Software, für die die Programmierer (hart gesprochen) keinen Cent verdient haben. Nach einem halben Jahr und 1,5 GB Patches (schon eine Frechheit an sich) läuft das Spiel immer noch unzumutbar. Entweder es hat sich in der Zeit nichts geändert (dann würde ich mich fragen was überhaupt verbessert wurde) oder ich will nicht wissen wie es am Anfang lief. Angeblich ist es von System zu System unterschiedlich wie stabil es läuft, aber das kann wohl nur ein Witz sein. Im Konkreten hatte ich während ca. 45 h Spielzeit so viele Abstürze, dass es mich rund fünf oder mehr Stunden gekostet hat (da man während dem Spiel seinen Charakter nur speichert wenn man einen Stein aktiviert und sonst nicht ohne es zu verlassen und daher nach einem Abstutz am letzten 'Speicherpunkt' anfängt). Darunter waren wahlweise komplette Systemabstürze, Schleifen die einen Neustart des Systems erforderlich machen oder grundloses Verlassen des Programms selbst. Auch im Spiel selbst sind viele derartige Probleme wie Hängenbleiben an Wänden oder gar mitten auf offener Fläche.

Fazit: Das Spiel hätte wirklich Potenzial, das es allerdings schnell verschenkt. Vor allem von technischer Seite eine weitere Frechheit in Bezug auf nicht eingehaltene Anforderungen und Unfertigkeit, die man mit etwas mehr Aufwand und Ambition sicher hätte ausmerzen können und sich dann später mit Patches nur noch um die kleineren Probleme zu kümmern oder auf die Community einzugehen. Wie schon am DRM zu ersehen wird dieser allerdings kein Stück Vertrauen entgegengebracht.


World of WarCraft: Wrath of the Lich King (Add-on)
World of WarCraft: Wrath of the Lich King (Add-on)
Wird angeboten von Strongvision-Videogames
Preis: EUR 6,99

192 von 238 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Zorn der allseits grassierenden Verflachung, 5. Januar 2009
= Spaßfaktor:1.0 von 5 Sternen 
Es ist fast schon bedauerlich, aber obwohl ich nicht direkt vorhatte mit WoW aufzuhören, hat es dieses Addon geschafft mich innerhalb weniger Tage vom Spiel wegzubringen. Mein Interesse und die Zeit, die ich im Spiel verbrachte waren zuvor zwar schon stetig gesunken, aber was mir in der Beta des Addons nicht gefallen hat (grob gesprochen praktisch alles), hat sich bei Release derart verstärkt, dass es regelrechte Hasstiraden ausgelöst hat wie man (genauer Blizzard, von denen man anderes erwartet) sowas aus seinem einstmals tollen Spiel machen kann.
Dies hat im Wesentlichen die Folgenden Gründe:

Ich gehe hier nicht auf viele der genannten Punkte ein wie langweilige/stumpfsinnige Quests, keine Story im Spiel etc., da dies schon immer so war und auch in unzähligen anderen MMOs, die ich angetestet habe, nicht anders ist. WoW ist ein MMO-Hack'n'Slay, daran hat sich nichts geändert, nur war es am Anfang vielleicht etwas Neues, da die riesige Flutwelle an MMOs, die heute den Markt überschwemmt im Wesentlichen erst nacher einsetzte.

Die Probleme, die das Spiel (für mich) zwischenzeitlich unspielbar machen haben größtenteils schon mit BC ihren Anfang genommen, wurden nun aber so verstärkt, dass man nicht einfach darüber hinwegsehen kann.

Zum einen das PvP: Das Balancing zwischen den Klassen in Bezug auf PvP war noch nie überragend, aber durch pausenloses Überarbeiten und Rumbasteln an den Fähigkeiten ist es zwischenzeitlich einfach zu viel. Man kennt es, wenn man an etwas nicht perfektem ewig herumdoktert wird es im Ende eher in einer Katastrophe enden als in einem brauchbaren Ergebnis. Außerdem war schon die Einführung der Arena, um WoW in die E-Sports Ligen einzugliedern meines Erachtens ein grundlegender Fehler. Ein Spiel in dem immer der mit der besseren Ausrüstung (sprich wer mehr Zeit investiert hat) gewinnt, eignet sich schlicht nicht für ein Duellturnier oder Ähnliches.

Größer, Höher, Weiter: In allen Aspekten des Spiels wird zum einen darauf geachtet, dass es möglichst massentauglich wird und für jeden irgendwie ansprechend wirkt, was sich negativ auf praktisch alles auswirkt. Beispielsweise kann jetzt jede Klasse jede Rolle (die sie prinzipiell überhaupt übernehmen kann natürlich) gleich gut. Kein Tank ist einem anderen unbedingt vorzuziehen, das gleiche gilt für Heiler oder DDs.
Zum anderen hat sich (wie mit BC schon) praktisch alles (Schaden, Leben etc.) noch einmal verdoppelt bis verdreifacht. Daraus resultiert dass sie die Klassen unweigerlich immer weiter von einander, bzw. von dem, was sie ursprünglich ausgemacht hat, entfernen. Paladine machen plötzlich locker mehr Schaden als praktisch alle anderen, können bei Bedarf aber natürlich genauso gut tanken wie ein Krieger oder heilen wie ein Priester. Todesritter braucht man gar nicht zu erwähnen, sie sind im Schaden ohne Mühe genauso hoch anzusiedeln, viel schlimmer aber noch sind praktisch unsterblich ohne dabei an Schaden einzubüßen (da sie sich durch mehr Schaden mehr selbst heilen). Paladine waren früher zwar dafür bekannt lange nicht zu sterben, waren aber auch die Lachnummer wegen praktisch nicht vorhandenen Schadens, was ich dennoch fairer fand. Druide, die früher die "Jack of all trades, master of none" Klasse war kann sich nun auf jeden im Spiel möglichen Aspekt spezialisieren (Nah-/Fernkampf, Magie, Heilung/Tank) und dabei mindestens genauso gut sein wie die Klassen, die ursprünglich nur eines perfektionieren konnten. Musste man früher das komplette Arsenal seiner Fähigkeiten nutzen, reichen heute 2-3 Fähigkeiten nach Wahl um alles andere zu ersetzen. Im Endeffekt führt dies dazu, dass man eine komplette Gruppe aus nur einer Klasse aufbauen kann und es an nichts fehlt.

Haarsträubend sind auch Dinge wie die Tatsache, dass nun fast jede Klasse eine Fähigkeit hat Gegner für eine Zeit außer Gefecht zu setzen (und so bestimmte Klassen, die früher wichtig waren keine gesteigerte Bedeutung mehr haben), damit man weniger auf einmal bekämpfen muss, dies aber gleichzeitig völlig unnötig ist, da jede Gruppe in jeder beliebigen Zusammenstellung mit nahezu beliebig vielen Gegnern auf einmal fertig werden kann. Taktik überlegen vor dem Kampf? Nicht für das breite Zielpublikum. Einfacher und zugleich effektiver als je zuvor. Jeder, der es schätzt keine Herausforderung zu haben ist gut bedient.
Dies zeigt sich auch in weiteren Ärgerlichkeiten wie das Recycling von alten Instanzen (die teilweise indirekt übernommen, ein einem Fall tatsächlich aus dem alten Gebiet entfernt und nur aufgestuft). Wo früher viele Versuche nötig waren, um die richtige Taktik für einen Bosskampf herauszufinden kennt man diese heute schon von früher und muss sich auf nichts neues einstellen. Der fehlende Schwierigkeitsgrad bezieht sich allerdings nicht nur auf Strategien, sondern auch auf die allgemeine Schwierigkeit der Kämpfe. Es gibt tatsächlich Bosse, die für 25 Spieler konzipiert sind, aber direkt zu Beginn von zweien (!) besiegt werden kann (ohne bugs oder exploits, dauert natürlich lange aber spricht nicht gerade für eine spannende Herausforderung). Wenn man also alle Bosse einmal obligatorisch besiegt hat, hat man schon nach kurzer Zeit nichts mehr zu tun. Alles für die breite Masse eben.

Durch das oben erwähnte schlechte Balancing unterhalb der Klassen fühlen sich vor allem die, die nur eine Möglichkeit der Spielweise haben (DDs) reichlich überflüssig, denn wozu einen Magier mitnehmen wenn der Todesritter im Notfall ohne seine Talente zu ändern wunderbar tanken kann und zugleich mehr Schaden macht? Auch innerhalb der Klassen liegt vieles im Argen. Man kann sich jetzt mehr oder weniger beliebig spezialisieren und dann trotzdem jede Aufgabe adäquat übernehmen. Für manche mag das nach einer guten Seite aussehen, für mich ist es grauenhaft wenn der Schutzkrieger soviel Schaden machen kann wie ein Hexenmeister oder der Vergelterpaladin so gut heilt wie ein Priester.

Der zweite allgemeine große Punkt, der mir das Weiterspielen verleidet hat, betrifft das Addon zwar nur indirekt, aber letztendlich trifft Blizzard wegen der aggressiven Verflachungspolitik trotzdem die Schuld. Und zwar ist die Community ein Produkt des Grauens. Was mit BC schon begonnen hat wird auch hier (und das auf eine mir unerklärlich abnorme Weise exakt mit Wotlk) grotesk verstärkt. Ein Großteil der Spieler verhält sich einfach asozial (das kann man nur so sagen, WoW ist ein Gesellschaftsspiel aber von Gemeinschaft oder sozialem Verhalten keine Spur). Man wird überall sofort und ohne jeden Grund unflätig angepöbelt, beschimpft oder beleidigt, die Art der Kommunikation selbst unter normalen Verhältnissen ist unter aller Würde (ich beziehe mich hier auf einen RP-Server, auf dem eigentlich strenge Richtlinen gelten, von anderen Servern ganz zu schweigen). Wenn man sich mit solchen Problemen beispielsweise an einen GM wendet, bekommt man nutz- oder sinnlose Antworten wie man könne betreffende Spieler auf die Ignore-Liste setzen oder sich nicht mit ihnen abgeben. Zum einen ist der Umfang besagter Liste lächerlich stark begrenzt (aus mir völlig unerfindlichen Gründen), außerdem habe ich wenig von einer Gemeinschaft wenn ich 90% davon ob ihres Verhaltens ignorieren muss. So finde ich schließlich keine Gruppen und kann höchstens alleine spielen, wozu ich mir auch eine Single-Player-Spiel besorgen kann. Härteres Durchgreifen, oder auch nur das Sorge tragen für das Einhalten der Regeln seitens der GMs erwartet man vergebens, ein Hinweis auf irgendwelche Verfehlungen der GMs oder Blizzard im Forum resultiert meist in einem Ban.

Sicherlich wird sich kaum jemand, der schon lange spielt von schlechten Rezensionen abhalten lassen, das Addon zu kaufen und für Neuanfänger mögen die ersten Punkte nicht allzu relevant sein, da sie den Vergleich zu früher nicht haben, aber gerade letzteren kann ich nur von einem Kauf abraten, nicht nur wegen des schlechten Verhaltens im Spiel. Auch die andern Punkte trüben das Spielerlebnis stark und verhindern eine Langzeitmotivation gekonnt. Bedauerlicherweise gibt es keine Alternative, die ich voller Überzeugung empfehlen kann, da bekanntlich sehr viele der erschienenen Spiele unfertig, unausgereift oder schlicht schlecht sind. Mit Age of noContent oder Failgate London seien hier nur zwei Beispiele genannt, mit denen man zu vorschnell die Überzeugung hatte zur jeweiligen Genregröße aufsteigen zu können. Wahrscheinlich gibt es auch einige 'Geheimtipps' unter dem riesen Berg der Angebote, nur habe ich für mich noch nicht das Richtige gefunden.

MfG
Kommentar Kommentare (22) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 1, 2010 6:54 PM MEST


10.000 BC
10.000 BC
DVD ~ Steven Strait
Preis: EUR 5,99

1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Camilla Belle, 8. August 2008
Rezension bezieht sich auf: 10.000 BC (DVD)
Ich muss mich leider den schlechten Rezensionen anschließen, denn im Wesentlichen stimmt alles (schlechte) was schon gesagt wurde. Weiterhin bleibt mir aber zu sagen, dass ich in den Film keinerlei Erwartungen gesetzt habe und schon im Kinotrailer ersichtlich war dass es sich nur um banalen Unfug handeln kann. Ich habe mir den Film trotzdem im Kino angesehen und das im wesentlichen aus einem Grund: Camilla Belle. Und immerhin diese Erwartung wurde nicht enttäuscht. Will heißen wenn man schon im Trailer an dem Film zweifelt, aber nichts dagegen hat sein Geld für eine Zusammenstellung von Szenen einer (natürlich meiner Meinung nach, die sich allerdings mit einer genügend großen Anzahl ähnlicher Ansichten zu decken scheint, dass es mich dazu bewegt hat hier darauf hinzuweisen) hübschen Hauptdarstellerin auszugeben, kann man das gerne tun, andernfalls sei allgemein von dem Film abgeraten.


Wer bin ich - und wenn ja wie viele? Eine philosophische Reise
Wer bin ich - und wenn ja wie viele? Eine philosophische Reise
von Richard David Precht
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

187 von 231 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wird seinem Anspruch absolut nicht gerecht, 16. Juli 2008
Ich habe natürlich keine neue Schrift erwartet, die man mit Kant oder anderen "richtigen" Philosophen vergleichen kann, aber irgendetwas hat mich dazu verleitet zu glauben, dass es sich hier um ein philosophisches Werk handelt, das einigem Anspruch gerecht wird. Vielleicht Frau Heidenreichs Kommentar, vielleicht die überwiegend guten Meinungen.

Wenn man im Nachhinein den Klappentext betrachtet stellt man fest, dass von dem Versprochenen praktisch nichts erfüllt wird: Ich betrachte es weder als umfassend noch als kompetent, da es sich wirklich als nicht mehr ausnimmt, als eine grobe Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse bekannter Philosophen/Hirnforscher etc. Precht versucht offensichtlich Biographien derselben zu vermeiden, bringt aber nichts besseres zusatande als uns stattdessen deren Tätigkeiten durch Anekdoten näherzubringen. Dies mag für manche vielleicht als nette Informationsquelle dienen, für mehr taugt es allerdings kaum.

Enttäuschend fand ich auch, dass immer wieder vermeintliche Erkenntnisse aufgeführt werden, nur um auf der nächsten Seite als überholt dargestellt zu werden. Precht hat sich offensichtlich keine wesentlichen Gedanken dazu gemacht oder diese nicht eingebracht. Leider erfahren wir dadurch keine wirklichen Antworten auf die großen Fragen, die er zu beantworten oder zumindest fortzuführen behauptet. Ich hatte (leider zu Unrecht) ein Werk erwartet in dem Precht eine eigene Sicht der Dinge vertritt und darlegt, um etwas Produktives zur Philosophie beizutragen.

Jemand, der sich mit diesem Thema beschäftigt, kann diesem Buch nicht viel mehr entnehmen, als dass wir keine Ahnung haben, die bisherigen Erkenntnisse allerdings auch weitestgehend überholt sind.

Fazit:

Es handelt sich bestenfalls um ein Buch über Philosophie, aber keineswegs um ein philosophisches Buch. Für absolute Einsteiger mag es eine nette Informationsquelle über die Fragen der Thematik und deren Vertreter sein, für Leute die sich aber schon vorher damit beschäftigt haben enthält es keine nützlichen Neuerkenntnisse oder gar Versuche neuer Antworten auf die großen Fragen. Enttäuschend.


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