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Rezensionen verfasst von
Vivien Ernst "Cineast"
(REAL NAME)   

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Rush of Love - Verführt: Roman (Rosemary Beach)
Rush of Love - Verführt: Roman (Rosemary Beach)
Preis: EUR 7,99

122 von 134 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Haarsträubend, 14. August 2013
Ok, ich gebe auf. Ich gebe ganz offiziell auf. Wenn ich das nächste Mal den Klappentextes eines Buches aus dem so genannten New-Adult Genre lese, in dem es wieder um einen ‘Bad Boy’ und das zarte, unschuldige Mädel geht, das ihn für immer verändert renne ich einen Kilometer in die Gegenrichtung. Offensichtlich wollen die Autorinnen (ja Frauen schreiben diesen Schund über Frauen – vielen Dank) das gar nicht realistisch und gut umsetzen, sondern sich einfach fröhlich nach Schema F weiter selbst erniedrigen. Klasse.

Zum Inhalt – Mädel verliert ihre Mutter und muss zum Vater ziehen. Mädel, in diesem Fall Blaire genannt, ist natürlich die absolute Bombe, sieht aus wie ein Supermodel ist auch noch extrem tiefgründig (davon merken wir im Verlauf der Geschichte leider nichts) und musste schon viel Schlimmes mitmachen. Damit der Leser dass auch ja gut mitkriegt muss nicht nur die arme Mutter sondern auch noch die Zwillingsschwester dran glauben, der Vater haut ab und sie muss natürlich das Haus verkaufen, lebt zeitweise in ihrem Auto und wird von ihrem Freund verlassen. ‘Was das war’s schon?’ hör ich euch rufen – genau da hätte die Autorin ruhig noch eine Schippe drauf legen können, so richtig haben wir noch nicht verstanden dass das Mädel das totale Opfer ist. Hilfe! Obwohl sie schon so viel durchstehen musste, wunderschön ist und eine Knaare mit sich rumträgt ist sie aber natürlich trotzdem total unsicher und benimmt sich wie eine 12Jährige. Ach ich hatte ja vergessen, wenn du so viel Schlimmes mitmachen musst härtest du nicht langsam ab und bist gezwungen schneller erwachsen zu werden, nein du verwandelst dich zurück in ein Kind und wenn dich jemand schief anguckt rennst du auch gerne mal aus dem Haus und rufst dramatisch ‘Okay du willst mich hier nicht haben, ich gehe!’ am besten noch mit ein paar hübschen, lauten Schluchzern verbunden.
Naja, jedenfalls kommt sie zum Haus des Vaters, der und seine neue Frau sind aber im Urlaub (gut so, Eltern sind ja bei diesen Geschichten eh immer im Weg) und sie teilt sich das Haus mit ihrem Stiefbruder Rush. Er hat Schlimmes durchgemacht, welch neues Konzept, will sie erst rausschmeiβen, lässt sie dann aber doch im Zimmer unter der Treppe wohnen (nein wir sind nicht bei Harry Potter sondern immer noch bei Rush of Love – leider.) Jedenfalls ist Rush superreich, supergefährlich (was nur so an die hundert mal betont wird), super gut im Bett und behandelt Frauen wie Dreck. Sie findet das natürlich super heiβ, denn wenn du miterlebst wie ein Typ morgens ein Mädchen wie eine billige Schlampe aus dem Haus wirft, dann macht dich das natürlich so richtig an, wer möchte mit so einem Traummann nicht zusammen sein?
Naja, natürlich ist sie noch Jungfrau, bald sind die beiden total scharf aufeinander, gehen miteinander ins Bett, sind danach super verliebt (wie das halt so ist im wahren Leben), aber ein dunkles Geheimnis steht zwischen ihnen etc. etc.

Ok, ich geb es zu. Natürlich ist es für Frauen eine tolle Vorstellung, dass du einen Typen triffst für den Liebe bisher eher ein Fremdwort war und das du Diejenige bist die ihn ändert und er sich in dich verliebt. Von mir aus. Aber dennoch muss dieser sogenannte ‘Bad Boy’ doch trotzdem noch ein halbwegs netter Mensch sein, oder nicht? Nur weil einer Kohle hat und sein Leben nicht immer leicht war entschuldigt das kein frauenfeindliches Verhalten, da kann ein Mädel sich noch so sehr an ihn rangeschmissen haben, wenn er sie am nächsten Morgen wie Abfall aus dem Haus schmeiβt ist er kein geheimnisvoller Bad Boy sondern ein Arschloch. Fertig. Abbi Glines versucht es hier wie die meisten Autoren in diesem Genre damit alle anderen Frauen auβer der Protagonistin als billige Schlampen darzustellen, die es nicht besser verdient haben. Also ehrlich Frau Glines auf welcher Seite stehen sie eigentlich?

Wieder ist es auch in diesem Buch so, dass die Beziehung der beiden Hauptpersonen sich für den Leser keinen Deut von den Beziehungen des Protagonisten zu seinen anderen ‘Bettfreundinnen’ abhebt, die beiden sind scharf aufeinander, aber uns wird es als Liebe verkauft. Gut dass noch schnell ein paar Dialoge aller ‘Was war deine Lieblingsserie als Kind?’ eingebaut werden sonst könnte man glatt meinen das ganze wäre oberflächlich. Es ist wieder das alte Problem: sie reden so gut wie nicht miteinander, sind aber von Anfang an scharf auf den Anderen und trotzdem ist diesmal alles ganz anders als bei all den bedeutungslosen Frauen davor, warum wissen wir nicht. Sie sieht toll in einem roten Kleid aus, ist arm und unschuldig und schon nimmt er sie als erste Frau überhaupt mit hinauf in sein Zimmer und redet von Liebe.

Ich weiβ auch nicht, vielleicht läuft da bei mir was falsch. Aber so ein Verhalten wie das von Rush wiedert mich an. Von mir aus kann er mit so vielen Frauen schlafen wie er will, das macht in nicht zu einem schlechten Menschen. Aber wie er sich in diesem Buch verhält schon. Er ist herablassend, groβkotzig, unhöflich, arrogant, hat keinen Respekt vor Frauen und vor den meisten Menschen allgemein. Er hat so viel Geld dass er nicht arbeiten geht, wohnt aber mit 24 trozdem noch mit seiner Mutter zusammen und verbringt den Tag damit mit seinen versnobten, hochnäsigen Freunden im Counrty Club rumzuhängen. Wieso nicht einen ‘Bad Boy’ schaffen der vielleicht nichts von Beziehungen und groβen Gefühlen hält, aber trotzdem ein guter Mensch ist. Natürlich soll uns der Protagonist später noch als solcher verkauft werden, aber da muss man die Respektlosigkeit und das dumme Verhalten am Anfang vielleicht ein bischen runterfahren und uns nicht auf einmal eine Kuh für ein Pferd vormachen wollen.
Und dann soll ich mit einer Protagonistin symapthisieren die sich in so einen verliebt?! Natürlich kann sie auch niemals eine taffe junge Frau sein, nein. Wir hängen ihr hundert Tonnen Ballast an, damit sie auch schön arm rüber kommt und sein steinhartes Herz sich für sie erweicht. Aber auch hier geht es nicht wirklich um Charakter oder Emotionen, sonst würde man nicht ständig erwähnen dass sie wie ein Model aussieht und alle Typen in diesem Buch (ja, tatsächlich alle, ausnahmslos) scharf aus sie sind. Denn genau wie der Typ reich sein muss um sein beschämendes Verhalten als ok durchgehen zu lassen, muss das Mädel super gut aussehen, wäre ja langweilig wenn er sich hauptsächlich wegen ihrem Charakter in sie verliebt. Dann würde es ja zur Abwechslung vielleicht auch mal um richtige Liebe gehen und nicht um die groβen Gefühle die über ihnen hereinbrechen weil der Sex einfach zu gut ist um sich nicht ineinander zu verlieben. Ist klar.

Neben diesen nervigen Charakteren und der mal wieder an den Haaren herbei gezogenen Liebe sind die Sexszenen öde, die dunklen Geheimnisse zum Gähnen und das Ende eine hübsche Räuberpistole, die uns dazu ermuntern soll noch den zweiten Teil von diesem Mist zu lesen. Nicht mit mir.
Dazu möchte ich noch sagen, dass ich das Buch in Englisch (‘Fallen too Far’) gelesen habe und ich entgegen anderer Meinungen hier nicht finden kann, dass es dann weniger schnulzig oder sich ständig wiederholend ist. Die Bettszenen laufen nach Schema F (‘Oh God Baby you’re amazing’, ‘You are so tight’ etc.) ab, dazwischen das obligatorische ‘You should stay away from me’ und das typische Angeschmachte und von der schlimmen Vergangenheit erzähle. Die Sprache macht keinen groβen Unterschied, denn haarsträubende Klischees sind, übersetzt oder nicht, immer furchtbar zu lesen.

Das was ich am Anfang gesagt habe, war auch wirklich so gemeint, ich gebe es jetzt auf. Falls mir irgendwann nochmal ein Buch dieser Art von einer guten Freundin oder wirklich von allen Seiten empfohlen wird, versuche ich es vielleicht nochmal, ansonsten halte ich mich jetzt erstmal von diesem Thema fern. Ich rege mich eh nur auf.
Vor kurzem hat neben mir in der Bahn ein etwa 15Jähriges Mädel verkündet, dass sie sich auch mal gern von Christian Grey (andere Autorin, gleiche Geschichte) verprügeln lassen würde und genau das ist das Problem.
So läuft Liebe nicht, Gott sei Dank! Im wahren Leben muss es nicht langweiliges Schoβhündchen oder das totale Arschloch sein. Es gibt taffe Männer die wissen was sie wollen und trotzdem respektvoll und zu einer guten, gleichberechtigten Beziehung in der Lage sind und Bücher wie dieses erzählen besonders Mädchen die vielleicht noch nicht so viel Erfahrung haben, das Typen wie Rush begehrenswert und toll sind und das es okay ist das arme,schwache Frauchen zu sein, was den Arsch dann retten muss.
Lasst euch keinen Bären aufbinden Mädels – und vor allem: lasst die Finger von diesem Buch!
Kommentar Kommentare (19) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 25, 2014 10:32 AM MEST


Schokoladenzauber: Roman
Schokoladenzauber: Roman
von Trisha Ashley
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schokoladige Langeweile, 14. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Schokoladenzauber: Roman (Taschenbuch)
Chloe wohnt in einer kleinen englischen Stadt zusammen mit ihrem Groβvater, der sich selbst als Hexenmeister bezeichnet, ihrer Tante und ihrem Bruder. Seitdem ihre Mutter von zu Hause abgehauen ist als Chloe an der Uni war und sie ihr Studium abbrechen musste um ihren Bruder aufzuziehen, verdient sie ihr Geld mit selbstgemachter Schokolade und ist damit inzwischen recht erfolgreich. Als die Familie ein gröβeres Haus im Nachbarort bezieht bekommt sie endlich die Chance einen eigenen Laden zu eröffnen, doch das Museum für Hexenkunst dass ihr Groβvater gleich nebenan aufmachen will, sorgt im Ort für einigen Wirbel. Dazu kommt dass ein neuer Vikar in der Stadt sein Amt antritt, Raffie Sinclair und der ist nicht nur ein ehemaliger Rockstar sondern auch derjenige der Chloe vor vielen Jahren das Herz gebrochen hat. Plötzlich steht Chloes Welt Kopf.

Von Trisha Ashley hatte ich bereits ‘Twelve Days of Christmas’ gelesen, was in Deutschland erst dieses Jahr unter dem Titel ‘Holly’s Weihnachtszauber’ erscheint. Das hatte mir wirklich gut gefallen, weshalb ich gerne noch etwas von ihr lesen wollte, doch ‘Schokoladenzauber’ war für mich leider ein ziemlicher Fehlgriff.

Den Anfang fand ich eigentlich sehr gut. Chloe musste schon früh viel Verantwortung übernehmen und als man am Anfang die näheren Umstände erfährt und wie sie sich damit arrangiert und mit ihrer Schokolade angefangen hat, hatte ich das Gefühl sie ist ein starker, toller Charakter. Auch der exzentrische Groβvater und die leicht verrückte Tante sowie der nette Bruder haben mir gut gefallen und haben für mich zusammen mit den anderen etwas schrulligen Bewohnern der hübschen Kleinstand eigentlich die perfekte Basis für ein witzige, schöne Geschichte gebildet.
Aber ab dem Punkt wo die Familie in den Nachbarort zieht ging das ganze für mich leider den Bach runter. Ich hatte das Gefühl dort wo die Eingangsbeschreibung die den Leser mit dem Setting und den Personen vertraut macht aufhören und die richtige Geschichte beginnen sollte passierte einfach nichts, statt dessem wird einfach weiter ellenlang jede Kleinigkeit beschrieben.
Immer wieder müssen wir uns anhören wie genau Chloe Schokolade macht, sie trocknen lässt, zur Post bringt, danach den Tisch abwischt usw. Gähn. Also ehrlich, ‘Chloe macht Schokolade’ hätte ab dem zweiten Mal auch gereicht, aber vielleicht läuft es ja diesmal anders wenn sie die Schokolade in die Formen gieβt?! Äh...nein!

Leider tragen auch ihre beiden besten Freunde wenig zur Handlung bei. Die Treffen der drei laufen immer gleich ab und sind leider auch eine recht langweilige Angelegenheit. Der Groβvater mit seinem Hexenmuseum wird dabei irgendwann zu einer Nebenhandlung, von der man nur noch am Rande etwas mitbekommt und das obwohl am Anfang ellenlang darüber referiert wird, dass ein ‘dunkler’ Hexenmeister und Gegenspieler des Groβvaters ebenfalls in den Ort zieht. Der ach so gruselige Gegenspieler taucht bis zum Ende fast überhaupt nicht auf und der anfänglich so aufgebausche Handlungsstrang , verläuft schlussendlich fast im Sand.
Genauso aufgebauscht aber leider schlieβlich doch recht flach ist auch die Liebesgeschichte und eigentliche Haupthandlung. Raffie taucht erst nach über 150 Seiten das erste Mal auf. Leider wurde vorher die damalige Liebesgeschichte bereits so beschrieben dass der Leser längst weiβ was damals schief gleaufen ist, wodurch das ganze noch langweiliger wird als es ohnehin schon erzählt ist. Übrigens ist die Sache von damals inzwischen 17 Jahre her, aber natürlich hegt Chloe einen Groll als ware es gestern gewesen und benimmt sich wie eine zickige 13Jährige sobald sie Raffie auch nur sieht. Bitte!

Naja und so hatte ich das Gefühl das Buch stürzt nach einer tollen Einleitung in ein Loch aus langatmigen Beschreibungen, sinnfreien Dialogen und unverständlich handelnden Charakteren ab. Ich hab mich gelangweilt, war genervt und musste des öfteren die Augen verdrehen über so eine flache Geschichte.
Ich hab bereits von vielen Trisha Ashley Fans gehört, dass dies leider ein ziemlicher Flopp in ihrer Reihe ansonsten guter Bücher sein soll und werde ihr deswegen und wegen ‘Twelve Days of Christmas’ nochmal eine Chance geben, aber das hier war leider ein totaler Fehlgriff.


Billy and Me
Billy and Me
von Giovanna Fletcher
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,53

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Liebe im Scheinwerferlicht, 12. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Billy and Me (Taschenbuch)
Sophie May hat in ihrer Kindheit einen Schicksalsschlag hinnehmen müssen, der das einst aufgeweckte Mädchen sehr verunsichert hat. Ihre gesamte Teenie -Zeit hindurch hatte sie mit Panik-Attacken und extremer Schüchternheit zu kämpfen. Erst als sie nach der Schule einen Job in einem kleinen Tee-Haus animmt, wendet sich ihr Leben langsam wieder zum Guten.
Mehrere Jahre später liebt sie ihren Job dort noch immer sehr und Besitzerin Molly ist ihr eine enge Freundin geworden.
Doch eines Tages betritt Billy Buskins das Cafe, berühmter Schauspieler und Frauenschwarm, der in der Nähe einen Film dreht. Zwischen den beiden funkt es sofort und bald muss sich nun ausgerechnet die schüchterne Sophie mit einem Leben im Scheinwerferlicht auseinandersetzen. Doch Freundin eines Stars zu sein ist nicht leicht und obwohl sie Billy sehr liebt steht sie bald vor der Frage wieviel von sich sie tatsächlich für ihn aufgeben will.

Giovanna Fletcher ist mit Tom Fletcher von der Band McFly verheiratet und damit selbst Partnerin eines Celebrities und kann aus erster Hand über das Leben als solcher berichten. `Billy and Me' kommt so auch sehr authentisch daher, mit schönem englischen Kleinstadt-Setting und spührbarer Anziehungskraft ziwschen den Protagonisten. Die Geschichte hat mich gut unterhalten und hatte von Herz und Witz bis Spannung alles zu bieten. Vor allem als Erstlingswerk wirklich ein gutes Buch.

Leider gab es aber ein paar Kleinigkeiten, die mich etwas gestört haben, weshalb ich dem Buch keine volle Sternenanzahl geben kann.
Das was Sophie in ihrer Kindheit geschehen ist, ist schlimm, aber ich konnte die Verbindung zu den Panikattacken und der Schüchternheit nicht wirklich herstellen. Ich dachte sie wäre vielleicht mal belästigt oder vor vielen Leuten blamiert wurden und hätte dadurch diese Angst vor Menschen und vor allem Fremden entwickelt. Was aber tatsächlich Geschehen ist, geht für mich nicht mit dieser Charakterentwicklung einher und hätte sich meiner Meinung nach anders auswirken müssen. Ich hatte das Gefühl die Autorin biegt sich das mit psychologischem Halbwissen ein bischen so zurecht wie sie es braucht. Naja, aber das war nicht wirklich schlimm, nur etwas unpassend.

Mehr gestört hat mich die leichte Farblosigkeit beider Protagonisten. Klar sie sind beide nett und klug, aber ansonsten leider etwas uninteressant, da hätte ich mir ein paar spannendere Charaktereigenschaften und Eigenheiten gewünscht. Dazu kommt das zwar das erste Date und der erste Kuss beschrieben werden, aber in dieser Richtung danach nicht mehr viel kommt. Ich muss keine detailiert beschriebene Sexszenen haben oder so, aber ab dem Punkt wo die beiden richtig zusammen sind gibt es weder Küsse noch Bettszenen oder sonstirgendwas. Am Anfang der Geschichte erfährt man das Sophie mit Männern bisher nicht viel Gück hatte und auch ihr Sexleben eher schlecht war, deswegen hätte ich erwartet etwas darüber zu erfahren wie es da mit ihr und Billy läuft, aber da kommt gar nichts. Wie gesagt, es werden noch nicht mal Kusszenen oder sonstiges beschrieben, über das Liebesleben oder generell die romantische Seite der Beziehung zwischen Sophie und Billy erfahren wir nichts, das hat mich doch sehr verwundert bei einem Buch wo Liebe das zentrale Thema ist. Klar die Autorin wollte sich auf eine Beziehung im Scheinwerferlicht und deren Auswirkungen konzentrieren aber so ganz ohne die typischen kleinen, romantische Momente dazwischen, war das schon ein bischen seltsam. Vor allem als sie dann ihre Liebe zueinander bekunden und sie nach dem Kenntnisstand des Lesers noch nicht mal miteinander geschlafen und sich erst zwei/drei mal geküsst haben, schon etwas seltsam.

Wie sich die Geschichte sonst so entwickelt hat mir aber gut gefallen, auch wenn es hier und da etwas holprig und manchmal ein wenig unlogisch war. Insgesamt hab ich mich aber gut unterhalten gefühlt und hatte das Buch im nu durch, was ja für sich spricht.
Deswegen würde ich das Buch trotdem weiter empfehlen und hoffe das Giovanna Fletcher es bei ihrem nachsten Roman noch besser macht.


Wish Me Dead
Wish Me Dead
von Helen Grant
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,77

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Jugendthriller ohne Thrill, 9. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Wish Me Dead (Taschenbuch)
Steffi lebt in einer kleinen, deutschen Stadt und arbeitet dort in der Bäckerei ihrer Eltern. Ihr Leben ist nicht gerade aufregend und als ihr und ihren Freunden mal wieder langweilig ist, beschlieβen sie einen Ausflug zum Haus der `roten Gertrud' zu machen. Dort soll laut einer lokalen Legende früher eine Frau mit feuerrotem Haar gelebt haben, die später als Hexe gejagt wurde. Wenn man jemandem etwas schlechtes an den Hals wünschen will, schreibt man es auf und lässt den Wunsch in der halbverfallenen Hütte zurück und dann kommt Gertrud und erfüllt ihn. Natürlich glauben die Jugendlichen nicht wirklich an die Sage, aber die Hütte ist bereits voll von Wünschen auf den Wänden oder auf Zetteln im Mauerwerk und so schreibt Steffi für die Gruppe auf, dass Klara Klein, eine lokale Volksmusiksängerin sterben soll. Am nächsten Tag wird diese tot aufgefunden. Doch damit fängt die Geschichte erst an, denn immer mehr von Steffis Wünschen werden wahr.

Helen Grant hat eine Weile in Deutschland gelebt und hat bisher alle ihre Bücher in Deutschland im Zusammenhang mit einer (erfundenen) lokalen Legende spielen lassen, so auch dieses.
Aber wie bereits der Vorgänger `Blutige Scherben' konnte mich auch dieses Buch nicht richtig überzeugen.

Es fängt spannend an, die Legende wird gut erzählt und die Geschichte der Hexe scheint angenehm gruselig.
Doch je mehr seltsame Dinge passieren, umso unklarer wird für mich das Verhalten der Jugendlichen, allen voran Steffi. Es wird einfach viel zu schnell angenommen, dass es wirklich eine Hexe gibt, die die Leute umbringt. Das war wirklich viel zu unrealistisch. Also ganz ehrlich, so gern ich auch Legenden und Sagen mag, aber wenn in meiner Umgebung plötzlich so viele Leute sterben, denen ich vorher vielleicht auch noch Böses gewünscht habe, da denke ich erstmal an ein Verbrechen und nicht an eine Hexe. Aber Steffi verschwendet daran kaum einen Gedanken. Sowieso versucht sie unglaublich wenig um der Sache auf die Spur zu kommen. Wenn sie nicht zur Polizei gehen will, ok, obwohl ich das auch bereits fragwürdig finde. Aber das naheliegendste wäre doch sich mal auf die Lauer zu legen und zu gucken, wer nach ihnen die alte Hütte betritt und ihre Wünsche abholt, denn immer wenn Steffi einen neuen Wunsch aufschreibt ist der alte verschwunden. Doch daran wird kein Gedanke verschwendet, nein es muss ja eine Hexe gewesen sein, klar.

Dazu kommt dass einige der Leute denen in der Stadt Böses gewünscht wird, wirklich ein paar üble Typen sind, wie zum Besispiel Achim, der auch in der Bäckerei arbeitet und dort Steffi und die anderen Aushilfen belästigt. Angeblich heulen sich die Mädchen deshalb regelmäβig die Augen aus, aber macht eine mal den Mund auf und sagt Steffis Eltern dass sie da schon fast einen Sexualstraftäter beschäftigen? Nein. Was sind das denn bitte für idiotische, feige Mädels, also ganz ehrlich, das hat mich richtig wütend gemacht.
Und das war dann auch mein zweites groβes Problem mit diesem Buch, neben der sofortigen Annahme es müβte eine Hexe sein. Steffi ist eine unglaublich lahme Protagonistin, feige, langweilig und begriffsstutzig. Leider ist sie dennoch immer noch die Beste aus der ganzen Clique, die alle noch schlimmer sind. Auch unter den Jugendlichen wird kaum miteinander geredet und man hat das Gefühl jeder tratscht da über jeden. Ich habe bis zum Schluβ nicht verstanden, warum die eigentlich Freunde sind, weil sie eher wie eine lose Gruppe von Jungs und Mädels rüber kommen, die sich zufällig manchmal über den Weg laufen, von richtiger Freundschaft keine Spur. Und leider werden auch alle anderen Einwohner der Stadt als absolut furchtbar und ach so gemein beschrieben, entweder sie sind Killer, Vergewaltiger oder schreckliche Klatschtanten, denen man doch eigentlich allen fast ohne schlechtes Gewissen etwas Böses an den Hals wünschen kann. Bitte?! Was soll das denn für eine Stadt sein?! Absolut fürchterliches und unglaubwürdiges Setting.

Ach eine Sache noch, wenn ich merke dass ich nur einen Namen aufschreiben und in die Hütte legen brauche und die Person daraufhin stirbt, höre ich doch irgendwann mal damit auf oder nicht? Egal was dahinter steckt, Verbrecher oder eine echte Hexe, wenn fast jeden Tag irgendeine neue Person drauf geht, wegen mir, dann lasse ich es doch ab einemm bestimmten Punkt endlich mal sein. Aber nein, Steffi macht fröhlich weiter und ist dann jedesmal aufs neue ach so geschockt. Na klasse.

Naja, deswegen war das Buch insgesamt leider nicht so mein Fall. Die Grundidee ist spannend und klar es passieren immer weitere Morde und unerklärliche Dinge, aber wie damit umgegangen und wie die ganze Sache `erforscht' wird war fur mich unglaubwürdig und sehr langatmig. Keiner stellt mal klare Fragen oder stellt aktiv ein paar Nachforschungen an. Schade. Ein spannender Jugendthriller ist für mich leider etwas anderes.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 10, 2014 10:08 AM MEST


By Any Other Name
By Any Other Name
von Laura Jarratt
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend und voller Gefühl, 7. August 2013
Rezension bezieht sich auf: By Any Other Name (Taschenbuch)
Als Holly mit ihrer Familie umzieht, muss sie in der neuen Schule und im neuen zu Hause komplett neu anfangen, ohne Feunde – und ohne Vergangenheit. Denn Holly war Zeugin eines schrecklichen Verbrechens und ist nun mit ihrer Familie im Zeugenschutzprogramm.
Ihr altes Ich ist ausgelöscht, nicht mal ihr Name gehört noch ihr. So fällt ihr das neue Leben unglaublich schwer, da sie eigentlich nicht so schüchtern und unauffällig ist, wie sie sich jetzt verhalten soll und das Gefühl hat sich selbst verloren zu haben. Dazu kommt die ständige Angst entdeckt zu werden, die Sorge um ihre Eltern und vor allem ihre kleine Schwester Katie, die autistisch ist.
Doch nicht alles ist schlecht in der neuen Umgebung und als Holly beginnt sich zu öffnen, fängt sie langsam an sich selbst ganz neu kennen zu lernen, dabei hilft ihr vor allem der anfangs gehasste ‘Emo-Junge’ Joe. Doch die Schatten der Vergangenheit lauern überall.

Laura Jarrat schrieb in ihrem ersten Buch ‘Skindeep’ über ein Mädchen, das nach einem Brand entstellt ist und auch in ‘By Any Other Name’ geht es um ein Mädchen dessen komplette Welt sich von heute auf morgen ändert, wenn auch auf ganz andere Weise.
Hollys Gefühlswelt wird sehr eindringlich beschrieben und so kann man auch wenn sie sich vielleicht mal nicht so toll verhält immer verstehen warum sie das tut und wie unglaublich schwer es sein muss von heute auf morgen eine andere Person sein zu müssen.
Es ist unterhaltsam und ergreifend mitzuerleben, wie sie die ersten Schritte in das neue Leben macht und sich dabei Stück für Stück, wenn auch mit einigen Umwegen, selbst findet.
Auch die kleine, autistische Schwester habe ich sehr ins Herz geschlossen und es war sehr emotional zu lesen wie sie mit dem Umzug und den neuen Identitäten zurecht kommt, da für sie Änderungen des normalen Tagesablaufes besonders schwer zu verkraften sind.
Dazu kommt die Freundschaft von Holly und Joe, die sich langsam entwickelt und schlieβlich mehr und mehr wächst und den Leser in seinen Bann zieht, sowie die Beziehung zu anderen Nebenfiguren, die im Laufe der Handlung eine Rolle spielen. Besonders wichtig ist dabei Joes Bruder Matt, der seine ganz eigene, dramatische Geschichte in die Handlung einbringt.
Neben alledem erfahren wir Stück für Stück was Holly da damals eigentlich genau beobachtet hat und was ihre ständigen Alpträume verursacht, bis auch dieser Teil der Geschichte seinen dramatsichen Höhepunkt findet.

Insgesamt hat mich ‘By Any Other Name’ sehr positiv überrascht. Es ist eine gelungene Mischung auchs Coming-of-Age Erzählung, Liebesgeschichte und Thriller, die mich unterhalten, berührt und zum Nachdenken gebracht hat, alles mit einer ordentlichen Portion Spannung, so dass ich einfach immer weiter lesen musste - eine tolle Grundidee gelungen umgesetzt.


Gut gegen Nordwind
Gut gegen Nordwind
von Daniel Glattauer
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Gut gegen Einschlafprobleme, 6. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Gut gegen Nordwind (Taschenbuch)
Emmi will eigentlich nur ein Zeitungsabo künidgen, schickt aber die Email aus Versehen an Leo. Nachdem ihr das mehr als nur einmal passiert, kommen die beiden ins Gespräch und bald entwickelt sich etwas zwischen ihnen, was weit über eine Emailfreundschaft hinaus geht.

Ich hab so viel Gutes über diese Buch gehört: witzig, romantisch, poetisch und das ganze auch noch in Emailform, deshalb dachte ich, ich muss das jetzt auch endlich mal lesen und hab es mir besorgt. Hätte ich das mal lieber bleiben lassen, denn dieses Buch hat mir den letzten Nerv geraubt.

Leider waren mir beide Protagonisten unfassbar unsympathisch, Emmi am allermeisten. Ich hatte das Gefühl der Autor versucht hinter gestelzten Sätzen und pseudo-gehobener Wortwahl zu verbergen, dass sie eigentlich das Verhalten und die Denkweise einer 15jährigen hat. Sie ist eifersüchtig auf jede Frau in Leos Leben und das schon nach 2 Wochen Emailkontakt, obwohl sie selbst verheiratet ist. Erwähnt Leo aber eine Verabredung oder ähnliches versucht sie so unauffällig wie ein Elefant im Porzellanladen mehr darüber heraus zu finden. Gott ich musste so oft die Augen verdrehen, wenn sie mal wieder so aufgesetzt lässig irgendwas nachfragt, nur um am Ende zu hören, dass ihr keine andere Frau das Wasser reichen kann. Da können auch noch so verschachtelte Sätze nicht darüber hinweg täuschen, dass sie den Charakter eines selbstverliebten Teenagers hat, der ständing nach Komplimenten fischt. Bitte! Wir haben es mitgekriegt, du siehst toll aus und bist sowieso total perfekt und willst dass er das auch ja weiβ, ist gut jetzt.

Leo hingegen ist so ein Waschlappen-Typ der auch immer gerne eine Runde mitsülzt. Nicht ist einfach ja oder nein oder dies oder jenes, nein, über alles halten wir einen stundelangen philosophischen Vortrag. Zum Beispiel seine Exfreundin Marlene, mit der er sich immer noch ab und zu trifft. Da kann er nicht sagen, wir kommen schwer voneinander los, wissen aber eigentlich das wir nicht gut füreinander sind. Nein, statt dessen muss man sich ellenlange, abgedroschene Phrasen darüber anhoren, dass sie nicht wirklich sich lieben, sondern die Idee voneinader und bla la bla
Ganz ehrlich ich diskutiere auch gerne mit Freunden und natürlich gerät man dabei auch schonmal ins Schwafeln, aber manchmal sind die Dinge einfach wie sie sind. Aber in diesem Buch wird einfach jedem Thema ein pseudo-tiefere Bedeutung angedichtet und noch ein paar hübsche Sätze aus dem Ethik-Buch hinterher geschoben. Nein, also in dem Alter in dem die beiden sind, müsste man doch auch mal Klartext reden und mal eine deutliche Frage stellen können, Hilfe!
Vielleicht war es deshalb nix für mich, ich bin auch mal für klare Worte. Um immer so auffällig unauffälig alles zu hinterfragen, statt der Person auf den Kopf zu zusagen was man denkt oder wissen will, dafür ist das Leben doch echt zu kurz und ich fand es ein bischen weit hergeholt dass zwei angeblich so clevere und reife Menschen das nicht auf die Reihe kriegen, kein einziges Mal.

Wenn man mal alles umschweifende Gerede weglässt, bleibt dann auch nicht wirklich viel Geschichte übrig. Meistens reden sie darüber, dass sie eigentlich lieber über nichts reden sollten, weil das zu privat ist und warum sie sich nicht treffen sollten. Da dürfen wir uns dann Dialoge der Marke Ich-frag-lieber-nochmal-nach anhören, auch schön.

Also wir treffen uns. – Was wenn wir uns lieber nicht treffen sollten?
Aber wir wollen. – Wann gehen wir wieder heim?
Wann wir wollen. – Was wenn Einer eher gehen will?
Wir gehen gemeinsam. – Was wenn wir dann zu dir gehen?
Wird werden sehen. - Was wenn wir etwas verbotenes machen?
Das machen wir nicht. – Wie kannst du dir da sicher sein?
etc. etc.

Kill me now. Frag doch am besten auch nochmal nach wer zuerst aufsteht oder was ihr macht falls einer mal aufs Klo muss – meine Güte!

Ich will den Fans des Buches nicht zu nahe treten, wenn euch das gefällt, von mir aus. Für mich war es weder witzig noch romantisch und die Poesie kam mir eher wie gekonntes Geschwafel vor.
Würde mir jemand solche Emails schreiben wie die beiden sich, ich würde zügig in die andere Richtung rennen, zumindest im virtuellen Sinn. Gut gegen Nordwind war für mich leider nur gut als Einschlafhilfe.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 16, 2014 12:13 AM MEST


Einmal rund ums Glück: Roman
Einmal rund ums Glück: Roman
von Paige Toon
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Formel 1 trifft Frauenroman, 5. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Einmal rund ums Glück: Roman (Taschenbuch)
Daisy Rogers arbeitet beim Catering für ein Formel 1 Team und sorgt dort dafür dass es den Fahrern an nichts fehlt. Dabei reist sie durch die ganze Welt und sieht jede Menge interessanter Orte. Doch ganz so locker und einfach ist das Leben bei der Formel 1 dann doch nicht, was vor alllem an den beiden Fahrern ihres Teams liegt: An Will verliert sie fast sofort ihr Herz, doch leider ist der schon lange Vergeben und mit Luis gerät sie vom ersten Tag an aneinander. Und dann ist da noch ihre Vergangenheit, über die nicht einmal ihre beste Freundin Holly bescheid weiβ. Doch das Leben hält so einige Überraschungen und Schicksalsschläge für Daisy bereit und bald ist sie gezwungen sich mit ihren Problemen auseinander zu setzen, in Vergangenheit und Zukunft.

‘Einmal rund ums Glück’ ist das vierte Buch, das ich von Paige Toon gelesen habe und das welches mir bisher von allen am besten gefallen hat.
Das Setting in der Formel 1 Welt war interessant und es hat mir viel mehr Spaβ gemacht darüber zu lesen, als ich vorher gedacht hätte.
Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass man die Städte der Rennen mehr in die Geschichte miteinbezogen hätte. Meist geht die Crew nur in Bars einen trinken und das könnte eigentlich überall sein, über die Handlungsorte erfährt man ansonsten eigentlich nichts.
Dennoch konnte mich die Geschichte von Anfang bis Ende trotzdem fesseln. Ok, die Verliebtheit von Daisy in Will kommt etwas plötzlich, aber die Gefühle mit denen sie von da an zu ringen hat waren, typisch Paige Toon, realistisch und intensiv beschrieben ohne zu kitschig zu sein. Wie sich die Beziehungen zwischen den Charakteren entwickeln und wie nach und nach auch Daisys Vergangeheit in die Geschichte einflieβt war unterhaltsam und mitreiβend.

Paige Toon ist ja dafür bekannt, dass ihre weiblichen Hauptcharaktere immer zwischen zwei Männern stehen und in anderen Büchern von ihr ist mir ab und zu negativ aufgefallen, wie sie einen von beiden immer unterschwellig unsympathisch und arrogant darstellt, so dass der Leser in eine bestimme Richtung gelenkt wird. Hier war das nicht so, was mir sehr gut gefallen hat. Beide Männer sind auf ihre Art nette Typen und es wird dem Leser nicht so einfach gemacht Partei zu ergreifen, was ich klasse fand. Auch gibt es eine sehr unerwartete, dramatische Wendung, die die Geschichte in der Mitte nochmal ordentlich durcheinandergewürfelt und mich als Leser sehr überrascht und geschockt hat. Überhaupt geht die Geschichte immer gut voran und es gab keine langatmigen Passagen oder Nebenhandlungen und so hab ich mich von der ersten bis zur letzten Seite wunderbar unterhalten gefühlt.

Was mir nicht so gut gefallen hat, war die Definition von Daisys Job. Eigentlich arbeitet sie beim Catering und hilft manchmal in der Küche aus, aber plötzlich wird sie nach einigen Kapiteln gleichzeitig auch noch sowas wie die Assistentin der Fahrer und sucht für sie Sachen zusammen oder klebt Sponsoren-Logos auf die Helme. Das war mir ein bischen weit hergeholt und man hatte das Gefühl die Autorin hat sich das mal eben so zurecht gebogen wie sie es brauchte. Das man aber als Mitarbeiterin des Caterings dann auch mal schnell die Taschen der Fahrer packt, fand ich doch sehr unrealistisch. Auch hat mich Daisy ab und an mit ihrem sturen Verhalten etwas frustriert, ein Problem was ich allerdings bisher mit allen Protagonistinnen in Toons Romanen hatte, da sie manchmal eine ganze Weile brauchen um einzusehen was richtig für sie ist. Das wiederum ist ja aber in solchen Frauenromanen oft der Fall und macht es natürlich auch dann noch etwas spannender, auch wenn ich manchmal ein bischen die Augen verdrehen musste über soviel auf dem Schlauch stehen.

Insgesamt aber war es für mich wieder ein Buch, das sich vom üblichen Chick-Lit abhebt, nicht so viel Kitsch, dafür realistische Gefühle, dramatische Schicksalsschläge und eine Handlung die einen wirklich mitreiβt.
Ich kann es jedem nur empfehlen der gerne solche lockeren ‘Frauengeschichten’ mag, für den diese dabei aber auch gerne ein bischen mehr Tiefgang haben dürfen.


Secrets
Secrets
von Freya North
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,35

1.0 von 5 Sternen Langweilige Geheimnisse, 1. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Secrets (Taschenbuch)
Tess hat kein leichtes Leben und rennt meist vor ihren Problemen davon. Als sie wieder einmal in der Klemme steckt entdeckt sie eine Anzeige für die Suche nach einem Housesitter in einem kleinen Ort an der englischen Küste und prompt fährt sie mit ihrer kleinen Tochter dorthin.
Joe hatte sich eigentlich keine junge, alleinerziehende Mutter, die noch dazu ziemlich durch den Wind zu sein scheint, als Housesitterin vorgestellt, aber als Tess so vor ihm steht, kann er dann doch nicht nein sagen und gibt ihr die Stelle.
Bald beginnen sich Gefühle zwischen den beiden zu entwickeln, aber es gibt da so einige Geheimnisse die zwischen ihnen stehen und es den Beiden alles andere als leicht machen.

Oh Gott, dieses Buch! Ich lebe in England und hier ist Freya North sehr beliebt und man sieht immer recht viele Bücher von ihr in den Läden.
Ich lese nicht allzu viel Chick-Lit und wenn doch versuche ich Bücher zu finden, die nicht so super kitschig sind und da dachte ich, ich probier mal was von ihr aus.
Kitschig war dieses Buch auch nicht wirklich, aber es war auch sonst nichts, auβer langweiliger Mist vielleicht.
Ich fand sowohl Tess als auch Joe absolut unsympathisch. Sie verhält sich wie eine unreife 13jährige, die überhaupt keinen Plan vom Leben hat und total abstruse Ängste und Verhaltensweisen an den Tag legt. Zum Beispiel geht sie nicht an den Strand. Natürlich sie hat eine kleine Tochter die vielleicht vor allem in der Sommerhitze gerne mal am Strand und im Wasser planschen würde, aber nein, Mami ist eine kindische Ziege und wir rennen lieber den ganzen Tag die Asphaltstraβen rauf und runter.
Joe dagegen ist der coole Brückenbau-Ingenieur, der in jeder Stadt in die er für die Arbeit reisen muss eine andere Frau hat die er flach legen kann, weil er ja so unwiderstehlich und super toll ist, obwohl seine Taten und Gedankengänge da eine ganz andere Sprache sprechen. Hilfe!
Naja und dann die Geschichte, also es passiert nicht viel, sagen wir mal so. Entweder wir bekommen kurze Einblicke in Joes Reisen, aber in der Regel nur in Form von kurzen Bettszenen mit irgenwelchen Weibern, gröβtenteils aber begleiten wir Tess bei ihrer Eingewöhnung in ihrem neuen zu Hause. Naja und da sie nicht an den Strand geht und es sonst nicht viel zu tun gibt, handeln 80 Prozent des Buches davon wie sie mit dem Kinderwagen in die Stadt fährt und dann ne Flasche Milch kauft, oder, Wahnsinn, auch mal ein Brot. Dazu können wir uns stundenlang anhören wie sie das Haus umdekoriert und die Schränke auswischt, Spannung pur.
Wie die beiden sich dann näher kommen ist auch so lächerlich und nervig beschrieben, dass ich bald am Dauer-Augenrollen war. Ich schätze die Autorin wollte zwei besonders komplizierte Charaktere beschreiben, die durch verschiedene Problemchen im Leben so ihre Eigenarten und Komplexe aufgebaut haben. Statt interessant und mysteriös kommen die beiden aber einfach nur verkorkst und affig rüber und ich hab so manchmal gedacht – echt jetzt?
Da passieren dann Szenen wie dass sie ihm wegen einem Foto wo hinten drauf ‘E. M.’ oder irgendsoeine Abkürzung steht eine riesige Eifersuchtsszene macht, da kennen sie sich kaum 2 Wochen und er sich Unterwäsche von ihr aus der Wäsche schnappt und sich dann in seinem Arbeitszimmer damit, naja, sagen wir mal selbst befriedigt. Und sowas muss man sich als Leser dann anhören. Richtig miteinander gesprochen haben sie zu diesem Zeitpunkt übrigens noch nicht, wer hätte es gedacht.
Zu guter letzt die tollen Geheimnisse: Ihre sind absolut lachhaft. Warum sie nicht an den Strand geht ist totaler Käse und das groβe Geheimnis warum sie ständing wegläuft weiβ man seit der ersten Seite. Da dachte ich noch da kommt noch was, das kann nicht alles sein, aber sein sie sicher: das ist alles! Seine Geheimnisse sind keinen Deut besser, furchtbar.

Das ganze Buch war für mich ein groβer Haufen Mist: Öde Geschichte, unsympathische Charaktere, abstruse “Geheimnisse”.
Ich fürchte das war mein erstes und letztes Buch von Freya North


The Moon and More
The Moon and More
von Dessen Sarah
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,07

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Geschichte eines Sommers, 1. August 2013
Rezension bezieht sich auf: The Moon and More (Taschenbuch)
Emaline lebt in Colby, einer kleinen Stadt am Meer. Gerade hat sie die High School beendet und nun steht ein letzter Sommer zu Hause vor der Tür, bevor sie aufs College geht. Eigentlich denkt sie, es wird ein Sommer wie immer, jobben im Immobilienbüro ihrer Familie, Abhängen mit ihren Freunden und ihrem Freund Luke. Aber in diesem Jahr ist Alles anders.
Eine Filmemacherin kommt mit ihrem Assistenten nach Colby um dort eine Dokumentation zu drehen. Da sie von den Einheimischen nicht gerade freundlich aufgenommen werden, wollen sie sich jemand lokalen als Guide und Vermittler suchen und Theo, der Assistent, wirft dabei ein Auge auf Emaline, in mehr als einer Hinsicht. Dazu tritt plötzlich Emalines leiblicher Vater wieder in ihr Leben und von Luke entfernt sie sich immer mehr. Doch erwachsen werden ist eben nicht leicht und bald muss Emaline ein paar wichtige Entscheidungen treffen.

‘The Moon and More’ war mein erstes Sarah Dessen Buch. Ich wollte eine schöne Sommer-Lektüre und da sie dafür bekannt ist, alle ihre Bücher im Sommer spielen zu lassen und ich auch sonst schon viel Gutes von ihr gehört hatte, hab ich es mir gekauft.
Gott sei Dank, denn es hat mich total begeistert.

‘The Moon and More’ ist ein Coming-of-Age Buch, das in einem hübschen kleinen Ort mit vielen tollen Charakteren spielt.
Ich weiβ von dieser Art Bücher gibt es viele, aber trotzdem hat sich dieses für mich von anderen seiner Art abgehoben.
Es geht um Liebe - aber nicht nur, um die Vater-Tochter-Beziehung - aber nicht nur, um das Beginnen eines neuen Lebensabschnittes - aber nicht nur.
Ich hatte das Gefühl es geht einfach um alles, weil es um Emaline geht. Darum dass das Leben eben nie nur tolle Liebesgeschichte, Familiendrama oder Erwachsenwerden-Story ist, sondern eigentlich für die Meisten von uns irgendwie immer alles gleichzeitig. Emaline lernt in diesem Buch dass nicht immer alles das Beste vom Besten sein muss oder kann und dass nicht immer alles perfekt ist und einen groβen Wir-fallen-uns-in-die-Arme Showdown hat, sondern manche Dinge einfach sind wie sie sind und uns trozdem glücklich machen können und falls nicht, dann muss man das akzeptieren und nach vorn schauen.
Ich glaube das war das was mir am meisten gefallen hat, dass ihre Probleme und wie alles passiert so realistisch und nah dran war an der Art wie es auch dir oder mir passieren kann und dabei trotdem lustig, romantsich und mitreiβend. Als würde Sarah Dessen uns daran erinnern, dass auch das wahre Leben und die kleinen Dingen ein Abenteuer sind.


Gone Girl (English Edition)
Gone Girl (English Edition)
Preis: EUR 5,22

9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Annoying girl hätte es wohl eher getroffen, 25. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Gone Girl (English Edition) (Kindle Edition)
Es kommt ja immer mal wieder vor dass ein Buch ganz groβ gehypt und von allen gelobt wird, einem selbst aber nicht ganz so gut gefällt.
Dass ich aber ein Buch, das (vor allem in den USA) so extrem angepriesen und beworben wird so richtig blöd find wie dieses, passiert mir nur selten.

Als Nicks Frau Amy verschwindet, tauchen nach und nach immer mehr Beweise auf die darauf hindeuten, dass Nick der ihr etwas angetan hat: seltsame Suchläufe in seinem Browser-Verlauf, Freundinnen von Amy von denen er nichts wusste und die ihn beschuldigen etc
Langsam taucht man nun in die Geschichte des Paares ein und erfährt die Hintergründe dieser Ehe, bis man erkennt was wirklich passiert ist.

Der Anfang hat mir eigentlich ganz gut gefallen, da man nach Amys Verschwinden hin und her gerissen ist, auf wessen Seite man eigentlich steht und wem man was in der Geschichte zutraut, dass hat die Autorin gut gemacht.

Aber mein Hauptproblem war von Anfang an, dass mir beide Protagonisten unglaublich unsympathisch waren.
Ich fand Amy schrecklich, beide Seiten die man von ihr sieht. Sie ist so selbstgerecht und arrogant, was natürlich irgendwie schlecht ist, wenn einem so das Schicksal des Opfers in einem Thriller eigentlich egal ist, weil sie so eine unsympathische Ziege ist. Na klar wünscht man auch unsympathischen Ziegen kein Verbrechen an den Hals, aber es fiel mir so einfach viel schwerer richtig mitzufühlen.
Erst dachte ich die Autorin legt es darauf an Nick als den Netten der beiden darzustellen, damit man in eine richtige Kontroverse zwischen den eigenen Gefühlen und den Tatsachen des Buches kommt, aber bald wird klar dass Nick auch ein richtiger Idiot ist, ein weinerlicher Verlierertyp, der sich dennoch für unwiderstehlich hält.

Naja und so fand ich es schwer richtig mitzufiebern, weil ich auf keiner Seite stehen konnte und mir die Schuld oder Unschuld beider nicht so richtig am Herzen gelegen hat.
Die Handlung fand ich schon interessant und es gibt in der Mitte eine Wendung, die die Sicht auf die Dinge nochmal komplett verändert, aber irgendwie bleibt alles immer so ein bischen flach. Ich hatte das Gefühl die Geschichte fängt an, Amy verschwindet und ab da plätschert es immer so halb zwischen spannnend und langweilig vor sich hin, ist aber nie ganz das Eine oder das Andere.
Ich habe trotzdem weiter gelesen und auf einen groβen Knall am Ende gehofft, aber leider kam nichts, im Gegenteil. Das Ende war solcher Schrott, dass ich das Buch am liebsten in die Ecke geschmissen hätte. Ich möchte jetzt hier nichts verraten, aber dieser idiotische Ausgang war es definitiv nicht wert, dass ich mit dem Buch so viel Zeit verschwendet habe. Für mich ein Möchtegern-neues Konzept für einen Thriller, dass leider nicht aufging.
Eher nette Einschlaf-Hilfe als spannender Roman. Schade.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 14, 2014 1:07 PM CET


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