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Rezensionen verfasst von
Wolfgang >60

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Erblichkeit der Intelligenz: Eine Klarstellung aus biologischer Sicht (essentials)
Erblichkeit der Intelligenz: Eine Klarstellung aus biologischer Sicht (essentials)
von Karl-Friedrich Fischbach
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Vermintes Terrain, 5. Juni 2016
Wissenschaft ist stets auch – mehr oder weniger - politisch; wer das nicht so sehen wollte, lese nicht nur die „sachlichen“ Feststellungen dieses Buches, sondern auch zwischen den Zeilen:
Ein Journalist, der sich zum Thema Intelligenz und Vererbung als Vertreter „politisch korrekter“ Standpunkte einen Namen gemacht hat, versucht mit Hilfe eines Biologen, in diesem Fragekomplex die Deutungshoheit in Anspruch zu nehmen bzw. zu gewinnen.
Dabei meint man, die unterschiedlichen „Federn“ der beiden Autoren noch im fertigen Text unterscheiden zu können: Eingangs wird festgestellt, dass sich „die Sarrazins“ der aktuellen Diskussion von Fragen der Intelligenz im Rahmen der Migrationsbewegungen nicht zu Unrecht auf bestimmte Aussagen von Wissenschaft und Forschung beziehen, weil die Wissenschaftsgebiete selbst in diesen Fragen unterschiedliche Konzepte und Methoden verwenden, sich also in grundlegenden Fragen selbst uneins sind.
Später wird diesen Autoren vorgeworfen, unkritisch die falschen Quellen genutzt zu haben – sie hätten sich halt für die in diesem Buch vertretene Sichtweise entscheiden sollen.
Interessanter als diese pseudo-objektive Darstellung scheint mir dagegen die Beantwortung der Frage der Rechtfertigung von Schwerpunkten und des Einsatzes begrenzter Mittel zur Weiterentwicklung einer freiheitlichen Gesellschaft.
Zu diesem Thema leistet das Buch nur indirekt einen Beitrag und ist angesichts der „korrekten“ Haltung weder wissenschaftliche Klarstellung noch politische Bereicherung.
Die abschließende Schlussfolgerung individueller Förderung zur optimalen Entwicklung persönlicher Anlagen im Rahmen der Chancengleichheit ist eigentlich eine triviale Feststellung, zumindest kein Alleinstellungsmerkmal!
Ich empfehle in solch vermintem Terrain Publikationen als ergänzende Orientierungshilfe, die prima vista keine eigenen politischen Interessen verfolgen und Sachfragen der Intelligenz vor ihrer statistischen Betrachtung nicht nur als biologische Eigenschaft diskutieren.
Diese Teilaspekte stehen beispielsweise als Auszug „zwischen Informationsflut und Wissenswachstum“ im Web unter der Überschrift „Warum Intelligenz nur zu 75% vererbt wird“ frei zugänglich zur Verfügung. Dabei wird nicht nur die historische Dimension der Thematik deutlich, sondern auch der Hintergrund aktueller Standpunkte, wenn nicht sein kann, was nicht sein darf.
Gerade nach diesen Vergleichen empfehle ich das hier diskutierte Buch mit deutlichen Abstrichen!


Gott denken: Ein Versuch über rationale Theologie (Was bedeutet das alles?) (Reclams Universal-Bibliothek)
Gott denken: Ein Versuch über rationale Theologie (Was bedeutet das alles?) (Reclams Universal-Bibliothek)
von Holm Tetens
  Taschenbuch
Preis: EUR 5,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Feuerbach, Jonas et al - reloaded, 21. Mai 2016
Man reibt sich verwundert die Augen: Ist das derselbe, ob seiner geistreich-kritischen Behandlung philosophischer Themen seit Jahren geschätzte Autor?
Oder stellt sich der gleiche Mensch nach einem einschneidenden „Bekehrungserlebnis“ in den Dienst einer neuen Sache?
Oder handelt es sich um einen „normalen Vorgang“, um die konsequente Weiterentwicklung bisher vertretener Positionen, wenn ein Mensch im dritten Lebensabschnitt sich mit den Fragen der „Restlaufzeit“ bzw. der „Zeit danach“ beschäftigt?
Keines der diskutierten Aspekte scheint mir wirklich neu zu sein, wohl aber – gelegentlich - die Art der Präsentation: Letztlich geht es Tetens in seiner rationalen Theologie um einen Gott, der sprachlich-begrifflich so definiert wird, dass man die in der Welt zu beobachtenden Mängel mit dem Aspekt eines am endgültigen Ende doch gütigen Gottes vereinbaren zu können meint.
Aus dieser Definition heraus beschreibt der Autor Gott, seine Eigenschaften, seine Absichten und die Perspektive der Menschen im Rahmen seines Konzeptes, als handele es sich um die Schilderung eines objektiven Beobachters: Gott kann nicht anders, weil er sich so festgelegt habe.
Diese oder ähnliche Gedanken kennt man von Feuerbach, Jonas und anderen.
Aus neuro-philosophischer Perspektive könnte man diesen Versuch als narrative Konfabulierung des linken präfrontalen Hirnlappens bezeichnen, um den in der Welt zu beobachtenden Widersprüchen letztlich doch einen Sinn zu geben durch ein Prinzip Hoffnung – wenn nicht in diesem Leben, so doch mit der Konstruktion einer Auferstehung.
Aber gegen eine solche naturalistische Betrachtungsweise immunisiert Tetens sein Konzept, indem er den Theismus stark macht und den Naturalismus als Pappkameraden hinstellt, dessen Schwächen er im 1:1-Vergleich als Stärken des Theismus umdeutet.
So erinnert Tetens Argumentation an die der Kreationisten, wenn sie ihre „Theorie“ als gleichberechtigt neben die der Evolution stellen wollen.
Tetens leitet – wie in früheren Werken – über eine Schlusskette aristotelischer Logik aus Prämissen Schlussfolgerungen ab, die seiner Argumentation den Anschein zwingender Konsequenzen geben; dabei stecken in den Voraussetzungen und Formulierungen der Prämissen genau die Aspekte, die die gesamte Argumentation eigentlich in Frage stellen.
Außerdem bleibt die Basis menschlichen Denkens völlig unberücksichtigt, um Sprache und Logik als Methode unhinterfragt als absoluten Maßstab einsetzen zu können; ich hatte den Eindruck: da war der Autor bei seinem Kommentar zu Kants „Kritik der reinen Vernunft“ schon deutlich weiter!
Enttäuscht hat mich die bekannte Nützlichkeits-Abwägung zu Gunsten des Theismus: Treffen die Annahmen zu, hat man alle Vorteile; treffen sie nicht zu, verliert man nichts …

Insofern halte ich dieses Buch für ein Indiz einer Renaissance der Religionen in Natur- und Geisteswissenschaften, wenn Glaube und Hoffnung dem Menschen in seinem Streben nach Wissen Halt und Orientierung geben wollen bzw. sollen.
Dieser Versuch mag gut gemeint sein in einer Zeit, in der Religionen begonnen haben, Kulturen zu überformen; ich sehe in dieser Tendenz die Gefahr, hinter die mit der Aufklärung gewonnenen Erkenntnisse und Freiheiten zurück zu fallen.

Daher empfehle ich das Buch, aber mit deutlichen Abstrichen!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 10, 2016 11:22 AM MEST


Inkognito: Die geheimen Eigenleben unseres Gehirns
Inkognito: Die geheimen Eigenleben unseres Gehirns
von David Eagleman
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

4.0 von 5 Sternen Zwiespältige Zwischenbilanz, 9. Dezember 2015
David Eagleman ist als Schriftsteller und Referent bekannt für seine fesselnden Vorträge und nachvollziehbaren Darstellungen komplexer Zusammenhänge; als Neurobiologe ist er ein später Schüler von Francis Crick, der für seine logisch stringente, materialistisch-biologische Sichtweise bekannt ist.
Was die Anschaulichkeit der Beschreibung der Erkenntnis über bzw. der Zusammenarbeit von Gehirn und Körper angeht, wird man auch in diesem Buch nicht enttäuscht.
Der Autor entwickelt den aktuellen Stand der Neurologie aus biologischer und medizinischer Sicht – mit Ausblicken in die Philosophie – anhand zentraler Experimente und der sich daraus ergebenden Interpretationen folgerichtig und unterhaltsam.
Am Beispiel Synästhesie – seinem Spezialgebiet – verdeutlicht Eagleman Strukturunterschiede, Zustände und damit verbunden unterschiedliche Qualia-Empfindungen menschlicher Gehirne.
Als Modell für die Organisations-Struktur des Gehirns bei der Vorbereitung von Entscheidungen und der Begründung der anfallenden Ergebnisse durch die narrativen Funktionen des präfrontalen Kortex verwendet er das System von Regierung und Opposition parlamentarischer Demokratien.
Zwischenzeitlich nimmt der Autor einen konstruktivistischen Standpunkt ein, wendet ihn aber nicht auf seine eigenen Aussagen an, sondern argumentiert weiter, als würde er objektiv berichten.
Das setzt sich mit der Behandlung philosophischer Fragen fort: Komplexität wird linear-kausal und allenfalls „polygenetisch“ betrachtet; das Phänomen „Emergenz“ wird ohne den System-Begriff nur angedeutet und – methodisch – zudem nur per Sprache behandelt; das kann m. E. nicht gut gehen, insbesondere wenn man den Reduktionismus als 1:1-Entsprechung zwischen Molekülen und Verhaltensweisen geradezu karikiert. Dementsprechend rückt Eagleman – nachdem er zunächst seine Vorteile stark zu machen schien - ohne Not vom materialistischen Reduktionismus ab, ohne dessen Grenzen ernsthaft auszuloten und letztlich ohne selbst Position zu beziehen: „Ich behaupte nicht, dass der Materialismus falsch liegt, und ich sage auch nicht, dass ich hoffe, dass er falsch liegt.“
In Bezug auf das „Bewusstsein“ zieht der Autor den Vergleich eines Vorstandsvorsitzenden heran, der eingreifen muss, wenn es Störungen bei den automatisch ablaufenden „Zombie-Prozessen“ gibt; eine überzeugende Erklärung, warum dieser Kontrollprozess „bewusst“ wahrgenommen werden muss, habe ich allerdings vermisst.
Irritiert hat mich die Art und Weise, Aspekte der Quantentheorie für die Hirnforschung nutzbar zu machen: „Ich behaupte nicht, dass eine Verbindung zwischen der Quantenmechanik und dem Bewusstsein besteht. Aber ich behaupte, dass es eine solche Verbindung geben könnte und dass es nicht im Sinne von Forschung und Fortschritt ist, wenn wir diese Möglichkeit von vornherein ausschließen.“
Ich meine, eine ähnliche Argumentation schon einmal im Zusammenhang mit der Verteidigung des Kreationismus gehört zu haben …
Wegen dieser Tendenzen hat mich dieses Buch von Eagleman etwas enttäuscht!
Wenigstens bleibt uns Menschen ein Alleinstellungsmerkmal – unser Gehirn als das komplexeste System des Weltalls - bis wir auch hier vom Sockel gestoßen werden und die nächste Kränkung pflegen können!


Bewusstsein: Bekenntnisse eines Hirnforschers
Bewusstsein: Bekenntnisse eines Hirnforschers
von Christof Koch
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

4.0 von 5 Sternen Faustischer Rundumblick, 2. Dezember 2015
Christof Koch ist als neurobiologischer Weggefährte von Francis Crick und nicht erst durch sein Buch „Bewusstsein – ein neurobiologisches Rätsel“ bekannt geworden; viele seiner interessanten Vorlesungen sind im Internet verfügbar.
Koch schildert den Hintergrund der Zusammenarbeit, liefert den theoretischen Überbau zum Thema und zu früheren Publikationen: Crick und Koch haben sich als ausgewiesene Experten unterschiedlicher Disziplinen der Physik auf dem für sie neuen Gebiet der neurobiologischen Forschung gefunden; beide verstanden sich menschlich wie fachlich trotz eines großen Altersunterschiedes und unterschiedlicher Lebenserfahrung bestens, wobei Koch durch eine katholische Erziehung geprägt ist, während Crick eine reduktionistische, materialistisch-physikalischen Sichtweise vertrat.
Francis Crick scheint für Koch die Rolle eines Übervaters eingenommen zu haben; religiöse Fragen spielten wissenschaftlich wohl keine Rolle, denn in der Physik wird Gott als Erklärungskonzept ausgeklammert.
Aber nach Crick Tod, als sich Koch wissenschaftlich noch intensiver einsetzte und auch sportlich durch freies Klettern oder Geländeläufe mentale Grenzbereiche erschloss, gleichzeitig aber auch menschlich-persönlich eine Krise durchmachte, scheinen religiöse Erfahrungen wieder an Bedeutung gewonnen zu haben, obwohl eine „Offenbarung“ im klassischen Sinn offensichtlich ausblieb.
Koch setzt sich von der streng materialistischen Sichtweise Cricks ab, zumindest nehme ich seine ausführliche Schilderung der „Theorie der integrierten Information“ von Giulio Tononi als Indiz für diesen Eindruck.
Koch wendet sich damit von einem früher vertretenen Konzept rückgekoppelter Systeme ab und hin zu einer holistischen Sichtweise, wonach Bewusstsein charakteristisch für Lebewesen ist: alle neuronalen Systeme verfügen irgendwie über „Bewusstsein“, wobei der Unterschied oft graduell ist, während die Ausprägung letztlich von der Komplexität des neuronalen Systems abhängt.
Dabei wird Leibniz's Monadenlehre als Modell – im Zusammenhang mit bewussten Zuständen – genutzt. Koch folgt diesem Konzept bis zum Panpsychismus und gibt damit konsequenterweise die Vorstellung der Emergenz von Eigenschaften als Funktion von Systemen, die aus einfacheren Elementen bestehen, auf.
Das liest sich gut und ist interessant als ein Stück aktueller Wissenschaftsgeschichte, speziell in den USA.
Nicht überzeugt hat mich die Aufgabe der reduktionistischen Ansätze emergenter Eigenschaften rückgekoppelter Systeme, deren Erklärungskraft m. E. noch lange nicht ausgelotet ist. Ich habe vielmehr den Eindruck, als sei dieser Wechsel Teil einer Strömung in den USA, die christlich-religiöse Aspekte zumindest toleriert.


Der moralische Instinkt: Über den natürlichen Ursprung unserer Moral. Aus dem Niederländischen von Christiane Kuby und Herbert Post
Der moralische Instinkt: Über den natürlichen Ursprung unserer Moral. Aus dem Niederländischen von Christiane Kuby und Herbert Post
von Jan Verplaetse
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,00

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessanter Versuch, eine Brücke zu bauen ..., 19. Oktober 2015
Das Buch ist stringent aufgebaut, lockert die Materie durch zahlreiche, anschauliche Beispiele auf und bietet Ansätze, über das vorgestellte Konzept hinaus zu denken; es ist fast schon ein Lehrbuch – im besten Sinne des Wortes -, wenn es sich nicht mit Sachverhalten befasste, die noch erkennbar im Fluss sind.
Auch ich habe dieses Buch im Anschluss an Frans de Waals "Der Mensch, der Bonobo und die zehn Gebote" gelesen, von dem ich mir etwas mehr versprochen hatte; Verplaetzes ergänzt – in eigenständiger Darstellung – die Aspekte, die ich bei de Waal vermisst hatte oder die mich dort gestört hatten. Ich danke daher „Sammy“ Burt für den Hinweis auf dieses Buch!
Im Nachwort beschreibt Verplaetse seine Ansichten und Absichten, die ihn zum Schreiben dieses Buches veranlasst haben: Er will den Zusammenhang zwischen neuronalen Netzen im Gehirn und moralischem Verhalten herstellen.
Er geht dabei davon aus, dass sich das „moralische Gehirn“ gewisser neuronaler Karten – Verplaetse spricht von „Nervenzentren“, verwendet also den von Gerald Edelman geprägten Begriff der „Karten“ nicht – bedient, die ursprünglich eine ganz andere Funktion hatten.
Dementsprechend unterscheidet er vier Gebiete: Bindungsmoral, Moral der Gewalt, Moral der Reinigung und Moral der Kooperation, ehe er auf der Meta-Ebene auf die Bewertungsmaßstäbe der Prinzipienethik zu sprechen kommt.
Den unterschiedlichen moralischen Perspektiven entsprechen konsequenterweise unterschiedliche neuronale Aktivitätsmuster, die man tomographisch so weit auseinander halten kann, dass – folgt man dem Autor - im Scanner Kantianer von Benthamianern unterschieden werden können.
Das sind Aussagen, die bisher unter der Überschrift „unzulässiger Reduktionismus“ empörte Reaktionen „klassischer“ Philosophen ausgelöst hätten; wenn die Reaktionen jetzt weniger heftig ausfallen oder ganz ausbleiben, so kann man das als Zeichen eines naturalistischen Paradigmenwechsels deuten: zu überzeugend werden die bisher als materialistisch oder reduktionistisch abgelehnten Konzepte durch experimentelle Evidenz bestätigt.
Verplaetse übernimmt für mich in diesem Zusammenhang die Funktion des Brückenbauers: Aus der Struktur des Gehirns versucht er die menschliche moralische Evolution zu rekonstruieren.
Während der Autor den Bereich der emotionalen Moral eindeutig auf die biologischen Grundlagen zurückführt, ist diese Aufgabe bezüglich der rationalen Prinzipienethik noch relativ offen, obwohl für bestimmte Fragen – siehe Kant und Bantham – bereits die Auflösung der Aktivitätsmuster ausreicht, um grobe Zusammenhänge herzustellen.
Erkennbar zögerlicher verhält sich Verplaetse bei Fragestellungen, die ein höheres Auflösungsvermögen neuronaler Aktivitäten einerseits erfordern, andererseits so brisante Fragen wie die Entscheidungsfreiheit des Menschen in Anbetracht der neuronalen Aktivitäten des Gehirns behandeln.
Das betrifft insbesondere die Experimente vom Typ „Libet“, die J-D Haynes durchgeführt hat: die Differenz zwischen „Entscheidung“ und „Bewusstsein“ der Probanden beträgt bis zu sieben Sekunden und das Ergebnis kann mit hoher Signifikanz vorhergesagt werden. Obwohl die neuronalen Aktivitätsmuster, die zur Auswertung genutzt werden, und die Ergebnisse bei Veröffentlichung des Buches längst publiziert worden waren, bewertet der Autor die Ergebnisse zurückhaltender als andere Schlussfolgerungen auf Basis neuronaler Aktivitäten.
Vielleicht hat er vermeiden wollen, in die Diskussion um menschliche Willensfreiheit und moralische Verantwortung gezogen zu werden …
Eine offene Baustelle ist für mich – auch und gerade nach der Lektüre dieses Buches – das Verhältnis von Sprache und Prinzipienethik, wobei Sprache die Verbindung zwischen emotionaler Moral und rationaler Prinzipienethik herstellen soll: wie hat man sich diese Verbindung modellhaft vorzustellen und welche Konsequenzen ergeben sich daraus?
Vielleicht werden diese Themen in einem Nachfolgewerk behandelt …
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 3, 2016 6:44 PM MEST


Der Mensch, der Bonobo und die Zehn Gebote: Moral ist älter als Religion
Der Mensch, der Bonobo und die Zehn Gebote: Moral ist älter als Religion
von Frans de Waal
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Grenzgänger zwischen Religion und Naturwissenschaften, 8. Oktober 2015
Dieses Buch liest man mindestens auf drei Ebenen: als nette Unterhaltung nach dem Motto „der Affe in uns“, als Suche nach Regeln des Zusammenlebens - also den Vorstufen menschlicher Ethik und Moral – oder als Diskussion der Rollen von Religion und Wissenschaft in der heutigen Gesellschaft; mich hat der letzte Punkt angesichts der aktuellen Konflikte weltweit und der Flüchtlingsproblematik hier im Lande besonders interessiert.
Diese Ebenen werden durch Schilderungen und Interpretationen einzelner Werke von Hieronymus Bosch miteinander verwoben; das liest sich trotz der – wie immer - unterhaltsamen Tiergeschichten nicht immer ganz leicht …
Dabei gerät man nicht nur ins Grübeln, was uns der Autor gerade mit diesem oder jenem gedanklichen „Ausflug“ sagen will, sondern versucht fast automatisch, die vom Autor entwickelten Erkenntnisse – z. B. zur Sein-Sollen-Problematik – exemplarisch auf seine eigenen Schlüsse anzuwenden, und sich damit eigenen, über das Buch hinaus führenden Fragen zu stellen.
Insofern ist das Buch durchaus anregend und interessant.

Gleichzeitig war ich mir nicht sicher: Ist das Buch überhaupt für den europäischen Leser geschrieben, zielt es nicht vielmehr auf den amerikanischen Markt mit dem besonderen Streit um Kreationismus oder Evolution, zwischen Evangelikalen und Atheisten?
Hat hier ein international bekannter Naturwissenschaftler Position bezogen, um der Religion mehr als nur eine ökologische Nische frei zu halten, ja sogar eine „wissenschaftlich“ begründete Stellung – Religion als „sinnvolles“ Produkt der Evolution, die sich ja nie irrt - für ihre Funktion in der Gesellschaft zu sichern?
Geht es vielleicht sogar um die Beruhigung von Sponsoren, die sich Sorge um die Ausrichtung einer Universität und der an ihr tätigen Wissenschaftler machen?
Vor einem solchen Hintergrund machen heftige Angriffe des Autoren gegen Atheisten oder Neoatheisten bzw. eine Relativierung von Wissenschaft Sinn, während er sich gleichzeitig über bestimmte kirchliche Positionen lustig macht und deshalb fast zu den kritisierten Religionskritikern gerechnet werden könnte.
Seine positiven Ausführungen zur eben noch sachlich kritisierten Religion und seine relativierenden Aussagen zur Wissenschaft sowie deren konfliktfreies Nebeneinander empfand ich als Gratwanderung, die mich wenig überzeugt hat.
Wenig gefallen hat mir auch das Stilmittel, eigene Ansichten einem Bonobo in den Mund zu legen; dies bietet die Möglichkeit, im Falle von Kritik oder späterer, besserer Einsicht behaupten zu können, das seien ja nicht seine eigentlichen Überzeugungen!

Für mich zentral dagegen ist de Waals Feststellung, dass „der Wissensdurst, das Lebenselixier der Wissenschaftler, eine spirituelle Leerstelle füllt, die bei den meisten anderen Menschen von der Religion eingenommen wird“, während an anderer Stelle gesagt wird, dass Wissenschaft für die Mehrheit der Menschen nicht überzeugend genug oder zu schwer zu erschließen ist, um die Rolle der Religion zu ersetzen.
Ähnlich äußert sich übrigens Einstein.
Das ist in sich schlüssig, begründet aber nicht zwingend die von de Waal daraus gezogene Schlussfolgerung bezüglich der besonderen Stellung von Religion, denn für Europäer, die mit der Trennung von Kirche und Staat aufgewachsen sind, ist der vorsichtige Hinweis auf „soziale Experimente in Nordeuropa“, religiös basierte Moral durch gesellschaftlich vereinbarte, soziale Regeln zum Zwecke eines friedvollen Miteinanders zu ersetzen, als noch „ergebnisoffen“ darzustellen, kaum nachzuvollziehen, denn das ist nicht nur in Nordeuropa, sondern inzwischen selbst in Mitteleuropa funktionierender Alltag.
Viel wichtiger scheint mir die Frage, ob die durch Aufklärung, die nachlassende Glaubwürdigkeit und den schwindenden Einfluss christlicher Kirchen entstandenen „spirituellen Leerstellen“ nicht mit dem Zuzug von Flüchtlingen anderer Kulturkreise und Religionen durch gesellschaftlich weniger weit entwickelte religiöse und gesellschaftliche Konzepte gefüllt werden?
Folge wäre eine Entwicklung, die sich als unumkehrbar und langfristig als fatal herausstellen könnte.
Konkret bedeutet das für mich: Gehört der Koran- und Hadith-treue Islam des Nahen Ostens zu Deutschland; wie muss bzw. kann er sich anpassen oder was geschieht, wenn eine Anpassung an die Verhältnisse einer freiheitlich-demokratischen Rechtsordnung, der hier vertretenen Auffassung von Gleichberechtigung, Religionsfreiheit und Menschenwürde nicht möglich ist?
Der Einfluss von Religion ist in diesem Zusammenhang bisher meist ausgeklammert worden, wird aber sicher an Brisanz gewinnen.

Für diese Fragen – gewollt oder ungewollt - sensibilisiert zu haben, diesen Aspekt schätze ich an de Waals Buch besonders.


Böse Philosophen: Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung
Böse Philosophen: Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung
von Philipp Blom
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Radikale Aufklärung: zu radikal für diese Welt?, 26. September 2015
Hinweise auf wertvolle Bücher, deren Erscheinungstermin schon einige Zeit zurück liegt, verdankt man dem Zufall – oder Gesprächen mit interessanten Menschen!
So auch hier:
Dieses Buch schließt für mich eine Lücke in der Philosophiegeschichte der Aufklärung: Blom beschreibt die „radikalen“ Aufklärer – allen voran Diderot und die anderen „Enzyklopädisten“ - im Rahmen ihrer Zeit, unmittelbar vor der französischen Revolution, die geprägt ist durch ein Versteckspiel vor Spitzeln oder der durch Adel und Klerus gesteuerten Zensur, die verhindern sollten, dass die Grundlage der bestehenden Herrschaftsstruktur in Frage gestellt wird; ohne Schutz landete man schnell im Gefängnis oder auf dem Schafott.

Die Pariser Salonkultur – insbesondere der Salon des Baron Holbach, in dem fast alle kritischen Geister dieser Zeit verkehrten – bot hierzu einen gewissen Freiraum, weil eine geschlossene Gesellschaft in gepflegter Umgebung ungestört über Gott und die Welt diskutieren konnte.
Daraus entstehende Publikationen konnten jedoch nur unter größten Vorsichtsmaßnahmen erscheinen – unter Pseudonym, im Ausland oder posthum.
Selbst Beiträge in der berühmten Enzyklopädie konnten nicht in der gewünschten Deutlichkeit formuliert werden; oft musste es bei Andeutungen bleiben.

Blom gelingt es überzeugend, die unter diesen Einschränkungen diskutierten Konzepte der verschiedenen Protagonisten, die Parallelen und Differenzen ihrer Auffassungen, aber auch die Probleme, mit denen sie sich auseinander zu setzen hatten, anschaulich, glaubhaft und gut lesbar darzustellen.
In Ansätzen werden moderne Konzepte der Genetik, Evolution oder Neurobiologie vorweg genommen; die Gruppe war in ihrem Denken ihrer Zeit weit voraus, konnte die Konstrukte aber mit philosophischen Methoden – Sprache und Denken in Sprache – allein natürlich nicht belegen!
Die radikalen Aufklärer vertreten oft radikale materialistische Positionen, die Religion und auf Religion basierende Moral in Frage stellen. Die daraus folgenden Konsequenzen sind mit traditionellen Vorstellungen nicht oder nur schwer vereinbar, so dass auch mancher der „Mitstreiter“ diesen Weg nicht mehr mitgehen wollte oder konnte und es auch innerhalb der Gruppe zu Differenzen – im Falle von Rousseau: zum Zerwürfnis - kam.
Blom schließt allein schon durch diese Gesamtdarstellung eine Lücke, weil die hinterlassenen Schriften der „radikalen“ Aufklärer unter den damals gegebenen Bedingungen für die Nachwelt gar kein geschlossenes Bild abgeben konnten.

Hinzu kommt aber ein soziologischer Aspekt, den der Autor mit seinen Ausführungen plausibel macht: Die „radikale“ Aufklärung passte mit ihren materialistischen Ansätzen und empirischen Methoden sowie deterministischen Vorstellungen nicht in die Zeit des beginnenden bürgerlichen Kapitalismus mit seinem oft religiös begründeten Verständnis von Moral und „freiem Willen“; gleichzeitig unterstützten die christlichen Kirchen - insbesondere die katholische - Strömungen, die ihre traditionellen Auffassungen zumindest als Möglichkeit zuließ.
Die moderate Aufklärung im Sinne Kants, der Idealismus im Sinne Hegels entsprach dem gewünschten Profil und bestimmte dementsprechend die weitere Entwicklung: Gott, Seele, „freier Wille“ konnten als Konzepte überleben und sicherten so die Macht religiöser Institutionen auch für die Zukunft bis in unsere heutige Zeit.
Angesichts dieser mächtigen Verbündeten war es kein Wunder, dass es im Zuge der Entwicklungen gelang, den „radikalen“ Aufklärern das Image von Sektierern anzuhängen und sie praktisch dem Vergessen zu überlassen.
Heute geht die gleiche Auseinandersetzung, diesmal mit anderen Kontrahenten - mit naturwissenschaftlicher Unterstützung einerseits, mit konservativen Religionen andererseits - in eine neue Runde, deren Ergebnis angesichts raffinierter Rhetorik und „Marketing“ seitens der bisherigen Inhaber der „Deutungshoheit“ anstelle von Argumenten und Fakten völlig offen ist; der Sieg von Verstand und Vernunft ist noch lange nicht ausgemacht!

Insofern erinnert Blom gerade rechtzeitig an die „radikalen“ Aufklärer; ein sehr empfehlenswertes Buch!


ABUS Fahrradhelm Pedelec, White,  56-62 cm, 58644
ABUS Fahrradhelm Pedelec, White,  56-62 cm, 58644
Preis: EUR 69,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut durchdacht und praktisch, 18. September 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: ABUS Fahrradhelm Pedelec (Ausrüstung)
Neuanschaffung - nachdem der "Vorgänger-Helm" bei einem Unfall seine Pflicht und Schuldigkeit getan hat: Das Konzept ist gut durchdacht, der Helm praktisch ...


Ist das Hirn vernünftig?: Erkenntnisse eines Neuropsychologen
Ist das Hirn vernünftig?: Erkenntnisse eines Neuropsychologen
von Lutz Jäncke
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Reflexionen und Beobachtungen, 18. September 2015
Nicht die einfachen Kinder liegen einem besonders am Herzen – das gilt auch für Bücher!
Dieses Buch muss man sich erarbeiten, denn der Autor macht es dem Leser mit der Fülle an experimentellen Ergebnissen und mit seinen Formulierungen nicht immer leicht:
Das beginnt bei der Sprache – schon beim Titel –, wenn er nach Eigenschaften des Gehirns fragt, die man eigentlich einer Person zuschreibt.
Das ist natürlich eine didaktische Provokation, um darauf aufmerksam zu machen: Es gibt zwei Perspektiven für ein und denselben Sachverhalt, aber wenn sich die Sichtweisen der ersten bzw. der dritten Person, der subjektiven und der objektiven Beschreibung auch unterscheiden, sie gehören zusammen, denn sie beruhen auf den gleichen Mechanismen, beschreiben die gleichen Funktionen, haben die gleiche materielle Basis.
Man versteht das Buch aber leichter, wenn man die Konzepte „neurologischer Karten“ von Edelman oder „schnelles und langsames Denken“ von Kahneman bereits kennt; dann hat man sofort eine Vorstellung des Gemeinten.
Gelegentlich hatte ich den Eindruck, als würde das Buch – als Metapher - ein älteres Gebäude nutzen, dessen Fassade durch ein Gerüst mit neuesten Ergebnissen modernisiert wurde, wenn beispielsweise zunächst die Position des „modernen Dualismus“ in der Form von Eccles und Popper vertreten wird, um später das Libet-Experiment detailliert zu schildern, gleichzeitig aber vor einer Überinterpretation der Ergebnisse in Bezug auf die Existenz eines „freien Willens“ zu warnen.
Später dann wird - mit Hinweis auf die Ergebnisse von Haynes oder Haggard oder die Aussagen von Damasio - ein eigener Begriff des „freien Willens“ eingeführt, der unbewusste und bewusste neuronale Aktivitäten umfasst, also das un- bzw. vorbewusste Bereitschaftspotential bei Libet als Teil des Prozess des Wollens begreift.
In Bezug auf explizite Festlegungen zu philosophischen Positionen ist der Autor vordergründig vorsichtig, präsentiert seine aktuelle Meinung mit Fragezeichen, wird aber in seinen sachlichen Feststellungen eindeutig: „Unser Bewusstsein über die ablaufenden neuronalen Prozesse ist eher ein Begleitphänomen, das im Verlauf der neuronalen Berechnungen entsteht.“ Vielleicht sollte man dann konsequenterweise auch über die „Freiheit“ des Willens noch einmal neu nachdenken!?
Das sind provokante Aussagen, bei denen manche Philosophen schäumen und auf ihre Deutungshoheit pochen werden; ich empfinde aber gerade diese versteckten Spitzen im Buch als anregend.
Gefehlt haben mir in diesem Zusammenhang Ausführungen zu Spiegelneuronen; der Begriff ist mir im gesamten Buch nicht begegnet.
Vielleicht deshalb und wegen der nicht ganz geradlinigen Darstellung von mir nicht die volle Punktzahl, aber:
Ein wertvolles, ein besonderes Buch …


Philosophie der Technik: Eine Einführung (Beck'sche Reihe)
Philosophie der Technik: Eine Einführung (Beck'sche Reihe)
von Klaus Kornwachs
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Technik - formal und material, 27. August 2015
Philosophie der Technik behandelt Fragen der Entwicklung bzw. des Einsatzes von Technik, die nicht innerhalb der Technik oder der Technik-Wissenschaften behandelt, bewertet bzw. beantwortet werden (können).
Einleitend verfolgt der Autor die Entwicklung des Verständnisses von Technik im Laufe der Geschichte; dabei versucht er zunächst eine Abgrenzung von (Natur-) Wissenschaft und Technik, denn Technik ist mehr als nur angewandte Naturwissenschaft; beide Bereiche bedingen sich wechselseitig.
Technik nutzt die Regelhaftigkeit im Rahmen von Zweck-Mittel-Relationen, hat also enge Bezüge zur praktischen Handlungstheorie und unterliegt daher deren ethisch-moralischen Aspekten.
Technik liefert die Instrumente und Methoden, die als weiter entwickelte Werkzeuge, als „Organprojektion“, dem Mängelwesen Mensch im Sinne des Arnold Gehlen das Überleben in einer scheinbar übermächtigen Natur bzw. Umwelt zu ermöglichen.
Darüber hinaus schafft Technik mit der qualitativen und quantitativen Analyse empirischer Sachverhalte die Voraussetzung für Einsichten und die Entwicklung von Theorien in wissenschaftlichen Bereichen, die außerhalb der Lebenswelt liegen und methodisch nicht allein durch Sprache oder sprachbasiertes Denken, sondern nur durch praktisches Handeln erschlossen werden können.
Bezüglich der Rolle von Sprache und sprachbasierten Aussagen warnt der Autor: „Definitionen sagen nichts über die Welt, sondern etwas über den Sprachgebrauch aus, wenn wir über das zu Definierende reden.“
Freud spricht von den drei klassischen Kränkungen der Menschheit – Stellung des Menschen im Kosmos, Evolution statt Schöpfung, Verstand und Vernunft im Vergleich zur Rolle des Unbewussten -, die Kornwachs um eine vierte Kränkung erweitert: „Viele Denkleistungen, die wir für genuin oder ausschließlich menschlich hielten, sind mittlerweile durch Maschinen darstellbar“.
Er ergänzt diese durch sechs „kleinere Beleidigungen“, die unser menschliches Selbstverständnis ebenso beeinträchtigen wie die großen Theorien der Kosmologie, der Evolution, der Psychologie und des maschinellen Könnens:
Materielle Basis des Menschen, Fragen von Selbstbewusstsein und neurologischer Basis, sittliche Konventionalität, Verhältnis von Moral und Grundbedürfnissen, Bändigung von Macht durch vernünftige Strukturen, Verhältnis von Einsicht und Handeln.
Gleichzeitig entwickelt diese Technik eine Eigendynamik, die den Menschen „alt“ aussehen lässt, so dass der Mensch – wie der klassische „Zauberlehrling“ – den Anforderungen seiner technischen Produkte mit Günther Anders (Stern) nicht mehr gewachsen ist und seine „Antiquiertheit“ festgestellt werden muss.
Ein „dicht“ geschriebenes, interessantes Buch, das eine Lücke füllt!


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