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Rezensionen verfasst von
Wehrmann

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All in One. Rock Guitar Solos für E-Gitarre: 10 Solostücke im Stil von Hendrix, Clapton, Santana u.a. Noten und Tabulaturen. Mit CD
All in One. Rock Guitar Solos für E-Gitarre: 10 Solostücke im Stil von Hendrix, Clapton, Santana u.a. Noten und Tabulaturen. Mit CD
von Peter Autschbach
  Broschiert
Preis: EUR 19,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Autsch ! Dies ist ein Gitarren - Anfängerbuch !, 8. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Und ich finde es nicht ganz OK, dass hier nirgendwo darauf hingewiesen wird.
Lt. der Beschreibung und der Aufmachung könnte man nämlich vermuten hier läge der Schwierigkeitsgrad im gehobenen Anfänger bis mittelschwerem Bereich.
Die hier konzipierten Stücke sind leider aber nur für Anfänger interessant, es werden einige Power - Riffs mit ganz einfachen, meist nur aus wenigen Tönen bestehenden Melodien gepaart.
Die Stücke dürften für jeden Klampfer der auch nur sechs Monate ambitionert spielt mittlerweile uninteressant sein.
Aufgrund der fehlenden Schwierigkeitsgrad - Einordnung habe ich nun 20 € umsonst ausgegeben.
Ärgerlich !


Grace for Drowning
Grace for Drowning
Preis: EUR 7,99

5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Meisterwerk ?, 6. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Grace for Drowning (Audio CD)
Steven Wilson's Werk wird ja schon seit Jahren immer wieder von Kritikern und Fans hochgelobt.
Wenn überhaupt Negatives zur Sprache kommt, dann allerhöchstens in Retrospektive, so wie nun auch mit Erscheinen des neuen Solo - Großwerks der letzte Porcupine Tree - Output "The Incident" von vielen plötzlich als "nicht so ganz der große Wurf" bewertet wird.
Das war er mit Sicherheit auch nicht und das ist angesichts der mittlerweile 41. Studioproduktion vielleicht auch mal verständlich.
Was hören wir nun also auf dem zweiten Solowerk von Herrn Wilson ?
Zunächst mal für Ungeübte einen ganz schön schwer verdaulichen Brocken Musik. Es wird schnell klar, dass hier einige Durchläufe nötig werden um das Album in seiner Gänze erfassen zu können.
Wilson scheint die Einflüsse seiner unterschiedlichen Projekte vereinen zu wollen, vermischt härtere Riffs mit sphärischen Elementen, Noise, Klangcollagen und lange, ausgedehnte Improvisationsteile von Gitarre, Sax, Klarinette und Keyboards.
Die Stimmung ist elegisch, düster, nur selten schimmert der Schönklang durch wie bei "Deform to form a star", "Like Dust .." oder dem wunderschönen "Belle de jour".
Dazwischen immer wieder eruptive Choräle oder Keyboardwände über vertrackten Rythmen. Spielerisch wirkt die Musik, achtet man mal auf Sounds im Hintergrund, ändert sich Rhythmus oder tonangebendes Instrument im Vordergrund schon wieder, gerade in den ausladenden Stücken wie "Remainder the Black Dog" oder "Raider II" merkt man erst nach einer Zeit wie sich alle vier Takte die Musik variiert, mit welcher Komplexität hier komponiert und arrangiert wurde.
Auf über achtig Minuten Spielzeit kommen auch einige vielleicht überflüssige Minuten zusammen, so finde ich das kitschige "Postcard" ähnlich verzichtbar wie die den Mönchsgesang der "Raider Prelude" oder das "La la la" des Intros.
Der Rest der Platte gewinnt jedoch Durchlauf für Durchlauf. Es gibt immer wieder neues zu Entdecken, wie in einer Schatzkiste die man nach und nach plündert. Man fängt an die Melodien summen, freundet sich langsam mit dem "Raider II" - Moloch an und bemerkt die vielen Feinheiten der restlichen Acht - Minüter.
Über die technisch hoch-versierten Musiker wurde bereits viel geschrieben, neben freundschaftlich bekannten Musikern hat Wilson Profi - Session - Musiker mit Jazz - Progressive - Background und viel Erfahrung engagiert, so dass selbstverständlich alles aus einem Guß klingt, wer hätte es von einem Produzenten und Technik - Freak wie Steven Wilson auch anders erwartet ?
Ja und das Ganze gibt's dann als Doppel - CD für einen schlappen Zehner. Wohl der Schwellenpreis an dem sich der geneigte amazon - Einkäufer denkt :"Als mp3 runterladen oder lieber CD bestellen ?" - Kostet nämlich genausoviel und Herrn Wilsons Meinung über iPods, Mp3 und ähnlichem ist bekannt. Sehr verbraucherfreundliche Preispolitik also. Was gibt's nun eigentlich noch zu meckern ?
Ich glaube niemand wird hier beim ersten Hören der CD vor Freude an die Decke hüpfen. Zu kompliziert und elegisch ist die Musik, von leichter Zugänglichkeit kann keine Rede sein. Ich würde es schwer haben dieses Werk einem nicht Steven Wilson oder Porcupine Tree - Kenner schmackhaft zu machen wenn ich das wollte. Diese Musik wächst, muß erhört, erarbeitet werden. Wilson's Erstling "Insurgentes" war hier sicher einfacher gestrickt, aber nicht minder schön.
Ein Meisterwerk wirkt gerade durch seine intuitiven Gänsehautmomente, grandiosen Melodien oder - wenn man so will - auch einer gewissen massenkompatiblen Eingängigkeit.
Das geht "Grace for drowning" dann wohl doch ein wenig ab, also sagen wir mal "Ein Meisterwerk für Steven - Wilson - Fans" ....


Wasting Light
Wasting Light
Wird angeboten von B68 Solutions
Preis: EUR 10,49

11 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschend, 19. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Wasting Light (Audio CD)
Um mich kurz zu fassen: Das ist also das wegweisende neue Album der "größten Rockband der Welt" ?
Ein derart uninspiriertes, langweiliges Machwerk ? Ohne tolle Refrains, Überraschungen, Abwechslung, mitreißenden Melodien oder ähnlichem ?
Besonders im zweiten Teil wirken die Songs wie aus dem Lego - Baukasten zusammengeschustert. Strophe - Refrain - Strophe, ein bißchen schreien, das war's.
Dazu ein durchgehender Brei aus immergleichem Gitarrensound und Grohls überfüssigen Schrei - Attacken.
Welche ärmliche Inspiration. Für das Geld hätte ich lieber meine Freundin zum Eis essen einladen sollen ....
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 27, 2011 2:49 PM MEST


Placebo - Soulmates Never Die/Live in Paris 03
Placebo - Soulmates Never Die/Live in Paris 03
DVD ~ Placebo
Wird angeboten von inandout
Preis: EUR 23,39

8 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Zuviel geschnippselt ..., 27. Juli 2007
Ich muß leider sagen, daß ich Musik DVD's bei denen nicht die Künstler sondern der Regisseur im Mittelpunkt der Produktion steht, mittlerweile ziemlich abstoßend finde.
Wohlmeinend, daß Musiker hinter Mikrofonen singend und Instrumente spielend doch viel zu langweilig für den Zuschauer sind, werden die Konzertaufnahmen bis zur Unkenntlichkeit zerschnippselt, verfremdet, mit Video - Bildern unterlegt oder mit sonstwelchen Effekten" versehen. In der Konsequenz bekommt der Zuschauer weniger ein Konzert geboten, sondern eher eine Collage von ca. halbsekündigen Schnittsequenzen, welche mehr oder minder sinnvoll aneinandergereiht werden.
So auch leider bei der PLACEBO - DVD. Ein an sich sehr schönes Konzert der 2003 - Tour vor einem enthusiastischen Pariser Publikum wird dermaßen verfremdet, daß von einem authentischen Konzerterlebnis keine Rede mehr sein kann. Würde der Einsatz von Schneidetechnik hier die Atmosphäre der Halle in irgendeiner Weise unterstützen, wäre ja nichts zu sagen, leider ist dem nicht der Fall.
Diese Riege Regisseure interessiert die Musik auch gar nicht, es werden nur möglichst viele Techniken der Verfremdung und des Zusammenschneidens verwendet.
Scheinbar regiert dabei die Devise : Je mehr Schnitte, umso besser. Wirklich am Stück anschauen kann man sich die DVD eigentlich gar nicht, daß ist viel zu nervig und für das Auge zu anstrengend. Nebenbei laufen lassen bestenfalls, die Titel wirken wie eine Aneinanderreihung von Live - Videoclips.
Leider gibt es auch beim Konzert negative Punkte. Protect me" wird französisch gesungen, dieses mitreißende Highlight hätte ich eher gern im Orginal gehabt. Without you I'm nothing" wird als Duett von Brian und Steve gesungen, was überhaupt nicht hinhaut, weil Steve Hewitt nicht singen kann (und normalerweise auch nur mal im Background tut).
Peeping Tom" wird vom Regisseur durchgehend mit einem Effekt belegt, bei dem das Bild aussieht als hätte man ganz schlechten Empfang, daß Lied ist dadurch versaut.
Tja, was soll man noch sagen ? Perfekt eingefangenes Konzerterlebnis ist für mich was anderes... Schade eigentlich, wer Placebo schon live gesehen hat, weiß was für ein tolles Erlebnis das ist. Aber selbst die spiel- und gesangstechnische Perfektion dieser Band kann den Unsinn des Regisseurs nicht wettmachen.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 9, 2014 3:03 PM MEST


The Ultimate Adventure
The Ultimate Adventure
Preis: EUR 22,04

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besser als erwartet, 30. März 2007
Rezension bezieht sich auf: The Ultimate Adventure (Audio CD)
Ich muß sagen ich kann die eher zurückhaltenden Kritiken nicht ganz nachvollziehen, denn sicher offeriert der gute Chic uns hier einer der schönsten Alben seit längerem. Nach der doch etwas enttäuschenden To the stars" wollte ich mir das neue Werk erst gar nicht kaufen, dann gefielen mit Aufmachung und Thematik der CD jedoch so gut, daß ich einmal reinhörte.

Man braucht gar nicht viel Zeit um festzustellen, wieviel Abwechslungsreichtum und feurige Kompositorik hier auf über 60 min verteilt sind.

Vornehmlich stehen als Begleitinstrumente diesmal Percussion und Flöte im Vordergrund, welche Geschichten und Impressionen vom schwarzen Kontinent auf höchst unterhaltsame Weise zu erzählen wissen.

Wie immer bei Chic ist sehr viel durchkomponiert, so daß der Wiedererkennungswert der einzelnen Titel schnell gegeben ist. Neu sind dagegen die verfremdeten Percussion- und Drumeinlagen, welche eine schöne Abwechslung zwischen den Stücken sind und den afrikanischen Flair der ganzen Produktion unterstreichen.

Die Soloeinlagen sind nicht so langatmig und sehr stark im kollektiven Zusammenspiel vorgetragen, was bei der Könnerschaft der Mitspieler" natürlich auch nochmal ein Pluspunkt ist.

Insgesamt hat das Ultimative Abenteuer" mehr Tempo und Drive als noch To the stars" und gefällt mir in seiner Geschlossenheit, seinem Abwechslungsreichtum und seinen Keyboardsounds erheblich besser als manche Produktion aus der Electric Band" - Phase des Meisters. Gut - ein, zwei Titel fallen gegenüber der Masse sicher ein wenig ab aber auf welcher CD ist das nicht so ? Amsonsten schon seit längerer Zeit mein Lieblings - JazzRock - CD
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 18, 2008 2:11 PM MEST


Insider
Insider

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Experiment leider ein wenig daneben gegangen ..., 12. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Insider (Audio CD)
"Tja", dachte sich der Herr Balamir : "Wenn ich schon mit meiner Musik nicht reich werden kann, will ich wenigstens Kunst schaffen !". Sprach's und meißelte sein neues Werk mit einer Brechstange der besonderen Art zusammen. Auf INSIDER gibt es keine Ruhe, keinen bedächtigen Aufbau, keine instrumentale Abwechslung. Pathetisch, Hymnisch soll es sein, ein Rausch von Anfang bis Ende. Gitarrenwände, Bass-Eruptionen und ein Drumming wie bei The Who, wenn Keith Moon so richtig abgeht. Das ist dann wohl auch eindrucksvoll kompromißlos gelungen, wird aber einige Liebhaber des Debuts irritieren. Denn wer vom Nachfolger gleiches erwartet, wird enttäuscht sein. Der erhabene, ruhige Aufbau bis zum Spannungsausbruch, welches die Songs des ersten Albums prägte, fällt beim Nachfolger völlig weg. Hier wird von Beginn bis zum Ende Gas gegeben. Salamir läßt auch nur marginal den Sound der Gitarren ändern, so daß das Werk wie eine fortlaufende Erzählung wirkt. Angesichts dieser Gleichartigkeit in Tempi und Klangfarbe mußten Amplifier das Hauptaugenmerk auf die Kompositionen legen. Genau hier aber treten die Schwächen zu Tage, denn das gelingt nicht. Es gibt durchaus die wunderbaren Momente voller Pathos und Schönheit ("Elysian Gold") aber gerade die längeren Songs funktionieren gar nicht und nerven mit immer wieder gleichen, monotonen Riffs und der Abwesenheit wirklich mitreißender Melodien. Spaß machen leider nur gut die Hälfte der Songs, die CD von hinten bis vorne durchzuhören kostet wirklich Nerven.

Trotzdem wird klar : Auch wenn dieses Experiment ein wenig daneben gegangen ist, daß Potential einer der zur Zeit besten Rockbands zu sein haben Amplifier nach wie vor und diese Kracher hier live zu sehen wird sicher ein besonderer Genuß ...


Pink Floyd - Pulse (2 DVDs)
Pink Floyd - Pulse (2 DVDs)
DVD ~ Pink Floyd
Preis: EUR 19,99

14 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Enttäuschend, 30. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Pink Floyd - Pulse (2 DVDs) (DVD)
Was hier mit der DVD-Veröffentlichung der legendären PULSE - Tour geboten wurde ist leider eine ziemliche Frechheit. Gleich zum Anfang gerät der vergleichsweise überteuerte Preis zum Ärgernis. Da man aber nun Jahre auf die immer wieder verschobene Veröffentlichung gewartet hat, ersteht man den lieblosen Pappschuber dann halt auch mal für 30 €. Die ersten Bilder offerieren dem Erwartungsfrohen dann ein ebenso liebloses Anfangsmenü, bevor der erste Schock kommt. Ein rauschendes Bild, wie ich es selbst mit meinem Uralt-Videorekorder nicht besser hinbekommen hätte. Erst in der Nahaufnahme wird das Bild dann einigermaßen klar. Geht das Bild dann wieder zurück auf die Gesamtaufnahme der Bühne fängts wieder an zu kriseln. Absolut unakzeptabel.
Insgesamt ist bildtechnisch überhaupt kein Unterschied zur VHS - Version zu erkennen. Wo bitte ist denn hier die aufwendige Überarbeitung ?
Wenn ich bedenke mit wieviel Innovation, Aufwand und künstlerischer Rafinesse die Tour gestaltet wurde, wie schön die anschließende CD-Veröffentlichung mit der edlen, blinkenden Verpackung und dem Photoalbum gemacht wurde - da kommen einem bei dieser DVD die Tränen. War hier überhaupt jemand der Band an dieser Produktion beteiligt ?
Der einzige Unterschied zum Pulse-Video besteht im überarbeiteten Ton (leider auch nur mittelmäßig) und in einer kleinen Crew-Doku als Beigabe.
Fazit :
Hier hat sich jemand überhaupt keine Mühe gegeben. Wer das Video noch nicht besitzt ,sollte warten bis der Preis unterhalb der 20 € - Marke gesunken ist und seine Erwartungshaltungen senken. Dann läßt sich der Kauf als Zeitdokument eines der schönsten Konzertereignisse der neunziger Jahre sicherlich rechtfertigen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 27, 2011 11:35 AM MEST


Der Schwarm
Der Schwarm
von Frank Schätzing
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zur Kritik, 9. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Schwarm (Taschenbuch)
Betrachtet man hier die Kritiken der letzten drei Veröffentlichungen Frank Schätzings könnte man meinen, es handle sich um schlechte oder mittelmäßige Bücher. Dies ist wohl kaum der Fall. Selten hat es jemand geschafft so viel Wissen, große Zusammenhänge und grundlegende Strukturen aus Wissenschaft und Politik in derart spannenden und unterhaltsamen Geschichten unterzubringen. Fazinierend auch die Themenvielfalt des Frank Schätzing : Während ein Dan Brown seine Geschichten einfach klont, beackert der Mann vom Mittelalter ('Tod und Teufel') über Meeresbiologie (u.a. 'Der Schwarm'), dem internationalen Terrorismus ('Lautlos') ständig neue Themen mit einem faszinierenden Perfektionismus.
Eines ist jedoch allen Werken gleich : Gerade Schätzings neuere Romane entwickeln sich langsam und spielen grundsätzlich in diversen Plots, so daß die einzelnen Sequenzen immer wieder unterbrochen werden um zu anderen Schauplätzen zu wechseln. Dieses normale Stilmittel scheint die nervöseren Leser unter uns zu beunruhigen und so wird über "Langeweile" und "Zerfahrenheit" schwadroniert. Ich würde jedem Leser, der handlungsreiche und zügige Literatur bevorzugt, allerdings grundsätzlich von einem tausenseitigen Roman abraten.
Besonders albern wird es allerdings dann, wenn die Herren (Pseudo-) Wissenschaftler zur Feder greifen. Kein unterhaltend-wissenschaftlicher Roman, der nicht von einer Heerschar universitärer "Spezialisten" zerrissen wird. Wie sehr es doch an Exaktheit fehle und die Zusammenhänge ja ach so falsch dargestellt. So natürlich auch bei "Der Schwarm". Höhepunkt des Nonsens : Der Meeresbiologe Thomas Orthmann verklagt Schätzing, weil dieser Fakten aus einer Veröffentlichung Orthmanns aus dem Internet im Buch verarbeitet. Bedenkt man dabei, daß wissenschaftliches Schreiben im wesentlichen aus dem Zusammentragen anderer Veröffentlichungen besteht, bemerkt man die Ironie dieser Farce. Hier wollte wohl jemand mitverdienden !
Man kann es nur jedem Autoren danken, der mit Fleißarbeit versucht in die Glastürme der Wissenschaft zu schauen und mitteilbar zu machen, letztlich gibt es nichts spannenderes als die Wirklichkeit. Solange die als Fakten dargestellten Passagen nicht ungewollt in die Fiktion abgleiten, kann man nicht besser lernen als auf diese wunderbar unterhaltende Art und Weise Schätzings. Da brauchen wie keine elitären Kleinkrämer mit erhobenen Zeigefingern.
Fazit : Lassen Sie sich den Spaß an den Werken dieses Ausnahme-Autoren nicht vermiesen. Selten hat ein so anspruchsvolles Werk wie 'Der Schwarm' zu Recht einen solchen kommerziellen Erfolg genießen dürfen (Hollywood hat sich bereits die Filmrechte gesichert). Dieser ist sonst leider eher den Trivial-Belletristikern a la Brown und Co. vorbehalten.


Walking on a Thin Line
Walking on a Thin Line
Preis: EUR 7,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Paukenschlag vor dem Abgang, 24. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Walking on a Thin Line (Audio CD)
Mit ihrem dritten Longplayer wären die sympathischen Herren um Sängerin Sandra Nasic wahrlich auf den Weg gewesen sich auch international in die Riege der Großen zu spielen. Insgesamt haben die Apes immerhin als deutsche Band über zwei Millionen Tonträger verkauft. Der Erfolg und mediale Hype um die Band glich einem kometenhaften Aufstieg. Schon mit Ihrem Debut spielten Sie sich in das Herz jedes Studenten mit halbwegs alternativen Habitus. Doch wo "Proud like a god" noch sehr dünn produziert klingt, der Nachfolger "Don't give me names" zu viele Lückenfüller hat, da offenbart erst "Walking on a thin line" das ganze Potential dieser außergewöhnlichen Band. Der Nörgler wird eventuell zum Ende des Werkes ein paar mittelmäßigere Stücke monieren, amsonsten findet man hier nur fett produzierte Musikperlen, welche mit ausgesprochenen Druck, mitreißender Emotionalität und spielerischer Perfektion dargeboten werden. Besonders das Songwriting ist hier als hervorragend zu bewerten und macht einfach den großen Unterschied zu Produktionen ähnlichen Kalibers aus. Tolle Riffs wechseln sich mit Ohrwurmmelodien ab, ein Album zum Immer-Wieder-Hören.

Warum sich eine der wenigen deutschen Bands mit Weltniveau auf dem Höhepunkt ihres künstlerichen Schaffens nach nur drei CD's unbedingt trennen muß ? Die Damen und Herren Bandmitglieder werden sich nochmal fürchterlich über Ihre Egomanie ärgern, es ist fraglich ob nicht gerade die besondere Konstellation der Band mit ausschlaggebend für den Erfolg war. Das erste Soloprojekt von Sandra Nasic ist für Ende 2006 avisiert. Man darf gespannt sein ...
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 15, 2009 12:09 AM MEST


Sakrileg - The Da Vinci Code (Robert Langdon 2)
Sakrileg - The Da Vinci Code (Robert Langdon 2)
von Dan Brown
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

28 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das gleiche nochmal ?, 8. August 2006
Kennen Sie die Geschichte ? Ein Professor für religiöse Symbolistik wird mitten in der Nacht mit einem grausamen Verbrechen konfrontiert, bei dem scheinbar wahnsinnig geheime und machtvolle religiöse Vereinigungen ihre Finger im Spiel haben. Innerhalb von 24 Stunden wird der Professor nun in einer Art Schnitzeljagd diesen und weitere Morde an der Seite einer schönen und intelligenten Frau aufklären. Dabei wird er unablässig über Kunst- und Religionsgeschichte referieren, sich mehrere Male in Todesgefahr begeben und bewußtlos geschlagen werden und nebenbei die korrupten Machenschaften der katholischen Kirche und des Vatikans aufdecken. Sie meinen ich rede von Sakrileg, dem Megabestseller von Dan Brown ? Mitnichten, ich rede von Illuminati, auch von Dan Brown. Aber eigentlich rede ich von beiden Büchern, den beide haben orginal die gleiche Handlung. Der Autor hat das gleiche Buch einfach zweimal geschrieben und nur die Rahmenhandlung variiert. Selbst die morbid-makabere Angewohnheit die Todeserlebnisse der Opfer aus deren Sicht en detail zu beschreiben wurde in Sakrileg wieder übernommen.

Am Ende wird der Leser wie auch in Illuminati eine Menge über Religions- und Geschichte im allgemeinen über eine albern fiktiv und atemlos konstruierte Geschichte erfahren haben.

Doch der Vorgänger war eindeutig besser gelungen. Konnte man hier noch über einige Albernheiten hinweg lesen, da Spannung und interessante Fakten im Vordergrund standen, mag der Plot aus Sakrileg nicht mehr fesseln. Wie in einem Videospiel sausen die Protagonisten von Rätsel zu Rätsel, ständig verfolgt von einer illustren Anzahl potentieller Feinde. Die üblichen Verwirrspiele, natürlich erweist sich die vertrauenswürdigste Person zum Schluß auch wieder als Drahtzieher des ganzen Komplotts und am Ende wird es dann sogar nochmal richtig kitschig. Mein Empfehlung : Ersparen Sie sich diesen Abklatsch, wenn es schon ein Dan Brown sein muß, sind Sie mit dem Vorgänger besser bedient.


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