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Beiträge von Eva Maria 67
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Rezensionen verfasst von
Eva Maria 67

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Strauss: Arabella [Fleming, Hampson, Dohmen, Thielemann] [2 DVD]
Strauss: Arabella [Fleming, Hampson, Dohmen, Thielemann] [2 DVD]
DVD ~ Albert Dohmen
Preis: EUR 34,99

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Arabella und Mandryka - ein neues Traumpaar, 14. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Rezension erfolgt von der Festplatte der TV-Übertragung.

Seit den 60er-Jahren, als ich das "Traumpaar" Lisa Della Casa und Dietrich Fischer-Dieskau oft live im München erleben durfte, haben mich keine Arabella und kein Mandryka mehr so beeindruckt wie Renée Fleming und Thomas Hampson in dieser Salzburger Aufführung.
Die in einigen Zeitungen geäußerte Kritik, die beiden seien zu alt für diese Rollen, kann ich so nicht nachvollziehen, denn ich kenne keine Sopranistin, die Arabella in jungen Jahren gesungen hat - auch die schöne Lisa Della Casa war damals fast 50 - und Arabella ist kein Mädchen mehr, sondern eine gescheite und ( wie aus Hofmannsthals Text erkennbar wird ) auch schon etwas desillusionierte junge Frau, welche ihre "zweifelhaften Existenzen" von Eltern noch nicht reich genug verheiraten konnten, und Mandryka ist bereits Witwer, da darf er etwas älter sein.
Renée Fleming's weicher, cremiger Sopran passt gut zu Arabella, sie gestaltet die Partie gesanglich berührend von ihrer Sehnsucht und ihren Zweifeln, ihrer Verliebtheit bis zu ihrer Bitterkeit bei "wenn dieser Mann so schwach ist und die Kraft nicht hat, an mich zu glauben", ist immer noch die schöne Frau, die die Rolle verlangt, und spielt mit ihrem kongenialen Partner grandios - man vergisst fast, dass hier zwei Opernsänger auf der Bühne stehen, so glaubhaft gelingt beiden die Identifikation mit ihren Rollen.
Ich bevorzuge für den Mandryka eher eine lyrische Baritonstimme als einen Wotan, also sind mir Fischer-Dieskau und Hampson lieber als z. B. London oder Weikl. Thomas Hampson's Mandryka stimmlich mit der Aufnahme von Fischer-Dieskau vergleichen zu wollen, wäre nicht gerecht ( Fi-Di war damals 39, auf dem Höhepunkt seiner stimmlichen Möglichkeiten und hatte für mich ohnehin die schönste Baritonstimme des 20. Jahrhunderts, sein "Das ist ein Fall von andrer Art" ist Legende, doch sein krampfhaft bemühter Akzent und seine etwas übertrieben steife Darstellung wirkten auf mich unnatürlich - er war halt ebenso wenig wie Hampson ein "halber Bauer" und hätte das gar nicht erst versuchen sollen ).
Von allen Mandrykas, die ich je erlebt habe, hat mich Hampson's Gestaltung dieser Partie insgesamt am meisten überzeugt. Ich mag seine warme, bis in kleinste Nuancen ausdrucksstarke Stimme und seine wunderbare Aussprache, die sogar die Konsonanten klingen lässt. Optisch ist er die ideale Verkörperung der Rolle - "groß, mit ernsten, festen Augen" - ein selbstbewusster, reicher Herr über "4000 Untertanen", der von der ersten Minute an keinen Zweifel daran aufkommen lässt, wie sehr ihm Arabellas Gesicht "die Seele herausgezogen hat". Es ist ein Genuss zuzusehen, wie dieser Temperamentsbolzen im 1. Akt den armen Waldner geradezu überrumpelt, wie leidenschaftlich und zugleich zart er im 2. Akt seine Liebe deutlich macht und wie er schließlich Wut, Verzweiflung und Reue auszudrücken weiß - bei ihm sind jeder Blick und jede Geste im Einklang mit dem gesungenen Text.
Auch das zweite Liebespaar ist glänzend besetzt. Hanna-Elisabeth Müller begeistert als Zdenka mit einer jungen, wunderschönen klaren Stimme und spielt den Buben, der ein Mädel ist, sehr überzeugend und anrührend. Daniel Behle singt die schwierige Partie des Matteo gut, wird aber von der Regie fast zu sehr auf den hysterischen Knaben festgelegt ( ich kenne René Kollo und den jungen Peter Seiffert in dieser Rolle, da bekam Matteo gleich ein anderes Gewicht ).
Die kleineren Rollen sind passend charakterisiert, nur die Gräfin Waldner halte ich sprachlich für eine Fehlbesetzung.
Christian Thielemann dirigiert die Staatskapelle Dresden hervorragend - hier sind die Strauss-Profis am Werk !
Ein großes Lob verdient die ausgezeichnete Regisseurin Florentine Klepper für ihre sensible, stets an der Musik orientierte und bis ins kleinste Detail durchdachte Personenführung.
Das Bühnenbild ist konservativ, aber etwas simpel - keine Treppe für den "Engel, der vom Himmel niedersteigt".
Diese lebendige und vor allen durch Arabella und Mandryka als absolut authentisch empfundene Aufnahme kann ich sehr empfehlen !
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 16, 2014 12:13 PM MEST


Verdi
Verdi
Preis: EUR 13,27

2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Domingo als Verdi-Bariton, 25. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Verdi (Audio CD)
Wenn man fast ein Leben lang Tito Gobbi mit diesen Arien im Ohr hatte, fällt es selbst einem Placido-Fan nicht leicht, sofort Zugang zu der neuen CD zu finden - man muss erst mal gewaltig umdenken, aber bei mehrmaligem Hören entsteht eine ganz eigene Faszination : Neu und teilweise auch wunderschön !
Mitreißend wie immer ist für mich seine intensive musikalische Gestaltung der einzelnen Rollen, packend sind die ausdrucksstarken Rezitative. Bei Kantilenen in hoher Lage wie "Pietà, rispetto, amore" aus Macbeth oder Boccanegras "E vo gridando amor" bekommt seine Stimme den gewohnten und geliebten Glanz. Die Szenen aus Simon Boccanegra halte ich für die besten auf dieser Aufnahme - die hoch liegende Partie kommt Domingos Stimme entgegen und man merkt ihm die Bühnenerfahrung in seiner besten Baritonrolle an - aber auch Rigoletto und Posa gelingen ihm sehr eindrucksvoll und berührend. Renato und Germont klingen nobel, aber hier und noch deutlicher als Luna dunkelt er die Stimme so ab, dass man sie manchmal kaum wieder erkennt, und für den Schurken Carlo aus Forza del Destino ist sie trotz hochdramatischer Interpretation einfach nicht böse genug.


Plácido Domingo - My Greatest Roles Volume 1 - Puccini [3 DVDs]
Plácido Domingo - My Greatest Roles Volume 1 - Puccini [3 DVDs]
DVD ~ Plácido Domingo
Wird angeboten von nagiry
Preis: EUR 17,51

4.0 von 5 Sternen Domingo und Puccini, 4. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eigentlich kaufe ich mir meine Lieblings-Opern gezielt, aber bei diesem Paket lohnte es sich auch finanziell, denn ich hatte die ersten beiden nur auf Video und die dritte kannte ich in dieser Besetzung gar nicht.

Tosca
Wie mir schon damals und auch beim "Rigoletto" aus Mantua vor drei Jahren deutlich wurde, ist so eine Live-Aufnahme an den Original-Schauplätzen und auch noch zur Originalzeit (um halb 6 Uhr morgens saß ich beim 3. Akt vor dem TV) mehr Spektakel als Operngenuss.
In dem Mitschnitt von 1992 ist jeder Sänger ständig flott unterwegs, um die großen Entfernungen einigermaßen zu überwinden, Cavaradossi fällt von der steilen Rampe, die zu seinem Gemälde führt, weil er schnell zu Angelotti runter muss (natürlich wurde das später rausgeschnitten - er hatte sich tatsächlich blitzartig wieder aufgerappelt und seinen Einsatz nicht verpasst), dann turnt er mit Tosca auf dem Gerüst herum (nicht der ideale Platz für liebevolle Duette) und Scarpia hat trotz langer Beine auch Mühe, die Zimmerflucht im Palazzo Farnese zu durchqueren. Das blasse Morgenlicht auf dem Castel Sant'Angelo schmeichelt weder dem 51jährigen Cavaradossi noch seiner Geliebten - wohl absichtlich, denn die beiden hatten ja auch eine scheußliche Nacht hinter sich.
Bei so viel Action wundert es nicht, wenn der Gesang leidet - wer möchte auch morgens um sechs "E lucevan le stelle" singen! Cavaradossi ist eine der besten Rollen von Placido Domingo, doch hier erreicht er nicht das gesangliche und darstellerische Niveau seiner Bühnenmitschnitte und Catherine Malfitano sieht zwar gut aus und spielt vor allem mit Scarpia sehr dramatisch, ist stimmlich aber keine Tosca. Einzig Ruggero Raimondi als Scarpia fasziniert - ein eleganter, zugleich gnadenloser und verführerischer Teufel, dessen schwarze Stimme einem Schauder über den Rücken jagt, egal, ob er tobt oder Tosca umgarnt. Zubin Mehta dirigiert mit viel Feuer und die "Kulissen" kennt ohnehin jeder, der mal in Rom war.
***

Manon Lescaut
Ein traditionelles, aber wunderschönes, im 1. Akt fast Breughel-haftes Bühnenbild, kleidsame Kostüme und eine sehr intensive, detailbewusste Personenregie von Götz Friedrich, der nicht nur die Massenszenen und die sehr gut besetzten Nebenrollen lebendig gestaltet, sondern auch der sonst eher kühl-zurückhaltenden Dame Te Kanawa eine hervorragende schauspielerische Leistung abverlangt, Giuseppe Sinopoli als Dirigent, der diese Tragödie musikalisch fern aller Puccini-Süßlichkeit mit scharfen Konturen zeichnet und das fantastisch singende Opern-Traumpaar der 1980er - das ist wohl die beste Aufführung dieser Oper, die man sich vorstellen kann!
Placido Domingo ist der träumerische Schwärmer Des Grieux, der hier nicht nur blendend aussieht, sondern von der anfänglichen Schüchternheit bis zur völligen Verzweiflung am Ende alle Facetten dieser Rolle gesanglich und darstellerisch mit der ihm eigenen Intensität "durchlebt" - wie er im 2. Akt mit seiner uneinsichtigen Manon hadert und ihr doch verfallen bleibt oder sich im 3. Akt dem Kapitän des Schiffes mit "No, pazzo son, badate" zu Füßen wirft, ist wohl unvergleichlich - ich halte diese Einspielung für eine der besten Video-Aufnahmen, die es von Domingo gibt.
Kiri Te Kanawa ist ihm als Manon ebenbürtig, sie ist das naive Mädchen, das sich doch gern vom Glanz des Reichtums verführen lässt, auf ihre Liebe aber nicht verzichten will - die Szene "Oh, sarò la più bella" mit Domingo ist großartig - und schließlich scheitern muss und an ihrem Egoismus zugrunde geht - der 4. Akt erschüttert zutiefst.
Auch Thomas Allens Lescaut ist ausgezeichnet gesungen und darstellerisch eine Charakterstudie des leichtfertigen Schmarotzers.
Diese Aufnahme gehört zu meinen absoluten Favoriten, sie bekäme auch 10 Sterne von mir!
*****

La Fanciulla del West
In diese selten gespielte, etwas spröde Oper muss man sich erst hineinhören, italienischer Belcanto kommt nur selten auf wie in den beiden Liebesszenen Minnies mit Johnson, in der kurzen Arie des Sheriffs im 1. Akt und narürlich in der berühmten Arie des Räubers im letzten Akt.
Nello Santi dirigiert das Orchester des ROH London schwungvoll, das typische Western-Bühnenbild wird im ersten und dritten Akt mit viel Leben ausgefüllt - die Besetzung der kleinen Partien ist durchweg gut und auch recht genau charakterisiert.
Carol Neblett als Minnie ist optisch und darstellerisch wie geschaffen für die Rolle, ist weniger ein Flintenweib als eine naive Träumerin, hat aber stimmlich teilweise Mühe mit der Höhe. Die Poker-Szene mit dem Sheriff gelingt beiden Sängern hervorragend. Silvano Carroli reicht an Milnes' Jack Rance gesanglich nicht heran, ist aber durch seine äußere Erscheinung und Darstellung gut für die Rolle des Sheriffs geeignet, der immer als böse wahrgenommen wird, aber doch eigentlich auf der richtigen Seite des Gesetzes steht.
Auch wenn sich Placido Domingo alias Dick Johnson/Ramirez in einem Interview freute, endlich mal der "bad guy" sein zu dürfen, ist es ein Glück, dass er bei Minnie gleich gestehen kann, dass Ramirez wider Willen zum Schurken wurde - einen wirklich schlimmen Schuft (wie z. B. den Herzog von Mantua) nimmt man ihm dank seiner positiven Ausstrahlung einfach nicht ab. Domingo mimt anfangs den Macho, spielt den verliebten Dick so überzeugend, wie nur er das kann auf der Opernbühne und singt wunderbar - die Arie "Ch'ella mi creda libero e lontano" scheint für diese herrliche Tenorstimme mit ihrem bronzefarbenen Timbre komponiert zu sein.
****

Fazit des ganzen Pakets :
Von "Tosca" (MET 1985!) und "Fanciulla" gibt es auch für Placido-Fans wie mich bessere Aufnahmen, "Manon Lescaut" jedoch ist die allerbeste!


Verdi, Giuseppe - Otello
Verdi, Giuseppe - Otello
DVD ~ Plácido Domingo

4.0 von 5 Sternen Otellos triumphaler Abschied, 29. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Verdi, Giuseppe - Otello (DVD)
Was für ein fulminanter Abschied von einer seiner eindrucksvollsten und berühmtesten Rollen, mit der er ein Vierteljahrhundert lang Operngeschichte geschrieben hat - Placido Domingo ist Otello ! Seine intelligente, facettenreiche und in jeder Phase mitreißende gesangliche und schauspielerische Gestaltung der Rolle ist beispiellos und fast unglaublich scheint hier, mit welcher Kraft und geradezu verstörenden Intensität der fast 61jährige die mörderische Partie immer noch meistert : Eine tiefe Verbeugung vor einem Ausnahme-Künstler !
Jago ist sicherlich eine der besten Rollen Leo Nuccis : Seine hervorragende schauspielerische, in jedem Augenblick präsente Gestaltung erinnert mich ein wenig an den "Jago des 20. Jahrhunderts" ( ich hatte das Glück, den unvergesslichen und bis heute unerreichten Tito Gobbi noch auf der Bühne zu erleben ) - lächelnder Biedermann gegenüber Otello und hasserfüllte Maske, wenn er sich unbeobachtet glaubt. Wie schon bei seinem Renato ( Salzburg 1989 ) gefällt mir Nuccis Stimme nur bedingt, es mangelt ihr an Volumen bei den Parlandi, die Höhe klingt eng und öffnet sich erst im Forte - das Credo gelingt ihm daher sehr gut.
Von Barbara Frittoli bin ich enttäuscht : Ihre Desdemona berührt mich nicht, sie singt zwar die Piani da, wo sie hingehören, bleibt allerdings insgesamt wenig differenziert im gesanglichen Ausdruck und darstellerisch blass - sie ist mehr mit dem Festhalten ihres überlangen Rocks beschäftigt als mit der Tragödie, die sich um sie herum abspielt. Te Kanawa oder Fleming kann sie in dieser Rolle nicht das Wasser reichen.
Riccardo Mutis Dirigat fasziniert mich fast ebenso sehr wie das von Solti ( ROH 1992 ) und der Chor der Scala sucht ohnehin seinesgleichen.
Den leeren Raum des Bühnenbildes zu bespielen gelingt nur Domingo und Nucci erfolgreich, trotz einiger guter Einfälle der Regie ( die Rose Desdemonas in Jagos Hand oder die abwehrende Geste des Chors bei Otellos Fluch ) werden die Sänger oft sich selbst überlassen.


Verdi, Giuseppe - Otello [DVD]
Verdi, Giuseppe - Otello [DVD]
DVD ~ Plácido Domingo
Preis: EUR 16,42

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der beste Otello aller Zeiten, 29. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Verdi, Giuseppe - Otello [DVD] (DVD)
Von meinen Otello-Aufnahmen ist die hier vorliegende mein Favorit, vor allem wegen des phänomenalen Dirigats von Sir Georg Solti, der in dieser Oper alle anderen Dirigenten in den Schatten stellt und mich mit seinem leidenschaftlichen Feuer und dieser so als "richtig" empfundenen Interpretation von Verdis grandiosestem Bühnenwerk bis in die tiefste Seele verzaubert und erschüttert.
Ich hab Otello 35mal auf der Bühne erlebt mit Titelhelden von Windgassen, Del Monaco, King, Domingo bis Botha, um nur die besten zu nennen - und einer überragt sie alle : Placido Domingo ist Otello ! Die einmalige, mitreißende Bühnenpräsenz, die man bei ihm bewundert, gipfelt in der Rolle des Otello, da stimmt jeder Blick und jede Geste. Auch seine ausdrucksstarke, in jeder Phase glaubhafte gesangliche Gestaltung des Mohren ist bis heute unerreicht.
Die mitunter geäußerte Meinung, Desdemona müsse ein naives Unschuldslamm sein, teile ich nicht. Sie ist eine Frau, die sehr wohl weiß, dass sie Otello mit ihrer Weiblichkeit und ihrer Liebe an sich fesselt ( "è il Duce del nostro Duce" sagt Jago ) und die sich auch in der Szene mit dem geforderten Taschentuch nicht einschüchtern lässt ( "tu di me ti fai gioco" ), erst als Otello richtig ausrastet, bekommt sie Angst, fordert aber dennoch Gerechtigkeit von ihm. Kiri Te Kanawa verkörpert diese Auffassung ideal und singt wunderbar. Der 4. Akt ist für mich traumhaft. Übrigens wird auch heutzutage die Rolle hervorragend mit Harteros oder Stoyanova besetzt - keine von ihnen ist ein devotes "Mäuschen".
Sergei Leiferkus singt den Jago gut, bleibt aber in der Darstellung als Gegenspieler für den dominanten Otello viel zu harmlos, von Jagos abgrundtiefem Hass ist nichts zu spüren. Morris und Nucci ( MET 1996 und Scala 2001 ) sind ihm da weit überlegen.
Das Bühnenbild ist traditionell, aber nicht überladen und die Kostüme, vor allem Desdemonas, sind wunderschön und geschmackvoll. Ich kann diese Aufnahme von ganzem Herzen empfehlen !


Otello (OmU)
Otello (OmU)
DVD ~ Plácido Domingo
Wird angeboten von Musikhaus KIETZ - KLANGKOMBINAT
Preis: EUR 9,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Otello fürs Kino-Publikum, 26. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Otello (OmU) (DVD)
Ich habe diesen Film schon gesehen, als er damals ins Kino kam und besitze auch eine Video-Aufnahme.
Eigentlich bin ich ein großer Fan von Zeffirellis Bühnenbildern und detailbewusster Regie ( Tosca MET 1985 ! ), aber hier passiert doch des Guten zu viel. Am meisten stört mich, dass wichtige Teile der Oper einfach weggelassen wurden z. B. der Feuer-der-Freude-Chor, das Lied von der Weide und ein erheblicher Teil des Dialogs Otello-Jago im 2. Akt - wenig logisch also, warum Otello so plötzlich vor Eifersucht tobt ! Auch die unnötigen visuellen Einblendungen der Vergangenheit in Verdis schönstes Liebesduett und das überflüssige Ballett im 1. Akt sind wohl eher dem opernfernen Kino-Publikum geschuldet.
Musikalisch ist die Aufnahme ausgezeichnet: Placido Domingo ist der Otello schlechthin, obwohl er auf der Opernbühne von ROH London, MET und Scala ( ich hab sie alle und ROH 1992 ist mein Favorit ) vor allem auch darstellerisch einen wesentlich tieferen Eindruck hinterlässt - Domingo ist kein Filmstar, sondern "a beast on stage" ( sagt er über sich ). Katia Ricciarelli ist optisch die perfekte Desdemona und singt wunderbar, Justino Diaz' Jago hat mich dagegen wenig beeindruckt. Lorin Maazel dirigiert einen leidenschaftlichen Verdi und der Chor der Mailänder Scala ist ohnehin der beste der Welt.
Einem echten Opernliebhaber kann ich dieses Filmspektakel allerdings leider nicht empfehlen, meine Punkte sind für die musikalische Qualität der Aufnahme.


Verdi, Giuseppe - Luisa Miller (NTSC)
Verdi, Giuseppe - Luisa Miller (NTSC)
DVD ~ Plácido Domingo
Preis: EUR 12,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Kabale und Liebe" à la MET, 25. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Verdi, Giuseppe - Luisa Miller (NTSC) (DVD)
Dieser Live-Mitschnitt von 1979 ist eine sehr traditionelle Aufführung - wie man sich an der MET wohl Schillers "Kabale und Liebe" mit blonden Deutschen, bäuerlich gewandet im trauten Dörfchen vorstellte.
Musikalisch dürfte dies aber wohl die beste Aufnahme der selten gespielten Verdi-Oper sein.
Besonders hervorzuheben ist die facettenreiche gesangliche und darstellerische Leistung von Renata Scotto als Luisa - sie ist eine der faszinierendsten Schauspielerinnen, die ich je auf der Opernbühne erlebt habe und setzt sogar die Brüche in ihrer Stimme noch als Kunstgriff der Gestaltung ein. Auch der temperamentvolle junge Domingo als Rodolfo und Sherrill Milnes als Miller sind sehr überzeugend in ihrer Rollenauffassung und singen überdies fantastisch.
Wer mehr von Renata Scotto sehen und hören möchte, dem sei auch ihre wunderbare Manon Lescaut (MET 1980 mit Domingo) wärmstens empfohlen !


Verdi, Giuseppe - Otello
Verdi, Giuseppe - Otello
DVD ~ Placido Domingo
Preis: EUR 13,99

5.0 von 5 Sternen Domingo ist Otello, 25. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Verdi, Giuseppe - Otello (DVD)
Placido Domingo ist der beste Otello der letzten 50 Jahre - das steht für mich und viele andere Opernliebhaber wohl außer Frage. Seine faszinierende, unglaublich differenzierte und facettenreiche gesangliche und schauspielerische Gestaltung dieser Rolle ist unerreicht.
In der vorliegenden Aufzeichnung geht er sowohl stimmlich als auch darstellerisch an seine Grenzen und entwirft hier von all seinen Aufnahmen das wohl erschütterndste Bild des Mohren von Venedig vom triumphierenden Feldherrn, leidenschaftlich Liebenden bis zum verzweifelten "Dio mi potevi scagliar" und geradezu versteinert vor dem Mord an Desdemona. Sein Dialog mit Jago im 2. Akt ist ein Meisterstück der Schauspielkunst der beiden Sänger. James Morris ist ein ausgezeichneter Jago, sein tiefer, etwas hart klingender Bariton passt zur Rolle des Bösewichts und seine hervorragende Rollengestaltung macht ihn zum kongenialen Partner des Titelhelden. Auch Renée Fleming überzeugt mit wundervollen Piani und überraschend dramatisch ( ich kannte sie bisher nur als Marschallin und Arabella ), ihre Desdemona ist eine junge, temperamentvolle, innig liebende Frau mit einer hinreißenden Verdi-Stimme. Bedauerlich ist hier nur, dass der Kostümbildner die zierliche Dame in viel zu bombastische, unvorteilhafte Kleider gesteckt hat
Das traditionelle Bühnenbild ist gut gelungen. Meine besondere Anerkennung gilt der ausgezeichneten, sehr lebhaften Choreografie der Massenszenen im 1. Akt.
Dass die Aufnahme vom ROH London 1992 mit Domingo und Te Kanawa trotzdem seit vielen Jahren mein Favorit ist, liegt wohl am phänomenalen Dirigat Soltis, mit dem sich Levine doch nicht messen kann.


Puccini, Giacomo - Tosca
Puccini, Giacomo - Tosca
DVD ~ Jonas Kaufmann
Preis: EUR 12,39

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Thomas Hampson ist Scarpia, 10. April 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Puccini, Giacomo - Tosca (DVD)
Der Einzige, der mich in dieser nicht immer schlüssigen Inszenierung des Theaters im Theater von Anfang an restlos überzeugt, ist Thomas Hampson als hervorragend singender und darstellerisch faszinierender Scarpia: Ein attraktiver, eleganter Machtmensch, der alle Facetten seiner Rolle von zynischer Freude bis zu hochfahrender Brutalität zeigt - er erinnert mich hier an Raimondi, bei dem sich damals auch Scharen von Frauen gefragt haben, warum sich Tosca bei diesem hinreißenden Mannsbild so anstellt ;-)
Der 2. Akt erfährt vor allem in der unglaublich packenden Schluss-Szene seine Dynamik vorwiegend durch Hampsons großartige Interpretation.
Jonas Kaufmann mag ich sehr ( sein Don José ist unübertroffen, sein Werther wunderbar und sein Münchner Cavaradossi 2010 hat mir besser gefallen als dieser ), aber er übertreibt m. E. besonders im 1. Akt den Einsatz seiner gehauchten "pianissimi", statt mit mehr der Situation und dem Operntext angepasster Leidenschaft zu singen und spielt einen ziemlich oberflächlichen Lover, dessen hektische, flüchtige Zärtlichkeiten nicht etwa die Liebe zu Tosca demonstrieren, sondern eher einen unverbindlichen Flirt mit dieser ach so lästigen Diva. Schon der räumliche Abstand zwischen den beiden, während sie die liebevollsten Worte singen, wirkt befremdlich ( Regie ?! ). Erst im 2. und 3. Akt berührt Kaufmann wirklich.
Emily Magee singt sehr gut ( die Rolle liegt ihrer Stimme viel besser als Wagners Elsa und Eva ) und spielt eine temperamentvolle Tosca von der koketten, zickigen, gefeierten Künstlerin bis zur hochdramatischen Leidenden.
Zu Bühnenbild und Regie möchte ich sagen, dass mir die selten gelingende "Modernisierung" gerade von Werken des Verismo nicht einleuchtet. Die Oper Tosca spielt am 14. Juni 1800 ( Schlacht von Marengo ) in Rom und bekommt politisch und gesellschaftlich ihren Hintergrund durch Napoleon. Auch die Schauplätze sind vorgegeben: Es macht einfach keinen Sinn, wenn Cavaradossi die ( heilige ! ) Maddalena an eine leere Theaterwand malt, Scarpia das "aqua benedetta" für Tosca mangels Weihwasserkessel aus dem Handschuh zaubert und Tosca in den Orchestergraben in den Tod springt. Aber auch mit Kirchen und Palazzi haben wir heutzutage kein Glück: Man sehe sich nur das extrem hässliche, für Italien vollkommen untypische Backstein-Gebäude und die Scheußlichkeit von Scarpias Bahnhofshalle hier in München an - "mitteleuropäisches Regietheater" gilt inzwischen als Schimpfwort !
Gegen diesen Frust empfehle ich die DVD von der Met 1985 ( das schönste mir bekannte Tosca-Bühnenbild und eine bis in die kleinste Handbewegung ausgefeilte Regie von Zeffirelli mit Behrens, Domingo, MacNeil und Sinopoli )... aber die haben Sie sicher schon längst !
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 23, 2011 11:54 AM MEST


Verdi, Giuseppe - Simon Boccanegra [2 DVDs]
Verdi, Giuseppe - Simon Boccanegra [2 DVDs]
DVD ~ Plácido Domingo
Preis: EUR 21,93

5.0 von 5 Sternen Placido Domingo ist Simon Boccanegra, 30. März 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich liebe Placido, seit ich ihn 1969 erstmals in Verona als Don Carlo erlebte. Er besitzt für mich nicht nur die schönste Tenorstimme der letzten 45 Jahre, sondern - und das ist ein nicht unerheblicher Teil seines jahrzehntelangen Erfolgs - gestaltet seine Opern-Charaktere mit seiner außergewöhnlichen Musikalität, einem ausdrucksstarken Parlando und mit der leidenschaftlichen und berührenden Authentizität seiner Darstellung : Er ist einfach "echt" auf der Bühne.
"Simon Boccanegra" ist nach "Don Carlo" meine liebste Verdi-Oper, ich habe fantastische Sänger in der Titelpartie live gehört u.a. Taddei, Cappuccilli, Gavanelli und 2009 in Berlin auch Domingo, und die CD mit Tito Gobbi bleibt bis heute unübertroffen.
Allen, die diese herrliche Oper noch nicht kennen, empfehle ich erst mal die hier vorliegende Londoner Aufführung: Das Bühnenbild ist klassisch einfach, aber geschmackvoll, Domingos kongeniale Partner Poplavskaya, Furlanetto und Calleja singen und spielen hervorragend (das liebevolle erste Duett von Vater und Tochter, das Terzett im 2. Akt und die packenden Szenen zwischen Boccanegra und Fiesco sind wunderbar) und Pappano gefällt mir besser als Levine.
Trotz der etwas angestaubten Inszenierung der MET und der stimmlich und darstellerisch nicht so überzeugenden Partner Pieczonka, Morris und Giordani fasziniert mich dieser Live-Mitschnitt, denn Domingo singt und spielt den Dogen vor allem im 2. und 3. Akt mit einer geradezu erschütternden Intensität, die er so in London nicht erreicht.
Und nebenbei bemerkt: Auch wenn Placido eigentlich kein Bariton ist - die Rolle des Boccanegra hat wohl kaum jemand in den letzten Jahren derart überzeugend und eindrucksvoll verkörpert!
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 22, 2011 2:12 AM MEST


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