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Rezensionen verfasst von
Daggi
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Der dunkle Spiegel
Der dunkle Spiegel
von Andrea Schacht
  Audio CD

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beginen-Konvent auf dem Eigelstein (Teil 1), 11. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Der dunkle Spiegel (Audio CD)
Vorneweg: ich rezensiere die im Audiobuch-Verlag erschienene gekürzte Lesung des gleichnamigen Buches mit einer Laufzeit von 402 Minuten, 6 CDs gesprochen von Ulrike Hübschmann. Es wird von Amazon bei den Rezensionen nicht unterschieden zwischen Buch und Hörbuch.

Inhalt:
Köln, 1376. Im ersten Teil ihrer Reihe über die Erlebnisse der Begine Almut und des Paters Ivo erzählt Andrea Schacht von einem Giftmord: Almut hat Jean, einem jungen Gast im Hause eines wohlhabenden Weinhändlers, ein Medikament verabreicht. Kurz darauf ist Jean tot. Natürlich fällt der Verdacht auf die Begine. Inquisitor Johannes Deubelbeiß gibt keine Ruhe, bis Almut des Mordes beschuldigt wird. Doch in Pater Ivo findet sie einen hilfsbereiten Beichtvater. Wird sie es schaffen, den Mordkomplott aufzudecken?

Meine Meinung:
Das gleichnamige Buch von Andrea Schacht ist warmherzig und humorvoll geschrieben. Es macht Spaß, die intelligenten Dialoge zwischen Almut und Pater Ivo zu lesen - das prickelt sogar manchmal ein bisschen. Außerdem kann man sich gut in das mittelalterliche Leben in dem Beginenkonvent auf dem Eigelstein in Köln hineinversetzen. Das Buch erscheint gut recherchiert und fesselt vom Anfang bis zum Ende.

Das Hörbuch ist um etwa ein Drittel gekürzt. Vor allem die Dialoge gibt Ulrike Hübschmann ausgesprochen gut wieder. Sie schlüpft in alle Rollen, einfach in dem sie ihre Tonhöhe ganz leicht nuanciert. Die CD kommt ganz ohne Musik und Geräusche aus. (Ulrike Hübschmann ist als Theater- und Fernsehschauspielerin einem breiten Publikum bekannt. Sie arbeitet zudem als Sprecherin für Hörbücher, Dokumentationen und Kulturmagazine).

Dem Buch Der dunkle Spiegel folgten folgende weitere aus der Begine Almut Reihe:
Das Werk der Teufelin
Die Sünde aber gebiert den Tod
Die elfte Jungfrau
Das brennende Gewand
Die letzten drei wurden ebenfalls vom Audiobuchverlag als Hörbücher vertont.


Bamberger Reiter - Ein Frankenkrimi
Bamberger Reiter - Ein Frankenkrimi
DVD ~ Thomas Schmauser
Wird angeboten von ZUMM
Preis: EUR 9,28

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Cowboys in Oberfranken, 8. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bamberger Reiter - Ein Frankenkrimi (DVD)
Inhalt:
Kommissar Peter Haller kommt nach dem Tod seiner Mutter nach Bamberg, um deren Wohnung aufzulösen. Doch es bleibt keine Zeit ihre Hinterlassenschaften zu ordnen - er muss sofort an die Arbeit. Der Fall um eine tote Westernreiterin führt auf die in der Nähe von Bamberg gelegene "Ranch", einen Reitclub für Westernreiter. Die Ermittlungen führt er mit seiner ehemaligen Kollegin Birgit Sacher, und seinem neuen Bamberger Kollegen Sven Schäuffele durch. Eine Studentin ist nach einem Sturz im Wald tödlich verunglückt, aufgespießt von einer unter Gräsern verborgenen Egge. Ein Reiter hat dabei zugesehen, wie sie verblutet. Wer ist dieser Reiter? Auf der Suche nach seiner Identität geraten die Kommissare in ein Netz erotischer Verstrickungen.

Meine Meinung:
Die Macher von Freiwild haben sich 4 Jahre Zeit gelassen, bis sie nach Erntedank, Föhnlage und Sau Nummer Vier (= allesamt Bayern-Krimis) einen weiteren Frankenkrimi produziert haben. Dann haben sie’s aber richtig gemacht und wieder Thomas Schmauser alias Peter Haller und Teresa Weißbach als Birgit Sacher an den Set geholt. Der Krimi spielt in Bamberg, das seit 1993 in der Liste der UNESCO als Weltkulturerbe eingetragen ist. Der Film spielt demnach vor einer städtebaulich höchst interessanten Kulisse, wenn man auch davon ausgehen kann, dass die (touristisch) attraktivsten Stadtansichten als Hintergrundmotive ausgewählt wurden. Der Bamberger Reiter ist übrigens eine Steinskulptur im Bamberger Dom aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

Das Team Haller/ Sacher ist auch diesmal stark. Der etwas behäbige Haller bietet einen schönen Kontrast zur quirligen Sacher, die sich schon einmal in Reitklamotten wirft, um den Fall zu lösen. Allerdings liebt sie weniger den Western-Style, sondern mehr das klassische Reiter-Outfit. Überhaupt sind es die Kleinigkeiten, die auch diesen Film sehenswert machen: schöne Landschaftsaufnahmen, der leise Witz (z.B. dass Haller mit dem mit feministischen Aufklebern beklebten Auto seiner Mutter herumfährt), zwischenmenschliche Beziehungen (z.B. wie sich Sven Schäuffele an Sacher die Zähne ausbeisst) usw. Der Krimi steht dabei nicht im Vordergrund; es bleiben auch ein paar Fragen offen, z.B. wie die Mutter an eine bestimmte Fotografie gekommen ist.

Der Theaterschauspieler Thomas Schmauser hat vor dieser Krimireihe nicht im Dialekt gearbeitet und musste sein an Schauspielschulen mühsam aberzogenes Oberfränkisch wieder aus der Schublade kramen. Tobias Oertel (Ranchbetreiber Breu) beherrscht sein Fränkisch noch. Die in Konstanz geborene Anna Schudt, die Breus Ehefrau Tessi spielt, hat es hingekriegt, das fränkische „R“ richtig zu rollen. Buchhändlerin Eva Leupold (Katharina Schüttler) spielt im Krimi die femme fatale, der Kommissar Peter Haller sich nur schwer entziehen kann …

Laufzeit des Films: 88 min; Bild: 16:9; Ton: Stereo. Man findet ein 29-minütiges Making Of und Informationen über die o.g. anderen Heimatkrimis des BR auf dieser DVD. Wissenswertes über Oberfranken, Bamberg, das Team und die Schauspieler sind leider auch diesmal nicht auf der DVD, weshalb ich einen Punkt abziehe. Für den Film fünf Punkte, aber die DVD hätte insgesamt mehr hergeben können.


Freiwild
Freiwild
DVD ~ Thomas Schmauser
Wird angeboten von ZUMM
Preis: EUR 9,68

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Für Freunde des leisen Humors, 7. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Freiwild (DVD)
Handlung:
Im idyllischen Maintal wird die Leiche einer jungen Mexikanerin gefunden. Mit der Aufklärung des Verbrechens sind der Kommissar Peter Haller (Thomas Schmauser) und seine Mitarbeiterin Birgit Sacher (Teresa Weißbach) befasst. Haller, gebürtiger Oberfranke, hegt eine stille Liebe zu Würzburg. Ganz wird er nie verstehen, wie Menschen in einer so schönen Umgebung zu Verbrechern werden können.
Die in München beim LKA ausgebildete, karrierebewusste Birgit Sacher muss erst lernen, mit dem neuen Kollegen umzugehen. Gemeinsam versucht das ungleiche Paar das Geheimnis um den Mord an Angela Lopez zu lösen, die als Au-pair-Mädchen im Haushalt des in Würzburg hoch angesehenen Architekten Max Täschner und seiner Familie lebte.

Meine Meinung:
Der Würzburg-Krimi ist sehr gelungen. Nicht nur, dass sich das ungleiche Ermittlungspaar Haller/ Sacher Spaß hervorragend ergänzt: er – sehr korrekt, etwas behäbig und unkonventionell, sie – außerordentlich dienstbeflissen, etwas hektisch und zielstrebig; der Film gibt uns auch Einblick in Hallers Phantasien bei den Ermittlungen – es kommt ihm immer mal so ein Gedanke (im Film als Überlagerung eingeblendet). Seine drei Aufklärungs-Geheimnisse verrät er der jungen Frau Sacher, die auch aus Hannover oder Hamburg kommen könnte (so ein reines Hochdeutsch spricht sie), ganz im Gegensatz zu Haller, dem gebürtigen Oberfranken. Thomas Schmauser musste sein an Schauspielschulen mühsam aberzogenes Oberfränkisch wieder aus der Schublade kramen – teilweise merkt man, dass ihm die Ausdrucksweise im Dialekt abhanden gekommen ist. Ansonsten werden im Film die Nebenrollen durchgehend im Dialekt gesprochen – sehr überzeugend sind dabei Reinhard Mahlberg als Kriminalhauptmeister Julius oder Barkeeper Martin Eschenbach.

Die Story zeigt früh auf, dass in der heilen Familienwelt der Täschners, trotz großem Ansehen und wunderschönem Domizil am Hang, vieles im Argen liegt: die Ehefrau ist samt Kindern von zu Hause ausgezogen, was das Missfallen des katholischen Geistlichen auf sich zieht (sehr bigott von Gilbert von Sohlern gespielt). Der Sohn Nick (Tino Hillebrand) verschwindet spurlos, als er hört, dass Angela ermordet wurde … Viele Kleinigkeiten machen den Film zu einem Hingucker und man freut sich über Nebensachen und kleine Witze am Rande, z.B. hat mir der Auftritt von Tilo Prückner als Professor Grunius sehr viel Spaß gemacht. Nicht zuletzt ist natürlich die Würzburger Kulisse einfach unbeschreiblich schön, wenn man auch davon ausgehen kann, dass die (touristisch) attraktivsten Stadtansichten als Hintergrundmotive ausgewählt wurden. Wenn man Würzburg noch nicht kennt, bucht man für den nächsten Sommer spontan die nächste Städtereise dorthin. Positiv zu erwähnen ist auch die Filmmusik, z.B. das Stück, das von der Bläsergruppe am Grab gespielt wird - "Nessun Dorma" aus der Oper Turandot von Giacomo Puccini und das Lieblingslied der Ermordeten “en el muelle de san blas” von der Gruppe Mana. Für den Film gibt’s von mir fünf Punkte.

Leider gibt die DVD nicht so ganz viel her; bei den Extras erfährt man noch nicht einmal etwas über Crew, Schauspieler und nur ein bisschen was übers Setting/ Making of und ein paar Hintergründe. Da hätte sich der Bayerische Rundfunk etwas mehr Mühe geben können. Filmdauer 90 Minuten; Bild 16:9; Ton: Stereo. Für die DVD drei Punkte.

Fazit: Gelungener Regionalkrimi - für alle Franken ein Muss. Überzeugendes Zusammenspiel zweier ungleicher Ermittlungspartner mit leisem Humor inszeniert. Wie schön, dass die Reihe um Kommissar Haller mit dem Bamberger Reiter eine Fortsetzung gefunden hat. Wegen der mageren Extras auf der DVD einen Punkt Abzug.


Die Hit Giganten-Best of Rock
Die Hit Giganten-Best of Rock
Preis: EUR 11,04

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Mischung stimmt, 5. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Hit Giganten-Best of Rock (Audio CD)
Zur 50er Fete war dieser Sampler echt der Renner. Mehrfach wurde ich gefragt: "Daggi, was hast'n da aufgelegt?" Nicht nur, dass es Spaß gemacht hat, die Songs aus der Jugend wieder zu hören, zu erraten, wer bei den insgesamt 59 Titeln der Interpret ist, war fast noch witziger. Denn das alles ist ein ganzes Weilchen her ...

Nicht ausgesprochen hardrockig - mit ZZ Top (La Grange), Alice Cooper (Poison), Uriah Heep (Easy Livin') und The Knack (My Sharona), sind aber schon ein paar Headbanger vertreten - ist der Sampler gut gemischt mit allen möglichen Rock-Hits. Mothers Finest bringen ein bisschen Funk hinein, Huey Lewis Rock'n Roll und mit Teenage Dirtbag von Wheatus ist auch was Neueres dabei.

Dass This Flight Tonight von Nazareth mit drauf ist, freut mich ganz besonders. Das habe ich früher schon total gerne gehört. Auch Suzie Quatros Can The Can oder Sweets Ballroom Blitz finde ich immer noch stark. Von T.Rex hätte es eher Get it on als Children of the Revolution sein dürfen. Auf manche Titel steh' ich nicht so und einige sind ganz sicher keine Hit-Giganten - trotzdem: gute Mischung - meine Gäste waren begeistert.


Der Totenleser: Roman
Der Totenleser: Roman
Preis: EUR 9,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die historischen Anfänge der Rechtsmedizin, 3. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Totenleser: Roman (Kindle Edition)
China, um das Jahr 1200 zur Zeit der Song-Dynastie: nach dem gewaltsamen Tod seiner Eltern arbeitet sich der mittellose Song Ci vom Bauern zum Studenten der angesehenen Ming-Akademie hoch. Dabei läuft bei Weitem nicht immer alles glatt ab. Seine Gabe, die dunklen Geheimnisse aufzudecken, die sich hinter den Verletzungen der Toten verbergen, erregt Aufsehen – aber vor allem ruft sie Neider auf den Plan. Cis Fähigkeiten sprechen sich herum, bis sie schließlich auch dem Kaiser Song Nin Zong zu Ohren kommen. Der Kaiser bittet ihn, eine Reihe grausamer Morde am Hof zu untersuchen, die seine Dynastie zu vernichten drohen. Bei den Ermittlungen gerät Song Ci gegen eine Mauer aus Schweigen und Intrigen … bald weiß Ci nicht mehr, wem er noch trauen kann.

Der Autor von Das Pergament des Himmels schreibt seinen zweiten Roman in der auktorialen Erzählperspektive und viel in wörtlicher Rede. Die 640 Buchseiten teilen sich auf in sechs Teile und in einen Anhang mit Glossar und Wissenswertes über das alte China. Ich bin leicht in das Buch hineingekommen und konnte mich von Beginn an in Cis Situation hineinversetzen. Ci verliert seine Familie auf tragische Weise. Seine kleine Schwester Mei Mei ist krank, und er muss sich um sie kümmern. Wie Ci permanent vom Regen in die Traufe kommt, das nimmt einen richtig mit. >>Was kann noch alles passieren?<< fragt man sich. Z.B. wird Ci durch Ermittler Kao strafrechtlich verfolgt. Das zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch.

Im Mittelteil schlägt sich Song Ci von seinem Heimatort bis zu der Millionenstadt Lin’an (heute Hangzhou) durch. Man wünscht sich sehr, dass Song Ci seinen ehemaligen Meister Feng in der Hauptstadt wiederfindet, doch bis es soweit ist, gerät Ci in viele Bedrängnisse. Um Geld zu verdienen, arbeitet er für den windigen Wahrsager Xu als Totengräber. Endlich gelingt ihm die Aufnahme an der berühmten Ming-Akademie – doch dort muss er mit dem überheblichen Zimmerkameraden Grauer Fuchs zurechtkommen – sein größter Rivale. Ci kann seine exzellenten Fähigkeit als „Totenleser“ unter Beweis stellen. Auch dieser Teil liest sich spannend.

Das letzte Drittel des Buches handelt von der Auflösung des Falles im Kaiserlichen Palast und zugleich auch vom Geheimnis um den Tod seiner Familie. Der dicke Strafrat Kan macht Ci das Leben schwer und Blaue Iris, ehemalige Konkubine des Kaisers, weckt in ihm verborgene Begierden. Die rechtsmedizinischen Deutungen sind interessant zu lesen, doch stellen sie gleichzeitig hochabstrakte Gedankenmodelle dar, denen ich nicht immer folgen konnte. Ob das an der Übersetzung oder am Roman selber liegt, ist mir nicht ganz klar. Es gibt ein großes Gerichtsduell als rechtsmedizinisches Finale.

Fazit:
Autor Antonio Garrido hat das Hsi Yuan Lu Hsiang i zum Vorbild genommen, die erste und bedeutendste forensische Abhandlung der Geschichte von Song Ci, der von 1186 bis 1249 tatsächlich gelebt hat. Nicht vergleichbar mit Barry Hugharts ironischen Meister Li-Romanen Die Brücke der Vögel, Der Stein des Himmels und Die Insel der Mandarine, aber fesselnd geschrieben. Man leidet mit der Hauptperson regelrecht mit, doch kann die Spannung nicht immer aufrecht erhalten werden.


Fiskars Rollgriff-Gartenschere Bypass, Schwarz
Fiskars Rollgriff-Gartenschere Bypass, Schwarz
Preis: EUR 23,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leicht und handlich, 3. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Konnte trotz Tennisarm mühelos meine letzten Schneidearbeiten für dieses Jahr im Garten erledigen.
Vor dem einsetzenden Schneefall war noch einiges zu tun. Der Rollgriff ist etwas gewöhnungsbedürftig, das hat man aber schnell raus.

Für stärkere Äste ist die Schere weniger geeignet, da die Hebelwirkung nicht so groß ist. Für den Rückschnitt von Stauden und dünneren Zweigen lässt sie sich jedoch sehr gut verwenden.


Das Schneemädchen
Das Schneemädchen
von Eowyn Ivey
  Audio CD
Preis: EUR 24,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die wilde Waldelfe, 28. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Das Schneemädchen (Audio CD)
Vorneweg: ich rezensiere die im Audiobuch-Verlag erschienene gekürzte Lesung des gleichnamigen Buches mit einer Laufzeit von 423 Minuten, 6 CDs gesprochen von Doris Wolters. Es wird von Amazon bei den Rezensionen leider nicht unterschieden zwischen Buch und Hörbuch.

Alaska in den 1920er Jahren: Hier leben Mabel und Jack als einfache Farmer in der einsamen Wildnis. Die Tochter eines Literaturprofessors und ihr Mann wollen am Wolverine River ein neues Leben beginnen. Die Enttäuschung über ihre Kinderlosigkeit und der harte Überlebenskampf in der unwirtlichen Umgebung drohen die beiden zu entzweien. Als aber der erste Schnee kommt, entdecken sie ein elfengleiches, blondes Kind, das von einem Fuchs begleitet wird. Zuerst glauben sie, dass ihre Sinne ihnen einen Streich spielen. Doch das Mädchen erweist sich mehr und mehr als real …

Bereits vom CD-Cover fühlte ich mich angesprochen. Als dann Doris Wolters zu sprechen begann, war ich wie gebannt – diese eindringliche Sprache, die Einsamkeit und Wortlosigkeit zwischen Mabel und Jack und die alles durchdringende Kälte spürbar machen. Doris Wolters gefällt mir als Sprecherin ganz ausgezeichnet: sie schlüpft in alle Rollen – in die der Mabel mit einer leisen und sanften Stimme, als Jack mit einem dunkleren Ton, Esther Benson wird lebhaft gesprochen, Garret Benson klingt wie ein Junge … dazwischen ihre ruhige, sonore Erzählstimme, nicht zu vergessen das zarte Stimmchen von Faina … die Vertonung kommt ganz ohne Musik aus.

Die gekürzte Lesung des gleichnamigen Erstlingswerkes von Eowyn Ivey Das Schneemädchen hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Das Buch behandelt sehr nahegehende und sensible Themen, wie unerfüllten Kinderwunsch, Trauer und Einsamkeit, doch ist es gleichzeitig auch aufrichtend und poetisch erzählt. Die Beziehung zwischen Jack und Mabel wird sehr feinfühlig beschrieben; als Mystery-Element kommt das Schneemädchen hinzu – man weiß nie so richtig, was oder wer sie nun eigentlich ist, auch wenn man denkt, dass man es nun erfahren hat … dadurch bleibt eine gewisse Spannung erhalten: ist „Snegurochka“ eine Traumgestalt wie aus dem russischen Märchen oder ist die kleine, wilde Waldelfe ein reales Geschöpf?


Es weihnachtet sehr ...: Rezepte und Ideen für die schönste Zeit im Jahr
Es weihnachtet sehr ...: Rezepte und Ideen für die schönste Zeit im Jahr
von Wohnen Wohnen & Garten
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die schönste Zeit im Jahr?, 21. November 2012
In vier Wochen ist Weihnachten. Für viele die schönste Zeit im Jahr, für manche ein Alptraum. Damit es für Sie nicht zum Alptraum wird, hat der Callwey-Verlag einen neuen Bildband herausgegeben, der die Vorfreude in der Adventszeit noch steigern soll. Durch Deko-Ideen und Rezepte wird der Advent versüßt und vergoldet, geschmückt und verziert. Von Bratapfel bis Zimtstern ist alles vertreten, was weihnachtlichen Rang und Namen hat.

Mehr als die Hälfte des 160 Seiten umfassenden Bildbandes befasst sich mit der Zubereitung von Weihnachtsgebäck, Festtagsbraten und Glühwein. Dazwischen findet man ausgefallene und nette Deko-Ideen zum Selbermachen oder Selberkaufen, wie z.B. Vogelfutterkuchen, Kränze aus Ilex und Winterbeeren und Lebkuchenhäuschen. Schablonen findet man nicht im Buch. Auch für die nette Serviette als Bischofsmütze gefaltet, findet man leider keine Anleitung. Es wird wohl vorausgesetzt, dass man weiß, wie das geht.

Die Dekorationen in schneeweiß oder rot sind wirklich ausgesprochen schön. Auch die Treppenverzierungen finde ich originell. Die Idee an Heilig Abend mal „nur“ einen Eintopf zu kochen, werde ich schnellstmöglich in die Tat umsetzen. Von mir aus hätten es ruhig noch ein paar festlich geschmückte Tannenbäume mehr sein dürfen. Wer also nicht weiß, was er zu Weihnachten kochen oder wie er die Festtafel dieses Jahr schmücken soll, liegt mit diesem Bildband genau richtig.


Winter der Welt: Die Jahrhundert-Saga. Roman (Jahrhundert-Trilogie, Band 2)
Winter der Welt: Die Jahrhundert-Saga. Roman (Jahrhundert-Trilogie, Band 2)
von Ken Follett
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Krieg und Frieden im 20. Jahrhundert - Teil 2, 19. November 2012
Der Nachfolgeroman von Sturz der Titanen beginnt mit Hitlers Machtübernahme 1933 in Berlin und endet 1949. Er wird aus Sicht eines auktorialen Erzählers erzählt. Das umfassende Personenverzeichnis schafft Überblick über einzelne Personen und Familienzusammenhänge. Der Roman spielt in Berlin, in London, in Buffalo – USA, in Aberowen – Wales, im Vichy-Frankreich, im stalinistischen Moskau, auf spanischen Schlachtfeldern und an anderen Handlungsorten. Die geografische Ausdehnung des Romans ist also enorm.

Die Hauptpersonen des Romans sind:
- Lloyd Williams - Lieutenant bei den Welsh Rifles;
- Daisy Peshkov - reiche Amerikanerin;
- Ethel Leckwith - Lloyds Mutter und englische Parlamentsabgeordnete;
- Maud von Ulrich – alte Freundin von Ethel, geb. Lady Maud Fitzherbert;
- Walter von Ulrich - Maud’s Mann, deutscher Sozialdemokrat;
- Carla von Ulrich, deren Tochter, die gerne Ärztin geworden wäre;
- Erik von Ulrich – Bruder von Carla; verehrt Hitler;
- Werner Frank - junger Offizier im deutschen Luftfahrtministerium;
- Wladimir Peschkov – sowjetischer Spion der GRU, genannt Wolodja

und viele, viele andere Personen, die im Personenverzeichnis aufgeführt sind. Insgesamt ist es eine sehr stattliche Anzahl von auftretenden Personen, wobei der Roman nie konfus wirkt. Ein Teil der Personen tritt schon im ersten Teil der Saga Sturz der Titanen auf.

Ken Follett hat genau recherchiert und als Leser erfährt man Dinge insbesondere über England die nicht im Geschichtsunterricht gelehrt wurden, wie z.B. den Kampf in der Cable Street oder die Rolle Chamberlains als Beschwichtiger des Faschismus (Nichteinmischung Großbritanniens und Frankreichs). Er vertieft sich in die Hintergründe und politischen Zusammenhänge und bezieht eindeutig Position, wenn er z.B. erklärt, dass der Faschismus pauschal die Verantwortung von komplizierten Problemen jeweils bestimmten Gruppen zuschiebt (Juden, Kommunisten). Auch lässt der Autor Hinweise auf damals lebende Personen, wie zum Beispiel Wallis Simpsons und Edward VIII oder David Lloyd George einfließen und erwähnt auch einmal ein von Coco Chanel entworfenes Hochzeitskleid. Dass Aspirin bei Magenkrämpfen hilft, war mir allerdings neu und den Seiten 25 und 476 wurde der Name Werner mit Walter verwechselt. Der Roman enthält viele Sex & Crime –Szenen und Ken Follett scheint ein Faible für die Attribute „atemberaubend“ und „umwerfend“ zu haben. Der jüdische Massenmord wird im Buch nicht speziell thematisiert; der Holocaust wird aber am Beispiel der deutschen jüdischen Familie Rothmann klargemacht.

Fazit:
Es gelingt Ken Follett, dass er trockenes Geschichtsmaterial als lesbare Unterhaltungslektüre aufarbeitet. Follett bezieht eine eindeutige politische Position für die Demokratie - er verherrlicht den Krieg nicht und er beschönigt auch nichts. Anhand von Einzelschicksalen bringt er dem Leser die Auswirkungen des Krieges nahe. Dabei packt er allerdings das gesamte Dritte Reich in dieses Mammutwerk von über 1000 Seiten, das Stoff für mindestens drei Bücher hergegeben hätte. Besonders Teil 3 (Nachkriegszeit) wird nur noch im Schnelldurchgang gestreift. Teil 1 liest sich spannend, Teil 2 stellenweise wie ein Kriegsbericht oder eine technische Anleitung.

Die häufigen Personen- und Handlungswechsel ermüden mit der Zeit, viele Beziehungsentwicklungen sind vorhersehbar. Negativ fällt zudem auf, dass Follett in regelmäßigen Abständen, wohl um den Leser nicht zu überfordern, Sex-and/or-Crime–Szenen einfügt, die Groschenromanniveau aufweisen. De weibliche Blickwinkel driftet bei Follett häufig ins Klischeehafte ab. Zudem wirkt die starke Verknüpfung der Einzelschicksale besonders in Verbindung mit dem Einfluss, den die Personen auf das politische Geschehen nehmen, ziemlich unwahrscheinlich. Spätestens zum Schluss wird offensichtlich, dass dem Roman noch ein dritter Band über den Kalten Krieg folgen wird.


Sturz der Titanen: Die Jahrhundert-Saga
Sturz der Titanen: Die Jahrhundert-Saga
von Ken Follett
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 28,00

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Krieg und Frieden im 20. Jahrhundert - Teil 1, 19. November 2012
Dies ist der erste Teil aus der dreiteiligen Jahrhundertsage, dem vor Kurzem mit Winter der Welt, der zweite Teil gefolgt ist. Es geht um das Schicksal von fünf Familien: eine amerikanische, eine britische, eine deutsche, eine russische und eine walisische.

Der Roman beginnt 1911 mit einem Grubenunglück im walisischen Aberowen (ein fiktiver Ort) und endet 1924 mit der britischen Parlamentswahl. Es werden alle annähernd bedeutenden Weltereignisse behandelt, die da wären: der Erste Weltkrieg und wie es dazu kam; der Verlauf des Krieges, die Rolle der Amerikaner und der Eintritt der Amerikaner in den Krieg, die Entwicklung in Russland, die Abdankung des Zaren, die Russische Revolution, die Einführung des Frauenwahlrechts in Großbritannien, die deutsche Räterepublik Ende 1918, Vorbereitungen zu einer Konterrevolution in Sibirien etc. Follett recherchiert bis ins Detail. Seine erfundenen Charaktere werden dabei oft Zeugen von historischen Ereignissen, die sich tatsächlich zugetragen haben.

Ich finde es erstaunlich, wie man einen Roman mit so einer umfassenden Handlung zustande bringt. Davor Hut ab und allen Respekt. Es wirkt authentisch und bis ins Detail recherchiert. Der Roman beginnt sehr spannend mit dem Grubenunglück und der Schilderung der Arbeitsverhältnisse für die Bergleute. Follett bringt dem Leser trockenes Geschichtsmaterial nahe, indem er ihn an den Einzelschicksalen der betroffenen Personen teilhaben lässt. Was mir auch sehr gut gefällt ist, dass Follett mehrfach die Sinnlosigkeit des Krieges anprangert und die Borniertheit einer ganzen Generation, die das nicht erkennen wollte. Zitat Seite 650: „Sein öffentlicher Widerstand gegen den Frieden hatte sie auf schmerzliche Weise an seine wahre Natur erinnert. Er stand für alles, was sie verabscheute: Tradition, Rückwärtsgewandtheit, Ausbeutung der Arbeiterklasse, unverdienten Reichtum. …“ Die Deutschen kommen in Folletts Roman nicht so schlecht weg. Zitat Seite 366: „>>Wie sollen wir da gegen einen Feind kämpfen, der so gut organisiert ist, dass bei ihm sogar die Schweine in Häusern aus Stein leben?<<“ und Zitat Seite 818: „Eine Dosis deutsche Effizienz würde diesen Pinseln guttun.“ Immer wenn aus der Sicht der persönlich Betroffenen erzählt wird, liest sich der Roman spannend, berührend und lebensnah. Doch leider gelingt das nicht immer.

Stellenweise liest sich der Roman wie ein Kriegsbericht oder wie eine technische Anleitung, nämlich immer dann, wenn sich Follett genau an die historischen Fakten hält. Besonders bei der Russischen Revolution ist mir das aufgefallen, obwohl doch gerade sie Stoff für Blut und Tränen im Überfluss bietet. Die Schilderung der politischen Machtgefechte zwischen Lenin und Trotzki lesen sich wie das Sitzungsprotokoll einer Parteiversammlung – wenig fesselnd. Überhaupt ist das eines von Folletts Lieblingsthemen: die Beschreibung von Parteiversammlungen und deren Abläufe. Was aber davon haften bleibt: Lenin wird als überlegener Denker beschrieben, dessen Feinde ihn als zukünftigen Tyrannen fürchten und (vor allem) ihn wieder stürzen wollen.

Was mir bereits beim Lesen von Winter der Welt, sowie nun noch vermehrt bei Sturz der Titanen aufgefallen ist, ist diese starke Verknüpfung von Einzelschicksalen, die insgesamt etwas unwahrscheinlich wirkt. Es fehlt nicht viel, dann wären sich die drei männlichen Hauptpersonen auf den französischen Schlachtfeldern begegnet. Zitat: „Plötzlich fühlte sich Walter ins Jahr 1914 zurückversetzt, in Fitz‘ Herrenhaus in Wales. So hatten die Diener dort gesprochen. Die Männer vor ihm waren Waliser.“ Und Zitat Seite 862: „Durch sein Fernglas sah Gus einen großen Mann in Majorsuniform, der ihm irgendwie bekannt vorkam. … Während Gus noch hinschaute, wurde der Major getroffen und stürzte zu Boden.“ Leider findet man im Roman auch so manche Plattitüde, wie „Ein kleines Kind ist wie eine Revolution, überlegte Grigori: Macht man erst den Anfang, weiß man nie, wie es ausgeht.“

Mein Fazit:
Voluminöser Rundumschlag zu den großen Ereignissen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ken Follett verknüpft Fiktion und tatsächliche Begebenheiten anhand von nachvollziehbaren Einzelschicksalen. Nicht immer gelingt es, dies in fesselnder Form zu vermitteln. Gegen Ende des Buches hat mein persönliches Interesse an der Handlung und an den Personen nachgelassen. 3,5 Punkte.


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