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Rezensionen verfasst von
Daggi
(TOP 500 REZENSENT)   

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sobald der Schnee schmilzt, wird's sich finden, 15. Februar 2013
Sehr schön aufgemacht und nützlich: den immerwährenden Kalender kann man als Notizbuch, als Kalender oder für Ideen verwenden. Dadurch, dass er nicht auf ein bestimmtes Jahr festgelegt ist, bleibt er flexibel. Für einen Tag sind immer zwei Zeilen vorgesehen. Ich finde ihn fast zu schön, um überhaupt was reinzuschreiben und habe bisher nur darin geblättert und ihn angesehen, denn es gibt so viele kleine Dinge zum Entdecken: Gedichte, monatsbezogene Ratschläge für den Garten, kleine Geschenke, wie Bio-Kresse-Samen, Sonnenblumen-Samen, ein Geschenkanhänger, ein Lesezeichen usw.

Wer die Zeichnungen von Silke Leffler noch nicht kennt, sollte sich auf ihrer website einen Eindruck verschaffen. Ich finde die Grafiken total putzig und habe mir schon einige von Silke Leffler illustrierte Produkte zugelegt – GeburtstagskalenderEinschreibebuch für Gedanken, Gartenplaner, Adventskalender etc. Die monatsbezogenen Tipps, was alles im Garten zu machen ist, finde ich sehr nützlich, veilleicht weil ich so eine chaotische Gärtnerin bin. Man im Februar auch schon was tun: z.B. auf der Fensterbank Gemüse für’s Frühbeet vorziehen. Im März steht der neue Vegetationszyklus schon in den Startlöchern und es ist Zeit für den großen Frühjahrsputz im Garten … usw.

Meine Einschätzung ist: ein außergewöhnliches Geschenk für Gartenfreunde. Auch eingefleischte Gärtner werden Anregungen finden. Und ist das nicht ein guter Rat?
"Wer will denn alles gleich ergründen! Sobald der Schnee schmilzt, wird's sich finden." Johann Wolfgang von Goethe


Gartengeheimnisse
Gartengeheimnisse
von Eva Mattes (Sprecher)
  Audio CD
Preis: EUR 14,95

4.0 von 5 Sternen So kalt, so kalt ist noch die Flur …, 15. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Gartengeheimnisse (Audio CD)
Viele nette Titel von guten Sprechern gelesen, es sind einige wirklich amüsante Geschichtchen auf der CD - ich könnte also zufrieden sein. Doch haben leider nicht alle wirklich etwas mit dem Garten zu tun. Man könnte einige der Stücke bei Tierisch komisch oder Tierisch tierisch unterbringen, wie "Der Spatz" von Wilhelm Busch, "Der Maikäfer gehört den Schuljungen" von Hermann Löns oder "Aber wer weiß, wovon die Katzen träumen?" von Georg Weerth. Ich habe mich wirklich gefragt, was diese Geschichte auf dieser CD sucht, denn der Garten wird nur ganz am Rande erwähnt; es ist eigentlich eine lustige Tiergeschichte.

Nichtsdestotrotz – Anna Thalbach, Andreas Fröhlich, Eva Matthes, Christian Berkel, Andrea Sawatzki und alle anderen Sprecher liefern eine gewohnt professionelle Lesung, die Spaß macht, wenn es auch nicht unbedingt um Gartengeheimnisse geht. Am besten gefällt mir der witzige Vortrag von Hermann Harry Schmitz „Der Hahn und der Wurm“ im Kölschen Dialekt. Sehr amüsant fand ich „Die Krokusgeheimnisse oder Die Prinzipien“ von Joachim Ringelnatz und "Der kleine Vogel" von Richard von Volkmann-Leander, sehr schön die Betrachtung von Hugo von Hofmannsthal zu "Gärten". Auch findet man Altbekanntes von Goethe ("Gefunden"), von Busch ("Die Meise") oder von Jacob und Wilhelm Grimm ("Rapunzel"). Und passend zur Jahreszeit:

März
Und aus der Erde schauet nur
Alleine noch Schneeglöckchen;
So kalt, so kalt ist noch die Flur,
Es friert im weißen Röckchen.
Theodor Storm

Insgesamt sind 22 Titel von verschiedenen Dichtern auf dieser CD bei einer Laufzeit von 72 Minuten.


Die elfte Jungfrau
Die elfte Jungfrau
von Andrea Schacht
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Mit den Narren ist nicht zu spaßen, 10. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Die elfte Jungfrau (Taschenbuch)
Köln, 1377 zur Karnevalszeit. Es geschehen mehrere Unfälle und Selbstmorde von jungen Frauen, denen eines gemeinsam ist: ein gebrochenes Genick und dass sie keine Jungfrauen mehr sind. Doch zuerst sieht nur Almut Bossart, die resolute Begine vom Konvent auf dem Eigelstein, einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen ...

An diesem vierten Teil aus der Reihe um die Begine Almut und "ihren" Pater Ivo haben mir zwei Dinge gut gefallen: die Entwicklung der Beziehung zwischen Almut und Ivo vom Spiegel und die Beschreibung des ausgelassenen Karnevalstreibens in der Stadt Köln. Das ist der Autorin Andrea Schacht auf jeden Fall gelungen. Ich liebe diese Szenen, in denen sich Almut und der Pater näher kommen, teilweise ohne große Worte und wie sich letztendlich die ganze Angelegenheit entwickelt. Das ist weit davon entfernt, in eine kitschige Romanze abzudriften. Auch die Karnevalsstimmung in Köln fängt die Autorin gut ein, wenn sie das bunte, nicht immer friedvolle Treiben beschreibt – es wird klar: mit den Narren ist nicht zu spaßen.

Doch wer das Interesse schwerpunktmäßig auf einen spannenden historischen Krimi setzt, wird enttäuscht sein, denn die Krimihandlung ist stellenweise zu offensichtlich, das Motiv des Mörders hingegen nur schwach herausgearbeitet. Bei der Auflösung des Falls kommt obendrein eine Nebenhandlung zum Tragen, die der Spannung abträglich ist. Auch fällt mir auf, dass sich Almut (beinahe) mit jedem sehr gut versteht, sogar mit ihrer Stiefmutter und ihrer Halbschwester, obwohl sie doch so ein loses Mundwerk hat. Realistischer wäre es sicherlich, wenn Almut mehr anecken würde. Insgesamt kann man den Roman wirklich nicht als spannend bezeichnen und zum Schluss hat er mich auch nicht mehr gefesselt, daher ziehe ich einen Punkt ab.

Ich habe auch festgestellt, dass man unbedingt die Bücher in der Reihenfolge lesen sollte, denn es gibt manche Bezüge, die man ohne die Vorgängerbände gelesen zu haben, nicht versteht. Die Reihenfolge:

1. Der dunkle Spiegel (Begine Almut-Reihe 1)
2. Das Werk der Teufelin (Begine Almut-Reihe 2)
3. Die Sünde aber gebiert den Tod (Begine Almut-Reihe 3)
4. Die elfte Jungfrau (Begine Almut-Reihe 4)
5. Das brennende Gewand

Dennoch, ich mag den humorvollen Stil von Andrea Schacht und lese diese Reihe gerne. Das Buch ist leicht zu lesen - teilweise sogar sehr einfach gestrickt. Die Zwiegespräche, die Almut mit Mutter Maria führt, sind köstlich und deren Ratschläge sind unzweifelhaft. Es wird viel zitiert aus dem Prediger, genauer gesagt aus dem Buch Kohelet, einer Schrift der Bibel (Altes Testament). Pater Ivo und Almut liefern sich hier manchen Schlagabtausch – das macht wirklich Spaß zu lesen.


Sündenhof: Roman
Sündenhof: Roman
von Sandra Lessmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

5.0 von 5 Sternen Sündenpfuhl, 3. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sündenhof: Roman (Taschenbuch)
Dies ist nach Die Richter des Königs und Die Sündentochter der dritte Teil aus der Reihe um den Wundarzt Alan Ridgeway, den katholischen Priester Jeremy Blackshaw und die Mätresse des Königs Amoret St Clair. Zunächst hatte ich die Veröffentlichung des Buches (2009) nicht mitbekommen und als ich Narrenkind (den vierten Teil) gelesen hatte, wenig Lust darauf verspürt, doch glücklicherweise bin ich einer Empfehlung gefolgt. „Sündenhof“ erhält von mir wieder fünf Punkte, denn die Geschichte ist in sich stimmig, hat mich gefesselt und war insgesamt ein spannendes Leseerlebnis.

Worum geht’s? Die Geschichte spielt in London 1667. Am Hof Charles II wird eine enthauptete Leiche gefunden. Richter Orlando Trelawney soll den Fall aufklären und er soll unter keinen Umständen seinen Freund Jeremy Blackshaw in die Vorkommnisse einweihen. Natürlich hält das den Priester nicht davon ab, auf eigene Faust zu ermitteln. Die Autorin arbeitet wieder schön heraus, unter welcher latenten Gefahr der katholische Priester in dem anglikanischen England seinen missionarischen Eifer betreibt. Denn auch wenn das Gesetz nur noch selten angewandt wird, steht auf praktizierenden Katholizismus immer noch die Todesstrafe. Mit von der Partie ist auch wieder Jeremys Freund, der Wundarzt Alan Ridgeway. Die beiden Männer sind sich sehr vertraut und auch die Beziehung zu Amoret St. Clair, des Priesters Beichtkind, vertieft sich. Deren Geliebter, der Ire Breandán Mc Mathúna steht immer dann zur Seite, wenn ein starker Mann gebraucht wird, sozusagen der Mann für’s Grobe. Alle vier Freunde stehen sich sehr nah, helfen sich gegenseitig und lassen den anderen nie im Stich, das kommt auch in diesem Teil wieder sehr gut rüber.

Für den Richter Sir Orlando Trelawney und seine junge Frau Jane wird die Situation zunehmend bedrohlich. Richtig spannend wird es, als etwas Scheußliches am Hof des Königs passiert. Dass Geheimnistuerei und Intrigen an Königshöfen stattfinden, ist allgemein bekannt, doch das bigotte Treiben kann man wohl nicht anders als einen Sündenpfuhl bezeichnen. Langsam wird klar, wer hinter der Sache stecken könnte und warum. Hier verrät die Autorin nicht zuviel; der Verlauf der Geschichte bleibt spannend.

Die Autorin baut ihr historisches Wissen gut in den Kontext ein, ohne dass sie den Roman mit Hintergrundinformationen überfrachtet. Historische Personen, wie Charles II und seine erste Mätresse Lady Castelmaine, sind mit erfundenen bunt gemischt. Es wurde gekonnt der Stand der Medizin der damaligen Zeit (die Bluttransfusion war noch nicht erforscht) und die städtebaulichen Spuren des großen Brands von London in den Roman eingebaut. Die unterschiedlichen Blutgruppen waren noch nicht bekannt – alle diesbezüglichen Experimente endeten tödlich. Dass Blackshaw dieses Experiment wagt, erscheint daher ungewiss, andererseits gab es in allen Jahrhunderten risikofreudige Forscher. Hilfreich zu Beginn des Buches ein Plan von Southwark, von Westmister und von der City of London um 1660 und das Glossar am Ende. Man erfährt auch städtebaulich interessante Details von London, wie z.B., dass die London Bridge bis Mitte des 18. Jahrhundert die einzige Brücke über die Themse war und dass diese bebaut war. Die Verfolgungsjagd der Flussschiffer und das “unter der Brücke Hindurchschießen“ ist äußerst spannend zu lesen.

Ich empfehle, zunächst die beiden vorhergehenden Bände Die Richter des Königs und Die Sündentochter zu lesen. Der Nachfolgeroman Narrenkind hat mich nicht so überzeugt.


Oslo: A Guide to new Landscape Architecture
Oslo: A Guide to new Landscape Architecture
von Jan Bernigeroth
  Broschiert
Preis: EUR 19,95

5.0 von 5 Sternen Entwicklung der Hauptstadt Norwegens in den letzten 30 Jahren, 1. Februar 2013
Oslo hat sich in der letzten 30 Jahren zur Millionenmetropole entwickelt. Frühere Hafen- und Industriezonen wurden in Wohn- und Kulturgebiete umgewandelt, dabei spielt das Element Wasser eine tragende Rolle. Dieser englischsprachige Führer bietet anhand von 34 Beispielen eine gute Übersicht über die Entwicklung der Stadt während dieses Zeitraums.

Vor 40 Jahren begann die Umstrukturierung der Stadt; Startschuss war der Architekturwettbewerb "The City and the Fjord" 1982. Seitdem hat sich vieles verändert, insbesondere an den Flüssen Akerselva und Alnaelva, wo sich im 18. Und 19. Jahrhundert eine Reihe von Fabriken befanden. Wie das Wasser als Gestaltungselement einbezogen wurde, zeigen u.a. die Beispiele 24 und 25.

Das Buch zeigt Parks, Straßenzüge, Plätze, Brücken, Bahnhöfe, Anlegestellen und vieles mehr. Spektakulärste Beispiele für die Stadtentwicklung sind die Oper im neuen Stadtteil Bjørvika, die mit ihrem weißen, betretbaren Dach aus Carrara Marmor aus der Ferne wie ein Gletscher wirkt (Nr. 7). und die Skisprunganlage Holmenkollen (Nr. 26), wo 1952 die Olympischen Spiele ausgetragen wurden und welche 2011 komplett neugestaltet wurde. Die bei Nacht beleuchtete Schanze ist beeindruckend. Im Führer enthalten sind ebenfalls Touristen-Highlights, wie Schloss und Rathaus, sowie Aker Brygge und Tjuvholmen - das sind neue, beliebte Stadtteile. Auch die deutsche Firma Würth hat sich in Oslo niedergelassen: Beispiel Nr. 34 zeigt die Freiraumgestaltung des norwegischen Firmensitzes in Gjelleråsen, etwa eine halbe Stunde von Oslo entfernt. Etwa 3-4 Fotos pro Beispiel ergänzen die Texte; vom Lay Out her finde ich den kleinen Reiseführer sehr ansprechend.

Alles in allem: ein sehr informativer, übersichtlicher und informativer Stadtführer, der sich auf die Entwicklung von Oslo in den letzten 30 Jahre konzentriert. Hilfreich für Stadtplaner und Stadtentwickler, aber auch für Laien gut anwendbar. Ein Stadtplan ist im Buch nicht enthalten, es sind aber Adressen und Verkehrsanschluss angegeben. Nachdem mein letzter Besuch dort über 30 Jahre her ist, muss ich nun doch mal wieder hinfahren.


Alles wird schwerer - Ich nicht!: Das Kochbuch für Frauen ab 40
Alles wird schwerer - Ich nicht!: Das Kochbuch für Frauen ab 40
von Antonie Danz
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wohltuend und schmackhaft, 25. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nicht erst im Seniorenalter wird eine gute Ernährung mehr und mehr wichtig. Seit geraumer Zeit vertrage ich es nicht mehr gut, abends Brot zu essen. Ich schlafe schlecht und ich bekomme Probleme mit der Verdauung. Dieses Kochbuch von Dr. Antonie Danz bietet eine Fülle an Alternativen, was frau abends essen kann („mann“ natürlich auch, wenn er das will). Vor allem Suppen, die sehr einfach zuzubereiten sind, aber auch Salate, Aufläufe und andere Hauptgerichte. Die Rezepte sind leicht nachzukochen und die, die ich bisher ausprobiert habe, schmeckten ausgezeichnet. Und was ich ganz erstaunlich finde: seitdem ich abends Suppe esse, kann ich wieder besser schlafen.

Die Ernährungswissenschaftlerin Dr. Antonie Danz geht zunächst auf 25 Seiten auf Grundlage und Atmosphäre beim Kochen ein. Dieses Kochbuch erscheint als Nachfolger des 2010 veröffentlichten Ratgebers Alles wird schwerer: Ich nicht!: Die genussvolle Ernährung für Frauen ab 40. Auch dieses Buch basiert auf der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), die sie eingangs vom Prinzip her erklärt (Yin und Yang, Stärkung des Nährungssystems). Sie unterscheidet zwischen „harmonisierender“, „kräftigender“, „vitalisierender“ und „erfrischender“ Wirkung der Speisen. Basis der Gerichte ist hauptsächlich Getreide und Gemüse, aber man findet auch einige Rezepte mit Fleisch und Fisch im Buch. Wenn ich die Gerichte mit anderen Ernährungsbüchern, wie z.B. Übersäuerung - Krank ohne Grund, vergleiche, so finde ich die Zusammenstellung von Zutaten und Gewürzen hier schmackhafter.

Praktisch ist die Mengenangabe jeweils für zwei oder für vier Personen. So kann man leicht halbieren oder verdoppeln, je nachdem wie man das braucht. Also alles in allem: bisher bin ich begeistert. Heute steht die Pastinaken-Möhrensuppe mit Dill auf dem Speiseplan und ich freue mich darauf, noch vieles aus dem Buch auszuprobieren.


Der Tote in der Badewanne (Sonderausgabe MP3-CD)
Der Tote in der Badewanne (Sonderausgabe MP3-CD)
von Dorothy Leigh Sayers (Autor)
  Audio CD
Preis: EUR 13,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Noblesse oblige, 20. Januar 2013
Lord Peter Wimsey ist ein Tunichtgut – zumindest aus der Sicht seines älteren Bruders, des Herzogs von Denver. Wenn es nach dem Herzog ginge, müsse Lord Peter dringend einer sinnvolleren Beschäftigung nachgehen, als sich der Polizeiarbeit zu widmen. Denn die ist Wimseys Steckenpferd: er arbeitet nur so zum Spaß als Detektiv.

In diesem ersten Fall von Lord Peter Wimsey, zugleich dem ersten Buch von Dorothy Leigh Sayers, das 1923 erschien, ergibt es sich, dass ein unbekannter Toter mit einem goldenen Kneifer auf der Nase in der Badewanne des Architekten Thipps liegt, was zu dessen verständlichen Aufregung führt. Peter Wimsey kommt dies zu Ohren und über seinen Schwager Charles Parker, Kriminalinspektor bei Scotland Yard, wird er in den Fall einbezogen, denn auch Scotland Yard schätzt die Meinung des Adeligen. Und so beginnen die Ermittlungen, die zunächst einmal mit dem unfähigen Inspektor Sugg vollkommen in den Sand gesetzt werden.

Was mir an Dorothy Leigh Sayers Romanen gefällt – nicht nur an diesem hier, denn ich kenne bereits mehrere Bücher von ihr - ist die etwas altmodische, distinguierte Sprache und die Form, mit der die Protagonisten miteinander umgehen. Das ist immer ausgesprochen höflich, manchmal etwas steif, aber formvollendet. Der Witz liegt in Kleinigkeiten – Lord Peters Butler Bunter beispielsweise, bietet einem Kollegen schon einmal von dem ausgezeichneten Cognac des Lords an, um des Rätsels Lösung zu finden (natürlich beichtet Bunter das dem Lord hinterher). Und auch die Herzoginwitwe, Peters Mutter, lässt sich schon einmal dazu herab bei einem kleinen Schabernack mitzuspielen. Doch nichts lässt an der Würde der alten Dame zweifeln. Die Hauptperson selbst ist erfrischend unsnobistisch: Wimsey - sehr gebildet und belesen, er liest gerne Dante - ist vor allem ein guter Denker und liebt ungelöste Kriminalfälle, alles andere ist ihm nicht so wichtig und was sehr sympathisch ist: er nimmt sich selbst nicht so wichtig.

„Der Tote in der Badewanne“ stellt den Auftakt von Dorothy Leigh Sayers berühmter Serie um den adeligen Hobbydetektiv dar. Es folgen etliche weitere Bände aus der Lord Peter Wimsey-Reihe. Sayers ist eine der »British Crime Ladies« und gehört neben Agatha Christie zu den bekanntesten Schriftstellerinnen des klassischen Kriminalromans. Nach wie vor erfreuen sich ihre Bücher großer Beliebtheit. Mein persönlicher Favorit bei den Sayers-Romanen ist Mord braucht Reklame: "Murder Must Advertise", das auch als Mord braucht Reklame. 10 CDs verlegt wurde, doch „Der Tote in der Badewanne“ braucht dahinter nicht zurückstehen. Das Buch gefällt mir ebenfalls sehr gut und ich werde es mir auf jeden Fall nochmal anhören, um auch noch die Feinheiten mitzubekommen. Auch bekannt unter dem Titel „Ein Toter zu wenig“, denn zur gleichen Zeit, wie der Tote in der Badewanne auftaucht, verschwindet der bekannte Geschäftsmann Reuben Levy, mit dem der Tote große Ähnlichkeit hat ...

Die Wimsey-Romane entstanden im Zeitraum zwischen den Weltkriegen, einige erzählen darüber hinaus das Leben Lord Peters bis in den Zweiten Weltkrieg hinein. Lord Peter leidet seit dem Krieg an einer posttraumatischen Belastungsstörung, die bei Stress auftritt und auch hier im Buch vorkommt. Der Audiobuchverlag Freiburg hat den alten Krimi-Klassiker neu aufgelegt und als MP3-CD mit einer Laufzeit von 370 Minuten herausgegeben (im Unterschied zum bisherigen Hörbuch Der Tote in der Badewanne. 5 CDs ist jetzt alles auf einer CD). Fünf der Geschichten wurden zwischen 1972 und 1975 verfilmt. Ian Carmichael spielte darin die Titelrolle. Die Serie lief ab 1977 auch im deutschen Fernsehen. 1987 wurden drei weitere Geschichten verfilmt. Insgesamt gibt es 14 Romane von ihr aus der Lord Peter Wimsey-Reihe (und noch drei Nachfolger, die nicht von ihr, sondern später geschrieben wurden!)

Sprecher Christian Brückner (geb. 1943) arbeitet als Schauspieler und hat viele Hörspiele und Lesungen produziert. Er gilt als erfolgreichster Sprecher Deutschlands und wird von der deutschsprachigen Presse als „The Voice“ bezeichnet, wie auf wikipedia zu lesen ist. Als Synchronsprecher hat er seine Stimme Größen, wie Robert de Niro, Marlon Brando, Harvey Keitel, Burt Reynolds oder Peter Fonda verliehen. Das Hörbuch kommt ganz ohne Musik und Geräusche aus und wirkt allein durch Christian Brückners tolle Stimme. Besser als er kann man das wohl nicht machen.


Die Farbe von Kristall: Ein historischer Kriminalroman
Die Farbe von Kristall: Ein historischer Kriminalroman
von Nikola Hahn
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ei gude, wie?, 28. Dezember 2012
Den bisherigen Rezensionen ist nicht mehr viel hinzuzufügen. Nur noch ein paar Gedanken zum Buch: ich konnte etwa bis zum Mittelteil regelrecht mit fiebern, dachte mir allerdings: Biddlings und Victorias Verhalten kann nur in eine Katastrophe münden! Was mir sehr gut gefallen hat, ist die genaue Recherche zu den historischen Hintergründen. Als Patin für Laura Rothe stand Henriette Arendt, die 1903 als erste Polizeiassistentin in Stuttgart wirkte und nach ihrem Ausscheiden mehrere Bücher veröffentlichte. U.a. stützt sich Nikola Hahn auf Arendts Veröffentlichungen zum Thema Kinderhandel, was man im Anhang genauer nachlesen kann. Hier hat die Autorin stellenweise wörtlich zitiert und das Gedankengut von Henriette Arendt in den Roman einfließen lassen. Interessant war für mich zu lesen, dass berufstätige Frauen sich damals zwischen Beruf und Heirat entscheiden mussten. Beides zugleich ging nicht.

Auch ist die Entwicklung Frankfurts zur modernen Großstadt unter der Amtszeit von Bürgermeister Adickes gut beschrieben. Die Kontraste zwischen dem mittelalterlichen „Altfrankfurt“ und den städtebaulichen Neuerungen um die Jahrhundertwende (Eingemeindungen, Abriss von kleinteiligen Strukturen, Wohnungsbau, Straßenbau etc.) sind herausgearbeitet. Es hat mir auch gut gefallen, dass die Autorin die Personen stellenweise im Dialekt reden lässt („Ei gude, wie?“). Hier hat die Autorin das richtige Maß getroffen und man versteht es, auch wenn man kein Frankfurter ist. Thematisch behandelt werden Kinderhandel, Prostitution und deren Folgen, z.B. in der Form von Syphilis. Wie junge Frauen in solch eine Misere hineingeraten sind kann man anhand des Buches gut nachvollziehen. Die Spannweite zwischen dem Frankfurter Großbürgertum und den kleinen Leuten wird deutlich.

Sehr gut gefallen haben mir auch die Zitate aus Detektivgeschichten (hauptsächlich von Sir Arthur Conan Doyles Sherlock Holmes), auch wenn ich diese nicht immer interpretieren konnte. Wie bei einem Puzzle setzt sich erst allmählich ein Bild zusammen. Dieser historische Krimi ist sehr komplex, da verschiedene Handlungsstränge ineinandergreifen und Schauplätze häufig wechseln. Die Kenntnis des Buches Die Detektivin erleichtert womöglich das Verständnis, da hier bereits verschiedenen Personen um den Kreis des Kommissars Biddling auftreten. Obwohl ich die Vorgeschichte nicht kannte, habe ich „Die Farbe von Kristall“ sehr interessiert gelesen. Trotzdem gebe ich nur vier Punkte.

Folgendes hat mein Lesevergnügen vermindert: es ist zu viel in diesen Roman hineingepackt, wie z.B. die Geschichte des Giftmörders Karl Hopf oder die Demenz von Helene Braun. Ich hätte dem Krimi bis zur Auflösung des Falles um den Klavierhändler Lichtenstein fünf Punkte gegeben, doch danach fand ich ihn zunehmend überfrachtet mit Nebenhandlungen. Die Spannung ließ dabei nach. Dass Karl Hopf Sir Arthur Conan Doyle beraten hat, ist der schriftstellerischen Freiheit entsprungen und reichlich fragwürdig. Auch fand ich, dass die Demenz von Helene Braun zu weit von der eigentlichen Handlung wegführt. Ein Personenverzeichnis wäre hilfreich gewesen.

Fazit: Sehr gut recherchierter Roman zu Beginn des 20. Jahrhunderts, der sich u.a. mit der Entwicklung von polizeilichen Beweismitteln, wie das Fingerabdruckverfahren, und der überbehördlichen Zusammenarbeit der Polizei, befasst. Obwohl ich Die Detektivin nicht kenne, habe ich „Die Farbe von Kristall“ sehr interessiert gelesen. Für meinen Geschmack im Abgang zu viel hineingepackt, daher ein Punkt Abzug.


Das Werk der Teufelin: Roman
Das Werk der Teufelin: Roman
von Andrea Schacht
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht so gut wie Teil 1, 18. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Das Werk der Teufelin: Roman (Taschenbuch)
Dieser zweite Teil aus der Beginen-Reihe hat mir nicht so gut wie Der dunkle Spiegel (Teil 1) gefallen. Das liegt an mehreren Dingen:

Im ersten Drittel zieht sich die Handlung dahin. So eine tolle Szene, wie ein ganzer Glockenturm einstürzt und die Glocke einen dicken Domgrafen erschlägt, wird auf einer Viertel-Seite abgehandelt. Das hätte viel mehr hergeben können. Dann röchelt der Domherr in seinen letzten Atemzügen noch einen Hinweis auf die Täterschaft: „Sucht die Teufelin bei den Beginen.“ Wenn der mal nicht gleich mausetot war, als er von der zentnerschweren Glocke erschlagen wurde. Der Vogt kann also gleich eine (Blut-)Spur aufnehmen ... Das Buch wird erst in der zweiten Hälfte spannender, doch leider übertreibt es die Autorin gegen Ende des Buches. Die zwar ungestüme, aber wirklich nicht blöde Hauptfigur Almut begibt sich durch Leichtsinnigkeit in große Gefahr. Eine (in historischen Romanen derzeit obligatorische?) Vergewaltigungsszene wird heruntergespielt.

Was auch noch unpassend wirkt, ist die mehrfach im Gebet mit der Mutter Gottes von Almut verwendete Anrede: „O Mist, Maria!“ Diese legere Anrede zeugt zwar von großer Verbundenheit mit der Mutter Gottes, kommt mir aber nicht angemessen vor. Überhaupt lebt der Roman durch Dialoge, beschreibende Elemente kommen sehr kurz. Auch den Vogt von der tatsächlichen Täterschaft zu überzeugen, wird zum Schluss nur in indirekter Rede erzählt.

Was mir gut gefallen hat, sind die Wortgefechte, die Pater Ivo und die Begine Almut austragen. Hierbei wird das Buch Jesus Sirach des Öfteren zitiert. Die Szenen zwischen Almut und dem Pater prickeln teilweise sogar ein bisschen, besonders als der Pater die kranke Begine besucht. Meister Krudener, Alchimist und Apotheker, erinnert mich ein wenig an Catweazle – diese schrullige Figur hat mir auch Spaß gemacht.

Fazit: Der Roman kann nicht von Anfang an fesseln; die Handlung hat ihre Schwächen. Trotzdem machen die Wortgefechte und die teilweise schrulligen Figuren Spaß. Muss man nicht unbedingt gelesen haben, aber wenn man die Entwicklung der Beziehung zwischen Almut und Ivo nachvollziehen will, kommt man nicht drumrum.


Skilanglauf: Praxiswissen vom Profi: Klassisch und Skating
Skilanglauf: Praxiswissen vom Profi: Klassisch und Skating
von Verena Niebling
  Broschiert
Preis: EUR 19,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Plädoyer für den nordischen Skilauf, 11. Dezember 2012
Vorneweg: die Autorin Verena Niebling weist darauf hin, dass die z.T. sehr komplexen Bewegungsabläufe nicht allein durch die Lektüre des Buches verinnerlicht werden können. Idealerweise sollte man die Informationen aus dem Buch mit einem Skikurs kombinieren.

Skilanglauf ist ein gesunder Sport, wenn man ihn richtig beherrscht. Wenn man ihn nicht beherrscht, birgt er zumindest im steileren Gelände Verletzungsgefahren. Er kombiniert Ausdauer und Kraft und es wird eine große Zahl an Muskeln trainiert, besonders Arm,- Schulter,- und Rückenmuskulatur. Beim Langlauf sind ca. 90% der Muskeln im Körper aktiv, deshalb werden auch besonders viele Kalorien verbrannt. Neben den positiven Aspekten geht Verena Niebling zunächst auf die historische Entwicklung des Langlaufs, sowie Materialkunde, Bekleidungstipps, Skipräparation und Pflege ein. Skilanglauf kann bis ins hohe Alter betrieben werden, da er unterschiedlichen Ansprüchen gerecht werden kann.

Zentrales Thema im Buch sind Erste Schritte und Sicherheitstraining für beide Techniken, also Klassisch und Skating, wobei unterschieden wird zwischen Tipps für Anfänger und für Fortgeschrittene. Dieses Kapitel halte ich für gut nachvollziehbar beschrieben und ich habe hier bereits einige hilfreiche Tipps gefunden, um meine eigene Technik (= fortgeschrittener Anfänger) zu verbessern. Es folgen Grundlagen zum Training auf Schnee, Ernährungstipps, Beweglichkeitstraining und Sommertraining.

Ich ziehe aus folgendem Grund einen Punkt in der Bewertung ab: es wird nur auf drei Seiten auf Skilanglaufregionen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Italien hingewiesen. Dabei sind jeweils nur die Internetseiten bestimmter Langlaufregionen angeben, also keine unmittelbaren Loipeninfos. Auch vermisse ich die kleineren Langlaufgebiete wie Frankenwald, Hohenlohe oder den Schwäbisch-Fränkischen Wald. Diese Informationen muss man sich anderweitig besorgen.


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