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Rezensionen verfasst von
Karl Schlummermann "Schlummermann" (Dresden)

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The Secret Place (Dublin Murder Squad series)
The Secret Place (Dublin Murder Squad series)
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Einerseits...andererseits...., 12. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es ist wahrscheinlich ganz entscheidend, woran man einen French-Thriller bemisst, bzw. wie eine jede Neuerscheinung gegenüber den Vorgängern wahrgenommen wird.
"Secret Place" ist stark in der Innenschau, der allgemeinen Charakterzeichnung, den Spannungen zwischen den Figuren und der emotionalen Logik (dies auch bei Charakteren in Wiedervorlage, wie z:B. Frank Mackey oder Holly selbst).

"Secret Place" ist für mich nicht überzeugend in der ständigen Andeutung emotionaler Konflikte die figurenimmanent durch details en miniature präsentiert werden ( insb. Antoinette: Was soll die sein? Ein neues weibliches Rollenvorbild? Eine Figur aus einem Computerspiel?), in der schablonesken, wenig ironischen Ausgestaltung der "Doofen" (vgl. Orla/ Headmistress) und zum ersten Mal - ganz erstaunlich - in der Wiedergabe der Sprache, sonst immer eine absolute Stärke.
Der Teenage-Slang klingt wie aus einem Haufen von Artikeln über den "Teenager von heute und seine SMS-Abkürzungen" abgeschrieben.
Das permanent heilige Wundern über die Generation der "Digital Natives" hatte etwas sehr betulich Gestriges und lebte eher von der Bestätigung der entsprechenden Klischees, als dass es sich irgendwann in die Normalität einer anderen Wirklichkeit eingefunden hätte.

Für mich war "Faithful Place" bis jetzt der Höhepunkt French'schen Schreibens, weil hier Innenschau und äußere Handlung in einem sehr überzeugenden Gleichgewicht standen. Aber bereits "Broken Harbor" war für mich aus diesem Gleichgewicht geraten, sehr viel "vielleicht", sehr viel Innen und dies nur begrenzt überzeugend.
Auch empfinde ich frühere Charaktere wie "Cass", "Frank Mackey" und insbesondere die verdächtigen und die Täter viel glaubhafter, gewissermaßen tiefer motiviert als Stephen, bei dem ich mich immer fragte: Was treibt ihn eigentlich? Wirklich nur soziale Aufstiegsphantasien? Ideen, dass am Besten Sherlock Holmes sein Partner sein soll?

Also, einerseits ist auch "Secret Place" noch weit besser als der sonstige Krimi-Schrott, der so gedruckt wird, andererseits reicht er in meinem Empfinden nicht an einige Vorgänger ("Faithful Place" first and foremost, aber auch "Likeness") nicht heran. Es beschleicht mich seit "Broken Harbor" das Gefühl, dass sehr viel Druck auf Tana French lasten könnte, möglichst schnell zu produzieren, was immer irgendwie spürbar wird, gerade bei Autoren deren Stärke in Nuancen und Andeutungen liegt.


Das Vermächtnis der Montignacs: Roman
Das Vermächtnis der Montignacs: Roman
von John Boyne
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Langatmig und vorhersehbar, TV-Ware, 16. April 2014
Da der Roman als so elegant, stilsicher und tiefgründig gepriesen wurde, habe ich ihn voller Neugierde gekauft.
Ich kann ihn aber nicht elegant, stilsicher und tiefgründig finden.
Literarischen Wert hat er für mich keinesfalls. Es handelt sich mehr um durchschnittliche TV-Ware: der Schurke,
seine teuflischen (hahaha!) Pläne und die armen, von eigenen Begierden und Charakterfehlern getriebenen Opfer sind quasi von der entsprechenden Begleitmusik eingeführt, und besser wird es dann nicht.
"Rebecca" meets "Downton Abbey" meets "Landsitz-Dinner-Krimi".
Die Figuren sind sämtlich eindimensional, die Motivationen hauchdünn und die Umgebungsbeschreibungen, die angeblich so atmosphärisch sind, sind hundertmal anderswo besser gelesen und gesehen.
Mich hat der Roman nicht erreicht, nicht unterhalten und nicht überzeugt.


Broken Harbour
Broken Harbour
von Tana French
  Taschenbuch

17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Achachach, wie traurig..., 9. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Broken Harbour (Taschenbuch)
Also, damit eins klar ist: Ich liebe Tana Frenchens Bücher. Faithful Place war eine Offenbarung.
Und damit dann noch eins klar ist: Broken Harbour war es für mich nicht.
Geschichte schwach, Held blass, Verwirrungen durch Wiederholungen von Miniaturzustandsbeschreibungen aufgebläht.
Dauernd ist Scorcher so müde, dass er Angst hat, die sich permanent in irgendjemandes Gesicht andeutenden
Zuckungen, Schatten und Augenveränderungen zu verpassen oder zu missdeuten. Aber mehr als zucken und Augenschimmer
ist irgendwie nicht. Dann noch seine Familiengeschichte, die wirkt wie mit Tesafilm mehrfach angeklebt. Und hält doch nicht.
Das erste Drittel habe ich noch gerne gelesen, weil Frau French auch dann sehr gut schreibt, wenn sie sehr schlecht schreibt.
Im zweiten Drittel war ich dann mindestens so ermüdet wie Scorcher, hatte auch Zuckungen und dachte ebenfalls paranoid, ständig was zu verpassen -
irgendwo musste die wirkliche, die spannende Geschichte zu lesen sein.
War aber nicht. Durch das letzte Drittel habe ich mich geschleppt wie durch das halbherzige Verhör eines Unschuldigen.
Ich wusste, ich hatte den Falschen erwischt - den falschen Roman.
Dennoch gab es fantastische Momente, die Wiedergabe der Internetdiskussionen etwa (hervorragend und mit absolutem Gehör),
oder auch Scorchers kriminalphilosophische Betrachtungen über das Böse (Wild stays out.)
Aber Dina und die zerfetzten Bücher??? Come on, das ist doch wirklich wie aus einer Fernsehserie abgeschrieben.
Somit: Würde Frau French morgen ein neues Buch veröffentlichen,würde ich es sofort wieder kaufen.
Aber hätte ich Broken Harbour als erstes gelesen, hätte ich die anderen nicht angefasst. Flop, finde ich. Kann jedem mal passieren.
Ich glaube an das Nächste.


Mrs. Alis unpassende Leidenschaft: Roman
Mrs. Alis unpassende Leidenschaft: Roman
von Helen Simonson
  Gebundene Ausgabe

15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In Deutschland muss es eine Frau sein,..., 2. April 2012
...wenn sich ein Buch verkaufen soll. "Major Pettigrew's" last stand zu "Mrs Alis unpassender Leidenschaft" zu machen,
halte ich für völlig verfehlt. Aka: Bescheuert.
Es ist - abgesehen davon, dass es ein fantastischer Roman ist - ein wundervoll ausgewogenes Werk, in dem wir allerdings von des Majors reichem, stillem Innenleben
deutlich mehr erfahren als von dem seiner Geliebten. Aber das ist klassische deutsche Verlags-PR, warum denn differenziert, wenn's ein Klischee auch tut?
Es geht nicht, wie suggeriert, um versponnene Engländer mit Tasse Tee, stiff upper lip etc.
Und Mrs Ali ist auch nicht "beherzt", im Gegenteil, deswegen aber nicht minder faszinierend.
Wir dürfen in diesem Buch eine Liebesgeschichte der reifen Art ( nein, nicht auf das Alter bezogen) erleben. Es geht hier nicht um das übliche narzisstische Gehampel zweier junger, starker, schöner, leidenschaftlicher, blaaaaa Strichmännchen, sondern um die berührende Annäherung zweier Menschen, deren Lebenslager eigentlich zu fest gesteckt sind, eine solche Erneuerung zu erlauben. Das Buch erzählt langsam, witzig und detailreich und belohnt die aufmerksame Vorsicht, niemanden zu schnell einzutüten.
Trotz des blöden deutschen Titels: wirklich schön! Unbedingt lesen.


The Dead Women of Juárez
The Dead Women of Juárez
von Sam Hawken
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,20

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen MUST READ!! Aber mal wirklich..., 27. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: The Dead Women of Juárez (Taschenbuch)
Dieser Autor weiß, was Prosa bedeutet. Himmel eins, kann der schreiben. Unverkennbar, eigen, kein falsches Wort - und keins zuviel.
Die Geschichte ist zudem erschütternd und mitreißend, die Figuren sind so echt und zugleich so faszinierend, dass es mir schon auf den ersten Seiten graute, weil ich wusste, wie sehr ich das Buch vermissen würde, am bitteren Ende. Bitter, auf jeden Fall, aber ohne jegliche Larmoyanz, ein bisschen wie Mexiko selbst.
Dialoge sind hervorragend, funktionieren auf mehreren Ebenen. Die deskriptiven Passagen sind minimalistisch, aber dabei erschlagend vor Wahrheit und Akkuratesse.
Bitte lesen! Bitte lesen! Auf dass es Mister Hawken gelingen möge, sich ein großes Publikum zu erobern.


Prague Fatale: A Bernie Gunther Novel
Prague Fatale: A Bernie Gunther Novel
von Philip Kerr
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bernie war schon mal besser..., 7. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe den Eindruck, der Autor hat diesen Roman in großer Eile erstellen müssen.
Ich vermisse die gewohnte Brillianz der Personenskizzen, die tiefsinnigen Bernie-Gedanken -
und eine glaubhafte leading-lady. Weite Teile des Romans sind schablonesk.
Prag wird mir atmosphärisch nicht lebendig genug.
Die Nazi-Schergen, viele, viele und kaum zu unterscheiden ohne Blicke ins Glossar, sind dramaturgisch nicht so gut eingebaut wie sonst.
Ich bleibe dennoch Fan von Bernie und von Kerr, aber es gibt bessere B.G.-Novels als diese.
Nächstes Mal dann wieder...


Faithful Place
Faithful Place
von Tana French
  Taschenbuch

23 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Man kann's nicht besser machen!, 19. Juli 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Faithful Place (Taschenbuch)
Das ist doch mal eine Freude, ein Buch zu lesen, bei dem jede umgeblätterte Seite sowohl die Spannung steigert, als auch Panik auslöst, dass es mit dem Genuß bald vorbei sein wird.
Exzellente Sprache. Ich sag's noch mal: Exzellente Sprache. Witzig und genau, eine dynamische Prosa, die ohne peinliche Anbiederung an Pop-Kultur ankommt.
Und was für ein Protagonist. Natürlich kennt ja kaum einer in echt einen Typen wie Francis, aber schon nach ein paar Seiten, erscheint dies als ein schlimmes, geradezu schädliches Versäumnis: Man muss unbedingt jemanden wie Francis kennen - der Mann ist ein irischer Cowboy, dysfunktional geschädigter Geheimagent, lebensweiser Philosoph und tragischer Held. In Film-Termini: Der wartet nur darauf, trotz falscher Nationalität von Russel Crowe gespielt zu werden.
Alle anderen Figuren, wie klein auch immer der Auftritt sind absolut fähig, größere Exkurse - und, man wünscht es sich dringlich: sogar ihre eigene Geschichte als Roman zu tragen. Alle. Anderen. Figuren.
Wer bringt so was heute noch?
Also, hipphipphurra auf Frau French. Bitte schreiben Sie flugs weiter, mir ist egal über wen, meinetwegen Scorcher, meinetwegen der Zeitungsbote, ich lese alles und singe Ihr Loblied immerda!!
Wer "Faithful Place" nicht liest und preist, ist selber Schuld. So viel Gutes darf man einfach nicht übersehen.
Zehn von Fünf möglichen Punkten, aber ehrlich!!!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 6, 2010 9:11 PM MEST


Liegen lernen
Liegen lernen
von Frank Goosen
  Taschenbuch

3 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ja, hat denn der Herr Hornby wenigstens Prozente bekommen?, 20. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Liegen lernen (Taschenbuch)
Wer "High Fidelity" gelesen hat, kann sich eigentlich nur ärgern, dass hier nicht wenigstens etwas klüger kopiert wurde.
Wie eine quietschende und leiernde Kassettenabnahme des Originals liest sich diese unappetitliche Variation eines Buchklaus.
In ein Spätachziger-Setting übetragen, erlebt der Protagonist die Top-Five seiner Break-Ups, zwar ohne amerkianische Sängerin, dafür mit US-Dozentin. Ruhrpottglamour und Popkultur ohne Sinn und Geschmack.
Oberstufen-Gefummel, das als Erotik ausgegeben wird, akademisches Spießertum, das sich als kritische Mündigkeit zu verkaufen versucht.
Ein großer Gähner von hinten bis Vorne, nicht zuende gedacht und müde geschrieben.
Nein, danke.
Wollen hoffen, dass der Autor der Vorlage wenigstens was abbekommen hat von den Tantiemen.
Ansonsten: Vergessen.


Der stumme Tod: Gereon Raths zweiter Fall
Der stumme Tod: Gereon Raths zweiter Fall
von Volker Kutscher
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

24 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Anachronismen und anderes Leid, 1. Juni 2010
Gereon Rath denkt in achtziger Jahre Sprache. Das tun offenbar auch seine Freunde. Seine Ex-und-dann-doch-wieder-Freundin Charly zum Beispiel findet, dass er "scheiße war". Auweia! Gereon Rath stellt außerdem in den Zwanzigern die berühmte 60er Frage "Your place or mine?" Er und offenbar alle Frauen, die er kennt, sind sexuell enorm aktiv, der Autor hat schließlich den "Fabian" gelesen und kennt sich aus.
Davon abgesehen: die Dialoge sind hölzern, bestenfalls bemüht. Die achso ums Zeitcolorit gekrampfte Schilderung Berlins (mal mit Dialekt, mal ohne, wie et ebent passt, wa?) baut dann doch nur auf einem ziemlich fernsehserien-anrüchig-entlehnten Mordmotiv auf: natürlich ein Wahnsinniger mit enorm viel Geld und einer "Vision", hat man denn was anderes erwartet? Das ist schließlich der normale Verbrecher, mit dem dieser Klettenberger Schimmi sich auseinandersetzt, wenn er nicht grade voll ödipalen Hasses dem "jooten" Adenauer hilft. Da fällt mir auf: Ein Bayer, der fehlt noch.
Dann der Charakter des Helden, einer jener Entwürfe, bei denen sinnlos postpubertäre Weltverdrossenheit und Aggression verzweifelt als Tiefgründigkeit (Der Hund ist übrigens der letzte Beweis! Ein einsamer Mann mit einem aus Mitleid angenommenen Hund, der muss ja so was von tiefgründig sein.) ausgegeben wird.
Die Frauen sind sämtlich Staffage, Hauptsache "schön", die übrigen Herren entweder Strichmännchen (lustig und markig)oder gleich Karikaturen(preußisch und dümmlich), wer will sich denn die Arbeit machen, Personen zu entwerfen, neben denen dieser Kommissar ohne Eigenschaften unangenehm in seiner Eindimensionalität auffallen könnte?
Mannmannmann, ein Bestseller? Warum bloß? Varus, Varus...
Es war einmal eine ganz gute Idee, was dann draus wurde ist bedauerlich.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 11, 2012 7:15 PM MEST


Wenn das Leben ein Strand ist, sind Frauen das Mehr: Roman
Wenn das Leben ein Strand ist, sind Frauen das Mehr: Roman
von Michel Birbæk
  Taschenbuch

7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen ...wie ein deutsches Fernsehstück..., 7. Juli 2007
...mit allem, was dazu gehört, den Klischées ( viele!), den hölzern kunstvollen Dialogen ( viele!), der unglaublichen Schlagfertigkeit der so liebgewonnenen Ü30 Generation, wie sie uns die Medien zu suggerieren versucht ( hohe Quote!), den bewegenden Momenten zart arrangierter menschlicher Verzweiflung, gegen die nur Jeepfahren im Wind hilft ( s.o.), der provinziellen Auflehnung gegen den Verdacht, Deutschland hätte gar keine echte Pop-Kultur ( eifrig!) und, und, und.
Badewannenliteratur für die Cosmo-geprägte Leserin, die nach einem Mann giert, der lebensklug und unverkorkst ist, und ihn - wenn auch nicht im Helden - so doch wenigstens im Autor zu finden versucht. Und wie im Fernsehen will man auch hier trotz der Verzweiflung an Stil, Form und Inhalt wissen, wie's ausgeht und wundert sich, dass bei anderen Leuten, das Leben offensichtlich ein Strand ist...


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