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Rezensionen verfasst von
Dr. Bernd Sonne (Bad Bevensen Deutschland)
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Irrte Einstein?: Skeptische Gedanken zur Relativitätstheorie - (fast immer) allgemeinverständlich formuliert
Irrte Einstein?: Skeptische Gedanken zur Relativitätstheorie - (fast immer) allgemeinverständlich formuliert
von Egbert Scheunemann
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,80

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nichts für Laien, 29. Dezember 2013
Ich stimme "Snowloop" voll und ganz zu und darf auf meine eigenes Buch Sonne/Weiß, Einsteins Theorien, hinweisen. Dort wird explizit u.a. das Zwillingsparadoxon aus Sicht der SRT und auch der ART behandelt und gerechnet. Beide Theorien sind experimentell mit hoher Genauigkeit bestätigt worden, wenngleich es auch noch ungeklärte Dinge gibt. Herrn Unzickers Meinung wundert mich nicht, s. meine Rezensionen zu seinen Büchern. Das einzige, worüber man sich sprachlich streiten kann, ist das Wort "Paradoxon". In der Literatur werden oft Paradoxa = scheinbare Widersprüche erwähnt, die von der Theorie aber auflöst werden, nicht nur bei Einstein, s. Wikipedia.


Bankrupting Physics: How Today's Top Scientists are Gambling Away Their Credibility
Bankrupting Physics: How Today's Top Scientists are Gambling Away Their Credibility
von Alexander Unzicker
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Please be careful what Mr. Unzicker has written!, 30. Oktober 2013
Cite: "The book is a translation into English of the German text "Vom Urknall zum Durchknall" by Alexander Unzicker". I know the German book and the following "Auf dem Holzweg durch's Universum". There are many errors in both books! Mr. Unzicker has less knowledge about experimental and theoretical High-Energy-Physics! And he has some lacks about General Theory of Relativity. He has no constructive proposals only polemic sentences. Please read my recensions (in German). Mr. Unzicker has not any respect about other phycisist who prefer the standard model. And this model is very successfull. He says personal affronts in his first book (to Suskind). I know there are some unresolved problems in physics. But his arguments suffer from a honest physics.Bankrupting Physics: How Today's Top Scientists are Gambling Away Their Credibility (MacSci)


The Higgs Fake: How Particle Physicists Fooled the Nobel Committee
The Higgs Fake: How Particle Physicists Fooled the Nobel Committee
von Alexander Unzicker
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,96

24 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Vorsicht bei Herrn Unzicker, 17. Oktober 2013
Ich kenne sein Buch über Higgs noch nicht, wohl aber seine bisherigen 2 Bücher (Vom Urknall zum Durchknall und Auf dem Holzweg durch Universum). Ich erlaube mir trotzdem einen Kommentar zu seinem neuen Buch abzugeben, indem ich mich auf den Titel beschränke. Herr Unzicker unterstellt, dass es sich bei der Entdeckung des Higgs-Teilchens um einen Betrug handelt. Hat er einen stichhaltigen Beweis? Das wage ich zu bezweifeln, denn: In seinen beiden vorherigen Büchern fehlt es Herrn Unzicker an elementaren Kenntnissen an experimenteller und theoretischer HEP! Und er sollte auch über Einsteins ART besser informiert sein! Dies hat zur Folge, dass in beiden Büchern, insbesondere im zweiten viele sachliche Fehler enthalten sind, wie man aus meiner dortigen Rezension entnehmen kann. Herr Unzicker stellt Behauptungen auf, die schlichtweg falsch sind. Seine Polemik um nicht zu sagen Populistik ist kaum mehr zu übertreffen und eines Physikers nicht würdig. Was soll das? Wen will er mit seinen Büchern "aufrütteln", etwa Laien, denen die Fachkenntnisse fehlen? Spezialisten kann er damit jedenfalls nicht erreichen.
Ein Punkt ist noch zuviel, leider ist es nicht möglich, keinen Punkt zu vergeben.
Kommentar Kommentare (21) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 2, 2014 12:42 AM MEST


Einstein Gravity in a Nutshell (Princeton University Press)
Einstein Gravity in a Nutshell (Princeton University Press)
von A. Zee
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 72,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr empfehlenswert, 2. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Selbst wenn man wie ich schon vertraut mit Einsteins Gravity ist, muss ich sagen, dass das Buch didaktisch und pädagogisch sehr gut aufgebaut ist. Es geht vom "Einfachem" zum "Schweren" in vielen kleinen Schritten, wobei einige Vorkenntnisse vorausgesetzt werden: Newton'sche Mechanik und Elektrodynamik, s. Vorwort. Insofern ist das Buch nicht für Physik-Anfangssemester geeignet. Im Buch kommen alle wesentlichen Themen und Herleitungen zur Allgemeinen Relativitätstheorie vor. Es sind auch viele Übungsaufgaben mit Lösungen vorhanden, so dass man sehr viel lernen kann. Es gibt natürlich schon sehr viele Lehrbücher über ART, jedoch nur ganz wenige dieses Umfanges. Es macht richtig Spaß, den lockeren und teilweise humorvollen Stil von A. Zee zu lesen.


Vom Urknall zum Durchknall: Die absurde Jagd nach der Weltformel
Vom Urknall zum Durchknall: Die absurde Jagd nach der Weltformel
von Alexander Unzicker
  Gebundene Ausgabe

16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht allzu ernst nehmen, 3. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vorbemerkung: Diese Rezension hatte ich bereits vor fast zwei Jahren geschrieben und Herrn Unzicker per Email geschickt, jedoch nicht veröffentlicht. Dies erfolgt jetzt, nachdem er sein "Holzweg-Buch" geschrieben hat, das ich ziemlich schlecht bewertet habe. Beim "Universum-Buch" war ich anderer Meinung, was ich auch begründen möchte.
Als ausgebildeter HEP-Physiker, der sich auch in theoretischer Physik auskennt, habe ich das Buch verstanden und stimme in vielen Dingen überein: die vielen ungeklärten astronomischen Beobachtungen und Diskrepanzen zur Theorie bzw. Nicht-Beobachtungen (Dunkle Materie und Energie), den Teilchenzoo, den es nun mal gibt, die experimentel hervorragend bestätigte SRT, ART und QED. Jetzt kommen einige Aber, die Herrn Unzicker sicher bekannt sind:
* Bei den abgeblich festgestellten Abweichungen von G bei winzigen(!) Beschleunigungen scheinen mir die Fehlerquellen ziemlich groß zu sein. Die Messwerte dazu würde ich deshalb anzweifeln, zumal die Messtechnik damals bei den Raumsonden noch nicht soweit wie heute
war. Die steht erst seit Gravity Probe B zur Verfügung. Gibt es neuere Messungen zu G?
* Gegen Simulationen ist zunächst nichts einzuwenden. Es ist ja nicht ausgeschlossen, dass man die verwendeten Parameter eines Tages berechnen kann.
* Mit den LHC-Experimenten versucht man herauszufinden, was "die Welt im Innnersten zusammenhält", um mit Goethe zu sprechen. Das ist ja nicht verkehrt. Wenn es das Higgs-Teilchen wirklich gibt (es sieht jetzt 2012 so aus), wäre die Theorie etwas weiter, auch nicht schlecht. Über Kosten und Nutzung der Forschung kann man immer streiten, s.a. Mond- und Marsprojekte.
* Die Wurmlöcher sind eine Lösung der ART. Zeitreisen durch die Löcher werfen einige Probleme auf. Man muss also unterscheiden zwischen mathematischen Lösungen und ob sich physikalische Widersprüche daraus ergeben. Das Gödel-Universum ist auch so eine "utopische" Lösung, niemand regt sich darüber auf.
* Die riesigen Anstrengungen der String-Physiker sind auch zunächst nicht ehrenrührig. Viele Dimensionen müssen nicht falsch sein, um die Natur zu beschreiben. Der Hilbertraum in der QM hat sogar unendlich viele. Aber der Mangel an experimentell prüfbaren Ergebnissen ist schon fragwürdig, da stimme ich zu.
* Die ART ist auch nicht frei von dem Problem der intrinsischen Singularität (R=0), das wußte schon Einstein selbst. Dass bei sehr
kleinen Dimensionen Quanteneffekte eine Rolle spielen, ist auch nicht neu. Deshalb versucht man ja gerade ART und QED irgendwie "zusammenzubringen". Wenn dies erst bei der Planckschen Länge möglich sein sollte, was soll's. Hauptsache, man könnte dann all bekannten Erscheinungen einheitlich erklären. Solange sich kein Widerspruch ergibt, ist alles ok (vereinfacht gesagt). Die noch notwendigen vielen Parameter ließen sich durch Nachdenken vielleicht reduzieren.
* Auf einen echten Fehler im Buch möchte ich aufmerksam machen. Auf S. 135 steht, dass man aus nur 1 Photon eine Paarerzeugung erhalten kann. Das ist nicht richtig. Wegen Energie/Impulserhaltung braucht man entweder 2 Photonen (sehr geringe Wahrscheinlchkeit) oder 1 Photon plus 1 Ladungsfeld (umgekehrte Bremsstrahlung).
Insgesamt regt das Buch sehr zum Nachdenken an, selbst wenn manchmal etwas polemisiert wird, besonders gegen die Lobby der
String-Leute. Diese sollten wirklich auf den Boden der Tatsachen zurückfinden. Auf der anderen Seite fand ich das Buch ganz lustig und nicht so ernst genmeint. Soweit meine damalige Rezension, der ich 3 Punkte gebe.
Beim nochmaligen Durchlesen sind mir noch ein paar zusätzliche Dinge aufgefallen, die man so nicht stehenlassen kann. Auf S. 109 bescheinigt Herr Unzicker, dass Herr Susskind keine Ahnung habe. Das ist unverschämt. Die Graphiken auf S. 261 und 277 kann man auch so zeichnen, wie die Zusammenhänge in der Physik wirklich sind. Dann ergibt sich ein deutlich anderes Bild. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass Herr Unzicker bei der Astrophysik bleiben und dort "aufräumen" soll, wovon er vermutlich Ahnung hat. Über andere Gebiete sollte er lieber schweigen. Das zeigt sich bei den vielen kleinen Ungenauigkeiten, Beispiel S. 53: "Die Lichtgeschwindigkeit ist immer gleich groß...Ein solches Relativitätsprinzip hatte zuerst Galilei entdeckt..." Das ist so nicht richtig. Das Relativitätsprinzip hat nichts mit der Konstanz von c zu tun. Diese hat Galilei auch nicht entdeckt, geschweige denn nachgewiesen (erst Michelson-Morley). Galilei hat sich mit "Relativbewegungen" befasst und daraus auch ein Relativitätsprinzip abgeleitet. Das "Relativitätsprinzip" von Einstein geht viel weiter. Es besagt, dass die physikalischen Gesetze in jedem Inertialsystem dieselben sind. Daraus und aus der Konstanz von c ist die SRT entstanden. Dem unbedarften Leser wird oft etwas "verkauft" was nicht stimmt. Während Herr Unzicker sich im ersten Buch noch sehr mit der Polemik zurückhält und man deshalb einige "schiefen" Dinge mit Wohlwollen betrachten kann (meine 3 Punkte), ist es beonders schlimm im zweiten Buch. Da schlägt er voll zu: unsachlich und sehr polemisch! Das Übrige steht in meiner anderen Rezension.


Auf dem Holzweg durchs Universum: Warum sich die Physik verlaufen hat
Auf dem Holzweg durchs Universum: Warum sich die Physik verlaufen hat
von Alexander Unzicker
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

187 von 216 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das Buch nicht kritiklos lesen!, 14. Oktober 2012
Ich habe mir erlaubt, das neue Buch von Herrn Unzicker genau so kritisch zu betrachten, wie er die SRT, ART, QED, QFT und HEP unter die Lupe genommen hat. Wenn man alle polemischen Zeilen weglässt, dann bleibt von dem Buch nicht mehr viel übrig. Das meiste davon ist auch nicht neu:
* es gibt eine Konkurrenz zwischen den einzelnen Forschergruppen
* der LHC ist ziemlich teuer
* Gutachter von Fachzeitschriften haben manchmal keine Ahnung,
die Kriterien über die Annahme von Fachartikeln sind nicht transparent
* es gibt manchmal fehlerhafte Messungen und Analysen
* es kommt vor, dass Ergebnisse manchmal falsch interpretiert werden
* es gibt auch kontroverse Diskussionen unter Fachleuten
* die Theorien sind unvollständig: die ART bei der intrinsischen Singularität,
die QED mit dem Renormierungstrick
* die Stringtheorie ist (bisher) nicht erfolgreich
* leider gibt es auch ein unseriöses Verhalten mancher Wissenschaftler
* eine hohe Qualität bei Messungen ist nicht immer gegeben
* Daten und Metadaten werden nicht aufbewahrt
* technische Fehler können passieren
* es gibt mehrere Autoren, die sagen, neue Ideen brauche die Physik
* und noch ein paar andere Dinge

Man kann diese Dinge auch auf andere Fach- und Forschungsbereiche übertragen, sie kommen überall vor. Was in dem Buch leider kaum erwähnt wird, sind die großartigen Erfolge der oben erwähnten Theorien: die hohe Genauigkeit der Vorhersagen und deren Bestätigung durch Messungen. Sie ermöglichen zumindest, dass man viele physikalische Erscheinungen erklären und verstehen kann. Das ist schließlich das Ziel von Theorien und Grundlagenforschung. Niemand wird ernsthaft behaupten, dass eine Theorie ewig gilt. Je weiter man forscht, desto mehr Fragen tauchen auf. Aber: solange es keine bessere Theorie gibt, solange gilt die bisherige mit allen ihren Unzulänglichkeiten. Und: eine bessere Theorie soll nicht nur ungelöste Probleme lösen sondern sie muss auch alle bisherigen Vorhersagen erfüllen bzw. durch Messungen zweifelsfrei bestätigt werden! Maxwell hat es zu seiner Zeit geschafft, ebenso Einstein, Schrödinger, Heisenberg, Dirac, Weinberg-Salam-Glashow und noch andere, z.B. in der Festkörperphysik. Ob die Stringleute es schaffen, ist fraglich, da stimme ich zu. Entscheidend ist nur die Überprüfbarkeit!
Und jetzt komme ich zu einigen Dingen, die in dem Buch nicht richtig dargestellt sind. Die Anzahl der Dimensionen ist überhaupt kein Gegenargument für eine Theorie. So hat in der Hamiltonschen Mechanik jedes Teilchen drei Ortskoordinaten und drei Impulskoordinaten. Es befindet sich also in einem sechsdimensionalen Raum, genannt Phasenraum. Der Hilbertraum in der QM hat sogar unendlich viele Dimensionen!
Es wird bemängelt, dass man sich kaum Gedanken über die Konstanz von Parametern macht: c, H, alpha, h,... Auch dies stimmt so nicht. In guten Fachbüchern und Artikeln findet man sehr wohl Aussagen darüber. Im Übrigen widerspricht sich Herr Unzicker selbst. Auf der einen Seite fordert er die Einfachheit einer Theorie, was mit der Annahme von Konstanten möglich ist. Auf der anderen Seite soll man eine zeitliche Abhängigkeit untersuchen. Damit würde die Theorie aber erheblich komplizierter!
Die Bemerkungen zum Spin und Isospin sind fehl am Platze. Beides kann man nicht wirklich verstehen. Das ist richtig. Aber man versucht, sich ein gedankliches Modell zu basteln, um die mathematische Theorie zu begreifen. Niemand behauptet, dass das Modell der wahren Realität entspricht. Darauf kommt es auch nicht an. Es geht nur um ein gewisses Vorstellungsvermögen und wie gut eine Theorie die Natur beschreibt. Kann man imaginäre Zahlen begreifen? Bestimmt nicht. Aber die Graphik mit der komplexen Ebene dazu schon.
Herr Unzicker bezweifelt u.a. auf S. 46/47, dass man aus einem hohen Untergrund kleine Signale oder einzelne Ereignisse herausfiltern kann. Diese Ansicht ist schlichtweg falsch. Der Nachweis neutraler Teilchen sei nur indirekt möglich, S. 201. Diese Aussage ist aber nur teilweise richtig und gilt dann, wenn man elektromagnetische Messverfahren (Magnete) verwendet. Aber es gibt den Energie- und Impulserhaltungssatz, um aus den beobachtbaren geladenen Zerfallsprodukten die Masse eines neutralen Teilchens zu bestimmen. Neutrale Teilchen wie Gammastrahlen und Neutronen kann man einzeln(!) zweifelsfrei mit Photomultipleiern bzw. mit Szintillationszählern nachweisen. Wenn man sich mit den Messtechniken, Auswerteprogrammen und Simulationen befasst, die in der HEP üblich sind, dann kann man alles signifikant herausfiltern! Das war zu meiner Promotionszeit am DESY vor vielen Jahren schon möglich, heute sind die Apparaturen noch viel besser geworden.
Was auf S. 138 über Schwarze Löcher geschrieben wird und dass die Proportionalität deren Masse aus dem Schwarzschildradius abgeleitet wird, ist ebenfalls purer Unsinn.
Die Auswertung von Daten und die Simulationsprogramme erfolgen sehr sorgfältig. Eine Aufbewahrung der Daten und Metadaten für die Nachwelt macht keinen Sinn, weil man die Experimente und Apparaturen selbst kennen muss. Im Nachhinein können aus Unkenntnis erst recht Fehler vorkommen. Im Übrigen kann man sich Arbeitsgruppen bei CERN anschließen und selbst anfangen auszuwerten. Bei besonders kritischen Fragestellungen und Analysen findet die Auswertung und Überprüfung von mehreren Personen und unabhängig voneinander statt. So sind schon Fehler aufgedeckt worden, was ja ok ist. Vorschnelle Veröffentlichungen sollte man allerdings vermeiden. Auch werden wichtige Experimente mit anderen Apparaturen und Forschergruppen wiederholt, um wirklich sicher zu sein. Aber alles ins Lächerliche zu ziehen und die vielen Physiker und Techniker, die die Apparaturen bauen, als dumme Jungs zu verkaufen, wie es im Buch versucht wird, das geht zu weit.
Dass es seit dem geozentrischen Weltbild solange bis zum heliozentrischen gedauert hat, hängt auch damit zusammen, dass die katholische Kirche unter Todesdrohungen am ersten festgehalten hat. Galilei musste seine Theorie widerrufen, damit ihm der Scheiterhaufen erspart blieb. Das wurde leider nicht im Buch erwähnt.
Fast auf jeder Seite des Buches finde ich Stellen, die zu bemängeln sind. Ich habe nur einige davon erwähnt. Auf seine Thesen zur Astrophysik zu antworten schenke ich mir. Herr Unzicker sagt zwar sinngemäß, dass er provozieren will. Das ist sein gutes Recht. Aber hat er auch bedacht, dass der normale Leser und seine Schüler Physik als unseriös und abschreckend empfinden können? Diesen Eindruck sollte er schnellstens korrigieren, inhaltliche Änderungen anbringen und die zehn Punkte am Schluss dahingehend ergänzen: ohne experimentelle und theoretische Physik hätte man kein Radio, Fernseher, Kühlschrank, Strom, GPS, CD-Player, Auto, Flugzeug, und, und, und.
Ich vergebe höchstens einen Punkt, aber nur deshalb, damit man die Äußerungen von Herrn Unzicker genau überprüft.
Kommentar Kommentare (68) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 30, 2013 10:44 PM CET


Einsteins Annus mirabilis: Fünf Schriften, die die Welt der Physik revolutionierten
Einsteins Annus mirabilis: Fünf Schriften, die die Welt der Physik revolutionierten
von John Stachel
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 1905, wirklich ein wunderbares Physikjahr, 10. November 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
In diesem Buch kann man die Genialität Einsteins zur damaligen Zeit erahnen. Jeder seiner fünf Artikel ist wohl nobelpreiswürdig, wenn man an die Folgerungen und Anwendungen denkt. Einstein hat den Nobelpreis später für den Photoelektrischen Effekt bekommen. Auf nur wenigen Seiten hat er grundlegende neue Ideen präsentiert, die sich alle als richtig erwiesen haben. Es ist immer sehr schön, in Einsteins Originalarbeiten nachzulesen, wie er seine Erkennisse herleitet und begründet. Das Buch würde normalerweise fünf Sterne von mir bekommen. Der fehlende Stern richtet sich an den Herausgeber des Buches. Er hätte Einsteins Druckfehler gleich verbessern sollen, statt sie im Anhang zu erwähnen. Wenn man etwas durch Nachrechnen verstehen will, dann sollte das Umblättern vermieden werden.


Cycles of Time: An Extraordinary New View of the Universe
Cycles of Time: An Extraordinary New View of the Universe
von Roger Penrose
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,90

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wieder ein Highlight von Roger Penrose, 10. November 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es sind wohl immer besondere und empfehlenswerte Bücher, die Roger Penrose geschrieben hat, so auch dieses. Was den Anfang und das Ende unseres Universums betrifft, hat er einen neuen (kontrovers diskutierten) Ansatz. Unter Berücksichtigung des Zweites Hauptsatzes der Thermodynamik hat das Universum am Ende eine maximale Entropie. Wenn die zeitliche Entwicklung des Universums zyklisch sein sollte, dann gilt dies auch für ein früheres Universum, das vor dem Urknall existiert hat. Informationen darüber müssten sich aus den geringen Schwankungen der Hintergrundstrahlung ermitteln lassen. Penrose begründet dies in seinem Buch im wesentlichen mit geometrischen Betrachtungen aus der ART. Im Anhang findet man auch einen mathematischen Ansatz für sein Modell. Er hätte vielleicht auf ein paar Gegenargumente eingehen sollen, zumal nach heutigen Erkenntnissen unser Universum ewig zu expandieren scheint.


GAMMA: Eulers Konstante, Primzahlstrände und die Riemannsche Vermutung: Eulers Konstante, Primzahlstrande Und Die Riemannsche Vermutung
GAMMA: Eulers Konstante, Primzahlstrände und die Riemannsche Vermutung: Eulers Konstante, Primzahlstrande Und Die Riemannsche Vermutung
von Julian Havil
  Gebundene Ausgabe

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spaß mit Zahlentheorie, 29. Oktober 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses Buch ist sehr lesenswert für diejenigen, die sich gerne mit Zahlentheorie befassen. Man glaubt kaum, wo überall Eulers gamma (klein geschrieben), Gamma (Fakultätsfunktion) und die Riemannsche Zetafunktion vorkommen und welche Zusammenhänge es mit Primzahlen gibt. Viele Beispiele in diesem Buch sind wirklich überraschend, so dass man Spaß beim Lesen bekommt und noch mehr über Zahlentheorie erfahren möchte. Das Niveau des Buches ist vergleichbar mit den Büchern über die Geschichten von e und pi, die ebenfalls empfehlenswert sind. Es werden aber schon einige Kenntnisse in Mathematik benötigt. Ein kleiner Nachteil: es sind viele Druckfehler in den Formeln enthalten, was der Übersetzer mir gegenüber sehr bedauert hat. Auf seiner Homepage hat er deshalb eine Korrekturliste zusammengestellt, die direkt zum Nachrechnen auffordert. Insgesamt vier Sterne.


Die Inflation kommt: Und wie Sie sich jetzt schon schützen können
Die Inflation kommt: Und wie Sie sich jetzt schon schützen können
von Stefan Riße
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Quantitativ nicht nachvollziehbar, 25. September 2010
Das Buch liefert sicher viele Informationen über die Hintergründe und Zusammenhänge der Wirtschafts- und Finanzwelt. Qualitativ mögen seine Aussagen stimmen. Jedenfalls kommt mir manches plausibel vor. Quantitativ sind die vielen "Zahlen und Fakten" nicht nachvollziehbar. Denn es fehlen leider die Quellenangaben, auf die sich Herr Riße bezieht (oder etwa nicht?) und aus denen er seine Folgerungen ableitet. Ich weiß nicht, welche Zielgruppe der Autor hat. Einem auch nur halbwegs wissenschaftlichen Anspruch genügt dieses Buch jedenfalls nicht. Ich habe deshalb auch an den Verlag geschrieben, leider bisher keine Antwort bekommen. Insofern vergebe ich bestenfalls zwei Sterne, aber nur, weil die Informationen zum Nachdenken anregen und Leser und Leserin sich einmal selbst mit den Thematiken befassen sollten.


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