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Rezensionen verfasst von
absurdus

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Verbrechen: Stories
Verbrechen: Stories
von Ferdinand von Schirach
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Originelle Kriminalstories, 15. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Verbrechen: Stories (Taschenbuch)
Von Schierach, der als Strafverteidiger in Berlin lebt, präsentiert hier ein originelles und kurzweiliges Buch, welches aus einzelnen Kurzgeschichten besteht, die sich in einem Umfang zwischen 10 und 30 Seiten mit den Themen Recht und Verbrechen befassen. Der Clou ist, dass es sich (laut Aussage des Autors) um Tatsachenberichte aus seiner Tätigkeit als Strafverteidiger und nicht um Fiktion handelt.

Meist trügt der erste Schein: Am Anfang einer Geschichte erwartet der Leser meist einen anderen Ausgang, als den welchen die Kurzgeschichte dann tatsächlich nimmt. Beispiel: 2 Betrunkene Schläger betreten einen Bahnhof und gehen auf einen wie ein Buchhalter aussehenden Mann los. Den Ausgang will ich jetzt nicht vorwegnehmen, es kommt auf jeden Fall nicht so wie der Leser zuerst annimmt. Entscheidend ist immer, dass Recht (bzw. Rechtssprechung) und (wahrgenommene) Gerechtigkeit nicht immer identisch sind und das die Protagonisten des Rechtssystems (also Anwälte, Staatsanwälte und Richter) auch nicht immer auf Gerechtigkeit hin abzielen, sondern im Rahmen ihrer Rolle ihre Interessen (bzw. die ihrer Mandanten oder des Staates) zu vertreten haben. Dies gibt Außenstehenden einen spannenden und manchmal auch ernüchternden Einblick in unser Rechtssystem.

Alles in allem wirkt das Buch durch seinen episodenhaften Charakter und die teilweise abstoßenden Gewalttaten ähnlich wie ein Tarantino Film. Tatsächlich habe ich in einem Artikel über dieses Buch gelesen, dass die Filmrechte bereits verkauft seien. Nichts ist so wie es auf den ersten Blick scheint könnte das Motto des Buches sein, die größten Verbrechen passieren häufig hinter besonders schillernden Fassaden. Das Ganze liest sich kurzweilig und unterhaltsam, für mich blieb einzig die Frage ob es sich tatsächlich in allen Details um Tatsachenberichte handelt, da die Geschichten zum Teil allzu kuriose Züge annehmen. Für mich ein klarer Lese Tipp aus der Kategorie: Mal was Anderes.


Der Turm: Geschichte aus einem versunkenen Land. Roman (suhrkamp taschenbuch)
Der Turm: Geschichte aus einem versunkenen Land. Roman (suhrkamp taschenbuch)
von Uwe Tellkamp
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

10 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Detailliertes Porträt eines untergegangenen Landes, 4. Oktober 2010
Der Turm von Tellkamp ist nicht zuletzt durch die Auszeichnung mit dem deutschen Buchpreis zu einem Bestseller geworden. Das Thema die Verhältnisse in der ehemaligen DDR zu beschreiben und dies in einem Umfange wie es beispielsweise an Thomas Mann erinnert haben wohl ihr übriges getan, das Interesse auf dieses Buch zu lenken.

Ich zeige mich zu aller Erst von den doch sehr vielen kritischen Kommentaren zu diesem Buch überrascht, da es mir persönlich doch sehr gut gefallen hat. Aber zu polarisieren kann man ja auch als Tugend ansehen! Inhaltlich geht es um verschiedenen Personen, die zu Meist in einem heruntergekommen Villenviertel in Dresden (dem Turm) wohnen. Besonders der Arztsohn Christian Hoffmann und seine Eltern nehmen eine Schlüsselrolle in dem Roman ein. Christian (wahrscheinlich zumindest in einigen Teilen seines Charakters ein Alter Ego des Autors) will seinem Vater nacheifern und Arzt werden, bekommt dann aber die Härte der DDR in Form der NVA zu spüren. Um diese Haupthandlung herum, gibt es viele weitere mehr oder weniger mit ihr zusammenhängende Handlungsstränge, die alle sehr detailliert geschildert werden. Hierdurch entsteht ein akribisches Porträt der damaligen Verhältnisse, zumindest aus der Sicht einer Elite von Akademikern, die im Buch den größten Platz einnimmt.
Das Ganze ist alles andere als leichte Unterhaltung: Die Tatsache, dass nicht alle Geschehnisse des Buches (die der Autor immer in ausufernder Detailtiefe berichtet) die Handlung wirklich vorantreiben kann für den Leser anstrengend und womöglich etwas frustrierend sein. Außerdem werden viele Nebencharaktere nicht allzu detailiert ausgearbeitet und wirken daher teilweise etwas schablonenhaft. Klar hätte Tellkamp auch auf 300 Seiten eine kompakte Geschichte des Christian Hoffmann schreiben können, doch darum ging es ihm offensichtlich nicht! Es ist das Konzept welches hinter diesem Buche steckt, nicht nur eine Geschichte zu erzählen, sondern ein Porträt der DDR zu liefern. Daher dienen die genauen Schilderungen scheinbar unwichtiger Sachverhalte teilweise einzig dem Zweck gewisse Vorgänge in der DDR genau zu dokumentieren und dem Leser verständlich zu machen. Dies macht das Buch zu einem nicht immer leicht lesbaren und verdaulichen Werk, deshalb allerdings von schriftstellerischem Unvermögen zu sprechen halte ich für falsch! Für mich bestehen konzeptionelle Parallelen zu John Updike und dessen 4 Rabbit Büchern, die ebenso nicht nur den Protagonisten durch sein Leben sondern auch sein Land (die USA) durch 4 Jahrzehnte begleiten.

Alles in allem für mich ein richtig gutes Buch, sicher keine leichte Kost! Wer ungern dicke Bücher liest wird seine Schwierigkeiten haben, wer sich hingegen auf das Konzept des Turms einlässt kann viel Lernen und auch viel Lesefreude daran haben.


Die 12 neuen Gesetze der Führung: Der Kodex: Warum Management verzichtbar ist
Die 12 neuen Gesetze der Führung: Der Kodex: Warum Management verzichtbar ist
von Niels Pfläging
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 42,00

46 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Beyond Budgeting Light, 18. September 2009
In diesem nunmehr dritten Buch von Niels Pfläging geht es darum das Managementmodell Beyond Budgeting neu zu positionieren bzw. weiter zu verallgemeinern. Wie der Titel bereits aussagt, soll hier der Kodex oder auch der Beta Kodex - wie Beyond Budgeting lt. Pfläging in einer stark verallgemeinerten Form jetzt heißen soll - als Alternative zum Management vorgestellt werden, wobei Management als veraltete Führungsform des vergangenen 20. Jahrhunderts dargestellt wird. So weit die provokante Grundaussage des Buches, bleibt die Frage inwieweit BB (oder was davon übrig ist) tatsächlich die Mitarbeiterführung via Management ablösen kann. Es ist das eine, den Abbau von Hierarchien zu fordern, eine echte Alternative zu liefern ist etwas ganz anderes. Selbst im mittlerweile längst ausgelutschten BB Musterbeispiel Svenska Handelsbanken (übrigens bis heute das einzige halbwegs detailliert dokumentierte Fallbeispiel) gibt es eine Zentrale mit Vorstand und Filialen mit Filialleitern. Auch dezentrale Unternehmen werden immer hierarchische Management Strukturen aufweisen! Die plakative Grundaussage des Buches ist also durch das eigene Fallbeispiel widerlegbar.

Grundsätzlich ist das Buch unter dem Eindruck der Finanzkrise geschrieben und bietet vermeintlich neue Führungsansätze wie eine stärkere Kunden- und Mitarbeiterorientierung, den Verzicht auf Anreizung über Bonuspläne oder Dezentralisierung. Die Finanzkrise ist sicherlich auch eine Steilvorlage für jeden Managementautor. Der Running Gag des Buches ist wie gesagt die Umbenennung von Beyond Budgeting in der Kodex, wobei man aufgrund der sehr starken Verallgemeinerung und Schwammigkeit mit der verschiedenste Führungsweisheiten dargelegt werden eher von Beyond Budgeting Light sprechen muss. Meiner Meinung nach ist dieser Schachzug völlig überflüssig und unsinnig, dies soll wohl dazu dienen das Konzept einfacher einer breiten Maße vermarkten zu können. Dadurch das BB mittlerweile knapp 15 Jahre alt ist und sich in der Praxis nicht durchgesetzt hat ist es damit auch leichter weiterhin von etwas Neuem zu sprechen. Außerdem verschwindet mit dieser Umbenennung auch der Begriff des Budgets bzw. der Budgetierung aus dem Namen des Konzepts. Inhaltlich will sich Pfläging damit vom einstigen Kern von BB lossagen. Entstanden ist das Konzept schließlich dadurch, dass Hope & Fraser Mitte bis Ende der 90. Jahre einige wenige Unternehmen besuchten die ohne Budgets steuerten. Sicherlich hatte der Ansatz darüber hinaus auch immer Führungsaspekte so z.B. die teambezogene Leistungsbeurteilung im Nachhinein im Vergleich zu anderen Abteilungen und Unternehmen, die starke Dezentralisierung oder die Steuerung von Gemeinkostenbereichen über interne Märkte. Trotzdem stand die Abschaffung der Budgetierung im Mittelpunkt des Konzepts, daher ja auch der Name Beyond Budgeting! Erst in den letzten Jahren fing z.B. Pfläging an, das Konzept hin und her zu positionieren und zum reinen Führungsthema usw. zu erklären, wie es halt gerade passt. Es mag jeder selbst urteilen was davon zu halten ist. Bleibt festzuhalten, dass sich die operative Planung / Budgetierung nach wie vor als ein Kernproblem vieler Unternehmen darstellt, was durch BB nicht gelöst wurde! Das selbst Beyond Budgeting Gurus wie Niels Pfläging von der Problematik nix mehr wissen wollen ist bezeichnend!

Normalerweise ist es üblich, dass ein Ansatz je länger er erforscht und diskutiert wird immer detaillierter und umfassender beschrieben und analysiert wird. Skurril ist, dass bei dem schillernden Konzept Beyond Budgeting genau das Gegenteil der Fall ist. Je mehr Veröffentlichungen man liest, je unschärfer und geradezu beliebig werden die BB Befürworter in ihren Ausführungen. Mittlerweile scheint da alles irgendwie BB (oder zumindest BB Light, also der Kodex) zu sein und alle möglichen Firmen als Fallbeispiel dienen zu können, oder auch nicht, wie man es gerade braucht. Eine immer stärker werdende Verallgemeinerung des Konzepts macht es natürlich einfach alle möglichen Unternehmen als angebliche Fallbeispiele aus dem Hut zu zaubern und dann zu behaupten das Konzept habe sich in der Praxis durchgesetzt. Die Fragen die sich dann stellen sind aber, was man damit tatsächlich erreicht hat und wem damit eigentlich gedient sein soll?

Ich stelle fest, dass die Beyond Budgeting Diskussion ihren Zenit überschritten hat, basierend auf dem Detailgrad und der Qualität jüngerer Veröffentlichungen. Dieses Buch ist hierfür der Beweis, das Konzept ist in der massentauglichen Light Version leider weder radikal noch revolutionär, was ja einst den Reiz an Beyond Budgeting ausgemacht hat, liest sich wie eine Sprenger Kopie, was es vielleicht auch sein soll.


The Rebel Sell: How The Counter Culture Became Consumer Culture
The Rebel Sell: How The Counter Culture Became Consumer Culture
von Joseph Heath
  Taschenbuch
Preis: EUR 20,53

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nordamerikanische Kritik am alternativen Lifestyle, 6. September 2009
Heath & Potter legen hier ein sehr provokantes und grundsätzlich auch interessantes Buch vor. Es basiert auf der These das ein alternativer Lebensstil der eine vermeintliche Gegenkultur repräsentiert längst Teil des kapitalistischen Systems ist und sogar dazu dient mit immer neuen Trends profitable neue Marktnischen für Großunternehmen anzubieten oder gar Firmen dadurch erst zu Großunternehmen werden. Beispiele für letztern Vorgang sind Starbucks, The Gap oder The Body Shop. Hier bin auch schon an einem der Probleme diese Buches aus meiner Sicht: Es bezieht sich einzig auf Nordamerika und den Lebensstil dort lebender studierter Besserverdiener, die 3-4 Dollar für einen Becher Kaffee, 40-60 Dollar für eine Jeans oder 6-8 Dollar für eine Creme ausgeben. Das lässt sich so nicht ganz auf Europa übertragen. Den genannten 3 Firmen ist gemein, dass sie von Kleinfirmen zu Konzernen wurden, da das einstige Nischenprodukt immer massentauglicher und beliebter wurde.

Weiterhin kritisieren die Autoren die in ihren Augen versnobte Einstellung vieler alternativer Leute gegenüber Ketten wie McDonald's oder Subway. Für Heath & Potter sind die genannten Fast Food Ketten dadurch so groß geworden, da sie die besten Produkte zum niedrigsten Preis anbieten und somit einen enormen Nutzen für Geringverdiener schaffen. Das ist übrigens eine typische Argumentation konservativer Amerikaner mit der diese eine möglichst liberale Marktwirtschaft rechtfertigen, ganz nach dem Motto: Der Beste wird sich durchsetzen, das beste und günstigste Produkt liefern und damit einen Nutzen für alle schaffen. Das diese eine Milchmädchen-Denkweise ist, ist offensichtlich: Ich kenne bei mir in der Nähe sehr wohl Dönerbuden wo man besser und zugleich billiger essen kann als bei McD (ebenso gibt es bessere und gleichzeitig billigere Sandwiches als bei Subway), trotzdem kann sich der Kleine in diesem Fall nicht unbedingt gegen den großen durchsetzen auch wenn er das bessere Produkt liefert! Das Beispiel der Autoren ist allenfalls auf Nordamerika zutreffend, wo Lebensmittel meiner Wahrnehmung nach deutlich teurer sind als bei uns, da mögen solche Ketten durchaus günstige Essens-Alternativen sein.

In diesem Stile werden weitere Argumente und Beispiele geliefert, mit denen die 68er Generation und der insbesondere durch sie verkörperte Lebensstil angegangen werden. Selbst Naomi Klein und ihr Buch No Logo bekommen ihr Fett weg, dabei ist sie ja wirklich eine Ikone der Gegenkultur.

Alles in allem: Naja, nur für Leute zu empfehlen die sich sehr detailliert mit Nordarmerika beschäftigen, da zum Glück nicht eins zu eins auf Europa übertragbar. Außerdem: Man muss ein kritisches Buch auch wiederum kritisch hinterfragen!


Geheime Tricks für mehr Gehalt: Ein Chef verrät, wie Sie Chefs überzeugen
Geheime Tricks für mehr Gehalt: Ein Chef verrät, wie Sie Chefs überzeugen
von Martin Wehrle
  Gebundene Ausgabe

12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Detaillierte und strukturierte Vorbereitung zum Gehaltsgespräch, 6. September 2009
Martin Wehrle legt hier ein für wohl jeden Praktiker hochgradig relevantes Buch vor. Um nichts anderes als das liebe Geld geht es. Das ist nicht nur für Angestellte sondern auch für deren Chefs sehr lesenswert, schließlich muss man auch als Chef die vermeintlichen Geheimtricks seiner Mitarbeiter kennen, mit denen diese ihr Salär aufbessern wollen.

Gegliedert ist das ganze in 3 Abschnitte: 1. Die Vorbereitung eines Gehaltsgesprächs, 2. Das Gehaltsgespräch selbst & 3. Das Sonderthema Vorstellungsgespräch. Wichtig und auch sicher richtig ist, dass Wehrle dem Leser rät, eine Gehaltserhöhung von langer Hand vorzubereiten. Man solle nicht direkt mit der Tür ins Haus fallen, sondern schon lange vor einem Gespräch Werbung für sich und seine Leistungen machen. Ansonsten ist der Chef von einer Gehaltsforderung allzu überrascht und kann diese leicht abschmettern. Das Gespräch gilt es penibel vorzubereiten und eine Liste mit persönlichen Leistungen und Erfolgen vorzubereiten. Außerdem gibt Wehrle Tipps über Argumente vor denen sich ein Mitarbeiter hüten sollte, da sie den Chef verärgern könnten (z.B. Mitarbeiter: Sie haben doch einen neuen Dienstwagen, da können Sie mir doch eine Gehaltserhöhung geben; Reaktion des Chefs: Was zur ... geht Sie mein neuer Dienstwagen an?). Auch andersherum nennt er Pauschalargumente mit denen Vorgesetzte ihre Schäfchen trotz bester Argumente zurückweisen wollen (Mitarbeiter verweist auf Leistungen und will eine Gehaltserhöhung; Chef kontert von wegen die Firma habe ja kein Geld und ach gerade ein/e Top Mann/Frau wie Sie weiß ja wie Schlimm es ausschaut, oh je!; daraufhin rät Wehrle dem Mitarbeiter darauf zu verweisen er spare der Firma durch ganz konkrete Projekte möglichst viel bares Geld). Gegen Ende des Buches geht es dann um Vorstellungsgespräche, die laut Wehrle die größte Chance zum Gehaltssprung bieten also sprich durch einen Wechsel in eine andere Firma.

So weit ist das alles gut und auch größtenteils richtig, liest sich sehr unterhaltsam da Wehrle aus Chefsicht schreibt. Die Stärke des Buches ist die Strukturiertheit und durchaus anständige Detailtiefe des Werkes, zu empfehlen ist es Leuten die die Thematik noch nicht detailliert durchdacht haben. Natürlich handelt es sich nicht um - wie im Titel überspitzt behauptet - Geheimtricks, das Ganze beruht mehr auf einer logisch, strukturierten Analyse von Gehaltsverhandlungen. Geheime Pauschaltricks die immer zum Erfolg führen gibt es natürlich gar nicht, das wäre ja zu einfach. Man sollte immer die Situation genau analysieren bevor man zu vermeintlichen Superstrategien greift. Das Gefährliche: Womöglich hat Ihr Chef das Buch ja auch gelesen! :-)


Das neue Hardselling: Verkaufen heißt verkaufen - So kommen Sie zum Abschluss
Das neue Hardselling: Verkaufen heißt verkaufen - So kommen Sie zum Abschluss
von Martin Limbeck
  Gebundene Ausgabe

91 von 100 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die alte Schule des Hardselling, 24. August 2009
Limbeck legt hier ein Buch über die alte Verkäuferschule vor, auch wenn er sie als neu ausgeben will. Wie der Titel schon sagt geht es ums verkaufen und dies in erster Linie. Der Verkäufer als harter Hund wird von ihm glorifiziert und wird damit abgebrühten Verkäufern die das Buch lesen durchaus schmeicheln. Beim Lesen hatte ich zumindest teilweise das negative Klischeebild des Finanzberaters bekannter Finanzdienstleister im Kopf (wie gesagt das Klischeebild, ich will nicht pauschal irgendwelche Leute aburteilen, es mag da sicher solche und solche geben). Ich konnte mir beim Lesen Leimbeck gut als Redner auf einer Verkäuferveranstaltung vorstellen, wo er mit markigen Sprüchen mal ordentlich einheizt! Das ganze ist sehr eindimensional, man muss aber in der Realität sehr wohl abschätzen ob man auf einen einzigen Abschluss hinarbeitet (sagen wir der Abschluss einer Lebensversicherung bei einem Privatkunden) und den Kunden dann nachher nicht mehr unbedingt weiter halten will oder ob man eine dauerhafte Kundenbeziehung aufbauen will (womöglich gar mit einem professionellen Einkäufer). In letzterem Fall sollte man naheliegender Weise vorsichtig damit sein, irgendwelche vermeintlich schlauen Hardselling Tipps zu befolgen.

Etwas abstrus wird das Buch, wenn dann teilweise versucht wird eine Brücke zwischen Hardselling und der CRM Welle der letzten 10 Jahre zu schlagen. Es heißt dann erfolgreiches verkaufen im Sinne des Hardselling und der Aufbau einer langfristigen Kundenbeziehung sei kein Widerspruch. Hierüber kann man sicher streiten, ich finde es gibt zu große grundsätzliche konzeptionelle Unterschiede als dass dieser Brückenschlag gelingen kann.

Interessant ist das Buch für Verkaufsanfänger und Leute die etwas hinter die Kulisse des Verkäufertums blicken wollen und vielleicht dabei die eine oder andere Strategie geschickter Verkäufer durchschauen wollen. Für Verkaufsprofis sicher kaum Neues, hier lebt die alte Schule des Hardsellings auf, was in der momentan Wirtschaftskrise bei vielen Vertriebsleitern sicher durchaus populär sein mag. In der Praxis ist es in meinen Augen eine Art Pendelspiel, in guten Zeiten sind eher weichere Konzepte gefragt und in schlechten heißt es dann: sell like hell!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 30, 2012 6:28 PM MEST


Der Toyota-Weg: 14 Managemtprinzipien des weltweit erfolgreichsten Automobilkonzerns
Der Toyota-Weg: 14 Managemtprinzipien des weltweit erfolgreichsten Automobilkonzerns
von Jeffrey K. Liker
  Gebundene Ausgabe

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Heilslehre Lean, 5. August 2009
Dieses Buch widmet sich dem Toyota Production System (TPS) und den 14 Prinzipien, welche laut den Autoren das TPS ausmachen. Außerdem ist Toyota (angeblich) aufgrund der Befolgung dieser Prinzipien, die auch häufig unter dem Begriff Lean zusammengefasst werden, vielen anderen Herstellern überlegen. Die 14 Prinzipien sind:

1.) Langfristige Strategie statt kurzfristiger Finanzziele
2.) Prozessorientierung
3.) Pull Produktion nutzen (zur Vermeidung von Überkapazitäten)
4.) Die Arbeitsbelastung gleichmäßig verteilen
5.) Eine Kultur schaffen in der die Lösung von Problemen (und daher auch das Eingestehen von Problemen!) oberste Priorität haben
6.) Standardisierung von Prozessen
7.) Probleme sichtbar machen
8.) Zuverlässigkeit als Basis für Qualität
9.) Führungskräfte fördern die das Unternehmen und seine Prozesse verstehen
10.) Team Work fördern
11.) Zulieferer als Partner ansehen und unterstützen
12.) Detaillierte Analyse um Vorgänge genau verstehen zu können
13.) Entscheidungsfindung durch Konsens, schnelle Implementierung der Ergebnisse
14.) Die Organisation soll dazu lernen und sich kontinuierlich verbessern

Das Thema Lean in seinen Ausprägungen Lean Production und dem daraus abgeleiteten Lean Management waren Ende der 80. Jahre bereits groß in Mode, hatten sich aber in der Praxis nicht breitflächig durchgesetzt. Daher dachte ich eigentlich es handle sich hierbei mittlerweile um einen alten Hut. Doch weit gefehlt, in letzter Zeit habe ich wieder öfter von dem Thema gehört, es gibt ganze Beratungsfirmen die auf die Thematik spezialisiert sind. In der momentanen Wirtschaftskrise wird Lean von sog. Experten als ein Weg aus Krise dargestellt, Verschwendung oder besser (da neudeutsch) Waste gelte es zu vermeiden, die Mitarbeiter zu empowern und das Unternehmen nach dem Pull Prinzip agil zu machen. Diese Wiederentdeckung von Lean ist wohl als retro einzustufen, sprich wenn einem nix Neues mehr einfällt, werden halt ältere Konzepte wiederbelebt.

The Toyota Way ist ein sicherlich interessantes Buch für Leute, die sich über die Thematik anhand des Fallbeispiels Toyota informieren wollen. Toll wäre es, wenn das Buch jetzt aktualisiert werden würde, schließlich ist Toyota in der momentanen Wirtschaftskrise auch durchaus gehörig in Schieflage gekommen und dass obwohl es sich bei dem japanischen Vorzeigeunternehmen ja um die Wiege des schillernden Lean Ansatzes handelt (womit Pauschalaussagen die den Ansatz als angebliches Allheilmittel darstellen eigentlich schon widerlegt sind). Meiner Ansicht nach handelt es sich um eines der etwas besseren Best Practice Bücher, da sich das ganze Buch einem Fallbeispiel widmet und der Leser daher die Chance hat, halbwegs detailliert und zusammenhängend die Umsetzung der 14 Prinzipien verstehen zu können. Obligatorisch der Hinweis: Eine Kopie ist selten so gut wie das Original, dies sollte man beim Nachplappern irgendwelcher angeblicher Erfolgsfaktoren immer bedenken. Außerdem ist die Übertragbarkeit auf andere Firmen, Branchen und Kulturkreise zumindest fraglich. Das englische Original liest sich übrigens besser als die deutsche Übersetzung.


Rabbit Angstrom: The Four Novels: Rabbit, Run, Rabbit Redux, Rabbit is Rich, and Rabbit at Rest (Everyman's Library Classics & Contemporary Classics)
Rabbit Angstrom: The Four Novels: Rabbit, Run, Rabbit Redux, Rabbit is Rich, and Rabbit at Rest (Everyman's Library Classics & Contemporary Classics)
von John Updike
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 31,85

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolle Ausgabe eines großen Klassikers!, 1. August 2009
Die vier Rabbit Angstorm Bücher gelten als die größten von Updike. Der Leser begleitet den Helden Harry Rabbit Angstorm durch vier Jahrzehnte in seinem Leben und dem seines Landes, von den 50. bis in die 80. Jahre. Neben dem auf und ab, den kleinen Triumphen und den großen Dramen im Leben des Protagonisten, liefert Updike hier ein Porträt über das Lebensgefühl und den Zeitgeist der amerikanischen Gesellschaft des jeweiligen Jahrzehnts. Von den unbeschwerten 50. Jahren, über die Hippie Zeit der 60er bis in die unsicheren 80. Jahre begleitet man den sympathischen und lebensnahen Helden durch sein herausforderndes und nicht gerade leichtes Leben.

Diese gebundene Ausgabe der Everymans Library stellt eine würdige und günstige Veröffentlichung dieses modernen amerikanischen Klassikers dar. Gut 1500 Seiten stark vereint sie alle vier Bände in einem dicken Buch und ist ein echtes optisches Schmuckstück und dies zu einem Preis der sogar etwas niedriger ist, als wenn man sich die vier Bände einzeln als Taschenbuch anschaffen würde. Sehr zu empfehlen!


Auf der Suche nach Spitzenleistungen. Was man von den bestgeführten US-Unternehmen lernen kann
Auf der Suche nach Spitzenleistungen. Was man von den bestgeführten US-Unternehmen lernen kann
von Thomas J Peters
  Gebundene Ausgabe

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Auf der Suche nach Best Practices, 29. Juni 2009
Hier liegt nun wahrlich einer der Klassiker der Management-Literatur vor, Tom Peters wurde durch den Erfolg dieses Buches zu einem der ersten Management Gurus. Letztlich geht es um nichts anderes als die Darstellung von 8 (vermeintlichen) Erfolgsfaktoren oder Best Practices, die man in einigen Dutzend Fällen beobachtet zu haben glaubte. Die 8 Faktoren sind:

1) Primat des Handelns
2) Kundennähe
3) unternehmerischer Freiraum
4) Produktivität durch Menschen
5) sichtbar gelebtes Wertesystem
6) Fokussierung auf das angestammte Geschäft
7) flexible, überschaubare Aufbauorganisation
8) straff/lockere Unternehmensführung

Hochinteressant sind an dem Buch aus heutiger Sicht meiner Meinung nach 2 Dinge:

1.) Da das Buch von 1982 stammt und damit seine gut 25 Jahre auf dem Buckel hat, ist es interessant dass sich die Managementliteratur seither inhaltlich kaum weiterentwickelt hat. Es mag neue Modebegriffe und Schlagwörter geben, 80% der Management-Bücher die heutzutage erscheinen befassen sich aber rein inhaltlich/konzeptionell gesehen mit nichts anderem als den bereits hier präsentierten Thesen!

2.) Aufgrund des Alters des Buches sind viele der Fallbeispiele hoffnungslos veraltet, ein Teil der ach wie exzellenten Unternehmen gibt es heute gar nicht mehr bzw. sie sind oder waren in erheblichen Schwierigkeiten. Hiermit sieht man den zentralen Nachteil der Fallstudienmethode wie sie an angloamerikanischen Business Schools und in der Management-Literatur propagiert wird. (Vermeintlich) Exzellente Unternehmen sind manchmal nur kurzzeitig erfolgreich, während des Erfolgs ist es einfach alle möglichen Sachen aufzuführen die den Erfolg angeblich begründen. Im Nachhinein zeigt sich aber oft, dass es nun doch nicht so einfach ist Best Practices herauszufiltern bzw. exzellente von schlechten Unternehmen zu trennen. Da das Buch inhaltlich nicht überarbeitet wurde kann man dies hier sehr schön sehen! Allein deshalb ist es für interessierte Leser die gerne kritsch hinterfragen eigentlich schon ein Kauftipp! Simples Nachplappern hingegen wäre gefährlich.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 17, 2010 7:33 PM CET


The Long Tail: Nischenprodukte statt Massenmarkt Das Geschäft der Zukunft
The Long Tail: Nischenprodukte statt Massenmarkt Das Geschäft der Zukunft
von Chris Anderson
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,90

24 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Simple These in lange Ausführungen verpackt, 23. April 2009
Inhaltlich baut dieses Buch auf einer enorm simplen These bzw. Feststellung auf die lautet dass Verbraucher eine große Auswahl schätzen und die Größe des Sortiments einer bestimmten Produktkategorie daher immer wichtiger werde. Wenn man also Eis essen geht, dann bevorzugen viele Kunden eine Eisdiele mit vielen verschiedenen Sorten Eis im Angebot und nicht etwa Läden die nur Schoko und Erdbeer im Sortiment haben. Das ist jetzt eine triviale Feststellung werden Sie denken, tja da gebe ich Ihnen auch Recht doch arg viel mehr steht hier konzeptionell gesehen auch nicht drin!

Um auf die Sache mit dem Begriff Long Tail (langer Schwanz) einzugehen: Wenn man die unterschiedlichen Artikel einer Produktgruppe zusammenfasst und grafisch darstellt (sagen wir mal die Bücher eines Online-Händlers oder die Musiktitel in einem MP3 Download Shop) und man nun die populärsten Produkte links in der Grafik ansiedelt und nach rechts dann die weniger beliebten Produkte kommen, dann wird man einen kleinen Kopf (die häufig verkauften Produkte links, von denen es nur wenige gibt die aber dafür häufig verkauft werden) und einen langen Schwanz (die weniger oft verkauften, aber dafür sehr zahlreichen Produkte rechts) erhalten. Die These des Buches besagt nun, dass der Schwanz, sprich die unzähligen kleinen Nischenprodukte immer wichtiger werden und die Fähigkeit diese im Programm zu haben einen Wettbewerbsvorteil darstellen, da es immer schwerer werde ganz große Hits zu landen. Beispiele für die Anwendung wären: Das große Buchsortiment von Online Buchhändlern gegenüber dem klassischen Buchhandel oder Mp3 Download Shops gegenüber dem guten alten CD-Laden usw.

Dies halte ich nicht nur für eine relativ simple sondern auch längst bekannte These. Die Geschäftsmodelle vieler Online Shops sind seit Jahren darauf aufgebaut. Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob die These man müsse immer mehr im Angebot haben als der Wettbewerb so richtig ist. Wenn ich an Premium Produkte denke, so kann es sehr wohl Sinn machen nur einige wenige ausgewählte Marken anzubieten anstatt einen Laden zu haben, der von oben bis unten mit allen möglichen Marken vollgestopft ist (egal ob es sich um einen virtuellen oder einen echten Laden handelt). Die Aussagen des Buches sind daher für mich eher relativ zu sehen, sprich es gibt sicherlich Beispiele bei denen die Thesen stimmen, genauso leicht findet man in der Praxis aber auch das Gegenteil.

Also ich wundere mich immer wieder über diese selbsternannten Wirtschafts- und Managementgurus, welche insbesondere in den USA nur so aus dem Boden zu sprießen scheinen. Deren Vorgehen ist immer das gleiche: sie schnappen sich einen im Grunde recht simplen Zusammenhang, bringen ein paar mehr oder häufig eher weniger detaillierte Praxis-Beispiele dafür, umschmücken ihre Argumente mit unkritischen und einseitigen Aussagen (spätestens hier wird es für mich fragwürdig) und erklären ihre sog. Theorie (um dem Ganzen die Krone aufzusetzen) als allgemeingültig. Naja, urteilen Sie selbst...
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 7, 2010 2:12 PM CET


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