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Beiträge von stefanchallenge
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Rezensionen verfasst von
"stefanchallenge"

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Choral am Ende der Reise: Roman
Choral am Ende der Reise: Roman
von Erik Fosnes Hansen
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Titanic-Roman, in der das Schiff kaum vorkommt, 21. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Choral am Ende der Reise: Roman (Taschenbuch)
Hansen lässt sieben Musiker am Ende ihrer jeweiligen Lebenswege auf die Titanic gehen.
Ihr Ende teilen sie mit rund 1500 Passagieren.
Unter dem Bewusstsein, das das Ende unausweichlich ist, kommen die Rückgriffe auf die Lebenswege der einzelnen Musiker wie eine Befreiung vor.
Wie für Hansen typisch, laufen diese Lebenswege aber bis zum Besteigen des Schiffes so konsequent auf ihr Ende zu, das die vermeintliche Befreiung den Leser noch konsequenter auf das Unausweichliche zuführt.
Leider geht dem "Choral am Ende der Reise" die Symphonie der "Momente der Geborgenheit" ab, die Kapitel sind in sich abgeschlossen.
Zum Schluss aber schreibt Hansen so, wie man es erwartet: Er lässt offen, was ohnehin bekannt ist und trägt den Leser so betroffen,hoffend, wartend aus dem Buch heraus.
Und wieder habe ich gedacht: "Schade, dass es schon vorbei ist."


Im Land der letzten Dinge
Im Land der letzten Dinge
von Paul Auster
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reale Utopie, 21. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Im Land der letzten Dinge (Taschenbuch)
Ob Orwell oder Huxley - die bekanntesten Utopien kommen ohne wesentliche - fiktive - technische/naturwissenschaftliche Errungenschaften (?) nicht aus.
Paul Auster schafft es. Er kombiniert reale Versatzstücke, von rechtsfreien Räumen in westlichen Grossstädten bis hin zu Weltuntergangssekten und Naturkatastrophen zu einem Moloch, der das Land der letzten Dinge ist.
Gerade das macht dieses Buch so faszinierend und ängstigend.
Wir kennen die Details und sehen nun ein neues Ganzes.
Im Land der letzten Dinge lässt nicht unberührt, es fesselt und rüttelt auf.
Die Kürze des Buches verstärkt diesen Effekt. Es entwickelt ein Tempo, das den Sog fühlen lässt, in den die protagonisten geraten.
Man fiebert und hofft mit - und verliert genau die Hoffnung und fühlt die Verzweifelung.
Eine Erlösung, wenn man das Buch zuende gelesen hat und aufschaut, in eine Welt, die noch nicht ganz verloren ist und man macht sich plötzlich neue Gedanken zur alten Mutter Erde.


Die Entdeckung des Himmels
Die Entdeckung des Himmels
von Harry Mulisch
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schlecht einzuordnen, aber gut lesbar, 6. November 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Entdeckung des Himmels (Taschenbuch)
Diese Geschichte über die Freunde Max und Onno war für mich - eigentlich lese ich fast ausschließlich Amerikaner - ein echter Versuch. Am Anfang haben mich dann auch die holländischen Namen der Akteure irritiert und ich hatte Schwierigkeiten, bei dem Buch zu bleiben.
Mittlerweile bin ich auf den letzten Metern und habe mich an die Namen gewöhnt und habe festgestellt, dass es Autoren gibt, die das Trauma des Nationalsozialismus ohne die deutsche Selbstzerfleischung in einem gut lesbaren und spannenden Roman unterbringen und dennoch dem Thema gerecht werden.
Was mir an diesem Buch gefällt, ist, dass er nicht um die NS-Zeit kreist, sondern sie als ein TRauma behandelt, wie es für viele Menschen wohl real ist. Diese Darstellung ist für mich, der ich in den 30ern bin, nachvollziehbarer als die lange Reihe der Erlebnisberichte.
Aber eigentlich handelt dieses Buch garnicht vom Nationalsozialismus, sondern von eben der Freundschaft zwischen Max und Onno bzw. von deren Leben.
In dem Umfang an Jahren, über die die Freundschaft dargestellt wird, wie anhand der beiden gesellschaftliche und politische Strömungen Europas von den 60ern bis zu den 90ern beleuchtet werden, erinnert mich "Die Entdeckung des Himmels" streckenweise an Updikes Rabbit-Zyklus, wobei mir als Europäer die Schilderungen hier näher liegen.
Wie das Buch endet: Wahrscheinlich mit einer überraschenden Wendung oder einem pointierten Dialog zwischen den eigentlichen Protagonisten im Himmel, die die Geschicke bestimmen und lenken und damit ihre liebe Mühe haben.
Für mich auf jeden Fall ein Buch, in das man sich reinfressen und an dem man sich festlesen kann.


Die Korrekturen
Die Korrekturen
von Jonathan Franzen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viele Welten - eine Familie, 6. November 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Korrekturen (Gebundene Ausgabe)
Franzen stellt das Leben von fünf Menschen dar, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben.
Ein älteres Ehepaar, wo der Mann unter seiner Parkinsonerkrankung leidet und seine Frau, die unter ihrem Mann leidet.
Ein chaotischer Linguistikprofesser, eine junge Starköchin und ein amerikanisches Erfolgmodell "Manager".
Auf den zweiten Blick bilden diese Personen eine Familie und das Buch stellt ihr Zusammenleben dar.
Man liest das Buch und findet sich wieder. Mal an der Stelle, wo man seine Eltern nicht versteht, mal an der Stelle, wo man seine eigene Orientierung sucht.
Und am Ende kommen alle zu Weihnachten zusammen, weil es die Mutter so möchte, aber ein Weihnachtstraum wird es nicht.
Insofern viele Geschichten über den Alltag jedermanns, Franzens Kunst liegt wohl darin, diese Geschichten in einem Roman zu verknüpfen und den Leser mitten in die Welt der Protagonisten zu setzen.
Gut zu lesen, assoziativ und auf jeden Fall ein idealer Begleiter für Winterabende.


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