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Rezensionen verfasst von
Johanna Gassner "Tabascofanatikerin" (Bayern)
(REAL NAME)   

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Der heilige Franziskus
Der heilige Franziskus
von Joyce Denham
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Reizendes christliches Märchenbüchlein für die Kleinen, 30. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Der heilige Franziskus (Gebundene Ausgabe)
Das Werk "Der heilige Franziskus" ist ein vor allem an jüngere Leser gerichtetes Buch, das sie über das Leben des heiligen Franziskus (auch bekannt als Franz von Assisi oder Francesco) informiert.
Hierbei werden einzelne Stationen seines Lebens aufgenommen und kindgerecht erklärt, allzuviel Detailreiches sollte man daher nicht erwarten.
Diese Stationen sind etwa die Taufe von Franziskus, sein lasterhaftes Leben vor dem Wandel (sein Treffen mit einem Bettler), sein Ritterleben, sein Wechsel zum Leben als "Ritter Christi" und seine Begegnung mit dem Wolf von Gubbio.
Auch die heilige Chiara (auch Klara) wird einmal erwähnt, doch die Hauptfigur bleibt Franziskus.
Wie gesagt ist die Erzählung seines Lebens kindgerecht gehalten. Das spiegelt sich nicht nur in der Erzählweise wieder (auch wenn Bestrafungen Franziskus' durch seinen Vater oder Kriegshandlungen nicht unerwähnt bleiben) sondern auch in den liebevollen, farbenfrohen, aber nicht allzu detailreichen Bebilderungen zu jedem Kapitel. In meinen Augen ist das eine gute Methode, um Kinder für diese Geschichten zu interessieren.
Und für Erwachsene? Ich hatte zum Beispiel dieses Buch geliehen bekommen, um mich mehr über Franziskus Leben und Schaffen für einen künstlerischen Auftrag zu informieren. Immerhin gab es mir einen ausreichenden Überblick.


Twinings Selection Green Tee 25 Teebeutel
Twinings Selection Green Tee 25 Teebeutel
Wird angeboten von Candyhouse - Preise inkl. MwSt.
Preis: EUR 3,39

5.0 von 5 Sternen Probierpack mit erfrischenden Grünteesorten, 30. Januar 2012
Zugegeben, bei der Entdeckung dieser Zusammenstellung war ich leicht überrascht, immerhin war Twinings für mich eher repräsentativ für schwarze Tees (mal abgesehen von fruchtigeren Ausnahmen).
Aber natürlich griff ich zu, aus Neugier und weil ich sehr gerne grünen Tee trinke.
Und ich kann sagen: auch hier lohnt es sich, zu Twinings zu greifen.
Diese Packung enthält fünf Sorten mit je Fünf Beuteln: Grüner Tee Pur, mit Zitrone, mit Orange, mit Jasmin und mit Apfel.
Jede Sorte - bis auf Apfel - kannte ich vorher schon und auch die Twiningstees munden wundervoll und erfrischend, auch mein persönlicher "Neuling", der grüne Tee mit Apfel, schmeckt sehr gut.

Man kann also gut und gerne zugreifen, wenn man grünen Tee ohnehin mag oder ihn mal probieren will beziehungsweise wenn man sich zwischen diesen fünf Sorten, die auch seperat erhältlich sind, nicht entscheiden kann.


Twinings Selection Black Tee 25 Teebeutel
Twinings Selection Black Tee 25 Teebeutel
Wird angeboten von cleverDeli
Preis: EUR 2,29

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schwarze Teesammlung zum Probieren und Geniessen, 30. Januar 2012
Twinings hatte sich im Laufe der letzten Jahre zu einer meiner Lieblingsteemarken entwickelt. "Schuld" daran tragen vor allem ihre schwarzen Tees.
Diese kann man mit dieser Selection-Packung mit fünf unterschiedlichen schwarzen Tees kennenlernen oder nochmal geniessen.
Diese Sorten sind Earl Grey, Lady Earl Grey, Darjeeling, Prince of Wales und English Breakfast. Geschmacklich sind sie einander sicher nicht Lichtjahre entfernt, aber jeder Tee hat seinen Charakter. Der English Breakfasttee etwa ist der stärkste unter diesen Sorten und das schmeckt man auch - eine gute Alternative zum Morgenkaffee (allerdings eignen sich alle diese Sorten hervorragend dafür). Und der Lady Earl Grey hat einen leicht fruchtig-milderen Geschmack.

Kurz: mit diesen Schwarztees kann man eigentlich nichts falsch machen. Und auch wenn man kein Teefan oder -kenner ist und trotzdem einem guten Tee nicht abgeneigt ist, kann sich ruhig ein Tässchen dieser Zusammenstellung gönnen.
Auch ist sie prima geeignet für Entscheidungsschwache, die vor einem Teeregal voller Twiningssorten stehen und nicht wissen, welche sie kaufen sollen.


Die Pinguine - Band 1
Die Pinguine - Band 1
von Sven Himmen
  Broschiert
Preis: EUR 12,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Guter Einstiegsband, 16. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Pinguine - Band 1 (Broschiert)
Die Pinguine - das sind zum einen zwei Pinguine. Sie haben keine Namen, unterscheiden sich lediglich dadurch, dass einer der beiden ein Härchen am Kopf hat und sich auch anders verhält als sein Freund.
Beide leben angeödet im ewigen Eis vor sich hin, kommentieren mit einer ordentlichen Portion Sarkasmus ihre Lebensumstände, ungewöhnliche Vorkommnisse und ihre Versuche, aus ihrem Alltag etwas Vernünftiges herauszuholen.

Zum anderen ist dies eine Webseite, wo quasi die Geburt dieser molligen Seevögel stattfand, die seit Jahren in regelmässigen Abständen die Leserschaft mit neuen Strips versorgt. Dazu erscheint nun dieses erste Buch.

Würde ich "Die Pinguine" mit anderen Comics vergleichen, so würde ich sie ein bisschen als eine Mischung aus "Garfield" und den dadaistischen Comicgeschichten von (Stefan) Katz & (Max) Goldt bezeichnen. Vor allem inhaltlich. Die Trägheit und der Sarkasmus des Katers Garfield mixt sich durchaus mit dem oft herrlich sinnlosen Humor von Katz & Goldt.
Optisch sind die Zeichnungen einfach gehalten, aber der Zeichner Sven Himmen macht sich auch darüber gerne lustig, nicht nur in den Strips selbst, sondern auch im "Bonusmaterial". Man mag sich zuerst vielleicht ärgern über diese Schlichtheit, doch gerade in dieser entfalten sich viele der Gags (apropos Gags: auch u.a. Freunde von Wortspielen kommen auf ihre Kosten).

Freilich ist es Voraussetzung, sich auf diesen Stil einlassen zu wollen.
Aber wer sich unsicher ist, kann ja erst einmal auf diepinguine.de Probe lesen.

An dieser Stelle fragt sich sicher der eine oder andere Interessent: wozu das Buch kaufen, wenn man dasselbe Material kostenlos online lesen kann?
Das schon erwähnte Bonusmaterial, das nicht zahlreich, aber immer noch interessant und vor allem unverzichtbar für Fans sein dürfte, allen voran die Entstehungsgeschichte der putzigen Viecher, verfasst vom Autor selbst.

Ein Nachteil, für den ich einen Stern abziehe: das Preis-/Leistungsverhältnis.
Für 12 Euro hätte ich mehr Material erwartet bzw. für dieses Material einen etwas kleineren Preis. Gut, ich ärger mich schon, wenn ich für einen "volleren" Manga knapp 7 Euro zahlen muss (v.a. wenn ich dran denke, wie viel weniger ich dafür in DM-Zeiten gezahlt hätte), aber dennoch möchte ich das erwähnen.

Doch immer noch ist es ein geeigneter Einstiegsband in die eisige Welt der Pinguine, von denen es - so hoffe auch ich - noch mindestens einen weiteren Band geben wird.
Die Pinguine - eine Serie an amüsanten Strips für Zwischendurch, zum Abschalten und Schmunzeln.

Last but not least ein weiterer Lesetipp zum selben Autor: sein Buchdebüt "Nicht immer nur meckern".


Abgedreht [Director's Cut]
Abgedreht [Director's Cut]
DVD ~ Jack Black
Preis: EUR 12,98

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geschwedete Klassiker - Eine Hommage an Kreativität, 26. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Abgedreht [Director's Cut] (DVD)
Eine kleine Videothek läuft lausig - die DVD hat schon längst Einzug in die Medienwelt gehalten und nur wenige Kunden verirren sich dahin, um VHS-Kasetten auszuleihen. Doch dann gerät das Geschäft aus den Fugen: der meschuggene Freund Jerry (Jack Black) des jungen Videothekars Mike (Mos Def) lädt sich nach einem Unfall magnetisch auf und löscht beim Hereinspazieren in den Laden alle Videobänder. Die Kunden sind verärgert und als die Ursache für das Unglück herausgefunden wurde, will auch noch eine weitere Kundin "Ghostbusters" ausleihen.
Aus lauter Verzweiflung und Mangel an Alternativen drehen die zwei Freunde den Film kurzerhand selbst nach, mit Hobbykamera, unfreiwilligen Komparsen und jede Menge gebastelter Kinkerlitzchen für die Spezialeffekte.
Diese hausgemachten Fassungen, von Jerry getauft "Geschwedete Filme", sprechen sich rum - und ein unerwarteter Ansturm füllt die Videothek, die Filme werden auch noch von den begeisterten Kunden unterstützt. Doch der Ärger lauert mit der Zeit auf die Crew, nicht nur wegen des maroden Gebäudes, auch in Form von Anwälten gegen Urheberrechtsverletzungen...was tun?

"Be kind rewind", hier unkreativ und austauschtbar eingedeutscht "Abgedreht", hat zweierlei Gesichter.
Einerseits lebt der Film davon, sämtliche populäre Filmklassiker auf billigste Art und Weisen in einzelnen Szenen nachzuspielen.
Andererseits - und das ist eigentlich paradox - enthält er eine nicht zu unterschätzende Botschaft: Kreativität ist alles, damit lässt sich "billig" nicht automatisch mit "schlecht" abstempeln. Denn was Mike und Jerry in ihrer Not unternehmen, um diese Filme mit wenigen Mitteln nachzuspielen ist köstlich anzusehen und erstaunlich dazu. Das kommt auch davon, wenn man bereits Filme gewohnt ist, die Millionen von Dollars in den Wind blasen und am Ende dennoch nach Nichts aussehen.

Diese Botschaft wird gegen Ende noch deutlicher, als die Leute einen Film mit eigener Handlung drehen.
Und es macht nicht nur Lust, selbst wieder eigene Ideen in die Realität umzuwandeln, es rührt auch an neben all dem Lachen. Weil auch deutlich wird, wie viele Menschen sich von diesem Filmverfahren anstecken lassen, was gar nicht erwartet wurde.

Was die Story angeht hab ich aber nicht nur Loblieder zu singen.
Neben diesem Hauptplot - dem Drehen eigener Filmfassungen - wird auch das Vorbild von Mike, der (reale) Jazzmusiker Fats Waller behandelt, der angeblich damals im Gebäude dieser Videothek zur Welt kam.
Manchmal ist diese Nebengeschichte eben hervorragend mit dem Rest verwoben, manchmal weniger, mit anderen Worten: gelegentlich wirkt diese Koexistenz der Fats Waller-Handlung erzwungen, unglücklich reingerutscht.
Dann gibt es wenige Szenen, die man sich gleich hätte sparen können, da sie nichts zum Film beitragen und schnell vergessen sind (etwa Mikes Zuneigung zur Laiendarstellerin Alma).

Dennoch: der Film ist meiner Meinung nach gelungen und nicht nur fürs Auge ein Genuss.
Unterstützt wird er von gut aufgelegten Darstellern wie eben Jack Black, Mos Def, Danny Glover und von etlichen Komparsen (zum Glück nicht von verbrauchten Hollywoodgesichtern gespielt, wie man das anderswo gern umgesetzt hätte).

Doch letztendlich war es der Regisseur Michel Gondry, der seine Kreativität walten liess. Meiner Meinung nach ist sein Merkmal das wirre und doch wunderschöne visuelle Spiel mit Bildern, das zwar in "Abgedreht" nur teilweise durchscheint (in den Montagen, die zeigen, welche Filme nachgedreht werden), aber man dürfte wenig vermissen.
Man sollte es sich nicht entgehen lassen, mal andere Werke von Gondry kennenzulernen und zwar nicht nur andere Filme wie "Vergiss mein nicht", sondern auch bekannte bildgewaltige Musikvideos wie "Around the World" von Daft Punk.

Dann noch ein paar Worte zur DVD:
Das Menü ist zum Teil animiert, mit Ton unterlegt und verkörpert sehr passend das Konzept des Films.
Die Sprachen sind Deutsch und Englisch, es gibt deutsche Untertitel, die obligatorische Szenenauswahl, die Extras und eine Handvoll Trailer zu anderen Filmen wie "Das Waisenhaus".
Die Extras: das wären ein Making Of, ein Gespräch zwischen Regisseur Gondry und Hauptdarsteller Jack Black, ein Portrait des im Film behandelten Städtchens Passaic, die Eigenproduktion des Fats Waller-Films in voller Länge zum Selberanschauen und ein bisschen anderes mehr.
Nur eines hab ich hier schmerzlich vermisst: Trailer zum Film.
Warum?
Weil etwa dem Zuschauer die tolle von Gondry selbst "geschwedete" Version des offiziellen Filmtrailers entgeht. Es ist traurig, wenn lauter Trailer zu anderen Filmen enthalten sind, aber nicht mal zum Hauptfilm selber.
Zugegeben, das ist kein Beinbruch und nicht so ergiebig wie ein Making Of, aber ich halte es für erwähnenswert.

Was ist das Fazit von "Abgedreht"?
Der Film mag seine kleinen Schwächen haben, aber Filmfreaks und Fans (und solche, die nah dran sind) sollten sicherlich mal ein Auge darauf werfen, sich von Einfallsreichtum und Herzblut vor und hinter der Kamera anstecken lassen und wenigstens zum Schmunzeln angeregt werden.
Eine Träne wird man während des Filmes wohl kaum vergießen, mit gewisser Wahrscheinlichkeit - bildlich gesehen - eher danach, wenn man nach diesem Filmgenuss wieder in die eigene Realität der Filmwelt tritt und erneut sieht, mit welcher Seelenlosigkeit Reissbrettfilme mit viel Kohle am laufenden Band allerortens fabriziert werden.
Die Liebe zum Film sollte eben belohnt werden mit Filmen, mit Liebe gemacht.


Mrs. Fry's Diary
Mrs. Fry's Diary
von Stephen Fry
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 13,34

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Frau Fry plaudert frei heraus, 25. Mai 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mrs. Fry's Diary (Gebundene Ausgabe)
Stephen Fry - ein verheirateter Mann und Familienvater? Ein Trunkenbold und verantwortungsloser Tunichtgut?

Sich das vorzustellen ist nicht einfach, schliesslich gehört er ohne Zweifel zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern Englands. Er hat schon etliche Bücher geschrieben und in Film und Fernsehen mitgewirkt, macht aus seiner Homosexualität keinen Hehl und er wird im Grossen und Ganzen als Gentleman gesehen.
Dieses Bild dürfte nun durch das Tagebuch einer gewissen Edna Fry ordentlich verzerrt werden. Edna Fry ist laut diesem Buch die Gattin von ihm und das immerhin seit 16 Jahren. Mit ihm hat sie ein Rudel von sechs Kindern. Oder doch sieben? Sie ist sich selbst da nicht ganz sicher (das Baby wird noch gesucht).
Ausserdem verbringt sie ihr Leben als ganz normale Hausfrau, während Stephen scheinbar als einfacher Fensterputzer und später auch Taxifahrer die Brötchen der Familie verdient.
Sie träumt derweil, mit dem Schreiben von Gedichten ihr Leben zu bereichern. Doch desöfteren glaubt sie, hinter der Fassade ihres Mannes ein Doppelleben zu entdecken.

Es muss wohl nicht erklärt werden, dass das Buch nicht ganz der Realität entspricht. Man kann es also - trotz der realen Nebenfigur - als fiktives Buch betrachten.
Geschrieben ist dieses in der ersten Person in Tagebuchform. Das heisst, dass nahezu jeder Tag im Jahr einen Eintrag beinhaltet. Mal umfassen die Einträge nur ein paar Zeilen, andere gleich ein paar Seiten. Und letzteres sind Geschichten mit mehr Relevanz, so dass wir nicht nur banale Alltagsgeschichtchen einer gelangweilen Hausfrau ertragen müssen. Aber auch selbst die sind unterhaltsam.
Dafür sorgt ein Schreibstil, der an feines Upper Class English erinnert, bei dem sich eine Person wie Edna Fry vielleicht bedienen würde, um sich selbst zu erhöhen. Ausserdem ist sie stets optimistisch, egal wieviel Chaos die Kinder und der Ehemann stiften. Vor allem aber strotzt das Tagebuch vor Pointen, die den Geschichten erst den richtigen Pfiff verleihen.
Ein Beispiel?
Bitte (von mir ins Deutsche übersetzt):

"Letzten Abend gingen Stephen und ich ins Kino. Wir konnten uns erst nicht entscheiden, was wir uns ansehen wollten: Avatar 3D oder den aktuellen Woody Allen? Allerdings kann ich diese lächerliche Brille nicht ausstehen, also schauten wir Avatar."

oder auch:

"Oh du liebes Bißchen! Stephen hat seinen Du-weisst-schon mit Sekundenkleber eingeschmiert! Wie gern würde ich es jemandem anvertrauen, doch meine Lippen sind versiegelt."

Es sind nur zwei von vielen Einträgen. Die Geschichten sind meist durcheinandergewürfelt und nicht von grosser Relevanz für den eigentlichen roten Faden, eben jenen, dass Edna Fry so langsam ahnt, dass ihr Mann irgendetwas verbirgt und sie dieses Geheimnis zu lüften versucht.
So wechselt man zwischen beliebigen "Zwischengeschichten" und einer eigentlichen, durchgehenden Handlung.
Ich erwähne dies, weil "Mrs. Fry's Diary" Lesern, die eine ungestört fliessende Handlung unbedingt bevorzugen, weniger Spass machen dürfte. Ich kann es eher Lesern empfehlen, die es nicht als störend empfinden, eben im Tagebuchtakt oder im Anekdoten- und Kolumnenstil zu lesen.

Und mit "beliebig" meine ich nicht "vergessenswert" oder "nicht die Zeit wert", sondern, dass die kleinen Geschichten dazwischen eben eigentlich für die gelegentliche Erheiterung sorgen und sich dabei in den Themen fleissig abwechseln: mal geht es um die einzelnen Kinder (die irrwitziger Weise zum Beispiel "Brangelina" oder "Hugh Jr." - nach Hugh Laurie - heissen), in anderen Malen beschreibt Edna ihre Besuche eines Dichterinnenclubs, dann wiederum berichtet sie von Meinungsaustauschen mit den mehr oder minder verzweifelten Lehrkräften ihrer Kinder, aber im Zentrum dürfte ihr Mann Stephen stehen, der praktisch ihre Welt darstellt, auch wenn ihm die Pflege seiner Ehe scheinbar nicht allzu sehr am Herzen liegt.
Müsste ich diese Ehe mit einer anderen der Popkultur vergleichen dann mit der von Homer und Marge Simpson aus der Trickserie "Die Simpsons", oder um es auf den Punkt zu bringen: er verbockt und sie vergibt. Oder so ähnlich.

Doch weg von Vergleichen.
Wie schon gesagt, der Witz des Buches wird durch amüsante Anekdoten einer englischen Familie, durch die gelungen Pointen und den schier unzerstörbaren Optimismus von Edna Fry bestimmt - was auch ihr Mann oder die Kinder für Unfug stiften, Edna sieht darin eigentlich immer das Gute.
Und somit bleibt auch dem Leser eine gewisse heitere Laune erhalten, so nach dem Motto "Humor ist, wenn man trotzdem lacht". Und Lachen beim Lesen von "Mrs. Fry's Diary", das kann durchaus vorkommen!

Den Stern Abzug gibt es lediglich dafür, dass - so sehr mir diese übrigens recht aktuelle Werk von Fry gefallen hat - es nicht so ein prägendes Leseabenteuer war wie das grandiose "Geschichte machen" oder das autobiographische "Columbus war ein Engländer". Im Hinblick dessen halte ich 5 Sterne dann doch für übertrieben, aber allemal bleibt dieses fryische Tagebuch ein Kauf- und Lesetipp!

Bleibt nur noch zu erwähnen, dass dieses Buch bislang nur auf Englisch erschienen ist. Eine deutsche Übersetzung existiert noch nicht auf dem Buchmarkt (Stand: Mai 2011).


Tohuwabohu: Staffel 1-3 (Folgen 01-12) [3 DVDs]
Tohuwabohu: Staffel 1-3 (Folgen 01-12) [3 DVDs]
DVD ~ Jazz Gitti
Preis: EUR 19,99

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nonsens pur aus Österreich, zum ersten Mal käuflich zu erwerben, 14. Mai 2011
Menschen wie ich, die aus dem süddeutschen Raum kommen, kennen ganz sicher das "TV-Chaotikum" aus Österreich namens "Tohuwabohu".
In dieser Trash-Sendung versteht sich Tohuwabohu als eigener kleiner Sender (zuerst Radio, dann TV), der den Siegeszug durch die Fernsehlandschaft abhalten möchte. Das ist im Großen und Ganzen auch der rote Faden durch fast alle Folgen, eine Handlung im klassischen Sinne gibt es ganz und gar nicht, der Name der Show ist also Programm.
Und das darf man sich ruhig zu Herzen nehmen: Was heute längst praktisch in Hollywood-Kinofilmen Standard ist, hatte Tohuwabohu schon vorgelebt: kurze bis extrem kurze Filmschnipsel füllen die Folgen, ein Ausschnitt jagt den nächsten, Selbstgedrehtes mischt sich mit Fremdmaterial, Originalton mit berühmten Songs, kein Satz passt auf den nächsten oder vorherigen Satz (zumindest scheinbar nicht), alle möglichen Leute und Tiere schummeln sich dazwischen, Endergebnisse und Outtakes wechseln sich ab...
Erwiesen hat sich dieses Konzept als neuartig und herrlich absurd. So ernten auch Witze, die sonst wegen ihrer lahmen Pointe oder halbwitzigen Dialoge eher durchfallen würden, einen Lacher, weil man kaum noch Zeit bekommt, die Pointen zu "verdauen". Auch ein Grund zum Lachen.

Tohuwabohu erschien zum ersten Mal 1990 auf der Bildfläche und existierte bis 1998. Gesendet wurde auf dem ORF, dem Bayerischen Rundfunk und auch auf 3sat.
Schöpfer ist der zu jung verstorbene Helmut Zenker, auf dessen Kappe auch die bekannte österreichische Krimiserie "Kottan ermittelt" geht.
Bis 2010 konnte Tohuwabohu in keiner Form käuflich erworben werden mit der Begründung, dass es aufgrund des massiv genutzten Fremdmaterials wie Lieder und Archivaufnahmen nicht möglich wäre, dies zum Kauf anzubieten.
Nun ENDLICH und dazu noch als eine DVD-Box kommen Fans wie ich auf ihre Kosten.

Auf dieser DVD-Box, die vorerst die einzige bleiben soll, sind zwölf reguläre Folgen und damit die ersten drei Staffeln enthalten. Als Bonus gibt eine dreizehnte Folge, die eigens für den Wettbewerb um die Goldene Rose von Montreux 1992 erstellt wurde. Doch soweit ich sehen konnte, hatte Tohuwabohu wohl damals den Kürzeren gezogen.
Wann und vor allem ob die restlichen 46 Folgen noch auf den Markt kommen werden das entscheidet wohl der Erfolg dieser DVD-Box.

Was die Folgen inhaltlich angeht: die ersten paar Folgen hatten noch lange nicht die lebhafte Hektik und Schnelligkeit der späteren Folgen, welche dann den Standard bildeten, erst nach der Hälfte der zwölf Folgen etwa dreht man die Geschwindigkeitskurbel merklich nach oben.
Am Anfang der Geschichte von Tohuwabohu war man noch eher darauf konzentriert, eine gewisse Hintergrundgeschichte zu bieten: Brigitte Jazz oder auch Jazz Gitti genannt will mit einem neuen Sender namens Tohuwabohu profitieren. Geldgeber, gespielt von Franz Suhrada und später auch von Günter Tolar, sind über das Programm alles andere als begeistert. Für sie könnten das Niveau und die Qualität nicht viel tiefer sinken und verlangen gefälligst erfolgreiche und damit profitable Sendungskonzepte. Doch zum Glück finden sich immer neue ruhmgeile Opfer, die bei Jazz Gitti sich als Schauspieler anbieten und da sich das gesamte Senderbüro in einem Wohnwagen befindet (später zumindest), kann Jazz Gitti bei Bedarf vor Steuereintreiber und vor der Polizei flüchten.
Fans sehen es so oder so, aber ich finde die späteren Folgen, die noch chaotischer und flotter wurden, am besten. Nicht zuletzt, weil auch das Personal zunahm. Dieses bestand im Wesentlichen aus österreichischen Künstlern, Schauspielern, B- und C-Prominenten der 1990er, unter ihnen Fritz Muliar, Vera Rosswurm, Simone, Chris "Voice of ÖBB" Lohner, Sigi Maron und sogar Formel 1-Kommentator Heinz Prüller.

Doch zurück zur DVD: Die Folgen sind allesamt in TV-Qualität, also eine "Digital Remastered Edition" oder derartiges sollte man leider nicht erwarten. Aber da das Warten der Fans so lange dauerte, denke ich, kann man das mal verzeihen.
Auf jeder der drei DVDs befinden sich vier Folgen mit Ausnahme der dritten DVD, worauf sich noch als (einziges) Extra die Montreux-Folge befindet.

Die DVD-Menüs sind animiert und auch mit Ton unterlegt (vor allem Musik), man kann die Folgen auswählen, aber eine Kapitelauswahl im Menü dazu gibt es nicht.
Neben der schönen Box gibt es noch ein überraschend textreiches Booklet, das zu jeder Folge das Erscheinungsjahr, die Darsteller und allgemein zur Show fünf relativ tiefsinnige Kolumnen enthält (Verfasser leider nicht zu erfahren).

Fazit: was gibt es besseres für Fans?
Tohuwabohu ist wieder da! In altem Glanz auf einem modernen Medium.
Wer Tohuwabohu bereits kennt und liebt, der wird beim Anblick und Ansiehen dieser DVD-Box sicher vor Freude auf die "Goschn fliang", wer dagegen Tohuwabou gar nicht kennt und zudem außerhalb des österreichischen und süddeutschen Raums entstammt, dem kann ich nicht garantieren, ob ihm der Humor zusagt oder er die wienerisch-österreichische Sprechweise verstehen wird.
Doch zutrauen kann ich es den Leuten, einmal probeschauen lohnt sich allemal. Und ich hoffe, dass diese wunderbare Trashshow durch die Veröffentlichung der DVD-Box einmal mehr vor dem Vergessen bewahrt werden kann.


Mein Vater, sein Schwein und ich
Mein Vater, sein Schwein und ich
von Jana Scheerer
  Audio CD

4.0 von 5 Sternen Verrückte Alltagsgeschichten und der normale Wahnsinn eines jungen Lebens, 14. Mai 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mein Vater, sein Schwein und ich (Audio CD)
Jana Scheerer, eine junge Autorin Jahrgang 1978, erzählt in "Mein Vater, sein Schwein und ich" ihr Leben. Okay, zumindest soll es das sein.
Es beginnt schon mit der Zeit bevor sie das Licht der Welt erblickte und endet mit ihrem 25. Lebensjahr.
Das Buch oder in diesem Fall das Hörbuch widmet jedem dieser Lebensjahre ein Kapitel.
Doch es sind nicht nur schnöde biografische Aufzeichnungen. In jeder dieser Geschichten steckt eine gehörige Prise Verrücktheit und es sind mehr Anekdoten als ernstzunehmende Kapitel des Lebens eines Mädchens.
Jana Scheerer wächst mit Mutter und Vater in einer Wohnung auf, scheinbar sind sie eine gewöhnliche kleine Familie. Doch mal mietet - wie der Titel schon anreisst - der Vater zur Förderung der Familienharmonie ein Schwein, mal bekommt Jana zum Geburtstag nicht nur Günther Grass' "Die Blechtrommel" geschenkt sondern auch gleich den Autor mit, zu einem anderen Zeitpunkt in ihrem Leben erhält Jana von ihrem Vater, einem eher unpopulären Lehrer, die Aufgabe, Fans für ihn zu sammeln und wiederum später im Leben soll sie für einen verschrobenen Groschenheftautor "romantische Krisen" erfinden. Nicht zu vergessen die Umstände ihrer eigenen Geburt, als die Mutter in ein Krankenhaus gebracht wurde, während der Vater im Yellowstone Park mit der Jagd auf einen verfressenen Grizzlybären beschäftigt war.
Das sind nur einige der Geschichten. Und ich betone nochmal: es sind alles mehrere, verschiedene Geschichten. Was der Titel suggeriert ist nur eine Anspielung auf ein Kapitel, wohl, weil es eben zum Gesamtkonzept passte.
Insgesamt sind es äußerst liebenswerte, unterhaltsame Anekdoten, die einem gerne hin und wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Denn sie sind eben als gewöhnliche Alltagsgeschichten mit normalen Lebenssituationen geschildert, die aber irre Geschehnisse, Figuren und Dialoge beinhalten.
Glücklicherweise gleitet das aber nie ab ins absolut Unglaubwürdige oder Kitschige, denn für genügend Entzauberung sorgen die schön trockenen Erzählungen, als gehöre das nunmal eben zum Leben.

Ich habe das Hörbuch, gelesen von Julia Richter.
Um für meine Person zu sprechen: ich mag Julia Richters Stimme, weil sie sanft und sehr jung klingt, mit einem naiven aber auch oft ironischen Unterton und wenn sie ihre Stimme verstellt, um andere Figuren mit markanteren Stimmlagen nachzusprechen, tönt das schon eher herzig, etwa wenn sie Samson aus der Sesamstraße nachspielt ("Uiuiuiuiuiui!"). Sie passt eben zu jener Erzählerin (auch wenn ich nicht sagen kann, wie Jana Scheerers Stimme klingt) und hat auch was Entspannendes.

Warum ein Stern Abzug? Nun, für mich gibt es doch so zwei oder drei Geschichten, die nicht so gut sind wie der Rest, die im Gegensatz zu ihnen eher Hänger sind. Aber das ist mein persönlicher Geschmack, nur wären für mich 5 Stunde auch ein wenig zu viel des Guten.

Insgesamt also ein sehr empfehlenswertes und amüsantes Buch/Hörbuch für alle, die Anekdoten und verquere Lebensepisoden lieben.


101 Kultfilme: Die Sie sehen sollten, bevor das Leben vorbei ist. Ausgewählt und vorgestellt von 16 internationalen Filmkritikern
101 Kultfilme: Die Sie sehen sollten, bevor das Leben vorbei ist. Ausgewählt und vorgestellt von 16 internationalen Filmkritikern
von Steven J. Schneider
  Broschiert
Preis: EUR 9,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anregungshäppchen für mögliche versäumte Filmerlebnisse, 30. April 2011
Ich bin zufällig auf dieses dicke Büchlein gestoßen und erst danach erfuhr ich auch, dass es weitere "101 (...)-Filme, die Sie sehen sollten..."-Bücher geben soll.
Hier geht es um Kultfilme, also KEIN Best Of oder eine typische "Beste Filme aller Zeiten"-Aneinanderreihung.
Überhaupt ist das hier keine Liste, bei der irgendein "Gewinner" bestimmt wird, es funktioniert so:

Filmwerker diverser Genres, Herkunftsländer und Zielgruppen werden chronologisch vorgestellt. Der älteste vorgestellte Film stammt aus dem Jahre 1928, der jüngste Film aus dem Jahre 2005.
Es ist erstmal merkwürdig, dass der jüngste Film von 2005 ist, während ganz vorne im Buch "Erste Auflage: 2011" steht. Hat man nach 2005 nichts mehr gefunden oder finden wollen? Oder war die Liste schon länger fertig, nur noch nicht druckbereit?

Naja: jedenfalls verfällt man beim Lesen trotzdem eventuell leicht der Illusion, man lese eine Bestenliste. Spätestens dann, wenn sogar Trashfilme ihren Platz finden und anstatt der berühmten Verfilmung von "Der Zauberer von Oz" (1939) die Disko-Version mit Diana Ross von 1978 empfohlen wird, merkt man, welchen Filmen sich dieses Buch widmet: sehenswerte Werke, die aus dem einen oder anderen Grund einen soliden Kultstatus erreichten und entweder anfangs vom Publikum ignoriert oder um die Leute lieber einen Bogen machen wollten. Wer also einen Film von Buster Keaton oder Charlie Chaplin darin erwartet sowie legendäre Blockbuster wie Star Wars, Titanic oder Indiana Jones, den muss ich enttäuschen.
Die Typen dieser Werke sind recht bunt gemixt: sämtliche Herkunftsländer (wie die USA natürlich, Indien, Deutschland, Mexiko, Frankreich...), Zielgruppen (Horrorfilmfans, Homosexuelle, Fantasyfreaks...) und Genres (Horror, Krimi, Drogenfilm, Komödie, Musical...) werden durchgehechelt.

Zu jedem vorgestellten Film gibt es vier Seiten Platz, zwei für Filmplakat und Filmszene und zwei weitere für eine kurze Rezension, ein Zitat (entweder aus dem Film selbst, von bedeutenden Kritikern oder aus der Werbung) und natürlich den wesentlichen Informationen (Filmtitel, Jahrgang, Regisseur etc.).
Für ein Büchlein, das immerhin 101 Filme präsentiert, ist das nicht schlecht. Die Handlungen werden kurz angerissen - geht ja nicht anders - aber das kann sich auch positiv auswirken, immerhin hat man damit eventuell beim Leser die Neugierde auf einen Film geweckt.

Wer schreibt diese Texte?
Es ist ein Team aus 16 Autoren, die sich irgendwie mit Filmen befassen. Entweder haben sie das Thema studiert oder lehren selber an Universitäten, schreiben darüber beruflich und/oder sind eben Kenner dieses Bereiches.
Insofern beruhigend also, dass nicht ein einziger praktisch uns seine Lieblingsfilme aufdrückt.

Dabei ist freilich zu bedenken: dieses Buch kann es niemandem recht machen.
Auch mir wären noch einige Filme eingefallen, die ich anderen als Kultfilme ans Herz legen würde. Ausserdem ist mir aufgefallen, dass kein einziger Zeichentrickfilm in der Liste auftaucht. Dabei gibt es auch hier nennenswerte Exemplare, wenn man mal über den Disney-Tellerrand guckt.
Und während manch einer Horrorfilme verschmäht, mag ein anderer mit alten Filmen allgemein nichts anfangen.
Das ist immer ein Risiko, wenn Leute oder Bücher einem Auflistungen präsentieren, immer gibt es sicher was zu meckern.
Doch trotz alledem: einen Blick wert ist "101 Kultfilme" allemal.
Selbst Vollblut-Cineasten dürften vielleicht ein oder ein paar Filmwerke darin entdecken, die sie bisher verpasst haben. Und wer für die Welt des Kinos offen ist, hat schon mal einen guten Grund, wieder ein paar gemütliche Filmabende mit neuen Filmerlebnissen zu verbringen.

Wen es interessiert: von dieser Liste mit 101 Filmen habe ich lediglich 13 Filme gesehen (gesehen! Nicht gekannt), davon sind glatte fünf Filme unter meinen Lieblingsfilmen.

Noch kurz zur Inhaltsangabe: es werden gerade mal die Jahrzehnte (1920er bis 2000er) mit Seitenzahlen aufgelistet, nicht aber die einzelnen Filme. Doch am Ende des Buches gibt es - neben Kurzbeschreibungen der Autoren - ein umfangreiches alphabetisches Index. Wer sich also sehr schwertut, einen Film wiederzufinden, der schaue am besten nach dem Filmtitel oder Darstellernamen (z.B. Dennis Hopper für Easy Rider).

Fazit: Es ist ein sehr interessantes, kurzweiliges aber kein ultimatives Filmfanbuch, dass immerhin etwas inspirierend für Filmfreunde sein dürfte und gleichzeitig ein wenig lehrreich. Wer also nicht nur sich 101 Anregungen holen will, sondern auch lernen, aus welchem Film beispielsweise die auf Knöcheln geschriebenen Worte LOVE und HATE stammen und wo Schauspieler Hugo Weaving (Matrix, Herr der Ringe) eine Tunte mimt, der möge lesen.


Nicht immer nur meckern
Nicht immer nur meckern
von Sven Himmen
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Zuckerl mit bitterer Medizin zum Lesen, 26. April 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nicht immer nur meckern (Broschiert)
Ein namentlich nicht genannter Alltagsmensch, sozusagen der Held dieser Geschichten, besorgt sich ein Tagebuch. Oder sagen wir besser Wochenbuch, denn jede Woche schreibt er in seinen neuen besten Freund hinein. Wo andere jedoch schöne Erlebnisse, interessante positive Begebenheiten und ähnliches hineinschreiben, knallt der Autor seine Verbitterung über die Mitmenschen, seine "Außenwelt", auf Papier. Pro Woche nimmt er sich eines bestimmten Themas an, welches aus dem Alltag stammt und zerpflückt wird. Ob Umweltverschmutzung, rücksichtslose oder sonstwie beschränkte Menschen, Feiertagsterror in der Großstadt oder unverständliche Trends - der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund und wendet seine Tagebucheinträge mehr oder minder als Aggressionsbewältigungsmaßnahme an, doch es endet nicht so wie gewünscht.

Das Debüt von Sven Himmen - zum ersten Mal in der Welt der Bücher in Erscheinung getreten, allerdings jahrelang schon als fleißiger Kolumnenschreiber im Internet tätig - ist kein klassischer Roman sondern liest sich eben auch wie ein Tagebuch. Dabei bleibt dem Leser selbst überlassen, ob er sich eher mit dem Autor identifizieren will oder die Rolle des Tagebuchs einnimmt, das fortan alleiniger "Zuhörer" für Sorgen und Nöte darstellt.

Was die Identifikation angeht, wird es dem Leser leicht gemacht: der Text wurde in der 1. Person (Ich) verfasst und da nur bekannt ist, dass es sich um einen jungen Mann in einer Großstadt handelt, dürfte sich das Hineinversetzen in diese Person nicht als schwierig gestalten.
Jeder Eintrag zu jeder Woche ist etwa drei bis fünf Seiten lang und daher praktisch in Lesehäppchenform.
Das Spektrum der angesprochenen Themen ist groß, einige hab ich vorhin schon erwähnt. Aber auch Ernährung, Ärger im Straßenverkehr, schlechte Witze und das gute alte schlechte Fernsehen werden angesprochen. Wie vieles andere auch. Eine Liste will ich nun echt nicht niederschreiben, man sollte wie mit einer Schultüte verfahren - sich einfach überraschen lassen.

Der rote Faden durch alledem ist der Ärger, den die Hauptfigur auf die scheinbar lebensfeindliche Umwelt verspürt und der sich durch alle möglichen Lebensbereiche zieht. Der Titel "Nicht immer nur meckern" ist einerseits also (gewiss mit Absicht) blanker Hohn. Dabei sagt die Hauptfigur nicht nur "dieses und jenes finde ich einfach furchtbar", sondern begründet auch, relativiert wo es sein muss (aber auch nur dann) und stellt desöfteren eine seiner Meinung nach bessere Alternative vor (z.B. wozu Weihnachtseinkaufsstress, wenn man früh genug Dinge einkaufen könnte). All das mag nicht neu klingen, dennoch ertappt man sich immer noch mindestens ein paar Mal beim zustimmenden Nicken, denn es GIBT nunmal etliche kleine Dinge im Alltag, die müssten nicht sein, allein schon weil der gesunde Menschenverstand sowas eigentlich nicht hätte zulassen sollen.
Dann gibt es wieder Themen, die banalerer Natur sind und an sich bestenfalls unfreiwillig komisch (wenn Leute z.B. mit Phrasen dreschen, sich dabei aber ordentlich verhaspeln).

Am Ende gibt es sowas wie einen Höhepunkt dieser Tagebucheinträge, sodass sich "Nicht immer nur meckern" nicht nur wie ein privates Büchlein ohne jede Wendung liest.

Wozu ist dieses Buch gut? Es entführt den Leser nicht vom Alltag weg in eine andere Welt oder stellt neue Ansichten/Tatsachen vor.
Doch muss das sein? In meinen Augen dient Himmens Buch vor allem als amüsante wie bittere Gelegenheit, mal ein wenig mehr über das Abenteuer Alltag nachzudenken. Vielleicht wird es jeden so gehen, dass er zum einen sich voll und ganz mit dem Autor einverstanden fühlt, zum anderen aber ehrlicherweise sich eventuell als Teil der ihm verhassten Außenwelt ertappt. Vielleicht als gestresster, herumschubsender Kunde in einem Kaufhaus oder als Radfahrer auf dem Gehweg? Oder man teilt die Ansichten mit dem Tagebuchschreiber einfach nicht. All dies wird unvermeidlich sein und das soll man sich beim Lesen am besten vor Augen führen.
Ebenso ist "Nicht immer nur meckern" kein faschistischer Wälzer, der anderen unbedingt die Meinung der Figur aufdrängen will nach dem Motto "Da habt Ihr die einzige richtige Meinung! Geht und verbreitet sie!". Ich sehe das Buch als eine Reihe von Denkanstossmöglichkeiten mit Lesespaß.

Positiv hervorzuheben sind knapp gesagt schonmal die bilderreiche und klare Sprache, die eben erwähnten Denkanstösse, die das Buch erzeugen könnte, den Höhepunkt des Buches und für ein Tagebuch voller Zorn ist es erstaunlich flüchefrei geschrieben (dennoch mögen manche Leser sich eventuell an so manchen eher ekligen Beschreibungen stören).
Hier widersetze ich mich dem Buchtitel einmal und meckere doch ein paar mal: ein wenig kurzer Lesespaß ist das und etwas zu exzessiv werden Sätze wie "Aber zurück zu...", "Jetzt aber genug von..." wenn auch leicht variiert verwendet. Es fällt halt auf und kann beim Lesen etwas stören.

Rundherum ist "Nicht immer nur meckern" ein gelungener Erstling von Sven Himmen, der kurzweiligen, etwas anspruchsvolleren Lesespaß verspricht. Gerne würde ich in Zukunft mehr von Himmen auf dem Buchmarkt sehen.


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