ARRAY(0x9eb53144)
 
Profil für Johanna Gassner > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Johanna Gassner
Top-Rezensenten Rang: 1.717
Hilfreiche Bewertungen: 1580

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Johanna Gassner "Tabascofanatikerin" (Bayern)
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Oben
Oben
DVD ~ Edward Asner
Preis: EUR 10,97

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rührendes Pixar-Werk, Ausstattung in Ordnung, 6. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Oben (DVD)
Das ist also die nicht ganz gewöhnliche Handlung des zehnten Trickfilmwunders der Animationsschmiede Pixar:
Carl Fredricksen hat nach einer harmonisch durchlebten langen Ehe eigentlich nichts mehr zu verlieren. Seine heissgeliebte Ehefrau und Freundin seit Kindertagen ist verstorben, ohne dass sich beide je den Wunsch nach eigenen Kindern oder nach der bereits früh geplanten Reise nach Südamerika erfüllen konnten. Nur das gemeinsame Häuschen bleibt übrig, das früher oder später hässlichen Wolkenkratzern weichen soll.
Als die Zwangseinweisung ins Seniorenheim bevorsteht ist das Maß voll: Carl nutzt gar tausende von heliumgefüllten Luftballons und will damit das nun schwebende Haus und sich selbst endlich in die südamerikanische Wildnis befördern, um wenigstens nachträglich den größten Wunsch seiner Frau erfüllen zu können. Doch zu spät bemerkt er, dass er aus Versehen den soeben kennengelernten kleinen Pfadfinger Russell mitgenommen hat. Dieser begleitet nun Carl auf der abenteuerlichen und ebenso gefährlichen Reise.

"Oben" ist für mich nicht der beste Pixarfilm, der bislang gemacht wurde aber doch einer der ganz besonderen Produktionen dieses Unternehmens.
Fangen wir mal mit dem Helden an: es zeugt schon von Originalität, (endlich) einen rüstigen Senioren zum Helden zu machen. Zumindest fällt mir kaum ein vergleichbarer Film ein, der dies ebenfalls tut. Das macht "Oben" auch recht sympathisch und steuert dem Vorurteil entgegen, dass betagte Menschen sowieso nicht mehr viel machen könnten oder zu tun hätten. Im Gegenteil: Carl zeigt seiner Umwelt, was er von der Idee hält, ins Seniorenheim abgeschoben zu werden und wehrt sich dementsprechend.
Gründe für seine Verbitterung gibt es genügend zu sehen: die ersten 10-15 Minuten präsentieren eine stumme Sequenz von Carls glücklicher Ehe bis hin zu deren traurigem Ende, mit welchem der alte Kauz sich nicht abfinden möchte. Ich hatte im Kino damals erhebliche Probleme, meine Gefühlsregungen zu verstecken und dies sei auch als Warnung zu verstehen an alle Filmfreunde, die etwas empfindlich auf emotionale Szenen reagieren könnten.

Die Nebenfiguren sind schon eher Geschmackssache. Beim ersten Filmbesuch hat mich Russell eher etwas genervt, aber ab dem zweiten Mal konnte ich mich mehr und mehr mit ihm "anfreunden". Jedenfalls ist der kleine Junge ein plausibler Charakter, ohne einfach nur der pfiffige, plappernde Pappkamerad für das junge Publikum darzustellen.
Der tierische Sidekick ist Dug, ein anhänglicher Hund, der mittels speziellem Halsband wie seine Hundekollegen seine Gedanken nach außen tragen und somit praktisch sprechen kann (eine tolle Lösung, um Tiere nicht "richtig" wie in Disneyfilmen quasseln zu lassen). Ein wenig ist der Hund zu "sidekick-ish", will heissen, dass er neben Carl und anderen menschlichen Figuren zu quirlig wirkt. Aber wenn man sich die restlichen Hunde des Filmes anschaut wird klar, warum es Dug überhaupt gibt: beim Schauen des Filmes möchte ich alles sein, nur kein Kind mit einem Hundetrauma. Während die restliche Meute eher aggressiv daherkommt (nichtsdestotrotz haben sie ihre komischen Szenen) stellt Dug einen beruhigenden Kontrast dar.
Besonders bemerkenswert aber ist Charles Muntz, das Jugendidol von Carl und seiner Frau, der sich seit gut 70 Jahren genau in dieser Dschungelgegend aufhält, um einen seltenen Paradiesvogel zu fangen.
Um den Filmgenuss nicht zu verderben verrate ich nicht mehr über ihn, aber hier sticht die deutsche Stimme der Figur hervor: Karlheinz Böhm. Jener erfahrener Schauspieler (als Kaiser Franz in den "Sissi"-Filmen) und Initiator des Projekts "Menschen für Menschen", der damit quasi eigentlich das personifizierte Gute und Edle im Menschen darstellt. Gerade IHN für die Rolle des Charles Muntz auszuwählen ist amüsant und gleichzeitig wohl ausgesucht. Dasselbe gilt auch für die anderen Synchronsprecher, ebenso im englischen Original (lediglich bei Dirk Bach als "Dug" war ich skeptisch, aber ihn hört man kaum heraus).

Die Animationen sind wieder mal erste Sahne, dies gilt auch für die südamerikanischen Naturwunder, die in "Oben" gezeigt werden. Aber das wichtigste - Mimik und Gestik der Figuren - wurde ein weiteres Mal ausgezeichnet erfüllt und das macht für mich Pixar aus. Hier glotzt man nicht nur auf lupenreine Animationen, sondern auf Figuren, die scheinbar mehr Herzblut abgekommen haben als der eine oder andere Schauspieler aus Fleisch und Blut.

Zur DVD-Ausstattung:
Die (Unter-)Menüs wurden erfreulicherweise mit Musik und Animationen geschmückt, ohne den Zuschauer lange aufzuhalten (etwa beim Wechsel von Menüpunkten).
Erfreulicherweise gibt es sogar nur einen Trailer zu sehen, bevor das Menü gestartet wird (zu "Toy Story 3").
Verfügbare Sprachen: Deutsch, Englisch und Österreichisch. Letztere Version hab ich immer noch nicht gesehen, soweit ich aber informiert bin, wird in dieser Version lediglich Hauptcharakter Carl von einem österreichischem Mimen gesprochen (Otto Schenk).
Die Extras sind an sich gesehen allemal sehenswert. Es gibt:
- den im Kino gezeigten und gelungenen Kurzfilm "Teilweise wolkig"
- den Kurzfilm "Dugs Sondereinsatz" (lohnt sich nur anzuschauen, wenn man den Film schon kennt!)
- eine relativ lange Dokumentation zu den Strapazen, an die sich die Pixar-Animationsleute herangewagt haben, um die reale südamerikanische Natur für den Film zu erkunden
- eine kleine Sequenz über mögliche andere Alternativenden des Charles Muntz
- Audiokommentar von Pete Docter (Regisseur) und Bob Peterson (Co-Regisseur)

Doch um ehrlich zu sein hatte ich mir mehr erhofft. Die Kurzfilme sind jedenfalls ein Muss, aber anstatt der einzelnen "Mini"-Making Ofs hätte ich mich eher über ein langes, ausführliches Making Of des Films gefreut, welches auch mehrere Themen behandelt hätte.

Fazit: "Oben" ist und bleibt sehenswert, originell, ein Tränendrüsendrücker, ein Film für Kinder aber auch (und vielleicht vor allem) für Erwachsene.
An der DVD an sich gibt es ebenfalls nur wenig zu meckern und die Extras bieten zusätzliche Unterhaltung. Ein Daumen nach oben :)


Persepolis Bd.1. Eine Kindheit im Iran.
Persepolis Bd.1. Eine Kindheit im Iran.
von Marjane Satrapi
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 28,00

5.0 von 5 Sternen Iran Maiden - Ideal für Iraninteressierte, 2. Dezember 2010
Marjane Satrapi, 1969 im Iran geboren, wächst unter der Herrschaft des Schah in einer linksorientierten, liberalen Familie mit Mutter, Vater und Großmutter auf. Dann folgt die islamische Revolution 1979 und die Bürger Irans glauben sich in Freiheit und Sicherheit. Doch mit der Zeit stellt sich heraus, dass sich die Schlinge nur noch enger zugezogen hat. Die Anzahl der politischen Gefangenen wächst, auf reinen Verdacht oder Denunziation hin wird verhaftet, Folter und Hinrichtungen sind keine Seltenheit, Frauen und Mädchen müssen sich an strenge Kleiderordnungen halten und auch die Männer verlieren zunehmend an Bewegungsfreiheit. Jungen werden als Soldaten angeheuert und fanatisiert, um sie als Kanonenfutter gegen den Irak verwenden zu können.
In dieser Zeit beschließen Marjanes Eltern, dass die Tochter in einer französischen Schule im der österreichischen Hauptstadt Wien eine bessere und freiere Ausbildung genießen sollte.

Dies ist im Großen und Ganzen die Handlung in Band 1. In "Persepolis - eine Kindheit im Iran" spielt sich alles hauptsächlich in Marjane Satrapis Umfeld statt, Veränderungen in der Politik oder in der Gesellschaft erfährt man durch ihre Erfahrungen. Erlebnisse und Erinnerungen aus dem Leben der Autorin bestimmen den roten Faden des Buches, denn dies alles ist, wie schon vermutlich klar war, ein Flashback auf eine Zeit, in der ein junges Mädchen jenen Iran zu spüren bekam, aus dem sie zweimal fliehen sollte - das erste Mal der Bildung wegen nach Österreich und das zweite Mal nach Frankreich, um ein neues Leben beginnen zu können (noch heute lebt die Autorin in Paris).

Insofern fühlt sich der Leser persönlich involviert in die Geschichte einer Familie im Iran (speziell in der Hauptstadt Teheran) und kann daher vielleicht noch besser mitfühlen, wie die politischen Veränderungen für die Bürger gewesen sein mussten. Ich mag daher diesen Stil, weil es die Schilderungen verständlicher macht und damit könnte man "Persepolis" auch Schülern empfehlen, die mehr über diesen islamischen Staat lernen wollen oder sollen.

Der Lesespaß kommt nicht zu kurz: der Zeichenstil ist in eher schlichtem Schwarzweiß gehalten und erinnert so wie er ist ein wenig an die Comics vom jüdisch-amerikanischen Comiczeichner Art Spiegelman (besonders an "MAUS", ebenfalls sehr empfehlenswert!).
Der Stil ist unverwechselbar und einzigartig. Er lässt mit wunderschönen Effekten tatsächlich an persische Kunstwerke denken und die Emotionen der Figuren kommen wunderbar rüber.

Da es ja seit wenigen Jahren auch die Verfilmung von "Persepolis" gibt, wird sich so manch einer gewiss fragen, was nun besser sei: erst die Bücher lesen oder erst den Film sehen?
Ich persönlich habe erst den Film zu sehen bekommen bevor ich die Comics las.
Doch in meinen Augen ist das nicht schädlich im Hinblick auf den Lesegenuss. Ich sehe das eher so: wer den Film zuerst liest, sollte auf jeden Fall die Comics nicht verpassen, die noch mehr interessante Details und Nebenstories enthalten, die im Film nunmal keinen Platz fanden.
Wer die Comics zuerst gelesen hat, wird sicher dann noch mehr Interesse daran finden, eine animierte (und damals oscarnominierte) Fassung mit tollen Sprechern und Soundtrack zu erleben. Dies lohnt sich ebenfalls.

"Persepolis" findet gewiss Platz in der Sammlung eines jeden Comiclesers, doch auch Interessierte an der iranischen Welt oder Geschichtslehrer und -lernende sollten einen Blick drauf werfen.
Band I ist jedenfalls sehr gelungen, zu Band II werde ich auch noch schreiben.


Mara und der Feuerbringer, Band 02: Das Todesmal
Mara und der Feuerbringer, Band 02: Das Todesmal
von Tommy Krappweis
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,95

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Noch besser und spannender, 12. Oktober 2010
Mit "Mara und der Feuerbringer" startete der literarische Debütant Tommy Krappweis eine Fantasybuchreihe mit hauptsächlichem Augenmerk auf jugendliche Leserinnen und Leser, aber auch älteres Publikum wie ich war vom Erstling angetan.
Nun erschien also Band 2, "Mara und der Feuerbringer - Das Todesmal" und schafft es, alte Qualitäten des ersten Bandes zu bewahren und gleichzeitig neue spannende Sequenzen zu schaffen.

Allzuviel kann und möchte ich über den Inhalt nicht verraten, denn es handelt sich um die direkte Fortsetzung des ersten Mara-Bandes, eine Anknüpfung an dessen Ende.
Doch grob lässt sich sagen, dass die Titelheldin Mara Lorbeer - eine 14-jährige Münchnerin mit mehr oder weniger typischen Teenagerproblemen - den sogenannten Feuerbringer zur Strecke bringen muss.
Dazu benötigt sie die Hilfe eines älteren und gelehrten Universitätsprofessors und magischer Kräfte aus der germanischen mythologischen Welt.

Klingt wie bei Band 1 wohl sehr schwülstig doch wer sich darauf einlässt, dem wird eine durchaus interessante, unterhaltsame und sogar ab und an packende Fantasystory geboten, die nicht in einem fiktiven Land stattfindet, sondern nach wie vor mitten in Deutschland.
Auch ein eventuelles Magical Girl-Image muss man nicht befürchten. Zwar hat die Titelheldin durchaus mit Magie zu tun ist aber nicht wirklich glücklich mit ihrer Rolle, die ihr gegen ihren Willen aufgedrückt wurde. Sie leidet, mal stark, mal weniger stark, ihre neu gewonnenen Fähigkeiten bieten aber nicht nur Vorteile und das macht "Mara und der Feuerbringer" unter anderem aus. In diesem zweiten Band kriegt das der Leser sogar noch deutlicher zu spüren.

Wo ich von alten Qualitäten sprach: damit meine ich auch den lebhaften Schreibstil, den Krappweis pflegt. Dieser vermittelt auf sehr adäquate Weise die Gefühle der Figuren, die Situationen, in denen sie sich befinden und die Umgebungen, in denen sie landen (ob fiktiv oder real).
Dieser Schreibstil tut sein Gutes wohl auch bei jungen bis sehr jungen Lesern, von denen die meisten sicher über eine ausgeprägte Fantasie verfügen.
Auch typisch für Krappweis: viele Gefühle oder Eindrücke werden mit kreativen Vergleichen vermittelt (z.B. "(...) als würde sie aus einem Baustein aus Weichgummi stehen"). Das sorgt hin und wieder für Schmunzler in der ansonsten doch actiongespickten Story.

Zudem gibt es wie im Band zuvor weitere schöne und die Fantasie inspirierende Illustrationen des Künstlers Adriaan Prent.
Hier auch wieder gilt, dass mehr als genügend Raum für die eigene Vorstellungskraft bleibt.

Last but not least möcht ich die germanische Mythologie ansprechen, mit der sich das Buch auch maßgeblich befasst. In Band 2 lernt der Leser "neue" Götter und Sagengestalten kennen, die Mara vorantreiben, unterstützen oder bedrohen. Aber nicht nur: auch reale Denkmäler und Museen werden behandelt (auch hier gehe ich besser nicht näher darauf ein, um ein Spoilern der Handlung zu vermeiden) und machen die Story noch greifbarer und vielleicht auch neugierig, diese Orte eines Tages (nochmal) zu besuchen.
Überhaupt bietet auch der Fortsetzungsband ausreichend "Inspirationsmaterial", jüngere Leser für die Mythologie unserer Vorfahren zu interessieren. Aber zu diesem Zweck allein sollte das Buch nicht gelesen werden. "Mara und der Feuerbringer" bringt indes eine ordentliche Portion Komik, ein wenig Drama und nicht zuletzt interessante Charaktere (ob sie von Tommy ausgedacht wurden oder aus der Mythologie stammen) und zusammen ergibt dies alles ein überaus genießbares Potpourri in Buchform.

Im Anhang befinden sich ausserdem eine Danksagung des Autors, ein kleines Lexikon zu Namen, Objekten und mythologischen Wesen und eine Reihe von Tipps an die Leser zu Büchern und Internetseiten.

Fazit: ich persönlich halte "Mara und der Feuerbringer - Das Todesmal" nicht nur für einen würdigen Nachfolger des ersten Bandes, sondern sogar noch besser. Wer Band 1 mochte, wird diesen Band sicher mindestens so sehr genießen. Zu meckern habe ich kaum etwas, es hat wirklich Freude gemacht, dieses Buch zu schmöckern. Die Vorfreude auf Band 3 (voraussichtlichter Veröffentlichungstermin im Herbst 2011) lodert bei mir schon :)
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 7, 2010 6:41 PM CET


Ich war Zeuge Jehovas
Ich war Zeuge Jehovas
von Günther Pape
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wertvolle Ergänzung zum anderen Aussteigerbüchern, 1. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Ich war Zeuge Jehovas (Gebundene Ausgabe)
Der im Jahre 1927 geborene Autor Günther Pape rutschte schon durch seinen Vater als Kind in die Lehre der Zeugen Jehovas, überstand die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland und fuhr mit seiner religiösen Tätigkeit nach dem Krieg im Süden Deutschlands fort. Als Missionar und Prediger lebte er mit den dortigen Zeugen Jehovas ein für ihn verantwortungsvolles und frommes Leben. Doch immer öfter nagten Zweifel an ihm, zumal viele Menschen in der Gemeinde sich als feindselig erwiesen. Als die Zweifel immer größer wurden studierte Pape jegliche neue und alte Bücher sowie Zeitschriften der Zeugen Jehovas, um festzustellen, dass die Lehre der Sekte aufgrund scheinbar unzähliger Halbwahrheiten und Widersprüche nicht standhaft sein kann. Er bricht mit seiner Religionsgemeinschaft und findet als immer noch gläubiger Mensch in der katholischen Kirche ein neues religiöses Zuhause.

Zugegeben, gerade letzteres wird es sein, dass das Buch zum Teil kontrovers wirkt bedenkt man die Skandale der katholischen Kirche der letzten Zeit (allen voran die dokumentieren Missbrauchsfälle an Kindern und Jugendlichen durch Geistliche).
Doch wie man zum Ende auch stehen mag, das Buch zeigt die Gedankenwelt eines ehemaligen Zeugen Jehovas auf, der seine zweifelnden Fragen irgendwann nicht mehr verdrängen konnte. Der allergrößte Teil des Buches behandelt die Lehre der Zeugen Jehovas, ihre Literatur und ihre Geschichte. Themen sind unter anderem die Präsidenten der Wachtturmgesellschaft, die Weltuntergangsprophezeiungen (die ja bekanntlich nicht eintrafen) und wie man mit ihnen umging, der Umgang mit Politik und Weltgeschehen und eben die Widersprüche von Aussagen der Präsidenten (etwa wenn der zweite Präsident Joseph Franklin Rutherford auf einmal verwirft, was sein Vorgänger und ZJ-Gründer Charles Taze Russell einmal sagte).
Dies mag ziemlich sachlich und trocken wirken und um ehrlich zu sein kann es sehr leicht sein, dass mancher Leser sich abgeschreckt fühlt.
Doch gerade das mag gar nicht schlecht sein: hier dreht sich nicht alles um die Schilderungen unglücklicher Liebes- oder Familiengeschichten, sondern um Fakten.

Die absolute Wahrheit wird wohl nie zu finden sein (sofern es sie geben mag), doch wenn eine Religionsgemeinschaft diese auf Biegen und Brechen verkünden will und dabei nicht nur vor Widersprüchen und Logikfehlern strotzt sondern auch die "Wahrheit" nach Gutdünken zurechtformt - das will was heissen und dürfte für genug Ernüchterung sorgen.

Insofern ist interessant, was Günther Pape auch durch seine weitreichenden Erfahrungen und durch sein Erlerntes herausfindet. Diese Recherchearbeiten, die wohl eine lange Stange an Arbeit und Mühe bedeuten müssen verdienen Respekt. Das Buch mag arg sachlich wirken und ich bin mir auch nicht sicher, ob man das in der Form z.B. im Schulunterricht für Schüler interessant machen kann, doch Auszüge z.B. aus diesem Werk können sich durchaus als wertvoll für die Aufklärung über die Zeugen Jehovas erweisen.
Auch wenn das Buch von 1961 stammt ist der Inhalt nicht veraltet: heute noch gibt es diese Glaubensgemeinschaft und damit auch ihre Anhänger, die diesselbe "Wahrheit" an möglicht viele Menschen bringen wollen.

Am Ende des Buches gibt es einige Extrakapitel, die ebenfalls hilfreich sein können: die knappe Erklärung des Unterschiedes zwischen einer normalen Bibel und der "zeugeneigenen" Interpretation davon, eine Art Anleitung zum Thema "Wie verhalte ich mich gegenüber Zeugen Jehovas?" und eine Liste mit Adressen zu Anlaufstellen für Interessierte und ehemalige Sektenmitglieder in Deutschland, Österreich und in der Schweiz.
Doch letztere ist eindeutig veraltet (man braucht sich nur die Postleitzahlen anzuschauen) und ich hab zwar nicht geprüft, ob diese Anlaufstellen noch existieren. Dennoch würde ich den Lesern raten, sich auf Eigeninitiave zusätzlich zu informieren, an wen man sich wenden könnte (auch via Internet).

"Ich war Zeuge Jehovas" ist also empfehlenswert und eine sehr nützliche Ergänzung zu anderen Aussteigerbüchern wie dem wesentlich emotionalerem Werk "Ich war eine Zeugin Jehovas" von Martina Schmidt.


Krüger Family Schoko Cappuccino Nachfüllbeutel, 5er Pack (5 x 500 g Beutel)
Krüger Family Schoko Cappuccino Nachfüllbeutel, 5er Pack (5 x 500 g Beutel)
Preis: EUR 16,16

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die "feine Schoko-Note" ist noch untertrieben, 28. Juli 2010
Ich bin ja mehr der Cappu- und Teetrinker als Kaffeetrinker, somit probier ich mich auch gerne beim schaumigen Kaffee-Ersatz durch. Da Krügers Cappuccino in mehreren Sorten ziemlich verbreitet ist, traf ich auch auf den.
Doch mein Urteil fällt nicht so fabelhaft aus.
Erst einmal: ja, was auf der Packung steht, das darf man auch erwarten, nämlich Schoko-Geschmack.
Nur: dieses Getränk gleicht dann mehr einem Kakao als einem Cappuccino und zwar in jeder Hinsicht. Geschmack, Aussehen, Duft und ist auch ohne Zucker schon süß genug. Selbst dann jedoch hat es eher einen faden Geschmack, so dass man doch eventuell nachwürzen würde. Fans von Schaum auf dem Getränk werden ebenso enttäuscht sein. Und nein, ich habe nicht zuwenig Pulver je Tasse benutzt.
Mir fehlt einfach der typisch "kaffeeige" Geschmack, den ein Cappuccino nunmal hat, doch wenn die "feine Schoko-Note" derart überwiegt und das Endergebnis trotzdem alles andere als kräftig schmeckt, ist das enttäuschend für mich.

Ich vergebe dennoch 3 Gnadensterne, denn man kann es immer noch trinken und es ist nicht so, dass es gar nicht schmeckt oder dass ich mich mit Grausen davon abwenden würde. Doch aufgrund der hier eben genannten Eindrücke entscheide ich mich mittlerweile beim Kauf doch wieder für andere Cappu-Produkte.
Mein Tipp: wer diesen Cappuccino zufällig noch mit einem "authentischerem" Produkt im Hause hat, nimmt von beidem ein paar Löffel in die Tasse.


Teekanne Fixapfel Tee 20 x 3g
Teekanne Fixapfel Tee 20 x 3g

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leckerer Fruchttee, etwas säuerlich, 1. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Teekanne Fixapfel Tee 20 x 3g (Misc.)
Dieser Tee "Fix Apfel" ist ein feines Heissgetränk mit dem Geschmack von roten und gelben Äpfeln (kein Granny-Smith-Tee, möchte ich damit sagen).
Menschen, die lieber süß schmeckenden Tee genießen, empfehle ich, Zucker oder Süßstoff oder andere Süßungsmittel dazuzugeben. Denn hier setzt sich der säuerliche Geschmack von Äpfeln durch, angenehm und etwas erfrischend. Bemerkenswert ist der Geschmack auch deshalb, weil sich wunderbare herbstliche Gefühle (so will ich das mal nennen) einstellen, insofern ist der Herbst schon mal eine optimale Zeit, um den Tee zu genießen.
Aber auch sonst passt er dazu, für Kinder ist er auch (evtl. eher gesüßt) ganz sicherlich empfehlenswert.


Meßmer Masir-Tee Minze-Honig Kräutertee 20er
Meßmer Masir-Tee Minze-Honig Kräutertee 20er

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Intensiver Geschmack, wobei Honig leicht die Oberhand gewinnt, 1. Juli 2010
Vorweg: einer der besten Honig-Minze-Tees, die ich bislang trank.
Im Detail: im Geschmack ist der Tee recht intensiv und süßlich.
Es überwiegt der Honig, wenn auch nicht massiv. So unterliegt die Minze ganz leicht, sorgt aber immer noch für ein erfrischendes Gefühl beim Genuss des Tees, sodass die Süßlichkeit ihn nicht absolut beherrscht.
Aufgrund seines für den Hals frischen Minze- und den allgemein süßlichen Honiggeschmack ist dieser Tee vor allem aber für kalte Tage zu empfehlen.


YOGI Tee Schoko Lose, 90 g
YOGI Tee Schoko Lose, 90 g
Wird angeboten von Teaworld
Preis: EUR 4,20

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Angenehmer Kakaogeschmack ohne penetrante Schokonote, 1. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: YOGI Tee Schoko Lose, 90 g (Misc.)
Yogi Tees schmecken jeher auf eine besondere Art und Weise gut, ein passendes Beispiel hierzu ist der Schoko-Tee.
Auch wenn er danach klingt: wer ihn probiert, soll nicht erwarten/muss nicht befürchten, praktisch einen flüssigen Schokoriegel oder Ersatzkakao zu schlürfen. Der Geschmack der Kakaobohne ist perfekt im Tee eingebunden, ohne übertrieben süßlich zu schmecken. Dazu kommt eine milde Würze, die angenehm im Rachen zu spüren ist (mit Ingwer vergleichbar).
Ob lose oder in Beuteln: Dieser Tee ist sicher für jede erdenkliche Zielgruppe geeignet: Kinder, Erwachsene, ältere Leute. Und auch für gemütliche Teerunden und allemal regnerische Tage geeignet.
Die Auswahl an Yogi Tees ist groß, aber diese Sorte kann ich wärmstens empfehlen :)


Gemeinsam sind wir doof: Kalkofes letzte Worte 2
Gemeinsam sind wir doof: Kalkofes letzte Worte 2
von Oliver Kalkofe
  Gebundene Ausgabe

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Für Fans immer noch ein Muss, weist aber kleine Schwächen auf, 15. Mai 2010
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Wie habe ich mich gefreut, als ich überhaupt erfuhr, dass TV-Kritiker Oliver Kalkofe wieder ein Buch schreiben würde. Als Fan dürstet es mich auch wieder nach "Stoff", zumal immer noch keine neue Staffel von "Kalkofes Mattscheibe" seit 2008 erschienen ist.
Zur Erläuterung des Inhaltes an alle "Anfänger": "Kalkofes letzte Worte" sind Kolumnen zu mehr oder weniger aktuellen Themen und Problemen im Bereich der Medien, vor allem natürlich im Bereich des Fernsehens - quasi das größte Sorgenkind in der deutschen Unterhaltungslandschaft. Von diesen Kolumnen erschienen schon zuvor einige Bücher.
Hat man das Buch erst einmal in der Hand, fällt gleich dem Kenner vom Vorgängerbuch auf: nicht dünner, nicht dicker das Buch. Und so ist man es ziemlich schnell durch, wovon ich leicht enttäuscht war, aber das ist nicht das größte Problem.

Doch zuerst zu den Pros:
Die Kolumnen ist wieder ein buntes Potpourri an Besprechungen zu aktuellen televisionären Albträumen wie Dokusoaps, Reality TV, nervtötende Infoeinblendungen, GEZ-Gebühren, die Rolle der Frau im Fernsehen oder aber auch das Festtagsprogramm. Andere Themen wie Nostalgieschwärmereien, Politik, Christentum oder die Jugendjahre werden ebenfalls nicht verschont.
Zwischendurch aufgelockert wird das "Leseprogramm" mit neuen Wer-wird-Millionär-Funfragen oder Rubriken im Newsticker-Stil wie etwa "Shows am Ende" oder "Promis am Ende". Quasi Minikolumnen unter Kolumnen, zwar kürzer, aber auch unterhaltsam. Auch designtechnisch wurde etwa mehr getan.

Doch eine kleine Enttäuschung wartet schon beim Vorwort auf den Leser, denn im vorangegangenen Band von "Kalkofes letzte Worte" rechnete ein langes, gnadenloses Vorwort mit dem heutigen deutschen Fernsehen hart aber gerecht ab. Im neuen Buch dagegen ist es ein Vorwort, genauso kurz wie die restlichen Kolumnen und weitaus weniger, ja, wütend. Jetzt eben eher nach dem Motto "Herzlichen Glückwunsch zum Kauf dieses Buches".
Die Kolumnen lesen sich eigentlich wie immer: mit derber aber kreativer Schreibhand lässt sich Oliver Kalkofe über die schon oben genannten "Krankheiten" aus, die inzwischen - oder immer noch - unsere Sender verseuchen.
Mittlerweile muss ich aber sagen, dass ich mir von ihm doch etwas mehr Kreativität wünschen würde und zwar hinsichtlich der Wortwahl: nicht, dass ich jemand wäre, der beim F-, S- oder wasauchimmer-Wort ins Zucken gerät (wie gesagt: ich bin ja Fan vom Kalki). Aber ein wenig einfallslos wirkt es schon, wenn Kalkofe keine andere Möglichkeit in seiner Meinungsbekundung sehen mag als die exzessive Verwendung von Begriffen aus der Welt der Ausscheidungen. Klar ist es sowas wie ein Merkmal des Autors geworden (und war es schon in den 1990ern), doch eine sparsamere Dosierung seiner gewählten Kraftausdrücke würde seinen Kolumnen doch wieder guttun.
Achtung, liebe Fans: ich sage NICHT, dass Kalki jetzt nur noch völlig sauber schreiben sollte.

Wer darüber hinwegsieht oder wen das überhaupt nicht stört, wird dieses Buch sicher lieben: eine weitere - wenn auch kurze - Möglichkeit, den Griff zum guten alten Buch zu tätigen, um dem Fernsehen die lange Nase machen zu können. Ich freue mich trotz meiner Kritiken immer noch auf weitere Werke von Oliver Kalkofe. Denn gebraucht wird er immer noch.

Sollte das für Neulinge das erste Kalkofe-Buch sein, empfehle ich ihnen lieber zunächst den Griff zum Vorgängerband "Geschafft! Wir sind blöd!".


Frankenstein
Frankenstein
von Mary Shelley
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 6,95

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk, das bis heute spannend bleibt und nachdenklich macht, 7. März 2010
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Frankenstein (Gebundene Ausgabe)
Ganz zum Anfang möchte ich anmerken, dass ich
a) die deutsche Übersetzung gelesen hab
b) ich bis jetzt noch keinerlei Filmumsetzung der Geschichte gesehen hab (unglaublich aber wahr).
In ihr, die im 18. Jahrhundert spielt, trifft ein Schiffskapitän im Eismeer Richtung Norden auf wundersame Weise einen jungen Schweizer namens Viktor Frankenstein, der sich in schlechter körperlicher und seelischer Verfassung befindet. Während seiner Genesungsphase erzählt Frankenstein, was oder besser WER ihn in diese gottverlassene Gegend getrieben hat...Viktor Frankenstein, aufgewachsen in einer liebevollen Familie und Wohlstand setzte sich einst hohe Lebensziele: zum einen seine ihm versprochene Geliebte Elisabeth Lavenza ehelichen, zum anderen ein Studium, um mit der erstmaligen Erschaffung künstlichen Lebens die Menschheit glücklich zu bereichern. Doch das Experiment geriet außer Kontrolle, die Kreatur floh und noch war ungewiss, welches Unheil durch sie noch geschehen würde.
Genauer möchte ich es nicht beschreiben, aus einem einfachen Grund: Mary Shelleys "Frankenstein" steckt voller spannender Details, dass man es einfach selbst gelesen und erfahren haben muss. Die genaueste Beschreibung von Personen, Orten, Gefühlen und Eindrücken trägt viel zu einem der beachtetsten Horrorromane der Literaturgeschichte bei, der von der damals erst 19-jährigen Engländerin Mary Wollstonecraft Shelley verfasst wurde.
Die Charaktere laden zur Identifikation ein, sind lebendig beschrieben und lassen mitfühlen, wie etwa Viktor Frankenstein von seiner glückseligen Jugend zur unfreiwilligen Erfüllung seiner schlimmsten Träume taumelt.
Aber auch das "Monster" kommt zu Wort und lässt wissen, das es im Grunde mit viel Herzensgüte, kindlicher Neugier und nach und nach auch mit einer erstaunlichen Intelligenz ausgestattet war und sich nichts sehnlicher wünschte als Freundschaft, aber erst durch seine grausame Umwelt eine kriminelle Energie entwickelt. Auch ein Punkt, über den man sich Gedanken beim Lesen macht.
Was die Gestaltung des Textes angeht, möchte ich noch einmal daran erinnern, dass ich nicht das englische Original gelesen habe. Die deutsche Version ist der Zeit dieser Geschichte angepasst, eine eloquente Sprache also, die sich durch das gesamte Buch zieht. Selbst wer keine Antenne für dieses Deutsch besitzt, kann sich dennoch mal daran versuchen, belohnt wird man dafür genug. Auch sind freilich alte Worte verstreut, die in heutiger Zeit nicht in der gleichen Form verwendet werden. Als Beispiel kann ich, um drauf vorzubereiten, mal nennen, daß etwa der Begriff "Busen" (damit ist hier schlicht die Brust oder das Innere der Brust beider Geschlechter gemeint) immer wieder wiederholt wird.
Doch wen das nicht stört - und mich störte das nicht - kann einen der berühmtesten Romane kennenlernen voller Schönheit und Schaurigkeit zugleich.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20