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Rezensionen verfasst von
Helmut Hansen (Hamburg)
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Glaube und Vernunft: Enzyklika Fides et ratio
Glaube und Vernunft: Enzyklika Fides et ratio
von Johannes Paul II.
  Taschenbuch

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Magna Charta des Denkens?, 15. Februar 2010
Die Enzyklika "Fides et Ratio" ist zweifellos eines der spektakulärsten Dokumente der Gegenwart. Es beinhaltet nicht nur den Ruf nach einer modernen Metaphysik, es beinhaltet zudem die Versicherung, kein bestimmtes metaphysisches System vorschreiben zu sollen.

Mit dieser Versicherung, sich dem Tribunal der Vernunft zu stellen, hat kein anderer geistiger Führer einer Weltreligion seinen Glauben so exponiert wie Papst Johannes Paul II. Dies macht die Enzyklika "Fides et Ratio" zu einer Magna Charta des Denkens.

Umso mehr steht die Frage im Raum, ob die römisch-katholische Kirche auch dann noch an dieser Haltung festhält, wenn jene von ihr gerufene Metaphysik zu Erkenntnissen kommt, die mit dem Glauben unvereinbar sind.


Der Lebenscode des Universums: Quantenphänomene und die Unsterblichkeit der Seele
Der Lebenscode des Universums: Quantenphänomene und die Unsterblichkeit der Seele
von Rolf Froböse
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

21 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein unterhaltsames und lebendiges Porträt unseres Universums!, 14. April 2009
Die meisten Autoren schrecken vor den weltanschaulichen Implikationen der Quantenphysik zurück. Dr. Froböse hat den Mut, sich diesen Implikationen zu stellen. Man ist überrascht, festzustellen, wie umfassend und weitreichend diese Implikationen sind. Es zeigt sich, dass die Quantenphysik nicht nur für das Verständnis atomarer und subatomarer Teilchen notwendig ist, sondern dass sie für nahezu alle Lebens- und Wissenschaftsbereiche von zentraler Bedeutung sein könnte.
Gleichgültig ob es sich um mysteriöse Koinzidenzen im Alltag, um die Entstehung des Lebens oder um die Unsterblichkeit der Seele handelt, in allem begegnet uns die Quantenphysik mit ihrem quasi-paradoxen Welle-Teilchen-Dualismus.
Der Autor zeigt auf sehr anschauliche Weise, wie diese so verschiedenen Lebens- und Wissensaspekte mit der Quantenphysik zusammenhängen - und dass die Quantenphysik die entscheidende physikalische Theorie ist, um auch all jene rätselhaften Dinge zwischen Himmel und Erde rational verstehen zu können, die sich bisher unserem Verständnis entzogen haben.
Jeder von uns weiß intuitiv, dass es unsichtbare Verbindungen zwischen uns gibt, aber nur die wenigsten von uns wissen, dass es in Gestalt der quantenmechanischen Wellenfunktion innerhalb unseres Universums eine mathematisch präzise Maschinerie gibt, die diese unsichtbaren Verbindungen vermittelt. Noch ungewöhnlicher ist sicherlich die Erkenntnis, dass dieselbe Maschinerie, die uns eine tiefe Verbundenheit zu anderen empfinden lässt, auch dafür verantwortlich ist, dass sich in der Frühzeit der Erde aus der Ursuppe hochorganisierte Erbmoleküle gebildet haben.
Was uns sehr häufig als Allgemeinplatz - Alles ist mit allem verbunden - erscheint, wird durch das vorliegende Buch zu einem lebendigen Porträt unseres Universums.
Der Lebenscode des Universums ist ein gut recherchiertes Buch, dass auf sehr lebendige und unterhaltsame Weise die universelle Relevanz der Quantenphysik aufzeigt. Allen, die einen umfassenden Eindruck von dem revolutionären Charakter der Quantenphysik erhalten wollen, sei dieses Buch empfohlen!


Der Gotteswahn
Der Gotteswahn
von Richard Dawkins
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

31 von 93 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Peinliches Plädoyer für die Vernunft, 11. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Gotteswahn (Gebundene Ausgabe)
Da es Dawkins in seinem Buch darum geht, Religion als kollektiven Wahnsinn zurückzuweisen, sollte man meinen, dass er das Thema ‚Gottesbeweis' - also jenes Thema, in dem es um den Wahrheitsanspruch von Religion geht - besonders sorgfältig behandeln würde.
Doch weit gefehlt: Er liefert hinsichtlich der den thomistischen Gottesbeweisen zugrunde liegenden Argumentationsstrukturen ein ebenso verzerrtes wie auch fragmentarisches Bild. Man kann in der Tat nur schwerlich davon sprechen kann, er habe Gültigkeit dieser Beweise nachhaltig erschüttert. Mehr noch: Es scheint, als habe er sie nicht einmal verstanden.
Ein klassisches und sehr durchsichtiges Beispiel ist der zweite thomistische Gottesbeweis, den Dawkins so präsentiert: "Nichts wird von sich selbst verursacht. Jede Wirkung hat eine vorausgehende Ursache, und wieder landen wir in der [unendlichen] Regression. Diese muss durch eine erste Ursache beendet werden, die wir Gott nennen." (S. 109)
Dass Dawkins zu dem Schluss kommt, auch dieser Gottesbeweis werde, ebenso wie der erste, Opfer einer unendlichen Regression, ist nichts anderes als ein Missverständnis, da er den Begriff der ersten Ursache im Sinne einer zeitlichen Abfolge interpretiert. Doch so ist dieser Begriff von Thomas von Aquin eben nicht gemeint: Erste Ursache meint erste Ursache im Sinne eines (onto-)logischen Beginns. Thomas macht deutlich, dass es notwendig eine erste Bedingung geben muss, damit die von uns in der Welt beobachteten Bedingungsketten überhaupt als existent angenommen werden können. Andernfalls wäre es zu einem unendlichen Regress im Sein gekommen, was unvermeidlich zur Folge gehabt hätte, dass es niemals zu einem von uns beobachtbaren und beobachteten kausalen Wechselspiel von Bedingungen gekommen wäre. Da aber dieses Wechselspiel eine "offenkundige Tatsache" ist, muss, wie Thomas weiter folgert, notwendig die Existenz einer solchen ersten bedingenden Ursache angenommen werden.
Dies zeigt, wie wenig Dawkins diesen Gottesbeweis wirklich verstanden hat. Er wirft ihm also völlig zu Unrecht eine unendliche Regression vor, während dieser Beweis in Wahrheit eine ebensolche unendliche Regression vermeiden hilft. Was an diesem Gottesbeweis kritisierbar ist, ist allein die Tatsache, dass dieser Beweis sich auf eine völlig unspezifische empirische Grundlage stützt - nämlich auf das bloße Faktum der Welt selbst. Er sagt also kein signifikantes Faktum voraus, mit dem sich die Existenz dieses ersten und letzten Grundes in nicht-trivialer Weise beweisen ließe. Der zweite thomistische Gottesbeweis ist also keineswegs falsch, sondern lediglich - vor allen Dingen nach modernen naturwissenschaftlichen Maßstäben - wenig überzeugend. Dies ist sein wahrer Mangel.
Kurzum: Es ist mit Dawkins Kritik an dem philosophischen Kern von Religion schlecht bestellt. Ich hätte mir gern ein vernünftigere Kritik gewünscht, zumal Dawkins für die Vernunft eine Lanze brechen möchte. Wenn Dawkins Buch ein Plädoyer für die Vernunft war, dann war es ein peinliches Plädoyer.
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 18, 2008 9:22 AM CET


Gott erkennen: Das Abenteuer des Gottesbeweise
Gott erkennen: Das Abenteuer des Gottesbeweise
von Klaus Müller
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warum Gottesbeweise auch heute noch ein Abenteuer sind, 4. Juli 2007
Wie das Autorenporträt verrät, ist Klaus Müller Professor für philosophische Grundfragen an der Theologischen Fakultät in Münster. In seinem kaum mehr als einhundert Seiten umfassenden Buch hat er das Thema Gottesbeweis auf eine ebenso profunde wie kompetente Weise behandelt, ohne sich hierbei in scholastische Spitzfindigkeiten zu ergehen.

Das Buch zeichnet sich durch eine bisweilen anspruchsvolle philosophische Sprache aus, die jedoch durchgängig klar und transparent bleibt. Man spürt, dass sich der Autor mit diesem Thema in seiner ganzen Tiefe und Breite auseinandergesetzt hat, was die Lektüre streckenweise zu einem philosophischen 'Leckerbissen' macht.

Wer einen ausgewogenen Überblick zu diesem nach wie vor heiklen Thema wünscht, dem sei das Buch von Müller empfohlen.


Gott existiert
Gott existiert
von Andre Frossard
  Taschenbuch

10 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gott spricht französisch, 17. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Gott existiert (Taschenbuch)
Frossards Buch ist zweifellos ein authentischer Bericht über eine spirituelle Erfahrung. Aber was zweifelhaft erscheint, ist seine "Interpretation". So berichtet er von einer überwältigenden Lichterfahrung: von einem unzerstörbaren Kristall, einer beinahe unerträglichen Helle - und einem blauen Licht.

All dies sind auch Bestandteile klassischer buddhistischer Lichterfahrungen, wie sie im tibetischen Totenbuch - dem Bardo Thodöl - berichtet werden - und die nicht nur auf den Übergang zwischen zwei Leben beschränkt bleiben.

Doch Frossard ist davon überzeugt, eine Stimme gehört zu haben. Und diese Stimme macht außerordentlich präzise Angaben: Sie erklärt, sie sei eine Person. Und sie macht deutlich, dass sie der Gott der römisch-katholischen Kirche sei. Und das alles in akzentfreiem Französisch.

Und genau das macht spirituelle Erfahrungen Einzelner immer unglaubwürdig: sie stellen keinerlei intersubjektiv überprüfbarer Erfahrungen dar. Sie dienen nicht einmal als Vorbild, denn einem Vorbild kann man nacheifern. Wie aber soll man einem jungen Mann nacheifern, der eher beiläufig eine Kirche betreten hat und fünf Minuten später - nach Verlassen dieser Kirche - vorgibt, Gott erfahren zu haben?

Gleichwohl ist es ein bewegendes Zeugnis - und ich habe keinen Zweifel, dass Frossard eine überwältigende spirituelle Erfahrung gemacht. Es stellt sich nur die Frage: Welche?


Denksport-Physik: Fragen und Antworten
Denksport-Physik: Fragen und Antworten
von Lewis C. Epstein
  Taschenbuch

35 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessantes Forschungswerkzeug, 23. Februar 2007
Lewis C. Epsteins Buecher gelten als Schluessel zum Verstaendnis der klassischen wie der modernen Physik. Sie werden vorzugsweise als didaktische Hilfen gesehen, doch sie sind weit mehr. Sie bieten fuer den, der in diesen Buechern zu lesen weiss, auch tiefgruendige Einsichten ueber Probleme der modernen Physik. Mehr noch: Sie erweisen sich als

hocheffiziente Forschungswerkzeuge, um diesen Problemen auf den Leib zu ruecken. Es waere nicht nur wuenschenswert, wenn Epsteins Buechern sehr viel bekannter wuerden, als sie es bisher sind, sondern dass sie auch Eingang in Schulen und Hochschulen finden.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 11, 2008 6:43 PM CET


Das Foucaultsche Pendel: Roman
Das Foucaultsche Pendel: Roman
von Umberto Eco
  Sondereinband
Preis: EUR 9,95

1 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verborgene metaphysische Botschaft, 9. November 2005
Ich bin zweifellos kein klassischer Leser von Ecos Roman. Ich habe dieses Buch gewissermaßen nur von Berufs wegen gelesen. Obwohl der Foucaultsche Pendelversuch letztendlich ein so einfaches Experiment ist, dass man es im eigenem Wohnzimmer durchführen kann, so gibt es bis heute physikalisch Rätsel auf. So kann kein Physiker erklären, warum sich das Foucaultsche Pendel ganz nach den allerfernsten Galaxien am Rande des Universums richtet, während es sich gänzlich unbeeindruckt zeigt von allen dazwischen liegenden kosmischen Bewegungsabläufen, angefangen von der Bewegung der Erde bis hin zu der Drift der Lokalen Galaxiengruppe. Eben dieses Rätsel hat mich lange Zeit beschäftigt, bis ich eines Tages mit Hilfe einer mehr als fünf Jahrhunderte alten Gotteslehre herausfand, dass man dieses rätselhafte Verhalten des Foucaultschen Pendels auch als SIGNATUR GOTTES deuten konnte. Da Eco dem Foucaultschen Pendelversuch nicht nur ein ganzes Buch gewidmet, sondern es zudem in einen betont mittelalterlichen Kontext hineingestellt hatte, war es für mich von einigem Interesse, zu untersuchen, wie er den Pendelversuch gedeutet hatte. Und ich war verblüfft. So erklärt sein Romanheld Belbo auf Seite 278 den Pendel-Versuch mit den Worten: Für einen, der keinen Glauben hat, ist das eine Art, zu Gott zurückzufinden. Und ich fand in seinem Roman weitere Anspielungen, die in dieselbe Richtung wiesen. Obwohl diese kleinen verstreuten metaphysischen Botschaften in Ecos Werk unter einem Wust von okkultistischen und spiritualistischen Bezügen unterzugehen drohen, so empfand ich das Buch am Ende doch als eine atmosphärisch dichte Metapher für die im Foucaultschen Pendelversuch womöglich innewohnende metaphysische Botschaft.


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