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Rezensionen verfasst von
Eric Lyle "eric_lyle"

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Talisker SKYE Single Malt Whisky 0,7 ltr.
Talisker SKYE Single Malt Whisky 0,7 ltr.
Wird angeboten von 1aWhisky
Preis: EUR 33,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aus "10" wird "Skye"!, 12. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Talisker SKYE Single Malt Whisky 0,7 ltr.
Der Talisker Skye soll absehbar den Talisker 10 ersetzen. Womit bereits – eigentlich – alles schon gesagt ist.
Im direktem Vergleich mit dem 10er, würde ich den Skye als „milder“ bezeichnen, mit dezenterem Rauchcharakter, etwas „süßlicher“ und kürzerem Abgang. Beide werden mit 45,8% Alkohol abgefüllt.
Summasumarum ist der „Skye“ (erwartungsgemäß) nur eine Variation des 10er. Auch preislich liegt er, wie sein Vorgänger, um die 30 Euro.
„Ein Schelm, wer Böses dabei denkt“, aber meiner Ansicht nach soll mit dieser „schmeichelnderen“ Version Whiskytrinker angefixt werden , denen der Talisker 10 bisher zu „strong“ war. Bereits mit dem „Storm“ und dem „Port Ruighe“ wurde der Brennereicharakter und die Würzigkeit, die bis dato maßgeblicher Bestandteil eines Talisker waren, zurückgenommen.
Fazit: In dieser Preiskategorie nichtsdestotrotz ein (sehr) guter Whisky, aber definitiv kein neuer brillianter Wurf der Brennerei Talisker.
Persönlich hoffe ich allerdings, dass aus dem Vorhaben des Austausches nichts wird und uns der 10er erhalten bleibt. Dieses „Zielschießen“ auf den Massengeschmack und das Aufweichen von Charaktereigenschaften mag auf den ersten Blick betriebswirtschaftlich sinnvoll sein, schade nur, dass traditionelle Whiskyliebhaber dabei auf der Strecke bleiben.


Winterreise
Winterreise
Wird angeboten von Medienvertrieb & Verlag
Preis: EUR 17,64

2.0 von 5 Sternen Weit hinter den Erwartungen zurück!, 19. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Winterreise (Audio CD)
Gleich vorweg, ich bin ein großer Anhänger von Dietrich Fischer-Dieskau und nicht minder von Murray Perahia. Was kann es da Schöneres geben, als ein Gipfeltreffen der beiden herausragenden Künstler mit Schuberts „Winterreise“?!

Bei den schon fast unzähligen Aufnahmen von Schuberts „Winterreise“ ist es müßig über Qualität, Niveau, Referenzaufnahme etc. zu diskutieren, da schlußendlich das individuelle Empfinden ausschlaggebend ist. Für mich persönlich ist die Einspielung von Dietrich Fischer-Dieskau mit Gerald Moore aus dem Jahre 1972 die hervorragendste.

Nun aber zu der Fischer-Dieskau Aufnahme von 1990 mit Murray Perahia.
Fischer-Dieskau war zu dem Zeitpunkt der Einspielung 65 Jahre alt und die Aufnahme entstand während einer TV-Produktion in der Siemens Villa in Berlin. Auch wenn auf der CD mit 20-bit Technologie und „high definition sound“ geworben wird, ist die Qualität äusserst dürftig. Die Mikrofone standen (deutlich hörbar) in einiger Entfernung und der klanglichen Abmischung fehlt es an Transparenz und Detailzeichnung. Wie bereits angemerkt, war Fischer-Dieskau, aufgrund seines Alters, stimmlich nicht mehr auf Topniveau. Die fade Aufnahmequalität ergänzt diesen Umstand negativ. Murray Perahia spielt souverän, überzeugt aber weder als eleganter Begleiter (wie es damals Gerald Moore so perfekt beherrschte) noch setzt er spielerische Akzente.

De facto bleibt eine Einspielung der „Winterreise“, die deutlich hinter den Erwartungen, die man bei solch großen Namen erwarten darf, zurückbleibt.


Sucht mein Herz in der Prärie: Jim Bridger - Mountain Man
Sucht mein Herz in der Prärie: Jim Bridger - Mountain Man
Preis: EUR 3,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Legendärer Trapper, Mountain Men und Entdecker des Wilden Westen., 28. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Autor Dietmar Kuegler begiebt sich auf Spurensuche nach Jim Bridger (1804-1881), einem der legendärsten Trapper, Mountain Men und Entdecker des Wilden Westen.

Spannend wie ein Roman schildert Kuegler den Werdegang Bridgers, der als 12-jähriger Waise wurde und sich vom einfachen Arbeiter, über die Jahre, zu einem erfolgreichen Pelzjäger, Scout und Unternehmer entwickelte.
Dank vielen (wenn auch nicht immer einhundertprozentig glaubhaften) historischer Quellen, zeichnet Kuegler die Stationen einer beeindruckenden Persönlichkeit nach, die ebenfalls durch ihren Entdeckergeist – Bridger erlangte umfangreichen geografische Kentnisse durch seine Reisen – in die amerikanische Geschichte einging.

Etliches Bildmaterial (historisches und neuzeitliches durch den Autor) komplettiert das Werk.

„Sucht mein Herz in der Prärie“ ist eine klare Empfehlung für alle, die Interesse an der Pionierzeit der U.S.A. haben und einen unverklärt realistischen Einblick über das Leben (und Sterben) zur Zeit der großen Indianerkriege und des Sezessionskriegs haben möchten.


Nymphomaniac Vol. I & II [Blu-ray] [Director's Cut]
Nymphomaniac Vol. I & II [Blu-ray] [Director's Cut]
DVD ~ Christian Slater
Preis: EUR 18,99

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kein Grund zum "Maniac" zu werden!, 10. Dezember 2014
An einem Winterabend findet der Gelehrte Seligman (Stellan Skarsgard) durch Zufall eine ohnmächtige Frau (Charlotte Gainsbourg) in einem Hinterhof. Nachdem sie zu Bewusstsein gekommen ist, lehnt sie das Alarmieren von Krankenwagen und Polizei ab und wird von dem alternden Junggesellen mit in seine Wohnung genommen. Nach kurzer Erholungsphase beginnt sie Seligman ihre Lebensgeschichte zu erzählen, die dominant durch ihre nymphomanische Veranlagung gepägt war/ist…

„Nymph()maniac“ ist ein Spielfilm des dänischen Regisseurs Lars von Trier, der aufgrund seiner Länge von ca. 325 Min. (Director's Cut) in zwei Teilen erscheint.
Der erste Teil unterscheidet sich sowohl inhaltlich, wie stilistisch stark von dem zweiten, was unter anderem auch zu einer FSK18 Freigabe für den 2. Teil führte.
Teil 1 thematisiert das Aufwachsen von Joe (Stacy Martin – später Charlotte Gainsbourg) und ihre sexuelle Entwicklung und erotischen Erfahrungen bis zu einem Alter von ca. Mitte 20.
Teil 2 beinhaltet den weiteren Lebensweg Joes bis zu dem schicksalhaften Abend bei Seligman.

Lars von Trier ist bereits seit seinen Anfängen als Regisseur und Drehbuchautor für seinen radikalen Werke bekannt. Seine schonungslose Darstellung von Sex und Gewalt spaltet im Urteil regelmäßig Kritiker und Cineasten.

Bereits während der Dreharbeiten zu „Nymph()maniac“ brodelte die mediale Grüchteküche, ob und inwieweit die Schauspieler die pornografischen Szenen „selbst“ dargestellt hätten oder nicht?! Schlußendlich wurde bekanntgegeben, dass Pornodarsteller die Schauspieler doubelten und delikate Szenen digital ergänzt, b.z.w. „überarbeitet“ wurden.
Über die Absurdität und das Groteske dieser Vorgehensweise mag man geteilter Meinung sein.

Was nun das filmische Gesamtwerk an sich betrifft, ist die erste Hälfte (der erste Teil) deutlich strukturierter, stimmiger und besitzt die besseren Szenen (z.B. der Auftritt der Ehefrau, Mrs. H, in Joes Wohnung). Der 2. Teil gleitet streckenweise ins Absurde und Lächerliche ab und kann die „Spannung“ nicht aufrechterhalten. So brilliant Lars von Trier auch inszenieren kann, sind 325 Min. Gesamtlaufzeit einfach zu lang. Etliche Passagen voller Oberflächlichkeit (speziell im 2. Teil) trüben den Gesamteindruck und hinterlassen einen faden Geschmack.
Fazit: Ein Lars von Trier Film ist immer noch ein Ereignis, auch wenn „Nymph()maniac“ nicht zu seinen stärksten Werken gehört!


Sony DSC-RX100 III Digitalkamera (20 Megapixel Exmor R Sensor, 3-fach opt. Zoom, 7,6 cm (3 Zoll) Display, Full HD, WiFi/NFC) schwarz
Sony DSC-RX100 III Digitalkamera (20 Megapixel Exmor R Sensor, 3-fach opt. Zoom, 7,6 cm (3 Zoll) Display, Full HD, WiFi/NFC) schwarz
Preis: EUR 679,00

48 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fast perfekt!, 1. Juli 2014
Gleich vorweg, derzeit gibt es keinen Fotoapparat eines Konkurenzunternehmens, der einen 1 Zoll Sensor mit 20 Mio. Pixel bei diesen (ca. 10,2 cm x 5,8 cm x 4 cm) kompakten Ausmaßen besitzt.

Die Sony RX100 MIII ist die dritte Ausbaustufe der RX100 Reihe. Von Modell zu Modell gab es mehr oder weniger sinnvolle Änderungen. Ich beschränke mich jetzt auf die Unterschiede zu dem Vorgängermodell M II.

- Der Blitzschuh ist (völlig zu Recht) verschwunden, was die Kamera wieder optisch ansprechender und kompakter macht. Zumal der Einsatz eines Zusatz-, Aufsteckblitzes bei solch einem Modell eher gering ist und die Zweitverwendung für einen aufsteckbaren Sucher auch hinfällig ist, da…

- Ein (auf Wunsch) ausklappbarer LED-Sucher ist im Gehäuse integriert. Dieser ist mit dem optischen Empfinden eines klassischen Suchers natürlich nicht vergleichbar, soll aber wahrscheinlich nur bei extremen Lichtverhältnissen zum Einsatz kommen - und dafür ist er zweckmäßig.

- Nun kommt mein persönlich großes „für und wider“ - deshalb auch einen Stern Abzug! Bei der M II hatte Sony ein Objektiv mit der Brennweite (klassisch) von 28 - 100 mm verbaut. Mehr oder weniger Standard im Kompaktkamerabereich. Großes Manko dabei war jedoch die Lichtstärke. Bei 28 mm zwar hervorragend mit F1.8 startend, ging die Lichtstärke allerdings bei ausgefahrenem Tele (100 mm) mit F4.9 dann stark in die Knie. Dies schien Sony ähnlich zu sehen, woraufhin die MK III nun mit einer Blende von F1.8 - F2.8 ausgestattet wurde. Große Freude im ersten Moment, woraufhin gleich die Ernüchterung folgte: Der Telebereich endet jetzt bei 70 mm!!! Ergebnis: Zwar mehr Licht, aber dafür auch deutlich eingeschränkter Zoombereich!

- Die Werte, 20 Megapixel/1 Zoll, sind zwar identisch zum Vorgängermodell, aber laut Hersteller soll die M III auch einen neuen Bildprozessor besitzen. Optisch lässt sich für mich dahingehend nichts erkennen, aber vielleicht ist es ja technisch meßbar…!

- Im Videobereich hat die M III stark nachgelegt. Erhöhte Datenrate und mp4 Format. Ein eindeutiges +.

- Letzte (meiner Ansicht nach) völlig sinnfreie Erweiterung ist das nun um 180 Grad drehbare Display. Jetzt kann ich ENDLICH „Selfies“ machen!!!

Fazit:

Die Sony RX100 M III ist eine eindeutige Empfehlung für semiprofessionelle, b.z.w passionierte Hobbyfotografen. Die Bildqualität hat SLR Niveau und die vielen individuellen Anpassungen und Einstellmöglichkeiten lassen (zumindest bei mir) keine Wünsche offen. Fairerweise sollte man aber auch anmerken, dass sie für Gelegenheits-, Urlaubs-, oder Schnappschussfotografen eher weniger geeignet ist. Nicht nur einmal hörte ich in den letzten Tagen den Satz: „ach, die ist viel zu kompliziert für mich“. Sicherlich kann man die MK III auch vollautomatisch ihre Arbeit machen lassen, aber für Urlaubs-, oder Wochenendeinsätze gibt es deutlich günstigere Kompaktkameras mit größeren Brennweiten, die dahingehend sinniger und zweckentsprechender ihren Dienst erfüllen.
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 27, 2014 1:36 PM MEST


Tagebücher 2002 - 2012
Tagebücher 2002 - 2012
von Fritz J. Raddatz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

20 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Licht und Schatten, 12. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Tagebücher 2002 - 2012 (Gebundene Ausgabe)
F. J. Raddatz besitzt, trotz seines betagten Alters, immer noch einen hellwachen Verstand und ist nach wie vor ein messerscharfer Kritiker.
In dem nun erschienenen Folgeband (Tagebücher 2002-2012) seiner Tagebücher (1982-2001) geht er ab und an recht rabiat gegen ehemalige Kollegen und Weggefährten vor, bemängelt den aktuellen Kulturbetrieb und polemisiert fleißig in alle Richtungen.
Parallel dazu zelebriert er den Abgesang ans Leben und jammert auf hohem Niveau.
Gerade Letzteres ist es, was in den Tagebüchern hintenraus anstrengend wird und nervt.
Auch wenn seine Klagen durchaus Anflüge von Selbstironie besitzten, praktiziert er doch genau das, was er auf vielen Seiten anderen vorwirft. Selbstgefälligkeit, Überheblichkeit und die Sucht nach Anerkennung.
Sicherlich kann man ihm auch beipflichten, dass Stil und Niveau in unserer Gesellschaft immer mehr verkommt, aber hat Raddatz es wirklich so nötig, sich (mit 82 Jahren) ständig als distinguierter Ästhet zu präsentieren?!
So brilliant Raddatz immer noch formulieren kann und man sich seitenlang köstlich amüsiert, hätte ich mir doch mehr Souveränität gewünscht. Schade, dass ein so geistreicher Kopf im hohen Alter nicht mehr Distanz zu eitlen und narzisstischen Bedürfnissen aufbauen, auf ein erfülltes Leben zurückblicken und mehr in sich ruhen kann.


Lovelace
Lovelace
DVD ~ Amanda Seyfried
Preis: EUR 9,99

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Glattgebügelter und moralisch zu oberflächlicher Film, 6. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Lovelace (DVD)
"Lovelace" erzählt die Geschichte der überaus populären 70er-Jahre Pornodarstellerin Linda Lovelace.

Darstellerisch hervorragend besetzt und optisch sehr stimmungsvoll in Szene gesetzt, hapert es jedoch gewaltig am Drehbuch.
Beginnend mit dem Einstieg in die Hardcore-Szene und endend mit ihrem (vorläufigen) Ausstieg und Wandel zu einem bürgerlichen und konservativen Leben, kratzt der Film inhaltlich leider nur an der Oberfläche.

Bis zu ihrem (verhältnismäßig) frühen Tod mit 53 Jahren durch einen Autounfall, änderte Linda Boreman/Lovelance immer wieder ihre Ansichten und Einstellungen, was ihren Lebensabschnitt in der Pornoindustrie betraf. Von einer gnadenlosen Abrechnung bis zu weiteren Auftritten in Softpornofilmen, kurz vor ihrem Tod, zeigt ihr zwiespältiges Wesen auf und hinterfragt die Glaubwürdigkeit und den Wahrheitsgehalt ihrer Ausführungen.

Leider entziehen sich die beiden Filmemacher Epstein und Friedman diesem (wie ich finde) überaus interessantem Aspekt und klammern ebenso ihre Drogensucht aus.

Was bleibt, ist ein glattgebügelter und moralisch zu oberflächlicher Film, der als Biopic deutlich mehr Potential gehabt hätte.


The Legend of Kaspar Hauser (Musik: VITALIC) [Blu-ray]
The Legend of Kaspar Hauser (Musik: VITALIC) [Blu-ray]
DVD ~ Vincent Gallo
Preis: EUR 11,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Stil - Top : Inhalt Flop, 6. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Auf einer kleinen Mittelmeerinsel wird eines Tages ein Jugendlicher angespült, der lediglich Turnschuhe, eine Trainingshose und einen Kopfhörer trägt. Über Brust und Bauch ist in großen Buchstaben der Name Kaspar Hauser tätowiert. Je nachdem, um welchen Inselbewohner es sich handelt, wird Kaspar Hauser entweder verehrt und bewundert oder gefürchtet und abgelehnt. Er selbst spricht kaum, sondern bewegt sich meist tanzend, hüpfend und zuckend zu Techno-Klängen. Der ortsansässige Sheriff nimmt sich ihm an und bildet ihn zum DJ aus...

"The Legend of Kaspar Hauser" kann man als Experimentalfilm bezeichnen, der sich bewusst einer konservativen Erzählweise widersetzt. Die titelgebende historische Figur Kaspar Hauser dient aber nur als Leitmotiv des Fremden, der zwischen Vergötterung und Ablehnung steht. Außer ihm tauchen nur "klassische" Erzählfiguren auf: der Sheriff, die Baronin, der Priester, der Gangster (Pusher), die Hure und der Gehilfe/Handlanger.

Stilistisch ist "The Legend of Kaspar Hauser" herausragend. Der komplett in schwarz-weiss gedrehte Film besitzt eindrucksvolle Szenen und Einstellungen. Auch bei der Besetzung hat Regisseur Davide Manuli ein sehr gutes Gespür bewiesen. Die Hauptfigur Kaspar Hauser mit einer Frau (Silvia Calderoni) zu besetzten, die ein sehr androgyner Typ ist und somit die Zwiespältigkeit der Figur noch unterstreicht, war ein brillianter Einfall. Vincent Gallo, der sich gerne im Underground-Film und "Abseitigen" bewegt, in der Rolle des Sheriffs und Gangsters (Pusher), ist immer ein Gewinn für jeden Film.

Leider (deshalb nur 3 Sterne) ist es jedoch so, dass "The Legend of Kaspar Hauser" inhaltlich nicht überzeugen kann. Da kein "roter Faden" die Handlung bestimmt, müssten die einzelnen Szenen, was Dialoge und Aktionen betrifft, einen beeindrucken, zum nachdenken anregen oder - was auch immer. Hier passiert aber leider meist nichts. Zu Vieles bleibt belanglos und oberflächlich.

Abschließend sollte noch erwähnt werden, dass "The Legend of Kaspar Hauser" keine synchronisierte deutsche Tonspur besitzt. Es lässt sich nur ein Tonformat auswählen. Gesprochen wird Italienisch und Englisch, welches untertitelt wird.


Hotel Noir
Hotel Noir
DVD ~ Malin Ackerman
Preis: EUR 3,97

11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schwacher Versuch einer Homage an den "Film Noir", 7. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Hotel Noir (DVD)
Wenn ein Spielfilm, der 2012 konsequent in Schwarz/Weiß gedreht wurde, dessen Handlung 1958 spielt und im Titel das Wort "Noir" trägt, weiß man (zumindest in Grundzügen) was einen erwartet.

Regisseur Sebastian Gutierrez hat mit "Hotel Noir" eine Homage an den klassischen Gangsterfilm der 40er und 50er Jahre gedreht und bedient sich souverän aller Klischees dieses Genres.

Nach einem furiosen Start mit Danny DeVito als Duschkabinen-Tür-Verkäufer (!!!), der von einer Kundin beinahe verführt wird, dann aber als Seelentröster herhalten muss, schwenkt der Film zur eigentlichen Geschichte über. Hier tauchen nun die genretypischen Figuren auf: Hardboiled-Detective, Femme fatale, korrupter Cop, Kleinganove u.s.w., u.s.w.

Leider entwickelt sich jetzt aber keine gute Story. Die Handlung ist Stückwerk und wirkt wie eine szenische Zusammensetzung aus Chandler, Hammett, Woolrich, Thompson oder Ellroy Krimis.
Die Figuren bleiben, trotz passabler Schauspieler (Rufus Sewell, Danny DeVito, Rosario Dawson...), blass und uninspiriert.
Auch optisch kann "Hotel Noir" nicht überzeugen. Obwohl Regisseur Gutierrez sich offensichtlich an der "Schwarzen Serie" orientiert, fehlt doch der dramaturgische Einsatz von Licht und Schatten, den die Kameraleute zu dieser Zeit so brilliant beherrschten.

Alles in allem bleibt ein schwacher Versuch einer Filmgattung zu huldigen, die - wie man (negativ) im Falle von "Hotel Noir" sieht - ihren Stellenwert in der Filmgeschichte nicht zu Unrecht hat.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 30, 2014 3:55 PM MEST


Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Band 1: Auf dem Weg zu Swann
Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Band 1: Auf dem Weg zu Swann
von Marcel Proust
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

38 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Teufel sitzt im Detail, 3. November 2013
Wie bereits in meiner Rezension über die Neuübersetzung von Bulgakows Meister und Margarita erwähnt, bin ich kein gnadenloser Befürworter von Neu-, oder Nachübersetzungen. Meiner Ansicht nach steht in erster Linie (von Verlagsseite) lediglich das Interesse, angestaubten Klassiker wieder zu erträglichen Umsatzzahlen zu verhelfen. Dies nur nebenbei.

Vor dem Autor/Übersetzer Bernd-Jürgen Fischer sollte man ersteinmal den Hut ziehen. Sich Prousts Mammutwerk "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" vorzunehmen, ist aufgrund des bekannten Inhalts und Umfangs ja schon fast eine Lebensaufgabe.

Nun habe ich zum 2. Mal in den Bücherschrank gegriffen um eine "alte" Ausgabe herauszuziehen und mir ein weiteres Mal "die Mühe" gemacht, selbige parallel zur Neuausgabe zu lesen!

Was mir sehr zusagte, war die Tatsache, dass Fischer nicht mit "Gewalt" Verbesserungen erzwingt, sondern Veränderungen subtil und bedachtsam durchführt.
Bei "fragwürdigen" Passagen und stark abweichender Übersetzung zu dem Text seiner Vorgängerin Eva Rechel-Mertens, habe ich zum französischen Original gegriffen und "direkt" übersetzt. Dabei war es nicht nur einmal so, dass mir Rechel-Mertens Übersetzung "sinngemäß" näher war, auch wenn sie nicht das benutzte Wort 1:1 aus dem Französischen übertragen hat.

Man darf geteilter Meinung sein über die Notwendigkeit und den Sinn dieses gewaltige Werk neu zu übersetzen, aber die Übertragung von Bernd-Jürgen Fischer ist mit Sicherheit ein Zugewinn gegenüber manch anderer, die in den letzten Jahren an etlichen Klassikern vorgenommen wurden.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 26, 2015 4:34 PM CET


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