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Rezensionen verfasst von
E. Diel "Gideleser" (München)
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Der Seemann, der die See verriet. Roman
Der Seemann, der die See verriet. Roman
von Yukio Mishima
  Taschenbuch

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wellen und wahnsinnige Kinder..., 24. März 2012
Diese Novelle Mishimas ist gekennzeichnet durch eine kühle Perfektion, Distanz ist immer spürbar, was nicht heißt, dass man etwa nicht mitgerissen wird; nein, ganz im Gegenteil, man hofft bis zur letzten Seite, dass die dunklen Ahnungen die man hegt, nicht eintreffen werden -

mich persönlich hat dieses Werk Mishimas nicht ganz so berührt und beeindruckt wie anderes, aber es ist immer noch weitaus besser als der Durchschnitt.
Fans werden sich freuen...


Djamileh
Djamileh
Preis: EUR 14,69

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bizet vor Carmen..., 20. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Djamileh (Audio CD)
Georges Bizet, dessen "Carmen" kurz nach seinem frühzeitigen Tode Inbegriff der Oper wurde, ist vielen nur durch dieses Werk bekannt... Er verfasste viele weitere Opern, unter denen diese mir am meisten gefällt.

Kairo im neunzehnten Jahrhundert: Der reiche Harun hat einen Harem, der ihn langweilt, so oft wie möglich versucht er neue amouröse Bekanntschaften zu schließen, seine Sklavin Djamileh, die schwer in ihn verliebt ist, versucht sich mithilfe ihres Freundes Splendiano als eine dieser Bekanntschaften auszugeben. Der reiche Harun erkennt sie, ist von ihrer Mühe aber so gerührt, dasser ihr eine Chance gibt und sie zu seiner Lieblingsfrau ernennt.

Was recht trivial und oberflächlich anmutet,hat zumindest einen Grundgedanken von einiger Tiefe; wahre Liebe, die Launenhaftigkeit besieht. Die Musik besticht durch exotische Istrumentierung und einen Frauenchor, der wie auf Wolken singt. Sie hat etwas ungemein Individuell-Verspieltes, soforthört man Orient, aber nicht klischeebehaftet, eher neugierieg, man atmet den Rauch von Haruns Schischa...
Lucia Popp als Djalimeh (ein Alt in der weiblichen Hauptrolle, ebenfalls ungewöhnlich für eine Oper, hier aber wohl eher Mezzosopran) sowie alle anderen Solisten (auch Harun als GottseiDank guter Tenor) singen mit Charakter und Gefühl...
Das ist ein Bizetvor Carmen, schon geschickt und experimentierfreudig, interessanter als im enttäuschenden - und öfter gespieltem - Pecheurs de perles, sodass ich die nur elf Aufführungen, die es nach der Weltpremiere erlebte, nicht nachvollziehen kann...

Hörenswert, ein Genuss.


Die Dramen
Die Dramen
von Federico García Lorca
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Angenehm - amoralisch - andalusisch!, 28. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Dramen (Gebundene Ausgabe)
Die Dramen Federico García Lorcas, DIE spanischen Dramen des vergangenen Jahrhunderts, die Seele Andalusiens liegt in diesen Werken fast wie in den Gedichten des begabten Südspaniers. Es sind freilich nicht viele, zu früh wurde der Antifaschist von Francos Schergen erschossen.
Für Fans, Neu-Entdecker, Liebhaber nicht nur von Lorca, von Literatur überhaupt.
Kraftvolle leidenschaftliche Stücke in einer etwas veralteten, dennoch guten Übersetzung, voller Pathos und Poesie. Einfallsreich und ungemein wortschön, romantisch und berückend, sind Lorcas Dramen.
Es beinhaltet seine ersten etwas unbeholfenen wie "Mariana Pineda" über die abstrakteren wie "Sobald Fünf Jahre vergehen" bis hin zur berühmten Todestrilogie aus "Yerma", "Bluthochzeit" und "Bernarda Albas Haus". Es fehlen die Stücke aus dem Nachlass, voll genug ist das Buch trotz alledem.


Lady Windermeres Fächer Die Geschichte einer anständigen Frau. Komödie in vier Akten. Tb
Lady Windermeres Fächer Die Geschichte einer anständigen Frau. Komödie in vier Akten. Tb

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wilde!, 2. Juni 2010
Mit dieser Komödie begann Wildes kurze, aber glanzvolle Erfolgsphase. Die unverschämte Ansprache, die er danach auf der Bühne hielt, tat ihr übriges und bald hatte London einen neuen literischesn Star.
Das Stück ist kürzer als die späteren, aber es beinhaltet schon alle typischen Merkmale des Wilde'schen Kosmos; Wortspiele, übertriebener Gesellschaftsspott, herrlich Irrungen und Wirrungen, Dummheiten, sogar etwas Philosophie und natürlich die brillanten, beispiellosen Dialoge! Köstliche und sympathische Charaktere.


Sechs moderne Nô-Spiele
Sechs moderne Nô-Spiele
von Yukio Mishima
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitlose Dramatik..., 2. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Sechs moderne Nô-Spiele (Broschiert)
Mit seinen "No-Spielen" hatte der junge, im Ausland noch relativ unbekannte Mishima seine ersten großen Erfolge in Europa.
Er verbindet die klassischen Traditionen des japanische No-Theaters mit Elementen des modernen Theaters. Die Geschichten als solche sind manchmal japanische Mythen, z.B die alte, ein als große Schönheit gefeierte Hofdame Ono no Komachi, die jetzt als alte Hexe Zigarettenstummel in einem Park sammelt. Oder einer schweigsamen und eleganten Frau, die einen alten Bewunderer veräppelt und seinen Tod mitansehen muss. All das erzählt Mishima in einem herrlich schlichten, ungemein poetischem Stil von anmutiger KLarheit. Eine starke Symbolik und viel Ästhetik durchziehen diese traumhaften Stücke...


Jenseits vom Horizont: Stück in 3 Akten
Jenseits vom Horizont: Stück in 3 Akten
von Eugene O'Neill
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,40

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen O Neill am Anfang..., 5. Mai 2010
Eines der ersten Erfolgsdramen des Nobelpreisträgers von 1936.
Relativ schnell und leicht zu lesen. Es ist nicht im Ansatz so feinsinnig und tiefschichtig wie spätere Werke, aber es lässt schon die Themen erkennen, denen er sich später so gerne zuwandte: Ergebung in die Umstände, Vergewaltigung durch die Umstände, Unglück... Insgesamt wirkt das Werk noch relativ unreif, ist aber sicher ein guter Einstieg in das Werk dieses Schrifstellers.


Kein Titel verfügbar

5.0 von 5 Sternen Abstrakt, 27. April 2010
Abstrakt - das ist zunächst das einzige Wort, mit dem man dieses Drama beschreiben könnte. Es ist ungemein impressionistisch, ungreifbar, erfordert viel Konzentration und man kann wohl erst nach einer Weile folgen.
Camino Real - der Königsweg, die Straße namens Leben. egendäre Gestalten geben sich ein melancholisches Stelldichein. Manche sind GEfangene ihres GEldes in einem Luxushotel, viele andere verkümmern in der Gosse. Vor allem berührend sind bsw die Monologe der Kameliendame, Casanovas und Lord Byrons. Wie immer WIlliams' einzigartieg Symbolkrakt, seine Liebe zum Detail...

Dies war das erste Stück, in dem die Schauspieler die Bühne verließen. Das Publikum war entsetzt.
Ohne Frage: Ein Kunstwerk.


Die tätowierte Rose: Stück in drei Akten
Die tätowierte Rose: Stück in drei Akten
von Tennessee Williams
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

4.0 von 5 Sternen Williams mal optimistisch..., 17. April 2010
Unter all seinen Dramen ist dies das einzige mit einem "Happy End"
Der erste Akt allerdings ist immer noch dramatisch genug.
Nach dem Tode ihres angebetenen Mannes lebt Serafina abgeschieden vom Rest der Welt in ihrem Haus in einem sizilianischen Dorf bei New Orleans. Sie ist inbrünstig religiös und hält ihre Tochter gefangen. Dieser Wahnsinn endet erst, als sie einen ihrem Mann ähnlichen Lastwagenchauffeur kennenlernt und sich ihm nach langem Zögern hingibt. Wenig Handlung, viel idyllische Atmosphäre. Das Stück ist durchzogen von der Symbolik der Rose, was allem eine kunstsinnige unterschwellige Note verleiht. Trotz der leidenschaftlichen Sprache erstickt man nie in Kitsch. Es fehlt ein wenig die explosive Spannung von Williams' anderen Dramen, was wohl unter anderem auf das Happy End zurückzuführen ist. Passenderweise ist dieses romantische Stücklein seinem Lebensgefährten gewidmet.


Der letzte Kaiser
Der letzte Kaiser
DVD ~ John Lone
Wird angeboten von Filmnoir
Preis: EUR 6,90

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bertolucci, wie er leibt und lebt, 11. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Der letzte Kaiser (DVD)
"Der Letzte Kaiser" ist ein gewalitges Epos - überwältigende Bilder, Massen von Schauspielern, prachtvolle Kostüme...
Dieser Augenshcmaus ist aber nur die eine Seite de Filmes, auf der anderen steht die psychologische Entwicklung eines Menschen. Ja, in der Tat, ist die Stimmung des FIlmes eher ruhig, trotz der bewegten Handlung.
Pu Yi, letzter Keiser Chinas, wird in einem kommunistischen Lager umerzogen. Unterbrochen wird das von Rückblenden, die seinen Weg hierhin aufweisen; wie er als kleines Kind in die Verbotene Stadt gebracht wurde, von seiner Mutter getrennt, wie er abgeschottet im Kaiserpalast aufwächst, während außerhalb der Mauern AUfstände das LAnd erschüttern, wie er letztendlich den Palast verlassen muss und als westlich orientierter Playboy dahinlebt, wie er erneut Kaiser wird, diesmal des Marionettenstaates Mandschukuo und letztendlich seinen Sturz. Am Ende ist er Gärtner...

Vor allem gut brachte war im Film die Gleichbedeutung von Macht und GEfangenschaft. Jedesmal, wenn er Kaiser war, haben sich die prachtvollen Palasttore vor ihm verschlossen und beide Male verlor er Frauen, die er liebte - erst seine Mutter, dann seine Gemahlin. Rührend und ergreifend schildert der Film auch deren Abstieg von einer strahlenden Monarchin zur verbitterten, opiumabhängigen Frau.
Die Musik des japanischen Meistermusiker Ryuichi Sakamotos trägt stark zur mitreißenden Atmosphäre des Filmes bei - die neun Oscars sind wohlverdient. Fünf Sterne, und noch mehr, wenn möglich wären. Aber natürlich braucht man Ausdauer für dieses Kunstwerk...
Besser als vorstellbar schildert dieser Film die "extremste Biografie des Jahrhunderts", nämlich die eines Menschen, der in eine Zeit geboren wurde, aber in einer erzogen, die längst vergangen war.


Isabelle: Erzählung
Isabelle: Erzählung
von André Gide
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Seicht und sentimental, 5. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Isabelle: Erzählung (Taschenbuch)
"Eine großartige psychologische Charakterstudie" wird es auf der Rückseite genannt. Nur leider kommt insgesamt der Charakter hier nicht ganz durch... 1911 erschien "Isabelle" und war einer der ersten kommerziellen Erfolge Gides. Vielleicht, weil es seichter ist als andere Werke? Insgesamt handelt es sich um eiine recht sentimentale Geschichte, die sich um ein altes Schloss, eine verarmte Adelsfamilie und deren verstoßene Tochter dreht. All das wird entdeckt von einem jungen Mann, der von einem Bilde der Tochter bezaubert ist, sie dann selbst kennen lernt und resigniert. Wahre Tiefe kommt kaum auf, alles scheint aus der Fassade des Schlosses und des Bildes zu bestehen.
Die romantische Idylle harmoniert auf eine seltsame Art und Weise mit der Erzählung, die sich nicht entscheiden kann, ob sie seicht oder übertrieben sein soll.
Gide selbst distanzierte sich später angewidert von diesem Werk, es ist mit anderen nicht vergleichbar.
Dennoch - Die Sprache ist grandios, noch das schmuckreiche und detailverliebte Handwerk eines Symbolisten.


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