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Rezensionen verfasst von
Fili2489 "Christopher" (Dortmund, NRW)

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Born This Way (Special Edition)
Born This Way (Special Edition)
Preis: EUR 11,28

30 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Phänomen GaGa. Eigentlich doch alles, wie geplant - oder?, 24. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Born This Way (Special Edition) (Audio CD)
Das Phänomen GaGa. Wahrscheinlich hätte niemand damit gerechnet, dass eine, zunächst recht unauffällige, durchschnittlich begabte Sängerin, einen guten Pop-Hit rausbringt, der eine breite Masse anspricht. Das war Ende 2008 und nannte sich schlichtweg "Just dance". Ein toller, tanzbarer gute Laune-Hit, mit ironischem Text und Ohrwurmrefrain. Keine große Kunst. Das gelang auch schon 1000 von Menschen vorher. Was folgte dann? Ein Album, welches gut produzierte, kurzweilige, tanzbare, ohrwurmlastige Nummern enthielt, eben den "Just dance"-Gedanke weitersponn. Dass das damals von derselben Person veröffentlicht wurde, die nun das größte Pop-Phanömen seit Madonna oder Michael Jackson ist, kann man sich kaum noch vorstellen. Wie kam es zu dieser Wandlung?
Eins ist ganz klar. Einen Welthit zu kreieren, der Monate an der Spitze der Charts steht, passiert zwar nicht häufig, aber dennoch zu oft, um besonders hervorgehoben zu werden. Dennoch trugen alle das "Poker face". Auch da war GaGa noch nicht GaGa2011. Erst kurze Zeit später, mit einem leicht künstlerisch-avantgardistischen Video zur Single "LoveGame" kamen erste Gedanken auf: "Ist diese Frau wirklich so Gaga, wie sie heißt?". Die Antwort gab es kurze Zeit darauf im Video zu "Paparazzi". Seltsamerweise meinten damals noch alle, dass es hohe moderne Pop-Art-Kunst sei. Ganz zu schweigen von dem genialen Song. Nun gut. Womit "Paparazzi" die "The Fame"-Ära beendete und Lady GaGa als erfolgreiche Künstlerin etablierte, begann das WIRKLICHE Phänomen erst danach.
Egal ob "Bad romance", "Alejandro" oder "Telephone" - mehr Hype um Videos ging nicht. Ein Countdown zur Videoveröffentlichung. Einzelne Screenshots, Tage zuvor. Hunderte von Twitter- und Facebooknachrichten. Höher, schneller, weiter. Auf einmal war GaGa das Ding, wofür wir sie heute auch halten: Der Inbegriff des Wortes "Vermarktung", "Künstlerin", "durchgeknallte Bitch" oder wie man sie auch sonst betiteln mag. Dass sie ursprünglich als Sängerin erfolgreich werden wollte, zählte plötzlich nicht mehr. Mäuler wurden sich zerrissen, auch wenn man ins Geheim mindestens einen der Songs gut fand. Dann ging es um ihr Kostüm, um einen blutigen Auftritt, um Drogen. Ist das wirklich alles so neu und so shocking? Wohl kaum. Jedenfalls wirkte "Just dance" wie von einem völlig anderen Künstler. Wo vorher nur der Song beurteilt wurde, musste nun auch der Rest mit einfließen. Auch wenn der Song um Längen besser war, als die Debutsingle. Es zählte nicht mehr.
Aber findet man das Ganze jetzt gut oder schlecht? Die ewige Diskussion. Allein schon die Tatsache, dass in der schnelllebigsten Zeit, die die Musik jemals hatte, eine Künstlerin es schafft, weltweit in jeder Altersklasse sich bekannt zu machen, ist schon ein Ding. Denkt an Songs aus, beispielsweise 2007. Wieviele fallen euch noch ein? 2? 3? Früher hätte man Locker 10-15 aufzählen können. Aber 2011 ist das anders. Ein David Guetta macht plötzlich ein mit Snoop Dogg, ein Timbaland ist schon längst nicht mehr das Produzentengenie, und und und. Alles verschoben, alles quer. Aber zurück zum Thema: Selbst meine Oma kennt Lady GaGa. Die erste englischsprachige Sängerin, die ihr ein Begriff ist, seit Madonna. Wie hat sie das nur gemacht, die GaGa? Ist sie tatsächlich die neue Madonna? Eher nicht, dafür ist Frau GaGa zu musikalisch (nicht falsch verstehen: ich LIEBE Madonna!!!). Ein Aspekt, den viele außer Acht lassen. Wer's nicht glaubt, möge sich zumindest mal eine ihrer unzähligen freien Interpretationen ihrer eigenen Songs auf dem Klavier ansehen. Das könnte eine Madonna nie. Was ist sie dann? Marilyn Manson des Pop? Wohl möglich. Immerhin wurd schon darüber diskutiert, ob sie einen Penis hätte. Ebenso, wie über Manson diskutiert wurde, ob der sich eine Rippe hat entfernen lassen.
Eins ist jedenfalls klar: Sie ist erfolgreich in dem, was sie tut. Wieviel Marketing dahinter steckt, sei dahin gestellt. Man muss es nicht mögen. Man muss auch keine Coca Cola gerne trinken, nur weil es das meist verkaufteste Softgetränk ist. Ebenso muss man auch keinen "Avatar" gut finden, nur weil es der stärkte Film aller Zeiten, nach Einnahmezahlen, ist. Komischerweise steht das hier aber nicht zur Debatte. Demokratie rules!
Jedenfalls wurde aus einer, um es in Pop-Musikkünstlern auszudrücken, Ke$ha zunächst eine Rihanna, dann vielleicht eine Beyoncé und nun eine Madonna. Rein kommerziell gesehen. Und das in sehr, sehr kurzer Zeit. Seien wir doch mal ehrlich zu uns selbst: Welches Album hat wirklich NUR gute Tracks und spricht dennoch die breite Masse an? Ein Album von Beyoncé? Zu Black-lastig. Das letzte Ding von Britney? Ich bitte euch. GaGas-Debut? Nein, auch da waren fast die Hälfte nur mittelmäßiges Zeugs.
Frau Germanotta behauptete frech von sich selbst, dass sie nun das Ding des Jahrhunderts raushaut. Ganz bescheiden. Zumindest wusste jeder, wann "Born this way" rauskommt, wieviele Tracks es hatte, wie die Tracks hießen, wie die erste Single hieß, wie lang die erste Single geht, wie lang das Video geht, wann das Video kommt, wie oft es verkauft wurde...... mir könnten noch tausende von Dingen einfallen, die man Wochen vorher wusste. Marketing, was vielleicht nervt - aber immerhin JEDEN erreicht. Früher oder später. Doch hält es das, was es verspricht? Obwohl es hier um die Musik geht, habe ich nun so viel zur eigentlichen "Künstlerin", "Sängerin", "inszenierten Person" oder sonst was formuliert, dass ich mich hier kürzer fassen sollte. Niemand sollte hier erwarten, dass das Rad neu erfunden wurde. Kann es auch gar nicht. Immerhin ist die Pop-Musik alt genug, um ein langes, vielschichtiges Leben mit einem kilometer langen Bart hinter sich zu haben. Für eine Umschulung hat der Bereich Pop zu viele Jahre aufm Buckel. Aber was ist "Born this way" an Stelle von, wenn es ja nicht alles wie versprochen revolutioniert? Meiner Meinung nach folgendes: Eingängig. Futuristisch. Anders. Freaky. Sperrig. Ohrwurmlastig. Vielleicht auch mal gesamplet. Elektronisch. Mitsing-Charakter. Beats. Politisch. Mutmachend. Die Frage muss sich jeder selber Stellen: Will ich sowas hören? Ja oder Nein? Seltsamerweise geht jedem "Nicht Pop-Fan" ein Britney-Album am Allerwertesten vorbei. Ein GaGa-Album nicht. Warum nicht? "Wenn schon so viel Wirbel um das Ding gemacht wird, zieh ich mir das auch rein". Aha, ertappt! Also doch ein Konsummensch!? Erwartet ihr, dass ihr nun das mögt, was ihr Jahre vorher verabscheut habt? An diese Menschen ist dieses Album nicht gerichtet. In erster Linie geht es immer noch an mainstreamige Hörer, die Bock auf Radio-Chart-Disco-Mukke haben und nicht an Jazz-, Heavy Metal-, Techno- oder Klassikfans. Dennoch traut sich Lady GaGa aus genau diesen 4 Bereichen Dinge zu nehmen, sie mit Pop zu verbinden und einfach nur zu schauen, ob es jemand mag. Falls ja, schön. Falls nicht, dann halt eben nicht! Das nennt man aber nicht klauen, sondern progressing music - mischen, verbinden, probieren, experimentieren, Lücken füllen! Nicht jeder mag eine Björk, das erwartet sie selbst auch nicht. Dennoch freut sie sich über jeden, der Zugang zu dem findet, was sie macht. Nicht jeder mag einen Marilyn Manson. Nicht jeder eine GaGa. Für mich persönlich ist dieses Album teilweise sehr eingängig und zielt ausschließlich auf Radio ab (Hair, The edge of glory). Bin ich nun ein anspruchsloser Hörer, weil ich das mag? Außerdem nimmt es Teile der 90er auf, kombiniert den aktuellen Sound und fertig. 90er = Jahrzehnt des EuroDance. Shit, schon wieder habe ich mich als schlechter Musikhörer entpuppt. Soweit so gut. Die Quintessenz der Scheibe könnte wohlmöglich meinem Dad sogar gefallen. Passiert ja nicht so häufig, dass Kinder und Eltern gemeinsames mögen. Anderes wiederum würde er für schlecht empfinden (Government hooker). Das ist nämlich sperrig, kompakt, minimal, Electro und könnte problemlos in jeder Electro-Alervnativdisco laufen. Dann zielt einiges unübersehbar auf, wie es viele nennen würden, "Gay-Disco" ab (Marry the night, Born this way) - na und? Seltsamerweise ziehen immer mehr Gaypartys die Hetero-Szene an, weil viele einfach nicht mehr großartige, komplizierte Musik, sondern schlichtweg tanzen wollen, zu guten schnellen Dancesounds. Was gibt es noch? Eine lustige, selbstkreierte Sprache mit einem "Schimpfwort", wenn man es denn so noch nennen kann, im Titel (Scheiße) - oh Gott, die böse GaGa, wie kann sie nur! Frisch gepaart mit Latin-Breaks (Americano), diversen E-Gitarren (You and I), Stimmverzerrer (Heavy metal lover) und mehr. Wer Lust hat, auf ein massentaugliches, aber dennoch nicht totgedudeltes Pop-Zeug a la Guetta und Co., sondern mit experimentierfreudigen Breaks, Sprachmixen, Electrobeats, klirrenden Gitarren, Vocoderefekten, Ohrwürmern und Bassdrums, durch aus mal was anfangen kann, möge zugreifen. Die anderen aber bitte ausschließlich nicht! Wer's noch nicht wusste, hier noch mal: Lady GaGa macht POP!!!!!!!!!! Habe ich nun die Bombe zum Platzen gebracht? Entschuldigt.
Somit hat doch aber letzendlich alles geklappt wie geplant, oder etwa nicht? Selbst der letzte Mensch in Deutschland weiß, dass es seit gestern das neue GaGa-Ding zu kaufen gibt. Perfekte Promotion, auf die fast jeder Künstler nur neidisch sein kann und es höchstwahrscheinlich auch ist. Immerhin is ja ohne Moos nix los, woll? Wem es letzendlich gefällt, sei dahin gestellt. Eins ist es aber definitiv nicht: Billig gemacht! Sonst würde es nicht einen so riesigen Aufriss geben - zumindest keinen der funktioniert.
Und ins Geheim sitzt Frau Gaga irgendwo zu Hause, lacht sich ins Fäustchen und freut sich ein ab, wie schön doch alles genauso geklappt hat, wie es durchdacht war! Herzlichen Glückwunsch. Und nun zerreist mich dafür, dass ich das Album toll finde!
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 23, 2011 11:37 PM MEST


Wie Weit Ist Vorbei (Digipack)
Wie Weit Ist Vorbei (Digipack)
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Preis: EUR 5,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das große Gefühlskino. Überzeugt mit Bravour., 10. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Wie Weit Ist Vorbei (Digipack) (Audio CD)
"Sag, wie weit ist vorbei? Wie hoch liegt das Land? Wie tief ist das Meer, wie weiß der Sand?" Rhetorische Fragen. Für immer unbeantwortet. Trauer. Im kalten Winter. Und das bereits zur zweiten Single. Rosenstolz wieder mal in ihrem Element.

Nachdem die Sonne langsam und doch zufrieden in Richtung Untergang sich verabschiedet, erwecken AnNa und Peter abermals mit ihrer Eigenart der Poesie, die Tiefgründigkeit der Ferne. "Welcher Zug nimmt mich mit und bringt mich nicht zurück?". Den Alltag hinter sich lassen. Teile ergänzen, die einem fehlen. "Welcher Mund hält sein Wort und wie schnell ist sofort?". Gedanken, so treffsicher, ehrlich. Für die einen Kitsch, für mich Worte, die täglich gedacht und doch nie so in Zusammenhang gebracht. Erkenntnis der ganz speziellen Art. Eingehüllt in eine beflügelnde Melodie, durchzogen von einem Klavierspiel. Raus aus dem Stress, hinein in das Gefühl des Wohlfühlens. Getragen von der Einzigartigkeit der Stimme einer AnNa R.. Melancholie, trotz Zerbrechlichkeit.

Zur Vertiefung bieten unsere zwei Protagonisten ein neues Stück aus ihrem "Schatzkästchen". "Schmetterlinge aus Eis", eine Metaphorik. "Du nimmst dir, was du brauchst - du brauchst mich nicht". Eine Feststellung, voller Überwindung, kraftvoll, direkt. Dazu eine mystisch angehauchte Tonlage, leicht elektronisch, wie zur einstigen "Macht Liebe"-Ära. Ein unwohles schweres Gefühl im Magen, ein Schlussstrich - "du bist nicht weg, du warst nie da". Reue. Abermals eine wahre Perle, die ohne weiteres von Albumtauglichkeit strotzt. Ganz ruhig und doch laut.

Grönland. Ein Land der Kälte. Vertont durch eine akustische Variante des Titelsongs. AnNas Stimme nimmt sich zurück. Ich schließe meine Augen und greife in die Ferne. Fernweh. "Warum war mir nicht klar, wie gut wir doch war'n?". Plötzliche Einsamkeit. Allein. Stille. Wie an einem Tag, mitten in Grönland. Verlassen, kalt, nachdenklich und nach innen gekehrt. Fast vier Minuten, wie an einem fernen Ort. Die Gitarre hört auf zu spielen und ich bin wieder hier.

Darauffolgend ein Demo. "Bist du dabei?". Jetzt schon. Der Text identisch mit der Albumversion, das Arrangement so anders. Zunächst Chöre. Dann Gesang. Klavier. E-Gitarre. Immer mehr folgt aufeinander, baut zusammen einen musikalischen Schleier und hüllt den Song in einen völlig neuen Mantel. Diesmal erreicht der Song sogar nicht nur mein Gehör, sondern trifft auch meinen Nerv. "Ich sing ganz laut, weil ich will, dass es wieder kommt". So enthusiastisch kommt alles wieder. Bis zum großen Finale. Gibt Kraft. Gibt Mut.

Zur Abrundung ein Remix. Stark houselastig, aber überraschend passend. Nach ersten Bezweiflungen, wurde ich eines besseren belehrt. Große Tanzlaune, mitten im Raum. Hier und jetzt. Wo sind die Discos dieser Welt? Spielt dieses Lied für mich. Große Überraschung.

"Ein Kompliment - riss mich aus dem Schlaf, bin aufgewacht - hab nachgedacht [...]". Als Kontrast zur äußerst bedenklichen Stimmung der Single, darf, wie auf den Konzerten, nun gefeiert werden. "Grüße an mein Leben", millionenfach. Ein strahlendes Lächeln. Ein träger Tag geht, die Freude kommt. "Der Zeiger steht auf Sonnenzeit, ich atme aus, ich atme ein." Mal wieder genug Antrieb. Mehr, mehr. Ich umarme die Welt.

Abermals spielen Rosenstolz in einer Kategorie, die nur sie beherrschen. Das große Gefühlskino, für das man sich Zeit nehmen muss. Oder zumindest einmal sollte. Musik, der ganz eigenen Art. Immer wieder schwer zu umschreiben. Verblüffend. Wieder einmal überzeugt. Und das mit Bravour.


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5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Und auf einmal war alles wieder da..., 31. Oktober 2008
Irgendetwas war an jenem Tage anders. Es ist der 26.09.2008, Freitag. Irgendwann mittags. Ruhe. Ein Tastendruck. Und es beginnt. 937 Tage nach dem "Das Grosse Leben" anfing, beginnt etwas neues. Viel mehr wird etwas fortgesetzt. Eine Suche. Welche nur? Sie soll, muss und wird weitergehen. Und ich suche mit.

Ganz zaghaft, nahe zu zerbrechlich beginnen die leisen, fast lautlosen Töne des Openers. "Ich bin mein Haus" beginnt mit einem Experiment. Einem kleinen, feinen, direkten Dialog. "[...] nur die Namen - Ich bin Paula." "Paul.". Filmzitat. Homage. So einfach, so klar. Dann endlich die wohltuende Stimme einer gereiften AnNa R.. Wie elektrisiert lausche ich den Klängen, die sich so geradlinig in mein Ohr brennen. Unmöglich wegzuhören. Eine Reise beginnt. "Ich bin der Weg auf dem ich geh, ich bin die Frage, die ich nie versteh' [...] Wenn ich nicht anfang' geh' ich verlor'n." Aneinander gereihte Worte, die so lange Zeit auf sich warten ließen. Jeder benutzt sie täglich. Nur in einer anderen Art von Kette. So simpel es doch sein mag. Gänsehaut.

Anschließend ein paar Wochen zurück. Bereits gekannt. "Gib mir Sonne". Jetzt. Wo ist sie? "Kannst du nicht seh'n, dass ich tief im Schnee versink'?". Draußen ist es dunkel. Aber eine Decke von Emotionen umhüllt einen, ein Orchester haucht durch das Zimmer, gibt Wärme. Gibt Sonne. Pop par excellence.

"Ohne dich dreh' ich durch, trag mein Herz in der Hand und ich werf's dir hinterher. Fang es auf, halt es fest, oder schmeiß es einfach weg! Vielleicht brauch' ich's ja gar nicht mehr?" Rhetorik. Leicht elektronisch. Lebensbejahend. Mein Fuß wippt. Mein Herz tanzt. Ja, es ist auf dem besten Wege zurück zu kommen. Nach so langer Zeit. Willkommen im Frühling. Trotz Herbst.

Schwarz oder weiß? Heiß oder kalt? Liebe oder Hass? Gestern oder Morgen? "Irgendwo dazwischen". Warum für eine Seite entscheiden, wenn es doch die Grenze zwischen beidem gibt. Ist doch so viel angenehmer. Peter greift zum Mikrofon. Keine großen Gesangsküste, einfach nur Charme. Das Klavier klimpert leis. Der Rhythmus swingt. Ja, die Assoziation passt. Es swingt. Augen und Ohren gehen weit auf. Ein Überraschungsmoment. Potentielle Suchtgefahr. Experiment geglückt. "Kein Platz für Monotonie".

Aus. Beendet. Aber nicht immer vorbei. "Ich trink' auf dich und das was war, ich bin noch da. Nur die Nacht macht's mir schwer.". "Kein Lied von Liebe", ein doppelter Boden. Das gibt Mut, das gibt Kraft. Und auf einmal zaubert das Traurigsein ein Schmunzeln auf die Lippen. Trau dich. Plötzlich, ein Lächeln. Das ist für mich. Oh ja, nur für mich. So unbehaglich. So wahr.

Striktes Weiterdenken. Sag es. "Wie weit ist vorbei?". "Warum war mir nicht klar, wie gut wir doch war'n? [...] Welcher Mund hält sein Wort und wie schnell ist sofort?". Wer von euch hat mich beobachtet? Wer schreibt diese Zeilen nur für mich? Sind sie überhaupt für mich? Vielleicht Ja. Jedenfalls könnte man sie täglich zitieren. Schlichtweg das Leben. Und da ist es wieder. Das Phänomen Rosenstolz. Für mich. So authentisch. Ein Kopfschütteln. Auf Grund der unfassbaren Freude. Zufriedenheit.

Ein leises Vogelzwitschern. Stille. Eine akustische Gitarre. AnNa. Der wohl traurigste Text seit... Unwichtig. "An einem Morgen im April" kann alles vorbei sein. Auch im Frühling. "[...] es hat sich alles so geändert, in dem Moment als du gingst. [...] Überall hör ich lachen, warum kann ich nicht weinen?" Mundtot. Wortlos. Sprachlos. Gedankenlos. Emotionsmeer. Tränen. Echte Tränen. Ganz plötzlich, dabei bin ich doch glücklich. Einfach zu ehrlich.

Der monotone Blick aus dem Fenster. Behutsames Wachrütteln. "Unerwartet". Verzweiflung. Gepaart mit Hoffnung. Ein Ruf nach Freiheit. Mehr. Einfach mehr mehr. Doch plötzlich sind die Tränen getrocknet. Das Fenster zum Himmel ist geöffnet. Eine Umarmung für die ganze Welt. Abermals Mut. Nur wenige Minuten später. Ein Zauber.

"Ich bin ab und zu zerrissen [...]". Ich auch. Jetzt gerade. Zwischen Enthusiasmus. Trauer. Freude. Glück. Spaß. Einfach das ganze Spektrum. "Bist du dabei?". Ja. Wieder dabei, als wäre es nie weg gewesen. 937 Tage in so wenigen Minuten wie verflogen. Genuss in endlosen Zügen. Und auch die Kraft ist nicht verloren gegangen. "Ich sing laut, [...]". Sommer.

"Das Foto lacht vom letzten Sommer [...] Worte geh'n uns aus, jeden Tag eins mehr." Aber "Herz schlägt auch im Eis". Ganz minimalistisch. Zurückgefahren. Vor Kälte. Unglaubliches Eintreten vom grauen Wetter draußen, rein ins Zimmer. Aber die Sehnsucht packt. Der Atem ist gefühlt sichtbar. So kalt ist es. Und dennoch schlägt das Herz. Ganze 4 Minuten lang auf unbeschreiblichem Niveau. Warum auch beschreiben? Lieber fühlen.

"Wann kommst du?". Reiß mich aus der Kälte. Monotonie. Einsamkeit. Keine Zweisamkeit. Verzweiflung und doch keine Lustlosigkeit. "Jeden Tag die selbe Sonne, jede Nacht der gleiche Traum.". Ich muss weitersuchen. "Ich weiß, ich schaff die allerletzte Bahn." Mit dir ist alles möglich. Musik kann doch so schön sein.

Und nun suche ich mit. Zunächst ungeplant. Aber einfach mittendrin. Voller Hoffnung. Definitiv nicht am Ende. "Die Suche geht weiter". Ewig. Sie muss es. Der Drang nach dem Neuen. "Wenn wir kurz halten, dann nur um zu seh'n, dass der Weg den wir geh'n, schön und doch steil ist. Ein Stück nur vom Teil ist." Ein Stück vom Leben. Nach vorn. "Was bleibt von uns übrig, wenn alles vergeht? Ich will dich einfach nur kurz halten, um zu überprüfen, dass ich leb'". Ein Motto. Mein Motto. Fortan.

Und auf einmal war alles wieder da. So sehr gewünscht und erreicht. Übertroffen, grenzenlos übertroffen. Rosenstolz setzen mit diesem Werk, denn so darf es genannt werden, ein Denkmal. Ein Denkmal, welches nicht jeder verstehen wird. Nicht jeder will. Sich nicht jeder traut. Besser so. Für mich ist die Suche weitergegangen. Kein Ende in Sicht. Begeisterung.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 7, 2008 2:37 PM CET


The Ultimate Collection (4 CDs + Bonus-DVD)
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Preis: EUR 36,14

62 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Viel geboten, viel weggelassen, 23. April 2008
Zunächst: Es gibt für mich keinen Künstler auf diesen Planeten, der besser war, mehr erreicht hat, mich mehr fesselte und noch heute an Sensation anhält, wie Michael Jackson. Seine Musik brachte mich dazu, Musik zu machen. Demnach ist jede Veröffentlichung, egal ob "Greatest Hits" oder sonst etwas, immer etwas besonderes für mich!
Besonders die hier nun stark diskutierte "Ultimate Collection" ist nicht nur äußerlich ein Stück Geschichte in meiner MJ-Ecke, sondern auch musikalisch natürlich eine Offenbarung. 4 CD's mit insgesamt 57 Tracks (man hätte dennoch jede um einen auffüllen können), eine Konzert-DVD mit 16 [inzwischen auch einzeln erschienen!]. Dazwischen 12 nie zuvor veröffentlichte Demos und locker genauso viele wahre Raritäten. Das Fanherz schlägt hier ins Unermessliche, die Sucht nach "Mehr" wird gestillt. Das schöne Booklet setzt da noch einen drauf.
Auf der anderen Seite sollte man dennoch, meiner Ansicht nach, nicht dieser Collection ohne Weiteres 5 Sterne verpassen, denn... wenn wir mal einen Schritt von dieser Sensation der neuen Songs zurückmachen, fällt doch so einiges auf. Wie bereits erwähnt, fehlen "Earth Song" und "They don't care about us" - hallo?!? 2 Songs, die in Deutschland Platz 1 waren sind nicht auf einer ULTIMATE COLLECTION. Ist mir super perplex und eigentlich auch unverzeihlich. Jedoch bleibt es nicht dabei. Hier eine Liste an Singles, die weiterhin nicht vorhanden sind, wo ich mich echt frage, warum:

- "Rockin' Robin" vom Album "Got to be there": Müsste auf Disc 1 zwischen "Got to be there" und "I wanna be where you are" platziert werden. Dieser Verzicht ist jedoch noch verträglich.

- "Human nature" von "Thriller": Müsste vor "P.Y.T." platziert werden, welches nur als Demo-Version vorhanden ist. Sehr gute Idee für Fans, Fehlentscheidung für jemanden, der ein Gesamtwerk möchte.

- "Say say say", Duett mit Paul McCartney: Auch wenn "The girl is mine" vorhanden ist, wäre "Say, say, say" eher zu vertreten gewesen als einige andere, die hier vorzufinden sind, immerhin war es in den USA Platz 1.

- "We are the world", Studio Version: OK, Demo ist vorhanden, aber warum nicht dieses GIGANTISCHE STÜCK Musik im Original mit DEN Stars der 80er? War ja auch nur jahrelang die erfolgreichste Single überhaupt...

- "Another part of me", "Liberian girl", "Leave me alone": Sämtliche Singles aus der "Bad"-Ära, guter kommerzieller Erfolg. Fehlen somit auf Disc 3

- "Will you be there", "Heal the world", "In the closet", "Give in to me", "Gone too soon", "Who is it" (Studio Version): Gerade mal 3 von 9 fast durchweg sehr erfolgreichen Singles sind von "Dangerous" auf der Ultimate zufinden. Warum aus "Who is it" auf einmal ein Remix wurde, lässt auch ein Fragezeichen im Raum stehen.

- "Whatzupwitu", Duett mit Eddie Murphy: Fiel kommerziell total durch, ist jedoch eine recht witzige Idee gewesen.

- "Scream", Duett mit Janet Jackson: Eine wirkliche Schande! War ein großer Hit und brachte das teuerste Musikvideo aller Zeiten mit sich. Kennt jeder...

- "Earth Song", "They don't care about us": Versteht wohl wirklich niemand.

- "Why", Duett mit 3T: Michael Jackson supportete eine zeitlang seine Neffen, die 3 Mitglieder von "3T" und machte unter anderem mit ihnen diese sehr ergreifende Soulballade.

- "HIStory" (Tony Moran Remix), "Ghosts": Zwei Vertreter des "Blood on the dancefloor"-Remixalbums, zu welchen es ebenso Videos gab und auch ordentliche Chartplätze buchen konnten.

- "Cry": Zweite Single vom "Invincible"-Release

- "One more chance": Letzte Singleveröffentlichung vor Erscheinen dieser Box. Komplett neuer Song, geschrieben von R. Kelly

Somit ist festzuhalten, dass, egal aus welcher Sicht man diese Box sieht, man nicht vollkommen bedient ist. Möchte man MJ's Lebenswerk zusammengefasst in einer Box haben, erwartet man kaum Raritäten oder Demos, sondern möchte lieber alle Singles vereint mit vielleicht 2-3 Ausnahmen haben. Auf der anderen Seite als wahrhaftiger Fan hat man hier nun zum x-ten Mal Songs wie "Billie Jean" in CD-Ausführung vor sich liegen (ich besitze ihn nun bereits auf 9 unterschiedlichen CD's) und hätte wohl weit aus mehr mit ein oder zwei reinen Demo- oder Raritäten-CD's was anfangen können für einen geringeren Preis.

Fazit: Der Name "Ultimate Collection" ist leider nicht berechtigt! MJ's Gesamtwerk zusammenzuführen geht hier zwar in die richtige Richtung, wurde jedoch nicht intensiv genug beachtet und umgesetzt. Man wollte zu viele unterschiedliche Ebenen bedienen (Chronologie, Fanherz und "Neu-Einsteiger"), brachte jedoch keine wirklich zu Ende. Sollte irgendwann noch einmal eine VOLLSTÄNDIGE Singlescollection, die keine gekürzten Versionen beinhaltet (---> siehe "The Essential"), nicht nur die Platz 1-Singles vertritt (---> "Number ones"), die Chronologie beibehält (---> "HIStory", CD1) und vielleicht auch ein schickes Buch und ein paar Raritäten zu bieten hat (---> "The Ultimate Collection"), werde ich definitiv 5 Sterne vergeben! Auch auf eine vollständige "Video Collection" warten viele Fans. Bis dahin muss man wohl weiterhin zwischen diesen 4 bereits vorhanden Varianten wechseln, um den vollkommenen Genuss des "King of Pop" zu genießen!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 10, 2014 12:47 PM MEST


Céline Dion - Live in Las Vegas (2 DVDs)
Céline Dion - Live in Las Vegas (2 DVDs)
DVD ~ Celine Dion
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Preis: EUR 39,97

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Setzt komplett neue Maßstäbe..., 26. Februar 2008
Ich verstehe nicht, wie man dieser DVD weniger als 5 Sterne verleiten kann! Selbstverständlich wird man als Celine Dion-"Hasser" auch hiermit nicht glücklich werden, aber jeder, der nur einen HAUCH von perfekter Musik, atemberaubender Show und Professionalität versteht, weiß diese DVD, ins Besondere mit diesem atemberaubenden Konzert, zu schätzen! Auch ich habe die DVD eher skeptisch in den Player gelegt und war auf eine gesangliche Höchstleistung mit wenig drumherum vorbereitet - ABSOLUTE Fehlanzeige! Was man hier zu sehen bekommt ist mehr, als nur "mehr". 18 Songs, die Celine so perfektionistisch singt, dass man einfach gefesselt ist. Dass Tracks, wie "Think twice", "Immortality" oder "That's the way it is" fehlen, ist ein Manko, was man leider eingehen muss. Jedoch sind so viele Hits und Coversongs, die große Überraschungen darstellen, dabei, dass ich zumindest problemlos damit zurecht komme. Desweiteren bekommen wir unzählige Tänzer, die so wunderschön die Texte der Musik verkörpern. Ebenso sämtliche wechselnde Bühnenbilder, die immer eine neue Geschichte erzählen und uns in ein Traumland verleiten wollen, was bei mir definitiv gelungen ist. Die Technik ist erstklassig: Menschen schweben durch die Lüfte, Bäume wachsen aus dem Boden, riesige Videoleinwände versprühen Emotionen. Natürlich ist hier alles einstudiert, was aber dem Reiz nichts wegnimmt, da es nicht ein Konzert, sondern eher ein Mittelmaß aus Musical und Entertainmentshow ist. Ich habe mich zu keiner einzigen Minute gelangweilt und wurde immer und immer wieder ins Staunen versetzt. Ein Highlight zu nennen lohnt sich wohl kaum, da sowohl reine gesangliche Höchstleistungen, wie "It's all coming back to me now", als auch choreographische Schönheiten bei "I'm alive" und Broadway-Stimmung, wie bei "Love can move mountains" aufkommen - "A new day..." verkörpert ALLES! Wo das bereits 5 Sterne wert wäre, werden noch 200 Minuten (!!!) Bonusmaterial drauf gelegt, die Celine und die Show in allen Sparten zeigen. Egal ob beim Soundcheck, im Auto mit Celine, bei den Fans - alles was man sich nur vorstellen könnte! Nicht unerwähnenswert sollte das beiliegende Booklet sein, was jeden (!!!) Songtext der 18 Lieder beinhaltet, detailreiche Beschreibungen des Bonusmaterials, aber auch schön geschossene Fotos, der aussagekräftigsten Momente des Konzerts.
Wer hier noch etwas zu nörgeln hat, ist wirklich zu viel Zucker gewohnt. Für mich ist dieses Paket perfekt! Die kleinen Kritikpunkte werden mit unzähligen Überraschungen nicht nur ausgeglichen, sondern wie weggeblasen und sogar verbessert! Eine DVD, die nicht nur jeder Celine Dion-Fan besitzen sollte, sondern JEDER Musikfan, jeder DVD-Sammler und all diejenigen, die endlich mal das sehen wollen, woran sich jeder Weltstar (ein Begriff, der nämlich viel zu häufig verwendet wird) orientieren muss, um diese Betitelung zu verdienen!


Spirit
Spirit
Preis: EUR 9,90

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einfach rundum schön - nicht mehr und nicht weniger!, 3. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Spirit (Audio CD)
Wie bereits mehrmals geschrieben, ist Leona Lewis wohl eines der größten Gesangstalente der letzten Jahre. Problemlos singt Miss Lewis Songs von Whitney Houston und Mariah Carey und steckt locker sämtliche Liveauftritte der Originalinterpreten in die Tasche! Dass sie sämtliche Rekorde in England bricht, sollte nicht unerwähnenswert bleiben.
Einen kleinen Rekord für mich hat sie bereits auch aufgestellt: "Bleeding love", ein Song, den jeder kennen müsste, der in den letzten Wochen nur ein einziges Mal Radio gehört hat. Ein Lied, das seines gleichen sucht! Wohl mit eines der besten Popsongs, die jemals geschrieben wurden. Eine eingängige Melodie, ein geradliniger Beat, ein herzzerreissender Text und dazu die Powerstimme von Leona - perfekt für Disco, zu Hause, Bar, Auto, wo auch immer! Das besonders Tolle daran ist, dass es sich bei mir nach 40 bis 50 Maligem Hören immer noch nicht abnutzt und immer wieder aufs Neue durch Mark und Bein geht! Großartig.
Dies war grundgenug sich das Album zu kaufen. Eins vorneweg: Ich bin ein bisschen enttäuscht, denn leider, leider ist "Bleeding love" der beste Track. Schade, dass man den dann bereits vorher in Massen genossen hat. Hab zwar nicht damit gerechnet, dass an diese Klasse noch viele weitere Titel reichen werden, aber über ein paar Bombastnummern hätte ich mich sehr gefreut und das Album wär direkt eines der Topanwärter für die Alben des Jahres '08 geworden! Obwohl dieses Potential leider verschenkt wurde, darf sich "Spirit" sehen lassen. Es ist eines dieser typischen Alben, die sich perfekt bei einem gemütlichen Abend mit Freunden zu einem Glas Wein und lecker Essen hören lassen. Leona Lewis singt durchweg sehr angenehm, die Songs sind top produziert, die Melodien leicht bekömmlich. Mir persönlich fehlt die Experimentierfreudigkeit, die ruhig bei 2 Songs hätte sein können, um durch Vielfalt zu glänzen. Desweiteren heben sich einige Songs ["I'm you", "The best you never had"] überhaupt nicht ab, womit die Melodie selbst nach 4-5 Mal hören in meinem Ohr nicht bleibt. Trotzdem gibt es einige Hörerlebnisse, wie das theatralische "I will be"-Cover von Avril Lavigne, die Uptempo-Nummer "Better in time" (welche wahrscheinlich die neue Single wird), die sehr verträumte Ballade "Footprints in the sand" oder das melodramatische "Homeless". Die Balladen sind eindeutig in der Mehrzahl, eine totale Abgehnummer gibt es leider nicht. "Whatever it takes" wird sich gut für die R'n'B-Halle in jeder Disco anbieten, "Take a bow" mit der Dynamik fürs Auto. Einzig und allein das "The first time ever I saw your face" erweißt sich als Totalreinfall, da es schlicht weg langweilig und vor allem langatmig ist. Die restlichen Tracks ["Yesterday", "Angel", "Here I am"] sind lupenreine Popsongs, die einfach schön anzuhören sind.
Fazit? Beim ersten Durchlauf des Albums fühlte ich mich irgendwie leer. Es fehlt ein wenig das Frische, das Neue, das Lebendige und das Besondere. Jedoch nach einigen Durchläufen dürfte jedes Popherz auf seine Kosten kommen, besonders wenn man sich die zuckersüßen Texte einmal vornimmt und einfach sich entspannt für ein paar Minuten auf die Couch legen möchte. 4 Sterne für ein schönes Pop-Album, welches eindeutig an Ecken und Kanten fehlt, aber als Debut sich gut und gern sehen lassen kann!


Jung+Willig
Jung+Willig
Wird angeboten von Boyrecords
Preis: EUR 1,39

4.0 von 5 Sternen Wirklich schade, dass Jenna+Ron so unbekannt sind..., 2. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Jung+Willig (Audio CD)
Bin sehr enttäuscht, dass das Album so gefloppt ist. Weil das hätte es wirklich nicht verdient! Sämtliche Stars werden so intensiv promoted bei ihren neuen Alben, obwohl sie vielleicht 2 gute Songs neben der Single noch vorweisen können. Und Newcomer? Die haben es wirklich schwer - oft ist das OK, manchmal aber auch vollkommen zu Unrecht...
"Jung und willig" ist zwar keines Falls ein Glanzstück durch und durch, trotzdem hebt es sich aber vom Einheitsbrei des deutschen Pop hervor. Es hat nämlich nicht nur ein oder zwei Singles zu bieten, sondern viele eingängige, gute, rockige-deutsche Songs, abwechselnd mit Pop- und ein paar Electronic-Einlagen.
Jenna zeigt, dass sie wirklich ein Händchen für Texte, aber auch für lockere Melodien hat. Nicht nur der Vorreiter "Jung und willig" [hätte beim "Bundesvision Song-Contest" definitiv gewinnen müssen!!!], der furchtbar frech, aber erfrischend neu klingt, sondern auch bombastische Nummern, wie "Zuckersüss wie Honig" oder "Mr. Latenight (Discoboy)" sind so vielfältig und naiv, dass es einen immer ein Lächeln aufs Gesicht bringt. Nicht wirklich anspruchsvoll, muss aber auch nicht sein. Musik kann auch einfach mal nur Spaß machen! Sogar kleine, aber feine ruhige Nummern wie "Gespenster", "Immer wenn ich Sterne seh'" und das großartige Solo von Ron, "Irgendwie", dürfen sich sehen lassen und würden nach einigen Durchläufen bestimmt viele Anhänger finden und einen hohen Chartseinstieg schaffen. Mit "Du musst dich jetzt entscheiden" reißen die 2 für mich eines der besten Rock-Songs der letzten Jahre hervor, ganz im Stil von Kelly Clarksons "Since U been gone". Party-Rock, der einfach nur süchtig macht. Klar, sind unter den 14 Songs einige bei, die ich gerne auch mal überspringe ("Input", "Zeit für mich allein", "Zieh dich aus"), die sind aber definitiv in der starken Minderzahl. Außerdem ist es verzeihlich, da man auf einem Debut-Album auch ein paar Makel zeigen darf. Die restlichen Songs pendeln alle im guten Bereich und bringen kaum Langeweile auf. Wo "Vorspiel" leicht laszive Anspielungen vorweist, bringt "Liebe verloren" Aggressionen auf den Ex hervor. "Schwindelfrei" und "Neuer Schwung" sind simple Songs, mit kleinem Revolutionsruf ans Leben. Jennas Stimme ist dabei wohl das beste Instrument, da sie furchtbar modern und vor allem wiedererkennbar klingt.
Ein Album, was man nicht verachten sollte, wenn man zumindest einen Funken für Deutsch-Pop übrig hat. Jenna+Ron pendeln zwischen Wir sind Helden, Rosenstolz und Silbermond hin und her, bleiben aber doch auf einer relativ eigenen Welle und haben eine große Chance mehr als verdient! Reinhören ist Pflicht, ein Kauf für mich wirklich empfehlenswert! Und bitte: Mehr Promotion für neuere Bands... manchmal kann man nämlich auch unter denen "Sterne seh'n"...


Believe
Believe
Preis: EUR 8,96

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vollkommen überbewertet!, 21. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Believe (Audio CD)
Jaja, die Cher... wer hätte mit ihr gerechnet? Damals, im Jahre 1999, als sie die Charts nur so überflog, auf dem Platz 1 sitzen blieb, als wäre sie eine Newcomerin? Irgendwo war sie tatsächlich eine... der Sound war vollkommen anders --- aber er kam an! Die Vorabsingle "Believe" war DER Überflieger des Jahres und verkaufte sich zu Recht Millionen mal - und das weltweit! Ein Song, der einem nach einmaligem Hören nicht mehr aus dem Kopf geht. Eingängige Melodie, treibende Beats.
Somit griff fast jeder auch zum Longplayer mit dem gleichen Namen. 15 Millionen Mal verkaufte sich Cher's erfolgreichstes Album bis heute. Gerade habe ich es wieder aus dem CD-Regal gekramt. Damals verstand ich nicht, warum es jeder sich kaufte - und heute verstehe ich es auch nicht!
Auf "Believe" befindet sich keine Nummer, die ein typischer Lückenfüller ist - leider finde ich aber auch keine Nummer neben "Believe", die mich absolut umhaut. Klar sind gerade die 2 Singles "All or nothing" und "Strong enough" gute Popsongs, die zig-Male im Radio liefen, schöne Melodien beinhalten. Leider nutzen sie sich schnell ab. Die letzte Single des Albums, "Dov'è l'amore", ist, unglaublich aber wahr, in ihrer Remix-Version [vorzufinden auf Cher's "Greatest Hits", die a propos fantastisch ist] viel besser. Die Album-Version ist eine ruhige Latinnummer, die aber irgendwie daherplätschert. Der wahre Schwung fehlt. Die Innovation auch. Sowohl "The Power" [leicht funkig] als auch "Runaway" [Tempo a la "Believe"] sind belanglose Albumtracks, die man in einer Disco nie wahrnehmen würde. Ganz nett, aber keines Falls drüber hinaus. "Taxi Taxi" hat wirklich gigantische Stophen. Hier hat Cher etwas zu bieten. Auch das wirklich stark angezogene, straffe, flotte Tempo tut der Nummer gut und gibt dem Album Schwung, dafür ist der Refrain leicht misslungen und etwas niveaulos. Insgesamt aber noch ein guter Song. Ebenso "Love is a groove", textlich eine Ballade, tempomäßig eher UpTempo. Ein Frauenchor im Hintergrund, eine einfache aber treffsichere Melodielinie, abermals ein Song der gut ist. Dafür findet sich mit dem letzten Song der absolute Tiefpunkt - was möchte uns Cher mit "We all sleep alone" sagen? Cher steht für mich für gute Popmusik, was ich hier aber zu Gehör bekomme ist ein 100%iger House-Rhythmus, mit irgendeinem wirren Gesang, der keines Falls harmoniert - und das über 5Minuten lang. Hier schalte ich gerne auch eher die CD ab, weil der Song auch nach 20x hören nichts an Potenzial dazu gewinnt, dafür ist er einfach zu nichtssagend. Viel Dance, vereinzelnd Pop - und wo ist die wahre Ballade für das Herz?

Fazit:
1x 5 Sterne [Believe]
4x 4 Sterne [All or nothing, Strong enough, Taxi Taxi, Love is the groove]
4x 3 Sterne [The Power, Runaway, Dov'è l'amore, Takin' back my heart]
1x 2 Sterne [We all sleep alone]
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3,5 Sterne

Eine Hälfte überzeugt, die andere langweilt. Dafür, dass diese CD wirklich bei fast jedem Kritiker gut abschnitt und die Welt so stark eroberte, ist sie für meinen Geschmack zu lasch. Da gefällt auch mir, wie einigen anderen Fans, der Nachfolger "Living Proof" deutlich besser. Dort zeigt Cher zwar auch, dass sie gerne dem Dance-Genre verfallen ist, aber immerhin höre ich da mehr als nur einen Bombast-Song, kriege gleich 2 Tracks mehr und bekomme nicht einen Mix aus Pop, Latin, Funk, House und massenhaft Dance, der aber einfach nicht richtig harmonieren will! Schade Cher, du hast mit großartigen Singles gelockt, aber viel mehr dahinter war dann doch nicht... da greife man doch lieber zu deiner "Greatest Hits" zurück - 19 Tracks, die aber alle zu dir passen!


1973
1973
Wird angeboten von rarecs
Preis: EUR 6,99

15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anders und doch wie zu Hause!, 10. August 2007
Rezension bezieht sich auf: 1973 (Audio CD)
Allein nur die Tatsache, dass James Blunt eine neue Single herausbringt, spaltet die Gesellschaft: Die eine Hälfte wartet voller Spannung darauf, die andere Hälfte ärgert sich zu Tode. Zu welcher Seite man gehört, entscheide man selbst!
Mr. Blunts Stärke und gleichzeitig einziges Problem, ist seine Stimme. Sie ist so unvergleichbar-einzigartig, wie spezifisch. Sie trifft definitiv bei jedem Menschen einen Nerv: Entweder den Ergreifenden, Schmelzenden, der das Herz aufgehen lässt und einen zum Schweben bringt - oder er trifft einfach den Nerv der Aggression. Definitiv ist seine Stimme Geschmackssache. Die Einen lieben sie, die anderen verabscheuen sie. Manche Menschen brauchen erst ein paar Anläufe (wie ich z.B.), um sich an die Art des Gesanges zu gewöhnen. Alle Sparten sind verständlich und akzeptabel...
Aber... und nun folgt das große "Aber": Absolut kein Mensch, der von sicht denkt, dass er Ahnung von Musik hätte, kann sagen, dass die Musik, die James Blunt macht, SCHLECHT ist! Es ist lupenreiner Pop mit:
a) Gefühlen en masse
b) neuen, einfallsreichen und vor allem unverbrauchten Melodien
und c) simplen und doch treffenden Texten, weil sie nicht von irgendwo her geholt sind, sondern Lebenssituationen beschreiben.
"1973" ist für mich wieder einer der Tracks im Jahr, die einfach hängen bleiben. Es ist kein Lied, was an einem vorbeihuscht, sondern es bleibt sowohl im Ohr, als auch bei mir im Herz. Wenn ich das Lied höre denke ich an Sommertage, voll mit Liebe und Zufriedenheit. Aber das ist nur ein Gefühl! Vielleicht betrachtet dies auch jeder anders - wieder ein Pluspunkt an Mr. Blunt, der Raum für Interpretation lässt.
Ebenfalls ist mir aufgefallen, dass ich beim ersten Hören zuerst nicht ganz begeistert war von dem Lied. Es ist, wie ich bereits erwähnte, ein einfacher Pop-Song, mit einem UpTempo-Beat. Er überbringt keinen Druck, sondern bleibt sachte eine angenehme Nummer, die man auch unbewusst im Hintergrund hören kann. Es ist irgendwie ein wenig anders als das, was wir von James Blunt gewohnt sind, jedoch kommt es einem bereits beim zweiten Hören furchtbar vertraut vor. Man fühlt sich, wie in meiner Überschrift "zu Hause", nämlich im Hause Blunt. Der Song klingt abermals einfallsreich, furchtbar neu und erweckt das Gefühl nach "Mehr". Er überbringt das Gefühl der ersten Single, nämlich die Spannung auf ein ganzes Album, um zu gucken, wie sich das "Mehr" dahinter anhört und auch anfühlt.
Für mich ein wirklich großartiges Lied; eine tolle Nummer, auf die ich wirklich mit Spannung seit Monaten gewartet habe und meine Befürchtungen, dass die Kondition von J. Blunt ausgegangen ist, gleich in den Schatten gestellt haben. Der Song braucht einige Anlaufversuche, was jedoch immer ein positives Zeichen ist, da direkte Ohrwürmer sich oftmals nach 5-maligem Hören bereits verbraucht haben.
Alle, die James Blunt einfach nichts abgewinnen können - es ist eure Meinung!
An alle die, die gespannt sind auf etwas Neuem von ihm - das Warten hat sich gelohnt! Nehmt euch die Zeit für den Song. Ich habe es jeden Falls nicht bereut...


Greatest Hits
Greatest Hits
Wird angeboten von mario-mariani
Preis: EUR 37,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine nette "Greatest Hits", die aber kein Pflichtprogramm ist!, 20. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Greatest Hits (Audio CD)
Mariah Carey's "Greatest Hits" - 2CD's mit 28, bzw. 29 (bei der Special Edition) Tacks aus 10 Jahren Musik. Klingt generell schon mal lecker! Genau das ist es auch!

Egal ob All-Time Klassiker, wie "Hero" und "Without you", aber auch unbekanntere, ältere Nummern wie "Love takes time" oder die erfolgreichste US-Single "One sweet day" mit Boyz II Men - alles ist dabei!

Jedoch... Irgendwo ist es ein wenig Too much!

Mariah brachte bereits 1998 die wirklich sehr gute Best of "#1's" raus, die bereits 16 (!!!) von den hier 28 vorgeführten Tracks enthält. Sie ist, meiner Meinung nach, die bessere Wahl! "#1's" enthält alle Nr. 1-Hits bis einschließlich 1998 plus vier weitere Bonus-Tracks. Auf der hier vorgeführten "Greatest Hits" ist zwar nun endlich das bekannte Duett mit Luther Vandross "Endless love" vorzufinden, was wirklich unerklärlich letzte Mal fehlte, dafür fehlt aber der absolute Hammertrack "Whenever you call" nun hier. Mein persönlicher Mariah-Favorit, im Duett mit Soul-King Brian McKnight.

Positiv an dieser Doppel-CD sind definitiv die neueren Songs "Heartbreaker" mit Jay-Z, "Thank god I found you" mit Joe & 98°, als auch "Can't take that away (Mariah's Theme)", eine wirklich große Nummer. Auch das Westlife-Duett und Phil Collins-Cover "Against all odds" darf sich sehen lassen. Jedoch sind alle restlichen Tracks, egal ob "I don't wanna cry", "Can't let go", "Butterfly", "Forever" und und und, ganz nett, aber definitiv keine Pflicht. Teilweise klingen die Songs sehr gleich, langweilen sogar für Minuten. Sie sind für mich mehr Lückenfüller, als wirklich große Hits. Auch wenn sie fast ausschließlich im mittel bis gutem Bereich anzusiedeln sind, reicht das Maß, was "#1's" vorlegte, VÖLLIG!!!!

Mariah-Fans haben eh jedes Lied und werden auch diese hier blind gekauft haben! Für Leute, die aber nur das Beste und nur eine CD von ihr haben wollen, rate ich klar zu "#1's", da man damit wirklich eine Hammerauswahl hat, reduziert auf eine CD und reduziert auf DIE Songs von Frau Carey schlechthin!

Trotzdem ist auch, ich möchte es klar stellen, "Greatest Hits" eine tolle, gelungene CD von einer tollen Künstlerin mit einer der Stimmen aller Zeiten!


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