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Rezensionen verfasst von
Giorgio Nuovavia (Lentia)

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Buddhistische Psychotherapie. Ein Leitfaden für heilsame Veränderungen.
Buddhistische Psychotherapie. Ein Leitfaden für heilsame Veränderungen.
von Matthias Ennenbach
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

92 von 101 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gelassenheit auf 472 Seiten, 12. Februar 2012
In der Einleitung wird die buddhistische Psychotherapie als 'neue Form der Psychotherapie ... mit den ältesten nur denkbaren Wurzeln' bezeichnet. Beides stimmt: Dem Inhalt nach hat sie ja Buddha vor recht langer Zeit erfunden. Die Wendung '"Buddhistische Psychotherapie"' ist aber neueren Datums; es handelt sich um eine Markenbezeichnung, für die der Autor, der deutsche Psychotherapeut Dr. Matthias Ennenbach, das Copyright beansprucht; er unterhält eine Website mit dieser Bezeichnung und bietet darauf Behandlungen bzw. Therapien, Vorträge, Kurse und Seminare an.
Das Buch umfasst 22 Kapitel. Die konkreteren Übungen, Maßnahmen und Techniken, die der Leser aufgrund des Buchtitels vielleicht erwarten mag, werden erst im 19. Kapitel auf insgesamt 64 Seiten dargestellt. Das beträchtliche Gesamtvolumen von 472 Seiten entsteht einerseits durch die breite Darstellung zentraler Aspekte der buddhistischen Weltanschauung. Es erklärt sich andererseits durch den sehr auf Verständlichkeit bedachten Stil. Die dadurch bedingte geringe Informationsdichte werden Leserinnen und Leser, die keine Vorkenntnisse besitzen, als wohltuend empfinden. Menschen, die mit dem Buddhismus und/oder der klinischen Psychologie vertraut sind, könnten den Text als langatmig und redundant empfinden.
Als Adressaten werden am Klappentext einerseits Menschen genannt, 'die psychotherapeutisch oder beratend tätig sind', und andererseits alle anderen, 'die sich für Psychotherapie, Buddhismus oder ganz allgemein für das menschliche Funktionieren und Weiterentwickeln interessieren'. Eine dritte Gruppe wird erst in der Einleitung erwähnt, dort aber gleich am Anfang: Menschen, 'die sich Hilfe und Inspiration erhoffen', also auch Menschen mit erheblichem Leidensdruck, die mehr oder weniger dringend einer psychotherapeutischen Unterstützung bedürfen, und häufig über Jahre hinweg Ratgeberliteratur konsultieren, weil diese niederschwelliger ist als der Gang zum Therapeuten.
Klinische Psychologen und Psychotherapeuten werden anhand des Werkes rasch erkennen, dass und warum die buddhistische Weltanschauung psychisch stabilisierend zu wirken vermag. Ob diese Zielgruppe dafür auf ein Werk dieses Umfangs zugreifen muss, ist eine andere Frage - zumal der Autor weitgehend darauf verzichtet, systematische Vergleiche mit den Grundkonzepten und Herangehensweise etablierter psychotherapeutischer Schulen anzustellen.
Für Leserinnen und Leser, die sich im breiten und komplexen Themenfeld Buddhismus orientierten möchten, bietet das Buch eine erste gut verständliche Einführung. Speziell für diese Zielgruppe bleiben die abschließenden Hinweise auf weiterführende Literatur aber wohl zu knapp und leider unkommentiert. Auch der Auswahlgesichtspunkt ist unklar. So kann man fragen, ob der Amerikaner Jack Kornfield, den Ennenbach häufig zitiert, für jene eine gute Quelle darstellt, die sich wirklich für Quellen und nicht für das interessieren, was der amerikanische Westen aus ihnen gemacht hat. Sehr problematisch ist, dass Ennenbach nicht deutlich macht, wo genau sein Standpunkt zu verorten ist - immerhin ist "die" buddhistische Linie breit genug, um darauf herumzutorkeln. Man weiß nur, worauf genau man sich einlässt, wenn die jeweiligen Traditionen und Schulen genauer benannt werden; das aber will der Autor den Leserinnen und Lesern offenbar nicht zumuten.
Für Menschen, die Hilfe suchen, ist das Buch nicht besser oder schlechter als die vielen anderen Ratgeber auch, die sich in den Buchhandlungen türmen. Die Lektüre lädt zum Nachdenken ein, sie kann helfen, mit neuer Perspektive an alte Fragen heranzugehen, und sie macht Mut, Neues zu erproben - wenn und nur wenn noch genügend Kraft da ist, und wenn und nur wenn der Leser das Lesen nicht als Ersatz für das Leben nimmt.
Das vielleicht Schönste an diesem Werk ist: Es ist, trotzdem oder gerade weil es vom Leiden handelt und auf dessen Unvermeidlichkeit hinweist, ein durch und durch positives Buch. Da hätte es der Kunstgriffe, mit denen der Autor den Ausführungen noch mehr Autorität zu geben versucht, gar nicht bedurft: Dass die Darlegungen und überhaupt der ganze Buddhismus 'wissenschaftlich' und 'exakt' sind, mag man eigentlich nicht dauernd lesen, sondern bestenfalls - sofern das überhaupt wichtig sein sollte - selber merken.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 2, 2013 6:59 PM CET


The Wildest
The Wildest
Preis: EUR 10,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach Prima, 1. April 2009
Rezension bezieht sich auf: The Wildest (Audio CD)
Was da im April des Jahres 1956 - im Übrigen in ausgezeichneter Tonqualität, wenngleich Mono - aufgenommen worden ist, ist von unwiderstehlicher Fröhlichkeit. Louis Prima - samt Gattin Keely Smith, famose Partnerin bei "(Nothing's Too Good) For My Baby" - swingt in einer Weise durch das Studio in Los Angeles, dass sich der Hörer im Konzert wähnt. Eines der besten Alben in der Geschichte der populären Musik! Anspieltipp: "Jump, Jive, An' Wall". Wer Louis Prima nicht kennt: Irgendwie eine Schnittmenge aus Louis Armstrong, Dean Martin, New Orleans, Italien und King Louie aus dem Dschungelbuch (dem lieh er damals nämlich seine Stimme).


Implizites Wissen und Intuition: Warum wir mehr wissen, als wir zu sagen wissen: Die Rolle des Impliziten Wissens im Erkenntnisprozess
Implizites Wissen und Intuition: Warum wir mehr wissen, als wir zu sagen wissen: Die Rolle des Impliziten Wissens im Erkenntnisprozess
von Christine Klappacher
  Broschiert

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurz, bündig, verständlich und alles andere als trivial, 16. November 2006
Es ist nicht schwer, über "Implizites Wissen und Intuition" zu fabulieren. Der Markt ist voll mit Büchern, die hier dünne Bretter bohren. Seltener schon sind wirklich anspruchsvolle Bücher zum Thema - solche, bei denen man nach der Lektüre mehr weiß als vorher. Die Arbeiten von Michael Polanyi gehören in dieser Gruppe. Ihr Nachteil: Sie zu lesen ist sehr anstrengend.

Christine Klappacher eröffnet ein drittes Genre. Sie argumentiert präzise, kompakt, verständlich und auf hohem Niveau gleichzeitig. Als Einstieg in die komplexe Materie ist der schmale, knapp 100 Seiten starke Band exzellent geeignet. Dass ihm eine Magisterarbeit zugrunde liegt, mag man kaum glauben. Solche Magisterarbeiten kann man den Universitäten nur wünschen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 17, 2009 6:40 AM CET


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