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Riverstyx

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Wie Wir Leben Wollen (Limited Digipack)
Wie Wir Leben Wollen (Limited Digipack)
Wird angeboten von zieffle
Preis: EUR 7,97

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was ich hören will, 2. Februar 2013
"Kapitulation" war mein erstes und bisher einziges Tocotronic-Album und wenn ich so etwas wie eine ewige Top-Ten-Liste hätte, würde es sich ohne Zweifel dort wiederfinden. Ein kohärentes, thematisch fokussiertes Meisterwerk, an dem ich mich immer noch kaum satthören kann.
"Schall und Wahn" konnte ich dagegen kaum etwas abgewinnen, außer "Eure Liebe tötet mich" (extrem gut!) hat mich nichts gepackt und auch insgesamt hat mich das Album irgendwie nicht interessiert.
Nachdem aber das Video zu "Pfad der Dämmerung" die Runde machte, war ich gleich wieder begeistert und habe dem neuen Album eine Chance gegeben. Seit Erscheinen rotiert nun nichts anderes mehr im Player und auch wenn "Kapitulation" für mich wohl immer an der Spitze stehen wird, ist "Wie wir leben wollen" auf dem Weg zum Lieblingsalbumstatus.

Zur Sache selbst: Musikalisch gesehen ist das neue Album weitaus offener und abwechlungsreicher instrumentiert, oft ruhiger und sphärischer. Während "Warm und Grau" nach düsterstem Postrock klingt, wird "Chloroform" von einer relaxten Slidegitarre geführt, andere Songs klingen wieder etwas typischer nach Schrammelrock ("Höllenfahrt am Nachmittag") - für Abwechslung auf musikalischer Ebene ist auf jeden Fall gesorgt, punkig wird es hier allerdings nicht, dafür etwas verspielter und interessanter. Hier ist das Album absolut rund.

Der eigentliche Punkt sind natürlich die Texte und hier findet sich thematisch wieder ein roter Faden. Vielleicht nicht ganz so deutlich wie bei "Kapitulation", aber dennoch ein spürbarer Zusammenhang (bei 17 Songs nicht gerade selbstverständlich). Ich werde jetzt allerdings den Teufel tun und hier irgendwelche Interpretationsversuche starten. Es gibt auf jeden Fall wieder vermehrt denkwürdige Textstellen, die zuweilen auch ziemlich direkt ausfallen.

Zuerst hatte ich angenommen, dass Tocotronic für mich persönlich eine "Ein-Album"-Band sein wird. Ein bestimmtes Album genial, mit dem Rest kann ich nichts anfangen. "Wie wir leben wollen" hat mich allerdings eines besseren belehrt. Es wächst und gedeiht mit jedem Durchgang.

Um zum Schluss noch kurz vom Thema abzuweichen: Ich verstehe die zuweilen geäußerten Schlagervorwürfe an die neueren Tocotronic überhaupt nicht. Deutschsprachige Musik höre ich zugegebenermaßen nicht oft und vielleicht kennen sich andere besser aus. Aber ist deutschsprachige Rockmusik, die sich nicht zu 100% einem Genre zuordnen lässt und etwas leisere Töne anschlägt, automatisch Schlager? Selbst mit Textzeilen wie "In meinem Körper nisten die Viren/Die Depressionen, die mich vernichten"?


The Binding of Isaac - Unholy Edition
The Binding of Isaac - Unholy Edition

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen It lives!, 29. Februar 2012
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Ich habe Super Meat Boy gerne gespielt und daher ohne Vorkenntnisse am Erscheinungstag (bei Steam) einfach mal zugegriffen. Ich weiß noch, dass ich nach dem ersten Mal Sterben verwundert war und dachte: "Boah ist das schwer! Wo kann man überhaupt speichern?". Danach habe ich es nochmal versucht. Und wieder und wieder und immer wieder.

Nach weit über 100 Stunden Spielzeit habe ich fast alles freigeschaltet, alle Levels und Feinde gesehen und alle Bossgegner mit allen Charakteren außer einem zur Strecke gebracht. TBoI entfacht eine nur schwer zu löschende Suchtflamme.
Jedes Level ist zufallsbasiert, d.h. man spielt niemals denselben Durchlauf. Das kann extrem frustrierend sein, es kann gerade so fürs Durchspielen reichen oder es kann dazu führen, dass man total "overpowered" ist und auch den End-End-Endboss (es gibt insgesamt 3 bzw. 4) locker weghaut. Speichern kann man nicht, aber das wäre auch vollkommen unpassend.

Wie in den Screenshots zu sehen, ist die Grafik sehr reduziert, zugleich aber auch stimmig und stilvoll. Für labile Gemüter sind die Desings allerdings nichts. Man steuert Isaac (oder einen der anderen 5 Charaktere) in einer Top-Down-Ansicht durch Level, die aus miteinander verknüpften, rechteckigen Räumen bestehen. Am Ende jedes Levels wartet ein Endgegner. Die Räume enthalten neben Feinden auch Items, die permanente oder raumbeschränkte Boni geben. Dazu gibt es Items, die man bei Bedarf gezielt einsetzen kann. Zusätzlich existiert auch ein Item-Schop, in dem man gesammelte Münzen umtauschen kann. Ebenso gibt es vier verschiedene Arten von Spielautomaten, die man gegen Geld oder Lebensenergie bedienen darf. Letztendlich gibt es noch versteckte Räume und manchmal, wenn man sich besonders gut geschlagen hat, macht einem der Teufel in einem Spezialraum diverse Angebote.

Die Gegner, die man in der Welt von Isaac trifft, sind größtenteils widerliche, absurd Isaac-ähnliche Monstositäten, die man durch das Verschießen von Isaacs Tränen (!) erledigt. Schießen kann man eigentlich nur in die vier Himmelsrichtungen, wobei man bei gleichzeitiger Bewegung auch quasi-diagonal schießen kann. Außerdem schießt man bei Bedarf auf Feuer und Kothaufen, immer in der Hoffnung, dass sich darunter etwas verbergen möge.

Ohne zu viel zu spoilern und den Spaß am eigenen Entdecken und Verstehen des Spiels zu nehmen, bleibt mir nur eins zu sagen: Mit seinen 9 Levels, den Neben- und Geheimräumen, einer großen, abwechslugsreichen Gegner- und Endgegnerschar, seiner riesigen Itemanzahl und dem inhärenten Zufallsprinzip bietet TBoI wirklich sehr sehr viel fürs vergleichsweise kleine Geld.
Dieses auf den ersten Blick so minimalistisch erscheinende Stück Software offenbart nach und nach eine Tiefe, von der viele wesentlich teurere AAA-Titel nur träumen können. Aber Vorsicht: Nicht nach den ersten paar Bildschirmtoden aufgeben! Das Spiel wird besser, je öfter man es spielt, da man viele Items (und Level) erst freischalten muss. So vergrößert es sich von Durchlauf zu Durchlauf wie von selbst. Und auch ich werde es heute oder morgen trotz der über 120 Spielstunden wieder aufnehmen.

Lobenswert erwähnen möchte ich noch den Sound. Wie schon bei SMB ein sehr gelungener Soundtrack und klasse Effekte.

Trotz meiner Lobhuldigungen muss ich auch auf zwei negative Aspekte eingehen:

- Die Steuerung: Zwar lässt sich Isaac auch relativ bequem per Tastatur steuern, mit einem Gamepad geht es aber griffiger. Das Problem ist, dass das Spiel auf Flash basiert und keine externen Eingabegeräte zulässt. Die (auch in den Spieloptionen vorgeschlagene) Rettung: Joy2key googeln, runterladen und die Tastatur zum Gamepad machen (erfordert allerdings etwas Rumprobieren).

- Die Systemanforderungen: Wegen Flash kommt es trotz der spartanischen Grafik auf schwächeren Rechnern und Notebooks zu Rucklern bzw. einem verlangsamten Spielfluss. Aber es hilft, die Einstellungen im Spiel runterzuschrauben. Am besten vorher die Demo runterladen und ausprobieren.

Schlusssatz:

Mein Spiel des Jahres 2011 und mit der irgendwann demnächst erscheinenden Erweiterung "Wrath of the Lamb" wohl auch 2012.

Kaufen!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 1, 2012 9:15 AM MEST


Penumbra Collection [UK Import]
Penumbra Collection [UK Import]

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ungewöhnliches und verdammt gutes Horror-Adventure, 10. Januar 2011
= Spaßfaktor:1.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Penumbra Collection [UK Import] (DVD-ROM)
Zunächst einmal etwas Vorgeschichte:
Mit dem Indie-Entwickler Frictional Games habe ich zum ersten Mal durch die Freeware-Demoversion von Penumbra Bekanntschaft gemacht. Während dieser Zeit war ich eigentlich dabei, Dead Space durchzuspielen und trotzdem...als ich die Penumbra-Demo nach einer Dead Space-Session (alleine, nachts, mit Kopfhörern, im Dunkeln) startete, musste ich nach etwa 5 Minuten wieder aufhören. War mir einfach zu viel Horror für einen Abend, obwohl ich nur bis zum ersten Gegner gekommen war.
Einige Zeit später erfuhr ich, dass die Penumbra-Macher ein neues Spiel, "Amnesia", als Download veröffentlichen. Ich habe es mir nach kurzem Überlegen bei Steam gekauft und bis zum jetzigen Zeitpunkt nur 54 Minuten gespielt. Um ehrlich zu sein: Es war mir viel zu gruselig, teilweise so unheimlich, dass ich kaum länger als 25 Minuten am Stück durchgehalten habe. Fürs erste schob ich das Spiel auf die lange Bank.
Zum Jahreswechsel nach 2011, am Sylvesterabend, habe ich mir dann in einem Spontanentschluss die Penumbra-Collection, bestehend aus Overture, Black Plague und Requiem, gekauft.
Zum eigentlichen Spiel:
Penumbra ist ein Physik-basiertes Horror-Adventure, in dem man aus der Ego-Perspektive alle nötigen Handbewegungen mit der Maus nachahmen muss. Sprich: Man trägt Kagel, schiebt Kisten, hebt Gegenstände auf, fügt sie irgendwo ein, trägt sie irgendwo hin, wirft Sachen herum, schleicht, versteckt sich, rennt weg und löst eine Menge Rätsel. Diese sind entweder mit Hilfe von Physik oder mit Menschenverstand lösbar (z.B. Morsekodes anhand eines Musters übersetzen, um einen Zahlenkode zu bekommen, Chemikalien nach einer Anleitung mischen usw.). Mir haben die Rätseleinlagen viel Spaß gemacht, sie sind logisch, immer lösbar und frustrieren eigentlich niemals.
Außer den Rätseln, der 3D-Grafik und der Physik-Engine gibt es noch das eigentlich relevante Element: Die Story und der damit verbundene Horror.
Philipp, ein junger Mann, dessen Mutter gerade verstorben ist, bricht nach Grönland auf, um Hinweisen bezüglich seines verschwundenen Vaters nachzugehen. Er landet letztlich in einer alten, verlassenen Mine tief unter Schnee und Eis und steigt (gezwungenerweise) immer tiefer hinab. Mehr will ich dazu nicht verraten. Allerdings bedeutet eine solche Story zugleich drei Dinge: Dunkelheit, eklige Gegner und eine Einsamkeit, die man in kaum einem anderen Spiel empfindet. Dadurch, dass man alle Handbewegungen mit der Maus imitieren muss und das Ganze aus der Ego-Perspektive sieht, taucht man unweigerlich komplett ein und fühlt sich wirklich komplett hilflos, verlassen und ausgeliefert. Dazu kommt, dass Philipp bei unangenehmen Situationen lauter atmet und beim Anblick der teils gräßlichen Monster sich nach einer gewissen Zeit aus jeder Deckung erhebt und losschreit. Frictional Games gelingt hier eine wunderbare Immersion, die ihresgleichen sucht.
Kämpfe gibt es nur im ersten Teil, Overture, wobei man da wirklich nur an ein oder zwei Stellen die schwer zu handhabende Waffe (Hammer, Spitzhacke etc.) schwingen muss. Ansonsten ist Penumbra ein Schleichspiel, vergleichbar etwa mit der Thief-Reihe.
Die Story erstreckt sich über alle drei Teile und ich empfand sie als durchdacht, mitreißend und faszinierend. Es sei allerdings darauf hingewiesen, dass der dritte Teil "Requiem" völlig ohne Gegner und Inventarrätsel auskommt. Hier beschränkt man sich auf die Physik-Rätsel.

Wer Adventure-Fan ist und mit Horror sowie manchmal actionreichem Gameplay etwas anfangen kann, greift hier unbedenklich zu (man sollte aber des Englischen mächtig sein). Ebenso jeder, der nach einem qualitativ hochwertigen Spiel jenseits von Genregrenzen sucht. Wer hier einen Survival-Shooter mit High-End-Grafik oder ein lustiges Point'n'Click-Adventure erwartet, wird enttäuscht.

Die Spielzeit fiel bei mir folgendermaßen aus:
- Overture: ca. 6 Stunden
- Black Plague: ca. 5 Stunden
- Requiem: ca. 3 Stunden

Penumbra ist gruselig, anspruchsvoll und macht viel Spaß, wenn man die Nerven dafür hat (man sollte auch die Bildschimanweisungen befolgen, also Licht aus, Kontrast hoch, Gamma runter, Kopfhörer auf!).
Wenn Sie sich mit der Penumbra-Reihe anfreunden können, sollten Sie außerdem das erwähnte "Amnesia" spielen und generell den Entwickler Frictional Games im Auge behalten.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 16, 2011 8:33 PM MEST


Withering to Death
Withering to Death

5.0 von 5 Sternen Mmmmh, lecker!, 25. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Withering to Death (Audio CD)
Ich habe mir das Album vor Jahren gekauft, weil mir Saku (einschl. des Videos) und das Albumcover gut gefallen haben und ich mal Lust auf was unverbrauchtes hatte. Und auch mir als Fan von Tool, Meshuggah, Scott Walker, Aphex Twin und dergleichen ist am Anfang die Kinnlade runtergeklappt. Was ist das für ein krankes Zeug? dachte ich mir zunächst. Und hörte dann kaum auf, mir das Album immer wieder reinzupfeifen.

Das eigentlich Verwirrende an "Withering to death" ist die Vielfältigkeit der Stile im Verlauf des Albums. Melodische Rocker, düstere New-Metal-Industrial-Tracks, Sleaze-Rock, halbakustische Balladen und zwei absolut abgefuckte Geschwindigkeitsprügler (u.a. das erwähnte Saku) wechseln sich auf fast unverschämte Weise ab. Aber das ist nicht das, was die Band wirklich ausmacht.

Ich kannte vorher keine japanischen/asiatischen Rock-/Metalbands und daher war alleine die japanische Sprache und die Art, wie sie sich auf den Gesang auswirkt, sehr interessant und reizvoll. Der Sänger hat eine sehr variable Stimme und bei einigen seiner Schreie fürchtet man um seinen (und den eigenen) Geisteszustand. Auch wenn sein Vortrag Geschmackssache bleibt, so ist er doch unbestreitbar emotional, zuweilen an der Grenze des Erträglichen.

Insgesamt ergibt sich eine tolle Version moderner Rockmusik: Hart, melodiös, einfallsreich und kreativ, jedoch mit einem hohen Kreisch- und Schreianteil, was vielleicht nicht jedem zusagt (mir aber schon). Abschließend bleibt noch zu erwähnen, dass ich seit etwa 4 oder 5 Jahren mit dem Gedanken spiele, mir ein weiteres Dir en grey-Album zu kaufen...nur um dann festzustellen, dass "Withering to death" soooo gut ist, dass ich noch einige weitere Jahre immer mal wieder davon zehren kann.
Für mich eine vollwertige Rock-/Metal-/Alternative-Mahlzeit, die lange satt macht.


The Age of Nero
The Age of Nero
Preis: EUR 31,62

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Stillstand & Niveau, 28. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: The Age of Nero (Audio CD)
Es ist nicht so einfach, The Age Of Nero zu bewerten, wenn man schon, wie ich, Now, Diabolical rezensiert hat. Auf den ersten (den allerersten) Blick hat sich wirklich nichts verändert. Bis auf den Schlusssong allesamt recht kurze, knackige Rock/Metal-Songs mit Black Metal Elementen. Das hat mir vorher schon gut gefallen und das wird jetzt um keinen Deut schlechter, im Gegenteil.

Würde ich nämlich heute nochmals Now, Diabolical bewerten, ich würde 4 statt 5 Sternen geben, denn ich finde mehr Schwachstellen dort, als es bei Age Of Nero der Fall ist (v.a. A new enemy und That darkness shall be eternal).
The Age Of Nero hat in meinen Augen den besseren Gitarrensound, mehr Abwechslung am Schlagzeug, die besseren Texte, kurzum: die besseren Songs, wobei natürlich die zwei jeweils ersten und letzten Tracks vom Vorgänger erste Sahne sind. Der einzige Song, der mir auf Nero nicht so gut gefällt, ist Last Man Standing, daran hat sich bis heute nichts geändert.

Ist das Album aber so gut wie Volcano? Nein, nein, auf gar keinen Fall, aber das ist meiner Ansicht nach auch nicht möglich, weil Volcano für mich genreübergreifend wohl eins der besten Alben überhaupt ist. Ist Age Of Nero ein gutes Album? Ja, ein sehr gutes, stimmig in der Gesamtheit, mit tollen Riffs und näher am Black Metal, als es der Vorgänger war. Allein der norwegisch gesungene Schlusstrack wächst mit mehrmaligem Hören und entwickelt sich zum Highlight.

Tja, aber so langsam müssen sie bei Satyricon mal was ändern. Noch mehr lässt sich der Sound nicht effizient und effektiv vereinfachen. Mal sehen, was nach der schon länger währenden Auszeit kommt. Mein Fazit ist aber: Von den drei Black'n'Roll-Alben ist sie die zweibeste und wenn ich keine Lust auf die Länge und Epik der alten Satyricon-Alben, die Ausgeflipptheit von Rebel Extravaganza oder die schwere Düsternis von Volcano habe, greife ich lieber zu The Age Of Nero. Das ist kurz, flott, kalt mit agressivem Unterton und macht einfach Spaß.


Risen - [PC]
Risen - [PC]

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gothic 1 Reloaded, 17. Oktober 2010
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Risen - [PC] (Computerspiel)
Als vor einiger Zeit die Demo von Risen herauskam, war ich als eingefleischter Gothic-Fan etwas enttäuscht. Zu ähnlich schien mir das Ganze, zu sehr "schon-mal-gesehen". Ich ließ es fürs erste links liegen und wollte erst warten, bis Arcania-Gothic 4 rauskommen würde.
Vor einigen Wochen gab es dann die letzte Arcania-Preview in der PcGames. Zuvor hatte ich Arcania vorbestellt, jedoch stornierte ich es sofort nach dem Lesen der Preview. Und bestellte zugleich Risen.

Über diese Entscheidung bin ich jetzt, eine halbe Stunde, nachdem ich Risen durchgespielt habe, sehr sehr froh. Mir war einfach nach Gothic-Feeling, nach dem Gameplay, der Lebendigkeit und Bewegungsfreiheit des Gothic-Universums. Und wirklich, Risen bietet all das, genau das, was man sich als Gothic-Fan wünscht...nur eben ohne Gothic.

Zugleich lässt sich das aber auch nicht so einfach sagen. Denn mehrere Quests, Charaktere und Storyverläufe erinnern doch sehr stark an Gothic 1 mit anderen Namen. Die Isolation wird hier durch eine Insel statt einer Barriere erreicht, die religiösen Fanatiker ersetzen das Sumpflager. Zum Teil lassen sich Fraktionen und Charaktere eins zu eins gegenüberstellen, aber mich hat das überhaupt nicht gestört, denn seltsamerweise haben die neuen/alten Charaktere genügend Eigenständigkeit, um von ihnen und ihren Geschichten begeistert zu sein. Don Esteban und Inquisitor Mendozza sind klasse Gegenspieler, in den Lagern gibt es immer einige einprägsame Typen: Säufer, Angsthasen, Kiffer und auch einfach einige Arschlöcher. So, wie ein Piranha Bytes-Spiel sein muss.

Die Welt ist etwa so groß, wie Gothic 2, was weniger durch die Außenwelt, als eher mittels der zahlreichen Höhlen und Tempel erreicht wird. Um das Ganze abzukürzen, hier kurz eine Liste guter und schlechter Eigenschafen:

Gut:
- verbesserter Taschendiebstahl
- gutes Schlosssystem (erinnert an Gothic 1, aber besser)
- trotz bereits bekannter Elemente bleibt die Story motivierend und interessant
- ein frecher Held, der kein Blatt vor den Mund (und sich teilweise verdammt viel heraus) nimmt.
- im Vergleich zu den Vorgängern wesentlich besseres Kampfsystem (genauer, flotter, macht mehr Spaß)
- Entscheidungen wirken sich einigermaßen aus
- sehr lebendige, prall gefüllte, kleine, aber feine Welt
- Atmosphäre satt, ruppige und teilweise wirklich lustige Dialoge
- Sonderpunkt: Die besten Schweine aller Gothic-Teile

Nicht so gut:
- Clipping-Fehler, auch in der aktuellen Version (mein beschworener Skelettkrieger und ein Gnom liefen irgendwo unterirdisch durch die den Boden)
- Grafik ganz ok (halte ich nicht für so wichtig), teilweise aber wirklich etwas altbacken
- etwas geringe Gegnervielfalt (dafür einige altbekannte Viecher in neuem Gewand)
- am Ende wird etwas zu viel gekämpft, allerdings war das in G1 und 2 auch schon so

Fazit: Risen erfüllt zwei Funktionen: Einerseits als Gothic 1-Remake und andererseits als Neustart für Piranha-Bytes. Wer mal wieder Bock auf ein Gothic-mäßiges Game hat: Sofort zugreifen! In gewisser Weise hat Piranha Bytes ein Monopol: Sie sind die einzigen, die dieses Spielgefühl hinbekommen und ich war erstaunt und begeistert darüber, dass dazu nicht unbedingt das Gothic-Universum nötig ist. Diese Art von Rollenspiel machen nur PB und an Risen habe ich wieder gesehen, wie sehr ich dieses Studio liebe. Danke also an Piranha Bytes für Gothic, Risen und ihren einzigartigen Stil! Mögen noch viele weite Games von ihnen kommen, ob Risen 2 und mehr oder (vielleicht irgendwann einmal) Gothic 5 oder 6.


There Will Be Blood
There Will Be Blood
DVD ~ Daniel Day Lewis
Wird angeboten von zoreno-deutschland
Preis: EUR 14,64

13 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Slapsgiving mit Daniel Day Lewis - Groß!, 30. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood (DVD)
Ich habe mir den Film gekauft, weil er schwierig und anstrengend aussah, eine Dauer von zweieinhalb Stunden hat und weil ich gelesen hatte, dass in der ersten Viertelstunde kaum ein Wort gesprochen wird. Alles schien auf anspruchsvolles Kino für Kenner hinzudeuten. Wurde ich enttäuscht? Nein.

Oder vielleicht doch ein kleines bisschen, denn so furchtbar anstrengend oder langwierig, wie in anderen Rezensionen bemängelt, war er dann doch nicht. Ich hatte Tarkowskijsche Ausmaße erwartet, bekam stattdessen aber einen durchaus fordernden und dennoch relativ "normalen" Film zu sehen.

Zur Story dürfte schon alles gesagt worden sein. There will be blood ist eine Charakterstudie über den "Oil-Man" Daniel Plainview, einen ehrgeizigen Öl-Unternehmer zu Beginn des 20. Jahrhunderts, der von niederen Empfindungen gegenüber Anderen geplagt wird und zwischen diesen negativen Emotionen, seinem gierigen Gewinnstreben und der Liebe zu seinem Adoptivsohn hin und hergerissen ist. Hinzu kommen Plainviews Auseinandersetzungen mit dem jungen Kirchenmann Eli Sunday, der selbst mehr im Hintergrund bleibt, aber eine große Rolle für den Film spielt.

Daniel Day Lewis spielt mehr als gut, wie alle anderen Schauspieler passt er perfekt und füllt seine Rolle optimal aus. Es wird vieles nur angedeutet in diesem Film und Konzentration ist gefragt.
So funktioniert There will be blood als Charakterportrait und als kritische Abhandlung über die großen "Stärken" Amerikas: Unternehmertum und Religion. Welch unheilvolle Allianz beide unter Umständen eingehen können, spiegelt sich in den Charakteren von Plainview und Eli Sunday.

Insgesamt stimmt meiner Meinung nach alles an dem Film. Die Bilder sind überlebensgroß, die Schauspieler (ich beziehe mich auf die englische Originalversion) unglaublich, die Musik...ja, die Musik. Hier zeigt sich ein gespaltenes Bild (bei Amazon). Es fiel irgendwo der Satz, dass die Musik wirkt, als gehöre sie zu einem anderen Film. Das ist anfangs gar nicht mal so falsch. Als Zuschauer ist man zuerst verwirrt: Wie soll diese dissonante Streicher-Instrumentenstimmmusik zu den heroischen Öl-Förderungsbildern passen? Aber spätestens ab der Hälfte des Films weiß man es besser und am Ende ist klar, dass es nur diese Musik für diesen Film geben kann. Ein pathosgeschwängerter Hollywood-Score wäre ganz eindeutig fehl am Platz.

Bevor ich mich weiter in Lobhuldigungen ergehe: Wenn Sie anspruchsvolle Filme und schwierige Charaktere mögen, dazu einem Setting in der amerikanischen Geschichte nicht abgeneigt sind und sich wirklich mal Zeit und Platz im Kopf für einen Film nehmen möchten, greifen Sie zu! Ich habe ihn gestern gesehen, denke den ganzen heutigen Tag daran und kann es kaum erwarten, ihn nocheinmal anzuschauen. Mit das Beste seit langer Zeit.


Axe to Fall
Axe to Fall
Preis: EUR 8,97

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zurück in die Zukunft, 28. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Axe to Fall (Audio CD)
Ich muss gestehen, dass ich mit dem Frühwerk von Converge (bis vor Jane Doe) nicht vertraut bin, die letzten 3 Alben haben die Band jedoch zu einer meiner absoluten Lieblingsgruppen gemacht.

Ohne auf einzelne Songs einzugehen, würde ich sagen, dass Axe to fall einen Rück- wie einen Fortschritt darstellt, beides jedoch im positiven Sinne. Es wirkt kohärenter, als das meiner Meinung nach etwas zu zerfahrene No Heroes und ist nach den letzten beiden Scheiben eher wieder ein 'Album-Album' im Jane Doe-Stil. Es gibt kaum Atempausen zwischen den Songs, sie gehen beinahe nahtlos ineinander über.

An stilistischen Neuerungen gibt es dank der Gastmusiker etwas mehr cleanen Gesang und an einigen Stellen beinahe 'richtige' Metal-Leadgitarren, die sich aber perfekt einfügen und nicht zu klassisch geraten sind. Zum Schluss tauchen akustische Elemente auf, wie etwa von "In her shadow" auf You fail me bekannt. Auch ein Klavier ist darunter vertreten.

Dazwischen gibt es wie gewohnt größtenteils Hochgeschwindigkeitsprügeleien und Midtempo-Doom-Songs, die jedoch allesamt einzigartig und einfach kreativ gestaltet werden. Der Chaos-Anteil tritt etwas zurück, alles in allem ergibt sich einfach ein wunderbar stimmiges, geschlossenes Gesamtbild des Albums und man ist geneigt, sofort den nächsten Durchlauf zu starten.


American Psycho (Vintage Contemporaries)
American Psycho (Vintage Contemporaries)
von Bret Easton Ellis
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,00

10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen American Psycho, 15. Juni 2009
Ich habe zuerst den Film mehrere Male gesehen und lange überlegt, ob ich mir das Buch kaufen soll. Ich hatte schon gehört, dass es stellenweise unglaublich brutal sei und das trifft natürlich vollkommen zu. Menschen, denen extreme Gewalt in der Literatur etwas ausmacht, sollten einen Bogen um American Psycho machen. Ich selbst bin einiges gewöhnt, aber vor allem zu Beginn fiel es mir teilweise schwer, wirklich weiterzulesen. Später stumpft man genügend ab (was wohl eine Absicht des Autors ist).

Zusammenfassen kann man das Buch, wenn man "Innere Monologe + Modebegriffe + Mord + Oberflächlichkeit + ein Hauch Popliteratur" sagt. Es hat mich jedenfalls gefesselt und kaum mehr losgelassen. Das Buch bekommt von mir also 5 Sterne.

Was von mir jedoch allerhöchstens 2 Sterne bekommt, ist die Verarbeitung dieser Ausgabe. Nach wenigen Lesestunden und normaler Belastung fielen mir ganze Seitengruppen entgegen. Das besserte sich zwar, aber die Qualität von Einband und Papier ist doch eher als mangelhaft zu bezeichnen. Ärgerlich.


S.T.A.L.K.E.R. - Clear Sky (DVD-ROM)
S.T.A.L.K.E.R. - Clear Sky (DVD-ROM)
Wird angeboten von Uncle-Scrooge

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verstahlte Sache..., 6. November 2008
= Spaßfaktor:1.0 von 5 Sternen 
Ich bewerte das Spiel ausgehend vom aktuellsten Patch 1.5.07. Als ich es gekauft hatte, war ich zuerst von der Performance enttäuscht, zeitweise war ich gezwungen, es mit 1024x768 Bildpunkten zu spielen, aber das und eigentlich alle Kritikpunkte, die ich noch hätte vortragen können, sind mit dem Patch beseitigt.

Für mich war die Hauptmotivation, wieder in der Stalker-Welt rumzulaufen. Das Setting ist einfach dermaßen einmalig, dass es mich immer wieder anzieht. Im Vergleich zu Far Cry 2 etwa ist Clear Sky wesentlich weniger brutal und die Fraktionen sind konsequent durch gezogen. Es ist düster, manchmal gruselig, aber eine derartig dichte Atmosphäre gibt es woanders einfach nicht. Reparaturen, Waffenupgrades, Schnellreisesystem (nach einigen Stunden hat man dafür genug Kohle), Fraktionen...ich bin mittlerweile sehr zufrieden mit dem Game.

Ich gebe trotz der Bugs nach Spielkauf fünf Punkte. Diese Firmenpolitik, die sich mittlerweile überall zeigt, ist wohl nicht mehr aufzuhalten. Sicher, mehr Sorgfalt wäre wünschenswert, aber in der jetzigen Form ist das Spiel schlicht und ergreifend der Hammer!


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