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5.0 von 5 Sternen
Muschi-Spaß!, 15. Juni 2008
Ein Hoch auf die Muschi! Klar, Charlotte Roche polarisiert. Charlotte Roche nimmt Wörter in den Mund, die andere nur denken. So muss es sein! Denn - seien wir doch mal ehrlich - mit einem Schwanz-Buch lockt man niemanden mehr hinterm Ofen hervor. Mit einem Muschi-Buch schon!
Nun könnte man natürlich sagen: Eben, die wollte bloß provozieren! Und reich werden! Usw.!
Nee, Kinder, sage ich da, glaub ich nicht. Ich glaube: Die wollte einfach mal sagen, wie es ist. Die wollte sich nicht damit abfinden, dass "Frauen noch nicht mal einen Namen für ihr 'Untenrum' haben". (So oder ähnlich hat sie es mal in einem Interview formuliert.)
Die Muschi scheint eine der letzten Tabuzonen der westlichen Zivilation zu sein. Schön, dass mal endlich jemand damit aufräumt!
Dass es so viele negative Reaktionen auf das Buch gibt, scheint mir nur zu bestätigen, dass bisher in Sachen Emanzipation immer noch etwas schiefgelaufen ist. Klar, müssen einem die "Feuchtgebiete" nicht unbedingt gefallen. Aber die wüste Entrüstung, die Charlotte Roche da entgegenschlägt, die finde ich schon bezeichnend.
Mich hat das Buch eher an andere Bücher erinnert, in denen Dinge angesprochen wurden, die sonst nicht beim Namen genannt werden. Welche von Elfriede Jelinek z.B. (okay - ob Charlotte Roche mal den Literaturnobelpreis ist sicher fraglich, aber es geht ja hier um den Inhalt), die ja z.T. auch drastisch sexuelle Praktiken beschreibt, oder "Schaulaufen für Anfänger", wo auch mal ein dicker Mann erotisch sein darf.
Also, Charlotte Roche, weiter so! Bin schon gespannt, was als nächstes kommt...