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Rezensionen verfasst von
Si Mone "buecherparadies.eu"

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Der Sommer der Blaubeeren: Roman
Der Sommer der Blaubeeren: Roman
von Mary Simses
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Ein Sommer mit vielen Veränderungen, 23. Juni 2014
Wenn die Gegenwart in die Vergangenheit reist, um die Zukunft kennenzulernen....so in etwa könnte man den Roman „Der Sommer der Blaubeeren“ umschreiben. Hier wird vieles auf den Kopf gestellt, hervorgekrempelt und kennengelernt. Eine Lektüre, bei welcher das Cover einlädt, unter der Sonne zu lesen.

Ellen, Anwältin aus London, reist kurz vor ihrer Hochzeit in das verschlafene Nestchen Beacon. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Brief, welchen ihre Großmutter ihr kurz vor ihrem Tod gab, dem Empfänger zu überbringen. Sie erhofft, die Angelegenheit innerhalb zweier Tage hinter sich zu bringen, doch erkennt gleich, dass hier viel mehr dahintersteckt. Hier wartet eine Geschichte über die Liebe auf Ellen, die ihr aufzeigt, dass man oftmals seine Pläne über den Haufen werfen muss, um das wirklich wahre Glück zu finden...

Das Cover und auch der Titel machen sogleich Lust, in den Garten in die Sonne zu liegen und zu lesen. Es verspricht schöne Stunden mit den Charakteren. Doch gleich als man Ellen kennenlernt, wird man erst einmal auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Sich mit Ellen anzufreunden ist gar nicht so leicht, sie wird etwas unnahbar und fern gezeichnet. Sie stürzt sich zwar gleich in eine „Katastrophe“, aus welcher sie von Roy gerettet wird, fängt sich aber gleich wieder und ist wieder die dem Leser vorgezeigte kalte Persönlichkeit. Man weiß lange nicht, was genau man von ihr halten soll und das trübt das Leseverhalten etwas.

Der ganze Roman ist etwas klischeehaft gehalten – eine Städtlerin fährt ins Dorf und trifft dort einen Mann, der sie im Herzen berührt. Auch wie die Läden, Hotels und Restaurants gehalten werden – das Dorf wird etwas wie im Mittelalter dargestellt. So sucht die Dame im Grundbuchamt noch nach dem alten Verfahren, da man das ja so auf dem Dorfe so tut, nicht wie in der Stadt – alles mit dem Computer und automatisiert.

Allemal interessant ist es aber, was Ellen über ihre verstorbene Großmutter rausfindet und was sie alles auf ihrem Wege durchmacht. Nach und nach kommt man ihr doch etwas näher und versteht ihre Handlungsweisen. Der Schreibstil macht es einem zudem noch leicht, von Zeile zu Zeile zu springen und richtig darin zu vertiefen – auch wenn hier etwas die Tiefe zu dem Ganzen fehlt.

Es ist ein wunderbar geschriebener Roman, über die Liebe, die alltäglichen Situationen und wie sie gemeistert werden. Vom Cover her könnte man hier ein richtiges Klischee erwarten, jedoch erwartet einen hier eine spannende Geschichte in einer Kleinstadt, in welcher vieles aufgedeckt wird. Trotzdem ist auch hier vieles klischeehaft und vorhersehbar. Die Reaktionen der einzelnen Charaktere kann man sich selbst erahnen, teilweise doch etwas unschlüssig.

Ellen ist und bleibt eine etwas verschlossene Person für den Leser, auch wenn man sich in sie hineinfühlen kann. Leider war ich ihr nie ganz nahe und habe auch vieles nicht so ganz verstanden – es ging zwar wirklich vieles etwas schnell, aber ihre Handlungen waren nicht immer ganz nachvollziehbar. Auch die anderen Personen sind nicht immer so detailgetreu gezeichnet, was sie aber nicht schlechter macht. Es sind alles liebenswürde Persönchen, die man einfach gern haben muss.

Die Lektüre ist ein guter Fang für Zwischendurch, man kann sich durch die Zeilen tragen zu lassen ohne viel nachzudenken – was aber nicht heißt, dass sie langweilig ist, sie entführt den Leser nur ganz sanft in dessen Kopfkino weit weg! Empfehlenswert für welche, die Romantik in einem verschlafenen Nest lieben und sich leise plätschernd entführen lassen möchten!


Bäume reisen nachts: Roman (insel taschenbuch)
Bäume reisen nachts: Roman (insel taschenbuch)
von Aude Le Corff
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen Wenn Bäume nachts reisen..., 30. Mai 2014
Wie gehen Kinder damit um, wenn die Mutter in ihren jungen Jahren einfach abhaut? So etwas ist schwer verdaubar, vielleicht für immer ein Schmerz, der nie aufhört. Die kleine 8jährige Manon geht damit ganz eigen um. Wie, das erfährt der Leser im Buch „Bäume reisen nachts“ von Aude Le Corff.

Die kleine Manon verbringt seit Monaten ihre Tage allein im Garten unter ihrer Birke, sie redet hier mit den Ameisen und den Katzen, die sie zu lieben scheinen. Denn ihre Mutter ist eines Tages einfachso aus ihrem Leben verschwunden, ab und davon. Sie freundet sich mit dem alten Nachbarn Anatole an und verbringt fortan ihre Nachmittage bei ihm, wo er ihr aus dem Buch „Der kleine Prinz“ vorliest. Ihr Vater Pierre und auch die Schwester der Mutter Sophie vermögen nicht, an das Mädchen heranzukommen, nur Anatole schafft das. Eines Tages erhalten die Familienmitglieder überraschend Post von der Mutter. Gemeinsam machen sich alle auf die Reise quer durch Europa, ein Abenteuer, das es in sich hat.

Ganz am Anfang erfährt man gar nicht viel über Manon bzw. von ihr selbst, eher von den Mitmenschen um sie herum. Jeder hat eine andere Ansicht und sieht sie mit anderen Augen. Bis sie selbst gedanklich einmal zu Wort kommt, weiß man eigentlich schon sehr gut Bescheid, was mit ihr los ist. Man hat das Mädchen sofort ins Herz geschlossen, es ist ein schlaues, kleines Köpfchen. Sie versteht viel und nimmt auch alles recht schnell auf. Man runzelt besorgt die Stirn, da Manon bereits Zwangsstörungen entwickelt hat, wie z.B. die Katze zwei mal über den Kopf und fünf mal über den Rücken zu streicheln und andere diverse Dinge. Diese treten ja oft auf, wenn sich ein entscheidendes Ereignis im Leben auftut und eine Veränderung stattfand.

Als Manon auf Anatole trifft, welcher sie interessiert angesprochen hatte, entwickelt sich hier eine ganz besondere Freundschaft zwischen sehr jung und alt – auch er hat seine Zwangsstörungen, er hat einen Kontrollzwang und alles muss routiniert verlaufen und am Platz sein. Fortan sind die beiden nachmittags immer zusammen. Er liest ihr nicht nur aus dem Buch vor, sie unterhalten sich auch über den Sinn mancher Dinge und dem Leben. Es dauert zwar, bis Manon sich immer mehr anvertraut, aber man spürt die Tiefe der außergewöhnlichen Freundschaft. Es ist so ein großer Altersunterschied und doch sind die beiden sich gleich irgendwo. Außenstehend könnte das wohl als Opa und Enkelin gesehen werden, Anatole ist der Opa, den Manon nie hatte und gehört ab sofort zur Familie. Vielleicht sieht er ja auch in Manon das Kind, welches er nie hatte?

Im Grunde helfen die beiden sich mit ihren Gesprächen gegenseitig – er erkennt sich in ihr wieder, hat das meiste vom Leben schon hinter sich und möchte sie vor Schmerz bewahren, durch sie lernt er den Mann auch besser kennen, der er einmal war.

Manons Vater kommt einem eigentlich total unsympathisch vor, dabei ist er nur ein armer, von der Frau verlassener Mann, der nicht mit seinem Schmerz umzugehen weiß. Trotzdem ist es unverantwortlich wie er lebt und sich nicht vor seiner jungen Tochter zusammennimmt. Auch seine Handlungen sind etwas sehr überzogen und überstürzt.

In diesem Buch erfährt man einiges über das Leben, wie es laufen kann und was passiert. Es sind die Gedanken zwischen den Zeilen, die einen grübeln lassen. In diesem Buch ist so viel Tiefgründigkeit versteckt, dass es einem eigentlich Tränen in die Augen hauen müsste – dabei ist es so wundervoll geschrieben, dass man auch gleich in der Geschichte drin war, als wäre man selbst dabei. Die Autorin hat den Leser gleich zu Anfang in ihren Fängen und durch die verschiedenen Sichtweisen erfährt man mehr und möchte auch gar nicht mehr aufhören zu lesen.

Ein wunderbar geschriebener Roman, in welchem jede Person durchleuchtet wird, in welchem alle Situationen, bildlich geschildert werden. Er entführt den Leser auf eine dramatische und doch schöne Reise, zeigt ihm eine außergewöhnliche Freundschaft und nimmt einen auf eine Reise mit, die man so vor Augen hat, als wäre man selbst unterwegs. Von mir eine klare Leseempfehlung!


Die Chroniken der Nebelkriege 4: Der silberne Traum
Die Chroniken der Nebelkriege 4: Der silberne Traum
von Thomas Finn
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen Super Vorgeschmack auf die Trilogie!, 14. Mai 2014
Das Buch „Der silberne Traum“ ist das Prequel zu den Chroniken der Nebelkriege von Thomas Finn. Um dieses zu lesen, muss man die Trilogie nicht unbedingt kennen, ein Nachteil ist es aber bestimmt nicht. Magisch ist der Inhalt sowie auch das glitzernde schön gestaltete Cover, das den Leser einlädt, einzutauchen...

Die Elfe Fi erwacht auf dem Schiff von Koggs. Alle ihre Erinnerungen sind verschwunden, sie weiß nicht mal mehr genau, wer sie eigentlich ist. Hilfe erhält sie von der Möwe Kriwa, die ihr etwas Klarheit verschafft. Was hat sie nur auf dem Schiff zu suchen? Irgendetwas muss sie aber vorgehabt haben und der Klabauter und alle anderen halten sie definitiv für einen Elf, nicht eine Elfe. Sie muss sich wohl etwas dabei gedacht haben. Nach und nach erfährt man, dass dahinter eine größere Mission steckt, als gedacht. Zusammen mit der Mannschaft, der Möwe und auch dem Meereskönigssohn Nikk macht sie sich auf den Weg, in den Kampf um Gut und Böse.

Der Autor versteht es gekonnt, den Leser direkt in die Zeilen abtauchen zu lassen. Man ist erst so verwirrt wie Fi, weiß man ja nicht, was hier vorgeht. Ich hatte erst noch Sorgen, dass ich die Trilogie gelesen haben müsste, um dahinterzusteigen. Dem ist aber nicht so – es ist unabhängig davon geschrieben.

Fi ist eine mutige Elfe, wie alt sie ist, erfährt man nicht. Man kann sie nur so zwischen dem Alter 15-18 einschätzen laut Verhalten. Es ist kein Wunder, dass sie den Meermann Nikk super findet – wenn das Kopfkino angeht, sobald er auftaucht, verfällt man diesem fast selber. Doch eine Liebesgeschichte baut sich hier erst mal nicht auf, denn die zwei haben eine Mission hinter sich zu bringen.

Die Nebelkönigin Morgoya und ihre Schattengestalten spielen hier eine große Rolle, der Leser darf auf jeden Fall gespannt sein, wann man auf diese trifft und ob dies glimpflich ausgeht für unsere Freunde.

Trotz der vielen Charaktere in diesem Buch kommt man niemals durcheinander und weiß sofort, wer hier wem zugeordnet ist und wer wer ist. Man trifft hier auf alle möglichen Fantasiegestalten – sei es eine Hydra, Gargylen und auch Untote. Von Elfen, Däumlingen und Feen ganz zu schweigen. Es ist ein richtiges Abenteuer in die Welt des Mystischen – auch Fis Träume sind sehr real gezeichnet und haben eine Bedeutung in der Geschichte. Da möchte man sofort auch wissen, was dahintersteckt und wer der geheimnisvolle Elf Gaelren ist.

Der Schreibstil und auch die Spannung zwischen den Zeilen lassen einen kaum aufhören zu lesen, man möchte es einfach nicht. Hier kann man wunderbar einige Stunden in die Welt der Elfen etc. abtauchen und alles um sich herum vergessen. Man kommt sich vor, als wäre man selbst dabei bei dem Abenteuer der Charaktere. Der Autor zeichnet hier ein detailreiches Kopfkino, das automatisch abspult, sobald man wieder anfängt zu lesen. Es ist eine wunderbar gestaltete, fantasiereiche und bildhafte Entführung an einen anderen Ort, eine andere Zeit.

Trotz, dass eigentlich nicht derartig viel passiert, passiert doch eine ganze Menge. Dem Leser werden immer einige Häppchen zugeworfen, die er nur richtig setzen muss – genau wie Fi! Wer hier also wie ich noch nicht die Trilogie gelesen hat, wird vermutlich genau zu dieser greifen, sobald er dieses Werk beendet hat. Ich werde es auf jeden Fall tun, ich möchte mehr in diese Welt abtauchen!

Ich persönlich würde das Buch bereits jungen Menschen empfehlen, die auch gerne im Anschluss in die Nebeltrilogie einsteigen möchten. Die Fantasie wird rege angekurbelt und man hat einige schöne temporeiche Stunden mit den Charakteren!


Ein feiner dunkler Riss
Ein feiner dunkler Riss
von Joe R. Lansdale
  Broschiert
Preis: EUR 16,90

5.0 von 5 Sternen Wie der Glauben an den Weihnachtsmann verloren ging..., 8. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Ein feiner dunkler Riss (Broschiert)
Wie schnell ist die Grenze zwischen kindlicher Sicht zu ausgewachsenem Denken überschritten? Ein 13-jähriger Junge in den Jahren um 1958 sollte sich mit nicht so großen Dingen wie die Erwachsenen beschäftigen, er sollte noch an den Weihnachtsmann glauben und an den Osterhasen, so wie es Stanley, der Protagonist in Lansdales Buch, es bis vor kurzem tat...

Stanley wohnt mit seiner Familie in Texas, in einem Kaff namens Dewmont. Sie betreiben ein Autokino und er fühlt sich eigentlich wohl dort. Er hatte auch noch an den Weihnachtsmann geglaubt, wie sollte ein 13jähriger auch anders? Doch es ändert sich alles schlagartig, er ist auf einmal über alles aufgeklärt und fängt zudem auch noch an, in einem längst vergessenen Mordfall zu ermitteln.

Es ist erstaunlich, wie gut der Autor den Leser in die Geschichte einführt. Man sieht hier hauptsächlich alles aus Sicht des 13jährigen Stanley. Er erkundet die Welt und was er so alles findet, findet auch den Weg in das Gedächtnis des Lesers. Eigentlich sollte er noch spielen und sich nicht über Mordfälle Gedanken machen, wie das Spiel aber so will, ist er schneller darin verzwickt als gedacht.

Stanley ist ein sympathischer Junge, nicht ganz helle, aber mit Sicherheit auch nicht auf den Kopf gefallen. Eigentlich ist er ein typischer 13jähriger Jugendlicher in den 60er Jahren. Doch schnell wird er aufgeklärt und erfährt mehr und mehr über die Schattenseiten der Welt. Zu der Zeit gab es auch noch diese Rassendiskriminierungen gegen die Schwarzen – Stanley eignet sich das gar nicht an, das ist ein Riesen Pluspunkt für unseren Protagonisten.

Der Leser begleitet ihn durch das Rätsel des Mordfalls, welcher sich vor vielen, vielen Jahren ereignet hat. Eine Gänsehaut beschleicht einen des Öfteren, da auch hier die Rede von Geistern ist. Der Autor hat das geschickt eingefädelt, so dass man sich oft fragt, wann der Geist wohl auftauchen mag. Es ist eine Geschichte über einen Jungen, der erwachsen wird – der zu früh und zu schnell sieht, wie die Welt wirklich ist und was großer Reichtum und Macht für Schaden anrichten können. Wissbegierig wie er ist, macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit und trifft öfters auf Widerstand, was ihm gleich die Augen öffnet. Es sind einige Szenen vorhanden, die selbst den Leser innerlich aufwühlen.

Gut geschrieben und mit vielen gut gewählten Dialogen führt uns Lansdale durch das Texas 1958. Es ist ein Roman über das Erwachsenwerden, aber auch eine Aufklärung wie es mit Macht, Geld und Ansehen funktioniert. Und doch sind alle Menschen gleich in ihrem Inneren, nur scheint das nicht jeder so zu sehen. Tiere sind manchmal doch die besseren Menschen.

Wie sich das Ende dann auflöst, passt hervorragend – und es war nicht vorhersehbar. Der Aha-Effekt stellt sich ein und man ist überrascht, wenn man es sich aber nochmals genau durch den Kopf gehen lässt, dann doch wieder nicht.

Ein Meisterwerk aus der Feder des Autors, wie man ihn nicht anders kennt. Was anfangs als normale Geschichte daherkommt, entpuppt sich als handfester Krimi, welchen einen dazu verleitet, die Nacht durchzulesen. Wer gerne viele Dialoge liest und mit den Charakteren Rätsel entschlüsselt, gespickt mit etwas Spannung – der ist mit diesem Buch für die kurze Zeitspanne bis zur letzten Seite bestens bedient!


Die unverhofften Zutaten des Glücks: Roman
Die unverhofften Zutaten des Glücks: Roman
von Deborah McKinlay
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine emotionale Suche, die begeistert, 23. April 2014
Wer von euch hat dem Lieblingsautor noch keinen Leserbrief geschrieben? Habt ihr eine Antwort erhalten? Die Protagonistin Eve im Roman von Deborah McKinlay schreibt Jack Cooper eine Nachricht – und erhält eine Antwort. Was sich hieraus entwickelt, beschreibt die Autorin sehr genau in ihrem Roman.

Die Britin Eve schreibt aus einer Laune heraus einen Brief an den amerikanischen Bestsellerautor Jack Cooper. Er antwortet! Sie entdecken, dass sie viele Gemeinsamkeiten, wie z.B. das Kochen und Essen, teilen. Aus dem Kontakt wird eine richtige Freundschaft. Gegenseitig geben sie sich Rat und Trost und das bringt sie so näher zusammen. Jack schlägt ein Treffen in Paris vor, doch Eve befürchtet, dass dies niemals zustande kommen kann. Vor was hat Eve Angst?

Als erstes lernt man hier den Autor Jack kennen. Er ist eine arme Seele, dem Leser aber gleich sympathisch, auf irgendeine Weise. Im Wechsel kommt auch Eve zu Wort und erzählt dem Leser aus ihrem Leben. Die Autorin hat hier zwei gänzlich verschiedene Leben aufeinanderprallen lassen, stückchenweise erfährt man mehr und mehr aus deren Sichtweise. Es ist so einiges passiert, in beiderlei Leben – und der Leser fährt die Zeilen weiter, um mehr über die beiden zu erfahren.

Eve ist eine bodenständige Frau, die aber auch gepackt wurde von familiären Zerrüttungen und Erinnerungen. Durch die Verlobung ihrer Tochter mit ihrem Freund rüttet es das erst nochmal richtig auf. Da ist sie froh, ihren Verbündeten in Schriftform zu haben – den Autor Jack Cooper.

Der Schreibstil ist wirklich angenehmen zu lesen und auch die Geschichte an sich macht Lust auf mehr. Man gleitet förmlich durch die Zeilen und hat eigentlich zwei Geschichten vor sich – die von Eve und auch die von Jack. Beide sind nicht mehr in den Teeniejahren und haben schon einiges durchgemacht, wovon sie dem Leser berichten.

Es sind so zwei verschiedene Geschichten, aus zwei total unterschiedlichen Leben – und doch gleichen sie sich wie die Faust aufs Auge, wenn auch aus anderer Sicht. Die zwei haben sich gefunden und möchten sich nicht missen, sie erzählen sich ihre Sorgen zwischen den Zeilen – niemals direkt.

Aus Sorge wird gutes Essen, so könnte man sagen. Das gute Essen vertreibt für einen kleinen Moment die großen Sorgen und bereitet einem Gaumenschmaus. So geht es Jack wie auch Eve. Beide haben ihre Päckchen zu tragen und beide ringen sich damit, ob sie sich endlich einmal sehen werden. Der Leser natürlich auch, er fiebert mit, wie und wo das Treffen schlussendlich geschieht und ob es überhaupt geschieht. Es ist ein Buch voller Rätsel und doch so vielem Alltäglichen, dass es einem gleich nahe kommt.

Das Buch hat ohne große Worte viel Gefühl, zwischen den Zeilen, über ihnen und überhaupt. Man kann die Charaktere einfach nur mögen, sich mit ihnen in vielen Dingen identifizieren und sich einfach nur dem Gefühl eines guten Romanes hingeben.

Der Roman hat mir persönlich viele schöne Stunden beschert mit Eve und Jack, ich werde sie schon vermissen. Die Autorin hat mit diesem Werk eine wirklich gute Unterhaltung geschaffen, die einen für einige Stunden die Liebe zum Detail sehen lassen und kulinarische Ausflüge bescheren in Gefühlswelten des Essens, der Liebe und der Familie.

Diejenigen, die gerne eine leichte Unterhaltung mit Sinn und Tiefgründigkeit lesen möchten, sind mit diesem Buch sehr gut bedient und werden es nicht bereuen, es zu lesen – nein, es zu verschlingen und noch länger in Gedanken daran schwelgen!


Fitmacher Salate
Fitmacher Salate
von Dr. Oetker
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Salate, wie das Herz begehrt, 19. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Fitmacher Salate (Gebundene Ausgabe)
Kochbücher gibt es en masse – doch sind sie wirklich so gut, wie das Cover versprechen? Wer gerne kocht, so wie ich, der wird das Buch von vorne bis hinten auseinandernehmen und vieles nachkochen bzw. ausprobieren – so auch bei dem Buch „Fitmacher Salate“ aus dem Dr. Oetker Verlag.

So leicht kann man satt werden – denn diese Salate eignen sich als Snack zwischendurch im Büro in der Pause, für ein Picknick oder auch zum Mitbringen bei Freunden und gemeinsamen Genießen. Auf den 96 Seiten sind viele verschiedene Salate, sie sind gelingsicher, es gibt Tipps und auch eine Zusammenstellung. Leichte Zubereitung und leichter Genuss, maximal 600 kcal und höchstens 20 Gr. Fett.

Als ich das Buch in den Händen hatte, fand ich schon gleich das Cover gelungen. Abgebildet ist hier ein leckerer Salat – und genau um Salat dreht sich dieses Kochbuch aus dem Dr. Oetker Verlag. „Man ist, was man isst!“ - wird einem im Vorwort gesagt, und es stimmt auch. Das Buch ist darauf ausgelegt, viele verschiedene Salat zubereiten mit wenig kcal und wenig Fett. Das ist Dr. Oetker durchaus gelungen – für Sportler wären das die perfekten Salate. Mir persönlich ging es nicht um den kleinen Kalorienhaushalt oder das Fett – ich ernähre mich eigentlich so, dass es sehr wenig Kohlenhydrate auf dem Tisch gibt.

Dennoch spricht mich das Buch richtig an, denn ich liebe Salate! In jeder Form und gerne in allen möglichen Varianten ausprobiert. Auch wenn man Kohlenhydraten aus dem Wege geht, hier wird man auf jeden Fall fündig! Es ist alles sehr gut erklärt, es gibt brauchbare Tipps – zu jedem Rezept – und das Nachmachen kann nur gelingen. Die Bilder sind gut geschossen und machen Lust auf mehr.

Aus vielen einfachen Zutaten kann man einen wirklich tollen Salat herzaubern – so wie der Gemischte Salat mit dem Fischfilet. Man braucht hier nicht viel und hat am Ende ein wirklich leckeres Ergebnis.

Das Buch hat mir zusätzlich noch gezeigt, dass das Gewürz Koriander nicht so mein Freund ist. Ich habe den fruchtig-scharfen Reissalat mit Hähnchenschenkel gemacht, welcher wirklich außergewöhnlich geschmeckt hat. Er war lecker, jedoch habe ich dadurch gemerkt, dass Koriander nicht so meins ist. Diesen werde ich auf jeden Fall nochmals machen ohne den Koriander. Es kann nicht jedem alles gleich gut schmecken, das ist ja normal.

Der warme Kartoffelsalat mit Schweinerückensteaks hat es mir persönlich am meisten angetan! Auch wenn hier mein Bild auf dem Teller total nicht dem im Buch nahekam – es war ein Genuss und man kann gar nichts falsch machen bei der Nachmachung des Rezeptes! Ich denke, im Buch wurde das Dressing für das Bild nicht mit den Kartoffeln und Fleisch durcheinandergemischt, sondern daruntergesetzt.

Die Dressings ganz vorne im Buch sind auf jeden Fall zu beachten – denn sie sind das Herz des Salates. Ein Salat ohne Dressing ist nicht das, was man gerne hat. Die vorgestellten Dressings im Buch sind leicht zu machen, verfeinern aber den Geschmack um einiges.

Alles in allem kann ich sagen, das Buch hat einen Ehrenplatz unter den Kochbüchern in meinem Regal – es ist hier alles dabei, von exotisch bis normal, was grad noch mehr Laune macht beim Ausprobieren. Ich habe mich zwar immer wieder erwischt, wie ich die Rezepte verändern möchte und selbst noch etwas hinzuzufügen, habe mich aber doch an den Plan gehalten, da ich erst einmal wissen wollte, wie es ohne eigenes Zutun mundet. Es ist hier wirklich nicht nötig, dem Rezept noch mehr Pfiff geben zu wollen, bei mir ist das aber normal, dass ich anfange, selbst noch zu würzen und Zutaten hinzuzugeben, wie ich das denke und wie es mir gerade durch den Kopf schwirrt.

Wer genauso gerne wie ich Salat isst, ist hier bestens bedient und kann sich nach Belieben hier an Rezepten ausprobieren. Da bald die Grillsaison beginnt, wird das Buch bei mir auf jeden Fall noch sehr oft in der Küche demnächst in Gebrauch gesetzt! Ich kann es wärmstens den Hobbyköchen unter uns empfehlen!


Drei Bier auf die Vier: Vom Abenteuer, die eigene Kneipe zu eröffnen
Drei Bier auf die Vier: Vom Abenteuer, die eigene Kneipe zu eröffnen
von Maria Rossbauer
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von den Abenteuern einer eigenen Kneipe, 16. April 2014
Eine Kneipe eröffnen....irgendwie hat doch jeder schon einmal daran gedacht, oder? Zumindest diejenigen, die gerne kochen und essen. Doch, was steckt alles dahinter, was kommt hier alles auf einen zu? Die Autorin Maria Rossbauer erzählt genau das in ihrem Buch „Drei Bier auf die vier“, denn ihre Freundin hat genau das vor und verwirklicht es.

Marias beste Freundin Sonja möchte eine eigene Kneipe eröffnen. Da sie schon immer alles gemeinsam getan haben, steht Maria ihr auch in dieser Misere zur Seite. Es wird ein harter und langer Spießrutenlauf, bis alles steht, wie es soll – aber was dabei rauskommt, das zählt! Sie steigen in den Kampf mit den Bänkern, Vermietern und komischen Besitzern. Kaum haben sie die Location gefunden, geht die nächste Sache los – für die Eröffnung muss alles stehen, bereit sein und auch alles renoviert sein. Schaffen sie das?

Das Buch ist eigentlich ein Sachbuch, liest sich aber wie ein Roman. Es ist in wunderbar herrlicher Sprache verfasst und man begleitet die zwei Frauen auf ihrem Weg zur Selbstständigkeit. Man hat es eigentlich bildlich vor Augen, ist fast selbst dabei. Hin und wieder kommen einem hier selbst die Ideen in den Kopf, was man tun würde und wie die eigene Kneipe aussehen würde.

Es gibt so wahnsinnig viel zu beachten, das würde man gar nicht denken als Aussenstehender. Wie die zwei Frauen das meistern, ist schon bemerkenswert! Man hört bzw. liest es heraus, dass es im Bayrischen ist. Ab und zu sickert der fröhliche bayrische Dialekt hindurch, was einem das Lesen noch zusätzlich versüßt.

Der Schreibstil ist so gehalten, als würde man einen Roman im Fluss lesen. So ist es auch leicht, dem Lesefluss zu folgen ohne Unterbrechnung. Man erfährt nicht nur mehr, es ist eine Geschichte aus dem Leben der Autorin, an welcher der Leser teilhaben darf. Die Begegnungen mit den einzelnen Menschen in der Umgebung machen es noch unterhaltsamer. Auch die scharfzüngigen Leute – man hat sie förmlich vor Augen! Es entsteht ein Bild der Gastronomie, wie es hier zugeht und was getan werden muss – und man merkt, es ist wahrlich kein leichter Job! Der ein oder andere wird sich denken, das bisschen kochen und trinken ausschenken, dabei ist es um einiges mehr, was hier beachtet werden muss.

Ist dann erst einmal eröffnet, kommen die nächsten Probleme. Auf die ersten Hochs folgen die Tiefs – das Essen geht aus, Dinge gehen kaputt, es kann also immer etwas passieren. Wie Sonja und ihre Gefolgschaft das alles meistert, ist der Wahnsinn. Und man muss sich überlegen, so muss es jedem Wirt gehen, wenn einmal etwas nicht so funktioniert wie es sollte. Was tun, wenn die Kühlung abends kaputt geht, so dass die Getränke nicht mehr kalt geliefert werden können? Was, wenn das Essen ausgeht – man kann ja schlecht eine Pizza in den Ofen schieben. Man sieht also, eine Wirtschaft zu führen, ist gar nicht so einfach, wie man denkt.

Es ist ein Spießrutenlauf und eine wahnsinnig große Arbeit, das alles erst einmal aufzubauen und auch am Laufen zu halten. Der Ruf tut hier einiges zur Sache und auch wie man sich anstellt, wie man sich von anderen abhebt und natürlich wie man zu seinen Gästen ist. Ist man freundlich, zuvorkommend und nett, spricht sich das schnell rum – andersherum aber genauso!

Lustig ist der Vergleich der Autorin – ein Wirtshaus ist wie das Baby, das eigene Kind. Erst erschafft man es, dann wird es geboren und wenn es da ist, hat es immer etwas, worum man sich sorgen muss. Recht hat sie! Im Laufe des Buches wird die Webseite von Sonja genannt – und ratet mal, was ich direkt getan habe: Natürlich war ich nachschauen! So kann man sich gleich noch mehr ein Bild von Sonja und ihrem Wirtshaus machen, einfach herrlich. Das Beste an der „Geschichte“ ist ja eben, dass es wirklich existiert und nicht nur im Kopf Form annimt – was einem die Webseite sogleich zeigt.

Herzerfrischen und bayrisch angehaucht erzählt die Autorin uns die Geschichte der Entstehung des Klinglwirts. Herrlich erzählt, immer bei der Stange haltend – es liest sich wie ein Roman und ist doch ganz real. Man möchte doch fast einmal dort hin speisen gehen, wenn man einmal in München ist. Ich werde ganz bestimmt daran denken – und empfehle euch derweil das gute Schmankerl ans Herz legend weiter!


Wenn die Liebe hinfällt: Roman
Wenn die Liebe hinfällt: Roman
von Luisa Buresch
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebe kann so schön sein...und so böse, 14. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Wenn die Liebe hinfällt: Roman (Taschenbuch)
Wo die Liebe hinfällt...heißt es ja normal. So sollte es auch sein, denn wie würden sich sonst die Leute verlieben? Auf Knopfdruck bestimmt nicht. Aber was, wenn die Liebe hinfällt, nachdem sie aufgebaut wurde und eigentlich perfekt ist? In ihrem Roman schildert Lisa Buresch die Begebenheit zwischen dem Traumpar Alia und Leander – scheinbar konnte ihre Liebe nichts erschüttern...

Alia und Leander gelten allgemein bekannt als das Traumpaar schlechthin. Mit ihrer Tochter Katie könnte es nicht eine schönere Liebe und Familie sein. Auch Alia glaubt wie alle ihre Freunde, dass es etwas Besonderes sei zwischen ihr und Leander. Als aber Leander den Satz bringt, den wir so oft hören oder mitbekommen was andere gesagt bekommen, nämlich „Ich hab da eine andere...“, bricht für sie eine Welt zusammen. Sie merkt nun, wie verdammt weh Liebe tun kann, was sie so gar nicht für möglich gehalten hat. Als sie sich durch ihre Freundinnen und den neuen Nachbarn wieder halbwegs aufgerappelt hat nach diesem Absturz, steht Leander auf einmal wieder vor der Tür....

Man kann nicht anders und gleich Partei für Alia ergreifen. Sie ist so eine liebenswerte Person, die einen gleich einnimmt. Eigentlich glaubt sie nicht an die Liebe – sie sieht, wie ihre Freundin Majken sich ständig „verliebt“. Bei ihr waren es nur Beziehungen, in welchen keine Liebe vorhanden waren. Gefühle ja, aber diese entpuppten sich schlussendlich doch nicht als das, was eine gute Beziehung ausmacht. Da trifft es sie plötzlich bei Leander und alles wird anders.

Als Leserin muss ich sagen, dass ich mich in sehr vielen Punkten in Alia wiedererkannt habe. Ich denke, es geht hier vielen Mädels so. Das Abstand nehmen von der Liebe und dann der Schlag, wenn sie eintrifft. Die Kapitel sind so gewählt, dass man ständig zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her pendelt. Es ist genau passend für diese Art Roman, man erfährt mehr über die Anfänge und auch gleichzeitig wie es weitergeht. Dennoch ist es ein Wechselbad der Gefühle – ein Augenblick alles wunderbar und toll und im anderen merkt man, wie es bergab geht.

Eigentlich ist Alia ja auch selbst dran schuld, dass ihr Leander entgleitet – hat sie sich doch zu einer Furie entwickelt, was man aber auch auf den Stress zurückschieben kann. Trotzdem müsste sie hier etwas Rücksicht auf Leander nehmen. Der jedoch nimmt das auch alles auf die leichte Schulter und spätestens da, als er gammlig zu einem Dinner mit ihr erschien, ist auch der Leser etwas wütend und auf Alias Seite. Was dann folgt, lässt die Tränchen kullern – Alias und auch des Lesers!

Der Schreibstil der Autorin ist so passend für den Roman, er dürfte gar nicht anders sein. Mitfühlend und fließend beschreibt sie den Werdegang dieser Liebe, den Untergang und den Anfang.

Ich weiß nicht, wie die Autorin es macht, aber sie schafft es, dass es den Leser direkt ins Herz trifft. Genau da, wo es auch Alia trifft, als es zu Ende ist. Spätestens an dieser Stelle ist der Damm gebrochen und man heult herzzerreissend mit ihr mit. Es ist nicht nur Leanders Schuld, dass es so kam, aber zu Alia hat man mehr Bezug. Was sie im Nachhinein noch alles über Leander erfährt und wie die Geschichte fortgeführt wird – es wühlt den Leser einfach nur auf.

Es ist so abstrus und doch so realitätsnah, es könnte direkt aus dem eigenen Leben sein. Die Autorin schafft es einzigartig, den Leser durch die Gefühle mitfühlen zu lassen – es ist fast so, als wäre man selbst beteiligt, ja sogar als wäre man die Hauptperson. Der eine oder andere wird mit dem Ende nicht zufrieden sein, ich persönlich fand es perfekt – der Leser wird noch zum Träumen angeregt!

Wer schon mal Liebeskummer hatte, wird hier nicht die Tränen zurückhalten können. Mädels (und Jungs), haltet schon einmal eure Taschentücher bereit und viel Zeit! Einer der Romane, die einen mitreissen und gefangen halten, die einen bis ins Herz treffen – volle Leseempfehlung von mir!


Kalte Gräber
Kalte Gräber
von Elizabeth Heiter
  Broschiert
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Ein gelungener Auftkat um die Profilerin Evelyn!, 9. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Kalte Gräber (Broschiert)
Ein Krimi bzw. Thriller zwischendurch – wer liest sie nicht gerne? Auch Elizabeth Heiter, die früher schon ihre Mitmenschen mit Geschichten unterhielt, hat ein Werk über Serientäter geschaffen. In diesem Buch ist die Heldin eine Profilerin, sie muss sich mit den Polizisten aus Bakerville auf die Suche nach einem schlimmen Mörder begeben...

Den Leichen zweier Frauen wurden viele Misshandlungen angetan – und sie stecken bis zum Rumpf im Boden. Der Täter wollte scheinbar nicht entdeckt werden, die Leichen wurden aber genau das. Und hier kommt die Profilerin Evelyn ins Spiel. Sie ist eine Expertin auf dem Gebiet und steht der Polizei von Bakersville zur Seite. Der Mörder hat schon seinen Namen weg: „Der Totengräber von Bakersville“. Er macht scheinbar willkürlich Jagd auf junge Frauen, bis er es auf Evelyn abgesehen hat, nur so kann sie ihm geben was er will und aufhört....

Der Leser wird sofort in das Geschehen hinein katapultiert. Es wird nicht lange drum rum geredet, der Fall geht sofort los. Wie in allen Stationen ist auch Evelyn als Frau nicht gern gesehen und man traut ihr nicht alles zu. Dennoch erhält sie den Fall zugeteilt, in Bakersville als Profilerin zur Seite zu stehen.

Evelyn behauptet sich gut gegen die Männer – und wenn sie auch nur Profilanalystin ist, sie trägt ganz schön bei zum Fall. Der Leser hält kurz die Luft an, als auch sie ein Opfer zu werden droht.

Der Schreibstil und auch die Geschichte an sich, machen es dem Leser leicht, durch die Seiten zu tingeln. Man wird förmlich mitgerissen – auch wenn der Thriller seine Längen hat. So passiert ewig nichts und es wird im Kreis ermittelt, dann geht es aber wieder rasant zur Sache. Man möchte ab dieser Stelle am liebsten Turbolesen. Mit der Protagonistin sympathisiert man wirklich gut – sie passt aber so gut wie in jedes Klischee eines Thrillers, in welchem eine Frau die Hauptperson ist. Sie ist vordergründig stark, hat aber eine große Schwäche hinter der Fassade, die sie aber niemanden sehen lassen will. Natürlich kommt hier auch noch ein Mann ins Spiel, mit dem sie aber nichts anfangen möchte auf Grund beruflicher Ebene.

Es ist ein gelungenes Debüt der Autorin, keine Frage. Der Leser stellt sich sehr oft die Frage, wer denn nun der Mörder ist, auch als ein Name festzustehen scheint. Eigentlich dürfte es ja in einem Thriller nicht gleich zur Aufklärung kommen, das müsste doch beim Showdown passieren. Ist es so? Hier möchte ich euch nichts verraten – am besten ist, ihr macht euch selbst ein Bild davon!

Die Spannung ist jetzt nicht so hoch, dass man schlaflose Nächte bekommt, aber sie ist durchgängig vorhanden und reisst einen mit in den Strudel der Buchstaben. Es baut sich mit Zeile um Zeile auf, lässt sich Zeit dazu, aber wird stärker. Irgendwann kann man nicht mehr die Augen vom Geschriebenen lassen.

Die Ermittlung sowie auch die Logik hat die Autorin sehr gut beschrieben und es bleiben keine Fragen offen. Für einen guten Thriller ist das das A und O meines Erachtens. Mörder ist vorhanden, Tat ist vorhanden – und auch das Motiv bzw. der Hintergrund. Dies alles verpackt in einer Geschichte rund um eine ehrgeizige Profilerin, die sich in den Fall hängt. Auch die Nebengeschichten, die zwischenmenschlichen Beziehungen, sind gut geschildert und halten den Leser auf Trab. Es ist der Auftakt einer Serie rund um die Profilerin, es lohnt sich allemal hier zuzugreifen!

Man darf auf jeden Fall noch gespannt auf weitere solch gute Werke der Autorin sein. Aber erst einmal solltet ihr euch diesen Fall zu Leibe führen – er ist alles andere als schwach und gibt dem Leser einige spannende Momente!


Das Mädchen mit dem Haifischherz
Das Mädchen mit dem Haifischherz
von Jenni Fagan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

2.0 von 5 Sternen Eine Geschichte mit Tiefgrund, leider jedoch etwas überzogen und unglaubwürdig, 7. April 2014
Ein Leben im Heim oder von Heim zu heim – die guterzogenen Kids machen sich kaum Gedanken darüber bzw. sie können es sich nicht vorstellen. Doch, wie ist es für jemanden, der von einem Heim zum nächsten tingelt? Jenni Fagan hat in ihrem Roman eine Atmosphäre geschaffen, in der sie die Protagonistin beschreibt, welche fast ausschließlich in Heimen und Pflegefamilien gelebt hat.

Anais Hendricks ist 15 und sitzt auf einem Rücksitz in einem Polizeiauto. Ihre Schuluniform ist blutverschmiert, eine Polizistin liegt im Koma. Hat sie etwas damit zu tun? Alle gehen davon aus, es liegen aber keine Beweise vor und Anais kann sich nicht erinnern. Anais kommt in eine Besserungsanstalt für schwererzwiehbare Jugendliche, ins Panoptikum. Anfangs steht sie dem noch mit Skepsis gegenüber, die anderen Jugendlichen werden aber fast zu etwas wie ihre Familie. Das Panoptikum sieht sie als eine Art Gefängnis, eine Art Unterkunft für so kaputte Menschen wie sie, erschaffen vom Experiment. Sie kämpft mit der Gegenwart, der Vergangenheit und ihrem Mut – sowie ihren Gedanken und Stimmen. Die anderen Jugendlichen sind eine Art Familie, deren Bande stärker sind als alles, auch stärker als das System. Ein Mädchen mit dem Haifischherz, das dagegen anzukämpfen versucht...

Der Anfang beginnt so, wie der Klappentext es beschreibt. Anais sitzt blutverschmiert auf dem Rücksitz eines Polizeiwagens. Die Polizisten bugsieren sie in das besagte Panoptikum. Dort angetroffen macht sie sich erst einmal mit allem vertraut, wenn man es denn so nennen kann.

Der Leser merkt gleich, dass er mit Anais keine normale Protagonistin hat, sondern eine, welche viel erlebt hat und viel einstecken musste. Sie misstraut allem und jedem und hat es immer wieder vom Experiment. Man ist sich anfangs nicht klar, ob das nur in ihrem Kopf existiert oder ob es wirklich existent ist. Durch den Drogenkonsum und ihre schwere Kindheit ist sie auch etwas zurückgezogen und um es schlicht zu sagen, durcheinander. Sie schweift oft ab von ihren Gedanken und sieht Dinge, die es nicht gibt. Sie stellt sich allerlei vor, z.B. wie und wo sie geboren ist und wie sie entstand. Oder wie das Experiment sie erschaffen hat. Ihre Aussprache ist gossenslangartig und man braucht einige Zeilen, um sich an das zu gewöhnen.

Der Schreibstil der Autorin leitet dazu, Zeile um Zeile zu lesen, auch wenn die Schrift recht klein ist in diesem Buch. Man fragt sich, was alles auf Anais zukommt und was am Experiment wahr ist oder nicht. Irgendetwas mystisches und geheimes umgibt die ganze Aura des Buches – auf dem Panoptikum geht etwas nicht mit rechten Dingen zu. Oder strahlt es von Anais aus? Man ist auf jeden Fall gespannt, wie die Geschichte weiter läuft.

Anais ist dem Leser (so ging es mir auf jeden Fall) eher fern, man bekommt keinen rechten Anschluss zu ihr. Manchmal neigt sie dazu, nett zu sein und sich aufzuraffen. Andererseits bleibt sie auf ihrer „assozialen“ Linie stecken und hat diese Gleichgültigkeit. Man könnte fast sagen, in diesem Mädchen stecken zwei Personen. Es ist aber kaum verwunderlich, dass sie so verwirrt und durchgeknallt ist, nach ihrer Vergangenheit zu urteilen. Ihr Betreuer Angus, welcher anfangs recht sympathisch wirkt, ist ihr dabei auch keine große Hilfe, auch wenn er ihr helfen will. Selber hat er auch ein Päckchen zu tragen, welches ihn nicht unbedingt zum besten Betreuer macht.

Es gibt viele Szenen, da kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Zum Beispiel auch, wie das Gericht mit Anais umgeht. Anstatt einer verlorenen Jugendlichen zu helfen, triezen sie sie noch mehr. Ich denke, die Autorin will uns mit ihrem Werk die Augen öffnen, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Man wiegt sich in Sicherheit durch die Autorität der Öffentlichkeit, des Staates und dergleichen. Doch hinter unserem Rücken passiert hier so einiges, was nicht rechtens ist. Auch, dass wir es so gut haben im Gegensatz zu anderen – man siehe Anais, ist wohl auch ein großer Stützpunkt in diesem Roman. Man merkt, dass die Autorin sich damit und mit anderen komplexen Themen auseinander gesetzt hat und hier einen Roman mit Tiefgründigkeit geschaffen hat.

Im Großen und Ganzen konnte mich das Buch aber nicht großartig überzeugen, da hier die schlechte Redensart der Protagonistin vieles kaputt macht – vielleicht bin ich auch zu alt, aber der „Gossenslang“ macht hier viele Situationen kaputt. Auch dass hier viele Situationen, welche wichtig gewesen wären für den Verlauf, so kompliziert beschrieben werden, macht einem das Lesen nicht leicht. Meines Erachtens wurden hier auch viele Fragen ungeklärt gelassen, gerade am Ende. Das kam dann so unerwartet und unglaubwürdig hervor, das ist echt schade!

Es ist eine erschütternde Geschichte, die einem im Gedächtnis haften sollte, über die man ernsthaft nachdenken sollte. Jedoch sind die abschweifenden Gedanken sowie unrealistische und schnell wechselnde Szenen nicht gerade fördernd, die ganze Geschichte wirkt sogar etwas überzogen.

Ein Pluspunkt ist aber das Cover – es ist so schön ausgearbeitet, bunt und doch uni – es erinnert etwas an Ed Hardy. Einzig die Pillen vorne drauf stören etwas, da dies etwas verharmlost wird – sollte man wohl nicht so eng sehen, da es im Gesamten ja auch um Drogen geht.

Diejenigen, die sich nicht aus der Ruhe bringen lassen durch den wirklich derbe Sprache der Charaktere, werden sich an dieser Lektüre nicht satt lesen können und werden in einen tiefgründigen (aber verwirrenden) Sog gezogen. Für mich war es leider etwas too much und zuviel des Guten von allem!


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