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Rezensionen verfasst von
Kitai

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Ein Yankee aus Connecticut an König Artus' Hof: Roman
Ein Yankee aus Connecticut an König Artus' Hof: Roman
von Mark Twain
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Reine ins 6. Jahrhundert, 30. Januar 2013
Der Yankee war mein erstes Buch von Mark Twain. Jetzt werden wohl noch viele folgen. Ein toller Autor mit einem extrem intelligenten und humorvollen Schreibstil. Vermutlich müsste ich das Buch noch 6x lesen um alle Spitzen und Anspielungen zu verstehen.

Inhalt
Der Yankee gerät durch einen Zwischenfall in das 6. Jahrhundert. Dort findet er ziemlich direkt an König Artus' Hof. Zu Anfang ist er noch mehr oder weniger überfordert mit der Lage, wird doch als allererstes seine Hinrichtung angeordnet. Durch eine Täuschung gelingt es ihm seine Haut zu retten und noch mehr: Die Bevölkerung des 6. Jahrhunderts hält ihn nun für einen mächtigen Zauberer. Da sein Zauber offensichtlich soviel besser funktioniert, als der Merlins, übernimmt der Yankee als nächstes Merlins Position als Berater des Königs. Mit Macht und Einfluss ausgestattet macht er es sich zum Ziel, das 19. Jahrhundert im über 1.000 Jahre zu früh entstehen zu lassen. So macht er das fahrende Rittertum zu wandelnden Werbeträgern für Seife und Hygiene, gründet Schulen, baut Kraftwerke und erfindet das Telefon. Hierbei muss er sich immer wieder mit Merlin und Kirchengetreuen rumschlagen, die von seinen Plänen so rein gar nichts halten.

Meinung
Die Ausgabe aus dem dtv ist sehr angenehm zu lesen. Zu bemängeln habe ich nichts. Absätze sind vorhanden, Schriftgröße ist in Ordnung und auch das Cover finde ich soweit passend.
Mit Mark Twain habe ich einen neuen Lieblingsautor entdeckt. Vordergründig handelt es sich um einen Abenteuerroman, der sich grob an der Artus Sage orientiert. Beim Lesen hatte ich das Gefühl Mark Twain sitzt höchstselbst in einem Ohrensessel vor dem Kamin und erzählt die Geschichte des Yankees. Hintergründig ist die Geschichte eine Satire voller Gesellschafts- und (Staats-)kirchenkritik. Hierbei wird nicht nur die Gesellschaft des 6. Jahrhunderts aufs Korn genommen, sondern die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts bleibt nicht verschont. Teilweise führt das zu skurrilen Situationen die zum schreien komisch sind. Mark Twain hat hierbei einen anspruchsvollen aber wunderschönen Schreibstil. Irgendwann habe ich angefangen an meine Lieblingszitate Klebezettel zu machen, damit ich sie nicht wieder vergesse. Allerdings muss ich an dieser Stelle auch sagen, es handelt sich um ein Buch, auf das man sich einlassen muss. Es ist nichts, was man einfach so nebenbei runterlesen kann. Vor allem wenn Sandy anfängt zu reden. Dann kann ein Satz auch schon mal über eine halbe Seite gehen. Ich musste hier öfters mal zurückblättern weil ich einfach überhaupt nicht begreife, was sie da faselt. Teilweise 2 – 3 mal. Was nicht heißt, dass ich es danach verstanden hätte. Aber der Moment ist urkomisch, wenn man dann weiter liest und der Yankee sich darüber beschwert, dass er absolut nicht versteht was sie erzählt. Für mich nur ein kleiner Beleg (von Vielen) für den großartigen Stil von Mark Twain. Natürlich geht in der Übersetzung einiges verloren. In den Anmerkungen werden Wortspiele erklärt, die so einfach nicht ins Deutsche zu übertragen waren. Bestimmt gibt das Original in Bezug auf Wortwitz noch mehr her, für jemanden der ausreichend Englisch kann. Mir ist es aufgefallen, ich hatte aber nicht das Gefühl etwas Essentielles zu verpassen.
Ich mochte auch die Charaktere sehr. Über den Yankee selbst erfährt der Leser relativ wenig. Im Wesentlichen nur das, was er selbst ganz zu Anfang über sich erzählt. Allerdings vergisst er hier seinen leichten Hang zur Arroganz zu erwähnen. Clarence gehört zu meinen Lieblingscharakteren, der für meine Begriffe leider zu wenig Auftritte hat. Sandy tötete mir ab und an den letzten Nerv; ich kann also nachvollziehen, wieder Yankee sich auf ihren gemeinsamen Reisen gefühlt haben muss. Die vielen Ritter und Adligen führten bei mir allerdings schon mal etwas zu Verwirrung.
Das Buch hält für den Leser noch die ein oder andere Überrauschung am Ende bereit, die so nicht vorherzusehen sind. Mehr sage ich dazu an dieser Stelle allerdings nicht.

Fazit
Ein tolles und intelligentes Buch, in dem der Leser auf einer Reise ins 6. Jahrhundert viel über die Zukunft lernt. 5 Sterne


Tatort Tannenbaum: Kommissare feiern Weihnachten
Tatort Tannenbaum: Kommissare feiern Weihnachten
von Simon Beckett
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Weihnachtsunterhaltung, 23. Januar 2013
Tatort Tannenbaum enthält eine Sammlung Kurzgeschichten, die auf eine Frage Antwort geben, die sich Krimifans bestimmt schon mal gestellt haben. Wie feiern Ermittler Weihnachten? Feiern ist an dieser Stelle allerdings weit auszulegen. Für einige bietet Weihnachten nämlich eher trübe Aussichten.

*Inhalt*

David Hunter, forensischer Anthropologe, ist auf einer Weihnachtsfeier seiner Freunde Anja und Jason, obwohl ihm der Fall vom Vormittag noch nachhängt. Tabor Süden hingegen verbindet nichts Gutes mit Weihnachten. Doch als er an diesem Abend in einer Kneipe sitzt kommt alles ganz anders. Die Polizistin Manuela Sperling hat an Heiligabend Dienst. Dann wird dem Weihnachtsmann sein Schlitten geklaut. Entpuppt sich dieser Weihnachtsmann etwa als entlaufener irrer? Dies ist nur eine kleine Auswahl von Kurzgeschichten, die mich teils zum schmunzeln brachten, teils traurig waren und teils auch ein wenig kitschig waren.

*Meinung*

Da ich keine typische Krimileserin bin, kannte ich die meisten der Protagonisten auch nicht. Trotzdem muss ich sagen diese Kurzgeschichtensammlung ist überraschend gut und gerade zu Weihnachten sehr unterhaltsam. Die wesentlichen Informationen bekommt man in jeder Geschichte, so dass hier keine Fragen offen bleiben. Viel mehr kann ich dazu auch gar nicht sagen. Ich habe den einen oder anderen Autor für mich entdeckt, deren Stil mir besonders gefallen hat. Mit einigen Protagonisten wird es also mit Sicherheit ein Wiedersehen geben. Diese Sammlung ist also durchaus auch für Leser geeignet, die die Autoren nicht kennen, aber vielleicht eine Inspiration für die nächste Krimireihe suchen.

*Fazit*
4 Sterne. Gute Unterhaltung unterm Weihnachtsbaum.


Savinama - Der Wächter: Fantasy-Roman
Savinama - Der Wächter: Fantasy-Roman
Preis: EUR 8,99

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine magische Reise, 22. Dezember 2012
C.S. Steinberg – Savinama Der Wächter

*Inhalt*
Eine Inhaltsangabe zu diesem Buch ist tatsächlich nicht einfach. Auf keinen Fall will ich zu viel verraten, schließlich gibt es unglaublich viel zu entdecken.
Zunächst geht es in dem Buch um Savinama, den Wächter. Ein Wächter, der die Waage des Lebens selbst ist und nun lernen will Mensch zu sein. Wir begleiten Savinama, wie er lernt zu leben, lernt zu lernen und am Ende vielleicht sogar tatsächlich lernt. Er betritt die Welt, um deren Ende herbeizuführen. Ob und unter welchen Umständen er sie wieder verlässt, soll jeder selber herausfinden. Savins Reise beginnt mit einer Frau. Durch Ineana erfährt er was Liebe ist und beginnt zu verstehen, dass das Menschsein so viel mehr bedeutet. Noch ohne es wirklich vollständig zu erfassen, wird er gleich zu Anfang mit Gut und Böse konfrontiert und mit der Komplexität menschlicher Emotionen, die sich so häufig irgendwo dazwischen bewegen. Zwar scheint Savins und Ineanas Liebe das reinste und erhabenste Gefühl überhaupt, jedoch hat Ineana eine Familie.
Auf Savinamas Reise kommen immer wieder die großen Fragen des Lebens auf, die einen zentralen Aspekt des Buches darstellen. Was bedeutet es Mensch zu sein? Welche Konsequenzen hat mein Handeln, Was darf ich nehmen, was kann ich geben? Was bin ich bereit für die Liebe zu opfern?
Immer wieder spielt die Symbolik des Kreises eine Rolle. Die Kreise als politische und religiöse Gemeinschaften, der Kreislauf des Lebens, oder auch die Konsequenzen des eigenen Handelns, die zwar Wellen schlagen, die aber am Ende auch Kreise sind.

*Meinung*
Trotz einer dichten und durchdachten Erzählweise der Autorin, bleibt dem Leser soviel Spielraum, dass er sogar etwas über sich selbst lernen kann. Hier ist allerdings auch etwas Einsatz gefragt. „Der Wächter“ ist ein Roman, bei dem der Leser zum Nachdenken aufgefordert wird. Aus diesem Grund liest sich dieses Buch mit Sicherheit auch für jeden etwas anders.

Auch wenn die sich die ersten Kapitel des Buches meines Erachtens etwas schwierig lesen, hat die Autorin schnell in ihren ganz eigenen Stil hineingefunden. Interessanterweise ändert sich die Erzählweise auch dann, wenn sich das Tempo der Geschichte ändert. Einige Kapitel lesen sich wie der klassische High-Fanasy Roman. Andererseits schafft die Autorin es, in sehr stimmungsvollen, magischen Momenten, dass ich nur das Bild genießen möchte, das gerade vor meinem inneren Auge entsteht. Hier wollte ich als Leser schon mal die Luft anhalten. .

Manchmal verstand ich eine Szene beim ersten Lesen nicht gleich. Das ist aber keine Kritik an dem Buch, sondern ein Hinweis darauf, dass man Savinama aufmerksam lesen sollte. Es steht auch sehr viel zwischen den Zeilen geschrieben. Manchmal hat sich mir das erst ein paar Seiten später erschlossen. Das Buch hat etwas sehr mystisches an sich, was ich so bei High-Fantasy noch nicht gelesen habe. Es hat mich aber unglaublich fasziniert und schnell in seinen Bann gezogen.
Man sollte sich allerdings klar darüber sein, dass es sich um ein „Begleitbuch“ handelt. Insbesondere die politischen Hintergründe werden hier nur in Andeutungen erzählt und einige Handlungsstränge bleiben offen. Der Schwerpunkt hier liegt auf dem Mystischen und auf den Legenden. Es wird deutlich, dass sich hinter dem Buch noch eine vielschichtige Geschichte verbirgt, die hoffentlich in der folgenden Triologie ausgeführt wird. Gerne würde ich mehr über die Geschichte der Kreise, Natriell und Liyell erfahren. Wie kam es zu dem Konflikt mit den „Kopfblinden“ und was verbirgt sich in der eigenen Geschichte der Magier, das dringend aufgearbeitet werden sollte?

*Fazit*
Ich kann gar nicht anders, als dem Buch 5 Sterne zu geben. Trotz meiner Anfangsschwierigkeiten. Es hat mich neugierig auf die Triologie „Magie der Schatten“ gemacht.


Der Tod macht Schule: Bröhmann ermittelt wieder
Der Tod macht Schule: Bröhmann ermittelt wieder
von Dietrich Faber
  Broschiert
Preis: EUR 13,95

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klappe die 2., 22. Dezember 2012
Auch der zweite Fall von Henning Bröhmann muss sich im Krimiregal nicht verstecken. Er kommt zwar mit ein bischen weniger Witz daher, dafür aber mit umso mehr Krimi. Eine rundum gelungene Geschichte.

Inhalt

Henning muss sich wieder mit allerhand Ärgernissen herumschlagen. Seine Tochter Melina ist versetzungsgefährdet und hat ihren ersten Freund. Den kann Henning ganz und gar nicht leiden. Außerdem belasten die Geschehnisse des letzten Jahres die Bröhmannsche Ehe.
Im Kommissariat steht es zurzeit auch nicht zum Besten. Die Polizisten haben einen Praktikanten auf Auge gedrückt bekommen, der sie und den Leser in regelmäßigen Abständen mit seinen geistigen Ergüssen beglückt. Außerdem teilt sich Henning seinen Posten nunmehr mit Markus Meirich. Auch wenn das für Henning zunächst gerechtfertigt und positiv erscheint, wird auch das noch die eine oder andere Herausforderung für ihn bereithalten. Dann kommt es wie es kommen musste, es geschieht wieder ein Mord im Vogelsberg. Diesmal trifft es die Direktorin von Melinas Schule. Für Henning keine ganz einfache Situation, da er sehr persönlich von den Ermittlungen betroffen wird. Schließlich lernt er noch Stefanie Assmann kennen. Stefanie Assmann ist die Schulpsychologin und beide fühlen sich sehr zueinander hingezogen…

Meinung

„Der Tod macht Schule“ schlägt im Vergleich zum ersten Band etwas ernstere Töne an. Die Ereignisse aus „Toter geht es nicht“ spielen immer noch eine Rolle. Man sieht, wie Henning sich verändert hat. Er steht seinem Beruf nicht mehr völlig gleichgültig gegenüber, was zunehmend auch zu Spannungen mit seinem Kollegen Markus Meirich führt. Henning scheint sich stellenweise von ihm übergangen zu fühlen, obwohl ein nunmehr gleichgestellter Kollege ihn eigentlich gar nicht übergehen kann. Ich persönlich mochte es sehr, diese neuen Seiten an Henning zu entdecken. Vor allem, wie er zum Tier werden kann, wenn es darum geht seine Tochter zu beschützen. Hier konnte er sehr viele Pluspunkte bei mir sammeln. Wie wir es vom ersten Band schon gewohnt sind, ist der Krimi sehr spannend und voller überraschender Wendungen. Meines Erachtens kann das Buch unter diesem Gesichtspunkt ganz leicht mit bekannten Titeln den Genres mithalten. Dietrich Faber schreibt hier nicht den „typischen“ Lokalkrimi. Diese Bücher sind leider häufig etwas flach, sprachlich nicht so toll und in erster Linie für Leute interessant, die die Orte und Gegenden kennen. Dies ist hier ganz und gar nicht der Fall. Obwohl ich weder den Vogelsberg kenne, noch mit Dialekten und lokalen Eigenheiten der Protagonisten vertraut bin, konnte ich auch diesen Band kaum aus der Hand legen. Obwohl der „Lokalkrimi“ sicher auch ein Teil des Buches ausmacht, handelt es sich sicher nicht um einen Schwerpunkt. Hier kann ich also ohne Bedenken jedem eine uneingeschränkte Leseempfehlung geben.

Fazit
5 Sterne für Henning Bröhmanns zweiten Fall. Ich freue mich auf die Fortsetzung.


Von der Erde zum Mond
Von der Erde zum Mond
von Jules Verne
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,90

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auf dem Weg zum Mond, 2. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Von der Erde zum Mond (Taschenbuch)
Ein Autor mit Weitsicht.

Inhalt
Nach dem Ende des Sezessionskrieges in Amerika hat sich im „Gun Club“ gepflegte Langeweile breit gemacht. Bereits im ersten Kapitel lernen wir unter anderem J.T. Maston und den Präsidenten des Gun Clubs, Impey Barbicane kennen. Da die Herren bei der Frage auf was bzw. wen man als nächstes schießen sollte, zu keiner Einigung kommen, steht der Club kurz vor seinem Ende. Gerade noch rechtzeitig wendet sich Barbicane mit einem noch nie dagewesenen Vorschlag an seine Mitglieder. Die Fortschritte, die die Ballistik insbesondere während des Krieges erzielt hatte, sollen nunmehr dazu genutzt werden um eine Kanonenkugel bis auf den Mond zu schießen. Der Gun Club war gerettet.

In den nächsten Kapiteln begeleitet man den Präsidenten bei der Umsetzung seiner Idee. Der Entwicklung der Kanone, des Projektils, eines Teleskops um die Welt an dem Projekt teilhaben zu lassen und der Finanzierung der ganzen Unternehmung. Planung und Umsetzung sind bereits weit fortgeschritten, als zwei Dinge passierten:

Zum einen wettet ein gewisser Kapitän Nicholl, dass Barbicane sein Projekt niemals vollenden wird. Zum anderen wendet sich ein Franzose namens Michel Ardan an den Präsidenten und erklärt wer werde in diesem Projektil höchstselbst bis zum Mond reisen. Während ersteres bei den Anhängern dieser Unternehmung Empörung auslöste, war es bei letzterem kaum vorstellbar, dass jemand so waghalsig sein sollte (schon gar nicht ein Franzose).

Meine Meinung
Von der Erde zum Mond ist im Wesentlichen in zwei Teile aufgeteilt. In der ersten Hälfte des Buches erfährt man im Detail alles über die Planung des Projektes sowie über die technische und praktische Umsetzung. Und wenn ich an dieser Stelle schreibe „im Detail“ meine ich das auch. Jeder Vorschlag wird durch die handelnden Personen durch aufwendige Berechnungen und Erfahrungen aus der Geschichte belegt. Was Jules Verne zu seiner Zeit nicht recherchieren konnte, ergänzte er durch Fiktion. Für mich war diese Art zu erzählen beim ersten lesen der Grund, dass ich das Buch weggelegt habe. Wenn man aber bereit ist sich ein wenig darauf einzulassen, hat auch dieser erste Teil einiges zu bieten. Besonders mag ich Jules Vernes leicht ironische Sichtweise auf „den Amerikaner“ und „den Franzosen“.

So erfährt man im Dritten Kapitel, dass eine englische Theatergruppe in Baltimore „Viel Lärm um Nichts“ aufführen wollte. Hierin sahen die Leute einen Angriff auf IHR Projekt und nahmen den Theatersaal auseinander. Später kündigte dieselbe Theatergruppe das Stück „Wie es euch gefällt“ an. Hiermit war man dann sehr zufrieden.
Der zweite Teil des Buches ist eher erzählend. Man lernt die Personen und ihre Beziehungen zu einander näher kennen. Dieser Teil liest sich aus meiner Sicht leichter und flüssiger als der erste Teil. Nachdem ich das Buch nun im zweiten Anlauf zu Ende gelesen habe, bin ich froh ihm noch eine Chance gegeben zu haben.

Die Übersetzung scheint mir weitestgehend in Ordnung. Ein oder zwei Stellen haben so einfach keinen Sinn gemacht, so dass ich davon ausgehe, dass in der Übersetzung irgendwas verlorengegangen ist. Ansonsten finde ich die Ausgabe aus dem Diogenes Verlag sehr gelungen und angenehm zu lesen. Sie macht einen hochwertigen Eindruck, besonders da immer wieder Karten und Illustrationen eingefügt sind.

Fazit
Einen Stern Abzug gibt es von mir wegen der stellenweise etwas anstrengenden Erzählweise. Für den Rest, insbesondere auch für die wirklich gelungene Ausgabe, gibt es sehr gut gemeinte vier Sterne für meinen ersten Jules Verne.


Rebecca: Roman (Fischer Klassik)
Rebecca: Roman (Fischer Klassik)
von Daphne Du Maurier
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine tolles Buch und eine sehr schöne Ausgabe, 30. November 2012
Obwohl sie schon seit einem Jahr nicht mehr auf Manderley lebt, ist Rebecca die eigentliche Protagonistin des Romans. Es scheint als habe ihr Geist Manderley nie verlassen, damit keine andere Frau dort ihr Glück finden kann. Wir lernen Rebecca durch die neue Mrs DeWinter kennen. Eine Ich-Erzählerin, die während der gesamten Geschichte keinen Namen bekommt. Innerhalb der wenigen Monate, die sie auf Manderley lebt, erfährt sie immer mehr über die erste Ehefrau ihres Mannes. Nach und nach vervollständigt sich das Bild und sie muss Unglaubliches entdecken.

*Inhalt*
Rebecca ist tot. Gestorben bereits vor einem Jahr. Und dennoch lebt ihr Geist weiterhin in Manderley. Die schöne Rebecca mit ihrer weißen Haut und den dunklen Locken. Die Rebecca, die immer freundlich und bei allen beliebt war. Die Rebecca, die das Leben mit beiden Händen anpackt und niemals Angst hat. Mit diesem Bild von Rebecca DeWinter versucht die Ich-Erzählerin seit ihrer Hochzeit mit Maxim DeWinter Tag um Tag in Konkurrenz zu treten. Und jeden Tag aufs Neue muss sie ihr Scheitern erleben. Hierfür sorgt auch die Dienerschaft Manderleys, die die neue Herrin des Hauses nicht ernst nehmen will. Nur in dem Verwalter Frank, gleichzeitig ein Freund ihres Mannes, scheint sie einen Vertrauten gefunden zu haben.

Mrs Danvers, die Haushälterin, ist in Falschheit und Schikane kaum zu überbieten. Obwohl der Erzählerin dies ziemlich schnell klar wird, ist sie nicht in der Lage sich gegenüber dieser ihr unheimlichen Frau zu behaupten. Sie hält Rebecca für die wahre Herrin Manderleys und trägt einen großen Teil zu der düsteren Stimmung der Erzählung bei.

Schnell gewinnt Mrs DeWinter den Eindruck Maxim lasse sich von der allgemeinen Ablehnung anstecken und fängt an ihre Hochzeit zu bereuen. Zwischen Ihnen steht der Geist Rebeccas und dank der Mithilfe Mrs Danvers scheint, es als sei ihre Ehe am Ende, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat.

Durch einen Zufall wird Rebeccas Leiche durch einen Taucher vor der Küste Manderleys gefunden. Mit ihr werden Dinge vom Grund des Meeres geborgen, die besser dort unten geblieben wären. Wer ist die Frau, die anstelle Rebeccas in der Gruft der DeWinters liegt? Nur wenn Maxim und seine Frau sich diesen Dingen stellen, können sie das bekommen, was sie sich mehr als alles andere Wünschen. Eine gemeinsame Zukunft. Ein Leben zu zweit, ohne Rebecca.

*Meine Meinung*
Die Ausgabe aus dem Fischer Klassik Verlag ist eine sehr schöne und edle Ausgabe. Das Cover passt ganz wunderbar zu der düsteren Grundstimmung der Geschichte. Die Ausgabe enthält auch wieder einen Werkbeitrag aus Kindlers Literaturlexikon. Wer also ein wenig an den Hintergründen interessiert ist, ist mit dieser Ausgabe auf jeden Fall gut bedient. Aber auch als Geschenk ist diese schöne und trotzdem günstige Ausgabe meiner Meinung nach gut geeignet.
Die Geschichte erlebt man aus den Augen einer jungen, naiven und sehr unsicheren Protagonistin. Dem Leser wird entsprechend auch ihre Wertung und Sichtweise der Dinge nahegebracht. So erschließt sich das Gesamtbild auch erst nach und nach. Und die Bewertung von Verhaltensweisen verschiedener Charaktere ändert sich, je mehr die Ich-Erzählerin dazu lernt und je mehr es ihr gelingt, ihre Unsicherheit zu überwinden.
Die Erzählweise ist wunderschön bildhaft und voller Andeutungen. Aus der Beschreibung des Wetters, der Umgebung, der Geräusche und Gerüche auf Manderley ergeben sich vielfach Vorahnungen der Erzählerin. Es lässt sich häufig erahnen, was geschehen wird, wenn man nur aus dem Fenster aufs Meer blickt.

*Fazit*
Eine düstere und gleichzeitig wunderschöne Geschichte. 5 Sterne.


Die Verwandlung: Leipzig 1916
Die Verwandlung: Leipzig 1916
von Joseph Kiermeier-Debre
  Taschenbuch
Preis: EUR 4,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Verwandlung, 29. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Verwandlung: Leipzig 1916 (Taschenbuch)
Ach du meine Güte…vielleicht kennt jemand das Gefühl, dass man so eben ein Buch gelesen hat und so gar nicht weiß, was man dazu schreiben soll. Der Grund ist nicht, dass ich "Die Verwandlung" nicht mochte. Ganz im Gegenteil. Aber die Geschichte vom Gregor Samsa lässt mich etwas verwirrt zurück.

Die Textausgabe

Daher möchte ich erst etwas zu dem weniger verwirrenden Teil schreiben, nämlich zu der Ausgabe des Buches aus dem Deutschen Taschenbuch Verlag. Die Ausgabe wirkt hochwertig und das Cover ist ansprechend gestaltet. Neben der Novelle selbst enthält das Buch noch einen Kommentar zur Textgestaltung, ein Glossar, einen Teil zu den Daten und dem Werk des Franz Kafka sowie eine kurze Kommentierung zu der Novelle.

Nach Angaben des Verlages orientiert sich die Textgestaltung zeichengenau an der Originalausgabe. Ich persönlich fand es interessant in der Kommentierung zu lesen, was Kafka selbst zu seiner Novelle sagte. Inhaltlich möchte ich hier dazu nichts sagen, weil ich denke der Leser sollte selbst entscheiden, wie er an „die Verwandlung“ herangehen möchte.

Der Inhalt

Zum Inhalt wurde hier bereits so viel geschrieben, dass ich das nicht ergänzen muss. Auffallend war für mich die Selbstverständlichkeit, mit der Gregor Samsa seine Verwandlung zur Kenntnis nimmt. Zu Anfang macht es sogar den Eindruck, als sei sie ihm gar nicht so unwillkommen. Im Folgenden wird aber deutlich, dass er nicht wirklich mit dem Widerspruch seiner jetzigen Existenz und seiner unveränderten altbekannten Umgebung umgehen kann. Immer mehr hat er Freude an den Dingen, die seine Existenz mit sich bringen, aber gleichzeitig kann und möchte er von den Dingen die ihm als Mensch Freude bereitet haben (wie das Violinspiel seiner Schwester) nicht lassen. Wohin ihn das führt, sollte jeder selber herausfinden. Ebenso wie man diese Geschichte deuten möchte.

Wer Interesse an den Hintergründen dieser Erzählung hat, für den dürfte diese Ausgabe mit der Kommentierung durchaus interessant sein.

Mein Fazit: Ein Buch, das mich nachdenklich und traurig gemacht hat.
Ich mochte die nüchterne Erzählweise, die Gregor Samsas Verwandlung irgendwie selbstverständlich erscheinen lässt. Meines Erachtens ist die Stimmung weder bedrückend noch beklemmend. Es ist einfach wie es ist. Ob es am Ende funktionieren kann, ist wieder eine ganz andere Sache. Vier Sterne.


Die Lügen des Locke Lamora: Band 1 - Roman
Die Lügen des Locke Lamora: Band 1 - Roman
von Scott Lynch
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,00

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neues Lieblingsbuch, 29. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
„Die Lügen des Locke Lamora“ ist der erste Teil einer Fantasy Reihe und der erste Roman von Scott Lynch. Für mich hat dieses Erstlingswerk des Autors eingeschlagen wie eine Bombe. Das Buch hat mich von Anfang an nicht mehr losgelassen. Viele gute Bücher sind wie Fenster, die den Blick in eine andere Welt erlauben. Dieses Buch öffnet gleich Tür und Tor, während der Lehrherr der Diebe den Leser nach Camorr begleitet: „Meine Damen und Herren, willkommen in der Stadt des Henkerswindes. Mein Rat: Achten Sie auf Ihre Geldbörsen.“

Inhalt
Die Stadt Camorr ist Heimat von Dieben, Räubern und Halsabschneidern. Capa Barsavi herrscht über die „Richtigen Leute“ als eine Art Pate. Von seinem schwimmenden Grab aus sorgt er dafür, dass die Banden immer ihren Anteil an ihn abtreten und vor allem, dass der Geheime Frieden eingehalten wird. Der Geheime Frieden ist ein Abkommen zwischen dem Capa und dem Adel der Stadt Camorr, der beiden Seiten eine gewisse Sicherheit verspricht. Locke Lamora und seine Gentlemen Ganoven sind nur eine der unzähligen Banden die den ehrlichen Leuten von Camorr das Leben schwer machen. Sie unterscheiden allerdings in einem ganz wesentlichen Punkt…sie nehmen den Adel nach Strich und Faden aus und treten den geheimen Frieden mit Füßen. Da sie ihr „Geschäft“ vor den Augen des Capas betreiben müssen, haben sie ein geniales Geflecht von Täuschungen und Lügen gesponnen. Ihr neuester Coup ist natürlich wieder entsprechend intelligent, kreativ und unglaublich kompliziert aufgezogen. Zunächst scheint auch alles nach Plan zu verlaufen, bis eine Gestalt auf die Bühne der Diebe und Ganoven von Camorr tritt, die auch Lockes Pläne zu vereiteln droht. Mehr werde ich hier zum Inhalt gar nicht schreiben, nur so viel: von dieser Seite an wird der Leser kaum noch zu Atem kommen. Locke Lamora und seine Leute geraten in etwas hinein, was sicherlich niemand von ihnen für möglich gehalten hätte.
In „Zwischenspielen“ erfährt man insbesondere einiges über Lockes Vergangenheit. Wie er zu Vater Chains kam und schließlich ein Priester des Dreizehnten namenlosen Gottes wurde. Wie er lernt seine Fähigkeiten als Dieb und Betrüger einzusetzen und wie die Gentlemen Ganoven schließlich zusammengefunden haben.

Meine Meinung
Für mich ist das Buch der Anfang einer großartigen Fantasy-Reihe für Erwachsene mit Tiefgang. Die Charaktere beschreibt Scott Lynch glaubwürdig und liebenswert, so dass es leicht ist zu jedem von ihnen eine Beziehung aufzubauen. Vielleicht gerade weil es sich bei Locke nicht um den typischen kitschigen Helden-Typen handelt, macht ihn das so sympathisch. Ein wenig kleiner als die anderen und immer auch ein wenig schwächer, aber sicherlich nie auf den Mund gefallen. Jeder der Gentlemen Ganoven hat seine Stärken und seine Schwächen. Aber wenn sie diese gemeinsam und klug einsetzen führt sie das zum gewünschten Erfolg.
Die Stadt Camorr, die auf die Überreste einer alten Kultur gebaut wurde, werden so dicht und atmosphärisch beschrieben, dass man das Gefühl bekommt man steht selbst im Truglicht auf einer Elderglasbrücke und blickt auf den Hafen, während einem der Henkerswind um dies Nase weht. Ich habe selten beim Lesen so sehr das Gefühl gehabt, dass der Autor selbst wahnsinnig viel Freude an seiner Geschichte gehabt haben muss.
In der ersten Hälfte des Buches lässt sich die Geschichte etwas langsamer an, ohne dabei schwerfällig zu werden. Der Leser bekommt so die Gelegenheit Camorr und seine Bewohner ein wenig kennen zu lernen, bevor die Handlung in der zweiten Hälfte richtig Fahrt auf nimmt. Spätestens jetzt hatte mich Scott Lynch am Haken. Die Handlung ist nicht vorhersehbar, überraschend, schockierend, witzig und tragisch zu gleich. Ich konnte einfach nicht anders als bis zur letzten Zeile mitzufiebern.
Kritikpunkte habe ich nur wenige. Ein einziges Mal kann ich die Handlungsweise von Locke Lamora überhaupt nicht nachvollziehen. Für einen Mann der als so intelligent beschrieben wird war das einfach nur unglaublich (und sehr offensichtlich) dumm. Was besonders schade ist, weil es eine in sich stimmige und gut entwickelte Erzählung unterbricht und mich mit einigen Fragezeichen zurückgelassen hat. Es hinterlässt bei mit den Eindruck, der Autor wusste an dieser Stelle zwar wohin er will, allerdings nicht wie er dahin kommen soll. Ich möchte hier gar nicht mehr dazu schreiben, da dies das Ende des Buches betrifft und ich die Spannung nicht verderben werde. Teilweise habe ich auch ein wenig Schwierigkeiten mit der Übersetzung, aber hierüber kann ich im Hinblick auf die dichte Story hinwegsehen.

Mein Fazit
Am liebsten hätte ich für dieses Buch 4,5 Sterne gegeben. Zu 95 % ist es für mich die Neuentdeckung schlechthin auf dem Gebiet der Fantasy. Da ich aber leider keine halben Sterne abziehen kann gebe ich dem Buch 5 Sterne. 4 Sterne wären für dieses grandiose Werk definitiv zu wenig. Ich freue mich auf die Forstsetzung.


Toter geht's nicht -: Bröhmanns erster Fall
Toter geht's nicht -: Bröhmanns erster Fall
von Dietrich Faber
  Audio CD
Preis: EUR 19,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toter geht`s nicht, 29. November 2012
Ich bin mehr oder weniger zufällig über dieses Hörbuch gestolpert. Der Folgeband dieses Buches ist mir in die Hände gefallen und ich wollte vorher unbedingt die Anfänge von Henning Bröhmann, Berlusconi und Co kennen lernen. Daher bin ich auch mit wenig bis gar keinen Erwartungen an dieses Buch herangegangen und es hat mich wirklich positiv überrascht. Eine humorvoll erzählte Geschichte mit kriminalistischen Elementen? Oder vielleicht doch ein Krimi, der ab und an zum schreien komisch ist? Tatsächlich weiß ich nicht, wie das Buch einzuordnen ist; sicher ist aber, dass es ein neues Lieblingsbuch ist.

Inhalt
Wir lernen Henning Bröhmann als einen Kommissar kennen, der seinen Job mit Sicherheit nicht als Berufung empfindet. Er hat überhaupt nichts dagegen, dass es im hessischen Vogelsberg im Normalfall wenig bis gar nichts zu tun gibt. Auch hat er überhaupt keine Schwierigkeiten sich einzugestehen, dass er kein Arbeitstier ist. Vielleicht kann man im Laufe der Geschichte den Hauch eines schlechten Gewissens erkennen, dass er seinen Kollegen so gar keine Hilfe ist. Aber nur vielleicht.
Privat ist sein Leben auch eher unspektakulär, mir Familie und Hund im Vogelsberg. Scheinbar recht zufrieden mit der Gesamtsituation lebt Hennig so vor sich hin, als sich mit einer Leiche beim Faschings-Umzug alles ändern soll. Der Tod liegt erschlagen hinter dem Feuerwehr-Gerätehaus. Für Henning ist das zunächst kein Anlass in übertriebenen Arbeitseifer auszubrechen – warum auch? Dann verlässt ihn auch noch seine Frau und er steht mit Hund und Kindern alleine da. Als dann auch noch eine weitere Leiche auftaucht und ein Kollege plötzlich ausfällt, findet Henning sich in der völlig abwegigen Situation wieder, selber in dem Fall ermitteln zu müssen. Gleichzeitig stellt ihn sein Privatleben zwischen der Kindertagesstätte Schlumpfloch, der pubertierenden Tochter und dem Hund vor bisher ungeahnte Herausforderungen.

Meine Meinung
Das Hörbuch wird von dem Autor zu einem großen Teil selbst gesprochen. Meiner Meinung nach kommt das der Geschichte sehr zugute. In meiner Vorstellung hätte Henning Bröhmann ganz genauso erzählt.
Henning ist eine Memme die mir von Anfang an sympathisch war. Zwar hatte ich ständig das Gefühl ich müsste ihn schütteln, oder vielleicht in den Allerwertesten treten, aber dennoch war er mir sympathisch. Dietrich Faber gelingt es auch die anderen, streckenweise doch recht verschrobenen Charaktere, mit ihren Macken und Eigenheiten amüsant, aber zum Glück nicht albern darzustellen. Wolle brachte mich vor dem Schlumpfloch das ein oder andere Mal dazu, dass ich Tränen lachen musste. Ich denke, jeder Leser oder Hörer wird feststellen, dass auch er einen Wolle kennt. Jeder kennt einen Wolle.
Interessant wird es, wenn Henning (scheinbar zu seiner eigenen Überraschung) plötzlich tatsächlich anfängt, dem Fall Aufmerksamkeit zu schenken. Geht man von seinem bisherigen Einsatz im Beruflichen und Privaten aus, habe ich nicht erwartet, dass es ihm gelingt die - unfassbar komischen - kleinen Katastrophen des Lebens als alleinerziehender Kommissar zu meistern. Trotz oder gerade wegen der etwas unkonventionellen Ermittlungsmethoden (Zugegeben, manchmal Fallen die Beweise auch vom Himmel, oder besser aus dem Keyboard.) von Henning Bröhmann ist das Buch für mich auch ein sehr guter Krimi, der ein Ende bereithält, das nicht nur den Kommissar selber überraschen wird.
An dieser Stelle noch eine Warnung an alle, die ein Hörbuch zum Einschlafen suchen. Man kommt vor Lachen nicht in den Schlaf.

Fazit
Für mich ganz klar 5 Sterne wert. Obwohl ich das Hörbuch sehr mochte, werde ich mir auch die Taschenbuchausgabe zulegen. Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit Henning und Berlusconi in „Der Tod macht Schule“.


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