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Rezensionen verfasst von
Thomas K-Bär "Student"

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Virtual XI
Virtual XI
Preis: EUR 16,97

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein zweischneidiges Schwert - Dennoch unterbewertet!, 13. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Virtual XI (Audio CD)
Muss ich dieses völlig zu unrecht verrissene Album in Schutz nehmen? Nein, denn einzelne Kritikpunkte sind berechtigt, wie die Tatsache, dass die Refrains von THE ANGEL AND THE GAMBLER (zwei drittel dieses Songs scheinen nur aus Refrain zu bestehen!), THE EDUCATED FOOL und DON'T LOOK TO THE EYES OF A STRANGER viel zu oft wiederholt werden und einen auf den Wecker fallen, weil sie einen in ihrer Unablässigkeit den Nerv rauben. Hätte man an den Refrains gespart, denn weniger ist manchmal mehr, so wären diese Songs dadurch noch immerhin dem oberen Mittelmaß zuzuordnen. Ignoriert man diesen Aspekt, so findet man auf VIRTUAL XI immerhin eine tolle Uptempogranate mit Namen FUTUREAL und einen epischen Alltime-Klassiker, nämlich THE CLANSMAN, der alleine schon den Kauf des Albums rechtfertigt, weil Steve Harris das volle Register seiner kompositorischen Fähigkeit zieht und ich mich um so mehr freute, dass Maiden diesen phantastischen Song bei Rock in Rio spielten. Ausserdem weiß ich nicht, was an Songs wie LIGHTNING STRIKES TWICE (mit Infinite Dreams von Seventh Son vergleichbar) oder WHEN TWO WORLDS COLLIDE schlecht sein soll. Sicher, über Blaze Baileys Stimme kann man streiten, dennoch: Dass THE CLANSMAN einer der besten Maiden Songs der 90er ist, sollte kein Maiden-Fan leugnen.
Wenn man auf die unablässige Wiederholung einzelner Refrains verzichtet hätte, und man das Album von über fünfzig Minuten runter auf etwa 45 Minuten gekürzt hätte, so wäre gegen VIRTUAL XI nicht viel einzuwenden. Bleibt nur noch der relativ schwache und schmalbrüstige Sound, der von Steve Harris selbst inszeniert wurde; Kevin Shirley (Brave New World, Rock in Rio) oder Martin Birch (die alten Klassiker aus den Achtzigern) wären sicherlich bessere Produzenten gewesen. Stünde Bruce Dickinson hier am Micro oder würden drei Gitarristen das Album eispielen, haätten sich die Kritiker überschlagen, so wie bei BRAVE NEW WORLD, umgekehrt würden alle BRAVE NEW WORLD schlecht finden, wenn der Sänger Bayley hieße und es den selben schwachen Sound wie Virtual XI hätte. Also denkt mal nach, und hört euch VIRTUAL XI vorurteilsfrei an!!


In The Court Of The Crimson King
In The Court Of The Crimson King
Wird angeboten von empire-music
Preis: EUR 16,95

19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Elegisches Klanggemälde epischen Ausmaßes!, 5. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: In The Court Of The Crimson King (Audio CD)
Die späten Sechziger war die Epoche der musikalischen Revolutionen: Frank Zappa, Jethro Tull, Led Zeppelin, erstmalig in der Geschichte poulärer Musik wagten sich die Interpreten in die Tiefe zu gehen und radiountaugliche Musik zu komponieren.
Vorher maß man die musikalische Qualität von Bands an Radiotauglichkeit und Single-Hits. Die oben genannten Bands jedoch wagten grosse Schritte nach vorne; weg von jeglicher Kommerzialität. King Crimson gehörten ebenfalls in diese Sparte der musikalischen Revoluzzer. Ihr Debut ist absolut Bahnbrechend! Mit IN THE COURT OF THE CRIMSON KING nahm die Band den psychedelisch-sphärischen Stil vorweg, den später auch Yes oder auch Pink Floyd zu spielen pflegten. Nur fünf Songs, die alle etwas sperrig klingen, allen voran das agressive 21TH CENTURY SCHIZOID MAN, welches sogar viel härter klingt, als so manches von Led Zeppelin oder Deep Purple, rhythmisch ist dieser Song jazzig gehalten, vollgepackt mit Saxophon und verzerrter Gitarre und stellt somit einen blendenden Kontrast zum eher ruhigen und relaxten Rest des Albums dar. Das idyllisch vor sich hin treibende I TALK TO THE WIND klingt unverschämt unbekümmert und fast schon kindlich-naiv. EPITAPH ist an Bombast und Epik kaum zu übertreffen und erzeugt bei JEDEM Hörer garantiert Gänsehaut und eiskalte Schauer, die einem angesichts einer solch elegischen Komposition den Rücken runterlaufen. Die Stimme Greg Lakes und das Mellotron erzeugen eine regelrechte Kälte. Das darauffolgende MOONCHILD beginnt geheimnissvoll und mysteriös, mit nebulös-schleichenden E-Gitarren und des eher dumpfen, gepressten Gesanges, so als hätte die Band etwas zu verbergen, oder schleiche sich klammheimlich irgendwo an, in diesem Fall in die Gehörgänge. Nach etwa zwei Minuten wird jazztypisch herumgefrickelt, ohne konkrete Form oder Richtung, und das etwa
zehn Minuten lang. Ehe sich gepflegte Langeweile breitmacht, setzt schon der Titelsong ein, sozusagen das Sahnehäubchen auf der Torte. Der Song ist in einem sehr klassich inspirierten Gewandt gekleidet und bietet eine schaurig-schöne Melodie. Der absolute Zuckerguss auf dieser Scheibe ist das Coverartwork.
ZUM GENIESSEN !


Pictures At An Exhibition
Pictures At An Exhibition
Preis: EUR 27,04

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sperriges Klanggewusel., 4. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Pictures At An Exhibition (Audio CD)
Modest Mussorgsky würde sich wahrscheinlich im Grabe umdrehen, wenn er ELPs Neubearbeitung seines Zyklus zu Ohren bekommen würde. Teilweise muss man das sperrige Herumfuhrwerken Keith Emersons mit seinem Moog-Synthesiser als unzumutbares Klanggewusel bezeichnen. Originell und eigenständig ist diese Neubearbeitung auf jeden Fall, besonders das abgehackte, von Carl Palmers spritzigen Schlagzeugspiel geprägte THE GNOME gefällt mir ebenso sehr, wie THE SAGE mit Greg Lakes herrlichem Gesang und seinem sehr klassisch inspirierten Akustikgitarrenspiel oder THE GREAT GATES OF KIEV, bei welchem Keith Emerson deutlich hörbar seine Hammondorgel zerlegt. Von THE OLD CASTLE muss ich aber dringend abraten, da es sich eher nach Tinnitus oder Zahnarztbohrer anhört.
Mit Vorsicht zu genießen!


Heavy Horses [REMASTERED]
Heavy Horses [REMASTERED]
Wird angeboten von all-my-music-rheingau
Preis: EUR 9,60

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jethro Tull rustikal ! Remastered noch besser., 2. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Heavy Horses [REMASTERED] (Audio CD)
Ebenso wie SONGS FROM THE WOOD hatte ich die ursprüngliche Ausgabe von HEAVY HORSES bereits, ehe sie neu gemastert wurde, was mich zwar verärgerte, mich vom Kauf dennoch nicht abhielt.
Das Booklet ist einfach nur klasse und unterstreicht die tolle Stimmung und Atmosphäre, die beim Hören dieser herrlichen Musik entsteht. HEAVY HORSES ist vielleicht die rustikalste Tull-Scheibe und klingt nicht so filigran und verspielt wie SONGS FROM THE WOOD, sondern stringenter, geradliniger und direkter. Der Hörer sieht sich also nicht mit der Zurschaustellung musikalsicher Virtuosität konfrontiert, sondern mit eingängigen und geradlinigen Kompositionen, wie der wundervolle, bodenerschütternde und atmosphärische Titelsong, das schwerfällig-gitarrenlastige NO LULLABIES, das mittelalterliche MOTHS sowie die keltischen Folkrocknummern ROVER und JOURNEYMAN; letzteres klingt rockiger, als das melodiöse ROVER. Besonders die heisere und rauchige Stimme Andersons, der pumpende Bass
John Glascocks (dies ist seine letzte vollständige Veröffentlichung mit Tull, ehe er 1979 im Alter von 28 starb) und die flotten Gitarrenlicks Martin Barres machen diese Songs zu echten Highlights, genau wie das Album an sich, welches nach der klanglichen Überarbeitung reifer und üppiger klingt. Auch die rein akustischen Bonustracks LIVIN IN THESE HARD TIMES und BROADFORD BAZAR sind absolute Klassiker und zeigen Ian Anderson, aber auch David Palmer in Höchstform. Wird Zeit, dass bald auch STORMWATCH und BROADSWORD AND THE BEAST einer Remastering-Kur unterzogen werden. Gleichgültig, ob ihr dieses Glanzstück schon habt, KAUFEN!


Songs from the Wood [REMASTERED]
Songs from the Wood [REMASTERED]
Wird angeboten von music_fun
Preis: EUR 17,00

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Progressiver Folkrock der feinsten Coleur ! Brilliant !, 2. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Songs from the Wood [REMASTERED] (Audio CD)
Na endlich! Das wurde aber auch Zeit, dass nun auch SONGS FROM THE WOOD einer Re-Mastering Kur unterzogen wurde, was nicht heissen soll, dass der Sound der Originalveröffentlichung schlecht war. Das Gegenteil war der Fall: Am Sound des Originals gibt es eigentlich kaum etwas auszubessern, dennoch wartet diese Remaster-Ausgabe des Albums mit einem amtlichen Booklet auf:
Sämtliche Songtexte, ausführliche Linernotes von Ian Anderson, tolle Fotos und eine insgesamt schöne Aufmachung des Booklets rechtfertigen ebenso wie die Bonustracks den Kauf des Albums, als da wären: Das rockig-agressive BELTANE und eine perfekte Liveinterpretation des Studiotracks VELVET GREEN, bei welchem die Band das volle Register ihres musikalischen Könnens zieht. Kaum eine Tull-Scheibe klingt von der Instrumentierung filigraner und sensibler, ausser vielleicht MINSTREL IN THE GALLERY, welches ja auch bereits eine folkige Richtung einschlug. Zu den regulären Songs brauche ich nichts zu sagen, denn zur Originalausgabe dieses tollen Albums veröffenlichtre ich ja bereits eine Rezension, ehe etwa einen Monat später zu meiner Verblüffung die Re-Master-Version erschien. Dabei hatte ich SONGS FROM THE WOOD gerade erst, was mich auch ein wenig verärgerte. Als Tull-Fan aber sicherte ich mir nun auch die überabeitete Version des Albums. Sämtliche Songs, allen voran natürlich der zauberhafte Titelsong, das wunderschöne JACK-IN-THE-GREEN, das ungeheuer rasante und schnelle, leicht Synthesizer-orientierte HUNTING GIRL, das sehr filigrane und mysteriöse, bereits erwähnte VELVET GREEN, sowie das progressive und ungeheuer vertrackte PIBROCH mit seinem langen instrumentalen Mittelteil, bei welchem Anderson und Co. das volle Register ihrer Virtuosität ziehen, klingen vom Klang noch intensiver und präziser, vor allem aber druckvoller. Somit erteile ich auch jenen den Kaufbefehl, welche die ursprüngliche
Version bereits besitzen. CHEERS!


Foxtrot
Foxtrot

5 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein beinahe vollkommenes Klanggebilde, 31. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Foxtrot (Audio CD)
Bei Genesis denken musikalisch weniger bewanderte Menschen eher an kommerzielle und sehr oberflächliche Songs, die einen im Radio ständig begleiten und einen nicht mehr loslassen.
Daher sind der Mehrheit der Radiohörer kaum die Glanztaten bekannt, zu denen Genesis in den Siebzigern noch fähig waren, zu denen auch wohl das zweischneidige Schwert FOXTROT gehört.
Angefangen mit WATCHER OF THE SKIES, einem härteren Song, welcher atmosphärisch und geheimnissvoll beginnt und vom Mellotron eingeleitet wird, ehe er sich an Schnelle und Härte enorm steigert und dann orgel- und gitarrenorientiert wird, über das theatralische und abwechslungsreiche, sehr progressive GET EM OUT BY FRIDAY in welchem die Stimmungen und das Tempo sich wie Ebbe und Flut abwechseln, bis hin zum anfangs noch unscheinbaren CAN UTILITY AND THE COASTLINERS, welches sich dann ebenfalls wie zuvor WATCHER... steigert, aber akustischer klingt, findet man hier viele kompositorische Glanzleistungen. Auch den musikalischen Parforceritt SUPPERS READY muss man größtenteils in die Kathegorie der Klassiker einordnen, wäre da nicht die peinliche Teilpassage "Willow Farm", welche mich unweigerlich zur Shift-Taste greifen lässt, da sie einfach nur kindisch und lächerlich ist. Das spannungsgeladende Finale aber und die musikalische Detailliertheit der Arrangement lassen einen diesen Ausrutscher aber schnell vergessen. Wäre nicht "Willow Farm", wäre SUPPERS READY beinahe makellos. Das Intro aber klingt ein wenig beiläufig und für einen derart epischen Song etwas zu belanglos, was die Wertung dieses Albums ebenso drückt, wie die meines Erachtens nach völlig uninteressant vor sich her plätschernde Ballade TIME TABLE. Ignoriert man diese doch eher kleinen Makel, sieht man sich mit einer interessanten musikalischen Herausforderung konfrontiert, welche die Endorphinausschüttung des Gehirns ungemein stimuliert. FOXTROT ist ein Klassiker, wenn auch ein wenig unausgewogen. Dennoch erteile ich hiermit den Kaufbefehl!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 8, 2013 5:55 PM MEST


Stand Up [REMASTERED] [+Bonustracks]
Stand Up [REMASTERED] [+Bonustracks]
Preis: EUR 10,99

25 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viele Stilrichtungen verschmelzen zu einem Ganzen, 27. Mai 2003
Noch auf ihrem ersten Album war die musikalische Ausrichtung der Band auf den Blues und bestenfalls auf den Jazz fixiert und damit recht eingeschränkt. Nachdem für Ian Anderson aber klar wurde, dass er auch andere stilistische Einflüsse in die Musik einfliessen lassen würde, da er als Kind mit Klassik, Jazz, Folk und ethnischer Musik aufgewachsen ist, und der Rest der Band sich bereit erklärte, ihm zu folgen, feuerte man kurzerhand den Gitarristen Mick Abrahams, der lieber beim Blues geblieben wäre und stellte den etwas weltoffeneren Martin Barre ein, welcher Anderson bis zum heutigen Tage treu geblieben ist. STAND UP ist das eigentliche erste Tull-Album, da es mehr als THIS WAS die
bandtypischen Markenzeichen enthielt. Für Anderson ist dies DAS
Tull-Album schlechthin, immerhin spielte er hier nicht nur die Querflöte, und dies besser als auf THIS WAS, sondern auch Klavier, Hammondorgel, Balalaika, Mandoline und Akustikgitarre. Gesanglich konnte er sich ebenfalls steigern. STAND UP verschmolz daher alle stilistischen Einflüsse, die durch Andersons Kopf geisterten zu einem innovativen und absolut neuen, dennoch aber verträglichen und soliden Sound und landete kurzerhand auf Platz Eins der Charts in England, während Tull mit Led Zeppelin durch die USA tourte. Absolut unvergessen ist die geniale und einfallsreiche Bach-Adaption BOUREE mit seinem jazzigen Grundgerüst und Glen Cornicks dynamischen Bass-Solo in der Mitte, welches sich hervorragend in den Song einfügt, bevor Anderson seine Seele in die Flöte hineinzupusten scheint. Sehr unterhaltsam, dennoch aber glaube ich, dass der gute J.S. Bach sich im Grabe umdrehen würde, wenn er Tulls BOUREE hören könnte.
Weitere unverzichtbare Songperlen sind... schwer zu sagen...
eigentlich alle. Sowohl die bluesangehauchte Nummer A NEW DAY YESTERDAY als auch die abwechslungsreiche und beschwingte schwere Heavy-Rock-Nummer NOTHING IS EASY, bei dem Clive Bunker die Schlagzeugfelle zu zerreissen droht und Martin Barre fast so spielt, wie später Tony Iommi von Black Sabbath oder Jimmy Page von Led Zeppelin, fordern den Hörer auf, die Lautstärke auf Maximum zu drehen. Dennoch kommt in diesem Song die Flöte nicht zu kurz. Doch auch das fernöstlich folkloristische und lustige FAT MAN und das von Orchester unterlegte REASONS FOR WAITING rechtferigen ebenso einen Kauf des Albums wie die traurige
Folk/Blues-Nummer LOOK INTO THE SUN oder das unbekümmert fröhliche JEFFREY GOES TO LEICESTER SQUARE. Weiterhin sind auch die Bonustracks absolute Hingucker, oder besser gesagt Hinhörer, welche aber mit Ausname von SEVENTEEN schon zuvor auf LIVING IN THE PAST zu finden waren. Das lustige Cover unterstreicht noch einmal den Spassfaktor, der von der Band gross geschrieben wurde und den auch der Hörer dieser Innovation zweifelsohne erfahren wird. Zwar klingt das Album nicht so progressiv und avantgardistisch wie später BENEFIT, THICK AS A BRICK, A PASSION PLAY oder WARCHILD und auch nicht so heavy und bipolar wie AQUALUNG oder MINSTREL IN THE GALLERY, dennoch beschreiten Tull hier neue Wege, was sie nun mit jedem weiteren Album fortan immer tun werden und sie so zu einer der einfallsreichsten und intelligentesten und technisch perfektesten Band des Planeten werden lässt. Daher bleibt mir nur noch, den Kaufbefehl zu erteilen, den jeder Musikinteressierte zu befolgen hat.
CHEERS.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 14, 2012 7:29 PM MEST


Crest of a Knave
Crest of a Knave
Wird angeboten von Abakues
Preis: EUR 12,23

2 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Von den Dire Straits abgekupfert ! Dennoch gut., 17. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Crest of a Knave (Audio CD)
Mitte der Achtziger hatte Ian Anderson grosse stimmliche Probleme, so dass er sich aufgrund einer schweren Erkrankung der Stimmbänder für drei Jahre aus dem Business zurückzihen musste. Die Auswirkungen sind auf CREST OF A KNAVE deutlich zu spüren; Andersons Stimme ist nicht mehr im Geringsten wiederzuerkennen, was dazu führt, dass sich Jethro Tull anno 1987 eher wie die Dire Straits was besonders am Anfang von BUDAPEST zu Buche schlägt, an und für sich wohl einer der besten Tull-Songs überhaupt mit einem genial vertrackten und ungemein virtuosen instrumentalen Mittelteil bei welchem Anderson das volle Register seines musikalischen Könnens zieht. Der Gesang und die Atmosphäre erinnern aber viel zu sehr an TELEGRAPH ROAD von den Dire Straits. Würde Andersons Stimme sich nicht so angeschlagen und durchschnittlich anhören, sondern so klingen, wie auf BROADSWORD oder HEAVY HORSES, bekäme CREST OF A KNAVE die volle Punktzahl, insbesondere, weil Anderson zusätzlich zu seinen Standartinstrumenten auch noch das Keybord spielt und...
den Drumcomputer programmierte ! So unglaublich das auch klingen mag, da man Tull doch für die letzte Band halten würde, die so ein Ding benutzt, in Ermangelung eines Schlagzeugers musste Anderson auf diese Maßnahme zurückgreifen, um das rhytmische Grundgerüst zu sichern. Besonders fällt der Drumcomputer bei STEEL MONKEY auf, welcher vom Intro her wie der Soundtrack zu MIAMI VICE klingt und daher als einer der schlechtesten Tull-Songs überhaupt anzusehen ist, da er einfach nicht zur Band passt. BUDAPEST aber rechtfertigt dennoch einen Kauf des Albums.


Crest of a Knave
Crest of a Knave
Wird angeboten von Abakues
Preis: EUR 12,23

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Jethro Tull goes Dire Straits.... Nicht schlecht gemacht!, 17. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Crest of a Knave (Audio CD)
Mitte der Achtziger, besonders nach den Aufnahmen des umstrittenen Albums UNDER WRAPS, hatte Ian Anderson grosse stimmliche Probleme, so dass er sich aufgrund einer schweren Erkrankung der Stimmbänder für drei Jahre aus dem Business zurückzihen musste. Die Auswirkungen sind auf CREST OF A KNAVE deutlich zu spüren; Andersons Stimme ist nicht mehr im Geringsten wiederzuerkennen, was dazu führt, dass sich Jethro Tull anno 1987 eher wie die Dire Straits anhören, was besonders am Anfang von BUDAPEST zu Buche schlägt, welcher an und für sich wohl einer der besten Tull-Songs überhaupt ist, mit seinem genial vertrackten und ungemein virtuosen instrumentalen Mittelteil bei welchem Anderson das volle Register seines musikalischen Könnens zieht. Der Gesang und die Atmosphäre erinnern aber viel zu sehr an TELEGRAPH ROAD von den Dire Straits. Würde Andersons Stimme sich nicht so angeschlagen und durchschnittlich anhören, sondern so klingen, wie auf BROADSWORD oder HEAVY HORSES, bekäme CREST OF A KNAVE die volle Punktzahl, insbesondere, weil Anderson zusätzlich zu seinen Standartinstrumenten auch noch das Keybord spielt und...
den Drumcomputer programmierte ! So unglaublich das auch klingen mag, da man Tull doch für die letzte Band halten würde, die so ein Ding benutzt, in Ermangelung eines Schlagzeugers musste Anderson auf diese Maßnahme zurückgreifen, um das rhytmische Grundgerüst zu sichern. Besonders fällt der Drumcomputer bei STEEL MONKEY auf, welcher vom Intro her wie der Soundtrack zu MIAMI VICE klingt und daher als einer der "untulligsten" Tull-Songs überhaupt anzusehen ist, da er einfach nicht zur Band passt, dennoch aber eine gute Hookline hat und einfach nur rockt. Alleine BUDAPEST aber rechtfertigt dennoch einen Kauf des Albums, ebenso wie die wirklich gelungenen und absolut genialen Songs FARM ON THE FREEWAY, JUMP START oder DOGS IN THE MIDWINTER.
Wer mit den Alben "A" oder UNDER WRAPS nichts anfangen konnte, weil sie ihm zu befremdlich für Tull klangen, dennoch aber eine gute Tull-Scheibe aus den Achtzigern hören möchte, der hole sich dann dieses Album hier, von dem vile behaupten, es sei das beste Output der Band aus den Achtzigern. Von den 80er Tull-Alben zihe ich persönlich aber eher BROADSWORD vor, auch wenn der Sound da nicht so gut ist....


War Child - Remastered
War Child - Remastered
Preis: EUR 10,99

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mit düsterem Bombast vollgestopft !, 17. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: War Child - Remastered (Audio CD)
Nach erstem Durchlauf und dem daraus resultierenden ersten Eindruck, ist WARCHILD ein noch immer stark an das mißglückte Konzeptalbum A PASSION PLAY erinnerndes Relikt. Laut Ian Anderson sind Passion Play und WARCHILD thematisch eng mit einander verbunden. WARCHILD ist sozusagen der zweite Teil der
A PASSION PLAY - Saga, welche sogar als Film geplant war, aber wie immer am Geld scheiterte. Die ersten beiden Songs WARCHILD und QUEEN AND COUNTRY erscheinen immer noch wie Überbleibsel aus den katastrophalen "Chateu d' Herouville" - Sessions, später von Anderson scherzhaft "Chateau d'saster" genannt, aus dessen Asche das unselige A PASSION PLAY entstand. Die besagten Songs klingen,
wie die albumumspannende Suite des Vorgängeralbums, abgehackt, disharmonisch und unmelodisch, teilweise sogar kakophonisch. Ignoriert man die ersten beiden Songs, so ist WARCHILD immer noch ein mutiges und herausragendes Konzeptalbum, welches lose am Vorgängeralbum anlehnt, aber dennoch offener ist. Auch die Songs BACK DOOR ANGELS und SEALION klingen sehr düster und bombastisch, sind vom Gesang aber melodischer und rhythmisch nicht so abgehackt wie die beiden ersten Songs des Albums. Man muss BACK DOOR ANGELS und SEALION zu den härtesten Nummern der Band einordnen, so wie ein Jahr später BLACK SATIN DANCER von
MINSTREL IN THE GALLERY. Die beiden luftigen Singleauskopplungen SKATING AWAY und BUNGLE IN THE JUNGLE sind neben SEALION und BACK DOOR ANGELS absolute Juwelen des Albums. BUNGLE IN THE JUNGLE klingt herrlich frisch und unbekümmert, ebenso wie die akustische Nummer SKATING AWAY, mit seinem lustigem Intro, bei welchem Anderson am Frühstückstisch sitzt und sich Tee einschüttet und dabei die Melodie des Songs vor sich her summt.
Weitere Höhepunkte sind zweifelsohne THE THIRD HOORAH mit seiner sehr folkloristisch gehaltenen Grundmelodie, welche vom Dudelsack und Ian Andersons Stimme vorgetragen wird (wer hätte gedacht, dass der Derwisch auch dieses Instrument beherrscht?), sowie TWO FINGERS, welches insofern ungewöhnlich ist, da es sich hierbei um eine variierte Bearbeitung des Songs LICK YOUR FINGERS CLEAN von der remasterten Ausgabe von AQUALUNG handelt. Der Text von LICK YOUR FINGERS CLEAN wurde unverändert belassen, die Grundmelodie ebenfalls, dennoch wurde dieses Stück vollkommen umarrangiert und umstrukturiert, ehe es zum wesentlich anspruchsvolleren TWO FINGERS wurde. Als dominante Instrumente wurden nämlich Akkordeon und Akustikgitarre verwendet, wohingegen man beim Ausgangsstück auf Klavier und Flöte setzte, welche aber bei TWO FINGERS ebenfalls nicht zu kurz kommt, ebensowenig wie die E-Gitarre. Besonders lobenswert sind an dem Album aber die zahlreichen Bonustracks (sieben an der Zahl!), als da wären: Das an THE HARE WHO LOST HIS SPECTACLES erinnernde SEALION II mit Jeffrey Hammonds Sprechgesang, das sehr klassisch gehaltene, ausschließlich auf das Orchester und Andersons Querflöte beschränkte WARCHILD WALTZ und das genial jazzige Instrumental QUARTET, sowie die coole Rocknummer RAINBOW BLUES. Ähnlich wie auf PASSION PLAY spielen auch hier noch das Saxofon und der Synthetizer eine entscheidende Rolle, sind allerdings nicht mehr so penetrant wie auf erstgenanntem. Alle Instrumente sind hier gleichberechtigt, ebenso wie die doch sehr üppige und bombastische Orchestrierung, welche das Album aber umso schwerer im Magen liegen lässt, da sie nicht so dezent und gefühlvoll eingesetzt wurde, wie später auf MINSTREL IN THE GALLERY, sondern hier nur der Dramatik diehnte. Für Einsteiger in Sachen Tull ist das Album nicht zu empfehlen, da es immer noch sehr schwer im Magen liegt und noch zuviele Querverweise zu PASSION PLAY besitzt. Ausserdem klingt es, wie bereits erwähnt recht kakophonisch und disharmonisch und nicht so ausgewogen, wie die Mehrzahl der Tull-Veröffentlichungen. SEHR UNKONVENTIONELL UND ÜPPIG!


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