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Rezensionen verfasst von
Jürgen Stein

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Praxisbuch Nagios
Praxisbuch Nagios
von Tobias Scherbaum
  Taschenbuch
Preis: EUR 39,90

16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Eine Katastrophe jagd die nächste..., 24. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Praxisbuch Nagios (Taschenbuch)
Meine Erfahrungen mit dem Praxisbuch Nagios von Tobias Scherbaum sahen folgendermassen aus.

Am ersten Tag wollte ich, wie von Herrn Scherbaum dringend empfohlen, das mit der Live-CD gelieferte Image auf Basis Linux Gentoo in Oracle VirtualBox" (Version 3.2.8) einbinden. Denn wenn man das System direkt von der Live-CD ausführt, kann man nicht wirklich mehr als die bestehende Grundkonfiguration von Nagios, welche den lokalen Host auf mehreren Checkpunkten überwacht, anschauen.

Das schlug schon einmal gründlich fehl und kostete mich einige Stunden der Fehlersuche, da die Gentoo Konfiguration auf die lokale Platte unter /dev/hda wartet, VirtualBox diese jedoch standardseitig unter /dev/sda (SATA/SCSI-Emulation) einhängt. Ich versuchte zuerst die Konfiguration des Linux Derivats umzubauen (meine Linux-Kenntnisse waren zu diesem Zeitpunkt etwas eingerostet - und Gentoo war mir komplett neu), bis ich später auf die Idee kam, dass Image über den IDE-Port der virtuellen Maschine einzuhängen.

So liess sich das System dann wenigsten starten. Das nächste Problem wartete jedoch nicht lange auf sich. Die virtuelle, gebrückte Ethernet-Schnittstelle wurde nicht gefunden und eingebunden. Laut Herrn Scherbaums Anleitung würde das Kernel-Modul (pcnet32) wohl nur beim ersten Start eingebunden und sei, nach Aussage der ERRATA auf [...] danach über /etc/conf.d/modules" für den permanenten Start einzurichten. Nur dumm, dass es die besagte Datei unter der mitgelieferten Gentoo Distribution gar nicht gab. Nach weiteren Stunden der Recherche im Internet fand ich dann Hinweise, dass bei Gentoo, welches bereits OpenRC migriert hat eine einfache Einbindung" in eine neu angelegte modules-Datei nötig sei, bzw. ohne OpenRC migration ein Eintrag in /etc/modules.autoload.d/kernel-2.6 den gleichen Dienst verrichten würde. Beide Versuche scheiterten. Lediglich die manuelle Eingabe von modprobe pcnet32 brachte die Schnittstelle zum Laufen. Was soll ein Netzwerkmonitoring ohne Ethernet-Schnittstelle bringen?

So war denn der erste Tag gelaufen, ohne dass ich auch nur ansatzweise etwas von Nagios gesehen hatte. Auf ein E-Mail an Herrn Scherbaum bekam ich nur den Rat die pcnet32 in /etc/modules.autoload.d/kernel-2.6 einzubinden (Was ja bereits am Vortag ebenso fehl geschlagen war.). Den anderen von mir gemeldeten Fehler mit der Einbindung der virtuellen Festplatte stellte er, gemeinsam mit dem zuvor genannten, als weiteren Punkt in die ERRATA auf seiner Webseite ein.

So ging ich dennoch frohen Mutes am nächsten Tag daran etwas über Nagios zu lernen.

Das klappte auch mit der Dateistruktur und dem ping- / icmp-check plugIn. Immerhin ein Kapitel, welches ich zu diesem Zeitpunkt noch für gut und richtig erachtete. Jedoch fand auch hier der Lernfortschritt ein jähes Ende. In der Beschreibung des zweiten zu überwachenden Dienstes (Überwachung der Namensauflösung) traf mich der nächste unlösbare Fehler. Im Buch stand: Lösungsansatz: Um die notwendigen Prüfungen in das Nagios-System zu integrieren, stehen uns zwei Plugins zur Verfügung, die in der Sammlung offizieller Plugins enthalten sind. -> check_dns und ->check_dig. Leider war in der Sammlung auf dem Live-System keine der beiden Dateien vorhanden. Weitere Stunden der Fehlersuche. Ich versuchte dann die Plugins von nagios.org nachzuinstallieren. Jedoch schlug die Installation fehl, da der C-Compiler in dem Live-System fehlte. Das Hinzufügen dessen ging jedoch nicht, da das auf Gentoo normalerweise enthaltene Installationsprogramm emerge fehlte und ich, wie bereits erwähnt, wenig Ahnung von Gentoo hatte.

Vielleicht hätte ich das, ebenfalls von Herrn Scherbaum erschienene Buch Gentoo Linux: Die Metadistribution zuvor lesen müssen? Eigentlich wollte ich auch nur etwas über Nagios erfahren?!

Frustriert liess ich dann die Punkte mit den beiden Plugins aussen vor um direkt mit im Anschluss beschriebenem PERL-Plugin, check_dns_secondary.pl, weiter zu machen. Es stand hierzu im Buch: Das Plugin ist auf der dem Buch beiliegenden CD bereits installiert. Prima, dachte ich - nichts wie ans Werk! Eine Fehlermeldung Can't locate Net/DNS.pm stoppte mein Handeln jedoch abrupt. Eine Seite weiter sah ich, dass dieser Fehler jedoch berechnet war. Dort stand: Hier fehlt uns beispielsweise das Perl-Modul Net::DNS. Hinweise zur Installation benötigter Perl-Module ... finden Sie im Anhang. -> Im genannten Buchteil stand unter anderem: Bereits drei Zustimmungen zur Installation und wenige Sekunden später ist die Installation des Perl-Moduls abgeschlossen. Auf meinem Bildschirm hielt dagegen: make test had returnded bad status, won't install without force".

Dies war genau der Punkt an dem ich das Buch nach 2 Tagen Arbeit in die Ecke geschmissen habe.

Inzwischen habe ich mit einem anderen Lehrbuch (Nagios - aus der Open Source Press) weiter gemacht. Das beeindruckende ist, dass ich in genau der gleichen Zeit, welche ich für die Fehlersuche mit dem ersten Problem aus Praxisbuch Nagios - nämlich der Einbindung des Live-Images, benötigt habe, ein komplettes Echtsystem auf Basis Debian aufgesetzt habe. Als ich dann die Konfigurationen der beiden Systeme verglichen habe bin ich jedoch völlig vom Glauben abgefallen:

Was der Autor, Tobias Scherbaum, als Wissen an seine Lehrlinge weitergibt, entspricht nicht einmal bestehenden Nagios-Grundsätzen und Empfehlungen:

Beispiel zum Thema aktive Host checks:

Das sagt Nagios:

NOTE: Do NOT enable regularly scheduled checks of a host unless you absolutely need to! Host checks are already performed on-demand when necessary, so there are few times when regularly scheduled checks would be needed. Regularly scheduled host checks can negatively impact performance - see the performance tuning tips for more information.
(Quelle: [...])

Herr Scherbaum bringt einem im Kapitel 4: Grundkonfiguration des Nagios-Systems der Metallschmiede im Abschnitt zur Konfiguration von Host-Templates bei:

check_interval
Festlegung, in welchem Intervall (angegeben in Minuten) das als check_command hinterlegte Kommando regulär ausgeführt werden soll.

Hiermit aktiviert Herr Scherbaum bereits im Elternobjekt das, wovon Nagios abrät, nämlich aktive Host checks. Ein so konfiguriertes System wird zwar laufen, es werden jedoch schwer zu lokalisierende Performance Probleme nicht lange auf sich warten lassen.

Unter diesen Umständen kann man davon ausgehen, dass nicht nur, wie eingangs erwähnt, das Live-System nicht läuft, sondern auch zukünftige Implementierungen des Lehrlings auf massive Probleme stossen werden.

Also: Hände weg von diesem Buch!!!"
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 15, 2012 11:58 AM CET


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